Spahn bricht auch sein Schnelltest-Versprechen

Da hat der Bundesgesundheitsminister einmal mehr zu viel versprochen und dann die „Einführung zum 1. März vergeigt: Spahn stolpert bei Schnelltests für alle“. Da er kein hinreichendes Konzept hatte, keine ausreichenden Mengen nachwies und nicht einmal die Genehmigungen sicher waren, hat Frau Merkel seine Pläne gestoppt, ab nächstem Montag kostenlose Corona-Schnelltests für alle anzubieten. Auch die längst vorhandenen Selbsttests haben noch nicht die behördliche Genehmigung erhalten.

‚Was alles beim Impfen schiefgehen kann“, ging auch schief, wobei auch hier die Kanzlerin dem zuständigen Fachminister in die Parade vor. Jetzt werden selbst die relativ geringen Mengen an Impfdosen nicht zügig verimpft, weshalb Menschen unnötig sterben und zugleich die Grundrechte noch länger eingeschränkt werden. Dabei ist auf sein Wort ohnehin kein Verlass, denn Herr ‚Spahn räumt[e] Unverhältnismäßigkeit von Corona-Maßnahmen ein‘, die er nicht nur zuvor angeordnet hatte, sondern auch danach wieder. Er sollte zurücktreten, um sich ganz ‚Spahns dubiose Immobiliendeals‘ widmen zu können.

33 Gedanken zu „Spahn bricht auch sein Schnelltest-Versprechen

  1. Die Nichtexistenz der Schnelltests in der Breite ist wirklich ein Skandal. Ich vermute aber, dass das auch mit Lobbyarbeit zu tun hat. PCR-Tests bringen den Laboren viel mehr Geld.

    • Das sehe ich auch so. Wenn sich jeder nach Belieben einem Schnelltest unterziehen könnte, wären wir die Diskussionen um ein Ende des Lockdowns umgehend los.
      Bei einer Fehlerquote von 10% hätten wir sofort (deshalb der Name „Schnell“test) die Infiziertenzahlen, die wir dringend benötigen, um der Wirtschaft den Rest zu geben.

      • @Lauterbachfan
        „Bei einer Fehlerquote von 10% hätten wir sofort (deshalb der Name “Schnell”test) die Infiziertenzahlen, die wir dringend benötigen, um der Wirtschaft den Rest zu geben.“

        Unsinn. Andere Länder beweisen gerade das genaue Gegenteil. Aber das ‚Beste Deutschland aller Zeiten‘ muss ja unbedingt bis kurz vor der Bundestagswahl im Lockdown verharren, damit sich seine Regenten dann zur Bundestagswahl als große Erlöser feiern und wiederwählen lassen können.

      • Die Fehlerquote ist mir sowas von egal. Ich habe mir jetzt eine Packung von den Dingern bestellt.

      • Wenn Sie zehn Tests bei einer Fehlerquote von 10% durchführen, haben Sie gute Aussichten mindestens einmal zu gewinnen.
        Herzlichen Glückwunsch zu ihrer Tüte Lose!

    • Auf diesen schlechten, ausgelutschten und hetzenden Witz habe ich gewartet und Sie waren auch mein Favorit, dass Sie der erste sein würden. Leider lenken solche unqualifizierten Kommentare vom eigentlichen Problem ab. Nämlich dem Umstand, dass Spahn tatsächlich alles mögliche ankündigt und bei genauerer Betrachtung nichts auf die Reihe kriegt. Gut im Ohr ist mir noch sein Versprechen, 13.000 zusätzliche ausländische Pflegekräfte zu holen. Auch seine Reisen zu diesem Zweck nach Kroatien, auf die Philippinen usw. brachten ihm zwar schöne Bilder, aber keinen Erfolg.

      • Manches kann man nur mit Sarkasmus ertragen. „Politische Korrektheit“ ist für mich kein Maßstab! Ich habe mir fest vorgenommen, so oft wie möglich dagegen zu verstoßen. Und siehe da, es gelingt mir… 🙂

  2. Mann muss sich wirklich fragen, was Merkels Kakistokratentruppe überhaupt auf die Reihe bekommt und ob der Zentralismus wirklich so ein Segen ist. Kleinere Staaten machen es doch reihenweise vor, wie es besser geht. Aber deutsche „Experten“ rufen lieber nach noch mehr zentraler Bündelung der Aufgaben beim Bund, damit sich Deutschland der Lächerlichkeit noch mehr preisgeben kann.

  3. Die Nachricht des Tages ist für mich diese hier:

    https://www.n-tv.de/politik/politik_person_der_woche/Ist-das-der-Anfang-vom-Ende-der-Pandemie-article22380150.html

    Das wirkt natürlich in Deutschland geradezu paradox, wo z.B. bei Markus Lanz der Prof. Thorsten Lehr noch apokalyptische Horrorszenarien zur Ausbreitung von Mutationen vertreten konnte.

    Vielleicht bleibt am Ende als einzige Erkenntnis der Pandemie, dass Deutschland nicht krisenfest ist und den Organisationsgrad einer Bananenrepublik erreicht hat.

    • Ich denke auch, dass die Pandemie einen typischen Verlauf hat und die Politik vor allem teure Symbolpolitik betreibt, die diesen Verlauf kaum beeinflusst (man hätte den Bürgern besser mehr Freiheiten gelassen und dafür die Alten- und Pflegeheime ordentlich geschützt). Hoffen wir, dass das Schlimmste überstanden ist.

    • Wenn jetzt alles aufgemacht wird und sich die Mutanten ausbreiten, könnte es auf der Zielgeraden wirklich noch einmal ein Blutbad geben. Ü80 wird dann kaum betroffen sein, aber die etwas Jüngeren.

      • In Deutschland wird doch kaum etwas aufgemacht. In Dortmund wird gerade die absurde Maskenpflicht im Freien verschärft. Das Coronavirus richtet auch kein Blutbad an. Sie sollten sich einfach einmal ordentlich informieren, bevor Sie ständig solchen Unsinn verzapfen.

      • Gibt es nicht wieder Präsenzunterricht in den Schulen? Sieht man nicht wieder Menschenmassen im Freien? Und das alles am Beginn der 3. Welle.

      • Werden nicht wieder Grenzen geschlossen, bleiben nicht die meisten Dienstleister zwangsweise geschlossen und private Kontakte verboten? Es gibt auch keine dritte Welle, sondern einen weltweiten Rückgang mit wenigen Ausnahmen.

      • Dann sollten wir wetten. Ich sehe einen starken Anstieg in den nächsten Tagen voraus, vielleicht gibt es bis Ostern sogar neue Höchststände bei den Neuinfektionszahlen. Falls Instrumente wie Schnelltests jetzt schnell eingesetzt werden, kann das vielleicht noch abgewendet werden, aber ich bin skeptisch, ob die deutsche Bürokratie das erlaubt.

      • Sie müssen schon eine eindeutige Wette vorschlagen, z. B. ein neuer Rekord bei den Neuinfektionen an einem Tag nach RKI-Zahlen (Erkrankung) bis Ostern. Dann wette ich dagegen, z. B. um eine gute Flasche Champagner.

      • @Sebastian Kunze

        Wo mehr getestet wird, „steigen“ natürlich erst einmal die Zahlen. Dafür sinkt die Dunkelziffer.

  4. Nehmen wir mal an, jeder kann sich selbst testen. Ok, ich bin negativ. Schön. In der Tendenz würde ich wahrscheinlich leichtsinniger. Einen Tag später stecke ich mich an, habe bestimmt eine leichte Grippe, war ja negativ getestet. Bundesligaspieler werden dreimal in der Woche getestet.
    Angst macht vorsichtig. Wer sich negativ testet hat weniger Angst und wird unvorsichtig. Also lasst uns noch etwas gedulden bis der Impfstoff unsere Angst nimmt. Ich kann die täglichen Statements der Politiker nicht mehr ertragen. Jeder vermeint, etwas sagen zu müssen, um sich zu profilieren. Und manch Politiker berät beim Maskenkauf und kassiert Millionen.

    • Man muss die Menschen halt darüber aufklären, dass die Tests nur eine Momentaufnahme sind. Hier im Blog wird doch oft das Mantra des eigenverantwortlichen Bürgers hochgehalten. Wer eigenverantwortlich ist, kann mit den Tests gut umgehen.

      • Ich habe bislang noch keinen Test gemacht und war ziemlich sicher nicht erkrankt. Ich würde einen Test nur machen, wenn ich das muss, um etwas anderes machen zu dürfen, was ich eigentlich will. Für die Impfung sehe ich das ähnlich.

      • @Horst Krebs und Alexander Dilger

        Als Grenzgänger muss ich mich mindetstens wöchentlich testen lassen. So what!
        Unvorsichtiger bin ich dadurch nicht geworden. Im Gegenteil – ich achte sehr penibel darauf, jeden potentiellen Ansteckungsherd zu vermeiden. Subjektiv am bedrohlichsten finde ich nicht desinfizierte Türgriffe, wie zum Beispiel auf Toiletten von Autobahnparkplätzen oder in Zügen. Dass ausgerechnet hier im ach so hochentwickelten Deutschland keine Desinfektionsspender bereit stehen ist, ist ein Skandal ersten Ranges.

      • Kontaktinfektionen sind aber selten. Meiner psychologischen Einschätzung nach sind Aerosole die wesentlichen Treiber der Pandemie, weil sie unterschätzt werden. Mindestabstände zur Vermeidung von Tröpfcheninfektionen halten viele ein. Aber wenn man z.B. eine öffentliche Toilette benutzt, dann vergisst man, dass der Benutzer vorher Viren in die Luft ausgestoßen haben könnten und diese Viren noch infektiös sein könnten. Zack wird die Maske abgenommen und man atmet minutenlang Viren ein.

      • Türgriffe an solchen Orten sind so oder so ekelhaft. Auch in Bezug auf andere Krankheitserreger. Die Türen öffnen meist von auzßen nach innenb. Wenn man sich innen die Hände gewaschen hat (was sehr viele Nutzer nicht machen), muss man sie sofort wieder anfassen. Igitt.
        Ich habe daher immer ein Desinfektionsgel griffbereit im Auto.

    • Das nennt man Heuchelei und Doppelmoral. Ge- und Verbote gelten fürs dumme Volk, nicht für die Herrschenden. Herr Spahn ist als Bundesgesundheitsminister völlig ungeeignet, womit er wiederum gut ins Merkel-Kabinett passt.

      • Man fragt sich, warum Herr Spahn nicht schon längst gegangen wurde. Frau Merkel scheint nicht gerade zufrieden mit ihm zu sein.

      • Egal welches Ministerium umbesetzt würde – sofort springt Merkels Erzfeind Friedrich Merz aus der Kiste …

  5. Pingback: Gesundheitsminister will seinen Aufgaben gar nicht mehr nachkommen | Alexander Dilger

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