Matthias Erzberger vor 100 Jahren ermordet

Matthias Erzberger wurde am 26. August 1921 ermordet. Er war ein großer Politiker, wie sie auch heute leider fehlen. Er stammte aus einfachen Verhältnissen, wollte erst Volksschullehrer werden, wurde dann aber Publizist und einer der ersten Berufspolitiker in Deutschland. Er war gläubiger Katholik, gehörte der katholischen Partei Zentrum an und deckte in der Kaiserzeit Kolonialskandale auf. Anfangs befürwortete er den Ersten Weltkrieg und hatte große Annexionspläne, tat sich dann als Diplomat hervor und unterzeichnete schließlich das Waffenstillstandsabkommen von Compiègne, welches die Kampfhandlungen beendete. Zu Beginn der Weimarer Republik setzte er sich für die Annahme des Versailler Vertrages ein, um Deutschland unbesetzt und zusammenzuhalten (was gelang, jedoch tragischerweise den Zweiten Weltkrieg ermöglichte), machte das Zentrum zu einer die Republik und Demokratie tragenden Parteien und setzte als Reichsfinanzminister die Erzbergersche Finanzreform durch. Er wurde verleumdet und musste zurücktreten, um danach von Rechtsextremisten ermordet zu werden. Seine Mörder wurden erst nach dem Zweiten Weltkrieg verurteilt und blieben nur kurz in Haft.

71 Gedanken zu „Matthias Erzberger vor 100 Jahren ermordet

  1. Matthias Erzberger gehörte aus damaliger Sicht, zumindest teilweise, dem linken Flügel des Zentrums, also der Vorläuferpartei der CDU/CSU an. Trotzdem stellte er sich energisch gegen sozialistisch/sozialdemokratischen Kollektivismus und wäre nach heutigen Maßstäben für die Union „ein ganz Rechter“. Sein Politikerleben glich einer Achterbahnfahrt. Er war, wie ich, konsequenter Katholik, und wurde damit zum Feindbild des preußisch-protestantisch-nationalistischen Lagers. Solche Wertkonservativen/Christsozialen hatten es immer schwer. Heute gibt es leider nur noch ganz wenige davon…

    • @francomacorisano
      ich stimme Ihnen zu. Solche beeindruckenden ökologisch eingestellten Konservativen wie R. Spaemann hatten es immer schwer.

  2. Ja, der Erzberger war am linken Flügel des Zentrums auch wie der Kanzler vom Zentrum Joseph Wirth, der nach 1945 bezahlte Friedenstaube der DDR wurde.
    Interessantes Buch über die damaligen Zeiten in der Zwischenkriegszeit :
    “ Mario Keßler: Ruth Fischer (1895–1961). Ein Leben mit und gegen Kommunisten .Böhlau Verlag,“
    Habe ich gelesen, ich mach auf Leseprotz, ist aber ein empfehlenswertes Buch, wenn man sich für innerparteilichen Streit interessiert.
    Erst bei der KPÖ in der Führung, rausgedrängt, dann Berlin KPD Chefin, nach Abspaltung der KAPD gab es ein Machtvakuum , dann KPD-Spitze usw
    Die hat dann Stalin kritisiert. „Väterchen Stalin“ wird sich gedacht haben: “ Eine Wiener Jüdin ist frech zu mir und macht auf ultralinks“ .
    Offener Brief der KI und weg war die.
    Nachher noch in der USA den eigenen Bruder angeschwärzt, naja sehr brav.

  3. Herr Erzberger ist vor allem der Erfinder des progressiven Einkommenssteuertarifs in Deutschland, hierfür gebührt ihm die entsprechende Würdigung.
    Meine Steuersparpartei wird die restlose Abschaffung der Lohn- und Einkommenssteuer propagieren, und deren vollständigen Ersatz durch eine Mehrwertsteuer von 33%.
    Die Progressivsteuer hat nur zu massiver Ungerechtigkeit geführt, siehe Steuersparmöglichkeiten nur für Bestverdiener (Waldbesitz etc.) – summun ius summa iniuria.
    Für Geringverdiener kann ein Einkommenszuschuss gewährt werden, meinethalben Mehrwertsteuer auf 35%.
    Mit diesem Modell können wir Herrn Merz mitsamt seinen Bierdeckeln wegwerfen.
    Die 5% Klausel dürften wir mit links nehmen.

    • @Gunther Konorza- Unter uns Lateinern: Sutor ad moduli metri mane – soll heißen: Schuster bleibe bei deinen Leisten.
      Es ist das perfekte Programm zur Förderung der Schwarzarbeit.
      Wie Sie spätestens auf Grund meiner Vorhalte wissen: Dank der Steuer-Sparmodelle sind doch gerade die gut verdienenden Fachärzte zu stolzen Miteigentümern von Luxus-Hotels in Deutschland und Südeuropa geworden (damals alles SPD-Bundesfinanzminister).

    • @Gunther Konorza
      Interessanter Ansatz.

      @Klaus Wolfgang Berger
      Warum meinen Sie, dass die Abschaffung einer Leistungsbesteuerung (mit der konsequenterweise natürlich auch alle weiteren leistungsabhängigen Abgaben einhergehen müssten), Schwarzarbeit beflügeln würde?
      Die hohe Abgabenlast verteuert Arbeit weit mehr als selbst ein Umsatzsteuersatz von 40% es würde.

      • An die Leistungsbesteuerung knüpfen steuertechnisch diverse Kontroll-Mechanismen (u.a. das Verhältnis zwischen Aufwand und Ertrag) an, wohingegen die Umsatzbesteuerung nur einen einzigen Kontroll- Parameter hat: Zwischen der Erfassung mit „Null“ und „100 %“ liegen alle möglichen Varianten, die informelle Vergütung nach sich ziehen. Im Ergebnis hohe wirtschaftliche und strafrechtliche Risiken für die Steuerpflichtigen, wie wir sie in bargeldlastigen Branchen auch heute sehen. Es kann aus ethischen wie technischen Gründen kein ernstgemeinter Vorschlag sein.

      • Die Umsatzsteuer müsste nicht zwingend am Point of Sales erfasst und erhoben werden. Sie könnte auch vorneweg bei der Abhebung von Bargeld durch die Banken erhoben werden. Die Vorstellung mutet vielleicht aus heutiger Sicht abstrakt an, machbar wäre es aber.

      • @alle Vorposter
        Ich bin der Auffassung, dass eine Steuerreform zunächst an der Mehrwertsteuer ansetzen und diese abschaffen müsste. Faktisch ist sie doch eine Kopfsteuer, die die Einkommensschwachen überproportional betrifft.

      • @Piscator

        Im Unterschied zur Besteuerung von Einkommen, insbesondere solchen aus Arbeitsleistung, ist die Mehrwertsteuer nicht leistungshemmend. Aber dass die Bezieher von niedrigen Einkommen verhältnismäßig härter trifft als Besserverdiener, das ist natürlich richtig. Dies trifft aber auch auf die so genannten „Sozialabgaben“ zu, die schon für sich alleine die Einkommen doppelt so hoch belasten als die derzeitigen Mehrwertsteuersätze den Konsum.

      • Um es für Herrn Sodenkamp klarzustellen:
        Die Partei „Meine Steuersparpartei …“ ist fiktiv. Der Name steht für ein Denkmodell, das man diskutieren kann. Ebenso die Frage, ob die Mehrwertsteuer-Idee für 5% taugt.
        Das reale Modell der LKR – SAFE benannt – ist ausführlich im Wahlprogramm der LKR nachzulesen.

  4. Es ist schlimm, was für ein Leid Rechtsterroristen in der Geschichte und auch heute noch anrichten. Das Problem ist, dass solche Leute skrupellos sind und kein Herz haben. Wer nicht in ihr Weltbild passt, muss ausgemerzt werden. So etwas gibt es auf der linken Seite in aller Regel nicht.

      • Um islamistischen Terror geht es nicht und linken Terror gibt es in der Ausprägung wie auf der rechten bzw. islamistischen Seite aktuell nicht. Es gab die RAF, die Zeiten sind aber vorbei.

      • Natürlich hat es linksextremistischen Terror sowie Morde sowohl in der Weimarer Republik als auch in der Bundesrepublik Deutschland gegeben. Auch 2020 gab es offiziell fünf versuchte Tötungsdelikte durch Linksextremisten, die zum Glück nicht erfolgreich waren.

      • Es gibt jede Menge linken Terror. Die Antifa und auch die Jugendorganisation „Grüne Jugend“ haben zahlreiche Anschläge verübt, die man nur eindeutig als Terrorismus einstufen kann. Aber das interessiert die Judikative in Deutschland kaum, da Taten dieser Gruppierungen schon politisch zum „Protest“ heruntergespielt werden.

      • Sie hatten behauptet, das gäbe es auf der linken Seite nicht, was unabhängig von den Zahlenverhältnissen falsch ist. Dabei hat es seit 1990 weit mehr als einen Mord durch Linksextremisten in Deutschland gegeben, während nach Ihrem Link generell Tötungsdelikte an Ausländern und z. B. Obdachlosen als rechtsextrem eingestuft werden, selbst wenn sie keinen direkten politischen Bezug hatten. Ebenso könnte man dann jeden Raubmord als linksextremistisch einstufen, weil er gegen die bestehenden Eigentumsverhältnisse gerichtet sei.

      • Das habe ich nicht behauptet, mir ging es um die Dimensionen, die m.E. eindeutig sind.

      • Natürlich hatten Sie das behauptet, wie oben nachzulesen ist. Die Dimensionen sind auch nicht so klar, sondern in Abhängigkeit von der Zählweise kann linksextreme Gewalt sogar das quantitativ größere Problem in Deutschland sein. Unahhängig davon ist es richtig, jede Art von politischer Gewalt, Terror und Mord gleichermaßen abzulehnen und keine zu verharmlosen.

      • Jeder Mord ist einer zu viel. Egal aus welchen Motiven er begangen wurde. Mord wird nicht edler, wenn er politisch motiviert ist. Und von Kommunisten begangene Morde über quantitative Dimensionen zu relativieren zu versuchen hat qualitativ das selbe Niveau wie den Holocaust zu verharmlosen.

      • @Mercedes
        Bei Ihrer Argumentation arbeiten Sie mit dem alten Lügen-Theater:
        Links = gut, Rechts = böse.
        Sind Sie Journalist, vielleicht bei den Öffentlich-Rechtlichen…?

      • Das ist auch nicht oben nachzulesen. 😉

        Sie müssten schon konkrete Mordopfer von Linksextremen nennen bzw. bei den über 100 rechtsextremen Morden nachweisen, dass die Tat jeweils nicht politisch motiviert war. Rassismus z.B. ist ein politisches Motiv, Raubmord ist keins.

      • „So etwas gibt es auf der linken Seite in aller Regel nicht.“ Das kann doch eigentlich nur auf zwei Arten interpretiert werden. Entweder wollten Sie wahrheitswidrig behaupten, es gäbe weder Terror noch Morde durch Linksextremisten, oder Sie meinen gar, die Linksextremisten würden im Gegensatz zu den Rechtsextremisten mit Skrupeln und Herz morden.

        Raubmord ist kein Motiv, sondern hat das Motiv, sich fremdes Eigentum um jeden Preis, selbst Mord, anzueignen, wie es linkstotalitäre Regime durchaus praktizieren. Es ist fraglich, ob Rassismus per se politisch und rechtsextremistisch ist. Vor allem kommt es dann zu der Asymmetrie, dass die Tötung von Ausländern durch Deutsche als rechtsextrem eingestuft wird, die Tötung von Deutschen (oder Ausländern) durch Ausländer aber nicht.

      • Warum nehmen Sie an, dass Morde an Obdachlosen rassistisch oder „rechts“ motiviert seien? Das ist doch völlig unsubstantiierter Schwachfug.

      • @franco
        Haben Sie Probleme mit dem ÖRR? Sie wohnen doch angeblich auf der DomRep, sollten also davon gar nichts mitbekommen.

      • @Mercedes
        „Sie wohnen doch angeblich auf der DomRep, sollten also davon gar nichts mitbekommen.“

        Als ob die ÖRR ihre Programme nicht im Internet anböten und es in der República Dominicana keine Empfangsmöglichkeit dafür gäbe. Hinter welchem Mond leben Sie?

      • Haben Sie denn jetzt mal konkrete Beispiele für Massenmorde durch Linksextreme? Sie können natürlich mit der Roten Khmer kommen, aber die ist von uns doch recht weit entfernt. Es geht doch um die konkrete Bedrohung in unseren Sphären.

      • Sie werfen hier alles durcheinander. In dem Blog-Beitrag geht es um die Ermordung eines demokratischen Politikers durch Rechtsextremisten während der Weimarer Republik. Massenmorde hat es in Deutschland erst unter Hitler gegeben. Das ist eine ganz andere Situation und der passende Vergleich sind dann Russland unter Stalin und China unter Mao, die je für sich und vor allem zusammen noch viel mehr unschuldige Menschen ermorden ließen. „So etwas gibt es auf der linken Seite in aller Regel nicht“, ist also in jedem Falle falsch.

      • @Mercedes

        Vermutlich die Annahme des Verfassers des Artikels. worauf er sich dabei stützt, bleibt verborgen.
        Zudem steht in dem Artikel dass (je nach Quelle) zwischen acht und 26 Morde an Obdachlosen seit 1990 (also in knapp 32 Jahren) auf Rechtsextreme zurückzuführen seien, aber alleine zwischen 2011 und 2017 (also in sieben Jahren) 29 Obdachlose ermordet worden seien. Hochgerechnet sind also etwa 6 bis 19 Prozent der Morde an Obdachlosen dem rechtsextremen Millieu zuzurechnen.

        Selbstverständlich ist jeder Mord an einem Obdachlosen – genau wie jeder andere Mord – ein Mord zu viel. Aber lesen Sie den verlinkten Artikel doch einmal ganz zu Ende. Im vorletzten Absatz steht:
        „Wenn über Gewalttaten gegen Obdachlose berichtet wird, standen zuletzt oft Flüchtlinge oder Tatverdächtige mit Migrationshintergrund im Fokus. So etwa im Fall der zum Teil minderjährigen Flüchtlinge, die Weihnachten 2016 in Berlin versuchten, einen Mann anzuzünden. Oder 2018, als an einem U-Bahnhof in Berlin-Schöneberg ein unbekannter Täter mehrere Obdachlose mit Schlägen und Tritten ins Gesicht malträtierte und einen von ihnen mit einem Messer verletzte. Die Polizei sucht seitdem einen Mann mit „arabischem Aussehen“.“

        Was sagen Sie dazu?

      • @franco
        Wer in der DomRep ist, der genießt typischerweise die Palmen und den Strand und beschäftigt sich nicht mit den Details des ÖRR in Old Europe.

      • @ Mercedes
        Ich lebe teilweise in der DomRep und Neubuntland, ganz wie es mir gefällt. Um Greta, Ihnen und Ihren Klimajüngern in die Suppe zu spucken, fliege ich so oft ich kann und sympathisiere mit allen, die Ihren ÖRR abschaffen wollen.

      • @300sel
        Es geht hier nach wie vor nicht um islamistisch motivierte Straftaten. Dass diese ein großes Problem darstellen, ist doch klar. Dass unabhängig davon einige der Flüchtlinge eine Gefahr für die innere Sicherheit darstell(t)en, ist ebenfalls klar. Sie sollten darauf achten, kein Whataboutism zu betreiben.

        @franco
        Um politische Veränderungen herbeizuführen, ist es nicht empfehlenswert, sich mit jedem anzulegen, der Rechtsextreme kritisiert. Das ist im Endeffekt eines der Probleme der AfD.

      • @Mercedes

        Sie reden sich heraus und Ihre Unterstellung des „Whataboutism“ ist selbst nur ein leicht durchschaubares Ablenkungsmanöver. Dass auch 6 bis 19 Prozent rechtsextremistisch motivierte Morde an Obdachlosen abscheulich und durch nichts zu rechtfertigen sind, darüber müssen wir nicht diskutieren. Aber was ist mit den anderen 81 bis 94 Prozent? Blenden Sie die einfach aus? Das ist doch absurd!

        Was Ihre Kritik an „francomacorisano“ angeht, zeigen Sie sich als plumpe(r) Verallgemeiner(in) ohne tiefere Kenntnis der AfD. Offenbar ist Ihnen nicht einmal bekannt, welch tiefe Gräben zwischen den zwei bzw. drei Teilen dieser Partei verlaufen.

      • @francomacorisano

        Leider trifft fast alles zu, was Uwe Junge anlässlich seines Austritts über die AfD schreibt.

        Allerdings frage ich mich schon, warum er erst jetzt damit ums Eck kommt und vor noch gar nicht so langer Zeit (nämlich am 01.09.2018) in trauter Geschlossenheit mit Kalbitz, Höcke, Özkara, Dörr, Lutz Bachmann von Pegida und auch echten Hardcore-Nazis im Schlepptau an der Spitze eines „Schweigemarsches“ durch Chemnitz gestelzt ist (https://www.imago-images.de/fotos-bilder/afd-trauermarsch-chemnitz), obwohl das Problem des Narrensaums damals schon seit Jahren bestanden hat und ihm klar sein musste, dass die Bilder davon durch alle Medien gehen werden. Genau solche Bilder sind es, die der Öffentlichkeit suggerieren, die ganze Partei stünde hinter ihren sich selbst als „nationale Sozialisten“ bezeichnenden Hardlinern, die so gut wie gar nichts mit den eigentlichen Anliegen der AfD im Sinn haben.

    • @Mercedes
      „Wer nicht in ihr Weltbild passt, muss ausgemerzt werden.“

      Sie irren. Genau das ist es doch, was Kommunisten machen, sobald Sie die Macht ergreifen.

      • In der DDR wurden nicht wahllos Menschen ermordet. Ausgegrenzt und entrechtet ja, ermordet nein.

      • Das ist doch völlig unerheblich, ob Morde aus religiösem Fanatismus, rechts- oder linksterroristischer Gesinnung ausgeführt werden. Mord bleibt Mord. Man sollte das nicht gegeneinander aufrechnen. Ein schöner Merksatz hier ist: „Es gibt keine Gleichheit im Unrecht“. (Irgendwann mal bei einer Fortbildung gelernt.

      • Ist es nicht erwartbar, dass man erschossen wird, wenn man eine militärische Sperrzone betritt?

        Wenn Sie mit „niederen Beweggründen“ argumentieren, müssten Sie z.B. auch kritisieren, dass Staaten die Todesstrafe verhängen.

      • Dass ein Staat seine eigenen Leute erschießt, nur weil sie das Land verlassen wollen, ist schweres Unrecht. Die rein wirtschaftlichen Ausbeutungsmotive sind ein niederer Beweggrund. Das ist bei der Todesstrafe für wirklich schwere Verbrechen nicht so, gegen die andere Gründe sprechen. Wenn die Todesstrafe völlig willkürlich oder für Kleinigkeiten verhängt wird, kann sie jedoch auch zu staatlichem Mord werden.

      • Kommunistische Regime verhängen die Todesstrafe nach der Marktergreifung nicht durch Gerichtsverfahren, sondern schießen erst einmal alle ihnen mißliebigen Personen über den Haufen. Von Rechtsstaatlichkeit keine Spur.

      • Kommunistische Staaten sind also „militärische Sperrzonen“? Interessant.

      • 300sel: Es geht um den Bereich der innerdeutschen Grenze, den man halt nicht betreten durfte. Abgesehen davon ist die Anzahl der Maueropfer z.B. bei Weitem nicht mit der Anzahl der getöteten Juden im 2. Weltkrieg vergleichbar.

      • Ihre Vergleiche werden immer abstruser. Die DDR war ein Unrechtsstaat, aber keineswegs so schlimm wie Hitler-Deutschland, dessen Opferzahlen nur mit denen von Russland unter Stalin und China unter Mao vergleichbar sind.

      • Die Zahl der Maueropfer ist natürlich nicht mit der Zahl der ermordeten Juden vergleichbar. Aber was ist mit den Morden der Kommunisten Stalin, Pol Pot und Mao? Auch „vernachlässigbar“?

      • 300sel: Es geht um den indogermanischen Kulturbereich. Ich vermute, dass Ihnen hier keine Massenmorde aus dem linken Spektrum einfallen.

      • @Mercedes

        Was bitteschön soll denn der „indogermanischen Kulturbereich“ sein?
        Wahrscheinlich meinen Sie den indogermanischen bzw. indoeuropäischen Sprachraum, der seinen Ursprung in Armenien hat. Dass es dort zum Beispiel einen nicht ganz unbedeutenden Genozid, ausgelöst durch das jungtürkische „Komitee für Einheit und Fortschritt“ gegeben hat, ist Ihnen bekannt?

      • 300sel:
        Genau, aber das war doch auch ein rechtsextrem motivierter Völkermord. Die rechtsextremen Grauen Wölfe bedrohen heute noch Armenier.

      • „Rechtsextreme“ Faschisten sind auch Kommunisten.
        Versuchen Sie doch mal den ideologischen Unterschied zwischen z.B. Roten Khmer und Nazis zu erklären.

      • @ Mercedes
        Schon wieder haben Sie sich entlarvt: Alles Böse schieben Sie „Rechten“ in die Schuhe, während Linke „die Guten“ sein sollen…???

    • Wenn Sie sich ganz konkret auf den Blogbeitrag beziehen, dann müssten Sie mir Menschen nennen, die von Linksextremen in der Weimarer Republik ermordet wurden. Es mag so etwas gegeben haben, aber doch weniger als von rechter Seite. Das zieht sich durch die deutsche Historie durch. Das ist mit „in aller Regel“ gemeint.

      Zudem war die Justiz in der Weimarer Republik auf dem rechten Auge blind und auch das zieht sich durch die deutsche Historie, zumindest was die Institutionen betrifft (Stichwort NSU, Verfassungsschutz).

      • Die Weimarer Republik war vor 100 Jahren. Heute haben linke Antifanten die Rolle der SA- und SS-Schergen übernommen.

      • Kleine politische Nachhilfe für Mercedes:
        Der Idee der NSDAP entsprechend sind wir die deutsche Linke. Nichts ist uns verhasster als der rechtsstehende nationale Besitzbürgerblock

        (Joseph Goebbels, in: Der Angriff, Gauzeitung der Berliner NSDAP, 6.12.1931, zit. nach Wolfgang Venohr: Dokumente Deutschen Daseins: 500 Jahre deutsche Nationalgeschichte 1445-1945, Athenäum Verlag, 1980, S. 291)

    • @ Mercedes
      Wer in der DomRep ist, der genießt typischerweise die Palmen und den Strand und beschäftigt sich nicht mit den Details des ÖRR in Old Europe.

      Schon wieder offenbaren Sie typisch ÖRR Halbwissen und Schubladendenken. Die Dominikanische Republik ist ein großes Land und hat viel mehr zu bieten, als Strände und Palmen. Hier gibt es mit dem Pico Duarte (über 3.000 Meter), den höchsten Berg der Karibik und Regionen, wo es eher aussieht wie in der Schweiz. Auch ich lebe eine Stunde vom Meer entfernt. Was in Deutschland passiert, interessiert mich weiterhin sehr. Dort habe ich Eigentum, einen Teil meiner Familie und von dort soll in ein paar Jahren meine Rente kommen… 😜

      • Anonym kann jeder irgendetwas behaupten. Ihre permanente Hetze hier im Blog ist jedenfalls befremdlich. Wer „Eigentum“ hat (was auch immer das sein soll), der drückt sich in aller Regel gewählter aus.

      • @Mercedes

        „Wer “Eigentum” hat (was auch immer das sein soll), …“

        Sie sind also durch und durch Kommunist(in) ?

      • Bin ich Ihnen, Mercedes, auf den Schlappen getreten, dann habe ich Ihnen gegenüber alles erreicht. Umstimmen kann ich Sie sowieso nicht…!

      • @300sel
        „Eigentum“ kann alles bedeuten, das könnten auch die 1000 Euro im Sparstrumpf sein. Ich selber bin wohlhabend, aber das bedeutet mir nicht viel, ich brauche das nicht als Statussymbol. Sicherlich heißt das nicht, dass ich ein Kommunist bin.

        @franco
        Mir scheint, dass Sie eine gewisse Neigung zum Zerstören haben. Das ruft bei mir allerdings eher Mitleid als irgendwelche anderen Gefühle hervor.

      • @Mercedes
        Die 1000 €uro im Sparstrumpf sind ein auf materiell so gut wie wertloses Stück Papier gedrucktes Versprechen, das überhauptnichts mehr wert ist, wenn Sie vergessen, es rechtzeitig in reale Werte umzutauschen.

        Was das ambivalente Verhältnis mancher Wohlhabender zu ihrem Wohlstand angeht, sind Sie im Gutmenschenparadies Deutschland kein Einzelfall. Ich kenne so einige Salonsozialisten, die tagaus, tagein von Armut und „sozialer Ungerechtigkeit“ daher schwadronieren, ohne jemals selbst im negativen Sinne davon betroffen gewesen zu sein. Sehen Sie sich doch nur beinahe die gesamte SPD-Elite oder auch Oskar Lafontaine und seine junge Gattin Sahra Wagenknecht an. Letztere hat, gleichwohl bekennende Marxistin, nicht nur große kommerzielle Erfolge als Autorin, sondern schießt mit dem Titel ihres letzten Buches „Die Selbstgerechten“ den Vogel ab, in dem sie genau die Doppelmoral Ihresgleichen darin (völlig zu recht) anprangert.

      • Es ist doch gut, wenn man auch an das Wohl von anderen denkt. Man braucht Mitmenschen, nicht zuletzt zum „Saufen, Fressen und Ficken“.

  5. Erzbergers fast rein katholische Zentrumspartei erhielt am meisten Stimmen nach Beginn des Kulturkampfes, staatliche Maßnahmen, die direkt und indirekt religiöse Belange betreffen. Gegen dessen teils freiheitsfreundliche, weitgehend freiheitsfeindliche Maßnahmen wandten sich eher beide großen Kirchen, die Kulturkämpfe zu ihren Gunsten aber forderten… DIE Partei der konsequent evangelischen Landeskirchler (Konservative) trat dabei an die Seite der Zentrumspartei. Am stärksten für den Kulturkampf trat ein die Freikonservative Reichspartei, die einzige Partei damals, der Evangelische genauso wie Katholiken angehörten. Ihr Anhänger Hohenlohe-Schillingsfürst, katholischer Ministerpräsident des katholischen Königs und des vornehmlich katholischen Landes Bayern brachte den ersten Kulturkampfgesetzesantrag ein. Sein Bruder, ein Kardinal, galt als eher nahe dem Kulturkampf, den in Bayern und in Westfalen Katholiken anführten. Der kathlische Adelsorden der Malteser spaltete sich in Schlesien in 2 Orden, pro und contra Kulturkampf. Der Kulturkampf, dessen Opfer die katholische Kirche, weil sich mehr wehrend, mehr wurde, war weitgehend Unrecht und Dummheit. Bis zum Ende der Monarchie waren weit stärker als Katholiken und Juden und noch mehr evangelische Freikirchler von staatlichen Diskriminierungen betroffen. Vor allem calvinistische, teils auch lutherische (beide theogisch konservativ, politisch oft sehr liberal ) Freikirchler (in Deutschland kaum vorhanden) wandten sich in der Schweiz, Niederlande (dort war ihr wichtigster Gründer Ministerpräsident), Großbritannien, USA, gegen Kulturkämpfe. In Genf hieß es über sie: Die frömmsten Protestanten sind die besten Freunde der Katholiken, in Basel stimmten sioe gegen die Schließung der katholischen Schule, forderten in den Niederlanden Freiheit und Gleichheit für Katholiken, verteidigten in den USA Katholiken (und deren und lutherische Schulen) und gehörten derselben Patei an… Die Zentrumspartei war – wie viele Pateien- vielfach gespalten, in einen eher aristokratischen und einen bürgerlichen Flügel, später auch noch in einen gemäßigt sozialdemokratischen Flügel, sowie in der Frage, inwieweit man Protestanten und Juden Freiheit und Rechtsgleichheit gewähren sollte.

  6. Pingback: Matthias Erzberger vor 100 Jahren ermordet – Bernwards Blog

  7. Ein Leserbrief in der heutigen ( 3.9. ) FAZ zeigt rechtsextreme (wie etwa nationalistische und antisemitische) Tendenzen Erzbergers.

    • Beim Antisemitismus verschwimmen die Grenzen zwischen nationalistischen Kommunisten (so genannten „Nationalsozialisten“) und rotlackierten Kommunisten.

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