Russland und USA reden über Ukraine

Ein ‚Russischer Truppenaufmarsch vor der Ukraine‘ begann schon letztes Frühjahr. Ob es zu einer Invasion kommen wird, ist immer noch unklar. Heute sprachen immerhin die Vize-Außenminister der USA, Wendy Sherman, und Russlands, Sergej Rjabkow, fast acht Stunden darüber. Am Mittwoch trifft sich deswegen der NATO-Russland-Rat und am Donnerstag die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE). Zumindest versicherte Herr Rjabkow, es gebe „keine Intentionen, die Ukraine anzugreifen“. Leider ist nicht klar, ob das wirklich stimmt.

Die Forderungen Russlands, jede weitere NATO-Osterweiterung müsse ausgeschlossen werden und die USA müssten ihre Truppen und Waffen aus der Region, auch aus NATO-Mitgliedsstaaten, abziehen, sind unannehmbar. Dabei steht eine NATO-Mitgliedschaft der Ukraine aktuell ohnehin nicht zur Debatte und, wenn überhaupt, könnte die Ukraine erklären, darauf auch zukünftig verzichten zu wollen. Die „USA bieten Russland Abrüstungsgespräche an“, die Herrn Putin aber nicht reichen werden. Ob er die Ukraine angreifen wird, halte ich für offen. Eine militärische Antwort der NATO wurde bereits ausgeschlossen, was für einen gewalttätigen Diktator ein Freibrief wäre. Aber für den Angriff müsste Russland einen hohen Preis zahlen, der sich sogar tatsächlich in Geld angeben ließe, da es vor allem um deutlich verschärfte Wirtschaftssanktionen ginge.

Deshalb wäre es tatsächlich klüger, diesen Weg nicht zu gehen. Präsident Putin selbst und ganz Russland würden dadurch auch alle noch verbliebenen Sympathien in der Ukraine verlieren und andere Staaten in die NATO treiben. Selbst Finnland und Schweden denken jetzt ernsthaft darüber nach. Kooperation mit dem Westen ist möglich und besser als eine weitere Landnahme zu hohen Kosten bei wenig Nutzen. Von der NATO geht auch keine ernsthafte militärische Bedrohung für Russland aus, welches ganz andere Probleme hat, die sich gemeinsam besser lösen lassen.

6 Gedanken zu „Russland und USA reden über Ukraine

  1. “ ……….Ob es zu einer Invasion kommen wird, ist immer noch unklar.“ und weiter mit der Glaskugel “ ….. Heute sprachen immerhin die Leider ist nicht klar, ob das wirklich stimmt.“

    Professor Alexander Dilger weiß es nicht, wir noch weniger.

    Als Berliner ( West ) “ ..unter Russen bzw. DDR-Kommunisten mächtig gelitten “ , bis 1989 jeden Russen für Feind von Demokratie haltend, Bild hat sich emotional um 180 Grad geändert.

    Kann mir nicht vorstellen dass russische Bevölkerung Krieg vs. Ukraine führen will. Russen ticken heute wie im Westen , Konsum, Reiselust, persönliche Lebensart immer ähnlicher.

    Putin wird – nach meiner Meinung – keinen Krieg anzetteln, hat nur keinen Bock mehr Amis ( meinen persönlichen Freunden ) jeden weiteren militärischen , politischen Einfluss in der Ukraine zu gewähren.

    Ex – Kanzlerin Merkel entblödete sich nicht beim Besuch
    in der Ukraine ca. 1 Milliarde € ( Deutsche Steuern) für Infrastrukturmaß
    zu spenden , flossen nach offizieller Meldung Ukrainer
    direkt weiter für Kauf von Waffen. Abgesehen davon daß Ukraine total pleite ist, nicht mal Zinsen IWF Kredite bedienen kann.

    Gasleitung durch Ukraine , Kosten für D. auch so eine desaströse Sache. Etc. Jedenfalls : D. zahlt immer für Null. Mit unseren hart erarbeiteten Steuern. Haben wir nicht ausreichend genug eigene Schulden ? Das muss doch mal aufhören.

    Kooperation – wie vom Professor hier angeregt – mit Russland , Ukraine einzige Weg zum Frieden, jedenfalls keine weiteren Waffenlieferungen oder Truppenaufmärsche / Säbelrasseln durch die Nato.

    Und Krim bleibt für immer bei Russland.

    • Ich habe doch gerade keine Glaskugel, weshalb ich zugebe, die zukünftige Entwicklung nicht zu kennen. Wenn ich wetten müsste, würde ich allerdings darauf setzen, dass Herr Putin nicht noch einmal in die Ukraine einfällt, weil er die Kosten kennt und es schon längst getan hätte, wenn er es wirklich wollte. Denken Sie an die Annexion der Krim, die nicht angekündigt wurde und anfangs von grünen Männchen ohne Hoheitszeichen erfolgte, um schlimmstenfalls alles ableugnen zu können. Auf die Meinung der normalen russischen Bevölkerung kommt es dabei übrigens nicht an.

  2. Putin ist klug genug, dass er keinen Krieg anzetteln und nicht militärisch nach der Ukraine greifen wird. Was daran „besser“ sein soll, Gas aus Russland durch die Ukraine statt durch eine bereits fertiggestellte Pipeline in der Ostsee zu leiten, erschließt sich mir indes nicht. Am allerwenigsten verstehe ich die dumpfbackig verlogenen Ansätze der deutschen Außenministerin und ihrer Mitquakerin Luisa Neubauer (https://www.welt.de/politik/deutschland/article236151884/Nord-Stream-2-Luisa-Neubauer-attackiert-Kuehnert-Ausgerechnet-du-Kevin.html).

    • Putin wäre aber gewiß nicht besonders klug, wenn er seine Nachbarstaaten in die Nato ließe. Man stelle sich mal vor, die 6. Armee wäre in Charkow gestartet und nicht in Polen. In Stalingrad wäre sie dann sicherlich nicht hängengeblieben.

      • Kriege werden heute doch ganz anders geführt.

      • Die baltischen Staaten sind doch längst in der NATO. Andere treibt er durch seine Politik eher hinein. Allerdings wird die NATO Russland nicht überfallen, so wie er es mit der Ukraine getan hat.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..