Energieschock und sinnvolle Reaktionen darauf

„The first big energy shock of the green era“ erleben wir gerade, und zwar nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Die Energiepreise sind bereits stark gestiegen und könnten weiter steigen, was die ohnehin schon zu hohe Inflation weiter und über längere Zeit erhöhen dürfte. Zugleich drohen Versorgungsengpässe bis hin zu Stromausfällen und der Abschaltung von Gaskraftwerken und -heizungen. Zu den Ursachen gehören die starken Schwankungen und Ausfallgefahren von erneuerbaren Energien, wenn z. B. der Wind nicht (oder zu stark) bläst, die Sonne weniger scheint oder bei Wasserkraft zu wenig Regen fällt. Weltweit ist ihr Anteil aber noch gar nicht so hoch und ist die politische Unsicherheit wichtiger, die die Investitionen in die Erschließung und Förderung fossiler Energieträger hat einbrechen lassen. Das gilt insbesondere in den westlichen Ländern, die nun stärker von autokratischen und diktatorischen Staaten und deren Lieferbereitschaft abhängig sind. Es gab die Vorstellung, regenerative Energien würden diese Abhängigkeiten reduzieren, doch zumindest für eine lange Übergangszeit ist das Gegenteil der Fall.

Es müsste nicht nur mehr in regenerative Energiegewinnung, sondern auch in Speichertechnologien und Netze investiert werden. Bei den fossilen Energieträgern ist Gas für den Übergang besonders geeignet, da für dieselbe nutzbare Energiemenge weniger CO2 als bei Öl und insbesondere Kohle anfällt. Die Versorgung ist jedoch zu diversifizieren und gerade Deutschland sollte sich nicht allein von der russischen Regierung abhängig machen. Auch die Technologien zum Abscheiden und Einschließen von CO2 sollten weiterentwickelt werden. Schließlich ist die zivile Nutzung der Kernenergie klimaneutral und versorgungssicher, wobei moderne Kernreaktoren deutlich geringere Unfallrisiken haben und weniger radioaktive Abfälle erzeugen oder sogar bestehende Abfälle verwenden und reduzieren können. Staaten sollten keine schlechte und willkürliche Energiepolitik betreiben, aber auch nicht gar keine, sondern einen sinnvollen Rahmen aufspannen, in dem Private investieren und auch Neues ausprobieren können. Dabei ist durchaus staatlich finanzierte Grundlagenforschung sinnvoll und besser angelegtes Geld als die meisten bestehenden Subventionen im Energiebereich, die die zukünftige Ampel-Koalition massiv ausweiten will.

3 Gedanken zu „Energieschock und sinnvolle Reaktionen darauf

  1. Könnte mir mal jemand vorrechnen, wie wir in der Zukunft ein Hochindustrieland wie Deutschland alleine mit regenerativer Energie ausreichend versorgen wollen und auch die Autos noch mit Strom betrieben werden sollen…?

    • Wenn man die ganze Landschaft mit Windrädern und Solarpanels zubaut, kann Deutschland damit im Durchschnitt genug Strom erzeugen. Das Problem bleiben die Schwankungen, so dass man ohne gute Speichertechnologien aufs Ausland angewiesen ist, um abwechselnd zuzukaufen und zu negativen Preisen zu verkaufen. Ein Vorbild für den Rest der Welt ist das sicher nicht, sondern ein typischer deutscher Sonderweg.

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