WerteUnion zerlegt sich wegen Vorsitzendem Otte

Die WerteUnion, ein Zusammenschluss konservativer Mitglieder von CDU und CSU, allerdings auch von Nichtparteimitgliedern und keine offizielle Parteigruppierung, zeigt Auflösungserscheinungen. Alexander Mitsch, „Früherer Chef der WerteUnion[,] tritt aus Protest gegen Nachfolger aus“. Der aktuelle Vorsitzende ist Max Otte. Zuvor hatte er als „Vorsitzender des Kuratoriums AfD-naher Stiftung [sein] Amt nieder“gelegt, nicht weil ihm die Desiderius-Erasmus-Stiftung zu rechts geworden wäre, sondern umgekehrt wegen aus seiner Sicht zu geringer Einbindung des Höcke-Flügels. Als CDU-Mitglied erklärte er früher, die AfD zu wählen. Nun beschimpfte er Friedrich Merz, der zuvor von der WerteUnion unterstüzt worden war. Dieser dürfe „kein Staatsamt übernehmen, auch wenn die Lobbytätigkeit ruht“. Im Gegenzug rief Herr Merz zum Verlassen der WerteUnion auf. Hans-Georg „Maaßen lässt Mitgliedschaft in WerteUnion ruhen“ wegen Herrn Otte, obgleich er selbst ähnlich angefeindet wird. Der komplette Landesverband Bayern hat die WerteUnion wegen Herrn Otte verlassen und etliche Landesvorstände sind zurückgetreten.

Das unterstreicht einmal mehr, wie schwer es ist, vernünftige konservative Politik zu machen. Von vielen Politprofis und auch Journalisten kommt die Diffamierung als rechts = rechtsextrem (was auch Herr Laschet nicht wirklich differenziert, siehe „Rechts? Rechtsradikal? Rechtsextremistisch?“). Das lockt dann echte Rechtsradikale an sowie Opportunisten, die sich ihnen anbiedern wie Herr Otte oder innerhalb der AfD z. B. Frau Petry und ihr Mann seinerzeit und Frau Weidel aktuell. Am Ende ist eine solche Organisation dann tatsächlich radikal statt konservativ, was so ziemlich das Gegenteil ist, weshalb sich die seriösen Mitglieder auch alle verabschieden, ohne eine echte Alternative zu finden, die konservativ ist und bleibt.

60 Gedanken zu „WerteUnion zerlegt sich wegen Vorsitzendem Otte

  1. Die WU war und ist eigentlich ohne Chance etwas zu bewegen. Herrn Otte ist aber ein gewisses Standing zuzutrauen. Eine kleine Wahrscheinlichkeit gibt es, dass er zusammen mit anderen (relativen) Schwergewichten wie Herrn Maaßen etwas erreicht und zwar entweder doch noch einen gewissen Einfluss auf die Union zu erzielen oder aber eine Neugründung mit besseren Aussichten als z.B. LKR. Herr Maaßen hält sich sinnvollerweise aus dem Vereinskleinklein heraus. Er überzeugt durch besonders seriöses und kompetentes Auftreten, ihm ist der Einzug in den Bundestag unbedingt zu wünschen!
    Viele in der WU wie Herr Mitsch u.a. zeigen nun sehr deutlich ihre mangelnde Team- und Demokratiefähigkeit. Sie sind offenbar kaum willens und fähig für eine tatsächliche politische Wende einzutreten. Durch ihren Rückzug aus der WU hoffen sie nun auf etwas Anerkennung durch den reformunfähigen alten CDU-Apparat? Vielleicht gelingt es ihnen durch ihr Verhalten sogar, wieder einen Beisitzerposten im Ortsverein zu ergattern. Lächerlich, sorry. Ein ganz klein wenig mehr Mut muss man schon mitbringen.

    • Bei der Wahl von Herrn Otte waren das vielleicht unwahrscheinliche Möglichkeiten, die er jedoch verspielt hat. In der CDU ist die WU nun völlig erledigt (und in der CSU gar nicht mehr vorhanden). Für eine erfolgreiche neue Partei fehlt jede Differenzierung zur AfD, in die Herr Otte wechseln müsste, wenn er konsequent wäre.

      • Zwar ist oder scheint Herr Otte unstet und unklar, was seine Einstellung zu den verschiedenen Strömungen in der AfD angeht. Er ist aber ganz klar nicht in einen Topf mit Höcke zu werfen. Bestes Beispiel: Sein „Neues Hambacher Fest“. Da treffen sich Konservative und Liberale mit bürgerlichen Werten, man hat einen glaubhaften Eindruck von Anstand und Integrität. Das ist bei diesen Kyffhäusertreffen um Höcke definitiv anders, da wirkt vieles unappetitlich, abstoßend und inakzeptabel, was den Führerkult und den Duktus vieler Reden angeht.

      • Von wegen bürgerlich. Herr Otte hat sich mehrfach als Flügel-Sympathisant geoutet. Er ist ein Kapitalismuskritiker und Kulturpessimist in der Tradition Oswald Spenglers, der tatsächlich viel eher in die AfD gehört als in die CDU. Denjenigen, die auf eine konservativ-liberale Wende hoffen, leistet er einen Bärendienst. Er macht binnen weniger Wochen die mühevolle Aufbauarbeit der WerteUnion zunichte. Meine Sympathien hat Herr Otte jedenfalls nicht, denn er zieht keine klare Grenze zum Rechtsradikalismus. Herr Dilger hat die Grundproblematik treffend beschrieben.

      • @GL: Bürgerliche Mehrheiten haben überhaupt nur dann noch eine Chance, wenn die ganze Bandbreite von Patrioten (keine Rechtsextreme) bis hin zu Liberalen zusammenfinden, also Christlich-Konservative wie Maaßen, Otte oder Kelle, aber auch Liberale a la R. Zitelmann oder A. Dilger und wegen mir auch Libertäre wie M. Krell. Allen gemeinsam ist ein klares Bekenntnis zum Rechtsstaat, zum Grundgesetz, zur sozialen Marktwirtschaft, zur Meinungsfreiheit. Diesen Grundkonsens gilt es zu verteidigen bzw. ihm wieder zu einer Mehrheit zu verhelfen. Dieser Grundkonsens wird von der Union wenn überhaupt nur noch plakativ,, aber nicht mehr in realer Politik vertreten.

      • Doch dieser Grundkonsens wird auch vom Höcke-Flügel nicht geteilt, den Herr Otte unterstützt hat, während die CDU unter Herrn Laschet vielleicht noch zum Jagen getragen werden könnte.

  2. Es gibt kein richtiges Leben im falschen. Die CDU ist schon lange eine Linkspartei und weder christlich noch demokratisch. Konservative haben da nichts mehr verloren, sondern werden sogar noch angegriffen und zum Austritt aufgefordert. Die CDU ist schlichtweg nicht mehr reparierbar.

    • Deshalb ist es wichtig, immer neue Anläufe zur Etablierung einer seriösen konservativen Konkurrenz zu unternehmen. Wenn man es nicht versucht, wird es auch nicht gelingen.

      • Richtig, aber die Werte-Union hat keine Perspektive, spätestens seitdem Laschet geflissentlich der Aufforderung der Medien nachgekommen ist, sich von ihr zu distanzeren. Die CDU hat viel zu sehr Angst vor den Medien, um ihren linksradikalen Kurs zu ändern. Und warum auch bei 30 Prozent Zustimmung?

      • Die CDU wird sich nach dem Abgang von Frau Merkel wandeln. In welche Richtung das geschieht, ist noch offen. Die WerteUnion war immer nur eine kleine Kraft dabei, die jetzt ganz ausfällt. Es wäre gut, wenn insbesondere die CSU sehr schlecht abschneidet, um Herrn Söder von seinem grünen Verbotskurs abzubringen.

      • Wenn man jedoch immer wieder dieselben Fehler macht, darf man sich nicht über mangelnden Erfolg wundern. LKR ist hier das beste Beispiel. Aber auch das Kippen der AfD ist noch nicht hinreichend aufgearbeitet worden. Am gefährlichsten sind gar nicht die Rechtsextremisten selbst, sondern die ihnen gegenüber offenen Opportunisten, zu denen leider auch Herr Otte zählt.

      • Herrn Otte würde ich eher als Idealisten beschreiben, naturverbunden, etwas romantisch verklärend usw., aber politisch bis auf weiteres nicht als Opportunisten. Die Nähe zu dem Höcke-Flügel war eher punktuell und nicht nachhaltig. Es ist unwahrscheinlich, dass Otte bei einem (ex-) Flügel-Auftritt mitmacht und zwischen Höcke, Kalbitz und sonstwem eine Rede hält. Und für den sehr unwahrscheinlichen Fall, dass er doch mit solchen Leuten zusammenarbeiten sollte, würde er sich mit diesen ins rechtsradikale Abseits verabschieden.

      • Zustimmung zu Söder! Nach der Auseinandersetzung mit der CDU über den mangelnden Grenzschutz im Sommer 2019 hat er eine Pirouette nach links gemacht, daß selbst Drehhofer schwindelig wurde. Für mich der opportunistischste Politiker nach Merkel. Die CSU hat bald fertig in Bayern. Wer die Grünen hofiert und kopiert, macht sie nur noch stärker. Siehe Merkel.

      • Herr Söder ist noch opportunistischer als Frau Merkel, aber zum Glück so plump, dass er damit weniger erfolgreich ist. Allein schon deswegen bin ich für Herrn Laschet als Kanzler, damit Herr Söder nicht 2025 für die Union antreten kann. Ist das CSU-Wahlergebnis im September nur schlecht genug, wird Herr Söder seinen Kurs ohnehin gleich wieder ändern. Also bitte ich alle Bayern, zur Wahl zu gehen und diesmal nicht die CSU zu wählen.

      • Versuchen Sie es mit den Freien Wählern Bundesvereinigung

      • @ Alexander Dilger

        Ihre Bitte scheint erhört worden zu sein: https://www.sueddeutsche.de/bayern/aktuelle-umfrage-csu-bricht-auf-38-prozent-ein-1.4047505

        Das beweist zeigt doch, daß der billige Copy & Paste-Kurs von Söder nach hinten losgeht. 15 Prozent für die linksradikalen Grünen im strukturkonservativen Bayern ist ein Desaster für die CSU. Wer die Grünen kopiert, macht sich für den Wähler überflüssig, die sich lieber gleich für das Original entscheiden.

        Überhaupt ist Söder ein Verlierertyp. Welche Wahl hat er jemals gewonnen? 10 Prozent bei der LTW 2019 verloren und im Zweikampf gegen den schwachen Laschet unterlegen. Bis jetzt hat der Mann auf seiner Position noch nichts geleistet.

      • Herr Söder zeigt, dass offensichtlicher Überopportunismus schädlich ist. Er ist schlecht für die CSU, Bayern und ganz Deutschland.

    • Die CDU ist vor allem ein Kanzlerwahlverein. Mit Frau Merkel ist sie nach links gerückt. Mit Herrn Laschet wird sie nicht konservativ werden, aber hoffentlich wieder mehr in die Mitte zurückkehren. Eine toxische AfD ist jedoch kein potentieller Koalitionspartner und stärkt dadurch die linken Parteien.

      • Man stärkt den Linkskurs der (ehemals) bürgerlichen Parteien wie FDP und Union indem man zu ihnen nach einer Schamfrist zurückkehrt. Dadurch läßt man sie wissen, daß sie so weitermachen können.

      • Es ist eine Frage der Alternativen. Zwischen CDU und FDP könnte man jeweils das kleinere Übel wählen, um den Kurs in die Richtung zu verschieben. Vielleicht werden die Freien Wähler noch eine ernsthafte Option, während die AfD faktisch die linken Parteien stärkt, wie immer Sie zu ihren Inhalten stehen mögen.

      • „Zwischen CDU und FDP könnte man jeweils das kleinere Übel wählen, um den Kurs in die Richtung zu verschieben.“

        Genau dieses Wechselwahlverhalten wird doch seit Jahrzehnen von vielen bürgerlichen Wählern betrieben. Hat das die Linksverschiebung beider Parteien aufgehalten?

        Es gibt keine richtige Wahl innerhalb der falschen. Und die Tatsache, daß die alten großen Parteien fast überall in Westeuropa im Abwind sind, zeigt, daß die Wähler das auch begriffen haben – außerhalb Deutschlands.

      • Es mangelt eben an einer seriösen Alternative. Die AfD trägt den Anspruch im Namen, kann ihn aber nicht mehr einlösen und trägt zur Linksverschiebung bei. Am meisten Hoffnung macht noch, dass sich die Grünen gerade selbst zerlegen und Frau Merkel nicht mehr antritt.

      • Ich würde nicht allzu viel Hoffnung auf die Freien Wähler setzen. Ihr parlamentarischer Beginn hier in RLP ist enttäuschend. Ein Klimaantrag, mit dem sie die Grünen zu überholen versuchen, und gleich am Anfang ihrer Arbeit, bevor sie überhaupt irgendetwas geleistet haben, die Zustimmung zur Erhöhung ihrer Abgeordnetendiäten.
        Tatsächlich gibt es auch keine „Lücke“ zwischen AfD und FDP, in der eine weitere, neue Partei hineinstoßen könnte. Die Karten würden erst neu gemischt, sollte die AfD durch ihre inneren Streitigkeiten zerbrechen.

      • Die AfD ist doch eigentlich schon mehrfach zerbrochen und der Höcke-Flügel hat sich durchgesetzt. Damit ist die AfD nicht mehr wählbar und schon gar nicht koalitionsfähig. Können FDP und Freie Wähler tatsächlich die dadurch wieder vorhandene Lücke schließen?

  3. Herr Prof. Otte äußerte sich auch schon recht sozialdemokratisch wie ja auch schon mancher aus der AfD. Ich bin weder konservativ noch rechts: Wie würden Sie bzw. Kommentatoren beide Begriffe definieren?

    • Ist man „rechts“, wann man für konsequente Strafverfolgung und Erhöhung der inneren Sicherheit ist?

      Ist man „links“, wenn man dafür ist, dass Kleinverdiener und Bezieher geringer Renten besser gestellt werden müssen?

      „Rechts“ wird heute leider als Totschlagargument verwendet, „Links“ für „moralisch Edle“. Wer die Sorache beherrscht, beherrscht die Gedanken.

      Die Begriffe „rechts“ und „links“ taugen heute nicht mehr so, wie noch zu Zeiten des Kalten Krieges.

      • Die an sich sinnvollen Begriffe, die natürlich immer nur eine grobe Orientierung boten und nie die ganze Fülle politischer Positionen differenzieren konnten, haben in Deutschland ihre Funktion verloren, weil hier inzwischen „rechts“ als schlimmer gilt als „linksextrem“. Richtig wäre es hingegen, „rechts“ und „links“ symmetrisch zu behandeln und jede Form von Extremismus abzulehnen.

      • Diese Gleichbehandlung ist nicht sinnvoll, wenn man sich überlegt, dass in den letzten Jahren deutlich mehr Tötungsdelikte von Rechtsextremen verglichen mit Linksextremen begangen wurden.

      • Es gab mehr links- als rechtsextremistische Gewalttaten und auch mehr versuchte Tötungen, die allerdings seltener erfolgreich waren.

      • Mehr „rechte“ Tötungsdelikte?
        Nur, wenn man jeden Verrückten als „rechts“ einstuft!
        Glaube keiner Statistik, die Du nicht selbst gefälscht hast…!

      • Das sind nicht die offiziellen Zahlen. Analog könnte man jeden Raubmord als linksextremistisch zählen, weil er sich gegen die Eigentumsverhältnisse richtet.

  4. Menschen im Spektrum tun sich generell schwer damit, Kompromisse zu schließen. Dazu kommt die traditionelle Ausgrenzung rechten Gedankengutes in der BRD bzw. der Druck auf das entsprechende Milieu. Beides ist hinderlich für die Entwicklung unproblematischer zwischenmenschlicher Beziehungen.

  5. Ich finde es gut, dass Sabine im Dilger-Blog die „Etablierung einer seriösen konservativen Konkurrenz“ anmahnt.
    LKR ist die einzige Partei, die es in diesem Spektrum versucht. Die WU ist keine Partei. LKR dagegen ist bundesweit aufgestellt und hat die nötige Unterstützung in den großen Bundesländern zusammen. Wir unternehmen was und treten an.
    Wenn es uns gelingt, mit ein paar Prozent in die Parteienfinanzierung zu kommen, können wir wachsen. Momentan ist ALLES ehrenamtlich, auch finanziell.
    Aktiv werden kann man in Parteien. So ist die Demokratie in Deutschland aufgestellt. Mosern in den eigenen Bart bringt dagegen nichts.
    Geringe Aufmerksamkeit oder mangelnde Präsenz ist kein Argument gegen das Wählen einer aufstrebenden Partei, die das liberale, aber auch wertkonservative Spektrum mit ihrem Programm glaubwürdig besetzt: LKR.de.

    • Für die Parteienfinanzierung würden 5 Promille ausreichen, doch für LKR wäre ein Promille schon außergewöhnlich viel. Das dient der bürgerlichen Sache nicht. Die pessimistische Einschätzung wäre, dass es eben doch keine Lücke zwischen AfD und Union gibt. Ich denke hingegen, dass die Lücke riesig, aber schwer zu füllen ist. LKR zeigt, wie es nicht geht.

    • Wenn LKR wider Erwarten Erfolg hätte, würde die Partei von den Regierenden die AfD-Spezialbehandlung erfahren. Dann würden die Bürgerlichen wieder aus Angst vor Konsequenzen im Berufs- und Privatleben das Boot verlassen, und man stände wieder bei Null. Es ist ein Trugschluss zu glauben, daß eine erfolgreiche LKR bei der Lufthoheit der Linken über die veröffentlichte Meinung eine faire Behandlung bekommen würde, weil man sich noch seriöser und bürgerlicher gibt.

      • Das ist rein hypothetisch, weil LKR nicht erfolgreich sein wird. Wahrscheinlich gäbe es Ausgrenzungsversuche, aber ebenso könnte LKR auch umarmt und ein zahmer Koalitionspartner werden. Doch wer braucht z. B. eine eurokritische Partei, die für den Euro ist? Vor allem kämen bei einem Wahlerfolg wieder ganz viele Opportunisten und auch Extremisten, gegen die LKR keine erkennbaren Sicherungen eingebaut hat.

      • LKR ist tot, aber ich spreche hier ein allgemeines Dilemma bürgerlicher Politik an, seitdem die CDU in das linke Lager übergewechselt ist. Die linke Meinungshoheit in Medien, Politik und Wissenschaft ist derart stark, daß jedes, aber auch jedes neue bürgerliche Parteiprojekt sofort an den weit rechten Rand geschrieben werden würde und so für die breite, unterinformierte Wählermasse gesellschaftlich unmöglich gemacht werden würde.

        Übrigens gibt es seit jüngstem ein interessantes Projekt, daß in Reaktion auf die jahrzehntelange Verfemung konservativer und rechter Ideen an den Universitäten entstanden ist: https://gegenuni.de/

      • @Eurokanadier -Ich stimme Ihrer Prognose zu. Einerseits wurden zu van Suntums Zeiten in NRW Vortragsveranstaltungen der ALFA/LKR von der Antifa sabotiert (die Antifa ist zuweilen das Werkzeug von CDU und SPD für das Grobe); andererseits gab es zu diesen Zeiten im Bemühen um Marktdifferenz und Marktgeltung bei Vielen in der LKR die Neigung, sich teilweise des Werkzeugs der AfD zu bedienen- was zur Demission des Vorstands führte. Das würde mit Sicherheit wieder ausgegraben werden.

      • Warum sollte jemand LKR wählen, wenn sie sich gar nicht von der AfD unterscheiden? Seriöser sind sie jedoch zugleich leiser und erreichen nicht genug Aufmerksamkeit.

  6. Ich habe einige Bücher von Herrn Professor Otte, oder fast alle, alle wirtschaftsbezogen, und ich bin Mitglied dort im Privatinvestorclub. Ich lese 52 mal im Jahr seine wöchentlichen Analysen. Er ist ein konservativer Investor, im Gegensatz zu mir. Mir gefallen seine Analysen in seiner Sprache, da er dem Aktionär nicht nach dem Munde redet. Seine Wahrheiten sind übrigens fundiert. Es ist besser, wenn er die politische Bühne verlässt. Eine Bühne voller Missgunst und Unehrlichkeit.

    • An Max Otte kann man sich reiben. Das ist sogar erwünscht. Ja-Sager haben wir schon genug! Aber er ist definitiv niemand auf dem Rechtsaußen-Lager! Noch besser als Otte gefällt mir allerdings Markus Krall.

      • Herr Otte hat, wie vor ihm z. B. Frau Petry und Herr Meuthen, den Höcke-Flügel unterstützt. Damit ist er in der Union einschließlich WerteUnion am falschen Platz und könnte auch nicht glaubwürdig in einer neuen bürgerlichen Partei mitmachen.

      • Es wird mit Sicherheit auch in der Union einen Höcke-Flügel geben, der nicht nur aus Herrn Otte besteht. Herr Otte und andere sind aber mE keine glühenden Höcke-Verehrer mit Führerkult usw. wie der Original-Flügel, sondern Leute die punktuelle Gemeinsamkeiten mit Höckes Ansichten haben, aber sehr wahrscheinlich nicht das „volle Programm“ unterstützen.

      • Punktuelle Gemeinsamkeiten gibt es immer, aber deswegen würde man solche Leute doch nicht hofieren oder sogar ein Amt aufgeben, weil man sie nicht hinreichend eingebunden findet.

  7. “ Ich habe einige Bücher….“
    Ja Wettschuldenbuch .

    Dieser Tom Rohrböck, so ein Hochstapler, der soll wirklichen wen von der AfD reingelegt haben.
    Eine Blonde aus Bayern kann man reinlegen in Luxushotels.
    Der hat behauptet ,er kennt sehr viele Ö-Spitzenpolitiker. Blond und Wichtig.
    Von welchen Zeiten, lieber Tom?
    Ja aber , der FPÖ Finanzminister in den Haider- Zeiten. den
    Karl Heinz Grasser.
    hat 8 Jahre Haft kassiert,haben die wie Wiener Liedermacher schon vorher gesungen
    Nettes Lied:

  8. Zur Diskussion um Otte: Diese kommt nicht überraschend. Hätte ich die Wahl zwischen Herrn Otte und Herrn Maaßen würde ich mich wohl eher für Herrn Maaßen entscheiden. Mein Punkt ist nur der: Das konservativ-bürgerliche Lager darf sich nicht schon beim kleinsten Windhauch von allen und allem möglichen distanzieren. War es zunächst die Distanzierung von der ganz besonders bösen AfD, so ist nun Herr Otte dran und Herr Maaßen auch. Wer sind die nächsten? Es geht immer so weiter. Dann geht es gegen weitere „Abtrünnige“ bei der Union – und auch bei der FDP gerieten und geraten Leute wie Kemmerich, Papke, Kubitzki, Scheffler oder Frau Teuteberg unter Druck. Das kann es doch wirklich nicht sein.

    • ‚Jeder hat Grenzen‘, selbst islamistische Terrorgruppen. Die Frage ist, wo man diese zieht. Ich würde mit jedem reden, aber nicht mit verfassungsfeindlichen Extremisten zusammenarbeiten. Die ganze AfD gebe ich deshalb noch nicht verloren, doch der Höcke-Flügel liegt jenseits meiner Grenze. Das eigentliche Problem sind dann Leute wie Herr Otte oder auch der Rest der AfD (einschließlich Ihnen), die vermutlich diesseits dieser Grenze liegen, aber keine Probleme mit Leuten jenseits haben, sondern mit ihnen aktiv kooperieren wollen. Die Gefahr ist natürlich, dass dann durch „Kontaktschuld“ die Grenze immer enger wird. Die Lösung liegt vermutlich darin, auch direkte Verbündete von Extremisten abzulehnen, im konkreten Fall also Herrn Otte oder vorher in der AfD Frau Petry, nicht aber wiederum deren ganzen Kontakte etc.

  9. Die entscheidende Frage ist nicht, ob es Rechtsextreme gibt, von denen man sich distanzieren muss, sondern wer entscheidet, ob jemand rechtsextrem ist. Solange die Definitionshoheit bei den etablierten Parteien und den ihnen nahestehenden Behörden und Medien liegt, kann auch eine „bürgerliche“ Partei unter Druck gesetzt werden, indem man behauptet, sie biete Rechtsextremen Unterschlupf. Zugleich wird die Abwehr gegen wirkliche Rechtsextreme in neuen Parteien geschwächt, weil viele Mitglieder aus Trotz gegen parteipolitisch motivierte Stigmatisierung (oder weil solche Begriffe für sie jeden Sinn verloren haben) solche Personen in Schutz nehmen.

  10. Wenn man die tollen Begründungen zur einzigen (!) Wahlalternative hier liest,
    – ich erwähne nur die hervorragende Analyse von gestern, den Autor lasse ich mal weg:
    „Warum sollte jemand LKR wählen, wenn sie sich gar nicht von der AfD unterscheiden? Seriöser sind sie jedoch zugleich leiser und erreichen nicht genug Aufmerksamkeit.“
    – so ist doch jetzt eines sonnenklar: Die LKR ist mausetot, und das kann man hier nachlesen. Beschäftigt hat sich Niemand mit deren Programm, abeeeeer —hüstel.

    • Sie schreiben es selbst, auch wenn Sie es nicht glauben können: „Die LKR ist mausetot“. Ohne zu wissen, wer sonst noch zur Bundestagswahl antritt, gehe ich jede Wette ein, dass LKR wieder auf dem letzten Platz landen wird. Das hat mit dem Programm gar nichts zu tun. Das liegt auch nicht an mir, sondern der gesamten Aufstellung und Historie der Partei. Wer vernünftige Politik machen will, müsste doch erst einmal diese einfachen Tatsachen zur Kenntnis nehmen, um gegebenenfalls darauf zu reagieren.

  11. Herr Professor Otte hat vor einer Stunde mir eine Nachricht übermittelt: Sollte Sie, Herr Professor Dilger, interessieren:
    Gazprom – steigende Öl- und Gaspreise lassen den Kurs der Aktie steigen. Im letzten Herbst hatte die Aktie von Gazprom noch ein Mehrjahres-Tief bei 3,22 Euro. Seitdem konnte sich der Kurs mehr als verdoppeln. Ein höherer Gasabsatz wegen des kalten Winters und weiter steigende Preise für Gas und Öl haben für diese Entwicklung gesorgt. Der Umsatz dürfte sich 2021 auf ca.36 Milliarden Dollar, nach etwa 20 Milliarden Dollar im letzten Jahr, erhöhen. Die nächste Dividendenzahlung
    findet aller Voraussicht nach im August statt.

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