Steuererklärung 2020

Letzten Donnerstag habe ich unsere Steuererklärung für 2020 erstellt und online eingereicht wie schon letztes Jahr die ‚Elektronische Steuererklärung 2019‘. Einschließlich der besonders unsinnigen Einnahmeüberschussrechnung und einer zusätzlich erzwungenen „Anlage Corona-Hilfen“ habe ich diesmal vier Stunden gebraucht.  Ein halber Arbeitstag erscheint nicht übermäßig lang für eine Steuererklärung. Sie macht trotzdem keinen Spaß und ist verschwendete Lebenszeit, zumal die meisten Daten dem Finanzamt ohnehin schon vorliegen. Immerhin dürften wir wieder einen höheren vierstelligen Betrag vom Finanzamt zurückbekommen.

Ich überlege noch, ob ich außerdem noch Steuererklärungen für die Kinder einreichen will, um für sie dreistellige Beträge zurückzubekommen, die mit der Abgeltungsteuer einbehalten wurden. Die Anträge für ihre Nichtveranlagungsbescheinigungen habe ich jetzt endlich ausgefüllt. Doch dafür habe ich keine Möglichkeit zur digitalen Einreichung gefunden, so dass ich sie noch ausdrucken und per Post schicken oder selbst beim Finanzamt vorbeibringen muss, um später die Bescheinigungen per Post an die Bank weiterzuleiten. Sie gelten nicht rückwirkend, aber bei Kulanz der Bank noch fürs laufende Jahr.

13 Gedanken zu „Steuererklärung 2020

  1. Der deutsche Fiskus ist soo gefräßig und die Politik gibt ihm permanent neues Futter.

    Ganz einfach wird eine neue CO 2 Steuer erhoben , analog KfZ Steuer wird über Verwendung nicht öffentlich Buch geführt oder gibt gar keine nachprüfbaren Unterlagen.

    Die deutsche Steuererklärung ist ein Monster und – fast – alle Direktoren der Finanzämter bestätigen das seit Jahren.

    Hat sich deshalb etwas geändert an diesem Sachverständigen Urteil ? Wir Bürger/innen haben deshalb inzwischen resigniert und geben den ganzen Belegkram dem Steuerberater oder Steuerhilfe-Büro, Prof. Alexander Dilger kann es einfach – wie vieles – besser.

    • In der Erfassung alltäglicher Geschäftsvorfälle, Gehalt, Kapitalerträge als Bemessungsgrundlage für Steuern hat es in den letzten Jahren erhebliche Erleichterungen gegeben. Bei L+G, Kapitalerträgen leisten die Unternehmen, Banken – mit Ausnahmen – die professionelle Vorarbeit. Kleinere Beträge bei den a.g. Belastungen werden ohne Nachweis durchgewinkt, Belege können bei Aufforderung elektronisch nachgereicht werden. Wer unterjährig seine Belege vorsortiert ablegt (ich fasse ungern Vorfälle mehrfach an), müsste mit „Mein Elster“ oder einer Fremd-Software zügig durchkommen (ich immer unter 1 Stunde, Bilanzerstellung nicht eingerechnet).
      Ein Teil des komplexen Steuerrechts und der Steuer-Rechtsprechung resultiert daraus, dass sich Verwaltung und Steuerpflichtige bei der Definition der steuerlichen Bemessungsgrundlagen in einem nie endenden Wettlauf befinden (betr. z.B. Gewinnverlagerungen, Nutzung unpräziser Gesetze, Rechtsgeschäfte unter nahen Angehörigen, Firmenvermögen im Nachlass) Das wird auch noch ein Problem bei der internationalen Mindestbesteuerung werden. Die Harmonisierung der Körperschaftssteuer- Grundlagen zwischen Deutschland und Frankreich ist daran schon gescheitert. Soweit aus der Mandatierung an Steuerberater Anlage-Empfehlungen resultieren, ist immer eigene Meinung und Information geboten.

      • Wie kann man bei Mein Elster Steuerinformationen für das nächste Jahr speichern? Bei dem früheren Elster Formular ging das, hier habe ich die Funktion bislang nicht entdeckt. Mir ist rätselhaft, warum die bessere Software, nämlich EF, aussortiert wird und das unübersichtliche ME zum Standard werden soll.

      • Die Daten werden automatisch gespeichert und Sie können nächstes Jahr klicken, damit sie wieder eingetragen werden. Auch aktualisierte Daten vom Arbeitgeber oder der Krankenkasse können automatisch eingetragen werden. Datenschutzrechtlich ist das natürlich sehr problematisch. Das Finanzamt hat diese Informationen immer schon bekommen, doch sie liegen nun aufbereitet millionenfach vor.

      • Sie sind offensichtlich noch viel schneller als ich. Am meisten hilft mir tatsächlich nicht die digitale Einreichung, sondern der Verzicht auf die Einreichung aller Belege. Wenn welche nachgefordert werden, entsteht allerdings zusätzlicher Aufwand.

      • Genau, die Daten vom letzten Jahr kann man wiederholen. Aber man kann nicht unterjährig schon einmal die Daten aktualisieren, wenn man schon abschätzen kann, wie hoch das Jahreseinkommen sein wird.

    • Die CO2-Abgaben müssen wir normalen Bürger nur bezahlen, aber nicht selbst mit dem Finanzamt abrechnen. Zum Glück ist meine Steuererklärung relativ einfach und die meisten Sachen wiederholen sich jedes Jahr.

      • Die Jahresteuer-Bescheinigungen der Depotbanken müssen in der Regel – bisher gesondert – übermittelt werden. Diese liegen aber auch digital vor und werden in dieser Form auch anerkannt. Zur Übermittlung sollte man beizeiten die EMail-Adresse der zuständigen Einkommensteuerstelle erfragen.

      • Bisher musste ich die Steuerbescheinigung der Depotbank nicht nachreichen. Ich vermute, dass es da einen direkten Datenabgleich gibt. Ich erinnere mich, dass ich vor mehreren Jahren vom Finanzamt mit bösen Worten zu einer Korrektur meiner Steuererklärung aufgefordert wurde, da die Bank die Bescheinigung nachträglich um ein paar Cent geändert hatte.

      • Von der ING- Bank wird eine Datenübergabe bezogen auf den einzelnen Steuerpflichtigen bestritten. Die Jahres-Steuerbescheinigung wird aber für die Verwaltung erst im Falle des Antrags auf „Günstiger-Prüfung“ interessant, d.h. wenn Abgeltungssteuer aus Kapitalerträgen erstattet werden muss (im Falle von Familienangehörigen mit eigener Steuer-Nr. z.B.).

  2. Pingback: Steuererklärungen 2021 | Alexander Dilger

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