Ramelow wird zweithöchster Mann im Staat und will Ungeimpfte nicht mehr behandeln

Die (umbenannte) SED zeigt sich wieder von ihrer unmenschlichen Seite. So erklärte ihr Ministerpräsident Bodo „Ramelow: Können Ungeimpften in Thüringen Behandlung nicht mehr garantieren“. Er hat die höchste Inzidenz in Deutschland zu verantworten, worauf seine Reaktion ist: „wir werden niemanden mehr garantieren können, der ungeimpft ins Krankenhaus kommt, dass er überhaupt noch in Thüringen behandelt wird“. Andere Bundesländer dürfen sich jetzt auf ihre Kosten um seine Bürger kümmern.

Dafür ist der Linke zum zweithöchsten Staatsmann im vierhöchsten Staatsamt aufgestiegen. Herr Steinmeier ist Bundespräsident, ihm folgen Frau Bas als Bundestagspräsidentin und Frau Merkel als geschäftsführende Kanzlerin (siehe ‚Merkel entlassen und Bas höchste Frau im Staat‘) und danach Genosse Ramelow als neuer Bundesratspräsident. Das Amt hätte allerdings ein Liberaler übernehmen können, wenn Frau Merkel nicht gefordert hätte, dessen Wahl rückgängig zu machen (siehe ‚Merkel schmeißt Ostbeauftragten wegen Glückwunschtweet an Liberalen raus‘). Dabei haben Frau Merkel und Die Linke gar nichts dagegen, wenn sich ein Linker von der AfD wählen lässt wie jetzt in Pankow (siehe „Pankower AfD: Sören Benn wurde mit unseren Stimmen zum Bürgermeister gewählt“).

61 Gedanken zu „Ramelow wird zweithöchster Mann im Staat und will Ungeimpfte nicht mehr behandeln

  1. In Triagesituationen ist es aber doch genau richtig, ceteris paribus (!) eine geimpfte einer freiwillig ungeimpften Person vorzuziehen. Mir fehlt jegliches Verständnis dafür, dass sich (hinreichend alte) Erwachsene nicht impfen lassen und dadurch ggf. die Intensivstationen blockieren. Aber wir hatten das Thema „Verbesserung des Genpools“ ja auch schon einmal.

    • Sie stehen eben wie Herr Ramelow nicht auf dem Boden des Grundgesetzes und halten die Menschenwürde für teilbar. Diese hängt aber nicht vom Impfstatus ab und es ist möglichst jedem zu helfen unabhängig von dessen früheren (Fehl-)Entscheidungen. Wenn Intensivbetten tatsächlich knapp sind, müssen verantwortliche Politiker deren Zahl erhöhen statt reduzieren. Falls dann trotzdem eine Triage nötig werden sollte, ist diese nach rein medizinischen Gesichtspunkten, also insbesondere der (Steigerung der) Überlebenswahrscheinlichkeit, durchzuführen, nicht zur Bestrafung von Ungeimpften. Wollen Sie auch Raucher lieber sterben lassen als Nichtraucher, Dicke eher als Dünne und Motorradfahrer benachteiligen gegenüber SUV-Fahrern, die sich mehr um ihren eigenen Schutz gekümmert haben?

      • Ihre These hinsichtlich des Grundgesetzes ist sehr steil. Warum „müssen verantwortliche Politiker“ die Zahl der Intensivbetten erhöhen, nur weil Idioten sich in Verschwörungstheorien verrennen und sich bewusst nicht impfen lassen? Und ja, bei einer Triage könnten natürlich auch Raucher benachteiligt werden. Es geht hier um ethische Abwägungen, nicht nur um medizinische, so würde man ceteris paribus möglicherweise auch eine Mutter einer Frau ohne Kinder vorziehen.

      • Es gibt keine Impfpflicht und viele verschiedene Gründe, warum Menschen sich nicht impfen lassen. Meine Kinder dürfen z. B. noch gar nicht geimpft werden. Auch wenn sie es irgendwann dürfen, ist nicht klar, ob die Risiken der Impfung für sie nicht größer sind als die Risiken der Krankheit. Trotzdem könnten sie krank werden, sei es an COVID-19 oder an etwas anderem mit positivem Corona-Test (oder auch mit negativem Test – würden Sie auch dann Ungeimpften eine Behandlung verweigern wollen?). Warum sollten sie dann nicht oder nur nachrangig behandelt werden? Ich erkenne bei Ihnen überhaupt keine ethische Abwägung, sondern nur Rachegelüste gegen Menschen, die nicht so handeln, wie Sie das wollen.

      • Es geht hier um Covid-Patienten mit positivem Test.

        Es ist eine ökonomische Frage, wie viele Ressourcen man in den Krankenhäusern bereitstellt. Wenn die Gesellschaft meint, dass sie nicht genügend Ressourcen bereitstellen möchte, um alle freiwillig Ungeimpften optimal behandeln zu können, dann ist das zu akzeptieren.

      • Die Gesellschaft meint das nicht, sondern Herr Ramelow (und Sie). Finden Sie auch, dass der Schießbefehl der DDR akzeptiert werden musste, weil die Gesellschaft das so wollte und es neben politischen auch wirtschaftliche Gründe dafür gab? Es ist unethisch und menschenverachtend, bestimmte Menschen gar nicht mehr behandeln zu wollen, um ein paar Euro zu sparen.

      • Ich finde den Gedanken grauslich, einem Menschen gegen dessen Willen eine staatlich verordnete Spritze setzen zu lassen, die ihm potenziell sogar Schaden zufügen kann; einem Menschen, der sich im Zweifel auch körperlich gegen einen solchen Eingriff zu wehren versucht. Abscheulich.

        Ungeimpfte sollen jetzt offenbar der Sündenbock dafür sein, dass die Impfung nicht die gewünschte Effektivität zeigt bzw. diese schon nach wenigen Monaten stark abfällt. Die Hatz auf Ungeimpfte zeigt für mich das Unbehagen der Geimpften, die selbst nicht von der Impfung überzeugt waren oder sind und es nicht ertragen können, dass es Menschen gibt, die nicht vor dem gesellschaftlichen Druck einknicken. Mir als Geimpftem nötigt diese Standhaftigkeit eher Respekt ab.

        Frank Lübberding brachte es gestern auf den Punkt, als er twitterte: „Wenn die Impfung einen signifikanten Vorteil bzgl einer schweren Erkrankung hat, brauchen wir keine Impfpflicht. Wenn sie den nicht hat, noch viel weniger.“

      • Die Impfung hat signifikante Vorteile bezüglich der Wahrscheinlichkeiten, sich überhaupt anzustecken und in dem Fall schwer zu erkranken oder gar zu versterben. Trotzdem lassen sich viele nicht impfen.

      • Doch, wir brauchen eine Impfpflicht um auch Idioten vor einem schweren Verlauf mit recht hoher Sicherheit zu schützen. Ich will diese Menschen nicht einfach aufgeben.

      • Doch, Sie wollen diese Menschen einfach aufgeben und gar nicht mehr behandeln. Sie würden sie natürlich auch gerne gegen ihren Willen zwangsweise impfen lassen oder einsperren.

      • Ihre Einstellung scheint mir leicht undemokratisch zu sein.

      • Sie haben sich hier früher gegen direkte Demokratie ausgesprochen. Aber wenn ein Linken-Politiker gegen Freiheit und Menschenwürde wettert, sind Sie sofort dafür.

      • Ich möchte die Menschen im Vorfeld möglichst vor einem schweren Verlauf schützen. Denken Sie doch bitte auch an das Pflegepersonal, für das es enorme Kraft bedeutet, auch nur einen Covidpatienten auf der Intensivstation zu betreuen.

      • Wollen Sie Ungeimpften die Behandlung verweigern, damit das Pflegepersonal seinen Job nicht machen muss? Das schützt doch auch niemanden im Vorfeld, sondern schadet denen, die tatsächlich erkrankt sind und Hilfe brauchen.

      • Zum Thema direkte Demokratie: Wir können gerne eine Volksbefragung machen, ob bei Triageentscheidungen vorherige Impfentscheidungen relevant sein dürfen. Würden Sie das Ergebnis akzeptieren?

    • Wenn ich von dem Philosophen Jahon Harris *(1945) Überlebenslotterie das Nützlichkeitsprinzip richtig verstanden habe, ist es das was Sie sich wünschen Die Klause ceteris paribus ist wohl bei Impfungen als menschenverachtend zu betrachten, bzw. nicht anwendbar.
      Bei Orgnmangel z. B. plantiert der Arzt Ihnen als wertvoller Mensch ja nicht das Herz, das er einem vielleicht weniger wertvollen, sagen wir „Penner“, entnimmt, wenn er sich gerade im Krankenhaus wegen einer anderen Krankheit behandelt lassen muss.

      • Witzig, wenn Rechte darüber philosophieren, was menschenverachtend ist. Wie war das mit dem Erschießen von Flüchtlingen an deutschen Grenzen?

      • Hier im Blog wurde das ebenso kritisiert wie Ihre Phantasien, Ungeimpften jede Behandlung zu verweigern, um ein paar Euro zu sparen.

      • Es geht nicht um ein paar Euro, sondern um handfestes Geld bei all den ungeimpften Risikopatienten, zudem um die Kräfte des Pflegepersonals.

      • Ein paar Euro sind handfestes Geld. Die gesamten Corona-Maßnahmen haben Hunderte Milliarden gekostet, die man nicht mehr einfach so in die Hand nehmen kann. Wenn Sie Patienten unbehandelt sterben lassen wollen, spart das im Vergleich dazu fast kein Geld, kostet Sie aber sehr viel Moral, Glaubwürdigkeit und auch Menschlichkeit. Ich möchte Sie deshalb bitten, Ihre menschenverachtende Propaganda hier nicht länger zu verbreiten.

      • Nein, es ist nur eine Bitte und auch Vorwarnung. Dabei können und sollen Sie durchaus eine andere Meinung als meine vertreten, aber bitte nicht immer wieder dasselbe wiederholen, sondern neue Argumente bringen oder auf Gegenargumente antworten.

      • Entschuldigung, aber Sie sind doch derjenige, der repetitierend und wahrheitswidrig schrieb, dass ich Ungeimpfte einfach sterben lassen würde.

      • Sie haben geschrieben, dass man schwerkranke Ungeimpfte nicht behandeln solle, um etwas Geld zu sparen. Dafür sollten Sie sich schämen und entschuldigen. Leider fehlen Ihnen dazu die Größe und Einsicht. Dann sollten Sie zumindest schweigen und nicht mich der Lüge bezichtigen.

      • Das stimmt nicht. Ich schrieb, dass die Gesellschaft entscheiden darf, wie viele Ressourcen sie in den Intensivbereich gibt. Das ist etwas völlig anderes. Rationierungen im Gesundheitssystem sind doch alltäglich. Und ja, dann schrieb ich, dass Triageentscheidungen von dem Impfstatus abhängen dürfen. Warum stellen Sie diese Aussagen anders dar?

      • Genau diese Ablenkungsdiskussionen hasse ich. Es kann doch jeder oben nachlesen, was Sie geschrieben haben. Das war nicht in Ordnung. Damit ist diese Diskussion beendet.

    • Ungeimpfte nicht zu behandeln erfüllt den Tatbestand der „unterlassenen Hilfeleistung“, im Todesfall sogar den Straftatbestand „Totschlag durch Unterlassen“ (§ 212 StGB). Außerdem widerspricht es dem Eid des Hippokrates, den Ärzte schwören.

      Eigentlich sollte ein Ministerpräsident das wissen. ABER für Kommunisten haben Menschenleben noch nie gezählt…!

      • Wenn die Ärzte bzw. Pflegekräfte sich gerade um Krebspatienten etc. kümmern müssen, dann kann man halt nichts machen. Oder soll der Hausmeister dann die Coronapatienten betreuen?

      • Man kann mehr Ressourcen bereitstellen, auch wenn Sie das für Ungeimpfte ablehnen, und die Verteilung begrenzter Ressourcen nach menschlichen und medizinischen Kriterien vornehmen statt nach Ihren Ressentiments.

      • @ francomacorisano
        Wenn alle Kapazitäten ausgelastet sind, trifft dieser Tatbestand keinesfalls zu, weil Unmöglichkeit der Leitung vorliegt.
        Ich denke eher, wer sich noch nicht hat impfen lassen, hat in seinen möglichen Tod durch Corona eingewilligt. Suizid ist in Deutschland nicht strafbar, dann ist es auch nicht strafbar, jemanden am selbst gewollten Sterben zu hindern. So hat es jedenfalls das BVG entschieden – auch das ist Freiheit. jetzt kann man sicher darüber diskutieren, ob diese Argumentation stimmig ist- ich wollte jedenfalls einmal mögliche Argumentationslinien aufzeigen.

      • Die Kapazitäten sind endogen. Wer selbst für deren Abbau verantwortlich ist, kann sich dann nicht darauf berufen, dass die Kapazitäten leider zu klein seien. Die Argumentation von Mercedes, man könne durch das Sterbenlassen von Ungeimpften Geld sparen, ist jedenfalls weder stimmig noch ethisch vertretbar. Richtig ist, dass jede Kapazität erschöpft werden kann (selbst wenn alle Ressourcen nur in die Intensivmedizin gesteckt würden, könnten zu viele erkranken, da es auch die Ärzte und das Pflegepersonal selbst erwischen kann) und die Festlegung einer bestimmten Kapazität in der Abwägung mit alternativen Verwendungsmöglichkeiten der Ressourcen nicht per se unethisch, sondern umgekehrt geboten ist.

        Nicht richtig ist hingegen, dass jeder, der sich gegen eine nicht vorgeschriebene Impfung entscheidet, damit seinen freiwilligen Verzicht auf jede Behandlung erklärt oder gar absichtlich sterben will. Vielen Menschen haben Angst davor, gerade durch die Impfung zu erkranken oder gar zu sterben. Für manche könnte das Impfrisiko sogar tatsächlich größer sein als die Risiken aus COVID-19. Für die meisten ist das wohl nicht so, was aber für bessere Aufklärung statt Zwang oder gar Behandlungsverweigerung spricht. Sie meinen doch hoffentlich auch nicht umgekehrt, dass jeder, der sich impfen lässt, gerne an Impfnebenwirkungen leiden oder gar daran sterben möchte und auf jede Behandlung dagegen freiwillig verzichtet.

      • Die radikalen Impfgegner (und die habe ich hauptsächlich im Visier) wollen sich doch gar nicht aufklären lassen. Im Endeffekt wollen sie aus lauter Hass die Gesellschaft schädigen.

        Übrigens schreiben Sie, lieber Prof. Dilger, als Folgerung im ersten Absatz genau das, was ich im Sinn hatte.

      • Kennen Sie solche Impfgegner persönlich? Ich kenne nur solche, auch hier im Blog, die Angst oder zumindest Sorge vor einer Corona-Impfung haben. Das Vertrauen in Politiker, Journalisten und selbst Wissenschaftler ist bei ihnen zu niedrig, als dass deren Beteuerungen geglaubt würde, dass die Impfungen sicher und sinnvoll sind. Dagegen will niemand absichtlich die Gesellschaft schädigen, sondern jeder, ob Impfgegner oder Impfpflichtbefürworter wie Sie, glaubt, das Richtige zu tun und der Gesellschaft zu helfen. Da sollte man übrigens ansetzen, um die Gesellschaft nicht weiter zu spalten, sondern wieder zusammenzuführen.

      • Es gibt radikale Impfgegner, die Ärzte bedrohen, weil sie Coronaimpfungen anbieten. Es wird von AfD-Kreisen Druck auf Schulen ausgeübt, weil dort Kinder geimpft werden. Das ist verachtenswert und ich bin nicht bereit, mit solchen Menschen in einen Dialog zu treten. Manchmal hilft nur strikte Ausgrenzung. Wer sich vernünftig benimmt, mit dem wird auch gesprochen.

      • Natürlich ist es nicht in Ordnung, Ärzte oder auch Politiker zu bedrohen oder sogar tätlich anzugreifen. In dem Fall muss der Staat handeln und durchgreifen. Das gilt allerdings unabhängig von den Ansichten der Ärzte und Politiker, Impf(pflicht)befürworter und -gegner sind also gleichermaßen vor Gewalt zu schützen. Friedlich darf jeder seine Meinung äußern und ernsthafte Argumente sollten auch nicht einfach übergangen oder diffamiert werden, selbst wenn am Ende Entscheidungen getroffen werden müssen, die nicht alle Seiten gleichermaßen zufriedenstellen könnnen.

      • Bitte beachten Sie die Kausalkette bei der Argumentation und externe Effekte.

      • Die Kausalkette ist, dass Sie andere Menschen unbehandelt sterben lassen wollen und damit viel Leid erzeugen. Wenn Sie keine inhaltlichen Argumente mehr haben, ist diese unschöne Diskussion damit vorbei.

      • Leid erzeugen diejenigen aus den Risikogruppen, die sich freiwillig nicht impfen lassen, und zwar für sich und die Gesellschaft.

      • Das Impfen und vor allem ein Impfzwang können ebenfalls Leid erzeugen. Nicht jeder, der sich nicht impfen lässt, steckt sich an. Es gibt auch andere Maßnahmen, um die Ansteckungswahrscheinlichkeit zu senken. Sie kann durch eine Impfung sogar steigen, wenn man sich danach besonders unvorsichtig verhält.

  2. GL: Frank Lübberding hat Unrecht: Viele verweigern ständig Verhalten, daß bezüglich einer schweren Erkrankung einen signifikanten Vorteil bietet, und das selbst bei geringem Aufwand bzw Verzicht für diesen Vorteil…

  3. Ramelow, den ich für einen ganz guten Manager halte, will als Politiker – notwendigen – Druck auf Impfverweigerer ausüben, keine Regierungserklärung abgeben. Er hat keine Entscheidungsgewalt über ärztliches Handeln. Das Problem in der intensiv-medizinischen Versorgung sind nicht fehlende Intensiv-Betten, vielmehr fehlendes Fachpersonal. Dort eher ein Abbau wegen der permanenten Überforderung als wegen fehlender Zahlungsbereitschaft seitens der Träger. Da lässt sich nur langfristig etwas ändern. Jede Entscheidung im Osten auf ideologische Verortung abzuklopfen, ist irreführend.

    • Herr Ramelow kann sehr wohl beeinflussen, wen seine Landeskrankenhäuser aufnehmen und ob das bezahlt wird. Bei besserer Bezahlung und Behandlung des Pflegepersonals gäbe es natürlich mehr davon. Im Übrigen scheint mir Herr Ramelow hier eher populistisch als ideologisch zu handeln. Immerhin ist inzwischen eine Mehrheit für eine allgemeine Impfpflicht, während Sozialisten doch sonst eher die Schwächsten schützen wollen, was nicht nur körperlich gemeint ist, sondern auch Schwachköpfe umfasst.

      • „Herr Ramelow kann sehr wohl beeinflussen, wen seine Landeskrankenhäuser aufnehmen und ob das bezahlt wird“
        Das müssten Sie mal näher ausführen und begründen. Nach meiner Kenntnis entscheiden Ärzte über Behandlungsbedürftigkeit und Zahlungen erfolgen durch die Krankenkassen. Landeszuschüsse für Krankenhäuser an politisches Wohlverhalten zu knüpfen, wäre sicher ungesetzlich.
        Der Mangel an Pflegekräften auf Intensiv-Stationen wird in den Medien derzeit mit Kündigungen bzw Änderungskündigungen wegen Erschöpfungszuständen und nicht mit Lohnunzufriedenheit begründet. Ich kann mir aber keinen Träger vorstellen, der in 2019 ein für eine Pandemie erforderliches Personal vorgehalten hätte.
        Natürlich ist der Auftritt Ramelows populistisch – nichts einzuwenden, wenn das objektiv sinnvolle Ziel mit guter „Verkaufe“ kombiniert wird.

      • Herr Ramelow macht doch vollmündige Ankündigungen, die Sie loben. Was ist daran lobenswert, wenn er sie gar nicht umsetzen kann? Dabei haben Landesregierungen und auch Mehrheiten im Landesparlament durchaus einen erheblichen Einfluss, zumal er über den Bundesrat auch auf die Bundespolitik einwirken kann.

        Es sind Katastrophen möglich, für die die Kapazitäten des Gesundheitssystems nicht ausreichen. COVID-19 gehört bislang nicht dazu. Meine Kritik bezieht sich nicht darauf, dass die Kapazitäten von 2019 nicht ausreichend wären, sondern dass in der Pandemie noch Intensivbetten (und vor allem deren Personal) abgebaut wurden, was dann dieselben Politiker als Rechtfertigung für massive Grundrechtsverletzungen nehmen.

        Was soll denn „objektiv sinnvoll“ daran sein, kranken Menschen die Behandlung zu verweigern? Auch als reine Drohung, um mehr Menschen zum Impfen zu bewegen, dürfte es nicht wirksam sein. Wer eine Impfpflicht will, soll das offen sagen und dafür argumentieren, statt ganz legal Ungeimpfte zu schikanieren und zu bedrohen.

      • Das mit den Schwachköpfen ist gut. Das erinnert mich an den Freiheitsfeind „Mercedes“ (peinlich, sich selbst einen solchen Status signalisierenden Nickname zu geben), dem ich hiermit ein Gedankenspiel aufgeben möchte, an dem er seine engstirnige Bigotterie ein weiteres Mal austoben darf:

        Gesetzt, er habe einen gerade volljährigen Sohn, der sich den Mercedes ausleiht, mit seinen Kumpels schwer alkoholisiert eine Fahrt unternimmt, bei der er wegen der Trunkenheit schwer verletzt wird und u.a. auf Intensiv beatmetet werden muss. Bis auf einen freien Platz sind alle Intensiv-Plätze mit geimpften Coronisten belegt. Unmittelbar nach seinem Sohn wird ein grundsätzlich kerngesunder, bewusstloser Vollveganer mit ethisch / moralisch einwandfreiem (was einwandfrei ist, darf „Mercedes“ sich aussuchen) Hintergrund eingeliefert, der ebenfalls und individuell unverschuldet just jenen Platz benötigt.

        Die Überlebenschancen von beiden sind mit Behandlung exakt gleich (und unbehandelt stirbt jeder von ihnen).

        Mercedes, da Sie Gott über Leben und Tod sind: wem der beiden geben Sie den Platz?

      • “ . . .Was ist daran lobenswert, wenn er sie gar nicht umsetzen kann? . . .“
        Ich habe unlängst den Spruch gehört: „Der Wissenschaftler ist der Wahrheit verpflichtet, der Politiker darf auch mal lügen“ . Sie befinden sich in einem permanenten Rollenkonflikt.

      • Meinen Sie mich? Ich bin vor allem Wissenschaftler und der Wahrheit verpflichtet. Bei meinem Ausflug in die Politik bin ich an pathologischen Lügnern gescheitert. Wenn Politiker lügen, ist das wohl leider kein Rollenkonflikt, sondern Teil ihrer Rolle. Trotzdem bleiben die Lügen (wie auch die schlechten Taten) kritikwürdig. Sie sind jedoch mehr als ein Moralproblem der einzelnen Personen, sondern ein systemisches Problem, welches schwer zu lösen ist.

      • „Nicht auf Statussymbole Angewiesener“:
        Wenn Sie es schaffen, die Situation ohne Schaum vor dem Mund nüchtern darzulegen, können wir darüber diskutieren. Darf ich vorher einmal raten: Sie sind ungeimpft, weiß, männlich, Ü60 und halten die Berichte über grausame Covidverläufe auf Intensivstationen für Fake?

      • Alles falsch, Mercedes – auch das mit dem Schaum vorm Mund. Also dann: an die Tasten bitte mit einer nicht ausweichenden Antwort!

      • Grundsätzlich würden Eltern (fast) alles für ihre Kinder tun, sodass es selbstverständlich wäre, zuerst das eigene Kind zu retten. Das wird Ihnen Herr Dilger sicherlich bestätigen.

        Allgemein wäre natürlich abzuwägen. Man müsste Prognosen anstellen über Qualität und Quantität der Restlebenszeit, den Nutzen für die Gesellschaft und sicherlich wäre der Aspekt unverschuldet/verschuldet auch eine Komponente. Wenn die Einweisungen kurz hintereinander erfolgen, könnte aufgrund der fehlenden Entscheidungszeit eventuell auch einfach gelten „Wer zuerst kommt, mahlt zuerst“. Es gibt bei dieser Frage schlicht zu viele Parameter, um hier am grünen Tisch eine eindeutige Entscheidung treffen zu können.

      • Die Entscheidung sollte nach allgemeinen Prinzipien erfolgen, nicht nach persönlicher Betroffenheit. Das gilt aber auch hinsichtlich der Behandlung von Ungeimpften. Nur weil die Mehrheit inzwischen geimpft ist, sollte sie nicht willkürlich einen Vorrang für Geimpfte gutheißen.

        Es ist nicht per se unethisch, neben den Zukunftsaussichten auch das Verhalten in der Vergangenheit zu berücksichtigen. Es ist aber ethisch fragwürdig, das nur auf Coronaimpfungen zu beziehen und nicht auch auf Raucher, Trinker, Extremsportler etc. Wie es dann konkret berücksichtigt werden soll, finde ich ebenfalls schwierig.

        Fairer und auch hinsichtlich der Anreizwirkungen stärker wäre es wohl, nicht die Prioriäten bei der Behandlung zu verändern, sondern vorher die Versicherungsbeiträge. Ungeimpfte müssten dann vielleicht einen kleinen Aufschlag zahlen (besser wäre jedoch eine ‚Impfprämie statt Impfpflicht oder weiterer Grundrechtsentzug‘), Raucher einen größeren bei der Krankenversicherung, während ihnen dann eigentlich die Rentenversicherung einen noch größeren Abschlag gewähren müsste.

  4. Bislang hat meine These noch nichts Gegenteiliges gefunden.

    „Wer sich nicht impfen lässt, der wird durch das Virus angesteckt. Es ist nur eine Frage der Zeit.“

    Und bitte nicht wieder argumentieren, wie immer wieder argumentiert wurde. Lasst Euch etwas Neues einfallen.

    • Ihre These ist einfach nicht richtig und man braucht keine neuen Gegenargumente, da die alten weiterhin gelten (keine Infektionskrankheit steckt alle Menschen an und die Impfung ist kein absoluter, sondern nur ein relativer Schutz dagegen wie andere Maßnahmen auch [völliger Verzicht auf Kontakte wäre ein absoluter Schutz]).

  5. Das Problem in Thüringen sind nicht die Pflegebetten und die Geräte. Es fehlt an Intensivpflegekräften. Die kann man nicht einfach aus dem Boden stampfen, sonder das braucht einige Jahre Ausbildung.

    • Neue Pflegekräfte müssen ausgebildet oder von woanders abgeworben werden. Es gibt jedoch eine Abwanderung von bereits ausgebildeten Pflegekräften, der entgegengewirkt werden könnte. Dazu müsste man die Pflegekräfte besser bezahlen und behandeln. Finanzielle Kürzungen im Gesundheitsbereich tragen nicht dazu bei und immer mehr Schikanen für die dort Beschäftigten auch nicht.

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