Erdogan schmeißt deutschen und andere Botschafter raus

Der türkische Präsident Recep Tayyip „Erdogan erklärt deutschen Botschafter zur unerwünschten Person“. Es sollen auch die Botschafter von Dänemark, Finnland, Frankreich, Kanada, Neuseeland, den Niederlanden, Norwegen, Schweden und selbst den USA die Türkei verlassen, weil sie es gewagt haben, mit dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, an dessen Urteile die Türkei eigentlich gebunden ist (doch die EU macht lieber Polen Vorwürfe), die Freilassung von Osman Kavala zu fordern, den auch schon ein türkisches Gericht freisprach und der trotzdem seit 2017 ohne Urteil wegen erfundener Vorwürfe in Haft sitzt. Der wahre Grund ist seine Opposition gegen den autokratischen Präsidenten, der keine Kritik verträgt und sich deshalb selbst mit NATO-Partnern anlegt. Die ‚Türkische Lira und Wirtschaft brechen wegen Erdogan ein‘, nicht zum ersten Mal, weil er z. B. mal wieder niedrigere Zinsen als Mittel zur Inflationsbekämpfung anordnet. Eher übernehmen die EZB oder die Bundesbank unter neuer Führung dieses Rezept, als dass die Farce der EU-Beitrittsverhandlungen mit der leider nicht mehr demokratischen und rechtsstaatlichen Türkei gestoppt wird.

8 Gedanken zu „Erdogan schmeißt deutschen und andere Botschafter raus

  1. trotz aller Kritik an den EU- Gerichten: im Gegensatz zu Polen und der Türkei sind sie nicht weisungsgebunden. Sie haben zwar eine Agenda und eine klare Ideologie, aber die vertreten sie eigenständig. Vorbild ist das BVG in Karlsruhe, das sich auch erst einmal Eigenständigkeit erkämpfen musste.
    (Sarkasmus on: ) Vielleicht sollte man mal überlegen, ob man die Türkei nicht wieder an das „Dritte Rom“ = Moskau zurückgeben sollte. (Sarkasmus und Hyperbel off)

  2. Wir könnten die EU-Heranführungshilfen für die Türkei sofort stoppen und auch die NATO-Mitgliedschaft in Frage stellen. Dann bestünde die Gefahr, dass sich Erdogan Putin weiter annähert, der sich wiederum weiter den Chinesen annähert. Und Erdogan weiß, dass wir das wissen und spielt das gezielt aus…

    • Sie können die türkische NATO-Mitgliedschaft nicht wirklich in Frage stellen, da es keinen Mechanismus zum Ausschluss gibt.

    • Am wahrscheinlichsten ist ein anderes Szenario:

      Zunächst werden die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei mit dem Hinweis auf die undemokratische Herrschaft Erdogans abgebrochen.
      Wenn dann Erdogan Geschichte ist, wird die Türkei umgehend in die EUdSSR aufgenommen, um dort die junge Demokratie zu fördern. So oder so: Erdogan wird für seine Türken das Ziel des Lebensraums im Norden erreichen.

      • Beides ist unwahrscheinlich, sowohl der Abbruch der Beitrittsverhandlungen, obwohl dieser ehrlich wäre, als auch ein Beitritt der Türkei, dem alle EU-Mitglieder zustimmen müssten.

    • Die Türkei wird nicht in die EU aufgenommen werden und es wäre richtig, nicht länger so zu tun, als gäbe es einen ehrlichen Aufnahmeprozess. Die NATO ist ein ganz anderes Thema und die roten Linie sind da ganz andere.

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