Super League vorerst gescheitert

Am Montag präsentierte die Union of European Football Associations (UEFA) ein „Neues Format für die Champions League ab 2024: Die wichtigsten Infos“ sind, dass die Zahl der teilnehmenden Vereine um vier auf 36 erhöht wird und in der ersten Phase jeder Verein gegen zehn andere spielt (und nicht zweimal gegen drei in acht Gruppen), worauf Play-offs für die Vereine im Mittelfeld (Platz 9 bis 24, während die ersten acht Plätze sicher weiterkommen und die hinteren Plätze gleich ausscheiden) folgen und dann ab dem Achtelfinale das bisherige K.-o.-System. Diese Neuerungen wurden jedoch dadurch überschattet, dass bereits am Sonntag zwölf Top-Vereine (aus England, Italien und Spanien) die Gründung einer Super League ankündigten, die zwanzig Vereine in einer teilweise geschlossenen Liga (fünfzehn dauerhafte Vereine und fünf mit jährlicher Qualifizierung, erst zwei Gruppen und dann K.-o.-System ab dem Viertelfinale) mit eigener Vermarktung umfassen sollte.

Das gefiel der UEFA gar nicht, die keine Konkurrenz duldet und nicht nur den beteiligten Vereinen, sondern auch all ihren Spielern dauerhafte Sperren androhte. Das wäre rechtlich vermutlich nicht haltbar gewesen, doch auf jeden Fall gab es viel Gegenwind, auch aus den nationalen Verbänden, von Politikern und Fans, weshalb die meisten Vereine gleich wieder einknickten (was sie schlimmstenfalls eine Vertragsstrafe von jeweils 300 Millionen Euro kostet) und das Projekt zumindest vorerst gescheitert ist. Doch es wird weitere Überlegungen in diese Richtung geben, immerhin geht es um sehr viel Geld und dessen Verteilung. Konkurrenzligen sind übrigens schlecht fürs Geschäft, doch ein Monopol wird satt und träge, weshalb es vielleicht gelegentlich zumindest durch potentielle Konkurrenz aufgeschreckt werden muss, selbst wenn sich diese dann nicht realisiert.

3 Gedanken zu „Super League vorerst gescheitert

  1. Man weiss gar nicht, für wen man weniger Sympathie empfinden soll. Für die semikorrupten Apparatschiks der UEFA und FIFA oder die nimmersatten Superklubs?

  2. Pingback: Mit Keller scheitert der nächste DFB-Präsident | Alexander Dilger

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