Genesenenstatus willkürlich verkürzt

Der „Genesenenstatus wird verkürzt“ und läuft jetzt nach 90 statt 180 Tagen ab. So sieht es die „Fachliche Vorgaben des RKI für COVID-19-Genesenennachweise“ und die „Verordnung zur Änderung der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung und der Coronavirus-Einreiseverordnung“ vor, die beide seit Samstag gelten. Faktisch gilt der Genesenenstatus damit nur für zwei Monate, da er erst 28 Tage nach positivem PCR-Test einsetzt. Davor gilt man als infiziert, danach als ungeimpft, falls man sich nicht mindestens einmal impfen lässt. Zwei Impfungen befreien auch nur noch drei Monate lang von Quarantänepflichten für Ungeimpfte, während nach drei Impfungen (Booserimpfung) diese Befreiung (noch) zeitlich unbefristet gilt (ebenso bei einer Infektion und mindestens einer Impfung). Aber das kann offensichtlich jeden Tag geändert werden, so dass man wortwörtlich über Nacht seinen Status verlieren kann, so wie es jetzt vielen Genesenen geht.

Die Begründung für die Verkürzung überzeugt nicht: „Die Dauer des Genesenenstatus wurde von 6 Monate auf 90 Tage reduziert, da die bisherige wissenschaftliche Evidenz darauf hindeutet, dass Ungeimpfte nach einer durchgemachten Infektion einen im Vergleich zur Deltavariante herabgesetzten und zeitlich noch stärker begrenzten Schutz vor einer erneuten Infektion mit der Omikronvariante haben.“ Das ist zwar richtig, gilt aber ebenso für Geimpfte. Omikron ist einfach für alle ansteckender. Verwiesen wird u. a. auf „SARS-CoV-2 variants of concern and variants under investigation in England“, wo (S. 28) gezeigt wird, dass eine vorherige Infektion effektiver vor einer Neuinfektion schützt als eine doppelte Impfung (44 Prozent gegenüber 32 Prozent, was beides nicht sonderlich hoch ist). Selbst eine dreifache Impfung ist nur zu 62 Prozent effektiv, also besser als keine Impfung. Der Schutz vor Hospitalisierung liegt allerdings bei der dreifachen Impfung zwischen 83 Prozent (ab zehn Wochen nach der dritten Impfdosis) und 92 Prozent (zwei bis vier Wochen nach der Boosterimpfung, S. 24). Der Selbstschutz ist also deutlich höher als der Infektionsschutz, was für Impfungen, aber gegen eine Impfpflicht spricht.

26 Gedanken zu „Genesenenstatus willkürlich verkürzt

    • Ich denke nicht, dass eine Verschwörung dahinter steckt und die meisten Politiker sich kaufen ließen. Es ist einfach Opportunismus zusammen mit falschen Versprechungen. Wenn der Wind sich dreht, wonach es momentan aussieht, sind plötzlich die meisten Poltiker wieder dagegen. Der Zwang zur Spritze wird jedenfalls nicht immer stärker, sondern inzwischen wieder schwächer. Hoffen wir, dass dieses Frühjahr keine allgemeine Impfpflicht mehr kommt und die Diskussion nächsten Herbst nicht von vorne losgeht.

      • Das sehe ich anders. Die Wintermonate sind lang und die Schlinge wird immer gezogen. Als Person mit „Grundimmunisierung“ muss ich mich für soziale Aktivitäten testen lassen, was in einer Großstadt zum Glück nur geringen Aufwand bedeutet. Meine Frau wird demnächst gar aus der „Grundimmunisierung“ herausfallen und zur asozialen „Ungeimpften“ werden. Hier funktioniert auch Aussitzen unter Unannehmlichkeiten nicht mehr, sondern es bleibt als junger Mensch nur noch der Gang zur Spritze.

      • Ist das wirklich so? 2G ist aus meiner Sicht nicht zu rechtfertigen, gilt aber doch vor allem im Freizeitbereich, nicht im Arbeitsleben (nur im Gesundheitsbereich wird sich das Mitte März ändern). Das hat die absurde Konsequenz, dass Ungeimpfte viele Stunden in Geschäften und Lokalen arbeiten dürfen, die sie als Konsumenten keine zwei Minuten besuchen dürften. Um direkten Infektionsschutz geht es dabei also offensichtlich nicht, sondern um das Sanktionieren von Ungeimpften, obwohl noch gar keine Impfpflicht besteht. Wer sich jedoch definitiv nicht impfen lassen will, verzichtet eben auf solche Freizeitaktivitäten.

      • In meinem Umfeld gibt es gerade reihenweise Infektionen unter dreifach Geimpften. Symptome sind übrigens durchaus vorhanden. Tagelanges Fieber u.v.m- Vergleichbar mit einer echten Grippeerkrankung. Die Impfung scheint da nichts zu bewirken, auch für junge Leute. Mir scheint es, dass die Impfung aktuell fast gar nichts mehr bringt, außer evtl. ganz schwere Verläufe zu reduzieren. Für Risikogruppen mag das relevant sein, für jüngere Gruppen eher nicht. Die sind dann eben doppelt krank. Erst bei der Impfung und danach bei der Infektion noch einmal.

        Das erinnert mich an eine sehr unangenehme Grippeerfahrung, die ich als Jugendlicher gemacht habe. Da war ich auch wochenlang raus und mir ging es absolut elendig. Hat einige Monate gedauert, ehe ich da wieder Sport getrieben habe. Ich war damals geimpft (worauf ich später stets verzichtet habe).

      • Im Einzelfall lässt sich schlecht sagen, ob die Impfung nichts bewirkt hat. Die Infektion hat sie offensichtlich nicht verhindert (aber vielleicht trotzdem die Wahrscheinlichkeit gesenkt). Ob diese ohne Impfung schwerer verlaufen wäre, lässt sich auch nicht direkt feststellen, sondern höchstens statistisch über viele Fälle erschließen (was gemacht wird, wobei die Daten leider nicht optimal sind und von politischer Seite z. T. massiv manipuliert wurden).

      • Der Talkshowprofessor hat, so war heute morgen im Deutschlandfunk zu hören, klargestellt, daß er bis zum Herbst jedem einzelnen mindestens drei Spritzen verpassen will.
        Man sollte diese Primärquelle nicht einfach ignorieren.

      • Die Impfpflicht kann nicht vom Bundesgesundheitsminister allein eingeführt werden (obgleich die Verkürzung des Genesenenstatus wohl auf ihn zurückgeht) und die Regierungskoalition hat offensichtlich keine eigene Mehrheit dafür. Mit der Union gäbe es eine große Mehrheit, doch es fehlt sowohl in der Regierung als auch der Union an Führungsstärke, um diese Mehrheit zu organisieren und für ein konkretes Gesetz nutzbar zu machen. Vielleicht kommt es noch dazu, doch wahrscheinlich wurde der geeignete Moment schon verpasst. Schlimmstensfalls kommt die Impfpflicht erst, wenn sie in keiner Weise mehr gebraucht wird und nur noch schadet.

    • @Klaus K.

      Wem es nutzt?
      Na den Impfstoffherstellern.
      Wem sonst?

      Warum es kaum kritische Berichterstattung darüber gibt?

      So einfach sind die Zusammenhänge.

      Interessanterweise wird in unserem Nachbarland Schweiz gerade genau das Gegenteil gemacht. Der Genesenenstatus wird auf bis zu 12 Monate verlängert: https://www.swp.de/panorama/schweiz-genesenenstatus-12-monate-antikoerpertest-corona-genesen-2g-rki-deutschland-verkuerzt-drei-monate-62113049.html

  1. Pingback: Genesenenstatus willkürlich verkürzt – Bernwards Blog

  2. Ich sage es mal mit meinen Worten ohne wissenschaftlichem Fremdkommentar. Das Virus ist schlau. Wie wir alle trachtet das Virus am Leben zu bleiben. Deshalb nehmen wir Nahrung zu uns. Das Virus macht nichts anderes. Wenn wir nun das Virus bekämpfen, mutiert es, um sich wieder Zugang zu verschaffen. Jetzt hat es aber so mutiert, dass der Zugang zu unseren Körpern schneller erfolgt mit dem Nachteil, dass es weniger gefährlich für unsere Gesundheit ist. Daraus erfolgt der Schluss, dass alle Menschen dieser Erde geschützt werden müssen, damit das Virus endlich verschwindet. Wer sich nicht schützt, wird sich anstecken. Wir werden uns bald auch ohne Impfung schützen können, entweder mit einem Drink oder einem Wattestäbchen. Ob es ratsam für die Ungeimpften ist, zu warten, bezweifle ich. Sich des Risikos zu ergeben, sich zu genesen, hat mit der Verkürzung der Genesungszeit ein schnelles Ende gefunden.

    • Das Virus ist nicht schlau, es lebt nicht einmal und hat keinen eigenen Stoffwechsel. Es vervielfältigt sich über unsere Zellen. Dabei kommt es rein zufällig zu Mutationen. Wenn sich der Selektionsdruck verändert, z. B. durch Impfungen, dann verbessert das die Vervielfältigungschancen bestimmter Mutationen und senkt die von anderen. Die besten Chancen haben dabei Virusvarianten, die besonders ansteckend sind, von Impfungen weniger aufgehalten werden und weniger schwere Krankheitsverläufe produzieren. Omikron ist also rein zufällig entstanden, doch seine Eigenschaften sind nicht völlig zufällig, sondern evolutionär vorteilhaft. Wir sollten uns freuen, dass die Krankheiten nicht mehr so schwer sind. Der Nutzen der Impfungen ist allerdings auch geringer geworden. Wenn es irgendwann angepasste Impfstoffe gibt, verändert das den Selektionsdruck und begünstigt neue Mutationen. Eine Ausrottung durch Impfungen ist auf absehbare Zeit nicht zu erwarten.

  3. Die Verkürzung der Quarantänezeit ist ja ähnlich willkürlich gelaufen, auch wenn das Argument, dass die Versorgung ansonsten gefährdet sein könnte, grundsätzlich nachvollziehbar ist. Das sich niemand darüber echauffiert, spricht Bände. Und die Verkürzung hatte bereits Gültigkeit, als es durchaus auch noch andere Varianten in D gab als Omicron.

    • Die Verkürzung der Quarantäne gibt den Bürgern jedoch Freiheit zurück, während willkürliche und schlecht begründete Grundrechtsbeschränkungen eigentlich gar nicht zulässig, aber inzwischen leider an der Tagesordnung sind.

  4. „Um direkten Infektionsschutz geht es dabei also offensichtlich nicht, sondern um das Sanktionieren von Ungeimpften, obwohl noch gar keine Impfpflicht besteht.“

    So ist es, Herr Dilger, aber dabei frage ich mich: Wie kann ein solches Vorgehen ansatzweise rechtens sein bzw. für rechtens erklärt werden? Warum kippen die Gerichte nicht reihenweise diese epidemiologisch nicht begründbaren Schikanen für Ungeimpfte und mittlerweile auch Einschränkungen für Grundimmunisierte? Liegt es am IfSG, das nur vom BVerfG gekippt werden kann? Ich verstehe unsere Justiz nicht mehr, sie sollte uns doch eigentlich vor staatlicher Willkür schützen.

  5. Pingback: Erste Kliniken warnen vor Covid-„Impfung“ - Der Papa bloggt das schon

  6. Pingback: Vaccinregime op de rand van de afgrond: Nu waarschuwen ook de eerste ziekenhuizen voor Covid-“vaccinatie” – The Love Factory

  7. Pingback: Erste Kliniken warnen vor Covid-„Impfung“ | Willibald66-Team Germany-Die Energieexperten

  8. Alle Kritiker der herrschenden Corona-Politik, auch Professoren wie Suharit Bhakdi, Nobelpreisträger wie Luc Montagnier, promovierte Chemiker wie Andreas Noack, Zellbiologen wie Vanessa Schmidt-Krüger, Chef-Pathologen wie der Kanadier Roger Hodkins, Fachanwälte für Medizinrecht wie Beate Bahner, sie alle sind „Verschwörungstheoretiker“! Aber der Tierarzt Lothar Wieler, das ist ein qualifizierter Humanmediziner?

    • Deutschland geht hier einmal mehr einen Sonderweg. In der EU gilt der Genesenenstatus sechs Monate lang. Solange gilt er auch im Bundestag, nur das gemeine Volk wird mal wieder schlechter behandelt.

  9. Pingback: Habeck streicht und erlaubt Klimasubventionen willkürlich | Alexander Dilger

  10. Pingback: Habeck streicht und erlaubt Klimasubventionen willkürlich - FreeSpeech.international

  11. Pingback: Verkürzung des Genesenenstatus laut Gericht verfassungswidrig | Alexander Dilger

  12. Pingback: Verkürzung des Genesenenstatus laut Gericht verfassungswidrig - FreeSpeech.international

  13. Pingback: Bundesverfassungsgericht verweigert einstweiligen Rechtsschutz vor einrichtungsbezogener Impfpflicht | Alexander Dilger

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.