Diskussionspapier zur weiteren Entwicklung von Vorstandsabfindungen

Das Diskussionspapier des Instituts für Organisationsökonomik 5/2021 von Ute Schottmüller-Einwag und mir behandelt „Entwicklungen der Vorstandsabfindungen von 2010 bis 2019“. Es führt die Untersuchungen im ‚Diskussionspapier zur Empfehlung von Abfindungsobergrenzen‘ zeitlich fort. Die Zusammenfassung lautet:

Dieser Beitrag untersucht die Entwicklung der Akzeptanz der Empfehlung G.13 Satz 1 des Deutschen Corporate Governance Kodex (in der Fassung vom 16. Dezember 2019, vormals 4.2.3 Abs. 4 Satz 1), die für vorzeitige Vertragsbeendigungen von Vorstandsmitgliedern Abfindungsobergrenzen vorsieht. Die Abfindungshöhen der vorzeitig ausscheidenden Vorstandsmitglieder von DAX-Unternehmen im Verhältnis zu Jahresvergütung und Restvertragslaufzeit sind im Zeitraum 2015 bis 2019 signifikant niedriger als zwischen 2010 und 2014. Ein signifikanter Rückgang der Abfindungsfälle kann hingegen nicht nachgewiesen werden. In den Erklärungen nach § 161 AktG der DAX-Unternehmen ist die Abweichungsquote bezüglich der untersuchten Empfehlung rückläufig, jedoch wird eine Überschreitung der empfohlenen Obergrenze in keinem der Fälle in der folgenden Erklärung erwähnt. Schließlich gibt es zunehmend andere Formen großzügiger Zahlungen an ausscheidende Vorstandsmitglieder neben den nicht mehr so üppigen Abfindungen.

4 Gedanken zu „Diskussionspapier zur weiteren Entwicklung von Vorstandsabfindungen

  1. Über manche Abfindungssummen kann man nur den Kopf schütteln, zumal wenn es einen Manager betrifft, der einen schlechten Job gemacht hat. Das wäre trotzdem dann in Ordnung, wenn die Eigentümer, also die Aktionäre, den zustimmen müssten.

    Wie in der Politik, so bestimmen auch in der Wirtschaft meistens nur einige wenige, die sich für „Eliten“ halten. Um es noch deutlicher zu sagen, mir sind Großkonzerne ohne eine echte Inhaberfamilie, die mit ihrem guten Namen für Qualität steht, suspekt. Ja, vielleicht bin ich altmodisch… 🤪

    • Gerade wer einen schlechten Job macht, könnte eine hohe Abfindung fordern, um eher Platz zu machen für einen besseren Nachfolger. Richtig ist, dass die Aktionäre mehr Einfluss in solchen Fragen erhalten sollten. Immerhin ist es ihr Geld.

  2. Soweit mir bekannt ist, wurde das Buch schon 2018 geschrieben. Frau Ute Schottmüller-Einwag schrieb, dass die empfohlenen Obergrenzen trotz anderslautender Erklärungen mehrheitlich überschritten würden. Sie hat ja aufgrund ihrer Analysen einen Gestaltungsvorschlag eingeleitet.
    Was hat sich nun bis heute getan? Ich habe das Buch von Frau Ute Schottmüller-Einwag nicht gelesen, allerdings einige Leseproben.

    • Zumindest ein Teil des Vorschlags wurde umgesetzt. So wird die Obergrenze nicht mehr für den Anstellungsvertrag gefordert, wo sie ohnehin wirkungslos bleibt, sondern für den Auflösungsvertrag. Das neue Diskussionspapier deckt fünf weitere Jahre ab, in denen die Abfindungshöhen geringer ausfielen. Allerdings gab es dafür mehr andere Zahlungen und sogar Abfindungen in Fällen, wo die Vorstände von sich aus gehen wollten.

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