Merz wird CDU-Vorsitzender werden, weil große Mehrheit der Mitglieder ihn will

„Friedrich Merz ist designierter CDU-Vorsitzender“. Herr ‚Merz kandidiert[e] zum dritten Mal mit zwei anderen für CDU-Vorsitz‘ und hat zum ersten Mal gewonnen, weil erstmals überhaupt in dieser Partei die Basis befragt wurde. 62,1 Prozent der abstimmenden Viertelmillionen Mitglieder (Beteiligung 66,0 Prozent) votierten für ihn, 25,8 Prozent für Norbert Röttgen und 12,1 Prozent für Helge Braun. Damit gibt es keine Stichwahl, sondern nur noch die eigentliche Wahl dann doch wieder durch die Bundesparteitagsdelegierten auf einem digitalen Parteitag im Januar bzw. ganz genau durch eine Briefwahl danach. Doch diesmal hat Herr Merz den Sieg sicher. Wäre vor drei Jahren schon die Basis befragt worden, dann hätte er wohl schon damals gewonnen, wodurch der CDU und ganz Deutschland viel erspart geblieben wäre. Frau ‚Merkel ist weg‘, seit heute endgültig, was der CDU die Chance zu einer echten Erneuerung gibt und Deutschland hoffentlich zu einer ernsthaften Opposition verhilft, die dringend gebraucht wird und die Ampel-Koalition nach der nächsten Wahl ablösen könnte.

45 Gedanken zu „Merz wird CDU-Vorsitzender werden, weil große Mehrheit der Mitglieder ihn will

  1. Man kann Friedrich Merz nur wünschen, dass die Delegierten das Mitgliedervotum tatsächlich umsetzen. Trotzdem bleibt abzuwarten, ob und wie schnell sich die CDU ggf. zu „erneuern“ in der Lage ist. Wunder erwarte ich mir auch von Herrn Merz nicht. Im Grunde handelt es sich um nicht mehr als alten (umgekippten?) Wein in einem neuen Schlauch. Aber er soll seine Chance haben.

  2. Merz eine Chance geben, zumindest zunächst Wohlwollen zeigen, obwohl er wegen der Machtverhältnise in der CDU und der Meinungsverhälltnisse in der Wählerschaft viele liberale Hoffnungen nicht erfüllen kann, schon gar nicht schnell. Ohne Koalitionspartner kann er ja auch zukünftig kaum regieren.

  3. Wird eine Person eine ganze Partei verändern können? Ja, das ist möglich, Frau Merkel war der Beweis dafür. Aber was sagt eine solche Tatsache über das Konstrukt Partei aus?

      • Die Frage ist nur, ob eine CDU unter Merzens Führung auch Wahlerfolge einfährt. Merz – so sagte mir neulich ein FDP-Mitglied – ist für Vorteile und Privilegien für die Reichen. Ob man mit so einer Einstellung eine Volkspartei führen kann, erscheint mir mehr als zweifelhaft. Das wird das Wahlvolk nicht glauben und wählen.

      • Es spielt keine Rolle, was ist- es spielt alleine eine Rolle, was das Wahlvolk meint. Wenn selbst Wirtschaftsprofessoren und Mitglieder der FDP eine solche Position vertreten, denke ich, hat Merz keine ernsthafte Chancen, die CDU in die Regierung zu führen.

      • Die öffentliche und die veröffentlichte Meinung sind nicht gleich. Ginge es allein nach dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk, hätten die Grünen die absolute Mehrheit. Niemand weiß, ob Herr Merz der nächste Kanzler wird oder ob z. B. Herr Söder auch den nächsten Unionswahlkampf erfolgreich sabotiert. Doch Herr Merz hat aktuell ernsthaftere Chancen, als man sie Herrn Scholz noch vor gut einem halben Jahr eingeräumt hätte.

  4. Die Presse von links bis grün, von FAZ bis Neues Deutschland, versucht schon die passenden Pflöcke einzuschlagen. Während die ND-Wochenendausgabe schon eine schwarz-braune Regierung unter Merz beschreit, suggeriert die FAZ, daß es Zurück in der Zeit vor Merkel geben könne.
    Das alles unterstreicht, daß die CDU-Basis eine gute Wahl getroffen hat. Aber diese Wahl kommt 16 Jahre zu spät. Merkel hat nicht nur dieses Land sondern auch ihre(?) Partei zerstört. Da hilft auch kein Friedrich Merz mehr.

  5. Wir sind gespannt ob er den „Linkskurs / Grünenschwenk “ weiter führt oder sich auf Interessen deutscher Bürger/innen konzentriert.

    • Noch halten die Genossen, die unter Merkel hochgekommen sind, die wichtigen Posten.
      Einer ihrer Lakaien wurde heute im Deutschlandfunk mit folgenden Worten zitiert:
      Auch die FDP mit ihrem -Zitat- überkommenen Freiheitsdogma dürfe nicht länger die notwendigen Beschlüsse verhindern.

      Bei dieser Wortwahl sollte eigentlich jedem anständigen Demokraten die Spucke wegbleiben.

      • @Klaus K.
        „Auch die FDP mit ihrem -Zitat- überkommenen Freiheitsdogma dürfe nicht länger die notwendigen Beschlüsse verhindern.“

        Die Blockparteien werden also auf Linie gebracht. Die Ur-DDR lässt grüßen!

  6. Das Problem: spiegelbildlich zu Merkel wird er künftig alle parlamentarische Vertretung „rechts“ der CDU politisch mehr oder wenig einbinden müssen, wenn er je Realmacht erringen will. Dass er zu diesem Spagat aufgrund seines hagestolzen Charakters nicht in der Lage sein wird, hat er meiner Wahrnehmung nach bereits demonstriert. Mich widert die AfD an. Aber ohne sie wird es wohl nicht gehen. Merz ist ein Zauderer und wird es bleiben.

  7. Freut mich. Bei der Auswahl klar die beste Option. Nun wird er ein paar starke Verbündete brauchen, um nicht zu sehr von den starken linksgrünen CDUlern eingemauert zu werden.
    – Wenn man sich aber vorstellt, dass sogar ein Kanzler Merz sehr gut möglich gewesen wäre … Aber das haben die Merkel-Leute und die Delegierten zweimal mehrheitlich mit ihrer Entscheidung, zuletzt für Laschet, verhindert. Hätte sich Merz damals schon durchgesetzt, er wäre heute locker Kanzler und nicht nur mit einem 26:24 Sieg gegen Scholz, sondern mindestens 30:20.
    Es war einer der letzten ‚Höhepunkte‘ der Merkel-Ära, Merz verhindert und damit die Weichen noch schneller in Richtung links-grün gestellt zu haben.

  8. War Sefan Mappus nicht mehr zu bekommen? Der versprüht weniger „back to the 90s“ und triggert das links-grün-versiffte Wahlvolk noch mehr als Onkel Friedrich.

      • Mapus hat leider einen Zickzack-Kurs gefahren. Das ist in der Politik Selbstmord. Es gibt nur entweder oder.

        Nach Karl Rove, dem Architekten der Wahlsiege von George W. Bush, muss man nur sein eigenes Lager 100%-ig hinter sich bringen und siegt damit sicher. Man kann dann die Wechselwähler ignorieren, die auf der anderen Seite sowieso, aber gewinnt.

        Die andere Strategie ist die von Merkel: Keine eigenen Inhalte und die Positionen der gegnerischen Seite übernehmen, um die Konkurrenz überflüssig zu machen.

      • Das gilt doch schon im Zwei-Parteien-System der USA nicht (mehr?). Donald Trump hat seine fanatischen, sogar das Kapitol angreifenden Anhänger vollständig hinter sich, damit aber nicht nur die meisten unabhängigen Wähler und vernünftigen Republikaner verschreckt, sondern auch die Demokraten mobilisert, die sonst nicht alle für Joe Biden gewesen wären.

        In Deutschland mit Verhältniswahlrecht und dem großen Einfluss des Bundesrats ist die Lage ganz anders. Frau Merkel hat in gewisser Hinsicht perfekt darauf reagiert, dafür aber alle inhaltlichen Positionen und sogar das Wohl des Landes geopfert. Nur die AfD befolgt Ihren Rat und bekommt damit immerhin 10 Prozent der Stimmen, aber keinerlei Gestaltungsoption, sondern diskreditiert noch vernünftige Positionen für FDP und Union, die ihretwegen mit Grünen und/oder SPD koalieren müssen.

      • @francomacorisano

        So ganz kann ich mich Ihrer Einschätzung nicht anschließen.
        Sowohl die Merkel-CDU, als auch die SPD mit Kanzlerkandidat Scholz waren in den letzten Bundestagswahlen mit ihren Wischiwaschi-Aussagen erfolgreicher als alle anderen Parteien.

      • Sie haben mehr Stimmen bekommen als die anderen Parteien, aber auch mehr verloren, als diese anderen Parteien überhaupt haben.

      • Das ist richtig. Aber es ist ein anderer Aspekt.
        Relativ gesehen waren sie (SPD und Union) immer noch „erfolgreich“, auch wenn natürlich nicht zu übersehen ist, dass die Zeit der so genannten „Volksparteien“ endgültig vorüber ist. „Bündnis90/GRÜNE“ und selbst die FDP haben gute Chancen, bei der nächsten Bundestagswahl an den Unionsparteien und/oder den Genossen vorbei zu ziehen.

      • 1. Präsident Trump hatte leider nicht das ganze republikanische Lager hinter sich, was eine Bestätigung der Rove-These ist.

        2. Es stimmt, dass es beim deutschen Verhältniswahlrecht nicht 1:1 übertragbar ist. Mir ging es darum zu sagen, dass die Wähler eine echte Auswahl haben sollten. Laschet hat gerade bei den TV-Duellen keine echte Gegenposition zu Skandal-Scholz und Plapper-Lena eingenommen, sondern kam, wie Merkel, als linksgrün-light rüber. Ich kann das ganze Klimamärchen nicht mehr hören! Wir hätte einen Lagerwahlkampf gebraucht: die oder wir! Es muss um die Auswahl „Freiheit oder Sozialismus“ gehen, aber das ist ja heute im kuscheligen Neubuntland ganz böse, reaktionär und damit voll Nahtzieh…

      • Wenn – wie in Deutschland – die Mehrheit der wahlberechtigten Bevölkerung zum Sozialismus neigt, ist mit „Freiheit statt Sozialismus“ leider kein Blumentopf mehr zu gewinnen.

    • “ . . Bündnis90/GRÜNE“ und selbst die FDP haben gute Chancen, . . .“
      Solche Prognosen sollte man mit einer Einschätzung der Entwicklung in den nächsten 4 Jahren unterlegen (Wirtschaft, Arbeitsmarkt, Energieversorgung und CO2-Vermeidung, Staatsverschuldung). An sich ist die Mehrzahl der Forenteilnehmer hier doch eher skeptisch. Wenn diese negativen Erwartungen aber zutreffen, dann sind Merz und Brinkhaus die Richtigen, Fehlentwicklungen anzuprangern (auch wenn viele dieser Entwicklungen bereits in der GROKO angelegt waren) und Alternativen vorzustellen. Und immerhin sind CDU/CSU und SPD noch die mit Abstand mitgliederstärksten Parteien.

  9. Jedenfalls wird die CSU mit der neuen CDU sich wieder mental vereinheitlichen. Konnte Söder noch bei Laschet den Leithammel spielen, ist ihm Merz eine Stufe zu hoch.

      • Söders an sich sinnvolle Ablösung verursacht mehr Schaden denn Nutzen, wenn dafür Rot-Grün-Gelb die CSU auch aus der Regierung Bayerns verdrängt.

      • Es ist mit Herrn Söder in Bayern jetzt so, wie es mit Frau Merkel im Bund war: Jede andere Regierung ist besser. Ich finde die Ampel im Bund schrecklich, aber noch vier Jahre Frau Merkel wären noch viel schlimmer geworden. Hätte Herr Schröder 2005 doch noch knapp gewonnen, wäre uns sehr viel erspart geblieben.

      • 2005 hat Merkel doch noch die „neoliberale“ Karte gespielt, samt Atomausstieg rückgängig machen, „Multikulti ist total gescheitert“, große Steuerreform versprochen und herzliche Freundschaft mit George W. Bush. Sogar ich bin auf sie reingefallen und habe Merkel damals erst- und letztmalig gewählt…

      • „Es gibt kein gutmütigeres, aber auch kein leichtgläubigeres Volk als das deutsche. Zwiespalt brauchte ich unter ihnen nie zu säen. Ich brauchte nur meine Netze auszuspannen, dann liefen sie wie ein scheues Wild hinein. Untereinander haben sie sich gewürgt, und sie meinten ihre Pflicht zu tun. Törichter ist kein anderes Volk auf Erden. Keine Lüge kann grob genug ersonnen werden: die Deutschen glauben sie. Um eine Parole, die man ihnen gab, verfolgten sie ihre Landsleute mit größerer Erbitterung als ihre wirklichen Feinde.“ (Napoleon Bonaparte)

        Leider bis heute aktuell. Ob es nach Corona eine „Wiedervereinigung“ Geimpfter und Ungeimpfter gibt, bleibt abzuwarten.

      • Es gibt keine Spaltung zwischen Geimpften und Ungeimpften, sondern autoritäre Politiker, vorneweg Herr Söder, suchen Sündenböcke, um von ihrem eigenen Versagen abzulenken.

      • Die Spaltung der Gesellschaft in Geimpfte und Ungeimpfte ist doch in vollem Gange. Geschürt von unzähligen Politikern (nicht nur von Markus Söder).

      • Geimpfte können doch auch gegen eine allgemeine Impfpflicht sein (und Ungeimpfte dafür, insbesondere wenn sie aus medizinischen Gründen nicht geimpft werden können). Geimpfte ohne Boosterimpfung sollen demnächst den Ungeimpften gleichgestellt werden, aber auch Geboosterten werden die kleineren Lockerungen bei den Grundrechtsbeschränkungen wieder genommen. Das ist vielleicht sogar die größte Gefahr einer allgemeinen Impfpflicht, dass die Pandemie damit natürlich nicht vorbei ist, aber niemand einen Fehler zugeben mag, sondern dann noch drastischere Pflichten und Verbote kommen.

      • Das eigentlich Tragische ist, dass Geimpften allerlei „Freiheiten“ in Aussicht gestellt wurden, die jetzt häppchenweise zurückgenommen werden (müssen). So hat es sich beispielsweise als großer Trugschluss erwiesen, dass die Impfung dazu führe, keine Viren mehr übertragen zu können. Viele Geimpfte glauben das aber immer noch und gehen deshalb nicht zum Test. Die ursprüngliche Versprechung ist dadurch zum fatalen Bumerang geworden, was aber bislang kein Politiker, der für die Impfpflicht ist, zugeben will. Damit ist aber nichts gewonnen. Im Gegenteil.

      • Vor ihrer Wahl zur Kanzlerin hat Frau Merkel recht vernünftige Positionen vertreten, die sie danach alle sukzessive geräumt bzw. ins Gegenteil verkehrt hat.

      • @Alexander Dilger

        Es stellt sich nur die Frage, ob IM Erika diese Positionen tatsächlich jemals ernsthaft vertreten hat (sehr viel spricht dagegen) oder ob es sich dabei nicht lediglich um ein von langer Hand vorbereitetes Täuschungsmanöver handelte, um die CDU zu kapern.
        Jedenfalls kommt Friedrich Merz 20 Jahre zu spät ums Eck. Die CDU ist für Wähler so unattraktiv wie noch nie. Da wird auch der 66-jährige Privatpilot aus dem Sauerland nichts mehr rocken.

      • Ich denke, dass es Frau Merkel nie um politische Inhalte ging. Ohne diese Frau ist die CDU doch wieder viel attraktiver. Herr Merz ist keine Lichtgestalt, aber doch deutlich besser als seine Gegenkandidaten (auch die beiden Male davor) oder gar Frau Merkel.

      • Friedrich Merz ist nicht nur keine Lichtgestalt. Er wirkt abschreckend auf Sozialdemokraten (seit Merkel die Hauptklientel der CDU) und ist auch nicht gerade ein Magnet für junge Wähler mit seinem Sprüchen von der „Alten Bürste, die in jede Ecke kommt“.

      • Gelinde gesagt ist mir persönlich schnurzpiepegal, wer CDU-Vorsitzender wird, da die CDU nie etwas anderes gewesen ist als eine Mitläufer- und Klatschhasenpartei.

      • Genau das sage ich weiter oben! Nach 20 Jahren CDU-Mitgliedschaft bin ich im Jahr 2000 ausgetreten, weil Merkel Vorsitzende wurde. 2005 habe ich sie aber erst- und letztmalig als „kleineres Übel“ gewählt, um Rot(Rot)Grün zu verhindern. Auf dem berühmten Leipziger CDU-Parteitag hat sie großspurig die Steuerreformideen von Friedrich Merz unterstützt („Bierdeckel“), um dann in 16 Jahren Kanzlerschaft nicht einen Krümmel davon umzusetzen. Die zahlreichen Spurwechsel, Wendemanöver (täuschen und tarnen) und das konspirative Ausschalten jeder innerparteilichen Konkurrenz deuten klar auf ihre Ausbildung in kommunistischen Kaderschmieden hin.

      • Die Steuerideen, die auf einen Bierdeckel passen sollten, waren von Paul Kirchhof. Frau Merkel ließ ihn noch in ihrem ersten Wahlkampf fallen, als es etwas Gegenwind gab.

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