Grenzenlose Zuwanderung

Weißrusslands Diktator ‚Lukaschenko zwingt Flüchtlinge zur EU-Grenzverletzung‘. Manche fordern nun, wir sollten all diese Flüchtlinge aufnehmen, um sie nicht nur vor der unschönen Situation an der Grenze und in Weißrussland, sondern vor allem auch in ihren Herkunftsländern zu schützen. Ein Einwand dagegen lautet, dass wir die teilweise gewaltbereiten jungen Männer, die sich die teure Reise an die EU-Außengrenze leisten konnten und geleistet haben, wohl besser gar nicht bei uns haben wollen. Ein anderer Einwand ist, dass die Zahl dieser Flüchtlinge nicht begrenzt ist, sondern Weißrussland jeden Tag noch deutlich mehr holen kann.

Manche schreckt das nicht. ‚Die Linke fordert offene Grenzen und gleiche Rechte für alle‘. Es gibt auch Liberale, die völlig offene Grenzen für alle befürworten (siehe ‚Differenzierte statt unregulierte Zuwanderung‘). Die Differenzierung zwischen ‚Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik‘ würde damit hinfällig. Aber was passiert dann? Es würde nicht die gesamte Menschheit nach Deutschland kommen. Manchen geht es schon jetzt anderswo besser. Deren Zahl steigt, wenn es den Menschen hier mit stark zunehmender Bevölkerung schlechter geht. Doch selbst wenn noch ein Wohlstandsgefälle besteht, lockt das nicht jeden in ein anderes Land, wie sich innerhalb der EU mit Personenfreizügigkeit beobachten lässt.

Trotzdem wäre mit vielen, wahrscheinlich Hunderten Millionen Zuwanderern zu rechnen, wenn es keinerlei Beschränkungen mehr gäbe, einfach weil das Wohlstandsgefälle so groß ist und die Lebensbedingungen in anderen Ländern so schlecht sind. Eine so massive Zuwanderung würde allerdings auch dazu führen, dass sich die Lebensbedingungen hierzulande deutlich verschlechtern. Der Sozialstaat in der jetzigen Form oder auch nur eine Grundsicherung für alle wären dann nicht mehr finanzierbar. Aber auch ohne Sozialleistungen würden noch sehr viele Menschen kommen, solange hier deutlich mehr verdient werden kann als in den Herkunftsländern, selbst wenn es durch Betteln ist. Sogar bei angeglichenen Realeinkommen würden die Rahmenbedingungen wie Sicherheit und Rechtsstaatlichkeit zu weiterer Zuwanderung führen, wenngleich diese Rahmenbedingungen sich dadurch ebenfalls verschlechtern würden. In der Folge würden die Grenzen nicht völlig offen bleiben, sondern von unseren Nachbarländern wieder strikter kontrolliert werden, um ein Weiterziehen der Personen und Probleme aus Deutschland zu unterbinden.

Im Endergebnis ginge es nicht allen schlechter, sondern vielen Millionen Zuwanderern tatsächlich besser, da sie sonst gar nicht kommen würden. Doch die Situation der bislang in Deutschland lebenden Deutschen und Ausländer würde sich massiv verändern und für die meisten verschlechtern. Politisch ist unbegrenzte Zuwanderung deshalb Sprengstoff und nicht im Interesse der gegenwärtigen Wähler. Das spricht nicht gegen jede Zuwanderung, sondern für eine differenzierte und kontrollierte, wobei die Kontrolle nicht dem Regime in Weißrussland überlassen werden darf.

20 Gedanken zu „Grenzenlose Zuwanderung

  1. Warum wollen denn fast alle unbedingt nach Germoney? Weil schon die Grundsicherung bei uns höher ist, als gehobene Löhne in den Herkunftsländern…

      • In Lateinamerika sicher. Aber von Afrika, bzw. Nahem oder Mittleren Osten kommt man nicht mit einem kleinen Boot dort hin, auf dem Landweg schon gar nicht!

        „Piscator“ hat ja hier mal das Beispiel gebracht, dass Friedrich der Große großzügig Migranten aufgenommen hat. Seine Geschichtskenntnisse sind mangelhaft, wie ich bereits ausgeführt habe, denn 1. hat Friedrich II. vornehmlich Leute aufgenommen, die sein Land gebrauchen konnte (hugenottische Handwerker aus dem katholischen Frankreich) und 2. haben die kein Hartz-4 bekommen… 🤪🤪🤪

      • Würden die USA grenzenlose Zuwanderung erlauben, könnte man von Afrika und den arabischen Ländern aus direkt dorthin fliegen oder ein großes Schiff nehmen. Das würde auch viele tun und dafür auch auf Grundsicherung in Deutschland verzichten.

  2. Auch bei einer völligen Liberalisierung wäre die Zuwanderung begrenzt. Der Kuchen, den es als Zuwander*:In zu gewinnen gilt, ist nur endlich groß. Je mehr Versorgungssuchende zuwandern, desto geringer wird der Pro-Kopf-Anteil.
    Wenn der Nenner dann hinreichend groß ist, lohnt sich die Fahrkarte nach Deutschland nicht mehr.

    • Der Kuchen ist nicht unendlich, aber auch nicht fix. Der Anspruch auf Grundsicherung, aber z. B. auch Gesundheitsversorgung ist erst einmal unabhängig von der Zahl der Anspruchsberechtigten im Land, bis er nicht mehr auf dem aktuellen Niveau und irgendwann gar nicht mehr erfüllt werden kann. Doch selbst dann würden noch viele kommen, deren Lebensbedingungen in der Heimat noch deutlich schlechter sind.

      • …und dann ist es mit Toleranz, Nächenliebe und Rechtsstaatlichkeit vorbei, denn die Zugereisten bringen aus der Dritten Welt ihre gewaltaffine und archaische Kultur mit, in der nur das „Recht des Stärkeren“ gilt…!

      • Noch sind die Deutschen die Stärkeren in Deutschland, weshalb von uns Toleranz, Nächstenliebe und viele Rechte eingefordert werden. Sollten sich die Kräfteverhältnisse irgendwann ändern, wird es damit tatsächlich vorbei sein (beim von Ihnen erhofften Durchregieren der AfD aber auch).

  3. Herr Professor Alexander Dilger wieder stimmen wir Ihnen in Inhalt, Stil und Forderung nach kontrollierter Einwanderung 100 % ig zu.

    Wir – meine Familie – sind bzgl. Umsetzung sehr skeptisch. SPD, Die Grünen, FDP werden das wg. ihrer Wählerschaft , vieler NGOs, Kirchenverbände, Hilfsorganisationen etc. nicht umsetzen.

    Im Gegenteil, zynisch behauptet Berliner Senat – Rot – Rot – Grün, mit anderen Großstädten wie München , Düsseldorf ( ! ) , Hamburg etc. “ ….haben Platz, Willkommen “ .

    Diktator Lukaschenkow hat bereits süffisant Direkt – Flüge von Belarus nach München angeboten.

    EU Brüssel wie immer zahnloser Tiger und Innenminsiter Seehofer kündigt an.

    Tatsächlich : ………Deutschland hat demokratisch gewählt und nun wird umgesetzt.

  4. Erschrecken ist, dass die Logik Ihres Beitrages vielen, auch Entscheidungsträgern, nicht einsichtig ist. Ein Staat, der die Kontrolle über die Einwanderung prinzipiell aufgibt, dankt eigentlich ab, und demokratisch ist er auch nicht mehr.

      • Die Mehrheit kann das im konkreten Fall bzw. auf Zeit beschließen, solange eine solche Entscheidung auch wieder geändert werden kann. Ein grundsätzlicher, dauernder Verzicht auf Grenzsicherung bzw. Kontrolle der Einwanderung würde dagegen dem Staatsvolk das Recht nehmen, über Einwanderung und damit seine eigene, zukünftige Zusammensetzung zu entscheiden.

      • Das klingt nach Verschwörungstheorie. Vielen glauben wohl einfach das, was ihnen erzählt wird und was sie selbst erzählen.

      • Hier war ja von Entscheidungsträgern die Rede. Dass diese 6 Jahre, eine gespaltene Gesellschaft und eine krachend verlorene Bundestagswahl nach 2015 immer noch blauäugig diese Fragen als unproblematisch betrachten sollten, wird ja wohl keiner ernsthaft für wahrscheinlich halten können. Völlige Logiklosigkeit ebenso, da diese Leute es ja irgendwie in ihre Positionen geschafft haben müssen, was wohl gewisse Grundvoraussetzungen an Verstand stellt. Ich habe eine ganz einfache „Verschwörungstheorie“ über ihre Motive: die Noelle-Neumann‘sche „Schweigespirale“ dreht sich immer noch. Die Opportunitätskosten der politisch „richtig“ handeln Sollenden sind noch zu hoch.

      • Es ist keine Verschwörung, sondern ihr Beruf, wenn sich Politiker ganz offen opportunistisch verhalten. Die Frage ist eher, warum so schlechte Politik in Deutschland opportun ist.

  5. Man mag es ja heute nicht mehr glauben – aber die AfD, der ich einst beitrat, stand nicht nur zum Asylrecht sondern wollte auch eine geregelte Einwanderung (Kanadisches Modell)

    Dass Geld sehr wohl eine Rolle spielt, sehen wir ja, dass die Flüchtlinge sehr oft nach Deutschland wollen – obwohl sie kein deutsch aber sehr wohl englisch bzw. französisch sprechen.

    Aber – das kann man den Flüchtlingen nicht verübeln

    • Die Migranten wollen nur ihren Nutzen maximieren, die Politiker auch. Die eigentliche Frage ist, warum die deutschen Wähler das mehrheitlich nicht tun, wobei es wohl auch ein Angebotsproblem bei den Parteien gibt. Die AfD wollte ein alternatives Angebot sein, was sie jetzt auf ganz andere Weise geworden ist.

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