Wahl-O-Mat Sachsen-Anhalt 2021

In Sachsen-Anhalt wird am 6. Juni gewählt. Ich habe die 38 Fragen beim „Wahl-O-Mat Sachsen-Anhalt 2021“ beantwortet und dabei folgende Übereinstimmung mit den Parteien erzielt (die Gartenpartei hat ihrerseits nicht geantwortet):

TIERSCHUTZ hier! 69,7 %
AfD 67,1 %
CDU 65,8 %
LKR 63,2 %
dieBasis 61,8 %
FDP 61,8 %
Freie Wähler 60,5 %
NPD 57,9 %
WiR2020 56,6 %
Gesundheitsforschung 55,3 %
PIRATEN 47,4 %
Tierschutzallianz 47,4 %
Tierschutzpartei 47,4 %
Die Humanisten 46,1 %
FBM (Freie Bürger Mitteldeutschland) 44,7 %
ÖDP 43,4 %
SPD 43,4 %
Klimaliste Sachsen-Anhalt 39,5 %
Die Linke 38,2 %
Die PARTEI 31,6 %
Grüne 27,6 %

Die Übereinstimmung selbst mit den Parteien auf den vorderen Plätzen erscheint nicht besonders hoch, ist jedoch höher als 2016 (siehe ‚Wahl-O-Mat […] Sachsen-Anhalt‘). Die Kleinstparteien TIERSCHUTZ hier!, LKR und dieBasis halte ich für chancenlos, die AfD insbesondere in Sachsen-Anhalt für unwählbar. Nach jüngsten Umfragen wird die CDU ohnehin stärkste Partei und kann mit Grünen sowie SPD weiterregieren, während die FDP in den Landtag einziehen wird, ohne einen relevanten Unterschied zu machen. Einen Unterschied würde hingegen ein möglicher Überraschungserfolg der Freien Wähler machen, weshalb ich sie wieder (siehe ‚Freie Wähler in Rheinland-Pfalz […] wählen‘) empfehle. Es gäbe dann auch bei der Bundestagswahl eine echte Option mehr.

29 Gedanken zu „Wahl-O-Mat Sachsen-Anhalt 2021

  1. Mein Ergebnis von vorne:
    1. AfD, 2. LKR, 3. CDU.
    Und von hinten:
    Letzte Klimaliste, vorletzte Linke, vorvorletzte Grüne.
    Ich habe auch nichts anderes erwartet!

  2. Und das nach den Erfahrungen mit den Freien Wählern in Bayern? Nachdem die doch nach dem Koalitions-Angebot schlagartig ihre ganzen Sprüche vom Wahlkampf und von vor der Wahl „vergessen“ haben nur um jetzt mit der CSU kuscheln zu dürfen? Im Vergleich dazu waren sogar die Grünen noch ehrlicher, indem sie die Koalitions-Forderungen der CSU nach den ersten Sondierungsgesprächen als untragbar abgebrochen haben. Als ehemaliger Grüner aus der Zeit kurz nach der Gründungszeit, eis.de das Thema Familie im Programm stand, habe nicht einmal ich damit gerechnet, dass mit den heutigen Grünen sowas passieren könnte.

    • Die Freien Wähler scheinen mir da ähnlich wie die FDP zu agieren, nur vielleicht noch etwas schwächer und mutloser. Beide fordern oft das Richtige (oder zumindest Besseres als die Union, was nicht so schwer ist), machen dann aber genau das Gegenteil mit. Ein kleiner Koalitionspartner kann natürlich nicht die ganze Politik bestimmen, sollte aber doch zumindest einen Teil prägen und sich gut überlegen, welcher das sein soll.

  3. Ich wohne seit 30 Jahren in Hessen, aber für Sachsen-Anhalt interessiere ich mich, da meine beiden Kinder und drei Enkel da wohnen. Auch wenn es niemanden interessiert, hier mein Ergebnis:
    LKR 77,3
    CDU 76,1
    NPD 73,3
    AFD 73,3
    Tierschutz 69,3
    WiR2020 63,6
    Gesundh. 61,4
    FW 60,2
    dieBasis 59,1
    FBM 54,5
    FDP 53,4
    Tiersch. 50,0
    ÖDP 48,9
    Humanisten 46,6
    Piraten 44,3
    SPD 42,0
    DieLinke 39,8
    Grüne 35,2
    Klimaliste 34,1
    DiePartei 31,8

  4. Der Partei der Freien Wähler auf Landesebene fehlt die Selbstständigkeit und der Wille des ökologischen Fortschritts. Sie betreiben Anlehnungspolitik ohne politische Progressivität. Sie sind eine wertvolle Partei auf Orts- und Kreisebene.

    • Richtig. Ab der Landesebene aufwärts sind Aiwangers Freie Wähler ein reiner Politik-Karrieristen-Wahlverein und daher überflüssig wie ein Kropf.

      • Das mag in Bayern so sein. In anderen Ländern kandidieren noch normale Bürger wie zur Anfangszeit der AfD. Der Anteil der Glücksritter und Diätenjäger scheint eher geringer zu sein.

      • 2013 hat ein gewisser Bernd Lucke bei der Landtagswahl in Niedersachsen für die Freien Wähler kandidiert …

      • Im Gegenteil. Lucke versuchte sein Glück als Kandidat der FW und nachdem das nicht geklappt hat, schloss er sich bereits zwei Wochen später der AfD an. Diese wollte sich ihm aber nicht beugen, weshalb er als „Bernd im Glück“ die LKR (zunächst „Alfa“) gründete und schließlich als gescheiterter Polit-Karrierist wieder in den sicheren Schoß des Staates zurückkehrte. Für einen Beamten ist das ja kein Problem. Genau an solchen Politikertypen geht Deutschland zu Grunde.

      • Nein, Bernd Lucke hat ehrlich versucht, inhaltlich etwas zu verändern, womit er leider gescheitert ist an Leuten wie Frau Petry und Herrn Höcke (und sich selbst). Er hat sich der AfD auch nicht angeschlossen, sondern diese gegründet (nicht allein, doch ohne ihn gäbe es sie nicht).

      • Nennen wir es einmal so – Bernd Lucke hat sich anderen Gründern der AfD (die es überwiegend – leider nicht alle – tatsächlich ehrlich meinten) angeschlossen und sehr schnell die zentrale Medienfigur der AfD gegeben. Aber egal wie, dem kleinen Bernd ging es letztlich nur um die persönliche Profilierung und nicht um die Sache. Wie sonst wäre zu erklären, dass er zum Beispiel Landolf Ladig in die AfD geholt hat, den Millionenbetrüger Ralf Herzog (https://linksunten.mirrors.autistici.org/node/217925/index.html) zum „Social Media“-Chef, den bekennenden Faschisten Christian Lüth zum Pressesprecher der AfD und die rassistische Extremistin Eva Kahlmann zu seiner Büroleiterin im Europaparlament gemacht hat?
        Nein, Lucke war weder ehrlich, noch ein erfolgreicher Politiker, sondern schlichtweg ein Profilneurotiker ohne jedes politische Fingerspitzengefühl.

      • Von den eigentlichen Gründern sind nur noch zwei in der AfD, was unterstreicht, wie sehr sie sich von ihren Ursprüngen entfernt hat. Ohne Bernd Lucke wäre es nicht zur Gründung gekommen. Ob eine andere, vielleicht sogar bessere Partei entstanden wäre, ist rein spekulativ.

  5. Sind denn diese vielen kleinen Parteien mit einer Landesliste auch landesweit wählbar? Die Freien Wähler könnten es vielleicht in den Landtag schaffen, aufgrund der Zersplitterung aber sonst keine. Bei dieBasis dürfte es bei einem Achtungserfolg von max. 1-2% bleiben, LKR nochmal 90% weniger.

    • Ja, in Sachsen-Anhalt gibt es echte Landeslisten und die Parteien sind im ganzen Land wählbar, müssen jedoch über fünf Prozent der Stimmen kommen. Von den kleineren Parteien haben nur die Freien Wähler eine realistische Chance. Genau deshalb würde ich sie wählen, zumal es auf kleine Gewichtsverschiebungen zwischen den anderen Parteien im Landtag nicht ankommt.

      • Ok, es liegt im Bereich des Möglichen, dass die führende CDU einen der beiden Koalitionspartner SPD oder Grüne durch FW oder FDP ersetzen kann (beide durch beide ist unwahrscheinlich).

      • Nach den Umfragen ist die FDP zu klein dafür, während die Freien Wähler sehr zittern müssen, ob sie es überhaupt in den Landtag schaffen.

  6. Komisch, woran liegt der hohe Wert der Tierschutzpartei? Sie kommt bei mir nur auf 32%. Führemd sind, wie immer, LKR, AfD und FDP (die als Lippenbekenntnis gar nkcht schlecht abschneidet). Die FW kommt nur auf 50%.

    Apropos: von den FW wollte jetzt jemand in NRW auf dem Ticket der LKR für den Bundestag kandidieren. Ein kurzer Internetcheck rekchte für seine Ablehnung: er war mehrfach wegen Rechtsradikalismus in Kontroverse geraten. Wie in der Anfangsphase der AfD…

    • Kann es sein, dass Sie die Tierschutzpartei mit TIERSCHUTZ hier! verwechseln? Letzteres hat übrigens mit den zweifelhaften Freien Wählern Düsseldorf zu tun. Diese lokalen Gruppen dürfen Sie jedoch nicht mit der Partei der Freien Wähler verwechseln. Davon wollte wohl niemand bei der LKR kandidieren, was auch nicht erlaubt wäre.

      • Bei neueren parteipolitischen Angeboten zum Tierschutz schadet ein genauerer Blick nicht. Die Ablehnung des Schächtens mit der offiziellen Begründung Tierschutz kann antisemitischen Motiven entstammen. Jüngstes Beispiel hierfür ist die öffentlich gewordene Morddrohung unter Klarnamen an den Landrat des Kreises Unna.

  7. Bei mir kam von aussichtsreichen Parteien FDP vor CDU vor AfD und SPD vor Linken vor Grünen- das entspricht exakt meiner Sympathie für die einzelnen Parteien! Wer ist mir schon fremder als das grüne Milieu?

    • Vielleicht sollten wir einmal unsere konkreten Antworten vergleichen. Ich habe versucht, stets möglichst liberal zu antworten, Sie aber vermutlich auch. Außerdem habe ich wie üblich keine Gewichte benutzt, obwohl nicht alle Fragen gleich wichtig sind.

      • Gute Idee! Ich versuche das demnächst. Mir fiel auf, daß ich dieses Mal häufiger als sonst keine Antwort gab. Bei mancher Frage schwankte ich auch. Vielleicht kommt bei nochmaliger Ausfüllung eine andere Partei nach vorne… Von mancher Frage verstehe ich auch zu wenig, etwa bei der nach mehr Windrädern… Sicher verstehe (billige) ich aber Frau Dr. Wagenknechts Kritik an „urbanen Milieus“, grüner „Kerntruppe“…

      • @Ulrich Motte
        „Sicher verstehe (billige) ich aber Frau Dr. Wagenknechts Kritik an „urbanen Milieus“, grüner „Kerntruppe“…“

        Sahra Wagenknecht scheint als erste (und derzeit einzige?) Politikerin erkannt zu haben, dass es vor allem in Energie- und Ökologiefragen zu einer Spaltung zwischen der immer realitätsferneren Stadtbevölkerung (Salon- und Lifestyle-Linke, deren Einzelkinder Kühe nur noch aus der Milkawerbung kennen) und der bodenständigen Landbevölkerung kommen wird.

      • Nicht zu jeder These gibt es eine eindeutig liberale Antwort. Manche Thesen sind auch in sich nicht völlig klar, was z. B. auf die zu den Windkraftanlagen zutrifft. „In Sachsen-Anhalt sollen keine weiteren Flächen für Windkraftanlagen ausgewiesen werden.“ Ist damit quasi ein Verbot von neuen Anlagen gemeint oder der Verzicht auf die Ausdehnung der Kriterien, etwa das Bauen näher an Wohngebieten oder in Naturschutzgebieten? Ersteres fände ich zu hart (und nicht liberal, auch wenn ich kein Freund von Windrädern bin), Letzteres hingegen richtig.

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