AfD-Basis wählt Höcke-Vertraute zu Spitzenkandidaten

Die Vertreter des Höcke-Flügels „Weidel und Chrupalla führen AfD in den Bundestagswahlkampf“. Das wurde nicht wie bei den Grünen und der Union ausgekungelt oder wie bei Die Linke und der FDP von Vorstandsmitgliedern bzw. Parteitagsdelegierten entschieden, sondern von den einfach Mitgliedern, die eindeutig mit 71 Prozent für diesen weiteren Rechtsruck der AfD stimmten. Nur 27 Prozent stimmten für die gemäßigteren und zugleich unbekannteren Kandidaten Joana Cotar und Joachim Wundrak. 48 Prozent der rund 32.000 Parteimitglieder beteiligten sich an der Abstimmung, doch die anderen 52 Prozent sind nicht die schweigende Mehrheit, sondern völlig inaktiv oder sogar reine Karteileichen. Das bedeutet, dass inzwischen eine breite Mehrheit der AfD keinerlei Abgrenzungsprobleme zum Rechtsextremismus mehr hat. Dafür grenzen sich alle anderen Parteien von der AfD ab, die damit keine Regierungsoption besitzt, was auf Die Linke mit einer linksextremistischen Spitzenkandidatin leider nicht zutrifft (siehe ‚Grüne wollen mit Linke und Linksextremistin koalieren‘).

133 Gedanken zu „AfD-Basis wählt Höcke-Vertraute zu Spitzenkandidaten

  1. Viele standen ja nicht gerade zur Wahl. Und dann auch nur als Doppelpackung. Eine Einzelwahl hätte die innerparteiliche Vielfalt besser abgebildet.

    Insgesamt fällt der extreme Mangel an Talent an den Spitzen aller Parteien auf. Der einzige, der aus der bleiernen Durchschnittlichkeit herausragt, ist Christian Lindner und das auch nur rhetorisch.

    • Eine Wahl bei der jeder Kandidat gewählt werden kann und jedes Mitglied zwei Stimmen auf zwei Kandidaten verteilt, wäre sicher interessanter gewesen. Vor allem, wenn mehr Kandidaten zur Wahl gestanden hätten. Aber „Hätte, hätte, Fahrradkette …“.

  2. Abwarten und Tee trinken. Immerhin hat sich das gewählte AfD-Spitzenduo auf der gestrigen Pressekonferenz gut geschlagen – siehe z.B. https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/afd-weidel-chrupalla-101.html oder https://www.youtube.com/watch?v=ET85kGJZlkk – und dass die selbst in der AfD außerhalb ihrer Landesverbände ziemlich unbekannten Gegenkandidaten Joana Cotar und Joachim Wundrak sich ad hoc durchsetzen würden, hat wohl niemand ernsthaft geglaubt (auch wenn die AfD schon für manche Überraschung gut war).

    Zudem ist mit Alice Weidel (42) und Tino Chrupalla (46) ein deutlich jüngeres Team unterwegs als die meisten „Spitzenpolitiker“ anderer Parteien, von Gauland (80) ganz zu schweigen.

    Dass damit die tief sitzenden Ausrichtungsprobleme der AfD nicht der Vergangenheit angehören, steht auf einem anderen Blatt.

      • Zumindest sind sie alle drei – im Unterschied zu Merkel und Scholz – weit entfernt vom Rentenalter. Was aber zumindest Frau Baerbock keineswegs für das Kanzleramt qualifiziert.

      • Für Politiker gibt es keine Altersgrenze. Es ist auch keineswegs so, dass jüngere Politiker zwingend besser wären als ältere. Konrad Adenauer wurde erst mit 73 Kanzler und war sicher nicht der schlechteste.

      • Da kann man geteilter Meinung sein. Im Übrigen gibt es z.B. für das Bürgermeisteramt in Bayern sehr wohl eine Altersgrenze und ich persönlich denke, dass das auch völlig richtig so ist.

  3. Alice Weidel ist eigentlich keine Flügel-Frau, aber sie paktiert leider aus taktischen Gründen mit diesen Leuten, da sie mit Jörg Meuthen einen uralten Konflikt hat. Die Trennlinien verlaufen nicht nur entlang inhaltlicher Positionen, sondern auch über persönliche Animositäten, bzw. Sympathien und Antipathien, ganz im egoistischen, karrieristischen Stil. Das ist übel, aber menschlich und ist bei den Altparteien auch nicht anders, wird dort nur besser unter den Teppich gekehrt.

    Die AfD wird sich behaupten und zur Bundedtagswahl mindestens 10% holen, da sie inzwischen auf ein stabiles Wählerreservoir zählen kann. Und General a. D. Joachim Wundrak wird definitiv in der Zukunft der AfD eine herausragende Stellung einnehmen.

    • Jede Stimme für die AfD ist jedoch für die konstruktive Gestaltung von Politik verloren. Bislang hat die AfD faktisch Frau Merkel gestärkt, zukünftig dürfte sie Frau Baerbock nutzen.

      • @Alexander Dilger
        „Jede Stimme für die AfD ist jedoch für die konstruktive Gestaltung von Politik verloren.“

        Das ist doch einseitiges Genöle, lieber Herr Dilger.
        Ist denn eine Stimme für irgendeine der anderen derzeit in Deutschland zur Wahl stehenden Parteien ein Gewinn für „die konstruktive Gestaltung von Politik“ ?

        De facto haben Sie in einem Parteinsystem immer nur die Wahl zwischen unterschiedlichen Übeln. Konstruktive Gestaltung von Politik stelle ich mir – und das Dank der in meinem Fall erst mit Hilfe der AfD gewonnenen Einblicke in den Parteienklüngel – ehrlich gesagt ganz anders vor.

      • Weil Sie irgendwelchen realitätsfernen Wunschträumen nachhängen, unterstützen Sie faktisch eine rechtsextreme Partei und zugleich die Regierungsbeteiligung von Linksextremisten. Herr Laschet ist auch nicht meine Idealvorstellung von einem Politiker, aber doch besser als Frau Baerbock, Frau Merkel, Frau Weidel und Frau Wissler zusammen.

      • @Alexander Dilger

        Herr Laschet ist noch lange nicht Bundeskanzler. Bislang kann doch noch nicht einmal ausgeschlossen werden, dass es sich Frau Merkel noch einmal anders überlegt … (denken Sie an 2017!)

        Abgesehen davon würde eine Kanzlerin Alice Weidel sicher weitaus Besseres bewirken als eine der von Ihnen aufgezählten Geisterfahrer*innen der Sozialistischen Einheitspartei(en).

        Wo ich hingegen völlig bei Ihnen bin, ist die Einschätzung der Gefahr, die vom Provokationsagenten Landolf Ladig und seiner Kamarilla (der sich auch diverse CDU-Agenten in der AfD schamlos bedienen) ausgeht. Aber gerade deshalb ist es wichtig, dass die verbliebenen Vernunftbegabten in der AfD der Partei auch jetzt nicht den Rücken kehren.

      • Richtig, Herr Laschet ist noch nicht Bundeskanzler. Wenn das sicher wäre, wäre Protest billig. Vielleicht ist 2025 wieder eine passende Gelegenheit dafür. Aktuell droht jedoch jede Proteststimme, eine schlechtere Kanzlerin zu befördern. Auch Frau Merkel könnte im Amt bleiben, und zwar gerade dann, wenn Herr Laschet keinen klaren Erfolg für die Union einfährt. Die FDP würde ihn unterstützen, SPD und Grüne hätte aber lieber weiter Frau Merkel. Wer politisch vernünftig denkt und handelt, ist längst nicht mehr in der AfD.

      • Mangels geeigneter Alternativen ergibt es schon Sinn, sich weiter in der AfD dafür einzusetzen, dass die AfD endlich doch noch die Kurve kriegt. Falls dies mißlingt, herrschen wenigstens endlich klare Verhältnisse und jeder weiß, woran er ist.

        Armin Laschet hat eine derart schwache Position, dass es mehr als nur wahrscheinlich erscheint, dass entweder Frau Baerbock Kanzlerin wird oder die amtierende Kanzlerin weiter regiert. Die CDU zu unterstützen ist also in keiner Hinsicht eine Option. Und Opportunist Lindner? Na ich weiß nicht … was sollte dabei anderes herauskommen als eine Kanzler*in, deren Vorname mit „A“ beginnt? 😖

      • Sie erzählen hier schon seit sechs Jahren, dass die AfD die Kurve noch kriegen könnte, dabei fährt sie schon die ganze Zeit in die völlig falsche Richtung. Das erinnert mich an Linke, die immer noch an den wahren Sozialismus glauben, der nur noch nie ausprobiert worden wäre.

        Herr Laschet hat tatsächlich eine schwache Position. Gerade deshalb braucht er ein halbwegs akzeptables Wahlergebnis, insbesondere vor den Grünen und möglichst auch ohne Mehrheiten für Grün-Rot-Rot oder eine Ampel. Wählerstimmen für die AfD tragen dazu jeweils nichts bei, sondern machen eine Kanzlerin mit A wahrscheinlicher.

      • Sie reden sich etwas ein, wenn Sie glauben, dass Armin Laschet (noch ein Kanzlerkandidat, bzw. gegendert ein(e) Kantlerkandidat*in, dessen Vorname mit „A“ beginnt) aus der Klatschhasenpartei etwas Neues machen wird. Es ist völlig egal, wie die CDU abschneidet – alleine oder nur in Koalition mit der FDP wird sie so oder so nicht regieren können. Auf welches Pferd setzen Sie da?

      • Sie reden sich ein, dass die AfD irgendetwas Positive bewirken könnten. Wenn Herr Laschet als Kanzler nichts Neues machen würde, wäre das nicht das Schlechteste. Denn alle anderen sind größere Übel. Das sind doch auch nicht nur Wortspiele, sondern es geht hier um unsere Zukunft und die unserer Kinder.

      • Ich mache doch gar keinen Hehl daraus, dass mir der spätestens seit der „Erfurter Erklärung“ in der AfD schwelende Richtungsstreit keine Freude bereitet und ich der Meinung bin, dass sich die beiden Parteien in der Partei besser längst hätten trennen sollen.

        Nichtsdestotrotz traue ich zumindest dem bürgerlichen Teil der AfD weit mehr zu als den Sozialistischen Einheitsparteien Deutschlands (CDU/CSU/SPD/Bündnis90GRÜNE/SED) und der FDP zusammen. Letzterer wird es vor lauter Selbstsucht und Opportunismus ihrer Gallionsfigur Christian Lindner auch diesmal nicht gelingen, den kurzfristigen aktuellen Hype in nachhaltigen Erfolg zu verwandeln, da mag er noch so geschliffene Reden zu wirklich wichtigen Themen halten. Es fehlt den einstigen Liberalen einfach an Rückgrat.

  4. Lieber Herr Prof. Dilger, dieses „das kleine Übel wählen“ hat uns doch erst in die heutige, vollkommen verfahrene Situation gebracht! Laschet will, ähnlich wie Merkel, kuscheln statt für eigene Inhalte kämpfen. Er ist nur ein klassischer Appeasement-Politiker.

    Es geht um eine Richtungswahl: Die oder wir? Freiheit oder Sozialismus? Jede Stimme für die AfD ist eine Proteststimme gegen die Blockparteien!

    • Das ist doch ein Widerspruch. Gerade weil es eine Richtungswahl ist, sind Proteststimmen verschenkt, da sie die Richtung nicht entscheiden bzw. der falschen, ökosozialistischen Seite helfen. Im Übrigen steht die heutige AfD auch nicht mehr auf der Seite der Freiheit, sondern will nur einen anderen, nationalen Sozialismus.

      • Teile der AfD wollen tatsächlich nationalen Sozialismus und Herrn Glaser (42 Jahre offizielle CDU-Mitgliedschaft, siehe https://de.wikipedia.org/wiki/Albrecht_Glaser#Politik) ist es auf dem 11. Bundesparteitag der AfD in Kalkar (Ende November 2020) auch gelungen, diesen mit Hilfe seiner Getreuen aus Höckes Kamarilla als „Konzept zur Sozialpolitik“ (https://www.afd.de/sozialkonzept/) gegen die Empfehlung des zuständigen Bundesfachausschusses verabschieden zu lassen.
        Cui bono?

        Inzwischen haben aber selbst einst glühende Verfechter dieses Konzepts zähneknirschend einräumen müssen, dass es sich dabei um ein unfinanzierbares Wunschkonzert handelt und so ist es innerparteilich ziemlich still um dieses unselige Papier geworden. Es ist also durchaus nicht so, dass gesunder Menschenverstand sich in der AfD gar nicht durchzusetzen vermag. So manche Erkenntnisse dauern eben nur bei vielen Menschen etwas länger …

      • Sie wollten von diesem Sozialprogramm der AfD Ihren Verbleib dort abhängig machen. Dann wurde das Gegenteil von Ihren Vorstellungen beschlossen, was Sie sich damit schönreden, dass viele gar nicht (mehr) dafür wären.

      • Ich rede mir nichts schön, sondern sehe die Welt wie sie ist. Umverteilungssozialistisches Wolkenkuckucksheim funktioniert weder national noch international.

      • Warum sind Sie dann in einer Partei aktiv, die noch mehr Umverteilung fordert? Sie verstehen weder das Rentensystem noch Ihre eigene Partei, geschweige denn die ganze Welt.

      • Ihre neuerlichen Provokationen ad hominem ignoriere ich jetzt einfach einmal.

        Weder ist die ganze AfD für Umverteilung, wie Sie zu glauben scheinen, noch haben Sie eine Vorstellung davon, wie dieser himmelschreiende Unsinn zustande gekommen ist.

        Ich bin mir im Übrigen sicher, dass die meisten Parteitagsgänger (nicht alle) – egal ob Delegierte oder Mitglieder auf Mitgliedsparteitagen, egal in welcher Partei – in programmatischen Fragen gar nicht richtig mitbekommen worüber sie gerade abstimmen und auch völlig unzureichend vorbereitet sind. Parteiendemokratie ist im Grunde eine einzige Farce.

      • Es ist nicht ad hominem zur Ablenkung von einem reinen Argument, sondern sehr relevant für Ihre politische Positionierung, dass Sie Mitglied in einer Partei sind, die inzwischen mehrheitlich nationalen Sozialismus fordert und sich nicht von Rechtsextremisten abgrenzt, sondern diese mit Ämtern und Mandaten versieht. Das sind einfach Tatsachen, die hier auch nicht ständig wiederholt werden müssten, wenn Sie sie nicht immer wieder frech leugnen würden.

      • Zunächst einmal geht es in Ihrem obigen Affront nicht nur um meine Parteizugehörigkeit, sondern Sie unterstellen mir wiederholt und unsubstantiiert, ein seit Jahrzehnten mit dem Geld Dritter, nämlich unbeteiligter Steuerzahler, aufrecht erhaltenes „Rentensystem“ nicht zu verstehen. Im Unterschied zu Ihnen habe ich dieses System, das nicht anspruchsberechtigte Dritte plündert, um einen Club von Privilegierten mit deren Geld zu alimentieren, aber sehr wohl verstanden. Ich beurteile es daher anders als Sie und muss mich schon sehr wundern, dass ausgerechnet Sie es so stoisch verteidigen. Das System der deutschen „Rente“ ist leistungsfeindlich, umverteilungssozialistisch und höchst toxisch sowohl für Arbeitnehmer wie Arbeitgeber als auch für die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts Deutschland. Jedenfalls in seiner heutigen Ausgestaltung.
        Was Sie offenbar nicht verstanden haben oder nicht verstehen wollen, ist die Tatsache, dass dieses Rentensystem auf Grund seiner 1957 mit der sechsten Rentenreform von der Regierung Adenauer herbei geführten Konstruktionsfehler seit Jahrzehnten keine Zukunft mehr hat.
        Wer trotzdem daran festhält, begibt sich diesbezüglich in „beste Gesellschaft“ mit phantasielosen Dummköpfen, die keinen Mut zur Wahrheit haben, mit Linksradikalen, aber auch mit rechtsradikalen Politikern wie den Bismarckverehrern Björn Höcke und Alexander Gauland. Letzteren haben Sie im Übrigen hier auf Ihrem Blog ja auch noch lange nach Ihrem AfD-Austritt verteidigt, obwohl längst klar und auch außerhalb der AfD bekannt war, dass er die bösen Geister in der AfD nicht nur zusammen mit Bernd Lucke herbeirief, sondern unter seine Fittiche genommen hat, um sie in Schlüsselpositionen „mitteldeutscher“ AfD-Landesverbände und Landtagsfraktionen zu positionieren – siehe beispielsweise Andreas Kalbitz.

        Ihre Kritik an gewissen Teilen der AfD teile ich sehr wohl, wie Ihnen längst aufgefallen sein dürfte. Der Einfluss von Rechtsextremisten wird aber nicht geringer, wenn man ihnen die derzeit größte deutsche Oppositionspartei als Spielplatz überlässt und sich einfach vom Acker macht.

      • q. e. d. (hinsichtlich Ihres Verständnisses des Rentensystems, welches viele weitere zukünftige Jahrzehnte angeblich ohne Zukunft existieren kann)

        Die Rechtsextremisten unter sich wären natürlich viel schwächer und Leute wie Sie dienen ihnen als nützliche Idioten in der AfD.

      • q.e.d.?
        Wie bitte?
        Gar nichts haben Sie hinsicht der angeblichen „Zukunftsfähigkeit“ des deutschen Rentensystems bewiesen. Erklären Sie doch einmal, wie die Ansprüche der DRV-Rentner künftig bedient werden sollen? Wovon soll das bezahlt werden, wenn die dafür erforderlichen Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt nicht mehr aus den Steuereinnahmen des Bundes bedient werden können? Wollen Sie noch mehr Steuern? Vielleicht Einkommensteuersätze von 100% und mehr für Spitzenverdiener? In Schweden soll es das in den 1970er Jahren gegeben haben – ist das das Vorbild für Deutschland in den 20er Jahren des 21. Jahrhunderts?
        Sie lamentieren immerzu, ich hätte das deutsche Rentensystem „nicht verstanden“, liefern aber rein gar nichts zur Begründung seiner angeblichen Zukunftsfähigkeit. Das ist doch keine ernst zu nehmende Argumentation!

        Was die AfD angeht, kann ich von innen sicher besser beurteilen, wann der „Point of now (nicht „no“) return“ ggf. gekommen ist. Ihr Gegeifer vom Spielfeldrand hingegen unterscheidet sich inhaltlich nicht von den Denkgeboten der Lifestyle-Linken, die Sahra Wagenknecht in ihrem jüngsten Buch so schonungslos beschreibt.

      • Richtig, ich habe hier nichts bewiesen, sondern Sie selbst. Die Argumente sind ausgetauscht.

        Hinsichtlich der AfD sind Sie wortwörtlich parteiisch und wollen nicht, dass Menschen mit dem Mut zur Wahrheit diese äußern.

      • Die Deutsche Rente ist nicht zukunftsfähig. Etwas Gegenteiliges habe ich garantiert nicht behauptet. Was unterstellen Sie mir da für einen Unfug?

        Über die AfD können Sie denken was Sie wollen und selbstverständlich auch Ihre Meinung äußern. Ich aber bitteschön auch.

      • Sie schrieben „ein seit Jahrzehnten mit dem Geld Dritter, nämlich unbeteiligter Steuerzahler, aufrecht erhaltenes ‚Rentensystem'“, welches „seit Jahrzehnten keine Zukunft mehr hat“. Das kann auch noch für Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte so bleiben…

      • „Das kann auch noch für Jahrzehnte oder sogar Jahrhunderte so bleiben…“

        Nein, das kann es nicht. Derzeit stehen etwa 700.000 bis 800.000 Geburten je Jahr ungefähr 300.000 Fortzüge junger High Potentials gegenüber. Die Leistungsfähigsten gehen also und im Unterschied zu Merkels Gästen überweisen Sie kein Geld zurück ins Herkunftsland.

        Zurück bleiben die 60% weniger Leistungsfähigen eines Jahrgangs und zurück kehren vor allem Menschen, die ihr Arbeitsleben bereits hinter sich haben und nur noch wenig bis überhaupt nichts zur Wertschöpfung beitragen werden. Von den Kosten, die Deutschland durch den Zuzug „geflüchteter“ Neubürger entstehen, ganz zu schweigen.

        Wie soll so das auf Umverteilung von Jung nach Alt basierende Rentensystem noch Jahrzehnte oder Jahrhunderte erhalten bleiben können?

        Bitte erklären Sie das doch endlich einmal, wenn Sie glauben, dass Sie es können.

      • Das Wohlstandsniveau in Deutschland wird wohl leider sinken, woran das Rentensystem aber eher einen kleinen Anteil hat verglichen mit anderen Billionengräbern wie der Klima- und Antiautopolitik, der Schulden- und Transferunion oder dem Dauerlockdown. Mit den Stellschrauben Renteneintrittsalter, Rentenhöhe, Beitragshöhe und Staatszuschuss lässt sich das Umlagesystem hingegen beliebig lange fortführen. Vielleicht wird es sogar EU-weit ausgedehnt. Sie befürworten doch sogar ein viel teureres bedingungsloses Grundeinkommen für alle.

      • Ich bin nicht grundsätzlich für ein BGE. Aber es käme den Staat billiger als die derzeit betriebene Umverteilung und Alimentierung aller möglicher „sozial Benachteiligter“. Unterm Strich würde es den Steuer- und Beitragszahler erheblich entlasten, ohne dass dadurch irgendwer Nachteile hätte. Es wäre eine reine Rationalisierungsmaßnahme, durch die Deutschland als Wirtschaftsstandort auch wieder atrtaktiver würde. Eine völlige Abschaffung des Molochs „Sozialstaat“ mit nur wenigen Ausnahmen für wirklich ohne eigenes Verschulden Bedürftige (die ich im Grunde für viel richtiger hielte) kann man einer risikoaversen, sozialismusgläubigen und in ihren materiellen Ansprüchen so dekadenten Bevölkerung ja nicht vermitteln.

      • Das ist sachlich falsch. Ein bedingungsloses Grundeinkommen wäre extrem teuer, eben weil es an jeden ohne Bedingung gezahlt werden müsste. Zugleich würde es die Ansprüche aus den bestehenden Sozialsystemen nicht einfach verschwinden lassen, sondern wäre zusätzlich zu bezahlen.

      • Eben nicht. Es müsste nur die bisherigen Sozialsysteme komplett ersetzen, damit es funktionieren kann. Wer ohnehin gut verdient, der bekommt es ja nicht steuerfrei oben drauf. Da wäre schon einmal ein Rückfluss da, der die Kosten deutlich reduziert. Ein großer Teil des BGE würde in den Konsum fließen, was die Wirtschaft ankurbelt und ebenfalls zu mittelbaren Rückflüssen an den Staat führt. Es könnte ganz einfach an jeden ausbezahlt werden. Außer einer monatlichen Überweisung – beispielsweise durch dieKassen der Finanzämter – muss nichts verwaltet werden und es müssten auch nicht irgendwelche Anträge umständlich berarbeitet und geprüft werden. Heerscharen von Verwaltungsbeamten könnten eingespart und endlich einer produktiven Verwendung zugeführt werden. Unter Berücksichtigung all dieser Effekte lägen die Kosten für ein moderates BGE deutlich unter denen des heutigen Sozialapparats.

      • Ich habe alles verstanden, auch Ihr fehlendes Verständnis von den bestehenden Sozialsystemen und einem zusätzlichen bedingungslosen Grundeinkommen.

      • Sie haben gar nichts verstanden oder wollen es nicht verstehen. Im Grunde geht es ihnen nur ums bloße Opponieren.

      • Lieber Herr Prof. Dilger, Ihnen kann die AfD gar nichts mehr recht machen. Sie müssen täglich Abbitte leisten, dass Sie sich dort hin einstmals verirrt haben. Das ist schon sehr auffällig. Nur etwas Besseres haben Sie nicht zu bieten! Weil es auch (noch) nichts Besseres gibt…!

      • Die AfD hätte doch z. B. das andere, nicht mit Herrn Höcke verbundene Kandidatenpaar zu Spitzenkandidaten machen können. Sie könnte auch insgesamt bessere Kandidaten aufstellen und die Rechtsextremisten in ihren Reihen bekämpfen. Das macht sie aber nicht und auch Sie distanzieren sich davon nicht. Warum sollte ich dann Abbitte leisten und bei wem? Im Übrigen halte ich viele andere Parteien inzwischen für besser.

      • Mir wäre das Duo Wundrak/Cotar auch lieber gewesen, aber ohne einen Ossi ging es eben nicht. 300sel hat zu Recht darauf hingewiesen, dass es bei einer Einzelwahl anders ausgegangen wäre.

        Als guter Demokrat muss man auch Entscheidungen akzeptieren, die man sich anders gewünscht hätte. Ja, die AfD ist nicht perfekt, in den neuen Ländern schon gar nicht, auch wenn sie dort erfolgreicher ist.

        Das Motto dieses Blogs heißt „Es gibt immer Alternativen“. Daher lese und schreibe ich hier. Aber außer, dass Sie nach der AfD zwischenzeitlich bei der Familien-Partei gescheitert sind und nun wieder die lahme Lindner-FDP empfehlen, bieten Sie keine Alternativen.

        Ja, leider gibt es in der AfD ein paar wenige Rechtsradikale, die auch mich stören. ABER in der SPD, bei den Grünen und den Linken gibt es so viele Linksradikale, auch Linksextreme und das scheint medial gar nicht so schlimm zu sein. Ich werde es niemals akzeptieren, dass auf der rechten Seite strengere Maßstäbe angelegt werden. Kommen Sie mir bitte jetzt nicht mit „Deutschlands Vergangenheit“! Wenn es darum wirklich gehen würde, hätten wir Israel tatkräftig im Kampf gegen Raketen- und Terrorangriffe der Hamas unterstützt…!

      • Wie soll ich denn alleine gleich mehrere parteipolitische Alternativen bieten? In allen Parteien gibt es gravierende Probleme, aber Extremisten an der Spitzen leisten sich dann doch nur die AfD und Die Linke. Ich lehne das gleichermaßen ab. Viele sind leider inzwischen auf dem linken Auge blind, AfD-Fans wie Sie und Herr Meister aber auf dem rechten. Wie wollen Sie sich glaubhaft über Linksextremisten empören, wenn Ihnen Rechtsextremisten egal sind?

      • Definitiv sind mir die zum Glück wenigen Rechtsextremisten in der AfD nicht egal, denn sie schaden uns! Aber der Bundesvorstand hat in den letzten Jahren aktiv dafür gesorgt, dass schräge Typen ausgeschlossen worden sind (Kalbitz, Sayn-Wittgenstein, Arppe, Gedeon, Steinke, Pasemann, …) oder dem durch Austritt zuvorgekommen sind (Poggenburg, Fiechtner, Mandic, …). Dieses konsequente Handeln ist richtig und muss fortgesetzt werden.

      • Dieses Handeln war richtig, aber schauen Sie sich den Widerstand dagegen an. Die nun mit breiter gewählten Spitzenkandidaten waren stets dagegen und Herr Meuthen könnte darüber sein Amt verlieren. Vor allem traut sich niemand mehr an Herrn Höcke heran. Dabei würde erst sein Parteiausschluss (oder zumindest der ernsthafte Versuch verbunden mit einer juristisch leichteren Amtsenhebung) den relevanten Unterschied machen. Das liegt vielleicht nicht einmal an seiner Person selbst, die man nicht überschätzen sollte, sondern daran, dass er längst zum Symbol geworden ist. Wenn er gehen muss, werden viele mitgehen und andere der Partei beitreten. Es würden auch Wähler verloren, aber noch mehr gewonnen werden.

  5. Hier in NRW gibt es an der AfD-Liste mit Lucassen, Gottschalk, Jacobi, Renner … auch einiges zu kritisieren, siehe etwa den Beitrag von Klaus Kelle. Rechtsradikal oder rechtsextrem ist diese Liste jedoch nicht. Und dass diese Leute nur Höcke-Platzhalter oder Statthalter sind und die Wiederkehr des Nationalsozialismus betreiben, halte ich für abwegig. Beim Vergleich mit Alternativen muss man bei Laschet befürchten, dass durch seine enge Zusammenarbeit mit radikalen Islam-Verbänden der islamische Faschismus hier Oberhand gewinnt. Möge sich die FDP eindeutig davon distanzieren.
    – Leider hat sich Herr Lindner schon für eine weitere Amtszeit von Steinmeier ausgesprochen und damit seine Offenheit gegenüber links und linksradikal gezeigt.
    Von den Freien Wählern hört man in NRW wenig. Allein schon, weil sie in NRW (deutlich) unter 5% bleiben werden, kommen sie auch nicht in den Bundestag.

    • Die AfD NRW ist nicht rechtsextrem, sondern leidet noch immer unter der Beutegemeinschaft vom Pleitepärchen, obwohl dieses längst ausgetreten ist und nun weitere Austritte folgen mangels Erfolgen bei der Kandidatenaufstellung. Die schlimmsten Opportunisten haben hingegen schon wieder die Seiten gewechselt und tragen dazu bei, dass die AfD hoffentlich nicht mehr in den Landtag einzieht, wo sie noch viel ineffektiver ist als im Bundestag.

      Die Freien Wähler scheinen leider auch nicht wirklich gewinnen zu wollen. Die FDP NRW profitiert immerhin davon, dass Herr Lindner sich in die Bundespolitik verabschiedet hat.

    • Wann sind Sie genau ausgetreten? Ich bin am 4. Juli 2015 ausgetreten, am Tag der Abwahl von Herrn Lucke. Ich kenne andere, die bereits 2013 oder 2014 gegangen sind. Rückblickend betrachtet ging es seit dem knapp verpassten Einzug in den Bundestag 2013 innerparteilich nur noch bergab. Herr Lucke hätte das Blatt da noch wenden können, war aber froh, die liberalen Funktionäre wie mich loszuwerden, womit er seine Mittelposition verlor. Dieses Spiel hat sich dann für Frau Petry und Herrn Meuthen wiederholt.

      • Es war ein 2 Tage Parteitag. Nach der Abwahl Luckes am ersten Tag, bin ich abends ausgetreten und bin tags darauf nicht mehr zur Fortsetzung des Parteitages erschienen.

      • Davonlaufen, statt zu kämpfen?!?
        So wird das nichts mehr mit einem liberalen Deutschland…!

      • Wir haben gekämpft und sind erst gegangen, als es aussichtslos wurde, was die letzten sechs Jahre eindrucksvoll bestätigt haben. An der AfD ist nichts mehr liberal, im Gegenteil.

      • Das nicht, aber Sie bleiben dann eben in einer rechtsradikalen bzw. rechtsextremistischen Partei, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird. Liberal oder konservativ sind Sie damit nicht mehr.

      • Ich bin sicher weder ein Trallala-„Liberaler“ wie Christian Lindner noch ein „christlich-abendländisch“ geprägter, selbst erklärter (Pseudo-)“Konservativer“ wie die Umverteilungssozialisten von der CDU. Ich verorte mich eher im Spektrum zwischen ursprünglichem Liberalismus und Libertarismus. Von Rechtsradikalen oder gar Rechtsextremisten distanziere ich mich aber deutlich.

        Zu behaupten, dass die Sonne scheint, wenn es regnet, nur weil irgendwelche Rechtsradikale gerade zutreffend darauf hinweisen, dass es regnet, ist aber auch keine Lösung (in Anlehnung an Stefan Aust, siehe https://www.xing-news.com/reader/news/articles/4032178?link_position=digest&xng_share_origin=web und https://www.zeit.de/2021/22/stefan-aust-memoiren-spiegel-chefredakteur-klimawandel-querdenker-raf). Mitläufer des Meinungsdiktats machen so etwas. Ich nicht. Ich lasse mir keine Meinung vorschreiben oder aufoktroyieren, sondern bilde sie mir ganz einfach selbst.

      • Ihre Meinung ist hier nicht der Punkt, sondern Ihre Mitgliedschaft in einer inzwischen rechtsradikalen Partei mit Rechtsextremisten an führenden Stellen. Da nützen auch alle verbalen Distanzierungsversuche nichts.

      • Das ist wie gesagt Ihre Meinung, die sich diesbezüglich nicht vom Meinungsdiktat der amtierenden Bundesregierung und ihrer gleichgeschalteten Verbündeten unterscheidet. Frei nach dem Motto „Wir wollen keine Nazis“, ohne zu differenzieren, wer überhaupt tatsächlich Nazi ist und wer nicht.

      • Im Gegensatz zu Ihnen differenziere ich zwischen echten Nationalsozialisten, Neonazis, Rechtsextremisten, Rechtsradikalen, Rechten, Konservativen und reinen Mitläufern wie Ihnen.

      • Ein „Mitläufer“ bin ich ganz gewiß nicht. Was hätte ich davon? Ich strebe keine politische „Karriere“ an. Und dass Sie so genau differenzieren, wäre mir zumindest in Sachen AfD neu.

      • Das ist eine interessante Frage, was Sie davon haben, noch in der AfD zu verbleiben und diese als verfolgte Unschuld darstellen zu wollen.

      • Im Unterschied zu ewigen Opfern wie Ihrem Freund Bernd Lucke habe ich die AfD noch nie in der Rolle der verfolgten Unschuld gesehen, sondern schon immer darauf hingewiesen, dass es so aus dem Wald zurückschallt, wie man hineinschreit. Das gilt ganz besonders für den Umgang mit Medienvertretern und die utopische Erwartungshaltung an unabhängige Medien, die Typen wie Lucke und leider auch sehr viele heute noch aktive AfD-Politiker der Hofberichterstattung verpflichtet sehen.

      • Die meisten Massenmedien, insbesondere des öffentlich-rechtlichen Rundfunks, betreibwn doch durchaus Hofberichterstattung. Nur ist die AfD nicht Hofherrin, sondern vogelfrei.

      • Der ÖR betreibt in der Tat Regierungshofberichterstattung und Altparteienhofberichterstattung. Für private Medien kann man das allerdings nicht so pauschal sagen. Was die AfD bis heute nicht verstanden hat, ist aber, dass dahinter kein „System“ steckt, sondern dass sie sich ihr negatives Medienecho größtenteils selbst zuzuschreiben hat. Das hat schon Ihr Freund Bernd Lucke nicht begriffen, gleichwohl er selbst von den ÖR anfänglich außergewöhnlich hofiert wurde.

    • Leider wurde auf dem Bundesparteitag in Essen eine Tradition in der AfD begründet, die sich bis heute hält: Wer nicht bekommt, was er will, tritt aus und tritt nach.

      Lucke und seine Leute hätten durchaus ein Comeback feiern können, wenn sie etwas mehr Geduld bewiesen hätten. Denn daß das Zweckbündnis zwischen Petry und dem Flügel nicht lange halten würde, war jedem klar.

      Aber sie wollten sich mit nichts weniger als der ganzen Macht zufrieden geben und gingen deswegen mit leeren Händen aus. Sie haben ihr Blatt überreizt und der Epilog der LKR zeigte erst recht, wie politisch inkompetent die Liberalen um Lucke tatsächlich waren.

      • Bernd Lucke war und ist nicht liberal, sondern sehr konservativ. Dass er trotzdem als Liberaler beschimpft (!) wird, unterstreicht, wie illiberal und rechtsradikal die AfD inzwischen ist.

      • Privat ist Lucke ein konservativer Mensch, aber die Partei, der er vorsteht (LKR), trägt doch das Liberale im Namen. Jedenfalls hat der Weckruf die Flinte viel zu schnell ins Korn geworfen. Nach Essen war noch nichts verloren, aber zuviele Honoratioren haben aus Angst um ihre bürgerliche Reputation die Reißleine gezogen. Das ist verständlich, aber dann dürfen sich die Wirtschaftsliberalen auch nicht beschweren, daß jetzt die Nationaliberalen am Ruder ist.

      • LKR ist nicht sonderlich liberal und die AfD überhaupt nicht mehr. Welche Nationalliberalen sollen denn in der AfD am Ruder sein? Weiter unten kenne ich dort noch welche, aber am Ruder sind jetzt Opportunisten und nationalistische Sozialisten.

      • Die Gesamtrichtung der AfD halte ich für nationalliberal, wohingegen vorher das Nationale jenseits der Eurofrage recht stiefmütterlich, bisweilen sogar verschämt behandelt wurde.

        (Neo)sozialisten sitzen leider mittlerweile in fast allen Parteien, aber sicherlich am wenigsten in der AfD (und FDP). Welcher Sozialist feiert denn wie die AfD das Hambacher Fest oder am Kyffhäuser, beruft sich auf Bismarck und Scheidemann und gedenkt der bürgerlichen Revolution von 1848 und der Reichseinigung vor 150 Jahren? Welcher Sozialist kritisiert die DDR und ihre aktuelle Neuauflage so vehement wie die AfD? Dieser Ausdruck auf die AfD gemünzt ist schon ziemlich geschichtsvergessen.

      • Sie sind geschichtsvergessen, wenn Sie nur linke Sozialisten kennen und die Schrecken der Nationalsozialisten verdrängen. Herr Höcke ist kein Nationalsozialist im historischen, aber sehr wohl im begrifflichen Sinne. Liberal ist an ihm und seinen die AfD dominierenden Anhängern gar nichts.

      • Tja, jetzt reden Sie über die AfD wie die (maoistischen) Grünen. Sie geben mir mit Ihren ständigen Nazi-Vergleichen doch Recht, daß die Wirtschaftsliberalen keine eigene Welterklärungssprache mehr besitzen, sondern in der Gesellschaftspolitik aus dem linksradikalen Fundus an Ideen und Sprachregelungen schöpfen.

      • Nein, maoistische Grüne halten Sie und die ganze AfD für echte Nazis. Ich weiß, dass Sie und sie „nur“ rechtsradikal sind, zumindest die AfD auch mit rechtsextremistischen, also gewaltbefürwortenden Anteilen. Wollen Sie ernsthaft inhaltlich bestreiten, dass Herr Höcke ein nationalistischer Sozialist ist?

      • Was soll an Herrn Höcke liberal sein? Wissen Sie überhaupt, was das bedeutet? Vom Ansatz her ist doch selbst Herr Lindner den Nationalliberalen näher, nämlich grundsätzlich liberal, aber durchaus bereit, Inhalte und Grundsätze für die Nähe zur Macht zurückzustellen.

        Von den NSDAP-Mitgliedern lebt keiner mehr. Wer in jungen Jahren dort hineinwuchs und dann seine Überzeugungen ernsthaft änderte, sollte auch nicht zu hart verurteilt werden. Schlimmer sind doch diejenigen, die immer noch ohne Zwang und wider alle Erfahrung an solchen Unsinn glauben.

      • Eben. Es lebt außer bei der Linken kein Nazi mehr (https://www.welt.de/debatte/kommentare/plus230176393/Die-Linkspartei-und-der-fruehere-NSDAP-Mann-in-den-eigenen-Reihen.html). Deswegen ist es auch so infam, ausgerechnet die AfD, die als einzige Partei im Bundestag keine totalitäre Vergangenheit besitzt, derart zu diffamieren.

        Bei der FDP und den anderen Parteien saßen über Jahrzehnte echte Nazi-Kriminelle mit Blut an den Händen bis in die obersten Ämter und Posten. Das sollen wir also vergeben und vergessen, weil häufig bloß „Jugendsünden“, weil der wahre Obernazi ist ja in Wirklichkeit der unbescholtene Gymnasiallehrer Höcke und einige andere, die damals bloß nur noch gar nicht lebten.

        Wer heute noch „Nazi“ sagt, will doch bloß betrügen.

      • Es gibt echte Neonazis und z. B. Herr Kalbitz tummelte sich in soilchen Kreisen, während Herr Höcke Adolf Hitler nicht wirklich böse findet.

  6. Über die grundsätzliche Entwicklung der AfD dürfte es hier grosso modo eine gewisse Übereinstimmung geben dahingehend, dass sich die AfD im Westen und im Bund weiter marginalisieren wird, so dass es 2025 im Bund um die 5% Hürde gehen dürfte, ebenso in einigen Landtagswahlen.
    Andererseits gibt es immer noch genügend AfD-Politiker auf allen Ebenen, die im guten Sinne vernünftige, eher rechte Politik machen. An meinem Wohnort etwa, einer Kleinstadt in NRW, setzt sich die AfD z.B. gegen einen geplanten ‚Windpark‘ ein oder auch gegen einen Beitritt zum Bündnis ‚Seebrücke‘, das direkt oder indirekt das Schlepper(un)wesen untersützt und illegale Migration fördert. Würde die AfD nicht diese Contra-Positionen beziehen, es hätte kein anderer gemacht. Und die Existenz der AfD verhindert hier auch keine unabhängigen Wählergemeinschaften. Es gibt solche Bestrebungen hier schlichtweg nicht, den Einblick habe ich aufgrund der Größe der Stadt. Die AfD macht also die Politik, die man früher von den schwarzgelben Parteien erwartet hätte.
    Und auf Landesebene NRW: Ich denke, Beiträge etwa der MdL Christian Loose zur Energiepolitik oder Sven Tritschler zur Medienpolitik dürften auch hier nach wie vor inhaltlich auf breite Zustimmung stoßen.

    • Die AfD ist jetzt wie Die Linke vor allem in der ehemaligen DDR stark, hat aber im Gegensatz zu ihr keinerlei Regierungsoption.

      Mir ist bewusst, dass längst noch nicht alle AfD-Mitglieder rechtsradikal oder gar rechtsextrem sind. Trotzdem sollten sich alle noch verbliebenen Mitglieder die Frage stellen, was sie eigentlich noch in der AfD machen, wo es nicht nur entsprechende Mitglieder gibt, sondern auch Mandatsträger und Spitzenfunktionäre mit sehr großem Rückhalt.

      Kommunalpolitik vor Ort scheint mir kein hinreichender Grund zu sein, könnte doch ein darin erfolgreicher Kreisverband geschlossen austreten und z. B. als Wählergemeinschaft weitermachen. In den meisten Orten dürfte die Marke AfD inzwischen mehr Stimmen kosten als bringen.

      • Der Punkt dürfte (sehr bald) erreicht sein. Ich könnte mir also ein kommunales Abbröckeln in NRW von 5 auf 4 auf 3% vorstellen. Alternativ dazu hätte ein konservativ-liberaler Bürgerbund o. ä. die Chance auf 3, 5, 7,… %. Mal abwarten. Jedoch sind all solche Veränderungen zu geringfügig und langsam, als dass sie die rasante, ungute Entwicklung hierzulande noch stoppen könnten.

      • Gerade in NRW dürfte die AfD noch weiter verlieren. Allerdings sehe ich nicht, dass und wie „ein konservativ-liberaler Bürgerbund“ hier erfolgreich sein sollte. Selbst die Freien Wähler tun sich sehr schwer. Dialektisch sollte man vielleicht auf einen Wahlsieg der Grünen setzen, damit die Wähler sie wirklich erleben und dann die Gegenkräfte stärken. Persönlich bin ich jedoch kein Freund davon, extra ein größeres statt kleineres Übel zu wählen.

      • Bürgerbund oder Wählergemeinschaft meine ich auch nur kommunal. – Überregional bleibt aus Ihrer Sicht wahrscheinlich nur die FDP. Mit Herrn Kubicki oder Herrn Solms könnte ich ja in vielem mitgehen, die mittlere oder jüngere Generation stimmt aber kaum hoffnungsfroh oder habe ich was/wen verpasst?

      • Kommunal kann eine Wählergemeinschaft, unter welchem Namen auch immer, durchaus Sinn machen. Gerade in kleineren Orten kommt es ohnehin mehr auf die Personen an als auf die Organisation. Auf Landes- und Bundesebene sieht das allerdings anders aus. Bei der FDP gibt es Licht, aber auch viel Schatten. In der zweiten und dritten Reihe schlagen sich manche tapfer, doch Herr Lindner ist ein ernstes Problem für den deutschen Liberalismus.

    • Es ist nicht die AfD, die sich marginalisiert, sondern die Liberalen in diesem Blog (darunter auch einige Linksliberale, also Antiliberale), die politisch heimatlos und randständig geworden sind. Es wundert micht, daß Ihnen das nicht auffällt, denn es ist so offensichtlich.

      • In den bundesweiten Umfragen liegt die FDP inzwischen vor der AfD. Das Problem für Liberale wie mich ist, dass uns die FDP nicht liberal genug erscheint. Die AfD war 2013 eine Alternative dazu, keine rein liberale Partei, aber in wesentlichen Punkten eben doch liberaler und konsequenter als die FDP. Inzwischen ist die AfD nicht nur völlig vom Liberalismus abgekommen, sondern dezidiert antiliberal bis extremistisch geworden. Das macht die FDP nicht besser, aber die AfD viel schlechter. Eigentlich finde ich sie gar nicht mehr diskutierenswert. Sie dient vor allem als abschreckendes Beispiel, was alles bei einer Parteigründung schiefgehen kann, selbst wenn diese bei Wählern leidlich erfolgreich ist.

      • Ich erkenne in diesem Blog auch keine besondere Sympathie für die FDP. Jedem hier ist doch klar, daß die FDP eine lange Tradition des Umfallens hat und stets geneigt ist, der Macht ihre ohnehin nicht ausgeprägten Prinzipien zu opfern.

        Und daß Sie, Herr Dilger, die AfD für unwählbar halten, während sie beim Wahlomat regelmäßig die höchsten inhaltlichen Übereinstimmungen mit ihr erzielen, ist schlichtweg ein unauflösbarer Widerspruch.

        Überhaupt wird der Kommentarbereich von Meinungen dominiert, die man als „wasch mich, aber mach mich nicht naß“ qualifizieren kann. Einerseits ist es so gut wie Konsens, daß diese Regierung Deutschland in den Abgrund führt. Andererseits hält man die einzige Oppositionspartei für ein noch größeres Übel.

        Also alles ein bißchen wirr, oder?

      • Dass erscheint nur Ihnen wirr, weil Sie selbst rechtsradikal sind und deshalb natürlich die AfD, wie sie sich entwickelt hat, ganz prima finden. Im Gegensatz zu Ihnen schätze ich jedoch die individuelle Freiheit und die Grundrechte, wie sie im Grundgesetz stehen. Dann ist es keine eigene Verwirrung, sondern einfach eine klare Beschreibung der Zustände, dass zwar alle davon reden, auch die AfD, die Bundesregierung sowieso und selbst Die Linke, aber keine Partei sie ernsthaft vertritt und verteidigt. Damit bleibt nur die Wahl des kleineren Übels, z. B. opportunistische Umfaller statt erklärte Freiheitsfeinde.

      • Und wer steht denn noch zwischen dem Grundgesetz und dem totalen Durchmarsch der Unfreiheit? Die Zahnarztpartei?

        Gerade diese Wahlphilosophie des (vermeintlich) geringeren Übels hat das altbundesrepublikanische Zweiparteiensystem weit über sein Verfallsdatum am Leben gehalten, weil sich so nie echte Alternativen im Parteiensystem entwickeln konnten. Es soll ja heute noch Bürgerliche geben, die CDU wählen, um „links“ zu verhindern. Wer sagt eigentlich, daß die FDP im September nicht mit den Grünen und der grünen CDU koalieren wird? Wäre das immer noch das „geringere Übel“?

      • Die AfD steht doch inzwischen selbst für Unfreiheit. Der Feind meines Feindes ist nicht zwingend mein Freund, sondern kann ebenso ein Feind sein, in diesem Fall der Freiheit, der Grundrechte und des Grundgesetzes. Manchmal taugt ein Übel noch als Gegengewicht zu einem anderen, aber selbst das ist bei der AfD nicht der Fall, weil sie keine Regierungsoption hat. Im Bund machte sie damit faktisch Frau Merkel stärker und zukünftig die Grünen, in der Ex-DDR verhilft sie so der Ex-SED zur Macht.

        Schwarz-Grün oder Jamaika mit Herrn Laschet als Kanzler wäre immer noch besser als Grün-Schwarz oder eine Ampel-Koalition. Dass Schwarz-Gelb keine realistische Chance mehr hat, liegt doch auch an der AfD. Es gibt in Deutschland gar keine links-grüne Mehrheit bei den Wählern, aber es drohen entsprechend dominierte Regierungen durch die AfD.

      • „Schwarz-Grün oder Jamaika mit Herrn Laschet als Kanzler wäre immer noch besser als Grün-Schwarz oder eine Ampel-Koalition.“

        Die FDP wollte vor vier Jahren aber aus gutem Grund nicht nach Jamaika. Ihre Angst, unter lauter Linkspartnern an die Wand gedrückt zu werden, war berechtigt. Warum sollte sie mit dem Merkel-Klon Laschet nun besser fahren?

        „Dass Schwarz-Gelb keine realistische Chance mehr hat, liegt doch auch an der AfD.“

        Nein, es liegt an der Merkel-CDU selbst und ihrem erbarmungslosen Linkskurs. Wer FDP wählt, wählt bei Jamaika Grüne und Grün-CDU mit. Das wäre keine Stimme für Veränderung, sondern die Zementierung des Merkelerbes, wie überhaupt das Prinzip der Wahl des geringsten Übels keinen verändernden, sondern bestenfalls aufschiebenden Charakter hat.

        Um eine grundsätzliche Alternative aufzubauen, braucht es eben Zeit und die AfD steht im Osten nur einen Wahlzyklus von der Regierungsmacht entfernt. Vielleicht wird sie nächstes Wochenende sogar schon stärkste Partei in Sachsen-Anhalt. Das ist nur möglich, weil sehr viele Wähler, die mit der Politik höchst unzufrieden sind, nicht taktisch, sondern grundsätzlich wählen.

      • Gerade wer grundsätzlich wählt, sollte die AfD grundsätzlich ablehnen. Bei genauer Betrachtung ist sie inzwischen doch noch schlimmer als die Grünen. Selbst ein Nationalist wie Sie sollte eigentlich aus der Geschichte gelernt haben, dass übermäßiger National(sozial)ismus dem eigenen Land und Volk übermäßigen Schaden zufügt. Die Gefahr von links ist nur deshalb größer, weil die linke Seite zur Zeit mächtiger ist. Zum Glück wird die AfD auch in der ehemaligen DDR nicht die absolute Mehrheit gewinnen, sondern (zum Unglück) wie in Thüringen die anderen Parteien in die Arme von Die Linke treiben.

        Während der Pandemie hat Herr Laschet gezeigt, dass er kein reiner Merkel-Klon und viel freiheitsliebender als z. B. Herr Söder ist. Seine schwarz-gelbe Regierung in NRW ist nicht toll, aber doch deutlich besser als die Söder-Regierung in Bayern, die Merkel-Regierung in Berlin oder auch die Kraft-Regierung davor in NRW.

      • Ein Liberaler sollte eigentlich begreifen, daß es echte Demokratie noch nie außerhalb des Nationalstaats gegeben hat. Er sollte auch begreifen, daß überall auf der Welt außer in Deutschland Patriotismus als etwas völlig Normales und Gesundes angesehen und gelebt wird.

        Laschet steht absolut in der Tradition Merkels. In der Einwanderungspolitik war er ihr größter Unterstützer. Seine jüngsten Sondertouren, wo er ständig zurückrudern mußte, zeigen nur, daß er nicht ihren politischen Machtinstinkt besitzt.

      • Das hatten wir doch schon mehrmals. Gerade die stärksten und ältesten Demokratien sind keine Nationalstaaten, siehe Schweiz, UK oder USA. Doch wo spreche ich mich gegen den deutschen Nationalstaat aus? Patriotismus ist gut, übermäßiger Nationalismus aber mindestens so schädlich wie die linksgrüne Ablehnung Deutschlands. Dass Herr Laschet nicht ganz so machtgierig ist wie Frau Merkel oder Herr Söder, spricht doch gerade für ihn.

      • Richtig, das hatten wir schon. Die Schweiz ist eine Ausnahme in jeder Hinsicht, während das VK und die VSA sichtbar von ihrer ehemals recht homogenen Substanz zehren. Bei der derzeitigen Entwicklung haben beide Staaten am Ende des Jahrhunderts wohl aufgehört zu existieren.

      • UK war doch nie homogen. Die Sollbruchstellen sind auch nicht die von Ihnen abgelehnten Zuwanderer, sondern Differenzen zwischen den alten Völkern. Die USA sind schon viel länger ein Staat und eine Demokratie und werden es voraussichtlich auch noch länger sein.

  7. Ich möchte noch etwas zusätzliches sagen. Ich hatte einen Antrag gestellt zur Mitgliedschaft in der Tierschutzpartei. Als man wusste, dass ich in der AfD war, hat man meinen Antrag abgelehnt. Ob das die richtige Entscheidung der Tierschutzpartei war, kann ich nicht sagen, aber ich konnte die Ablehnung verstehen, obwohl sie aus meiner Sicht nicht richtig war. Was machen eigentlich die jungen Leute, nachdem sie aus der AfD ausgetreten sind? Sie werden erhebliche Nachteile haben, das kann tatsächlich lebensentscheidend sein.

    • Wer pauschal und undifferenziert urteilt, ist einfach von der AfD abgeschreckt, ohne genauer zu schauen, bis wann Sie dort waren und wofür Sie dort standen. Die eigentliche Tierschutzpartei ist allerdings sehr links, so dass auch Ihre gemäßigten Positionen dort wahrscheinlich nicht gut ankommen.

      Eine AfD-Mitgliedschaft in jungen Jahren halte ich nicht für lebensentscheidend. Den meisten Arbeitgebern müsste man sie gar nicht angeben. Öffentliche Arbeitgeber dürften danach auch nicht diskriminieren (solange nicht die Verfassungsfeindlichkeit festgestellt wurde), obgleich das in der Praxis wohl doch schon vorkommt.

      • Die meisten AfD-Mitglieder sind ganz normale Menschen und weder radikal noch extremistisch. Zudem repräsentiert die AfD etwa 1/8 der Wähler, in manchen Bundesländern sogar mehr als 1/4. Wer sich ernsthaft dafür ausspricht, dass ein so großer Teil der Bevölkerung – die allermeisten davon völlig unbescholtene Bürger – ausgegrenzt, diffamiert, diskriminiert, beruflich, geschäftlich und gesellschaftlich benachteiligt werden soll, der hat ein diktatorisches Verständnis von Demokratie und Meinungsfreiheit.

      • Nein, die meisten AfD-Mitglieder, die überhaupt noch etwas tun, haben, was Gegenstand dieses Blogbeitrags ist, Höcke-Vertraute gewählt. Auch potentielle AfD-Wähler sollten sich fragen, ob sie das wirklich noch unterstützen wollen. Allerdings sind Wahlen geheim und wird niemand deswegen benachteiligt.

      • Alice Weidel ist eigentlich keine Höcke-Vertraute. Aber ihre unseligen Allianzen mit Gauland, Chrupalla und anderen Vertretern des Flügels kann man natürlich kritisieren. Mir gefällt das auch nicht.

        Ich hätte es auch erheblich besser gefunden, die „Spitzenkandidaten“ einzeln wählen zu können und die beiden Kandidaten mit den meisten (einzeln abgegebenen) Stimmen wären dann meinetwegen das „Spitzenduo“ geworden. Möglicherweise wäre das Ergebnis dann anders ausgefallen (Weidel/Wundrak?). Aber so hat die AfD ihr Spitzenduo eben nach dem „Vorbild“ der SPD-Parteispitze gewählt, was nicht sonderlich einfallsreich war.

        Dass Wahlen geheim sind, ist richtig. Aber wehe Sie bekennen sich als AfD-Wähler zu Ihrer Wahl. Dann sind Sie nach gängiger, undifferenzierter Mehrheitsmeinung ein Nazi und werden entsprechend ausgegrenzt und behandelt. Ist das noch Demokratie?

      • Natürlich ist Frau Weidel eine Höcke-Vertraute, die ihn tatkräftig unterstützt. Dass sie eigentlich nur aus Opportunismus handelt wie zuvor Frau Petry, ändert daran nichts.

        Wer sich wie Sie noch offen zur AfD bekennt, bekennt sich damit zu einer rechtsradikalen Partei. Das muss man nicht noch loben, sondern kritisieren. Das größere Problem sehe ich darin, dass mit Linksradikalen und Linksextremisten nicht mehr entsprechend verfahren wird, sondern diese inzwischen als gute Demokraten und potentielle Regierungsmitglieder gelten.

      • Dass der Flügel seine ‚Verbündeten auf Zeit‘ aus dem eher bürgerlichen oder liberalen Teil der AfD reihenweise wie heiße Kartoffeln fallen lässt, wenn er sie nicht mehr braucht, haben Sie schon richtig beobachtet. Ich habe vor solchen Allianzen immer gewarnt. Aber die Opportunisten wussten es ja stets besser. Das Ergebnis zieht sich durch die Geschichte der AfD wie ein roter Faden, da widerspreche ich Ihnen nicht. By the way.

        „Wer sich wie Sie noch offen zur AfD bekennt, bekennt sich damit zu einer rechtsradikalen Partei.“
        Diese Aussage bestätigt doch genau, was ich meine. Sie gerieren sich nicht anders als George W. Bush („Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns“) oder die linksradikalen Gegner der Meinungsfreiheit im Zürcher Rathaus (https://www.20min.ch/story/der-zuercher-stadtrat-verletzt-die-meinungsfreiheit-857228912182).

      • Lässt der Flügel seine Verbündeten wirklich fallen? War es nicht umgekehrt, dass die Kungler mit dem Flügel wie Frau Petry und Herr Meuthen irgendwann meinten, sich gegen ihn stellen zu können oder zu müssen, um dann festzustellen, dass die Mehrheiten in der AfD eben doch beim Flügel oder zumindest nicht gegen ihn sind? Selbst Herr Lucke hätte an der Parteispitze bleiben können, wenn er sich 2015 mit Herrn Höcke gegen Frau Petry verbündet hätte statt umgekehrt. Das hat er aber zu seiner Ehrenrettung nicht getan.

        Sie sind doch dagegen, dass die Wahrheit geäußert wird: ‚AfD ist bundesweit Verdachtsfall‘, und zwar für Rechtsextremismus, nicht nur Rechtsradikalität, also eine aktive Bekämpfung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Sie sind doch auch explizit gegen den Fortbestand der Bundesrepublik Deutschland, wenn auch aus anderen Gründen als der Rest Ihrer Partei.

      • Zu Flügel-Verbündeten auf Zeit:
        Wer mit den Wölfen heult …

        Zu „Sie sind doch dagegen, dass die Wahrheit geäußert wird: ‘AfD ist bundesweit Verdachtsfall’, und zwar für Rechtsextremismus, nicht nur Rechtsradikalität, also eine aktive Bekämpfung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung“.
        Wie bitte?
        Was ist denn das für eine anmaßende Unterstellung?

        Und was die Bundesrepublik angeht:
        Ich wäre im Falle einer Abstimmung darüber für einen Austritt Bayerns aus der Bundesrepublik Deutschland. Wenn andere Bundesländer an diesem „Bund“, der sich in Wahrheit längst zu einem Zentralstaat entwickelt, der wiederum in einem noch größeren Zentralstaat (EU) aufzugehen droht, verbleiben will, der kaa es je trotzdem. Das ist aber etwas völlig anderes, als Sie mir unterstellen („Sie sind doch auch explizit gegen den Fortbestand der Bundesrepublik Deutschland,“).

        Sie sind eben doch nur ein undifferenzierter Plattmacher und Über-einen-Kamm-Scherer.

      • Wenn Sie sich nicht mäßigen können, werden Sie einmal wieder für einen Monat gesperrt. Welche Wahrheit soll denn eine Unterstellung sein, dass die AfD rechtsradikal ist oder dass Sie gegen das Äußern dieser Wahrheit sind? Der Austritt Bayerns aus der Bundesrepublik Deutschland ist nicht vorgesehen und Ihre Forderung ist genau das, was ich geschrieben habe.

      • Wie kommen Sie überhaupt auf die Idee, dass die AfD gegen den Fortbestand der Bundesrepublik Deutschlands sei? Was ist das für eine neue Verschwörungstheorie?

      • Im Gegensatz zu Ihnen ist die AfD nicht gegen Deutschland, aber gegen das Grundgesetz und damit gegen die Bundesrepublik, die sie durch einen anderen Staat ersetzen will. Die meisten anderen Parteien wollen das allerdings inzwischen auch, nur mit einem anderen Nachfolger, nämlich Vereinigten Staaten von Europa.

      • Die AfD ist doch nicht gegen das Grundgesetz.
        Wie kommen Sie denn auf so etwas?

      • Sie ist verfassungsfeindlich.

        Wegen Ihres nachfolgenden Kommentars sind Sie wie angekündigt bis Ende Juni raus aus meinem Blog.

    • @Horst Krebs
      „Sie werden erhebliche Nachteile haben, das kann tatsächlich lebensentscheidend sein.“

      So wie sich das Meinungsdiktat in den letzten Jahren entwickelt hat, ist das tatsächlich zu befürchten. Man muss sich allerdings (nicht nur als sehr junger Mensch) ernsthaft fragen, welche Perspektiven einem eine derartige Gesellschaft überhaupt bietet? George Orwell und Aldous Huxley lassen grüßen!

      • Sie sollten nicht ablenken von der noch immer unbeantworteten Frage an Sie, warum Sie in einer inzwischen rechtsradikalen Partei Mitglied bleiben.

      • Ist das hier jetzt ein Verhör oder was?

        Zum einen, halte ich die AfD in ihrer Gesamtheit nicht für eine „rechtsradikale Partei“, auch wenn dieses „Prädikat“ (natürlich nicht im positiven Sinne) leider auf einige ihrer exponierten Vertreter zutrifft.
        Zum anderen geht es mir ja gerade darum, dazu beizutragen zu verhindern, dass die ganze AfD in die Hand von Rechtsradikalen und Rechtsextremisten fällt. Dieses Ziel ist aber nicht durch Davonlaufen zu erreichen.
        Würde die AfD tatsächlich zur rechtsradikalen oder rechtsextremistischen Partei, dann würde auch ich die Partei verlassen.

        Ihre Einschätzung scheint mir mehr und mehr geprägt vom Duktus, sich einer vorgegebenen „Haltung“, die man als Bürger des Merkel-Landes gefälligst einzunehmen hat, anzupassen.

      • Die AfD ist inzwischen eine rechtsradikale Partei, auch wenn Sie das ständig wider besseres Wissen leugnen. Die Frage ist nur noch, wann sie insgesamt rechtsextremistisch und offen verfassungsfeindlich wird. Das können Sie nicht aufhalten, schon gar nicht durch Leugnen des Problems und Beschimpfen derer, die es offen aussprechen und schon längst die Konsequenzen gezogen haben.

      • Ich beschimpfe niemanden dafür, wenn er für sich irgendwelche Konsequenzen zieht. Das ist seine persönliche Entscheidung.

        Was ich jedoch nicht richtig finde, ist alle AfD-Mitglieder oder -Wähler in einen Topf zu werfen und ganz pauschal zu behaupten, die AfD sei rechtsradikal oder gar offen rechtsextrem, denn das trifft – wie auch der Verfassungsschutz weiß und einräumt – eben genau nicht zu.

      • Eben nur Teile der AfD. In diesem Fall der größenmäßig völlig unbedeutende Landesverband Thüringen, der wegen Provokationsagent Höcke in der öffentlichen Wahrnehmung viel größer erscheint als er tatsächlich ist.

      • Es stand doch überhaupt kein Kandidat aus Thüringen zur Wahl.

      • Sie spielen auf Gaulands Ziehgewächs, den K.O.-Schläger Kalbitz an. Glauben Sie etwa, dass ich das goutiere?

      • Sie wollen mir mit Ihrem Meinungsdiktat also vorschreiben, dass ich die AfD zu verlassen hätte? Sehr interessant. Das lässt tief blicken.

  8. Herr Meister hat ein gutes Recht, für seine Partei als Mitglied zu kämpfen. Vielleicht wendet sich die AfD ja eines Tages wieder zum Guten zu einer erstrebenswerten Alternative. Die AfD hat heute alle Alternativen von damals verloren- Trotzdem sind viele Wähler geblieben in der Hoffnung, der Extremismus verschwindet wieder. Es sind aber auch ganz viele Mitglieder hinzugekommen, aufgrund des Status der Partei heute. Rechtsextremismus ist immer etwas, wo man dann auch mal im Fernsehen erscheint oder in den Medien erwähnt wird. Und es gibt noch einen großen Unterschied zur AfD von damals. Die Partei hat heute Geld, ein nicht unwichtiger Magnet.

    • Herr Meister hat das Recht, seine Meinung ohne Angst vor Strafverfolgung zu äußern. Daraus folgt aber keine Pflicht von mir, in meinem Blog jeden Unsinn von ihm unkommentiert freizuschalten.

      Die AfD hat nicht nur die meisten Mitglieder, sondern auch fast alle Wähler von 2013 verloren, dafür allerdings ganz andere Wähler gewonnen. Ob sie diese dauerhaft halten kann, wage ich zu bezweifeln. Doch es ist wohl tatsächlich auch eine Frage der Alternativen.

    • Gerade habe ich mir das Interview angehört. Herr Laschet sagt eigentlich: „Wir wollen keine Kooperation mit der AfD, auf keiner Ebene.“ Das ist keine doppelte Verneinung, sondern eine eindeutige Absage.

      • Sprachlogisch ist das eindeutig eine Bejahung. Laschet sagt, daß die Menge der Kooperationen mit der AfD auf jeder Ebene größer als null ist.

        Sicher, er meint das genau andersherum. Aber so, wie er es ausdrückt, gesellt sich Bildungsferne zu Demokratieferne.

      • Nein, das ist einfach nicht richtig. Der Sender hat den Satz ohne Komma hingeschrieben, Herr Laschet hat ihn aber mit Komma bzw. kleiner Pause gesprochen. Dann ist es eine Verneinung mit der zusätzlichen Verneinung für jede Ebene. Das rechtfertigt keinen Vorwurf gegen Herrn Laschet, sondern höchstens gegen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

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