Diskussion um Impfpflicht für Kinder

Es gibt keine roten Linien mehr (siehe ‚Lockdown für Ungeimpfte und Impfpflicht‘). Entsprechend fordert der Vorsitzende des Weltärztebundes Frank Ulrich „Montgomery: Impfpflicht auch für Kinder“. Das ist derselbe Herr, der wegen Corona kürzlich schon Ebola-Panik verbreiten wollte (siehe ‚Omikron und andere Virusvarianten‘). Er differenziert zwar fein zwischen Impfpflicht und Impfzwang, wobei er aber eine allgemeine Impfpflicht mit den bereits geltenden 2G-Regeln zu verwechseln scheint. Vor allem übersieht er dabei, dass gerade bei Kindern eine solche Pflicht faktisch doch auf physischen Zwang hinausläuft, wenn sie nicht wollen.

Immerhin macht er selbst einen Vorbehalt geltend: „Solange es von der Ständigen Impfkommission keine eindeutige Empfehlung für die Impfung von Kindern gibt, kann es natürlich nur eine Impfpflicht für Erwachsene geben. Wenn die Stiko allerdings die Impfung von Kindern empfehlen sollte, gäbe es keinen Grund, nicht auch Kinder in die Impfpflicht einzubeziehen.“ Dabei ist eine Empfehlung der Impfung (die es für Kinder ab 12 Jahren bereits gibt) nicht dasselbe wie die Empfehlung einer Impfpflicht, mit der die körperliche Unversehrtheit von Kindern und auch andere Grundrechte der Kinder und ihrer Eltern verletzt werden. Sein Vergleich mit anderen, bereits üblichen Kinderimpfungen ist unpassend, weil diese den Kindern definitiv nützen und die sehr kleinen Impfrisiken bekannt sind. Außerdem gibt es nur bei Masern eine Impfpflicht, die übrigens sehr umstritten war (und z. B. vom Deutschen Ethikrat abgelehnt wurde, siehe „Deutscher Ethikrat: Maßnahmenbündel zur Erhöhung der Masernimpfquote statt allgemeiner Impfpflicht“), obwohl hier der Nutzen für die Kinder selbst eindeutig überwiegt.

Bei einer Corona-Impfung ist das überhaupt nicht klar. Der Nutzen für die Kinder ist niedrig, weil sie selten an COVID-19 erkranken, fast nie schwer und vorher gesunde Kinder überhaupt nicht daran sterben. Über die Nebenwirkungen und Risiken dieser Impfung ist hingegen noch fast nichts bekannt. Der „Stiko-Chef Mertens würde eigene Kinder jetzt nicht impfen lassen“ deshalb. „Wenn die Krankheit für die zu Impfenden medizinisch gesehen keine schwerwiegende Rolle spielt, muss man umso sicherer sein, dass die Impfung auch auf Dauer gut verträglich ist“, sagte er, doch dazu gebe es bislang „keine Daten“ über die der Zulassungsstudien mit kleinen Teilnehmerzahlen hinaus.

Für diese wahren Aussagen wird Herr Mertens inzwischen massiv von Politikern und selbst Journalisten angefeindet, die sonst immer betonen, dass man auf die Wissenschaft hören müsse. Damit meinen sie jedoch ihnen passende Aussagen durch politisch eingebundene Funktionäre wie Herrn Montgomery, keine anderen Argumente durch unabhängigen Köpfe. Ich rechne deshalb damit, dass Herr Mertens nicht mehr lange die Stiko leiten wird oder diese gleich ganz durch ein politisch genehmeres Gremium ersetzt wird.

20 Gedanken zu „Diskussion um Impfpflicht für Kinder

  1. Diese grassierende Corona-Impfwut entbehrt jeder faktenbasierten Logik.
    Auch geimpfte Kinder werden die Viren weiterhin übertragen. Aber ihr eigenes Erkrankungsrisiko ist so gering, dass es keine rationale Begründung für eine derartige Impfung gibt. Außer vielleicht, dass dadurch bei Big Pharma die Kasse kräftig klingelt.

  2. Professor Dr.med. Frank Ulrich Montgomery ( Radiologe ) , ist das nicht der Ex – Präsident Bundesärztekammer ?

    In Erinnerung ist mir seine eigenartige – publizierte – Aussage geblieben . Zitat in Die Welt “ ….Die Flüchtlinge sind übernormal gesunde Menschen “

    Unzweideutig was er damit – politisch – ausdrücken wollte : Sympathie Werbung für Flüchtlinge und folgerichtig auch eine generelle Ablehnung von Alterstests für Asylbewerber die “ …..ohne Papiere “ zu uns gekommen sind.

    Nur das ging in der harten Realität völlig in die Hose weil Mehrzahl von Verbrechen durch Flüchtlinge / Asylanten von Ärzten – über Umweg Gerichte – relativiert wurden mit dem Urteil “ ….traumatisiert “

    Soweit mein persönliches Urteil über diesen Professor. Wenn er jetzt für Impfung von Kindern ( ! )
    I m p f p f l i c h t einfordert zeigt es nur die populistische Haltung eines Ärztefunktionärs.

    Ein gelernter Radiologe als Experte für Corona – Viren ?

      • …..bei – fast – jedem Beitrag vom Professor Dilger über Personen vergleiche ich das mit meiner beruflichen Tätigkeit in der Industrie ( Möbelindustrie. )

        Stehen bekanntlich im gnadenlosen internationalen und nationalen Wettbewerb, jedes Jahr X Insolvenzen.

        Daraus resultieren in Reihen Mitarbeiter – meine Wenigkeit eingeschlossen in 1. Reihe – permanente Anforderungen bzgl. Leistung mit Kompetenz , Engagement, schaffst Du es nicht , machst Du geringsten Missgriff / Fehler “ biste draussen. “

        Manchmal denke ich mehr geht gar nicht, aber dann geht es doch. Menschen lernen damit umzugehen.

        Wenn ich nun seit vielen Jahren die n i c h t vorhandene Kompetenz für den Job bei Politiker/innen sehe kommt unheimlich großer Frust mit Wut hoch.

        Auch wenn ein Professor wie Dr. Montgomery so politisch agiert was wirklich nicht sein Aufgabenbereich ist. Aber durch den akademischen Titel größte Wirkung und Aufmerksamkeit erzeugt.

    • Wie wir seit vielen Jahren wissen, ist Handwurzelröntgen zur Altersbestimmung eine gefährliche Körperverletzung (https://www.gruene-fraktion-muenchen.de/handwurzelrontgen-zur-altersbestimmung-ist-korperverletzung/) und darf daher bei den hoch motivierten, arbeitswilligen, jungen und gesunden Geflüchteten unter gar keinen Umständen angewandt werden.
      Es wird doch wohl auch niemand ernsthaft die Gesundheit und Arbeitskraft dieser hoffnungsvollen künftigen Leistungsträger unserer Gesellschaft gefährden wollen, oder?
      Wer soll denn sonst fortan die Beiträge für die geliebte Deutsche Rentenversicherung bezahlen und die Steuern für deren großzügige Bezuschussung aus dem Bundeshaushalt aufbringen?
      *sarkasm off*

      Ganz anders sieht es hingegen mit der Impfpflicht aus. Die mitgespritzten Gifte können ja schließlich wieder ausgeleitet werden: https://www.zentrum-der-gesundheit.de/bibliothek/impfen/impfungen/ausleitung-impfstoffe-ia (außer bei mRNA-Impfstoffen)

      Seltsam nur, dass sich die meisten Kinderärzte da weigern mitzuspritzen …
      https://www.welt.de/regionales/hamburg/article235438370/Coronavirus-Grosse-Mehrheit-der-Kinderaerzte-will-nicht-impfen.html

  3. Hintergrund ist wahrscheinlich die hohe Hospitalisierungsrate von Kleinkindern(!) und Kindern unter dem Regime von Omicron. Die Idee (besser: Hoffnung) von „nur milden“ Verläufen und Hospitalisierung schließen sich für auf betreutes Denken nicht Angewiesene gegenseitig aus. Die Politik hat das begriffen, ein erwiesener Schnarcher wie der Stiko-Funktionär wird das natürlich so ziemlich als Letzter begreifen. Ich sage damit (und bin froh, die politische Verantwortung dazu nicht tragen zu müssen) weder, dass die Impfungen gut oder gar nicht wirken noch dass sie ungefährlich seien – aber politisch ist sie leider geboten.

  4. Pingback: Diskussion um Impfpflicht für Kinder – Bernwards Blog – für Einigkeit, Recht und Freiheit

  5. „Es gibt keine roten Linien mehr“.

    Die Wiederholung dieser Hyperbel macht sie nicht wahrer. Auch wenn Ihnen die Rechtsprechnung nicht passt, so ist und bleibt Deutschland ein Rechtsstaat. Hier verschwindet kein Schwurbler, der die Regierung kritisiert und die Rechtsprechnung setzt der Exekutive täglich Grenzen, auch wenn Ihnen diese nicht eng genug sind.

    Das die Stiko ehrenamtliche Arbeit leistet ist in einer Pandemie nicht angebracht, eine Professionalisierung scheint mir geboten. Das Gremium sollte weiterhin politisch unabhängig sein. Das in diesem Blog Herr Mertens gefeiert wird, solange dieser die eigenen Vorstellungen stützt, ansonsten genauso polemisch attakiert wird, wie z.B. Herr Wieler, Haken dran. Einige Trumpisten sehen in Herrn Fauci ja bereits den Nachfolger von Herrn Mengele…

    • Das ist ein Zitat von Herrn Scholz, der in den nächsten Tagen Bundeskanzler wird. In gewisser Weise ist das sein Programm in Kurzform. Geäußert hat er es aber nicht im Wahlkampf, in dem er eine allgemeine Impfpflicht noch ausschloss, sondern direkt nach dem Ermächtigungsurteil des Bundesverfassungsgerichts, welches der Regierung eben gar keine verfassungsrechtlichen Grenzen mehr auferlegt, wenn diese eine Notlage erklärt (selbst wenn das Parlament diese Erklärung gerade auslaufen ließ). Eine professionalisierte Stiko wird dann ungefähr so unabhängig sein wie das Bundesverfassungsgericht, also formal weiterhin, aber mit politisch zuverlässigen Funktionären besetzt.

    • Nun, Herr Münsterländer, ich kann Ihnen nur zustimmen. Das karlsruher Urteil geht völlig in Ordnung. Wir können in wichtigen Fragen wie der Coronabekämpfung oder der anstehenden Rettung des Klimas und damit der ganzen Menschheit nicht auf jedes Individuum Rücksicht nehmen. Grundrechte können, wenn es um solche existentiellen Fragen geht, nur noch in begründeten Ausnahmefällen gewährt werden.
      Auch bei der Stiko haben Sie völlig recht. Offenbar hat Frau Merkel dieses unbedeutende Gremium bei der Gleichschaltung der Institutionen übersehen. Ein unverzeihlicher Fehler, der umgehend repariert werden muß.

      • Eine plumpere und schamlosere Art Worte in den Mund zu legen, habe ich noch nicht erlebt. Eine intellektuelle Meisterleistung!

      • @Rheinländer

        Die ehrenamtlich tätige Stiko sollte sich doch mit ein paar Fakeláki (mit Barem gefüllte Briefumschläge) auf Kurs bringen lassen. Big Pharma steht als Sponsor sicher gerne bereit.
        Falls das nicht ans Ziel führt, hilft wohl in der Tart nur „Professionalisierung“. Wie wäre es zum Beispiel mit Herrn Spahn als Stiko-Vorsitzendem? Der hat immerhin fast vier Jahre Erfahrung als Gesundheitsminister.

        Aufwändiger dürfte die Kasernierung Ungeimpfter und positiv Getester werden.
        Vielleicht kann Australien hier als Vorbild dienen?
        https://reitschuster.de/post/quarantaene-lager-in-australien-eingesperrt-wie-schwerverbrecher/

        *sarcasm off*

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