Auslandsreisen mit Testpflicht, Inlandstourismus gar nicht

Entgegen dem Wunsch unserer in der DDR mit Mauer sozialisierten Kanzlerin gibt es „Kein Verbot – Urlaub im Ausland bleibt erlaubt“. Pauschale Reiseverbote sind ihren Juristen zu heikel und würden wohl wie die von ihr ebenfalls geplante Oster-Ruhe enden (siehe ‚Merkel räumt erstmals Fehler ein und hebt Oster-Ruhe wieder auf‘). Zugleich bleibt es beim innerdeutschen Reiseverbot (siehe ‚Verkürzte Einkaufszeiten und innerdeutsches Reiseverbot führen zu mehr Infektionen‘). Der Widerspruch, „dass man nicht in der Lage sei zu verhindern, dass Menschen nach Mallorca fliegen, aber in Flensburg ein 15-Kilometer-Bewegungsradius durchgesetzt werden könne“, war selbst der Kanzlerin aufgefallen. Doch auf die offensichtliche Lösung kommt sie nicht, dass auch die pauschalen innerdeutschen Reisebeschränkungen fallen sollten im Interesse der Reisenden, der Tourismusbranche, aber auch des Gesundheitsschutzes.

Wenn überhaupt, wäre eine Orientierung an nachweisbaren Ansteckungsgefahren unabhängig vom Land gerechtfertigt. Diese Gefahren sind jedoch geringer an der frischen Luft in dünner besiedelten Orten mit niedrigeren Inzidenzwerten und keinen oder zumindest weniger mutierten Virusvarianten. Die An- und Abreise ist im sonst gerne verteufelten eigenen Auto besonders ungefährlich, was aber wohl auch für ebenfalls gerne kritisierte Flugzeuge gilt. Schon die kurzfristig ab morgen erweiterte Testpflicht bei Rückflug aus jedem ausländischen Ort und nicht nur aus besonderen Risikogebieten ist eine reine Schikane.

Trotz der Meldung am Anfang dieses Beitrags halte ich willkürliche weitere Schikanen wie eine Quarantänepflicht für alle Rückreisenden oder gar ein pauschales Aus- und/oder Einreiseverbot weiterhin für möglich. Not kennt kein Gebot, selbst wenn die Not nur eingebildet, selbst verursacht oder rein politisch ist. Deshalb ist Reisen jetzt gefährlich, wegen des Virus hingegen nur an bestimmten Orten und mit bestimmten Verkehrsmitteln wie überfüllten Bussen und Bahnen, die sonst so gerne angepriesen werden.

45 Gedanken zu „Auslandsreisen mit Testpflicht, Inlandstourismus gar nicht

      • Die Betonung liegt auf „NOCH nicht ganz“.
        Aber „Wir schaffen (auch) das“ (noch).

      • Ihre Niederlagen in der letzten Zeit werden sie nicht beeindrucken. Vielmehr wird sie noch allerhand weitere Nebelkerzen werfen, um von ihrem Versagen bei der Impfstoffbeschaffung abzulenken.
        Sie wird aber die Bilder tausender Engländer, der auf Mallorca unbeschwert am Pool liegen, nicht unterdrücken können. Und dann wird auch dem allerletzten Bildzeitungsleser klar, was er unserer regierenden FDJ-Sekretärin zu verdanken hat.

      • Das ist nur eine Frage von wenigen Wochen oder Tagen.

      • Interessanterweise sind ausgerechnet die deutschen Grenzübergänge in die französischen Hochrisikogebiete ja alle sperrangelweit geöffnet und es finden (zumindest auf dem Landweg) keinerlei Kontrollen statt. Der Deutsche Michel bleibt auch so brav zuhause, wenn „Mutti“ sagt, dass „wir jetzt alle verzichten müssen“. Wie ferngesteuert.

      • Ich meinte es ja auch eher ironisch in Anspielung auf ein anderes Zitat. Dass Frau Merkel am liebsten viele DDR-Elemente implementieren würde, bezweifle ich nicht. Dass sie den Staatsaufbau der Bundesrepublik bewusst missversteht, glaube ich auch. Eine brisante Situation, wenn so eine Frau dann in so einem Amt sitzt

    • In der dailymail ist heute eine Fotostrecke, die viele sehr große Menschenmengen zeigt, die das schöne Wetter in England in Parks und an den Stränden, z.B. in Bournemouth, genießen.

  1. Welcher Vermieter von Ferienwohnungen hält sich denn ernsthaft an das Verbot, zumindest wenn in Ansätzen erläutert wird, dass die Reise keinen rein touristischen Grund hat? Es wird wohl eher so sein, dass die Menschen durch das Verbot abgeschreckt sind und nicht mehr buchen.

    • Ich kenne 2 Vermieter von Ferienwohnungen in Meck-Pomm. Was glauben Sie, wie rigoros das durchgesetzt wird? Da traut sich keiner mehr zu vermieten. Selbst die eigene Belegung durch den Eigentümer ist schwierig. Das Auto wird in der Garage verschanzt und man geht nur im Dunkeln raus, damit jene Nachbarn, die die Traditionen von vor 1989 hochhalten, nicht denunzieren

      • Vielleicht ist es auf dem ostdeutschen Land bzw. bei Vermietern, die begründete Angst vor Denunziationen haben, tatsächlich schwieriger.

  2. Kommunismus / Sozialismus / Etatismus führen immer in den Abgrund (q.e.d.).
    Schlimm, dass die meisten Menschen das immer noch nicht wahrgenommen haben.

  3. Ich glaube nicht, dass Merkel ernsthaft Auslandsreisen unterbinden wollte. Diese Maßnahme müsste von Bundesbehörden umgesetzt werden. Merkel scheut aber jede konkrete Umsetzungsverantwortung, die sollen bitte nur andere tragen (z.B. Bundesländer). Es ist ihr aber sicher recht, wenn es so dargestellt wird, als hätte sie gerne härtere Maßnahmen durchgesetzt, wenn man sie nur gelassen hätte.

      • Und wird das für die Kanzlerkandidatur reichen? Ich kenne bisher keine einzige Grande der CDU, die sich für ihn ausgesprochen hat.

      • Herr Söder wird hoffentlich gar nicht kandidieren wollen. Jetzt brechen auch die Umfragewerte der CSU massiv ein. Allerdings hätte ich auch nichts dagegen, wenn er kandidiert und dann verliert.

      • Ceterum censeo non habet Markus intentio entis candidatum

      • Er bräuchte das nur einmal öffentlich zu sagen, schon wäre er aus dem Rennen und würde die Chancen der Union steigern. Entweder will er aber doch oder noch einen Preis für seinen Verzicht.

      • Was Markus Söder mit der Herumkokettierei um das Amt des Bundeskanzlers genau bezwecken will, ist schwer einzuschätzen. Ich vermute, dass er seinen Marktwert in Bayern erhöhen möchte, damit ihm die Wähler in Bayern dankbar dafür sind, wenn er hier bleibt.

      • Ich habe etwas die Sorge, dass Laschet so sehr als Weichei dargestellt wird oder tatsächlich auch ist, dass der Deutsche dann lieber nach dem starken Mann in Form von Söder ruft und er dann auch das Rennen macht. Für mich ist Söder opportunistischer Pudding pur, er wird brav alles umsetzen, was die Grünen wünschen.

      • Herr Söder ist doch gerade nicht stark, sondern tut nur so. Dagegen könnte sich Herr Laschet endlich von der Kanzlerin emanzipieren. Sonst hat er auch nicht das Zeug zum Kanzler.

      • Polarisiert Herr Söder nicht zu sehr? In der Regel wünschen die Deutschen eine ausgleichende Person im Kanzleramt. Die aktuelle Pandemie könnte die Präferenzen vielleicht temporär verändern.

      • Herr Söder ist reiner Opportunist und hat vor Monaten kalkuliert, dass er mit Kuschelkurs gegenüber Frau Merkel und den Grünen bei gleichzeitigem Brutalokurs gegen angeblich das Virus und vor allem die bürgerlichen Freiheiten gewinnt. Der Wind hat sich jedoch gedreht und die bisherigen Unionswähler wollen das entweder nicht oder wenden sich gleich den Grünen zu. Für einen abermaligen Kurswechsel dürfte es jedoch zu spät sein. Damit läuft es auf ein Rennen zwischen Frau Baerbock und Herrn Laschet hinaus.

      • Markus Söder hat doch gar nicht die Absicht, als Kanzler der DDR 2.0 zu kandidieren und hatte diese auch nie. Vermutlich macht er sich nur einen Spaß daraus, es außerhalb Bayerns so aussehen zu lassen, als ob auch er ins Rennen ginge.

      • So spaßig ist das nun auch wieder nicht. Sie sollten auch nie die Eitelkeit von solchen Männern unterschätzen. Vielleicht schreckt er jetzt zurück, wo die Wahlchancen fallen, wozu er wiederum aktiv beiträgt.

      • Nein, nein. Söder bleibt bayerischer MP und hat keinerlei Ambitionen auf das Kanzleramt. Da bin ich mir sicher.

      • Es wird auch künftig keinen CSU-Bundeskanzler geben. Markus Söder wird nicht kandidieren.

      • Was macht Herr Söder denn, wenn Herr Laschet vor ihm zurückzieht? Wenn man etwas nicht machen will, sollte mam es gleich sagen.

      • Falls Laschet zurückzieht, dann ist das doch nicht Söders Problem.
        Die CDU leidet unter Personalmangel. Aber auch das ist nicht Söders Angelegenheit, sondern das Ergebnis der bereits vier Jahrzehnte anhaltenden Aussitzpolitik in der CDU.

      • Das wäre allerdings ein Kuriosum.
        Aber seien Sie beruhigt. Friedrich der Große und Norbert Röttgen stehen sicher als verlässliche Reserveoffiziere bereit, falls die alternativlose Dauerkanzlerin sich tatsächlich nicht mehr zur Verfügung stellen sollte (wovon ich aber nicht ausgehe).

      • Frau Merkel wird sich noch einmal gnädig zur Verfügung stellen. Deutschland hat dann die Wahl zwischen Zonen-Angie Merkel und Zonen-Annalena Baerbock. Herzlichen Glückwunsch, einstiges Land der Dichter und Denker!

      • Jedenfalls bekämpft Frau Merkel jeden in der Union. Daraus folgt, dass ein Unionskandidat nicht mit ihr erfolgreich sein kann, sondern nur durch Emanzipation von ihr. Herrn Schäuble hat seine Treue zu Herrn Kohl und dann Frau Merkel nicht ins Kanzleramt gebracht, Frau Merkel ihre Angriffe gegen diese Herren hingegen schon. Vielleicht erkennt Herr Laschet das jetzt, während Herr Söder aufs falsche Pferd gesetzt hat.

      • @danielsodenkamp

        „BILD“(e) Dir Deine Meinung?
        BILD ist zu einer der glaubwürdigsten Informationsquellen in der deutschen Medienlandschaft mutiert. Das wäre vor zwanzig, dreißig Jahren völliog unvorstellbar gewesen. Liegt aber weniger an BILD selbst (nichtsdestotrotz Respekt vor allem für Julian Reichelts Leistung), sondern an der Unterwürfigkeit der meisten anderen Redaktionen „meinungsbildender“ Flagschiffmedien in Merkels schöner DDR 2.0.

      • Ich würde jetzt Herrn Reitz in seinem heutigen Artikel auf focus.de zustimmen, dass Herr Söder allein deshalb schon nicht Kanzlerkandidat der Union wird, weil praktisch niemand aus der CDU nach ihm ruft. Damit ist Laschet natürlich noch nicht Kanzler, denn Volkes Stimme und auch Merkel könnten sich tatsächlich eher Baerbock als Kanzlerin wünschen.

      • Meine Präferenzordnung ist Laschet > Baerbock = Habeck > Scholz > Söder > Merkel. Das heißt nicht, dass ich Herrn Laschet für einen hervorragenden Kanzler(kandidaten) halte, aber das Angebot ist bescheiden und er wohl das kleinste Übel davon.

      • Also lassen sich die CDU-Granden nicht davon beeindrucken, dass Herr Söder in den Umfragen vor Herrn Laschet liegt?

        Ich stimme zu, dass die beiden grünen Kandidaten besser als Herr Scholz geeignet sind. Wenn ein Finanzminister öffentlich damit kokettiert, sein ganzes Geld nur auf Girokonten zu halten, dann sagt das etwas über sein Verhältnis zum Unternehmertum aus.

      • Die allgemeinen Umfragewerte sind viel weniger relevant als die der eigenen potentiellen Wähler (am wichtigsten sind die Wechselwähler, die man gewinnen oder verlieren kann). Bei ihnen liegt zwar Herr Söder auch noch vorne, aber seine Corona-Strategie dürfte zunehmend zum Problem werden. Erstens ist er im realen Ergebnis weniger erfolgreich als Herr Laschet, zweitens dürfte die freiheitsfeindliche Rhetorik bürgerliche Wähler eher abschrecken, insbesondere wenn die alten und besonders gefährdeten Wähler demnächst geimpft sein dürften.

        Herr Scholz ist in noch mehr und viel bedeutendere Skandale verwickelt als Herr Spahn. Sinnvolle Ideen hat er auch keine, die er obendrein gegen seine Partei nicht durchsetzen könnte.

  4. Ein Grund für Merkels Bestrebungen, uns abends einzusperren, scheinen Auswertungen von Hadydaten zu sein. Offenbar wissen unsere Herrschenden ganz genau, wer sich wo mit wem trifft. Zwar behaupten sie, die Handyauswertungen wären anonymisiert, aber das muß man nicht unbedingt glauben.

    Wenn ich mit privat mit jemanden treffe, bleibt das Handy aus oder zu Hause. Sicher ist sicher.

  5. Testpflicht für Einreisende halte ich für richtig, auch wenn es mich selbst betrifft. Auch an den Grenzübergängen zu Lande sollte – ggf. mit Schnelltest – getestet werden, allen voran die Pendler. Was bringt es, Corona im Inland zu bekämpfen, wenn der Virus immer wieder neu eingeschleppt wird?

    • Warum sollte das Virus auf gefährliche Weise aus Gebieten eingeschleppt werden, in denen die Ansteckungsgefahren geringer ist und auch keine hier noch nicht vorhandenen Mutationen verbreitet sind? Es kommt also auch hier auf die richtige Differenzierung an und nicht plumpe Pauschalmaßnahmen.

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