Verkürzte Einkaufszeiten und innerdeutsches Reiseverbot führen zu mehr Infektionen

Gestern schrieb ich kurz vor Mitternacht während der für viele Stunden unterbrochenen „Videokonferenz der Bundeskanzlerin mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder“: Frau ‚Merkel scheitert mit Ausgangssperren und anderem Unsinn‘. Dafür hat sie sich spontan noch größeren Unsinn ausgedacht, den die Länder auch noch mittragen und umsetzen wollen. In ihrem gemeinsamen Beschluss wird nicht nur der eigentlich nur für letzten November als Wellenbrecher geplante Lockdown bis zum 18. April verlängert, sondern verschärft. Selbst die Ausgangssperren finden sich darin, wenngleich nicht bundesweit verpflichtend, sondern als Option für Kreise mit einem Inzidenzwert von über 100 (Neuinfektionen in den letzten sieben Tagen pro 100.000 Einwohner), wo auch die Lockerungen der ‚Siebte[n] Verlängerung des Lockdowns mit unsinnigen Regeln‘ zurückgenommen werden. Die unsinnigste Maßnahme, die wohl erst in der Nacht spontan erdacht wurde, ist jedoch die „Erweiterte Ruhezeit zu Ostern“. Gründonnerstag (1. April) und Karsamstag (3. April) werden einmalig zu Ruhetagen erklärt. „Ausschließlich der Lebensmitteleinzelhandel im engen Sinne wird am Samstag geöffnet.“

Ideale Maßnahmen schützen die Gesundheit und das Leben, ohne die Grundrechte, insbesondere die individuelle Freiheit, und den Wohlstand einzuschränken. Insbesondere das Impfen (ohne Impfpflicht) gehört dazu, womit es in Deutschland jedoch nicht ordentlich vorangeht, weil unsere Politiker, vorneweg Frau Merkel und Herr Spahn, sowohl bei der Impfstoffbestellung als auch dem zügigen Verimpfen des bereits gelieferten Impfstoffs versagt haben und weiterhin versagen. Bei anderen Maßnahmen gibt es einen Trade-off zwischen Infektionsschutz und Freiheit. Hier sind echte Entscheidungen nach einer ernsthaften Abwägung nötig und sind auch verschiedene Präferenzen möglich. Schließlich gibt es völlig ineffiziente und unsinnige Maßnahmen, die sowohl die Gesundheit beeinträchtigen und Leben gefährden als auch Freiheit und Wohlstand vernichten.

Genau solche schädlichen Maßnahmen setzt Frau Merkel durch, hier konkret das Schließen der Lebensmittelgeschäfte am 1. April, was kein Aprilscherz ist, sondern zu volleren Läden und damit mehr Infektionen am Vortag sowie am Karsamstag und Osterdienstag führen wird. Es wäre genau das Gegenteil richtig gewesen, nämlich das strenge Ladenschlussgesetz zu Ostern zu lockern, damit die Einkäufe entzerrt statt verdichtet werden. Ähnlich absurd wirkt das Verbot von touristischen Reisen innerhalb Deutschlands oder auch nur im eigenen Bundesland, während Auslandsreisen, insbesondere nach Mallorca, erleichtert werden.

32 Gedanken zu „Verkürzte Einkaufszeiten und innerdeutsches Reiseverbot führen zu mehr Infektionen

    • „Möglicherweise“ ?

      Ich halte zwar nichts von Ferndiagnosen, aber schon der ganze äußere Auftritt der Kanzlerin (Mimik, Gestik, Kleidung, Frisur, Statur, gelangweilte Aussprache ohne jede Dynamik usw., usf.) lässt nichts Gutes ahnen. Die Dame ist völlig emotionslos und wirkt wie ferngesteuert. Fällt das im alltäglichen Umfeld dieser Person denn niemandem auf?

  1. Die Entscheidungsträger handeln wie eine Gruppe Kinder die vor der Frage stehen was wollen wir denn heute spielen.

  2. Was können wir Bürger noch tun, wenn Christian Lindner der Presse erklärt, die FDP sei in den drei Landesregierungen machtlos? Das ist doch eine Bankrotterklärung und das Ende von Demokratie, Föderalismus und Rechtsstaat. Dass Angela Merkel eine Willkürherrscherin ist und ihre Kanzlerschaft auf den Müllhaufen der Geschichte gehört, muss doch so langsam mal jeder im Land begreifen. Der materielle und immaterielle Schaden, den sie anrichtet, verläuft wahrlich exponentiell. Unsere Wirtschaft darf sich nicht immer aufs Neue von neuen Milliardenhilfen abspeisen lassen, die am Ende sowieso nur spärlich und verspätet fließen.

  3. Ich bin inzwischen der festen Überzeugung, dass es Merkels Plan, bzw. Auftrag ist, Deutschland zu zerstören. Sie ist fast am Ziel…!

    • Das wird sie aber nicht schaffen. Was ihr hingegen gelingen wird, ist, CDU/CSU im September im Bund in die Opposition zu führen. Und da können sie es sich erst einmal gemütlich machen.

    • …und wenn es Merkels Plan ist, dass die Union die BT-Wahl verliert und so der erste Grüne ins Kanzleramt einzieht…???

      • Merkel ist keine Grüne, sondern eine durch und durch totalitäre Linke. Wobei die Schnittmenge der Eigenschaften totalitärer Linker und Grüner natürlich sehr, sehr groß ist (99%?).

      • Die Grünen beschweren sich allerdings ständig, dass sie zu wenig für den Klimaschutz machen würde…

  4. Die „Osterruhe“ wurde nicht spontan erdacht. Das ist ein alter Trick, potenziell kontroverse Vorschläge in einer Verhandlung erst dann zu bringen, wenn alle erschöpft sind und irgendwann nach Hause wollen. Das ist genauso durchsichtig wie die Taktik der Kanzlerin, über an die Presse lancierte Berichte über den Verlauf der Konferenz die Ministerpräsidenten als lächerliche Hampelmänner erscheinen zu lassen.

    Erstaunlich ist nur, dass die MPs (wie viele andere Politiker neben und vor ihnen) sich diese Methoden Merkels gefallen lassen, obwohl es ja auch ihre Karrierechancen schmälert (Söder, Laschet).

    • MP Söder hat die Vorbereitung und Durchführung dieser MPK kritisiert und darüber hinaus angeregt, die Durchführung künftig seitens der Öffentlichkeit verfolgbar zu machen. Insbesondere solle man die Verhandlungen nicht immer wieder bei „0“ beginnen.

      • Markus Söder ist nicht so dumm, wie man außerhalb Bayerns gemeinhin glaubt.

    • @Yorck Dietrich

      Ihre Theorie zur Verhandlungsstrategie Merkels deutet darauf hin, dass sie noch einmal als Kanzlerin antreten wird. Markus Söder wäre schön blöd, wenn er Bayern verlassen würde und dem Armin Laschet traut sie (Merkel) es sowieso nicht zu. Sie hat außer den Grünen also keine Konkurrenz zu befürchten, wenn sie sich „gnädigerweise“ wieder zur Verfügung stellt. Und der deutsche Masochistenmichel will es ja ohnehin nicht anders.

      • Nach der heutigen Nummer wird sie nicht mehr antreten (können), sondern höchstens noch hoffen, dass irgendwer (aber wer?) sie nach der Wahl noch einmal fragen könnte.

      • Wer sollte sonst für die Union antreten?

        Söder wird es nicht machen.
        Laschet kann es nicht.
        Spahn ist völlig verbrannt.
        Merz soll nicht.

        Wer bleibt?
        Die alternativlose Kanzlerin.

      • Fehlendes Können ist in der Union doch absolut kein Hinderungsgrund, sondern eher eine Empfehlung. Herr Laschet darf also die Bundestagswahl verlieren.

      • Aber nur, wenn Merkel sich nicht selbst zur Verfügung stellt. Und da sich Frau Merkel ihrer überaus großen Verantwortung schon immer bewusst ist, wird sie Deutschland ganz sicher nicht im Stich lassen, sondern sich noch ein fünftes Mal zur Verfügung stellen. Das wird ihr dann auch gewiss niemand streitig machen in ihrer Klatschhasenpartei.

      • Regieren auf Sicht?
        Nein. Blindflug im Nebel.
        Und das seit mehr als einem Jahr!

  5. Germany is a madhouse run by the inmates. So meine Wallstreet-Freunde.)
    Ein insassengeführtes Irrenhaus ist natürlich für Links-Grüne an Fortschrittlichkeit und Inklusion nicht zu überbieten. Im Ernst: Frau Merkel soll zurücktreten und baldigste Neuwahlen ermöglichen.
    Gegen diese Regierung erscheint die Ernennung von Caligulas Gaul Incitatus zum Konsul vorbildlich.

    • Frau Merkel wird nicht zurücktreten. Sie stellt nicht einmal die Vertrauensfrage, obwohl sie diese gewinnen würde. Wir sollten froh sein, wenn sie nicht wieder als Kanzlerin antritt.

      • Es ist allerdings nicht leicht, jemanden mit realistischen Aussichten zu identifizieren, der den Job definitiv besser machen würde und dazu bereit wäre. Ich z.B. hätte überhaupt keine Lust darauf.

      • Haben Sie denn realistische Aussichten aufs Kanzleramt? Allerdings würden Sie vermutlich besser sein als Frau Merkel, weil sie aktiv schädlich ist. In der Nacht von Montag auf Dienstag wäre kein Beschluss doch auch besser gewesen als so ein schlechter, der dann zurückgenommen werden musste.

  6. Bisher konnte man noch annehmen, der Kurs der Kanzlerin sei zwar stur und dogmatisch, aber zumindest von gewissen inhaltlichen (fixen) Ideen getrieben. Das Hin und Her der letzten Wochen mit zaghaften Lockerungen, dann deren Rücknahme lässt eher vermuten, dass nur auf Stimmungen der Wähler reagiert wird. Solange Lockdowns in den Wahlumfragen (scheinbar) honoriert wurden, griff man immer wieder zu diesem Mittel. Jetzt, mit einem veränderten Meinungsbild, sucht man opportunistisch nach einer neuen Linie oder wartet erst eine Verschlechterung der Lage ab, um erneut zuzuschlagen.

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