Kommunalwahlen 2021 in Niedersachsen

Heute fanden die Kommunalwahlen in Niedersachsen statt, ein letzter Test vor der Bundestagswahl, wobei natürlich auch und gerade lokale und regionale Themen und Personen eine wichtige Rolle spielen. Ein großes Beben hat nicht stattgefunden und die CDU bleibt stärkste Partei, was insbesondere Herrn Laschet freuen dürfte. Im vorläufigen Landestrend (siehe hier, Stand 22.53 Uhr) erhält sie 32,4 Prozent der Stimmen (2016 waren es bei den Kreiswahlen 34,3 Prozent gewesen, siehe dort). Im SPD kommt jetzt im Trend 30,0 Prozent (2016 waren es 31,2 Prozent bei den Kreiswahlen). Die Grünen erreichen 15,2 Prozent (gegenüber 10,9 Prozent vor fünf Jahren), die FDP erzielt 6,6 Prozent (nach 4,8 Prozent), die AfD 4,7 Prozent (statt 7,9 Prozent beim letzten Mal), Die Linke 2,8 Prozent (zuvor 3,3 Prozent) und die Sonstigen erhalten 8,3 Prozent (nach 7,6 Prozent). Um die meisten Oberbürgermeisterämter wird es in zwei Wochen, zeitgleich zur Bundestagswahl, Stichwahlen geben.

16 Gedanken zu „Kommunalwahlen 2021 in Niedersachsen

    • Auf den kommunalen AfD-Kandidaten lastet ein unvorstellbarer Druck, ausgeübt von den konkurrierenden Parteien und NGO. Das mag man ungerecht und undemokratisch finden, ist aber eine Gegenreaktion auf eine Partei, die mit dem Migrations-Thema und Nationalismen im Trüben fischt. Es war eine taktische Meisterleistung der Konkurrenz, selbst die Antifa in ihre Abwehrstrategie einzubinden. Die Vorstellung von Herrn Meister, man brauche „nur“ Flügel- Anhänger auszuschließen und alles werde gut, ist naiv. Die Partei ist verbrannt.. Mit einem Rest an Verantwortungsbewusstsein sollte sie ihren Anhängern anderweitige Wahlempfehlungen geben.

      • Die Einbindung der Antifa ist keine taktische Meisterleistung, sondern undemokratisch und rechtswidrig. Richtig ist, dass die AfD verbrannt ist, was jedoch ihre Funktionäre und verbliebenen Anhänger (auch hier im Blog) leugnen, was wiederum eine verantwortungsbewusste Reaktion verhindert.

    • Frau Le Pen hat den alten Front National modernisiert und entradikalisiert. Dafür musste sie sogar ihren Vater rauswerfen und den Parteinamen ändern.

      Auch die FPÖ hat sich vom Krawallverein unter Haider und anderen NS- Sympathisanten gelöst und hat es damit zwei Mal in eine Regierung mit der ÖVP geschafft.

      Daraus muss die AfD Lehren ziehen. Als Fundamental-Opposition kann sie in Thüringen und anderen Ost-Ländern 20+% holen, aber wird niemals gestalten, weil 50% unerreichbar sind. Im Westen, wo 80% der Wähler wohnen, wird die mit dem Kurs von Höcke & Co. aber um die 5%-Hürde bangen.

      Die AfD braucht ein freundlicheres Gesicht, eine sympathischere Ausstrahlung und moderate Inhalte. Oder sie wird untergehen, bzw. zu einer Ossi-Frust-Partei mutieren. Realismus ist gefragt!

      • Die FPÖ war in Österreich nie so verbrannt, wie es die AfD in Deutschland ist. Aber man muss wissen, was man will. Aktuell sieht es so aus, dass die AfD ungefähr so stark wie 2017 wieder in den Bundestag einzieht. Damit kann man Themen setzen und eventuell RGR verhindern.

      • Die AfD wird voraussichtlich ein schlechteres Ergebnis erzielen als 2017. Sie kann auch nicht wirklich Themen setzen, sondern höchstens eigentlich sinnvolle Vorschläge diskreditieren, wenn sie sie macht oder unterstützt. Sie könnte tatsächlich Rot-Rot-Grün die Mehrheit kosten, doch für die anderen Koalitionen spielt sie keine Rolle bzw. stärkt bei diesen Grüne und/oder SPD.

      • @Mercedes
        Genauso scheint es möglich, das die AFD zu RRG treibt.

      • Nicht wirklich. Wer wählt nur wegen der AfD links, der es nicht ohnehin getan hätte? Im Gegensatz zu Nichtwählern und den Wählern von Kleinstparteien reduzieren AfD-Wähler die Wahrscheinlichkeit einer rot-rot-grünen Mehrheit. Mehr erreichen sie aber auch nicht.

      • Die FPÖ ist zum Großteil schon auch immer noch ein Krawallverein. Ihre „Freiheitliche Jugend“ und die „JA“ der AfD nehmen sich nichts.

  1. Die FPÖ ist jetzt wieder auf der harten Linie mit dem neuen Parteichef Kickl, der biedere Softie, der Lieblingsschwiegersohn Norbert Hofer wurde abgesägt. Das ist auch richtig so, zu glauben man tritt ultrabrav, bieder und gemäßigt auf, so als Ministrantenpartei, das bringt Wählerstimmen ist ein Irrglaube. Man verliert ja dann viele Protestwähler, die dann gar nicht wählen gehen.
    Der Kickl springt über kein Stöckchen wie der Meuten.
    Zum Beispiel im Sommergespräch:
    „…..Dass Rechtsextreme wie der verurteilte Gottfried Küssel an Corona-Demonstrationen, auf denen er sprach, teilnehmen, stört Kickl nicht. Sich diese von Corona-Demos wegzuwünschen stünde ihm nicht zu. „Das sind Leute, die man nicht aus dem demokratischen Spektrum ausschließen kann, solange sie auf dem Boden der Verfassung sowie der Rechtsstaatlichkeit agieren und wenn auch keine Gewalt im Spiel ist“, so Kickl…….“
    https://www.puls24.at/news/politik/kickl-koennte-auch-sagen-kurz-war-gemeinsam-mit-kuessel-im-biergarten/239581

    Der Kickl hat ein anderes Problem, der kommt halt unsympathisch rüber und ist nicht der leutselige lockere Schulterklopfertyp wie Jörg Haider oder HC Strache. Der persönliche Kontakt mit den Wählern ist in Ö viel wichtiger als in der BRD, insbesondere bei Landtagswahlen, aufgrund der niedrigeren Einwohnerzahl. Durch die Gasthäuser ziehen, Lokalrunden ausgeben und mit den Angeheiterten am Stammtisch plaudern, wie es Haider und Strache gerne gemacht haben, und in der Nacht dann in Discos und Clubings auf cool machen, ist nicht die Stärke von Kickl.

    • Extremisten stehen gerade nicht auf dem Boden der Verfassung. Außerdem sollte das Maximieren der Stimmenzahl nicht das einzige oder auch nur wichtigste Ziel von politischen Parteien sein. Viele Stimmen sind nur Mittel zum Zweck, die eigenen politischen Inhalte umzusetzen. Mitregieren mit fünf Prozent der Stimmen kann also durchaus sinnvoller sein als Fundamentalopposition mit zehn Prozent. Fürs Mitregieren muss man Kompromisse machen, darf aber natürlich nicht alle Inhalte aufgeben wie die FDP z. B. 2009-2013, woraufhin es nicht einmal mehr für fünf Prozent der Stimmen reichte. Auch die CDU hat fast alle Inhalte fürs Regieren geopfert, womit Frau Merkel ganz gut gefahren ist, was nun aber Herrn Laschet auf die Füße fällt.

      • Richtig! Politik ist das Bohren dicker Bretter. Manchmal kommt es auch auf Geduld an, den richtigen Moment abzuwarten. Aber wer alles will und das sofort, bekommt meistens nichts…!

      • Richtig, deshalb wähle ich jetzt Herrn Laschet, der nicht alles ist, was ich mir erträume. Doch so lässt sich vielleicht noch Rot-Rot-Grün verhindern. Geduld ist wichtig, aber man muss sich auch überlegen, wo man auf was wartet und wann es zu spät ist, etwa für die AfD.

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