Merkel verwendet Steuergelder lieber für Impfungen anderswo als in Deutschland

Die „Bundesregierung sagt 1,5 Milliarden Euro für Impfungen in armen Ländern zu“. Zuvor war sie zusammen mit der von ihr beauftragten EU-Kommission zu geizig, schneller mehr Impfstoffe für die eigene Bevölkerung zu bestellen. Grundsätzlich sind Gesundheit und Leben von allen Menschen schützenswert und lässt sich eine Pandemie auch nur weltweit wirklich besiegen. Doch trotzdem ist jede Regierung zuerst für ihre eigenen Bürger und dann Einwohner verantwortlich, nur Frau Merkel vergisst das regelmäßig zusammen mit ihrem Amtseid. Danach sollten Regierungen bzw. eigentlich die Steuerzahler auch anderen Menschen in großer Not helfen, die sich nicht selbst helfen können und denen ihre jeweilige Regierung nicht hilft, insbesondere wenn das friedlich und vergleichsweise günstig möglich ist.

Das bedeutet konkret bei den Corona-Impfungen, dass die Bundesregierung zuerst jedem in Deutschland ein Impfangebot machen müsste, wobei sie anderen entwickelten Ländern hoffnungslos hinterherhinkt, was viele Menschenleben kostet. Auch monetär kostet jeder Tag Lockdown viel mehr als diese Zusage von 1,5 Milliarden Euro, die Deutschland außerdem nicht „zum größten Geber“ macht, da die USA mehr Gelder geben und China vermutlich mehr Impfdosen gibt. Trotzdem wäre es besser, jetzt erst einmal nur zuzusagen, überzählige Impfdosen an Risikogruppen in sehr armen Ländern zu spenden. Zeitnahe Geldzahlungen können hingegen nicht nur Konkurrenz zum eigenen Impfprogramm schaffen und dieses dadurch noch mehr verzögern, sondern auch den Preis treiben, so dass insgesamt weniger Menschen in Not geimpft werden.

Wahrscheinlich falsch ist auch dieser Satz von Frau Merkel: „Die Pandemie ist erst besiegt, wenn alle Menschen auf der Welt geimpft sind.“ Da Geimpfte weiter potentiell ansteckend bleiben, werden die schweren Erkrankungen und Todesfälle abnehmen, was ein großer Erfolg ist. Aber die Pandemie endet nicht auf diese Weise. Unsere Politiker müssen endlich lernen, mit dieser Krankheit vernünftig umzugehen. Vielleicht werden sogar jährliche Impfungen nötig, aber wie bei der Grippe nicht zwingend für jeden.

20 Gedanken zu „Merkel verwendet Steuergelder lieber für Impfungen anderswo als in Deutschland

    • Der AZ-Impfstoff sollte zumindest für die Risikogruppen U65 kurzfristig freigegeben werden. Es bringt doch wirklich nichts, wenn die Empfängergruppe klein ist und dann haufenweise Impftermine abgesagt werden.

      • Die unausgegorenen Corona-Impfstoffe haben wohl vor allem eines gemeinsam:
        Fatale „Nebenwirkungen“.

        https://www.infranken.de/ueberregional/deutschland/mysterioeser-corona-ausbruch-in-altenheim-16-bewohner-sterben-wenige-tage-nach-impfung-art-5167517?trafficsource=onesignal#?cleverPushBounceUrl=https%3A%2F%2Fwww.infranken.de%2F&cleverPushNotificationId=LYiZf8WzWMG2e97Sh

        Dass der Impfstoff gegen Mutationen nicht wirkt, war nicht anders zu erwarten.
        Deshalb werden ja auch die normalen Grippeimpfstoffe jedes Jahr neu aufgelegt.

      • Das hatten wir doch schon. Wenn die Menschen vor der Impfung bereits infiziert waren, dann hilft der Impfstoff nicht allzu viel.

      • @300sel – Nachdem es laut dem von infranken.de zitierten Artikel völlig unklar ist, ob der Ausbruch irgendetwas mit dem Impftermin zu tun hat, dergleichen sonst nirgendwo aufgetreten ist, und es auch sonst keinen Anhaltspunkt für einen Zusammenhalb gibt, kann man diese Bedenken wohl getrost beiseite legen.

        Die folgende Information könnte auch weiterhelfen:
        https://www.infranken.de/ratgeber/gesundheit/coronavirus/astrazeneca-corona-impfstoff-soll-uebertragung-von-covid-19-stoppen-art-5143177

        Bezüglich des Astra-Zeneca Impfstoffes könnte die Lektüre dieses Texte sinnvoll scheinen, dessen Aussage von Experten geteilt wird:
        https://www.zeit.de/wissen/gesundheit/2021-02/astrazeneca-corona-impfstoff-wirksamkeit-infektionsschutz-biontech-moderna

      • Ich sehe das verhalten vorsichtig. Selten wurde in deutschen Massenmedien so distanziert berichtet und wurden bzw. werden Sachverhalte so häufig im Konjunktiv beschrieben wie in den derzeitigen Artikeln über die Corona-Impfungen und ihre Kollateralschäden. Ist Ihnen das noch gar nicht aufgefallen? Mich lässt es aufhorchen.

      • Man weiß halt, dass es ohne Impfungen nicht gelingen wird, die Pandemie zu stoppen. Wir sind ja in Deutschland bereits in der dritten Welle. Ich bin gespannt, wie die Öffnungsdiskussionsorgien in den nächsten Wochen weitergehen, wenn die Zahlen wieder steigen.

      • Es gibt doch eher Verbotsorgien, die Sie auch noch befürworten. Die vorhandenen Impfstoffe können die Pandemie gar nicht stoppen, sondern hoffentlich die Zahlen an schweren Erkrankungen und Todesfällen reduzieren. Geimpfte erreichen aber bestenfalls die Situation von Kindern, die viel seltener erkranken und andere infizieren. Trotzdem wollen Sie den Kindern doch alles verbieten, warum dann nicht auch den Geimpften?

      • @Sebastian Kunze

        „Dritte Welle“?
        Ich habe eher den Eindruck, dass gerade händeringend nach einer Begründung für die weitere Verlängerung oder gar Verschärfung des Dauer-Lockdowns gesucht wird. Ich werde den Eindruck nicht los, dass man diesen dann erst kurz vor der Bundestagswahl lockern wird, um Frau Merkel, Herrn Söder und Herrn Spahn dann als erfolgreiche Drachentöter feiern zu lassen.

      • Man hofft doch auf eine Herdenimmunität durch die Impfungen.

      • In dem Artikel wird das deutlich abgeschwächt. Es könnte so sein, dass Infektionen um knapp 90 Prozent zurückgehen, aber wirklich nachgewiesen ist es noch nicht. Außerdem ist unbekannt, wie lange der Infektionsschutz anhält und gegen welche Virenvarianten er besteht. Die Herdenimmunität ist weiterhin dadurch gefährdet, dass sich nicht alle impfen lassen und Kinder sowie Jugendliche unter 16 Jahren gar nicht geimpft werden (wobei es starke Evidenz gibt, dass sie auch ohne Impfung sich seltener infizieren und noch viel seltener andere infizieren). Schließlich führt Herdenimmunität allein nicht zur Ausrottung einer Infektionskrankheit, sondern nur zu ihrer Einhegung.

      • Deutschland geht schon einen sehr eigenartigen Weg.

        Statt erst einmal konsequent durchzutesten, wie es zum Beispiel Österreich derzeit tut (in meinem Bundesland reichen die Testkapazitäten inzwischen für mehr als einen Test pro Kopf und Woche) https://www.vol.at/corona-tests-fast-flaechendeckend-verfuegbar/6903397, soll lieber auf Verdacht die ganze Bevölkerung Ü16 ins Blaue hinein mit fragwürdigen Impfstoffen durchgeimpft werden (was die Kakistokratenregierung zum Glück aber wohl nicht auf die Reihe kriegt), deren Nebenwirkungen noch gar nicht richtig bekannt sind. Autsch!

        Wir hatten hier in meinem Bezirk (entspricht mit ca. 135.000 Einwohnern etwa einem deutschen Landkreis) Mitte November einen Höchststand beim Inzidenzwert von knapp 900 – heute stehen wir bei 32, obwohl mit den Impfungen gerade erst sehr verhalten begonnen wurde. https://www.vol.at/aktive-cov-faelle-auf-knapp-ueber-400-gesunken/6903232

  1. Früher: Am deutschen Wesen soll die Welt genesen.
    Heute: Deutschland rettet die Welt.
    Finde den Unterschied… 😉

  2. Es ist sicherlich auch dem Autor des Textes bekannt, dass die Impfungen in D nicht so schnell wie gewünscht erfolgen, weil die Pharmakonzerne es „versäumt“ haben, von den reichlich geflossenen staatlichen Fördergeldern ausreichend Produktionsstätten aufzubauen, um ihre Verträge beliefern zu können. Insofern ist die Grundannahme bedenklich, dass es hier eine Konkurrenzsituation gäbe. Nein, der Vorstoß der Bundesregierung ist, mit dem schon genannten Argument, vorbehaltlos zu unterstützen.

    • Ach, die EU-Kommission wie auch Bundesregierung argumentieren bislang genau umgekehrt, dass die Produktionskapazitäten strikt begrenzt wären und auch bei früherem Vertragsabschluss und höherem Preis keine einzige Impfdose mehr gefertigt worden wäre. Beides ist nicht richtig, da die Produktionskapazitäten durchaus gesteigert werden können, aber nicht beliebig schnell. Frühere und vor allem bessere Verträge hätten durchaus geholfen. Die EU bzw. deren Mitgliedsstaaten hätten sich z. B. gleich am Bau der Produktionsanlagen beteiligen können. Aktuell sind die Impfstoffe knapp und sollten nicht noch verschenkt werden. In ein paar Monaten dürfte das anders aussehen und profitieren auch ärmere Länder von den Kapazitäten, die jetzt geschaffen werden.

  3. Ich stelle mir gerade vor, wie Sie in der virtuellen Runde der Reichen sitzen und nach Art der schwäbischen Hausfrau erklären: „Mir gebbet nix“ .

    • Das stellen Sie sich völlig falsch vor. Das richtige Vorgehen liegt wieder einmal wie meistens in der Mitte, also nicht dem Verweigern jeglicher Hilfe, aber auch nicht reiner Symbolpolitik, mit der sich Frau Merkel fälschlich „zum größten Geber“ erklärt. Das hat nicht nur den im Beitrag genannten Preiseffekt, sondern verdrängt auch die Spenden anderer. Kollektivgutprobleme löst man nicht mit einseitigen Vorleistungen, sondern mit bedingten Zusagen (wenn die anderen mehr geben, gibt man selbst auch mehr). Das gilt z. B. ebenso bei der Klimapolitik, wo es um viel größere Summen geht.

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