Ausnahmezustand seit einem Jahr

Vor einem Jahr, am 16. März 2020, wurden wegen der Corona-Pandemie weitreichende und die Grundrechte massiv einschränkende Maßnahmen beschlossen, was zwei Tage vorher noch offiziell als „Fake News“ bezeichnet worden war (siehe ‚Regierung beschließt kurz zuvor als Fake News bezeichnete Einschränkungen‘). Eine Woche später wurden ‚Umfangreiche Kontaktverbote und Hilfspakete beschlossen‘, was zusammen den ersten Lockdown bildete, obwohl die Infektionsdynamik schon wieder rückläufig war. Es gab zwar später Lockerungen, aber auch wieder Verschärfungen, insbesondere im zweiten Lockdown seit Anfang November. Der gar nicht erklärte ‚Ausnahmezustand‘ hält bis heute an mit weiteren Lügen und falschen Versprechungen.

‚Nun wird selbst das Impfen verboten‘, welches als einziger Ausweg angepriesen wurde. Es hat bis heute über 73.000 Todesfälle im Zusammenhang mit COVID-19 gegeben, was die drastischen Freiheitsbeschränkungen nicht verhindert haben, weil sie nicht spezifisch bei den besonders gefährdeten alten Menschen und insbesondere den Alten- und Pflegeheimen ansetzen, wo es die meisten Todesfälle gab. Auch beim Testen versagt die Regierung, ebenso an den Schulen und z. B. beim Reisen, welches ins Ausland viel leichter möglich ist als innerhalb des eigenen Landes. Wir erleben schlimmes Staats- bzw. Regierungsversagen, während private Unternehmen auf dem Markt für Masken, Tests und Impfstoffe, aber auch Lebensmittel und Klopapier sorgen, wenn man sie lässt.

7 Gedanken zu „Ausnahmezustand seit einem Jahr

  1. Wer im Moment einen kühlen Kopf braucht, der sollte dem „Malle für alle“ Slogan folgen und über Ostern einen schönen Urlaub am Mittelmeer buchen. Dort ist man offensichtlich sicherer als in Deutschland. Wer braucht schon Hotels im eigenen Land…

  2. „Es geht wieder los…oder doch nicht!?“
    Unter dieser Überschrift nimmt der Junior-Chef eines von mir über 20 Jahre betreuten großen Wellness-Hotels, das Jammertal Golf & Spa-Resort in Datteln mit über 250 Mitarbeitern, Stellung zur neuesten Lage:

  3. In der Krise zeigt sich eben, WER WAS kann und wer nicht.
    Wie man allerdings so dumm sein kann, eine Dauerkrise herbeizugestalten, ohne diese dann zielgerichtet bewältigen zu wollen, erschließt sich mir nicht. Hoffen auf ‚Management by Chaos‘?

  4. Die Kernfehler hatten ideologische Ursachen:

    1. Das Dogma vom Diskriminierungsverbot
    Ein besonderer Schutz der Alten und besonders Gefährdeten wurde unterlassen, um diese nicht zu diskriminieren. Statt dessen wurde ein ganze Volk eingesperrt.

    2. Das Dogma vom Verbot nationalstaatlichen Handelns
    Statt sich rechtzeitig die erforderliche Menge Impfstoff zu sichern, wurde die Beschaffung der EU überlassen. Deutschland steht deshalb beim Impfen ziemlich weit hinten, muß sich aber nicht dem Vorwurf des Impfnationalismus stellen.

    3. Das Dogma von der Gerechtigkeit
    Die als gerecht definierte Impfreihenfolge mußte unbedingt eingehalten werden. Lieber ließ man die Impfstoffe im Kühlschrank verrotten als ungerechte Abweichungen der Reihenfolge zuzulassen.

    • Ich würde noch ergänzen (das sind dann weniger ideologische Faktoren, sondern tiefsitzende Mentalitäten):

      4. Das Dogma von der Einhaltung von Zuständigkeiten und Hierarchien
      Statt einen Projektmanager für Test- oder Impfkampagne einzusetzen (USA: General, UK: Managerin aus der Privatwirtschaft), wursteln Behörden aller Ebenen mit ihren eingefahrenen Prozessen vor sich hin.

      5. Das Dogma von der deutschen bzw. europäischen Fortschrittlichkeit
      Statt von asiatischen Staaten mit mehr Pandemieerfahrung zu lernen und bewährte Lösungen einfach zu kopieren, erfindet man hier das Rad wieder neu.

      6. Das Dogma von den offenen Grenzen
      Hat im Frühjahr 2020 und z.T. (Flughäfen) noch darüber hinaus wirksame Kontrollen von Einreisenden verhindert. Wäre übrigens auch die Achillesferse einer (von mir nicht befürworteten) No-Covid-Strategie.

      7. Das Dogma, keine Bürger mit staatlichen oder vermeintlichen Expertentätigkeiten zu betrauen
      Warum gibt es keine Armee privater Helfer (z.B. Belieferung von Haushalten in Quarantäne) wie in UK? Warum sind nicht schon Scharen von Testkräften, Impfhelfern o.ä. angelernt worden, um die Kapazitäten dramatisch zu steigern?

      • ….es würde den „Paragraphen Junkies“ den Schlaf rauben und zu Überstunden führen….o Gott o Gott…erfreuliche Ausnahmen in Tübingen und Kiel….

  5. Pingback: Ex-Verfassungsminister will Grundgesetz ändern, um es aussetzen zu können | Alexander Dilger

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