Impfkampagne für Kinder und Jugendliche

Die „Videoschaltkonferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder am 27. Mai 2021“ hatte die „Impfkampagne zur SARS-Cov2-Pandemie“ zum Gegenstand, insbesondere das Impfen von Kindern und Jugendlichen von 12 bis 15 Jahren. Für sie gibt es einen Zulassungsantrag hinsichtlich des Impfstoffs von Biontech/Pfizer. Jugendliche ab 16 Jahren dürfen schon damit geimpft werden, für Kinder unter 12 Jahren ist bislang keine Zulassung beantragt. Wenn die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) dem Antrag entspricht, dürfen auch Kinder und Jugendliche von 12 bis 15 Jahren geimpft werden und werden sie ab dem 7. Juni, wenn die Priorisierung der Impfungen beendet wird, in die Impfkampagne einbezogen. Sie sollen wie alle Älteren bis Ende des Sommers, also bis zur Bundestagswahl, ein Impfangebot erhalten. Die frühere Zusage, für diese Altersgruppe würden zusätzliche Impfstoffe bereitgestellt und eine eigene Form der Priorisierung geschaffen, wird widerrufen bzw. in das Ermessen der Bundesländer gestellt. Schließlich soll ein „sicherer Schulbetrieb“ unabhängig vom Impfstatus gewährleistet werden, also auch keine Impfpflicht durch die Hintertür erfolgen.

Der letzte Punkt ist auf jeden Fall zu begrüßen, wobei die Schule bislang häufig ausfiel oder nur sehr eingeschränkt stattfand, obwohl insbesondere Kiinder, aber auch Jugendliche von der Pandemie selbst viel weniger betroffen oder gar gefährdet sind als Erwachsene, während sie die politisch verordneten Gegenmaßnahmen besonders hart treffen. Reine Impfangebote ohne Pflicht sind grundsätzlich zu begrüßen, können Eltern jedoch in Gewissenskonflikte stoßen. Insbesondere ist es bedenklich, wenn gegen eine begründete Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) geimpft werden sollte. Es ist einfach noch nicht klar, ob die Impfungen den Kindern und Jugendlichen nicht insgesamt mehr schaden als nutzen. Recht klar ist hingegen, dass die erst in Aussicht gestellte und nun widerrufene Idee einer Priorisierung dieser Altersgruppe keine gute Idee war. Älteren Menschen nutzt das Impfen eindeutig mehr, weshalb sie nicht systematisch später geimpft werden sollten. Schon die Aufhebung jeder Priorisierung ist deshalb problematisch.

20 Gedanken zu „Impfkampagne für Kinder und Jugendliche

  1. Die Hintertür für die Impfpflicht beseht im Testzwang und wahrscheinlich noch einer Reihe weiterer Schikanen für Nichtgeimpfte, die sich die Zeugen Coronas ganz gewiß noch ausdenken werden.

    • Der Testzwang geht doch gerade mit der Inzidenz zurück. Die „Bundesnotbremse“ ist fast überall außer Kraft. Das wird auch über den Sommer so bleiben. Die spannende Frage ist, was im Herbst und Winter passiert. Wenn sich hinreichend viele impfen lassen, gibt es hoffentlich keine weitere Welle an Neuinfektionen mehr.

      • Unsere Regierungspolitiker werden jeden noch so geringen normalen Anstieg im Herbst (gegenüber den viel niedrigeren Sommer-Werten) als Beginn der vierten Welle dramatisieren, selbstverständlich mit neuen, wieder „besonders gefährlichen“ Mutanten. Dementsprechend sind auch erneute Lockdown-Maßnahmen nicht auszuschließen.

  2. Ich kann überhaupt nicht nachvollziehen, warum Teile der Politik so „scharf“ darauf sind, die Kinder durchzuimpfen (aber ich verstehe die gesamte Corona-Politik kaum). Machen die Eltern so starken Druck? Ich würde mein Kind nicht impfen lassen, wenn es ohne relevante Vorerkrankungen wäre. Ich vermute nämlich auch, dass hier der Schaden größer ist als der Nutzen. Kinder erkranken nicht nur extrem selten schwerer an Covid-19, sondern auch die Impfreaktion dürfte (noch) stärker ausfallen. Zudem ist der Impfstoff immer noch knapp, sodass im Zweifel älteren Menschen mit höherem Erkrankungsrisiko der Impfstoff länger vorenthalten bleibt.

    Ich bin kein genereller Impfgegner, aber man konnte in den letzten Tagen den Eindruck gewinnen, unsere Gesellschaft befinde sich in einem „Impfwahn“, der auch vor den Kindern nicht halt macht. Das passiert halt, wenn die Menschen in eine irrationale Dauerpanik versetzt werden.

    • Insbesondere Herr Drosten führt doch von Anfang bis heute an einen Feldzug gegen Kinder mit z. T. absurden Interpretationen seiner eigenen anderslautenden empirischen Daten. Die meisten Eltern sind verunsichert, sollten allerdings tatsächlich von einer Impfung ihrer Kinder absehen (außer bei relevanten Vorerkrankungen) und lieber sich selbst impfen lassen. Insbesondere Herr Spahn lädt hier weitere Schuld auf sich, was wir ihm nicht verzeihen sollten.

    • Sehr berechtigte Fragen, hoffentlich knickt die STIKO nicht vor dem enormen politischen Druck ein. Die Diskussion muss geführt werden, ich bin auf Antwort(versuche) gespannt.

  3. COVID-Infektionen laufen bei Kindern so ab: Die große Mehrzahl der Kinder wird die Infektion früh ohne wesentliche Symptome durchmachen und damit bis ins frühe Erwachsenenalter immun sein.
    Eine Impfung ist medizinisch nur bei Risikokindern notwendig (z.B. Asthma).

    In 20-30 Jahren wird also im Allgemeinen aus COVID eine harmlose Kinderkrankheit wie Windpocken geworden sein, gegen die nur in Spezialfällen eine Impfung nötig ist.
    Daran ändern auch neue Mutanten nichts. Merkel et al. wollen aber die Panikgefühle aufrecht erhalten.
    Achtung: Denn in 4 Jahren kommt der Kipppunkt der Klimakatastrophe, wo sich die Erdoberfläche nach und nach unvermeidbar auf 450°C erhöhen wird. Bei dieser Temperatur erledigen sich alle Virusfragen.

    • Der endgültige Kipppunkt der Klimakatastrophe ist stets nach der nächsten Wahl und nur das Wählen der Grünen kann jedes Mal den Untergang der Menschheit noch aufhalten. Frau Baerbock sollte sich dafür einen besonderen Klimabonus gewähren.

  4. Welche Rechte hat eigentlich die Stiko? Ist sie lediglich eine Empfehlungsbehörde? Die Stiko möchte ja bislang nicht impfen, die Gründe sind nachzulesen. Solange die Kinderimpfung kein Zwang ist, kann auch niemand gegen diese Impfung klagen. Jetzt sind bei den Erwachsenen 40% erstgeimpft, und der Impfstoff ist demnach auch vorhanden für die Zweitimpfung.
    Für das zweite Quartal werden 50.3 Millionen Dosen von Biontech erwartet. CureVac wird vermutlich auch bald liefern. Für das zweite Quartal haben wir 12.4 Dosen von Astra und 10 Millionen von Johnson, 6.4 Millionen Dosen von Moderna. Im dritten Quartal ist mit 126 Millionen Impfdosen zu rechnen. Muss man sich jetzt ängstigen, dass der Impfstoff ausgeht?
    So gesehen wäre genug Impfstoff da für die Kinder, und die Erwachsenen müssten sich keine Sorgen machen,dass ihnen etwas weggenommen wird.

    • Die STIKO entwickelt Impfeempfehlungen. Die Politiker können sich darüber hinwegsetzen. Sollten Kinder sterben, wird aber wieder keiner die Verantwortung dafür übernehmen. Rechtlich relevant ist die heute erfolgte Zulassung durch die EMA für Kinder und Jugendliche von 12 bis 15 Jahren.

      Noch sind die Impfstoffe knapp. Auch dadurch sterben Menschen. Ab dem dritten Quartal dürfte es jedoch zumindest in Deutschland Impfstoffe im Überfluss geben, insbesondere da sich viele gar nicht impfen lassen wollen.

  5. Es ist ja noch viel schlimmer: Jetzt sollen „Kinderrechte“ ins Grundgesetz. Wir haben doch schon „Menschenrechte“, als ob Kinder andere Menschen wären, für die eigene Rechte formuliert werden müssten.

    Es geht jedoch nur darum, den bisher grundgesetzlich garantierten und alleinigen Erziehungsauftrag der Eltern zu verwässern. Der „liebe Staat“, bzw. die „fürsorgliche Regierung“ wird dann (mit-)bestimmen, was für die Kleinen am Besten ist, egal ob beim Impfen, der Sexualkunde oder der „Demokratiewrziehung“.

    Ein weiterer Schritt, mit dem wir uns Merkels „DDR“-System annähern….! 😡🤢🖕

      • Wie lange wollen wir noch diskutieren? Wenn man auf die Barrikade geht, kann man sich nicht immer aussuchen, wer gerade mitrennt…!

      • Ja, wenn ich gegen den medial gefeierten linksgrünen Zeitgeist kämpfe, stehe ich auf der richtigen Seite: Freiheit statt Sozialismus!

      • Mit der AfD kämpfen Sie aber nicht für Freiheit, sondern Sozialismus, direkt für nationalen Sozialismus und dialektisch für genau den links-grünen Sozialismus, den Sie zu bekämpfen meinen. Jede Stimme für die AfD macht eine Kanzlerin Baerbock wahrscheinlicher.

  6. Hallo Herr Dilger,
    ich habe das Gefühl, dass sie in letzter Zeit auf großen Kriegspfad gegen Ihre Ex-Parteifreunde gehen. Verfassungsfeindliche Äußerungen haben ich von „300sel“ nicht vernommen. Ich kann verstehen, dass Sie als Beamter ein Mäßigungsgebot nach § 60 Abs. 2 des Bundesbeamtengesetz zu beachten haben und auch mit diesem Blog gg. unter Beobachtung stehen.
    Wenn wir ehrlich sind , waren viele dieser nationalen Sozialisten und Problembären bereits 2013 auch in der Partei. (noch lautlos). Die Leute aus der Freiheit etc hätte ,man überhaupt nicht aufnehmen dürfen.
    Zum Punkte aus dem Wahlprogramm u.a. Dexit könnte Deutschland dann auch das Experiment eines gemeinsamen Währungsraums beenden und aus dem Euro aussteigen… hatten Sie ja vor einiger Zeit auch positiv Stellung genommen.
    Viele Führungspositionen in der AFD- sind von Ex-Militärs besetzt und bringen die Partei stark ins deutsch-nationale. Die AfD hat sehr viel Schatten, aber in Ostdeutschland wird sie immer mehr zur Volkspartei (s. Ungarn, Polen). Ein. Ex-Rektor der Uni Rostock, Prof. Hans-Jürgen Wendel wäre ansonsten nicht vor kurzen Mitglied geworden.

    Ihre Meinung „Jede Stimme für die AfD macht eine Kanzlerin Baerbock wahrscheinlicher.“ ist sachlich und fachlich nicht unbedingt zutreffend. Die CDU wandelt sich wegen der AfD:
    Die Bundeskandidatur von H.G.- Maaßen zeigt es deutlich, aber auch ein Friedrich Maerz profitiert vom rechten AfD Gespenst.

    Die soziale Frage treibt nicht mich aber schon um in Deutschland. Ihr Berufsstand hat aus m.S. zu wenig Empathie mit den “ Habenixen ohne Vermögen“. (ohne Mindestlohn.. etc) Das sind ca. 50 % Bevölkerung, die aktuell von der Hand in den Mund leben. Steigende Inflation wird dieser Gruppe richtig weh tun.
    Worüber ich mich am meisten aufrege ist die Tatsache, dass unter Helmut Kohl der Anspruch auf eine gesetzliche Berufsunfähigkeit aus der Rente gestrichten wurde und das Thema BU privatisiert wurde. Wenn es in frühen Jahren (vor Versicherung) Erkranken gibt, wird es keine Versicherung für eine BU geben.
    Krankheit ist eine riesen Armutsfalle in HARTZ4
    vg
    Max

    • Ihr Gefühlt täuscht. ‚AfD-Basis wählt Höcke-Vertraute zu Spitzenkandidaten‘ ist doch eigentlich nur ein Berichtspunkt. Allerdings gibt es AfD-Mitglieder und Fans hier, die auf solche Meldungen anspringen. Herr Meister ist hier auch schon früher durch penetrante Kommentare aufgefallen, die sich nur durch eine zeitliche Sperre stoppen lassen. Ich finde es nicht spannend, immer wieder dasselbe zu diskutieren. Im Übrigen ist Herr Meister dafür, die Bundesrepublik Deutschland aufzulösen. Das halte ich für grundgesetzwidrig, auch wenn es gerade nicht der AfD-Position entspricht.

      Die CDU hat sich unter Frau Merkel links der Mitte positioniert (wohl eher aus machttaktischen als inhaltlichen Gründen). Eine gewisse Gegenbewegung nach ihr ist wahrscheinlich, allerdings nicht sicher. Vor allem wird die CDU auf absehbare Zeit nicht mit der AfD koalieren können, insbesondere wenn die AfD sich immer weiter radikalisiert. Dadurch verschieben sich mögliche Regierungskoalitionen nach links. Es hätten (und hatten vorher) nicht alle AfD-Wähler Union oder FDP gewählt, aber kaum welche die Grünen, die dadurch relativ gesehen stärker werden.

      Mit der sozialen Frage ist es wie mit der Umweltpolitik. Die linken Parteien tun so, als hätten sie ein Monopol darauf. Dabei lösen ihre Maßnahmen die Probleme nicht, sondern machen sie größer. Ein Mindestlohn schadet z. B. vor allem Geringqualifizierten, die dann noch schwerer eine Arbeit bekommen (oder z. B. Praktikanten, wenn er auch auf sie angewandt wird). Sinnvoll wäre z. B. eine stärkere Unterstützung von Familien mit Kindern, während in der Pandemie genau das Gegenteil passierte.

  7. Pingback: STIKO empfiehlt nun Impfung für alle ab 12 | Alexander Dilger

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