Zu „Hayek und die Pandemie“

Auf der einen Seite gibt es eine „Mangelnde Abgrenzung nach rechts: AfD-Streit zerreißt liberale Hayek-Gesellschaft“, die dann eben nicht mehr liberal ist und mit Friedrich August von Hayek eigentlich nichts mehr zu tun hat. So ist z. B. Frank Schäffler schon ausgetreten, worüber ich nun ebenfalls nachdenke. Auf der anderen Seite gibt es auch ganz andere Vereinnahmungsversuche dieses großen Liberalen, etwa für die antiliberale Corona-Politik der Bundesregierung.

Arash Molavi Vasséi schreibt über „Hayek und die Pandemie“. Dabei ist richtig, dass Herr von Hayek „für den Seuchenfall eine aktive Rolle des Staates“ vorsieht. Das gilt aber für (fast) alle Liberalen, die gerade keine Anarchisten sind. Die Seuchenbekämpfung ist ein öffentliches Gut und eine klassische Staatsaufgabe. Daraus folgt aber keineswegs, dass Liberale einschließlich Friedrich von Hayek alle gegenwärtigen Corona-Maßnahmen begrüßt hätten bzw. aktuell begrüßen, da sie wohl kaum alle geeignet, angemessen und erforderlich sind. Ganz sicher hätte er sich dagegen gewandt, dass diese Maßnahmen willkürlich erfolgen ohne klar definierte Ziele und mit ständig wechselnden Begründungen.

Seuchen sind durch die mögliche Ansteckung anderer mit negativen externen Effekten verbunden. Herr Molavi Vasséi identifiziert diese allerdings nicht ganz korrekt, wenn er schreibt: „Der Seuchenfall birgt Externalitäten, weil die Infektion oft nur für einen Teil der Bevölkerung eine schwere Erkrankung oder den Tod bedingt.“ Die mögliche Ansteckung anderer mit dem Risiko von schwerer Erkrankung und Tod ist der externe Effekt. Dass davon nur ein Teil der Bevölkerung besonders betroffen ist, schwächt hingegen diesen externen Effekt ab. Wären alle gleichermaßen betroffen, wäre dieser Effekt größer. Asymmetrische Risiken können allerdings dazu führen, dass auch das eigene Risiko kleiner ist und damit der Anreiz zum Infektionsschutz aus reinem Eigennutz sinkt.

Allerdings denken viele Menschen nicht nur an sich selbst, sondern auch an andere und nehmen auf diese Rücksicht, wie gerade Adam Smith hervorhob, was ihm Herr Molavi Vasséi abspricht: „Wie schon die von Hayek verehrten schottischen Moralphilosophen David Hume und Adam Smith im 18. Jahrhundert betonten (und später von der Evolutionsbiologie recht bekamen), ist uneigennütziges Verhalten nicht belastbar zugunsten Fremder skalierbar.“ Vor allem können sich die meisten Personen mit höherem Risiko selbst schützen. Insbesondere wenn ein extrem harter Lockdown gefordert wird, bei dem sich alle Menschen oder zumindest Haushalte strinkt voneinander trennen sollen, könnte derselbe Schutz für die Risikogruppen durch das mildere Mittel erreicht werden, dass nur diese sich entsprechend von allen anderen fernhalten.

Herr Molavi Vasséi meint hingegen: „Wenn jeder an sich denkt, ist eben nicht an alle gedacht.“ Das gilt jedoch nicht für eigene Schutzmaßnahmen, sondern höchstens für den Schutz anderer, der aber weniger nötig ist, wenn jeder an sich und seine engsten Angehörigen denkt. „Ein solches Dilemma besteht etwa beim Tragen medizinischer Gesichtsmasken. Sie dienen primär dem Fremdschutz, es liegen also positive Externalitäten vor.“ Es gibt aber Masken, die zum Eigenschutz dienen (man darf sogar legal solche mit Ventil tragen, die andere gar nicht schützen). Da diese jeder freiwillig tragen kann, welchen liberalen Grund gibt es dann noch für einen Maskenzwang?

Richtig ist wieder, dass F. A. von Hayek „den Staat als Versicherer der letzten Instanz“ gesehen hat. Daraus folgt allerdings wiederum nicht, dass er alle aktuellen Subventionen befürwortet hätte mit einer Bevorzugung von Großkonzernen und auch schon unabhängig von der Pandemie angeschlagenen Unternehmen (siehe z. B. ‚Bund subventioniert marode Kaufhauskette‘). „Hayek zeigte, dass eine sozial effiziente Ressourcenzuteilung des Zugriffs auf private und asymmetrisch in der Bevölkerung verteilte Informationen bedarf und dass der dezentrale Zuteilungsmechanismus namens ‚Marktwirtschaft‘ dieses ‚verstreute Wissen‘ automatisch nutzbar macht.“ Genau diese Erkenntnis wird doch missachtet beim Versuch, die Corona-Hilfsmaßnahmen politisch und einzelfallbezogen zu steuern, statt regelbasiert mit gleichen Bedingungen für alle den Wettbewerb zu stärken. Das wiederholte Staatsversagen beim Beschaffen von Masken und nun Impfstoffen ist auch ein eindrucksvoller Beleg für die Überlegenheit des Marktes und von Hayeks Einsichten.

Dagegen war er gerade kein Vertreter der Urzinstheorie von Ludwig von Mises, sondern befürwortete eine freie Zinsbildung am Markt durch Angebot und Nachfrage. Er lehnte nur künstliche Abweichungen von diesem „natürlichen Zins“ durch die Zentralbank oder direkt den Staat ab. Auch wenn die EZB ihr Mandat immer weiter und von den Europäischen Verträgen losgelöst auslegt, ist es eigentlich nicht die „Aufgabe von Zentralbanken, durch Erwartungssteuerung ein möglichst gutes Gleichgewicht zu wählen“, sondern die Preisniveaustabilität zu gewährleisten. Andere politische Ziele sollen von den demokratisch legitimierten Politikern verfolgt werden, insbesondere auf parlamentarischem Wege mit öffentlicher Debatte. Dabei sind die Grundrechte auch in einer Pandemie zu wahren und bedarf jeder einzelne Eingriff einer hinreichenden Abwägung und Begründung.

68 Gedanken zu „Zu „Hayek und die Pandemie“

  1. Ich hätte gerne mehr über die aktuellen Konflikte in der Hayek-Gesellschaft erfahren und war etwas enttäuscht, eine ermüdende, bereits zigfach hier präsentierte Auflistung falscher Argumente zur Coronapolitik zu lesen. Würden Sie uns zur Hayek-Gesellschaft noch etwas mehr liefern?

    • Die Argumentation hier ist neu wie auch die meisten Einzelargumente, da es doch gar nicht direkt um die Bewertung der Corona-Maßnahmen geht, sondern die vermutliche Positionierung, die Friedrich August von Hayek dazu gehabt hätte. Aber solche Feinheiten sind Ihre Sache nicht, sondern es geht Ihnen nur um Übereinstimmung mit Ihrer eigenen engen Meinung.

      • Der Kern ist aufgewärmte, fast ein Jahr alte Suppe. Sie behaupten nach wie vor wider besseren Wissens, dass einfach alles gut werde, wenn man die Alten- und Pflegeheime schützt und jede*r eine Maske zum Selbstschutz trägt. Dabei übersehen Sie, dass die Ansteckungswahrscheinlichkeit nicht auf Null gebracht werden kann. Wenn also die Gesamtinzidenzzahl hoch ist, weil junge Menschen nicht bereit sind sich hinsichtlich ihrer Kontakte einzuschränken, kommt es automatisch auch zu vielen Todesfällen in den Risikogruppen.

      • Alles gut wird es frühestens, wenn weltweites Impfen mit hinreichender Wirksamkeit und kaum Nebenwirkungen gelungen ist. Es ist allerdings für die meisten Menschen hinreichender Selbstschutz möglich. Dazu muss die Ansteckungswahrscheinlichkeit auch nicht vollständig auf null sinken, sondern so klein werden, dass das verbleibende Restrisiko einer schweren Erkrankung oder gar des Todes nicht höher ist als für etliche weitere Lebensrisiken. Millionen insbesondere alte Menschen isolieren sich doch schon entsprechend. Die Probleme konzentrieren sich in den Alten- und Pflegeheimen, weil eine entsprechende Isolierung dort nicht erfolgt, sondern insbesondere das Personal Infektionen einschleppt, während eine zumindest rudimentäre Kontrolle durch Verwandte und Bekannte unterbunden wird. Statt nun das Leben für alle stark einzuschränken und die Polizei dazu einzusetzen, Kindergeburtstage aufzulösen und das Rodeln an der frischen Luft zu verhindern, sollte der Staat sich eben lieber auf seine Kernaufgaben konzentrieren, wozu eben der Schutz solcher Heime gehört wie auch eine ordentliche Bestellung von Impfstoffen.

      • An Ihrer Stelle würde ich austreten. Es geht nicht um Hayek, sondern darum, wie die AfD liberale Vereinigungen kapert. Es geht darum, klare Kante gegen eine inzwischen rechtsextreme AfD zu zeigen

      • Dem Vorsitzenden sowie dem Geschäftsführer, die beide eindeutig keine Rechtsradikalen sind, möchte ich noch einmal Gelegenheit geben, ihren Kurs zu überdenken. Wenn sie das nicht tun wollen oder am Ende zum gleichen Ergebnis kommen wie jetzt, warte ich vielleicht noch die letztes Jahr ausgefallene Mitgliederversammlung ab, doch ohne Kurskorrektur wird die Hayek-Gesellschaft kippen wie die vor genau acht Jahren gegründete AfD.

      • Ich erkenne einen fundamentalen Dissens bei der Frage des Restrisikos. Sie sagen, dass man schwere Grippewellen akzeptieren muss, ich sehe das nicht so. Richtig ist, dass die Impfstoffbeschaffung nicht gut funktioniert hat, fraglich ist, inwiefern man den Politikern dafür die Schuld geben muss. Im Sommer des letzten Jahres war doch bei vielen Mitbürgern die Meinung vorherrschend, dass es nicht klar sei, wann und mit welcher Qualität Impfstoffe verfügbar sein würden. Zudem war die zweite Welle gedanklich weit weg (außer bei Karl Lauterbach). War es hier durchzusetzen, große Summen dafür auszugeben? Die Angelsachsen waren hier offensichtlich risikofreudiger. Aber was wäre passiert, wenn die Impfstoffkandidaten reihenweise durchgefallen wären?

      • Es gibt immer Risiken im Leben. Selbst wenn Sie nur noch im Bett bleiben und sich die Decke über den Kopf ziehen, können Sie sterben, z. B. verhungern oder bei hinreichenden Vorräten neben dem Bett umgekehrt an Herzverfettung sterben. Welche Risiken tolerabel sind, sollte nach liberaler Auffassung möglichst jeder selbst entscheiden. Es ist doch sogar evolutionär von Vorteil, wenn verschiedene Menschen da verschiedene Entscheidungen treffen.

        Manchmal sind kollektive Entscheidungen nötig, aber diese sollten nicht einfach verordnet werden, sondern Teil einer größeren, breit diskutierten Strategie sein, die den Menschen außerdem möglichst viele Freiheiten und Grundrechte belässt. Ob der Umgang mit früheren Grippewellen optimal war, kann man bezweifeln, aber es ist doch ganz eindeutig, dass er anders war als jetzt und die gegenwärtigen Maßnahmen historisch ohne jedes Beispiel sind. Das beweist noch nicht, dass sie falsch sind, erhöht aber den Begründungsaufwand weiter.

        Die Angelsachsen waren bei der Impfstoffbestellung doch nicht risikofreudiger als die EU, sondern haben die Risiken nur anders, und zwar besser, eingeschätzt. Ex post ist völlig klar, dass die EU das verbockt hat. Aber auch ex ante war das Risiko, einige Milliarden für vielleicht niemals einsetzbare Impfstoffe auszugeben, um Größenordnungen kleiner als die Kosten, wenn man doch einsetzbare Impfstoffe auch nur wenige Woche später in großen Mengen bekommt. Noch absurder war das Warten auf eine ordentliche Zulassung der Impfstoffe, um einen Teil der Haftungsrisiken auf die Impfstoffproduzenten abwälzen zu können. Die potentiell gesparten Summen sind viel kleiner als die sicheren Kosten der entsprechenden Verzögerung, während bei einer echten Impfkatastrophe selbst große Pharmakonzerne sofort pleite sind und die hohen Schäden immer von den Betroffenen und partiell von der restlichen Gesellschaft bzw. vom Staat getragen werden müssen.

      • Man sollte zwischen systemischen und idiosynkratischen Risiken unterscheidet. Dass jemand auf dem Gehweg vor seinem Haus ausrutscht und stirbt, kann der Staat nicht verhindern und es interessiert ihn auch nicht direkt. Systemische (vielleicht passt auch das Wort exogene) Risiken aber, die potentiell alle Menschen betreffen und die der Staat in Teilen verhindern kann, sollten anders betrachtet werden.

        Wenn man Ihr Argument zur Impfstoffbeschaffung weiter denkt, wäre es sinnvoll gewesen, einen prinzipiell unbegrenzten Preis zu zahlen, d.h., man hätte auf jede Forderung der Pharmaunternehmen eingehen müssen. Wäre das sinnvoll gewesen?

      • Wenn Menschen tausendfach vor ihren Häusern sterben würden, würde der Staat vermutlich doch eingreifen. Zum Schutz von Passanten gibt es bereits Räum- und Streupflichten. Jede Problemlösung sollte jedoch dem Problem angemessen sein, insbesondere wenn sie vom Staat verbindlich vorgeschrieben und abweichendes Verhalten bestraft wird. Bei unserer Diskussion (und auch hinsichtlich der Diskussion um Hayeks-Positionen im Beitrag) geht es allein darum, ob der Staat die richtigen und vor allem verhältnismäßige Maßnahmen vorschreibt, nicht um die Staatstätigkeit an sich.

        Es geht ebenfalls nicht um unbegrenzte Preise, sondern auch hier um die Verhältnismäßigkeit. USA und UK haben früher und mehr gezahlt, aber das war gut angelegtes Geld. Gerade wenn Sie die Corona-Pandemie für so unvergleichlich schrecklich halten und jede Zwangsmaßnahme dagegen als gerechtfertigt ansehen, sollten Sie doch nicht bei den Impfstoffen um ein paar Milliarden feilschen wollen. An anderer Stelle ist es richtig, selbst auf 5 Euro zu schauen und diese nicht zu verschwenden, doch hier ist es falscher Geiz, der sowohl Menschenleben kostet als auch viel größere Summen.

      • „Unvergleichlich schrecklich“ ist sicherlich nicht der passende Ausdruck. Insbesondere ist nicht ausgeschlossen, dass es in der Zukunft noch viel schlimmere Pandemien geben wird. Vielleicht wird dann die Bereitschaft höher sein, strikte Eindämmungsmaßnahmen durchzuführen. In dem Zusammenhang müsste man, auch wenn es aus liberal-konservativer Sicht lästig sein mag, auch noch einmal über den Klimawandel sprechen. T-Shirt-Wetter im Winter in allen Ehren, aber ist der Preis dafür, den wir in Form von eingeschleppten Krankheiten zahlen, nicht doch zu hoch?

      • In der Vergangenheit hat es doch schon weitaus schlimmere Pandemien gegeben, aber noch nie solche länderübergreifenen Reaktionen. Für die Zukunft hat diese Reaktion gleich zwei gegenläufige Risiken, die sich sogar beide realisieren könnten: Einerseits könnte zukünftig auch auf jeden Schnupfen völlig überreagiert werden, andererseits könnte bei einer schlimmeren Pandemie oder anderen Gefahr die Bereitschaft fehlen, dafür noch einmal alle Kräfte zu mobilisieren.

        Der Klimawandel ist eine ganz andere Art von Problem, aber auch dabei kommt es auf die Verhältnismäßigkeit und vor allem Wirksamkeit der Maßnahmen an. Reine Symbolpolitik in Deutschland beeinflusst zu immensen Kosten das Weltklima überhaupt nicht. Die Corona-Pandemie hat damit auch nichts zu tun.

      • Das ist doch wirklich lächerlich, dass jetzt der Klimawandel über MEHR Wälder an Pandemien schuld sein soll. Das eigentliche Problem ist, dass jetzt in China archaische Verhaltensweisen und weltumspannende Verbindungen nebeneinander vorkommen. Ob die Fledermäuse nun 100 km weiter nördlich oder südlich mit Menschen zusammentreffen, ist dabei unerheblich. Die weitere Entwicklung Afrikas könnte zukünftig dazu führen, dass auch von dort mehr Krankheitserreger die ganze Welt statt nur das nächste Dorf erreichen.

      • Reaktionäres Keifen in Replik auf eine Studie in einer angesehenen Fachzeitschrift hilft nicht weiter. Haben Sie sich die Publikation angeschaut?
        https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0048969721004812
        Es ist doch plausibel, dass sich Fledermäuse durch klimatische Veränderungen an neuen Orten ansiedeln und dann ggf. häufiger aufeinander bzw. auf Menschen treffen.

      • Warum gelingt es Ihnen nicht, selbst simpelste Zusammenhänge zu verstehen? Wenn sich durch Klimawandel nur die Orte verändern, wo Fledermäuse leben, ändert das für sich genommen nicht die Wahrscheinlichkeit des Zusammentreffens mit Menschen, die sich dann durch gefährliche Verhaltensweisen infizieren, die Sie aber nicht verbieten wollen im Gegensatz zu fast allem hierzulande. Hätten die chinesischen Behörden ganz am Anfang anders reagiert, wäre es ebenfalls gar nicht zu einer Pandemie gekommen.

      • @Sebastian Kunze 19:31

        Das ist doch wirklich an den Haaren herbei gezogen. Da ließen sich auch beliebig viele andere Pseudo-Zusammenhänge konstruieren. Insbesondere über Krankheiten. Denken Sie nur an AIDS, TBC usw., usf..

        Letztlich liegt es immer im Verantwortungsbereich eines jedes Einzelnen, welche Risiken er eingeht und welche nicht. Statt breit angelegter Panikmache wäre allerdings eine fundierte Informationspolitik angemessen. Aber gerade die deutsche Regierung verbreitet in ihrer unfassbaren Unfähigkeit lieber Angst und Schrecken. Was den wohlstandsverblödeten deutschen Durschnittsmichel aber alles nicht weiter zu stören scheint. Deutschland haben fertig.

      • Ich bin Wissenschaftler und nehme Publikationen in referierten Zeitschriften ernst. Sie hingegen lehnen solche Zeitschriften sowohl aktiv als auch passiv ab. Glauben Sie, dass Sie in der wissenschaftlichen Community ernstgenommen werden?

      • Sie sind kein Wissenschaftler (Sie könnten es leicht beweisen, wenn es so wäre) und verstehen nicht, worum es bei diesen Fachaufsätzen überhaupt geht. Das wundert mich allerdings nicht, da Sie meine viel simpleren Argumente hier auch nicht verstehen und überhaupt selten inhaltlich argumentieren, sondern lieber auf Ihren angemaßten moralischen und fachlichen Status verweisen.

      • Wie sollte ich das beweisen? Warum akzeptieren Sie nicht einfach, dass Sie von mir wissenschaftliches Wissen völlig kostenfrei erhalten?

        Es geht doch in dem Artikel nicht darum, dass sich einfach die Wohnorte der Tiere verschieben. Es geht darum, dass Arten zusammenkommen, die es ohne die Klimaveränderungen nicht getan hätten. Dies erleichtert das Entstehen neuer Virusarten, die dann mittelfristig auf den Menschen überspringen können.

      • Von Ihnen kommen vor allem dumme Sprüche. Sie sind hiermit gesperrt, bis Sie entweder Ihren angemaßten Status nachweisen oder widerrufen.

      • @“Sebastian Kunze“ 06/02/2021 22:50
        „Es geht darum, dass Arten zusammenkommen, die es ohne die Klimaveränderungen nicht getan hätten.“

        Und die Erde dreht sich weiter. Gäääääähn.

      • Noch einmal: Ich weise gerne nach, was immer Sie möchten, bitte Sie jedoch um eine Instruktion, in welcher Form ich dies tun möchte. Ehrlich gesagt ist mir auch nicht klar, was Sie jetzt eigentlich von mir wissen möchten.

      • Wie schwer kann es sein, als Wissenschaftler mit referierten Veröffentlichungen (!) das nachzuweisen? Fast alle Wissenschaftler haben auch eine professionelle Homepage. Wenn Sie hier ein Pseudonym nutzen, müssten Sie dazu allerdings Ihren echten Namen nennen. Das würde mir auch vertraulich per Mail reichen.

      • Dass ich ein Pseudonym nutze, ist offensichtlich. Dass Sie mich auffordern mich zu outen, ist unfair, da Sie das bei anderen Personen meines Wissens nach auch nicht machen. Über meinen Status habe ich übrigens gar nichts geschrieben. Die Behauptung, dass ich Wissenschaftler sei, kann wahr sein, ohne dass ich Professor wäre oder eine Homepage besitzen würde. Wir könnten uns darauf einigen, das Thema Status et al. ruhen zu lassen.

      • So offensichtlich ist das nicht, dass Sie ein Pseudonym nutzen. Inzwischen habe ich einen Doktoranden in Schweden mit diesem Namen gefunden. Dieser ist immerhin wissenschaftlicher Mitarbeiter, allerdings noch in der Qualifizierungsphase. Akademiker haben üblicherweise ihr Studium abgeschlossen und Wissenschaftler ihre Promotion.

        Es ist unfair, dass Sie meinen echten Namen und Beruf nicht nur kennen (was an mir liegt), sondern anzugreifen versuchen, ohne Ihre eigene Identität offenzulegen, über die Sie aber zugleich große Behauptungen aufstellen. Das macht hier sonst niemand so. Wenn Sie das zukünftig unterlassen, soll es mir auch recht sein. Allerdings würde ich wetten, dass Ihnen das nicht lange gelingt.

      • Das war mir gar nicht bewusst: Es gibt auf der Erde mindestens drei Doktoranden mit diesem Namen, in den Bereichen Informatik, Naturwissenschaften und Politikwissenschaften. Sie könnten jetzt natürlich fordern, dass ich Ihnen eine E-Mail von einer Dienstadresse schreibe.

        Angreifen ist das falsche Wort; ich versuche aus meiner Sicht falsche Inhalte zu korrigieren, sofern ich welche finde. Der Punkt mit Ihrer Publikationstätigkeit hat mich tatsächlich interessiert, weil es auffällig ist, dass Sie offensichtlich Wert darauf legen, monatlich ein Diskussionspapier zu veröffentlichen.

      • Die inhaltliche Diskussion ist erwünscht, zumal es hier sonst kaum Befürworter der aktuellen Corona-Politik gibt. Laut Umfragen steht die Mehrheit der Deutschen noch dahinter, persönlich kenne ich allerdings niemanden (und auch immer noch keinen mit positivem Corona-Test, allerdings viele, die direkt jemanden kennen).

        Es gibt ganz verschiedene Arten von Veröffentlichungen. Referierte Beiträge in wissenschaftlichen Top-Zeitschriften bringen inzwischen die höchste Reputation (früher waren das einmal Bücher). Meine kleine Diskussionspapierreihe kann da nicht mithalten, steht solchen Artikeln aber auch nicht im Wege. Dasselbe gilt für diesen Blog. Theoretisch könnte ich jetzt an einem Artikel für eine Top-Zeitschrift arbeiten, praktisch wäre das nicht so, sondern sollte ich besser ins Bett gehen.

      • Gelegentlich wird die Kritik an der Coronapolitik mit allgemeiner Kritik an Frau Merkel et al. vermischt. Es wäre interessant zu wissen, wie der ein oder andere Kommentator hier reagieren würde, wenn die Regierungen z.B. überhaupt keinen Lockdown verhängt hätten.

      • Es wäre natürlich gut gewesen, wenn die Regierungen gar keinen Lockdown verhängt hätten, sondern zielgerichtete Maßnahmen ergriffen hätten, damit weniger Menschen gestorben und zugleich die Grundrechte gewahrt worden wären. Auch jetzt wäre eine bessere Politik möglich, doch ich rechne mit weiteren Verlängerungen des Lockdowns, bis die Infektionen rein saisonal zurückgehen, was dann als riesiger Erfolg der verfehlten Maßnahmen dargestellt werden wird. Spannend ist eigentlich nur noch, ob das Impfen von der Bundesregierung und EU-Kommission so sehr verbockt wurde, dass im nächsten Herbst der nächste Lockdown kommt.

  2. Ist es „liberal“, eine wissenschaftliche Gesellschaft unter Protest zu verlassen, weil dort auch ein paar Leute Mitglied sind, deren rechte Partei von einer linken Einheitsfront samt Inlangsgeheimdienst verfolgt wird?
    Wäre es nicht eher im „liberalen“ Sinn, sich mit diesen Leuten sachlich auseinanderzusetzen, statt die Hexenjagd wieder aufleben zu lassen..?

    • Das war die Situation bei der ersten Austrittswelle 2015. Damals bin ich bewusst geblieben, habe aber auch meine Schmerzgrenze aufgezeigt: ‚Dürfen liberale Organisationen intern alles tolerieren?‘ Einzelne illiberale Ansichten und Personen sollte man in einer liberalen Organisation tolerieren und das habe ich jetzt auch viele Jahre getan. Doch wenn die Mehrheit, insgesamt oder ihres aktiven Teils, sowie die Spitze der Organisation kippen, ist es gar keine liberale Organisation mehr. „Wenn eine Organisation entsprechend kippt und Illiberale die Führung übernehmen, dann ziehe auch ich die Konsequenz wie bei der AfD“. An diesem Kipppunkt ist die Hayek-Gesellschaft gerade und in den nächsten Tagen bis Wochen wird sich entscheiden, ob ich bleibe oder gehe.

      • Wenn Menschen wegen ihrer Zugehörigkeit zur größten im Parlament vertretenen Oppositionspartei aus Vereinen, Kirchenvorständen, Gewerkschaften oder der Feuerwehr gedrängt werden, ist das ein Verstoß gegen das Grundgesetz, Art. 3:

        Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.

      • Ich bin kein Befürworter der pauschalen Drittwirkung der Grundrechte. Diese sind eigentlich Abwehrrechte gegen den Staat, werde so aber in Ge- und Verbote für die Bürger bzw. Untertanen durch übergriffige Politiker. Insbesondere ein politischer Verein wie die Hayek-Gesellschaft muss doch frei darin sein, (potentielle) Mitglieder wegen ihrer politischen Anschauungen zu benachteiligen oder zu bevorzugen. Dasselbe gilt für Kirchen(vorstände) hinsichtlich des Glaubens und der religiösen Anschauungen etc.

        Dagegen dürften staatliche und öffentlich-rechtliche Stellen AfD-Mitglieder nicht diskriminieren, zumindest solange die AfD nicht verboten ist, während behauptete Verfassungswidrigkeit ohne Verbot ein problematischer Zwischenzustand ist.

      • @Alexander Dilger
        „Dagegen dürften staatliche und öffentlich-rechtliche Stellen AfD-Mitglieder nicht diskriminieren, zumindest solange die AfD nicht verboten ist, während behauptete Verfassungswidrigkeit ohne Verbot ein problematischer Zwischenzustand ist.“

        Nun, die AfD wäre nicht die erste Partei, die vom Verfassungsschutz beobachtet würde aber dennoch nicht verboten wird. Es stellt sich doch die Frage, mit welcher Berechtigung wegen einer extremistischen Minderheit innerhalb einer Partei (die im Übrigen im Falle der AfD von den meisten Mitgliedern der Partei nicht gerade goutiert wird), die ganze Partei beobachtet werden soll. Viel sinnvoller erschiene mir da doch eine Änderung des Parteiengesetzes, das es Parteien praktisch unmöglich macht, Mitglieder auszuschließen, die durch ihre extremistischen Aussagen die ganze Partei diskreditieren.

      • Dürften denn die extremistischen Mitglieder wegen ihren politischen Anschauungen von der Partei diskriminiert werden? Ich denke schon, wobei auch das geltende Parteiengesetz mehr zulässt. Die Ausschlussverfahren gegen Herrn Höcke wurden z. B. nie konsequent betrieben. Es könnten ganze Landesverbände abgespalten werden, aber dafür gibt es einfach keine Mehrheit in der AfD. Herr Gauland hat doch gerade erst wieder den Zusammenhalt der Partei gefordert. Faktisch läuft es darauf hinaus, dass der Flügel die AfD dominiert, auch wenn er gar nicht die Mehrheit hat und offiziell nicht einmal mehr existiert.

      • Da muss ich Ihnen schon zustimmen. Gauland ist das größte Problem der AfD (inzwischen sogar noch vor Höcke). Das wollten Sie mir lange Zeit nicht glauben. Aber gut, dass auch Sie inzwischen erkannt haben, wie das abläuft. Gauland ist in puncto AfD-Diskreditierung der beste Mann der CDU.

      • So läuft das nicht ab. Herr Gauland hat sich selbst radikalisiert. Die spannende Frage ist, ob er nur dadurch diese Bedeutung in der AfD hat oder er eine wesentliche Ursache für die Radikalisierung der AfD ist. Wahrscheinlich ist es ein wechselseitiger Prozess.

      • Gauland und Lucke haben die Radikalen 2013 in die AfD geholt. Vermutlich konnten sie beide nicht abschätzen, was das bewirkt. Lucke hat dann kalte Füße bekommen und sich 2015 vom Acker gemacht. Bismarck-Verehrer Gauland, der ohnehin aus einer anderen Zeit stammt, hingegen hatte von Anfang an seine Freude am Narrensaum der AfD. Aber „radikalisiert“ hat sich Gauland nicht. Der war schon früher (also vor der Gründung der AfD) so. Das scheint nur vielen seiner einstigen Hofierer erschreckenderweise nicht bekannt (gewesen) zu sein. Ich kann Ihnen nur empfehlen „Finks Krieg“ von Martin Walser zu lesen. Danach wissen Sie mehr über Gauland.

      • Herr Gauland war schon immer ein Sonderling, was ich aber nicht schlimm finde. Früher, auch in der Anfangszeit der AfD, hat er sich jedoch nicht rechtsradikal gezeigt.

      • Gauland war schon in der CDU ein Rechtsaußen, Bismarck-Verehrer und nationalistischer Hardliner. Er hat sich nicht geändert. Nur ist die CDU heute eine Art SPD 2.0, oder versucht diese sogar links zu überholen. Das ist der einzige Grund, warum Gauland erst heute als rechter Nationalist auffällt.

      • Dass diese „Volksgenossen“ Rechtsextremisten sind, das stimmt. Dass Gauland diese vor 2015 nicht hofiert hätte, ist definitiv falsch. Gauland und Lucke haben diese Leute in die Partei geholt.

      • Durchaus. Sehen Sie sich nur die „Fehler“, die schon 2013 in einigen Landesverbänden bei der Aufnahme von Mitgliedern gemacht wurden, an. Lucke wollte eben so schnell wie möglich möglichst viele Mitglieder haben und es war ihm schnurzpiep, wen sich die AfD damit einfängt.

      • In NRW waren die ganzen Problemfälle schon da, als der Landesverband gegründet wurde. Das kann man durchaus Bernd Lucke zuschreiben, aber es war wohl mehr grobe Fahrlässigkeit als böse Absicht. Vor allem hat er diese Leute nicht aktiv in die AfD geholt, sondern umgekehrt versäumt, sie aktiv draußen zu halten.

      • Das war in anderen Landesverbänden nicht anders. Denken Sie doch nur an Luckes spätere Assistentin im Europaparlament, Eva Kahlmann aus Heidelberg. Oder an die Einstellung von Christian Lüth. Dass Lucke tatsächlich nicht wusste, mit wem er sich da umgibt, halte ich für ausgeschlossen. Ob er es als politischer Vollpfosten einfach in Kauf genommen hat oder die AfD mit solchen Persionalien vorsätzlich in das rechtsextremistische Mileau rücken wollte, spielt im Ergebnis keine Rolle.

  3. Wenn ca 300 liberal gefestigte Mitglieder wegen 3 AfD-lern (die man so oder so sehen kann) einen derartigen Film veranstalten, deutet das auch auf die Gründe hin, weshalb die dort gepflegten Erkenntnisse von Hayeks nicht auf die Politik durchschlagen.

    • Es geht nicht allein um drei prominente AfDler, die doch schon länger dabei sind. Dabei ist Frau von Storch mit ihrem Wunsch, Kinder an der Grenze erschießen zu lassen, was sie dann dahingehend „korrigierte“, dass besser die Mütter erschossen würden, alles andere als liberal. Auch Frau Weidel gehört nicht zum bürgerlichen Teil der AfD, sondern ist mit Herrn Höcke bei dessen Bekämpfung verbündet. Es geht darum, dass immer mehr AfDler vom rechtsradikalen Flügel aktiv in die Hayek-Gesellschaft geholt werden und von der Spitze auch inhaltlich keine Abgrenzung mehr stattfindet, sondern umgekehrt liberale Mitglieder zensiert und ausgegrenzt werden.

      • Bei Lichte besehen sind es immer die gleichen – überwiegend verbalen und in der Vergangenheit liegenden – Entgleisungen, die von den Altparteien zur Begründung ihrer Widerstandsfront (die sogar die ANTIFA mit ihrer Ablehnung unseres Staates umfasst) gegen die AfD herangezogen werden. Das verfestigt sich in der öffentlichen Meinung immer mehr. Diesen Mechanismus sollte man als objektiver Beobachter schon erkennen und nicht auch noch verstärken.
        Im übrigen bestätigen Sie doch meine Ansicht, dass schon wegen der internen Auseinandersetzungen zur Adaption der Lehren von Hayeks die politische Außenwirkung der Gesellschaft fehlt- was wollen Sie denn da von der Politik erwarten ?

      • Glauben Sie denn, dass die Protagonisten in der AfD inzwischen gemäßigter sind? Sie sind vermutlich noch radikaler geworden, äußern sich aber weniger öffentlich dazu. Es gibt auch weniger gemäßigte AfD-Mitglieder, die von internen Äußerungen noch entsetzt sind. Unabhängig davon ist die AfD doch in keinem Falle eine auch nur ansatzweise liberale Partei mehr und allein schon deswegen sollte die Hayek-Gesellschaft mehr Abstand halten. Bleibt das aus, okkupiert sie nur noch den Namen von Friedrich August von Hayek, hat jedoch mit seinen Ideen und Liberalismus allgemein nichts mehr zu tun.

      • Mir fehlt bei den Liberalen mit dem Hang zur Selbstbeschäftigung der permanente Hinweis in der Öffentlichkeit, dass der Schaden für unsere Gesellschaft eigentlich von ganz anderen Leuten als den Sprücheklopfern von der AfD angerichtet wird. Das sehen Sie doch eigentlich genau so (statt den 2. Kindermord von Frau von Storch nach dem von Bethlehem immer wieder aufzuwärmen). Von Frank Schäffler hört man außer bei Tichys Einblick auch nichts mehr. Ein Landtagsabgeordneter der AfD kann hier im Kreis keinen harmlosen Vortrag zur Klima-Politik mehr veranstalten, ohne dass nicht auch Funktionäre der FDP zur Verhinderung dieser Veranstaltung vor der Tür stehen. Klären Sie Ihre Gesellschaft mal auf, wo der Feind steht.

      • Für Liberale gibt es politische Gegner, keine Feinde. Diese Gegner finden sich auf beiden Seiten. Die Regierung ist schlimmer, weil sie mächtiger ist. Aber wollen Sie ernsthaft von der AfD regiert werden? Außerdem versuchen momentan Rechts-, nicht Linksradikale die Hayek-Gesellschaft zu unterwandern.

      • KWB: Sind Sie sicher, dass es sich um „harmlose Vorträge“ handelt? Ich habe oft genug solche Veranstaltungen besucht. Meist kommt man irgendwann an den Punkt, an dem ziemlich übel über Flüchtlinge oder andere Andersdenkende gehetzt wird. Die Vortragsthemen sind oft nur Fassade.

      • Sebastian Kunze
        sagte am 06/02/2021 um 13:36 :“KWB: Sind Sie sicher, dass es sich um „harmlose Vorträge“ handelt? Ich habe oft genug solche Veranstaltungen besucht.“
        Das ist kein prinzipieller Einwand gegen meine Argumentation- ebenso wenig wie der von Prof. Dilger von 13:14. Ich will mich nicht zu einem Verteidiger einer Partei machen, die ich 2015 verlassen habe. Ist Ihnen – wie Prof. Dilger – aber klar, dass bei der von mir angeprangerten fortschreitenden Meinungsprägung in der Öffentlichkeit auch den Personen, die diese Partei 2015 verlassen haben, jeder Aufstieg in einer anderen Partei verbaut ist ? Denen klebt die AfD an der Backe- egal mit welchem Ein- und Austrittsgrund. Noch zu Ihrer direkten Frage: Hier im Kreisgebiet unterhalte ich gute Verbindungen zu den „Ehemaligen“, verfolge auch die Veranstaltungen. Sofern ich nicht einer Selbsttäuschung unterliege, handelt es sich um „seriöse“ Positionen; es hat auch etliche Wiedereintritte seitens der 2015-iger gegeben. Die sind eigentlich fast alle wieder dabei.

      • Mir ist sehr bewusst, dass auch eine AfD-Mitgliedschaft nur in der Anfangszeit bis heute nachhängt und kaum differenziert wird, wer wann für welche Position eingetreten ist. Das liegt aber auch daran, wie sich die AfD entwickelt hat. Sie könnte heute eine seriöse bürgerliche Partei sein, wenn Bernd Lucke, aber insbesondere Frau Petry sich etwas weitsichtiger verhalten hätten. Würde die AfD jetzt noch die Kurve kriegen oder ganz verschwinden, würde sie in wenigen Jahren keinen mehr kümmern. In diesem Sinne schaden uns die Rechtsradikalen und ihre opportunistischten Helfer in der AfD bis heute. Da muss ich nicht noch in Vereinen mit ihnen verbunden sein.

    • Wenn unsere pessimistischen Prognosen hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland eintreffen und die kreditfinanzierten Hilfen auslaufen, wird es vermutlich zu einer Radikalisierung der Gesellschaft kommen, die die linken wie rechten Flügel stärkt. Unser Dissens besteht darin, dass sich der Ruf der AfD aus Ihrer Sicht laufend selbstverschuldet verschlechtert (wobei neuere Belege bisher nicht benannt werden); ich aber der Ansicht bin, dass diese Verschlechterung eine Folge der Strategie der Altparteien ist (ein Beleg: „Der Linksstaat“ von Christian Jung und Torsten Groß, mit Fundstellen und Quellennachweisen, Kopp-Verlag 2016). Nebenbei: Frauke Petry hatte bei zwei Besuchen in Israel israelfreundliche Gespräche geführt- jedenfalls von dort keine Beanstandungen erhalten. Was ich nun überhaupt nicht nachvollziehen kann: Obwohl die Liberalen bei von Hayek und die Herren Henkel und Lucke und Sie doch genau wissen, wer die Schäden für Deutschland verursacht, schwenkt man auf die gewünschte öffentliche Meinungsbildung ein und verfällt einem Ablenkungsmanöver. Eine andere Sache ist, wenn Sie den genannten AfD-lern nicht privat begegnen wollen. Vielleicht versäumen Sie eine Chance der Umprägung. Hier im Forum geben Sie jedenfalls kein Schäfchen verloren 😊

      • Sie müssen doch zugeben, dass sich der Ruf der AfD immer noch weiter verschlechtert. Der Grund dafür ist erst einmal sekundär. Schon 2013 gab es Kampagnen von außen, die jedoch durch die innere Entwicklung alle mehr als bestätigt wurden. Jetzt könnte auch einfach noch das Momentum der ersten Jahre fortwirken, doch selbst bei rein äußerlichen Ursachen (der Rufverschlechterung, während das Schlechte unverändert noch da ist) könnte und müsste die AfD doch etwas dagegen tun. Die AfD in ihrem heutigen Zustand schadet jedenfalls ernsthafter Opposition gegen die Regierung und stellt faktisch eine Hilfstruppe für Frau Merkel dar.

        Von einigen klassischen Rechtsradikalen abgesehen ist die AfD doch gar nicht israel-, sondern islamfeindlich. An beidem, Israel wie den Islam, ist Kritik natürlich zulässig, aber hier geht es um stark emotionalisierten Hass, der auch wieder dem sachlichen Anliegen mehr schadet als nutzt. Schließlich war Frau Petry nie rechtsradikal, sondern hat sich aus rein opportunistischen Gründen rechtspopulistisch aufgeführt, was auch noch sehr kurzsichtig war. Denn andernfalls könnte sie jetzt Vorsitzende einer starken und bürgerlichen AfD sein.

  4. Was interessieren die Meinungen von Menschen aus dem letzten Jahrhundert zu Reaktionsmöglichkeiten bei Pandemien, die die Entwicklung der modernen Impftechnologie von heute nicht kennen konnten? In Deutschland wurden nur minimale Restriktionen getroffen, ohne zu versuchen eine „No-Covid“, also eine „Null-Covid“-Strategie zu probieren, wie in Australien. Der europäische Individualismus ist zu einer Egomanie von sich selbst gelangweilter Besserwisser verkommen.

    • Die Restriktionen in Deutschland sind nicht minimal und dauern nun schon über drei Monate, obwohl sie eigentlich nur im November erfolgen sollten und da nicht die versprochenen Wirkungen brachten. Wieso glauben Sie, dass es mit einfach nur härteren, aber ebenso unüberlegten Maßnahmen besser würde? Die meisten Individuen verhalten sich doch vernünftig, während die verantwortlichen Politiker fast alles falsch machten, was sie falsch machen konnten.

      • So ein Quatsch. Die Lockdown Maßnahmen haben super funktioniert, sonst ginge es uns schlimmer als Portugal und den Briten. Ohne Kontaktreduzierung und ohne Impfstoff wären wir bereits bei einer Superspreading Pandemie. Der Virus ist nun mal etwas klüger als unsere Wissenschaftler und Politiker. Je mehr Menschen sich infizieren, um so häufiger kann der Virus mutieren. Ich hoffe sowieso, dass es uns nicht gelingen wird, ihn zu bremsen, denn dieser Menschheitskrebs, ohne jeden Respekt vor der Natur, hat auf diesem Planten nichts mehr zu suchen. Wir Schweine müssen endlich begreifen, dass unsere Mutter Natur die Nase voll hat, uns durchzufüttern, als wären wir etwas besseres als die Ameisen, die uns davor bewahren, in Kadavern zu schwimmen. Wir schredern die Hühner, wir schredern die Rindern, wir schredern die Schweine, wir schredern die Urwälder, wir schredern die Fische und jetzt werden endlich wir geschredert. Genau das haben wir verdient und haben uns völlig von der Schöpfung und der Liebe zu den Geschöpfen Gottes verabschiedet, während wir an die Wirtschaftlichkeit unser Aktien denken. Nicht Corona ist ein Problem, Menschen sind schlimmer als eine Atombombe, während sie sich im Bikini das Lieblingsatoll der Südsee verseuchen.

      • Sie sind also nicht nur ein Feind der Freiheit, sondern aller Menschen. Das schließt auch Sie selbst ein. Dagegen weiß ich, dass ich klüger als ein Virus bin, welches kein Gehirn hat und nicht einmal richtig lebt. Trotzdem könnte es mich töten, aber ich kann meinerseits versuchen, etwas dagegen zu tun, und zwar besser als unsere Politiker oder gar Menschenfeinde wie Sie.

        Die wenigen Impfungen sind noch völlig irrelevant für den hiesigen Pandemieverlauf und für den Lockdown kann die Relevanz zumindest bezweifelt werden. Einzelne Maßnahmen sind hilfreich, andere nicht oder sogar kontraproduktiv. Mutationen lassen sich nur stoppen, wenn die Pandemie global beendet wird, wovon wir noch sehr weit entfernt sind. Auch dann kann jeden Tag ein neues Virus auftauchen.

  5. Können Sie Außenstehende vllt. aufklären? Ich lese von BvS und Weidel als passive Mitglieder. Die sind das schon seit Jahren. Bei insgesamt über 300 Mitgliedern. Wenn das alleine ein Problem sein soll, dann haben wir definitiv ein großes Problem mit Demokratie und Meinungsfreiheit, wie man auch immer zu diesen beiden Personen steht. Dann geht es um Ausgrenzung und Verächtlichmachung.

    Sie schreiben, dass die Gesellschaft durch die AfD unterwandert werde. Wie passt das damit zusammen, dass es insg. nur 3 AfD-Mitglieder geben soll?

    Wenn eine Gesellschaft tatsächlich durch eine Partei, die man ablehnt, gekapert würde, dann ist ein Austritt nachvollziehbar und richtig. Warum sollte man seinen Namen für etwas hergeben, das man seiner in seiner Gänze nichts stützt. Nur liest man in der Öffentlichkeit nichts davon. Da liest man von wenigen passiven Mitgliedern. Woran machen Sie also die Unterwanderung fest?

    • Ich habe da auch keine echten Insiderkenntnisse und sammle noch Informationen (hat z. B. jemand die Presseerklärung der Hayek-Stiftung?), weshalb ich auch noch keinen richtigen Blogbeitrag dazu geschrieben habe. So habe ich erst jetzt gefunden: „Alice Weidel verlässt Hayek-Verein“. Das ist eine gute Nachricht und ihr sogar positiv anzurechnen. Auch ohne sie gibt es noch weitaus mehr als drei AfD-Mitglieder in der Hayek-Gesellschaft, wobei ich nicht alle als Problemfälle ansehe. Inzwischen halte ich es sogar für möglich, dass die jüngsten Querelen mehr mit Interna der FDP zu haben als mit der Hayek-Gesellschaft selbst oder der AfD. Jedenfalls gilt auch hier der alte Grundsatz, dass man in einem Streit immer erst beide Seiten anhören sollte.

      • Man liest hier von Veranstaltungen, die am Ende immer beim Thema Flüchtlinge enden. Mich würde das auch stören, wenn das Ursprungsthema ein ganz anderes war. Wenn es tatsächlich einen massenhaften Flügel-Zustrom gibt, dann wäre das auch nicht meine Gesellschaft. Wenn Personen wie Thomas Mayer nicht mehr mitmachen möchten, dann könnte es reale Gründe dafür geben. Nur kann ich mit einer Selbstdefinition der Ablehnung nichts anfangen. Man spielt damit das Spiel der Antidemokraten. In den USA ist es schon so weit, dass im Netz keine Unterschiede mehr gemacht werden, ob es um moderat linke Intellektuelle geht oder um QAnnon-Anhänger. Sobald man sich dem Tugendfuror nicht restlos unterwirft, wird man im Netz sozial-medial hingerichtet. Als Liberaler sollte man dieses Spiel nicht mitspielen. Der Liberale spricht mit allen Menschen, ob sie Petra Pau oder Alice Weidel heißen. Liberale sollten nicht an der Spaltung der Gesellschaft mitwirken. Sie werden nämlich ebenfalls zu den Ausgegrenzten gehören. Sie haben keine Gnade zu erwarten. Man sollte für die eigenen Inhalte stellen. Die zählen und nichts anderes.

        Ich sehe bei der FDP gefährliche Tendenzen der Intoleranz, wie man auch am Umgang mit Gunnar Kaiser sieht. Man kann zu ihm stehen, wie man möchte. Wenn er aber eine Veranstaltung unparteiisch moderiert, dann hat er seine Sache gut gemacht und keine Ausgrenzung verdient. Gerade die FDP sollte stets für den Dialog und nicht für Ausgrenzung stehen. Dialog bedeutet keine Zustimmung.

        Aktuell weiß man wirklich nicht, was man wählen soll. CDU? Niemals! FDP? Niemals! AfD? Protest würde es trotz aller Auswüchse ausdrücken. Aber letztendlich besetzt die AfD einen Platz, der für ein ernsthaftes und seriöses Konkurrenzangebot frei werden müsste. Die AfD hat fertig. Meuthen versucht es leider 5 Jahre zu spät. Wahrscheinlich sollte man zuhause bleiben und warten, bis sich ein neues Angebot auftut. Der Liberale und Konservative lechzt nach einem seriösen und ernsthaften Angebot. Ich fürchte, wir werden enttäuscht werden.

        Falls Sie die Zeit finden, dann würde mich übrigens ein Blog-Eintrag zu Wallstreetbets interessieren. Ihre Ansichten wären interessant zu lesen.

      • Ich habe das so verstanden, dass es um AfD-Veranstaltungen ging. Zumindest für meinen kleinen Hayek-Club kann ich das nicht bestätigen. Es kamen auch AfD-Mitglieder, die sich aber wie alle anderen völlig zivilisiert benommen haben.

        Ansonsten stimme ich Ihnen zu. Liberale sollten niemandem das Gespräch verweigern. Umgekehrt wollen alle Extremisten nicht nur anderen Extremisten den Mund verbieten, sondern auch den Liberalen und noch viel Schlimmeres tun.

        Die FDP und insbesondere die Friedrich-Naumann-Stiftung sind da momentan keine liberalen Vorbilder. Trotzdem sollten Sie deren Wahl nicht völlig ausschließen. Wenn man immer nur das kleinste Übel wählt, droht es, größer zu werden, aber die Alternativen sind eben noch übler. 2013 bot die AfD Hoffnung, jezt nicht mehr, aber es wird auch wieder bessere politische Zeiten geben.

        Direkt zu WallStreetBets habe ich noch nichts geschrieben, doch über ‚Online-Broker beschränken Kleinanleger zugunsten von Hedgefonds‘ hinaus fällt mir momentan auch nichts Bedeutendes dazu ein.

      • Der „Tugendfuror“ ist tatsächlich ein Problem der heutigen Zeit. Man sieht das überall, in der Popkultur, in der Wissenschaft,… Als Moderater ist man mittlerweile froh, wenn „fragwürdige“ Filme wie „Vom Winde verweht“ oder das Dschungelbuch „nur“ mit Warnhinweisen versehen und nicht direkt verbannt werden. Bei RTL wird man als Persona non grata auch schon mal gerne komplett (komplett heißt hier nichts anderes als komplett) aus abgedrehtem Filmmaterial entfernt.

  6. Pingback: Negative Zinsen trotz und wegen Urzins | Alexander Dilger

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