STIKO empfiehlt nun Impfung für alle ab 12

In der aktuellen „Mitteilung der STIKO zur Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche (16.8.2021)“ empfiehlt die Ständige Impfkommission eine Impfung gegen COVID-19 bzw. SARS-CoV-2 nun für alle Kinder und Jugendlichen ab 12 Jahren. Zuvor hat sie diese Empfehlung bis zum Alter von 17 Jahren nur bei Indikatoren wie Vorerkrankungen oder vulnerablen Personen im Umfeld ausgesprochen (siehe auch ‚Impfkampagne für Kinder und Jugendliche‘). Für diese Änderung verweist sie nicht auf den erheblichen politischen Druck, dem sie ausgesetzt war, sondern auf neue Evidenz, insbesondere aus den USA, wonach schwere Impfnebenwirkungen sehr selten seien. Das trifft aber auch auf schwere Verläufe von COVID-19 zu, insbesondere wenn es keine relevanten Vorerkrankungen gab (siehe u. a. „Long Covid ist bei Kindern seltener: Nur ein Kind von 50 leidet noch nach acht Wochen unter Symptomen“).

Während schwere Nebenwirkungen bis hin zu Todesfällen sehr selten sind, gibt es leichtere sehr häufig bei der „Corona-Impfung für Kinder: Diese Nebenwirkungen gab es bisher“: „etwa 90 Prozent der Kinder und Jugendlichen hatten Schmerzen an der Einstichstelle, 70 Prozent litten an Müdigkeit und Kopfschmerzen, mehr als 40 Prozent hatten Muskelschmerzen und Schüttelfrost und mehr als 20 Prozent hatten Fieber und Gelenkschmerzen. Auch eine Schwellung der Lymphknoten oder allergische Reaktionen sind möglich.“ Aus meiner Sicht spricht das gegen eine undifferenzierte Impfempfehlung, zumal auch die Impfdosis dieselbe ist wie bei Erwachsenen, obwohl Kinder oft stärker darauf reagieren wegen ihres aktiveren Immunsystems und meist auch geringeren Körpergewichts. Dagegen fordert die CSU bereits, u. a. Alexander „Dobrindt: Auch Kinder unter zwölf Jahren sollen geimpft werden“, obwohl noch gar kein Impfstoff für sie zugelassen ist und der Nutzen einer Impfung für sie noch einmal geringer ausfällt bei zugleich höheren Risiken.

40 Gedanken zu „STIKO empfiehlt nun Impfung für alle ab 12

  1. Ich hatte nach meiner Zweitimpfung mit Moderna etwa anderthalb Tage leichtes Fieber und extreme Gliederschmerzen und fühlte mich damit so krank wie in den letzten sieben, acht Jahren nicht mehr. Einer Arbeitskollegin erging es mit Moderna ähnlich. „Als ob ich von einem Lkw überrollt worden wäre“, beschrieb sie die Schmerzen treffend.

    Ich habe ehrlich gesagt wenig Lust, irgendwann im Winter ein drittes Mal geimpft zu werden, wenn die Impfreaktion ähnlich stark ausfallen sollte wie nach der zweiten Impfung. Die Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche auf politischen Druck hin empfinde ich da fast schon als kriminell, zumal sie mehr und häufiger mit Nebenwirkungen zu kämpfen haben als Erwachsene. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass hier der Nutzen einer Impfung höher sein soll als der Schaden. Bereits mit meinen 34 Lebensjahren hatte und habe ich diesbezüglich meine Zweifel.

    • Ich hatte keine nennenswerten Nebenwirkungen (BioNTech) und freue mich bereits auf die dritte Impfung. So unterschiedlich sind die Erfahrungen.

      • BioNTech scheint insgesamt tatsächlich etwas verträglicher zu sein als Moderna, auch wenn beides mRNA-Impfstoffe sind. Aber freuen Sie sich ernsthaft darüber, dass der Impfstoff offenbar so schnell an Wirkung verliert und Sie bald erneut eine Spritze brauchen mit dem Risiko von Nebenwirkungen? Das kann ich offen gestanden nicht ganz nachvollziehen.

      • Es kommt doch häufig vor, dass Impfungen aufgefrischt werden müssen. Das ist bei vielen typischen Kinderimpfungen der Fall (sind die Nebenwirkungen hier eigentlich kein Problem?) oder auch z.B. bei der Influenzaimpfung.

      • Die üblichen Kinderimpfungen haben fast keine Nebenwirkungen mehr. Die Grippeimpfung wird wegen der ständigen Mutationen jährlich neu angeboten.

      • Die Frage ist hypothetisch. Aktuell deutet alles darauf hin, dass der Impfschutz nach einigen Monaten nachlässt. Ich fürchte, dass sich im Winter einige in falscher Sicherheit wiegen werden. Zu hoffen ist, dass die Organisation der Drittimpfungen gut klappt.

      • Es ist unklar, wie schnell der Impfschutz nachlässt. Vielleicht ist es auch eine Frage des Alters, weil die gleiche Impfdosis für junge Menschen eher zu stark und für alte zu schwach ist. Schließlich spielen die Mutationen einen Rolle. Bislang scheinen die Impfstoffe auch gegen sie zu wirken, aber das könnte sich ändern und einen Anpassung der Impfstoffe erforderlich machen.

    • Da solche Impffolgen millionenfach auftreten, halte ich sie für durchaus relevant, während viele sie als irrelevant abtun, da man daran nicht stirbt oder dauerhaft leidet (sondern eben nur ein paar Tage).

  2. Bislang gilt die Impfempfehlung der Kinder nicht für die Vektoschutzimpfung, sondern nur für Biontech und Moderna. Wenn man sich gut erinnert hier, waren damals Kinder in der Impfdiskussion ausgeschlossen, da Kinder nicht betroffen waren.
    Aus dem Ärzteblatt Juni 2021 entnehme ich, dass von 529.000 Jugendliche 262.00 infiziert waren.

  3. Der Kern des Problems besteht eben nicht in der Zahl der versuchsweise geimpften Kinder sondern in der kurzen Zeit von etwa 12 Monaten der Impfanwendung. Zahlreiche Spät-Nebenwirkungen – auch tödlicher Art – sind bei Kindern, anders als bei Erwachsenen, erst nach Jahrzehnten festgestellt worden.
    Hier habe ich schon auf das Reye-Syndrom bei Kindern bis 16 Jahren nach Aspiringabe hingewiesen. Das wurde erst nach 70 Jahren erkennt und verläuft oft tödlich.
    Die Stiko hat ursprünglich völlig korrekt entschieden, dass das geringe Risiko der Erkrankung bei Kindern und Jugendlichen ein besonders niedriges Risiko der Impfung verlangt.
    Hierzu Kommentar Prof. Streeck in der WELT.

    Die bisher nur kurze Erfahrung lässt eben schwerwiegende Spätnebenwirkungen grundsätzlich nicht ausschließen.

    • Schon auf kurze Sicht scheint mir die Impfung von gesunden Kindern nicht gerechtfertigt. Hinzu kommt das Risiko von noch gar nicht bekannten Spätnebenwirkungen. Angesichts der bislang so geringen Gefahren von COVID-19 für Kinder ist die generelle Impfungempfehlung für sie medizinisch und moralisch sehr fragwürdig.

  4. Was ein Quatsch. Laut Paul-Ehrlich-Institut sind Spätnebenwirkungen bei Impfstoffen generell nicht bekannt. Warnung vor Spätnebenwirkungen gehören in die Kategorie fake-news. Und das Aspirin kein Impfstoff ist sollte allgemein bekannt sein.

    • Natürlich kann es erst später entdeckte Nebenwirkungen und Schäden durch Impfungen geben, denken Sie an „Narkolepsie als Spätfolge der Impfung“ gegen Schweinegrippe. Entscheidend ist, wie wahrscheinlich das ist und wie es sich im Vergleich zu den Risiken durch die Infektionskrankheit selbst verhält. Nach der mir bekannten empirischen Evidenz profitieren ältere und alte Menschen von der Impfung, während es bei Kindern und Jugendlichen doch eher fraglich ist.

      • Letztlich ist das Alter in Jahren alleine („kalendarisches Alter“) nicht ausschlaggebend. Vielmehr kommt es doch auf die tatsächliche Konstitution des Einzelnen, also auf das so genannte „biologische“ bzw. „metabolische“ Alter und auf seinen Gesamtzustand an (ähnlich wie bei einem älteren Auto).

        Auffällig ist zudem, dass es seit SARS-Cov2 überhaupt keine Grippe mehr zu geben scheint.
        Wie ist das zu erklären?

      • Natürlich ist das biologische Alter entscheidend. Doch darüber gibt es viel weniger genaue Angaben und statistisch korreliert es stark mit dem Alter in Jahren (zumindest im gleichen Land zur gleichen Zeit, während früher oder in ärmeren Ländern viele Menschen schneller altern).

        Es ist unklar, warum gleich zwei Grippesaisons ausgefallen sind. Beim ersten Mal hat das wohl zu den vielen Corona-Toten beigetragen (etliche davon wären sonst schon vorher an Grippe gestorben). Beim zweiten Mal könnten die Corona-Maßnahmen eine Ausbreitung auch des Influenzavirus gehemmt haben.

      • Na ja. Man kann es zum Beispiel bei Klassentreffen oder Abitreffen gut beobachten, wie groß die Unterschiede sind. Manche sahen schon in der zehnten Klasse aus wie alte Leute und benahmen sich auch so, sind seither aber nicht gealtert. Andere scheinen die Jugend für sich gepachtet zu haben und wirken mit weit über 50 noch wie eh und je. Und dann gibt es noch diejenigen, die derart gealtert oder so unförmig geworden sind, dass man sie gar nicht mehr erkennt.

      • Über Narkolepsie wurde aber schon früh nach Zulassung des Impfstoffes berichtet. Und ja, bei den aktuellen mRNA-Impfstoffen ist mittlerweile bekannt, dass es Herzmuskelentzündungen geben kann. Vermutlich würden die bei noch jüngeren Kindern noch eher auftreten. Aber die kann man gut behandeln.

      • Was nützen frühe Berichte, wenn es dann trotzdem zu massenhaften Impfschäden kommt (in dem Fall vor allem in Skandinavien)? Durch die Corona-Impfstoffe hat es Todesfälle bei ansonsten gesunden Kindern gegeben (wenn auch noch nicht in Deutschland, wo sie für Kinder zum Glück noch nicht zugelassen sind), doch durch das Coronavirus selbst noch nicht. Wie kann da eine pauschale Impfempfehlung für Kinder medizinisch und ethisch gerechtfertigt werden?

      • Das ist eine sehr steile These, dass kausal durch Coronaimpfstoffe gesunde Kinder gestorben sind. Haben Sie dafür auch nur ein konkretes Beispiel? In den USA ist jedenfalls bereits eine dreistellige Anzahl an Kindern an bzw. mit Corona (d.h. konkret „COVID-19 Associated“) gestorben:
        https://www.aap.org/en/pages/2019-novel-coronavirus-covid-19-infections/children-and-covid-19-state-level-data-report/
        Dazu kommt das bisher schwer einschätzbare Long Covid.

      • Bei meiner Suche nach einem eindeutigen Fall bin ich tatsächlich nicht fündig geworden. Ältere Meldungen, die ich noch im Kopf hatte, haben sich inzwischen entweder als falsch oder doch nicht so klar herausgestellt. Interessanterweise lässt sich aber auch nicht das Gegenteil definitiv sagen, also dass kein Kind durch eine Corona-Impfung gestorben ist. Diese doch recht wichtige Frage scheint bislang ungeklärt zu sein.

        Es gibt aber wohl auch keinen eindeutig bestätigten Fall eines zuvor gesunden Kindes ohne Risikofaktor (wie erhebliches Übergewicht), welches an COVID-19 gestorben ist. In jedem Fall sind Kinder viel weniger von COVID-19 bedroht als Erwachsene, insbesondere ältere und alte. Das gilt auch für Long COVID.

      • Was halten Sie von diesem Beispiel eines verstorbenen Kleinkindes ohne offensichtliche Vorerkrankungen?
        https://www.nbcnews.com/news/us-news/5-year-old-georgia-boy-dies-covid-cases-surge-nationwide-n1274671
        Solche Berichte enthalten nicht immer alle relevante Details, das gebe ich zu.

        Da die mRNA-Impfstoffe aber ingesamt gut verträglich sind, würde ich nicht zögern, selbst Kleinkinder damit zu impfen. Wir akzeptieren doch bei vielen anderen Impfstoffen auch Nebenwirkungen, worauf wollen wir hier noch warten? Ich denke, dass allgemein unterschätzt wird, dass die neuen Coronamutanten auch für junge Menschen gefährlicher werden.

      • Hiernach hatte der Junge zusätzlich Streptokokken und Staphylokokken, woran er auch jeweils gestorben sein könnte oder an der Kombination. Die Corona-Impfstoffe haben bislang viel häufiger Nebenwirkungen als etablierte Impfstoffe, insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, was auch an der Dosierung liegen könnte. Ob die Mutationen wirklich gefährlicher sind, steht noch nicht fest (sie sind ansteckender, weshalb sie sich durchsetzen, aber sollten tendenziell eher harmloser werden) und sie könnten gegebenenfalls neue Impfstoffe erfordern.

      • Vielleicht war Corona „nur“ eine weitere Komplikation oder hat die anderen Erkrankungen ausgelöst. Es ist doch jedenfalls so, dass Impfungen dazu beitragen, das Risiko eines potentiell tödlichen Verlaufes zu reduzieren. Der Preis dafür scheint mir moderat zu sein. Einige Tage Fieber als Nebenwirkung, das ist wie gesagt üblich bei kleinen Kindern. Also selbst wenn alle Kinder Fieber bekämen, aber dafür einige von ihnen nicht als Folge einer Krankheit sterben, wäre eine Impfung überlegenswert.

      • Das Risiko eines tödlichen Verlaufs von COVID-19 ist bei ansonsten gesunden Kindern jedoch verschwindend gering, so dass eine weitere Reduktion nicht so viele Nebenwirkungen haben sollte. Millionen Kinder einige Tage schwer leiden zu lassen, um vielleicht eines vor dem Tode zu retten, erscheint mir unverhältnismäßig, zumal Fieber und andere Nebenwirkungen nicht harmlos bleiben müssen. Jedenfalls ist eine Impfpflicht in einer solchen Lage völlig falsch.

      • Auch hier ist nicht geklärt, ob es einen kausalen Zusammenhang zwischen der Impfung und dem Versterben kurz darauf gibt. Das gilt allerdings auch für viele positive Corona-Tests mit nachfolgendem Tod.

      • Mit dem Nachweis der Kausalität ist es ja auch schwierig. Ich meine, so im Frühjahr wurde aus Westfalen von einer ca 32jährigen ohne Vorerkrankung berichtet, deren Tod wohl sehr wahrscheinlich auf die Impfung zurückzuführen war.

      • Es hat nachweisbar Todesfälle durch die Impfungen gegeben, aber bei Kindern scheint es tatsächlich bislang keinen eindeutigen Fall zu geben (frühere Berichte darüber waren fehlerhaft). Allerdings gibt es auch nur sehr wenige Todesfälle von Kindern durch COVID-19, von zuvor gesunden Kindern ohne Riskofaktoren vielleicht auch gar keinen.

      • Bei Astrazeneca gab es Todesfälle, ich denke aktuell eher an die mRNA-Impfstoffe.

      • Bekannt sind mir nur die Fälle von Sinusvenenthrombosen bei AZ, die wirklich kausal für Todesfälle waren.

      • Da wäre aber auch jeweils die Frage der Kausalität, zudem scheint es keine außergewöhnliche Häufung zu geben.

      • Die Kausalität im Einzelfall ist schwer nachzuweisen, doch es gibt eine statistisch auffälige Häufung von den betreffenden Beschwerden nach der Impfung.

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