Australien will lieber Sicherheit als französische U-Boote

Letzte Woche verkündeten Australien, UK und die USA ein neues Militärbündnis (AUKUS), um den indopazifischen Raum und vor allem Australien vor China zu schützen. Australien wird politisch und wirtschaftlich von China bedrängt und viele Australier fürchten sogar einen militärischen Angriff. Dieser ist zwar sehr unwahrscheinlich, doch Australien allein könnte sich kaum verteidigen. Großbritannien will seine weltpolitische Bedeutung nach dem Brexit unterstreichen. Die USA wollen China einhegen und nach ihrem Abzug aus Afghanistan zeigen, dass sie weiterhin ein verlässlicher Partner sind.

Ein anderer Partner fühlt sich aber gerade dadurch hintergangen und hinterfragt sogar (mal wieder) die Zukunft der NATO, nämlich Frankreich. Die EU solidarisiert sich mit ihrem Mitglied, obwohl es diesem erkennbar gar nicht um Sicherheitspolitik geht, sondern um kommerzielle Interessen. Denn das neue Bündnis führt dazu, dass Australien atomgetriebene U-Boote bei den beiden Partnern bestellt und eine Bestellung von konventionellen U-Booten aufkündigt, die bereits vor fünf Jahren bei einem französischen Konzern in zweistelliger Milliardenhöhe erfolgt war. Frankreich erhebt deswegen schwere Vorwürfe, doch „Australien widerspricht Frankreich im U-Boot-Streit“. Es habe schon länger Probleme gegeben, die auch kommuniziert worden seien.

Unabhängig davon ist AUKUS für Australien offensichtlich strategisch besser. Weder Frankreich noch die EU würden Australien militärisch verteidigen können und wollen. Der richtige Schluss daraus ist aber nicht, die NATO aufzukündigen und auf einen EU-Alleingang zu setzen, sondern umgekehrt sollte die NATO gestärkt und das Verhältnis zu den USA verbessert werden. Letzteres sieht inzwischen auch Frankreich ein und die Präsidenten „Macron und Biden vereinbaren ‚vertiefte Konsultationen'“. Der zurückgerufene französische Botschafter in den USA kehrt dorthin zurück, der für Australien allerdings noch nicht.

5 Gedanken zu „Australien will lieber Sicherheit als französische U-Boote

  1. Die Franzosen werden nun die beleidigte Leberwurst spielen und sich von ihren europäischen Freunden trösten lassen. Bin mal gespannt, was sich unsere Bundesregierung diesen Trost kosten läßt …

  2. Den Amerikanern kam es sicherlich nicht auf das Geld an. Die Ausstattung mit Atom U-Booten an Australien war ein guter Weg, auch für Europa. Der monetäre Schaden für Frankreich wird später durch einen politischen Akt der USA ausgeglichen werden. Da bin ich mir eigentlich sicher. Am Horizont erkennen wir schon Abhängigkeiten der chinesischen Wirtschaft an den Westen. Ob die 300 Milliardenpleite von China Evergrande gleichzusetzen ist wie mit der Lehmann Pleite, wird sich nächste Woche zeigen, wenn neue chinesische Zinszahlungen fällig werden.

  3. Es ist gut und richtig, dass die USA im Schulterschluss mit anderen Staaten der Region, allen voran Australien, die Hegemonialbestrebungen Chinas etwas entgegensetzen. Der süd-, bzw. ostasitisch-pazifischen Raum wird in der Zukunft eine noch wichtigere geopolitische Rolle spielen.

    Da unterscheidet sich die Politik von US-Präsident Biden zum Glück auch kaum von der seines Vorgängers Trump. Deutschland bekommt es außenpolitisch nicht gut, sich zu eng an Frankreich zu orientieren, das immer gerne eine Sonderrolle gespielt hat. Der immer bedrohlicher Zentralismus der EU hat seine Wurzeln auch in Frankreich. Daran dürfen sich föderale Staaten wie Deutschland, aber auch Spanien und Italien nicht orientieren.

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