Taliban übernehmen Kabul und Afghanistan

Die Taliban haben innerhalb weniger Tage fast ganz Afghanistan erobert und sind heute in die Hauptstadt Kabul eingedrungen, wo sie u. a. den Präsidentenpalast übernommen haben. Der Präsident war vorher schon außer Landes geflohen. Aschraf „Ghani erklärt Flucht: ‚Blutbad verhindert'“. Dabei hat er vor allem seinen eigenen Kopf retten wollen ohne Rücksicht auf seine Verantwortung für sein Land und seine Leute.

Allerdings haben schon vorher fast alle seine Soldaten und anderen Sicherheitskräfte kampflos aufgegeben. An Personenzahl und Ausrüstung war die afghanische Armee den Taliban eigentlich völlig überlegen, doch ohne Kampfbereitschaft und Moral kann man nicht gewinnen. Mit westlicher Unterstützung wurden immerhin die Städte gehalten, die nun innerhalb weniger Tage meist kampflos übergeben wurden. Ein Blutbad werden die Taliban trotzdem anrichten. Sie werden nicht nur ihre archaischen Vorstellungen graumsam durchsetzen, sondern auch Rache üben.

Die Bundesregierung kümmert sich erst jetzt darum, das eigene Botschaftspersonal auszufliegen, was hoffentlich noch gelingen wird. Die afghanischen Ortskräfte lässt der Moralweltmeister jedoch schmählich im Stich wie auch den Rest der Zivilbevölkerung. Es wäre besser gewesen, wenn die Bundeswehr nie nach Afghanistan entsandt worden wäre, wo mit ihr nur falsche Hoffnungen geweckt wurde und noch viele deswegen sterben werden.

Dabei zeigt der chaotische Rückzug außerdem, dass nicht nur die afghanischen Soldaten ohne westliche Unterstützung nichts ausrichten können, sondern auch die Bundeswehr und die anderen Verbündeten nichts ohne die USA, deren Politik erratisch ist. Es gab keine Strategie, wie die Situation in Afghanistan nachhaltig gebessert werden könnte, was offensichtlich auch nicht gelang, so wie es auch keinen Plan für einen geordneten Rückzug gibt. Es ist eine Tragödie und zukünftige Auslandseinsätze müssen viel besser überlegt und dann auch vernünftig beendet werden.

91 Gedanken zu „Taliban übernehmen Kabul und Afghanistan

  1. 2001 hatte die Nordallianz fast ganz Afghanistan erobert: https://de.m.wikipedia.org/wiki/Nationale_Islamische_Vereinigte_Front_zur_Rettung_Afghanistans

    Man hätte die einfach machen lassen sollen! Da haben amerikanische Luftunterstützung und Waffenlieferungen gereicht. Wenn notwendig, wären kleine Spezialeinheiten für schnelle, aber kurze Operationen hinzugekommen. Die jahrzehntelange Stationierung westlicher Truppen in Ländern mit völlig anderer Kultur ist bisher immer schiefgegangen („Vietnam-Syndom“)…!

  2. Die Amis wollten raus und sind raus. Einige werden gedacht haben, sie könnten den Abzug durch Verhandlungen mit den Taliban absichern und diese würden sich an die Absprachen halten. Andere wußten wohl, daß das zwar hochmoralisch aber unterirdisch naiv ist, es war ihnen aber egal, weil sie einfach nur raus wollten.

    Und die Bundeswehr? Schwamm drüber. Als ich am Freitag las, die würde heute einen Trupp Fallschirmjäger nach Kabul schicken, mußte ich grinsen. Die waren doch alle im Wochenende! Der Soldat*:Innenstuhlkreis kann sich frühestens heute nach dem Frühstück treffen, um die Doodle-Abfrage zu starten, wer denn diese Woche dafür Zeit hat.

    • Präsident Biden dachte, dass die afghanische Armee den Taliban deutlich überlegen wäre. Da hat er falsch gedacht, während die Bundesregierung wohl einmal mehr gar nicht selbst über die Sache nachgedacht hat. Richtig ist aber wohl die Überlegung des amerikanischen Präsidenten, dass die USA den Afghanen kein System aufzwingen sollten, für das sich von ihnen kaum jemand ernsthaft interessiert. Wer die Taliban einfach gewähren lässt, akzeptiert offensichtlich ihre Herrschaft, auch wenn sie sehr grausam für viele Menschen ist.

  3. Afghanistan ist ein weiteres Beispiel dafür, dass man „Demokratie“ und westliche Wertvorstellungen nicht erzwingen kann.

  4. “ ….es ist eine Tragödie “ , schlimmer kann es nicht sein.

    Politik unter Kanzlerin Merkel wie immer von Hoffnung, Naivität gegenüber anderen Nationen geprägt. Kein Trost dass es auch in USA wieder mal so war.

    “ Islam gehört zu Deutschland “ bekommt jetzt ganz andere Bedeutung , Frage ist doch wie wird es mit uns – Bürger/innen – in Deutschland werden unter Berücksichtigung dass weitere Flüchtlingsströme aus diesen und anderen Regionen kommen.

    Die völlige Fehlinterpretation von Religion und Glauben anderer Völker ist grenzenlos dumm.

  5. Und jetzt: neue mächtige Zentrale für Terror und Heroin? Und das Land grenzt an den weitgehend gleichsprachigen Iran. Und an Pakistan, wo der Islamismus auch droht.
    300sel hat recht: Demokratie hängt ab von geistigen Voraussetzungen. Für einen kleinen Jungen muß auch Mutti entscheiden und notfalls mit Gewalt durchsetzen, ob er im Winter draußen einen Mantel braucht… Ähnliches gilt für Irre! ..

    • Die Taliban sind Fanatiker, aber keine Irren. Niemand muss sie vor sich selbst schützen, sondern höchstens andere vor ihnen. Aber wenn sich die anderen Afghanen gar nicht wehren, kann man ihnen dabei auch nicht helfen.

      • Sie haben recht: Die Taliban sind Fanatiker, nicht Irre, (und auch nicht Kinder). Auch ihnen sollte man wie Irren und Kindern Demokratie nicht erlauben. Sie haben auch recht, wie schwierig die Hilfe für nichtfanatische Afghanen war. Effektive Hilfe für sie nach der Niederlage der Taliban hätte bedingt, das Volk wie Irre und Kinder durch eine Diktatur des Westens erst an eine Demokratie und die dafür notwendige Art von Gesellschaft heranzuführen. Ob das eine hinreichende Bedingung war? Ich meine, eine notwendige schon. Wahlen ohne die Bedingung waren meiner Meinung nach Unsinn.

      • In gewisser Weise herrschte die letzten 20 Jahre eine Diktatur des Westens bzw. eine nur von außen mit Waffengewalt verordnete Demokratie in Afghanistan, die entsprechend schlecht funktioniert hat. Demokratie bedeutet mehr als Wahlen und setzt vor allem Akzeptanz beim betreffenden Volk voraus.

  6. 80 % der Bevölkerung sind Bauern, im ländlichen Raum Traditionen verhaftet. Regierungshandeln erstreckte sich weitgehend auf die größeren Städte. Ebenso war die Armee in der Fläche nicht präsent, versuchte sich in – verwundbaren – Stützpunkten zur Verkehrssicherung zu halten. Für die ländliche Bevölkerung wie für die Armee gelten die Taliban je nach Ethnie als fromme Krieger, denen gegenüber Beißhemmung besteht. Die Bundeswehr betrieb seit etlichen Jahren vorwiegend Selbstschutz. Die USA erteilen seit mindestens 2 Jahren großzügig Einreise-Genehmigungen für ihre „Ortskräfte“. Vor diesem Hintergrund hätte eine Bundesregierung längst die Strategie-Frage stellen müssen. Die militärisch gestützte Außenpolitik der Bundesregierung ist meist derart, ohne entscheidende Einflussnahme gesichtswahrend irgendwie dabei zu sein.

    • Was gerade passiert, ist nicht gesichtswahrend für die Bundesregierung, sondern ihr völliges Versagen ist offenkundig, wird aber wohl wieder ohne Konsequenz bleiben (für sie, während afghanische Helfer ermordet werden).

      • @AD: Immerhin berichten unsere Medien nach meiner Beobachtung kritischer als sonst über dieses erneute eklatante Regierungsversagen. Angela Merkel hinterlässt nicht nur große politische Baustellen, sondern eine schläfrige, vor Fehlern und Fehleinschätzungen nur so strotzende Exekutive, zu der große Teile der Bevölkerung das Vertrauen verloren haben. Das Afghanistan-Desaster ist der (vorläufige) Tiefpunkt wirklich schlimmer Merkel-Jahre, aber die fälligen Rücktritte werden vermutlich auch jetzt wieder ausbleiben.

      • Es wird keine Rücktritte mehr geben bis zur Bundestagswahl. Bestenfalls werden die Verantwortlichen der nächsten Regierung nicht mehr angehören, aber auch das ist nicht sicher.

  7. Zu allererst denke ich an die Afghanen, die (anders als hoffentlich wenigstens die Ausländer im Land) nicht mehr in Sicherheit gebracht bzw. fliehen können. Ihnen steht ja nicht nur die einfache Rache der Taliban durch Erschießen bevor, sondern vorher werden sie geteert, ihnen wird die Zunge abgeschnitten oder die Augen ausgestochen. Viele junge Frau und Mädchen werden nach ihrer Zwangsverheiratung mit einem Taliban wohl nie wieder das Tageslicht sehen, weil sie in irgendwelchen Kellern hausen. Alles unvorstellbar grausam. Völlig versagt hat der Westen einschließlich unserer Bundesregierung. Man kann nicht einen derart ungeordneten Rückzug antreten. Die salbungsvolle Worte von Merkel, Maaß, Seehofer (den Hauptverantwortlichen dieses Desasters auf deutscher Seite) über „schmerzliche Stunden“, die man derzeit erlebe, sind zum Kotzen und sollen nur von deren Totalversagen ablenken

  8. Der Verweis auf die zu erwartenden Gewalttaten der Taliban ist berechtigt. Allerdings ist auffällig, wie konziliant sich die Gruppe derzeit gibt. Es wird von freundschaftlichen Beziehungen zum Ausland gesprochen, ein Angebot, das China bereits angenommen hat. Minderheitenrechte sollen gewahrt bleiben (natürlich nur sofern konform mit der Scharia).

  9. Der Sieg der Taliban zeigt zum wiederholten Mal, wie schwer sich die Armeen von entwickelten Industriestaaten gegen kleine, in Teilen der Bevölkerung verwurzelte, extrem grausame, rücksichtslose und relativ verlustresistente Gruppen ideologisch gefestigter Kämpfer tun, gerade weil die regulären Armeen aus humanitären Gründen bisher in der Wahl ihrer Mittel beschränkt waren. Es wäre Zeit für eine tabulose Diskussion, wie man solchen Bedrohungen künftig begegnet, denn aufgrund anderer Krisenherde (z.B. Bosnien) und in den westlichen Ländern ansässiger ethnisch-religiöser Minderheiten sind solche Szenarien uns näher als sich viele eingestehen wollen.

    • Halten Sie das für realistisch? Bei einer Bundeswehr, die das Bild vermittelt, in erster Linie mit dem Kampf gegen rechts, gendergerechter Sprache und der Inklusion von Nicht-Cis-Männern beschäftigt zu sein?

      • Irgendwann wird man aufwachen. Je früher, desto besser

    • „Bedrohung“ ist gut. So lange man solche Länder in Ruhe lässt, stellen sie für uns doch überhaupt keine Bedrohung dar. Zur Bedrohung werden sie erst, wenn sich USA und Co. oberlehrerhaft in ihre inneren Angelegenheiten einmischen und meinen, diesen Ländern unsere Wertvorstellungen anerziehen zu müssen. Das Blutvergießen in solchen Staaten wird dadurch trotzdem nicht weniger. Also wäre es doch klüger, sich gar nicht erst einzumischen und so selbst zur Zielscheibe der Barbarei oder des Terrorismus zu werden.

      • Hoffen wir mal, dass die Taliban das genauso sehen. Sie haben sich bisher schon anderswo eingemischt (z.B. in Pakistan) und werden das vermutlich auch in Zukunft wieder tun, schon deshalb, weil sie nicht produktiv sind, sondern sich nur durch fortwährenden Krieg ernähren. Im übrigen sind talibanartige Gruppen und Personen schon viel zu nah (Bosnien, frz. Banlieus, dt. Großstädte) als dass Nichteinmischung auf Dauer helfen könnte.

      • @yorck_dietrich@web.de
        „Im übrigen sind talibanartige Gruppen und Personen schon viel zu nah (Bosnien, frz. Banlieus, dt. Großstädte) als dass Nichteinmischung auf Dauer helfen könnte.“

        Alles Folgen vorausgegangener ungebetener Einmischung.

      • Offensichtlich haben Sie in Ihrem Antiamerikanismus vergessen, weshalb die USA überhaupt diesen Krieg vor 20 Jahren angefangen haben.

      • Die Taliban haben das World Trade Center jedenfalls nicht in die Luft gesprengt und soweit mir in Erinnerung, war auch sonst kein Afghane an den Anschlägen des elften September beteiligt.

      • Ganz und gar nicht. Die Taliban sind nicht Al-Qaida und dass Al-Qaida eine Art Enklave als Staat im Staat in Afghanistan betrieben hat, kann doch nicht ernsthaft ein Grund sein, ganz Afghanistan zwanzig Jahre lang zu besetzen. Also müssen die wahren Gründe wohl andere sein.

      • Genau mein Punkt, Sie haben den Kriegsgrund vergessen und verdrängt, weshalb Sie sich jetzt in Verschwörungstheorien flüchten.

      • Der Vorwand, Al-Qaida zu bekämpfen, war doch der offizielle Kriegsgrund. Welcher sonst?

        Tatsächlich wurde Bin Laden dann aber in Pakistan gefasst, nicht in Afghanistan.
        Warum besetzen die USA also nicht gleich größenwahnsinnig die Atommacht Pakistan mit ihren etwa 220 Millionen Einwohnern?

      • Pakistan hat sich nicht damit gebrüstet, ihn zu beherbergen. Wer davon wusste, ist bis heute nicht (zumindest öffentlich) aufgeklärt worden.

      • Mit Sicherheit wussten die Geheimdienste sehr viel mehr als die Medien. Ob die Geschichten, die uns medial präsentiert werden stimmen, lässt sich sowieso nicht überprüfen.

      • Osama bin Laden wurde in Afghanistan vermutet und es gab Hinweise darauf, dass die Taliban ihn schützen. Aber bin Laden konnte man nur mit einem Spezialkommando vernichten, nicht mit einer 20-jährigen NATO-Präsens, bei der viele westliche Soldaten unnötig gestorben sind und die viele Milliarden gekostet hat, die man hätte besser investieren können!

      • Es ging darum, dass die Taliban Al-Kaida Unterschlupf gewährten. Sie hätten das nur beenden müssen und die USA hätten sie nicht angegriffen. In der Folge hätten es die USA jedoch mit ihrem Sturz bewenden lassen sollen. Die 20 Jahre seither haben nichts gebracht bzw. die Situation noch verschlimmert.

      • Viele Top-Terroristen werden in Deutschland und in Frankreich vermutet. Höchste Zeit, dass diese Länder die nächsten zwanzig Jahre lang besetzt und bombardiert werden, oder? *Sarcasm off*

      • Mit reiner Brutalität aber auch nicht. Es fehlte an klar definierten Kriegszielen und einer Strategie zu deren Durchsetzung sowie Beendigung des Konflikts.

    • Asymmetrische Kriegsführung gibt es schon länger, doch der aktuelle Fall ist etwas anders gelagert. Die Taliban sind erst jetzt nach dem Abzug der westlichen Truppen so erfolgreich gegen eine völlig unmotivierte afghanische Armee. Davor ließen sie sich relativ einfach aus den Städten halten, was die USA auch noch lange hätten fortsetzen können, ohne zu den von Ihnen implizit angeregten Graumsamkeiten zu greifen. Es fehlte an einer langfristigen Perspektive, wobei das aktuelle menschliche Leid durchaus erheblich ist und der Rückzug auf jeden Fall zu chaotisch erfolgt.

  10. Das Maas-Männchen hat als Außenminister total versagt. Schade, dass ich jetzt nicht Generalsekretär der CDU bin. Ich würde ihn fertig machen, für seine Entlassung als Minister sorgen. Dann würden die anderen SPD-Minister aus Solidarität zurücktreten und CDU/CSU könnten bis zur Bundestagswahl eine Minderheitsregierung bilden. Richtig angestellt und gut publiziert, könnte diese Taktik einen statten Stimmengewinn zur Wahl bringen. Aber, was rede ich…?!?

    • Nicht nur Maas, auch Merkel und Seehofer müssten zurücktreten. Da sie aber jeden moralischen Kompass verloren haben, werden sie das natürlich nicht tun. Merkel schiebt die aktuellen Ereignisse ja schon Biden in die Schuhe, was zum Teil richtig ist. Sie hat sich aber ebenso der Tragödien schuldig gemacht, die jetzt in Afghanistan passieren. Historiker werden hoffentlich eines Tages zu der einzig richtigen Schlussfolgerung kommen, dass Frau Merkel ein Desaster für Deutschland und die Welt war.

      • Die zukünftigen Historiker gehören vielleicht selbst zu den Taliban oder sind Chinesen. Wir können uns schon jetzt dieses Urteil begründet erlauben.

      • Wer die Hintergründe der Entwicklung in Afghanistan etwas besser verstehen möchte, sollte sich 3,5 Stunden Zeit nehmen und diesen vierteiligen Themenabend von „arte“ ansehen (leider nur noch bis 11.09. abrufbar): https://www.arte.tv/de/videos/081554-001-A/afghanistan-das-verwundete-land-1-4/

        Nachdem sich die UdSSR und USA/NATO militärisch die Zähne an Afghanistan ausgebissen haben, scheint die Stunde der Chinesen gekommen zu sein. Die werden es allerdings intelligenter anstellen und Afghanisten wirtschaftlich von sich abhängig machen.

  11. Wo man singt, da lass Dich ruhig nieder, böse Menschen haben keine Lieder.
    Da die Taliban singend durch Kabul ziehen und auch das Gendern ablehnen, ist doch alles in bester Ordnung. So wird Mutti es zumindest darstellen. Die russische Botschaft ist voll besetzt und offen – auf ausdrücklichen Wunsch der inzwischen befreundeten Taliban.
    Die Negativ-Superlative für das Verhalten AfrikaKorps Karrenbauer und Maas fehlen mir.

    Zur rettenden A400 M. Diese Schrottmühle hat Turboprop-Triebwerke, deren Lebensdauer nach zwei Explosionen mit Totalverlust vom Hersteller mit 20 Betriebsstunden angegeben wird.
    Nun ist das Problem Turboprop durch den ehemaligen Junckers-Ingenieur Brandtner seit 1952 gelöst. Seine Kuznetzow-Motoren leisten 15.800 PS (Airbus = 6.000) und werden für 20.000 Betriebsstunden garantiert. Sie dienen als Antrieb für den russischen Atombomber „Bär“, mit 870 km/h das schnellste Propellerflugzeug der Welt und der einzige Bomber, der die Wasserstoffbombe „Tsar“ (60 Megatonnen) tragen kann. Die amerikanische B-52 ist mit acht Strahltriebwerken nur 20 km/h schneller.

    Warum hier keine Antonov-Maschinen (20 Mio. EUR) mit o.g. genannten Motoren bestellt wurden, ist rätselhaft und gehört vor einen Untersuchungsausschuss. Zur politischen kommt die technologische Impotenz.

  12. In den letzten 20 Jahren hatte die USA 2261 Milliarden US-Dollar für ihre Präsenz in Afghanistan ausgegeben. Von einem Tag zum anderen ist alles weg. Wie kann man nur derart versagen? Oh Jo.

    • Rechnen Sie das mal in Kosten pro getötetem Taliban um. Das ist ein Grund, warum die USA irgendwann genug haben, während die Taliban, denen so nur der Weg ins Paradies geebnet wurde, noch weiter machen können.

      • Rechnen Sie es lieber in Dollar je US-Bürger um (ca. 7.000 USD).
        Damit hätte sehr viel Sinnvolles in den USA getan werden können.

  13. Deutschland sollte jetzt genau NULL Afghanen aufnehmen und KEINEN mehr! Der Wohnraum ist jetzt schon knapp und wenn neue Wohnungen gebaut werden müssen, werden weitere Flächen versiegelt, was höchst problematisch ist, gerade als Lehre aus den Hochwasserkatastrophen! Mehr Zuwanderer heißt auch mehr Müll, mehr Energieverbrauch, mehr Lebensmittelverbrauch (sage mal einem Afghanen, er solle sich vegetarisch ernähren…).

    Ein tolles Wahlkampf-Thema für die AfD!!!

    • Deutschland sollte nicht pauschal jeden aufnehmen, der es irgendwie bis hierher oder auf dem Mittelmeer bis vor ein Schiff der Flüchtlingsindustrie geschafft hat. Aber es gibt durchaus Afghanen, die jetzt mehr deutsche Hilfe verdient hätten. Diese muss nicht zwingend in einer dauerhaften Aufnahme in Deutschland bestehen, doch treue Helfer ließen verantwortungsvolle Politiker nicht einfach sterben.

      • „Mir-doch-egal“-Merkel lässt das kalt. Sie wird, genau wie AKK und Heiko Maas, keinerlei Anlass sehen, Verantwortung zu übernehmen und für sich politische Konsequenzen zu ziehen, sondern alles dafür tun, dass diese Peinlichkeit bis zur Bundestagswahl aus dem öffentlichen Gedächtnis verdrängt wird.

      • Die Bundestagswahl ist doch Frau Merkel inzwischen auch egal. Es ist noch nicht entschieden, ob die Nachwelt ihre Inkompetenz hinsichtlich Sachfragen im Gedächtnis behalten oder ihren Nachfolger die Folgen ihrer Politik anlasten wird.

      • Man wird sehen. Sollte Lachet auf Grund seiner unterirdischen Beliebtheitswerte noch aus dem Rennen genommen werden (was ohne Weiteres vorstellbar ist), bleibt uns „Die beste Kanzlerin aller Zeiten“ sicher noch ein paar Jährchen erhalten …

      • Das glaube ich inzwischen nicht mehr. Afghanistan zeigt doch auch ihre ganze Inkompetenz überdeutlich und ist von daher ein passender Abschluss ihrer Amtszeit.

      • Mit der Afghanistan-Blamage endet Merkels Amtszeit noch lange nicht.
        Nach der Bundestagswahl müssen erst einmal Koaltionsverhandlungen geführt werden und die haben schon nach der letzten Bundestagswahl etwa ein halbes Jahr gedauert. Nach der heurigen Wahl werden die Verhältnisse aber voraussichtlich nicht klarer sein. Im Gegenteil.
        Bis überhaupt klar ist, wer regieren wird, fließt also noch viel Wasser die Spree hinab.
        Genug Zeit, Afghanistan noch zu toppen … 😖🙈😰

      • Wenn ich das wüßte … aber „Das Europäische Projekt“ ist doch zum Beispiel immer für teure Überraschungen gut. Oder wie wäre es mit einer Flüchtlingswelle aus Afghanistan? (es müssen ja nicht alle, die sich als Afghanen ausgeben, tatsächlich von dort kommen – dass man unterwegs gerne seine Papiere verliert, haben uns ja schon die vielen „Syrer“ bewiesen)

      • Eine Wiederholung von 2015 bedeutet, dass eben jeder unkontrolliert nach Deutschland darf, ob er nun in Afghanistan verfolgt wurde, dort andere verfolgt hat oder von ganz woanders kommt.

      • So ist es. Durch 2015 haben wir auch gelernt, dass in Syrien sehr viele Schwarzafrikaner leben. Davor wusste ich das noch gar nicht. *Ironie aus*

      • So wird es kommen. 2015 hielt die Bundesregierung jeden Ankömmling für eine nützliche „Fachkraft“ und ab 2021 sprechen wir von „Ortskräften“, die man jetzt nicht im Stich lassen darf. Wir werden ganz sicher noch Bauklötze staunen, wie viele „Ortskräfte“ aus Afghanistan gar nicht aussehen wie Afghanen …

      • Ganz so ist es nicht.

        Jörg Meuthen schrieb „Ja, wir haben eine moralische Pflicht, nach Maßgabe unserer Möglichkeiten nun auch jene Afghanen zu retten, die unmittelbar für uns gearbeitet haben und nun in äußerster Lebensgefahr sind“. Und weiter, dass das auch für deren Angehörige gelte, die ansonsten von den Taliban „per Sippenhaft gefoltert, missbraucht und getötet“ würden.

        Stellt sich natürlich die Frage, ob es gerechtfertigt war, all diese Menschen durch den mehr als fragwürdigen Einsatz der Bundeswehr überhaupt in ihre nunmehr missliche Situation zu bringen.

      • Die Rettung von bedrohten Ortskräften ist doch politisch und moralisch richtig, wobei das nicht zwingend eine Aufnahme in Deutschland voraussetzt.

      • Als die Franzosen Anfang der 60er Jahre ihre Kolonien in Nord- und Westafrika in die Unabhängigkeit entließen, mussten sie damals auch unbedingt die „Ortskräfte“ mitnehmen, die für sie gearbeitet hatten. Es sind genau deren Kinder und Enkelkinder, die heute die Banlieues der französischen Großstädte beherrschen und dort für ausufernde Kriminalität und Gesetzlosigkeit verantwortlich sind.

        Auch bei den ehemaligen Kolonialmächten Groß Britannien, Belgien und Niederlande gibt es sehr ähnliche Probleme mit den Nachkommen der einstigen „Ortskräfte“, die man mitnehmen musste.

        Wollen wir uns diese Probleme auch ins Land holen? Wir bekommen doch schon jetzt die Gewaltkriminalität und die Respektlosigkeit der „Flüchtlinge“ aus shitwhole countries nicht in den Griff. Wer solche Typen ins Land holt, darf sich nicht wundern, dass sie ihre Dritt-Welt-Manieren mit dem „Recht des Stärkeren“ mitbringen…!

      • Es geht hier um ganz andere Größenordnungen und die eigentliche Gefahr geht nicht von einer überschaubaren Zahl von Ortskräften aus, sondern einer Wiederholung bzw. Fortsetzung der fatalen Politik von Frau Merkel, jeden unkontrolliert ins Land zu lassen. Wenn die Taliban es nicht gewaltsam verhindern, werden Millionen Menschen aus Afghanistan fliehen.

      • Wenn Ortskräfte die deutschen Streitkräfte jahrelang tüchtig unterstützt haben, halte ich es für unwahrscheinlich, dass durch sie neue Problemviertel entstehen.

      • Richtig! Menschen, die in Slums, Höhlen oder Lehmhütten mit einer gewaltaffinen, archaischen Kultur groß geworden sind, wo nur das „Recht des Stärkeren“ gilt, werden kaum unsere Werte von Toleranz, Nächstenliebe und Rechtsstaatlichkeit teilen. Diese Menschen passen nicht zu uns!

      • Ich will die Welt teilen (Jalta_2.0)!
        Der radikalislamische Teil der Welt, ist mit modernen, westlichen Demokratien nicht kompatibel. Schluss mit No-Go-Areas! Radikale Moslems sollen in ihren Ländern machen, was sie wollen, samt Hand abhacken, steinigen, Kinderehen und Ziegel fi**en. Und wir halten uns dort vollkommen raus. Aber in unseren Staaten setzen wir unsere Lebendart, ohne „kultursentiblen“ Mist, knallhart durch. Die dort, wir hier. Nur so bekommen wir Frieden!

      • Ich denke nicht, dass das funktioniert. Richtig ist, dass der Westen viel zurückhaltender mit „humanitären Kriegen“ sein sollte. Es droht leicht, dass dadurch viel mehr Menschen geschadet als geholfen wird. Außerdem sollten wir unsere Werte in unseren Ländern verteidigen. Dazu gehört es, nicht jeden unkontrolliert ins Land zu lassen und schwere Normverletzungen bis hin zu Verbrechen nicht einfach zu dulden.

  14. Zur Erklärung des Taliban-Sieges brauchen wir keine okkulten Begründungen wie „Härte der Kriegsführung, fanatischer Islam …“. Die Taliban siegten, weil sie der Strategie George Washingtons gegen Cornwallis gefolgt sind. Sie haben ihre Bücher gelesen und die amerikanische Generalität eben nicht.
    Washington stand vor dem Problem, dass Cornwallis mit der am besten ausgerüsteten und diszipliniertesten Armee seiner Zeit anrückte. 93 Linienschiffe, 9000 Kanonen – allerdings wenig hilfreich in den Wäldern Virginias. Washington bezeichnete seine Truppen als einen „drunken rabble“ Er erkannte nach einigen desaströsen konventionellen Schlachten, dass er so nicht gewinnen konnte.
    Der Schwachpunkt des technologisch weit überlegenen Gegners war seine Angewiesenheit auf Nachschub – wie die Amerikaner in Afghanistan. Er beschränkte sich daher auf Angriffe auf den Nachschub mit mindestens dreifacher Überlegenheit und sofortigen Rückzug, ohne sich auf längere Gefechte einzulassen. Insgesamt führte diese Zermürbungstaktik zu hohen Verlusten und einer Kriegsmüdigkeit der Briten. Seine eigenen Truppen konnten dagegen als Trapper vom Land leben, ihre Bleikugeln selber gießen und waren ohne den Tross rasch beweglich.

    So haben auch die Taliban die große Ringstraße Afghanistans mehrfach unterbrochen, so dass vor allem die afghanische Armee extremen Nachschubmangel litt. Auch ihre Befehlsstruktur mit Rahmenaufträgen, zuerst entwickelt von Robert E. Lee – weiterentwickelt von der deutschen Wehrmacht – erlaubte eine Flexibiltät, die für den Gegner verwirrend war.
    Alle diese Faktoren führten als „war of attrition“ zur Ermüdung des Gegners, letztlich zu mehr als 3.000 Toten bei Amerikanern und Briten. Wie Washington beweisen die Taliban, dass man den Gegner nicht in offener Schlacht besiegen muss, um den Krieg zu gewinnen.
    Real generals talk about supplies, armchair generals discuss strategies.

    • Sie haben einen Teil des amerikanischen Unbhäbgigkeitskrieges gut erklärt. Erwähnt werden muss aber auch der preußische General Friedrich Wilhelm von Steuben, der George Washingtons Armee erst geformt hat. Als die Briten Söldner deutscher Fürstentümer gegen die Amerikaner einsetzen, hat von Steuben tausende von ihnen dazu bewegt, die Seiten zu wechseln. Diese, hauptsächlich hessischen Soldaten, trugen erheblich zum Sieg der Amerikanet über die Briten bei. Die meisten blieben nach der Unabhängigkeit in den USA und entflohen der Fürstenherrschaft in der Heimat. Herrlich beschrieben in dem Roman „Der Winter, der ein Sommer war“ von Sandra Paretti und vom HR sogar verfilmt.

    • So haben die Taliban jetzt nicht gesiegt, sondern die USA sind aus freien Stücken abgezogen, ihre Verbündeten gleich mit, woraufhin die afghanische Armee kollabierte, die davor mit etwas westlicher Hilfe die Taliban durchaus aus den Städten heraushalten konnte.

  15. Pingback: Taliban übernehmen Kabul und Afghanistan – Bernwards Blog

  16. Eben war die erste Pressekonferenz der Taliban in Al Djaseera: Sehr konziliant im Ton: Generalamnestie für alle, auch Angestellte der ausländischen Kampftruppen, Frauenrechte im Rahmen der Scharia garantiert. Ausdrückliche Aufforderung an Frauen, sich an der Regierung zu beteiligen.
    PR-Fehler: keine Frau auf dem Podium, allerdings fragende Journalistinnen im Publikum.

    Diese Konzilianz bedeutet für mich, dass man eine glatte Übernahme und eine Ausbreitung – am ehesten Richtung Pakistan – anstrebt. Die grenznahen pakistanischen Stämme – auch Paschtunen – haben bereits die Machtübernahme der Taliban begrüßt.
    Pakistan ist Atommacht.

    • Wenn die Taliban jetzt weniger brutal vorgehen sollten, würde ich das begrüßen. Es ist nicht jede Form des Islamismus gleich schlimm.

      Pakistan hat bislang die Taliban unterstützt, was Rückwirkungen auf Pakistan nicht ausschließt.

      • Sie träumen! Wahrscheinlich kennen Sie die Tricks der Taqiya auch nicht. Man darf lügen, betrügen, sich tarnen und verstellen, um der Macht Willen. Ganz ähnlich, wie im Kommunismus…!

      • Nein, Muslime dürfen nicht alles „um der Macht Willen“, sondern sie dürfen ihren Glauben gegenüber Ungläubigen verleugnen, wenn sie dadurch ihr Leben retten. Das ist doch völlig vernünftig und gerade nicht fanatisch im Gegensatz zu etlichen christlichen Märtyrern.

      • Sie wollen die Gefahr nicht sehen. Ihre Kinder werden es ihnen „danken“. Wenn es für Sie „gemäßigte Islamisten“ gibt, dann wohl auch „gemäßigte Rechtsextremisten“, oder sind Sie nur in die eine Richtung „tolerant“…???

        Ich verstehe Sie ja, Sie verdienen als verbeamteter Professor viel Geld und haben die „Pflicht zur Mäßigung“. Störungen Ihrer Vorlesungen, wie bei Professor Bernd Lucke in Hamburg wollen Sie natürlich nicht. An Ihrer Stelle würde ich es nicht anders machen… 🙄

      • Es geht hier nicht um politische Korrektheit oder Feigheit vor Feinden der Meinungsfreiheit, sondern sachlich richtige und wichtige Differenzierungen. Nicht jeder diesseits von Frau Merkel ist ein Nazi und ich differenziere durchaus zwischen Konservativen, Rechten, Rechtsradikalen, Rechtsextremisten, Neonazis und echten Nationalsozialisten. Ebenso sollten Sie nicht Moslems, Islamisten, islamistische Gewalttäter und Terroristen gleichsetzen.

  17. Pingback: Afghanistan-Einsatz endet diesen Monat und lässt viele in großer Gefahr zurück | Alexander Dilger

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