Unterhosen-Vergifter lässt Nawalny unfair verurteilen

Russlands Präsident ‚Putin ließ Nawalny vergiften‘. Nun lässt der Präsident ihn einsperren, weil er sich nicht an die Bewährungsauflage hielt, sich regelmäßig bei der Polizei zu melden, als er wegen des Giftanschlags in Berlin mit weltweiter Medienberichterstattung im Krankenhaus lag. Alexej „Nawalny muss mehrere Jahre ins Gefängnis“, um nun die Bewährungsstrafe abzusitzen, die selbst aus einem rein politischen und konstruierten Verfahren resultierte. „Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in Straßburg nannte das Urteil später nicht nur »konstruiert und grundlegend unfair«, sondern betonte auch, dass kein Vergehen erkennbar sei.“ Das gilt auch jetzt wieder, denn der wirkliche Grund für seine Verfolgung sowohl durch die Justiz als auch mit Killern ist, dass er Wladimir Putin herausfordert.

Sein heutiger Spott könnte es in die Geschichtsbücher schaffen: „Putin wird als Vergifter in die Geschichte eingehen. Wir alle erinnern uns an Alexander den Befreier, und Jaroslaw, den Weisen. Jetzt haben wir Wladimir, den Unterhosen-Vergifter.“ Herr Nawalny ist auf jeden Fall mutig, sonst wäre er nicht aus Deutschland nach Russland zurückgekehrt. Doch er bezahlt dafür jetzt mit seiner Freiheit, vielleicht sogar seinem Leben, während auch seine Anhänger verhaftet werden, weil das Regime nervös ist.

58 Gedanken zu „Unterhosen-Vergifter lässt Nawalny unfair verurteilen

  1. Statt uns über einen politischen Gefangenen im fernen Moskau zu echauffieren, sollten wir Deutschen m.E. lieber einmal mit den Zuständen im eigenen Land befassen. Zum Beispiel damit: https://www.mopo.de/im-norden/wann-kommt-man-da-rein–corona-knast-noerdlich-von-hamburg-geht-in-betrieb-38001242
    Wesentlicher Unterschied: Im neuen Stasi-Jargon sagt man zum Wegsperren „Absondern“. Das klingt nicht nur viel humaner, sondern suggeriert sogar ganz perfide, dass es nur zu unserem Besten sei. Aber Deutsche kehren eben nicht so gerne vor der eigenen Haustüre. Über Nachbarn meckern ist nicht so anstrengend.

    • So fern ist Moskau nicht, Herr Nawalny wurde aus Berlin kommend verhaftet und unsere famose Regierung dort will mit dem Unterhosen-Vergifter Milliardengeschäfte machen. Leider können wir wenig gegen den KGB-Agenten und seine FDJ-Funktionärin tun.

      Was das „Absondern“ von Quarantäne-Verweigerern angeht, ist die entscheidende Frage, ob die Anordnung der Quarantäne eine gerechtfertigte Maßnahme darstellt. Falls nicht, sollte man das anprangern und sie ganz lassen. Falls doch, muss es geeignete Maßnahmen gegen die geben, die sich penetrant nicht daran halten. Nun bin ich dagegen, alle Gesunden im Land durch den Lockdown in eine Art Quarantäne zu stecken. Wer aber eindeutig infiziert und infektiös ist, wobei zum Nachweis ein einmaliger PCR-Test nicht ausreicht, sollte sich nicht mehr beliebig unter andere Menschen mischen dürfen, zumindest wenn diesen das Risiko nicht bewusst ist und sie sich nicht freiwillig dafür entschieden haben.

      • Zumindest ist der Fall Nawalny keine deutsche Angelegenheit.

        Bei der Quarantäne bin ich weitestgehend bei ihnen. Zielführender fände ich es allerdings, mehr und besser zu testen, als Menschen pauschal in Quarantäne zu schicken, nur weil sie von A nach B reisen.

      • Wollen Sie die Meinungsfreiheit auf nationale Angelegenheiten beschränken? Doch selbst dann ist die Putin-Verehrung Ihre Partei wie die der umbenannten SED und des letzten Kanzlers hierzulande relevant.

        Wenn ich das richtig verstanden habe, geht es nicht um die pauschale Quarantäne nach Reisen, sondern von positiv Getesteten. Allerdings dürften die Mühlen der Justiz zu langsam mahlen, so dass die akute Infektion bei der Zwangseinweisung schon wieder vorbei wäre.

      • @Alexander Dilger

        Nein, natürlich will ich die Meinungsfreiheit nicht national beschränken. Von mir aus kann jeder denken und sagen was er will, so lange es nicht ehrabschneidend oder ungerechtfertigt beleidigend ist. Meine ganz persönliche Beobachtung ist aber auch, dass besonders Deutsche lieber mit dem Finger auf andere zeigen, statt sich einmal selbstkritisch mit der Situation im eigenen Land zu befassen. Und dazu meine ich eben, dass dies reichlich unreflektiert ist. Das hat im Übrigen weder etwas mit meiner Partei noch mit Wladimir Putin zu tun, sondern gilt zum Beispiel auch für die ewigen deutschen Despektierlichkeiten gegen über Donald Trump, Boris Johnson, Victor Orbán, die (Innen-)Politik in Polen, usw., usf..

        Was die Quarantäne angeht, ist Otto Normalverbraucher doch gar nicht mehr im Stande nachzuvollziehen, was wann wo gilt. Als Grenzgänger mit Büros und Wohnsitzen alleine nur in Vorarlberg und im unmittelbar benachbarten Bayern verbringe ich seit März vergangenen Jahres gefühlt fast jede Woche mindestens ein bis zwei Stunden damit, mich auf den jeweils aktuellen Stand der Einreisebestimmungen, Quarantäne- und Testvorschriften zu bringen sowie mir selbst und meinen mitarbeitenden Angehörigen notwendige Bescheinigungen für den Grenzübertritt auszustellen bzw. diese den laufenden Änderungen der bayerischen „Einreise-Quarantäneverordnung“ anzupassen. Dieser sich vor allem für das Bundesland Bayern beinahe im Zwei-Wochen-Takt ändernde Zirkus ist inzwischen ein genauso großer Zeitfresser wie das Vorbereiten und Erstellen von Steuererklärungen!

      • Sie können mir und diesem Blog doch nicht ernsthaft vorwerfen, die hiesigen Zustände und vor allem die Regierenden nicht zu kritisieren. Doch anderswo auf der Welt gibt es noch schlimmeres Unrecht, welches Sie nicht völlig ignorieren sollten.

        Haben Sie denn den Eindruck, dass die vielen und ständig wechselnden Vorschriften von Herrn Söder irgendwie gegen Neuinfektionen helfen könnten, wovon es in Bayern besonders viele gibt?

      • Darum geht es doch gar nicht. Die meisten aktiven Teilnehmer Ihres Blogs sind nach meiner Wahrnehmung intelligente, reflektierte Menschen. Meine Kritik bezog sich eher auf allgemeines deutsches Verhalten. Plattes Trump- und Johnson-Bashing scheinen allerdings auch Ihnen zu gefallen, was für mich nicht nachvollziehbar ist.

        Nein, Markus Söders Corona-Politik ist verwirrend und zum Teil auch höchst widersprüchlich. Und viel hilft eben auch nicht immer unbedingt viel. In Bayern trägt Söder inzwischen den Titel „Coronator“.

      • Hier wird niemand platt gebashed, sondern die Kritik ist stets gerechtfertigt. Nur wollen die einen eben keinerlei Kritik an unserer glorreichen Regierung hören, während andere wie Sie gerne Donald Trump oder Wladimir Putin für sakrosankt halten.

      • Schmarrn. Ich halte weder Trump noch Putin für sakrosankt. Aber die Bevölkerung eines jeweiligen Staates wählt ihren Präsidenten und nicht Sie oder ich. Wir sind nur für „Mutti“ zuständig, nicht für Wladimir Putin, Donald Trump oder Boris Johnson. Also wäre es doch wohl naheliegend, erst einmal das eigene Haus ordentlich zu bestellen als neunmalklug über demokratisch gewählte Regierungschefs anderer Staaten zu richtetn und deren Bevölkerungen maßregeln und belehren zu wollen. Anmaßendes Deutsches Wesen eben …

      • Was ist denn das wieder für ein AfD- und SED-Märchen, dass Wladimir Putin ein demokratisch gewählter Regierungschef sei? Er wurde gewählt, aber nicht auf demokratische Weise. So ließ er z. B. Alexey Nawalny von der letzten Wahl ausschließen und änderte mehrfach die Verfassung, in der es eigentlich sinnvolle Amtszeitbegrenzungen gab. Auch Nordkoreas Diktator lässt sich wählen.

        Donald Trump wurde 2016 tatsächlich demokratisch gewählt, allerdings nur von einer Minderheit wegen Besonderheiten des amerikanischen Wahlsystems, die eigentlich jemanden wie ihn verhindern sollten. 2020 wurde er nicht wiedergewählt, wollte aber trotzdem an der Macht bleiben, was zum Glück bzw. wegen der gefestigteren Institutionen in den USA im Gegensatz zu Russland nicht klappte.

      • Das ist eben Ihre typische Sicht der Dinge. Und wer nicht exakt so denkt wie Sie, der ist in Ihren Augen ein Putin-Verehrer, Trump-Verehrer oder sonst was und wird entsprechend diffamiert. Was für eine ‚liberale‘ Geisteshaltung …

      • Sie können denken, was Sie wollen, sollten dann aber auch dazu stehen. Halten Sie z. B. Präsident Putin für einen lupenreinen Demokraten oder ist Ihnen das einfach egal? Finden Sie, dass Donald Trump die letzte US-Präsidentenwahl gewonnen hat oder auch sonst hätte im Amt bleiben sollen?

      • Was sind denn das für Fragen?

        Ich bin weder russischer noch US-amerikanischer Staatsbürger und habe daher überhaupt nicht darüber zu orakeln. Wenn ich trotzdem etwas dazu sagen wollte, dann könnte ich es natürlich tun. Ich sehe es aber genauso wenig als meine Aufgabe an, vor dem Fernseher Fußballbundestrainer wie OSZE-Beobachter zu spielen. Vielleicht unterscheidet mich das von den meisten anderen Deutschen? 😏

        Eine dieser Fragen will ich ihnen dennoch beantworten: Ja, mir hätte es besser gefallen, wenn Donald Trump eine zweite Amtsperiode PotUS geblieben wäre, als Biden zum US-Präsidenten zu bekommen. Trumps Abgang fand ich dennoch nicht gerade gelungen. Das ist für mich aber kein Grund, mich als Nicht-US-Bürger und Nicht-OSZE-Wahlbeobachter irgendwelchen Spekulationen darüber anzuschließen, ob bei der letztjährigen US-Wahl alles mit rechten Dingen zugegangen ist oder nicht. Darüber mögen diejenigen befinden, die nah genug dran sind. Ich bin es nicht.

      • Es ist doch in Ordnung, wenn Sie sich nur für Ihre kleine persönliche Welt interessieren. Dann sollten Sie sich aber nicht darüber aufregen, wenn andere Menschen wie z. B. ich über Dinge schreiben, von denen Sie erklärtermaßen nichts verstehen und auch gar nichts wissen wollen. Sie sollten auch nicht für eine Partei Werbung machen, die sich eindeutig dazu positioniert, und zwar falsch. Das können und wollen Sie zwar auch nicht beurteilen, dass ändert aber nichts an den Fakten und ihrer Einordnung. Daraus, dass man etwas nicht weiß, folgt nämlich keineswegs, dass es nicht so ist.

      • Wie war das noch mal?
        „Ich weiß, dass ich nichts weiß.“
        (Sokrates)

        Der wirklich Weise weiß also, dass er nichts weiß.
        Sie gehören offenbar leider nicht zu den Weisen, sondern halten es lieber mit den Neunmalklugen.

      • Bei Sokrates ging es um absolutes Wissen, welches wir Menschen nicht besitzen, was er als einer der Ersten erkannte. Dafür benutze ich die sokratische Methode des Dialoges, die auch bei Ihnen funktioniert, weil Sie sich eben nicht mit starken Aussagen zurückhalten, sondern diese dadurch zu immunisieren versuchen, dass Sie angeblich nichts wüssten. Dafür behaupten Sie ziemlich viel Unsinn und immer wieder denselben, weshalb Diskussionen mit Ihnen leider meist langweilig sind.

      • Schon klar. Sie halten sich für Alexander den Großen und jeder, der Ihnen widerspricht darf sich schon geadelt fühlen, wenn Sie ihn zu Diogenes in der Tonne erklären. Freigeister stören da nur.

      • Sie sind einer von den Kaufleuten, die sich für klüger als Sokratres hielten und dann sauer auf ihn waren, weil er sie argumentativ vorführte. Diogenes war ein echter Philosoph und Freigeist, während Alexander der Große nicht für seine Weisheit, sondern seine kriegerischen Taten bekannt war und ist.

      • Nun, Sie haben es offenbar nicht verstanden. Das überrascht mich allerdings nicht.

      • Den Vergleich habe ich wirklich nicht verstanden, weil er völlig schräg ist. Alexander der Große hielt sich doch überhaupt nicht für weiser als Diogenes, sondern hat diesen bewundert. Von ihm ist überliefert, dass er meinte, dass er am liebsten Diogenes wäre, wenn er nicht er selbst wäre, was er allerdings noch lieber war. Umgekehrt bewunderte Diogenes Alexander den Großen gar nicht.

      • Alexander: „Ich bin Alexander, der große König.“
        Darauf Diogenes: „Und ich Diogenes, der Hund.“
        Jetzt verstanden?

  2. Wie man auch zum Thema „Militärputsch in Myanmar“ hätte anmerken können:
    Die demokratisch verfasste Welt macht die Erfahrung, dass China, Iran, Russland als Diktaturen politisch instabile Nationen als Einfallstor nutzen und dabei immer mehr geografische wie politische Geländegewinne zu erzielen scheinen. Daraus ergibt sich die Frage nach einer geeigneten Gegen-Strategie. Hier ist es das Mindeste, Menschenrechtsverletzungen international systematisch in geeigneter Form anzuprangern und die handelnden Personen und deren Umfeld zu sanktionieren. Nicht geeignet sind Maßnahmen, die in längerfristiger Perspektive die erforderliche Kooperation aller Nationen behindern und der Opposition in den Diktaturen sogar schaden.

    • Das Benennen der Wahrheit, also von schweren Menschrechtsverletzungen und Rechtsbrüchen, sollte das Mindeste sein. Das schließt eine Zusammenarbeit in anderen Bereichen nicht aus. Der von Donald Trump verachtete Zusammenhalt der demokratischen Staaten ist wichtig. Vielleicht sollte so etwas wie „Vereinte Demokratien“ gegründet werden. Insbesondere der Menschenrechtsausschuss der UNO ist eine Farce.

  3. Nawalny hat gegen dieses Urteil Berufung eingelegt. Ihn dann freizulassen wäre ein herber Gesichtsverlust für Putin. Eine Lösung für Putin könnte dann die Aberkennung der Staatsangehörigkeit für Nawalny sein mit nachfolgender Verweisung. Der Staat wollte Nawalny töten, da ist es für Nawalny besser, wenn er aus dem Ausland agiert und seine Mitstreiter die physikalische Arbeit weiterhin organisieren. Einen Militärputsch kann ich mir aber in Russland noch nicht vorstellen. Deutschland sollte es aber unterlassen, zu sanktionieren.

    • Die russischen Gerichte sind nicht unabhängig. Einen Freispruch halte ich deshalb für ausgeschlossen. Präsident Putin hat wohl darauf gesetzt, dass Herr Nawalny in Deutschland bleibt bzw. sich nicht traut, nach Russland zurückzukehren. Aus dem Ausland wäre seine moralische und politische Position viel schwächer. Selbst nach Jahren oder Jahrzehnten im Gefängnis könnte er noch eine wesentliche Rolle spielen.

      Warum sollte das Militär gegen Präsident Putin putschen? Wenn überhaupt, wäre eine zukünftige demokratische Regierung dadurch gefährdet. Deutschland sanktioniert Russland doch schon, allerdings nicht wegen des Mordversuches, sondern der Annexion der Krim.

      • Ein Militärputsch ist fast nie gut oder gar demokratisch. Hingegen ist es in der Regel sinnvoll, wenn das Militär den Befehl verweigert, auf die eigene unbewaffnete Zivilbevölkerung zu schießen, oder sogar andere Sicherheitskräfte daran hindert.

      • Ich weiss nicht. Heute hat er vielleicht dazu gelernt und hält diesbezüglich seine Klappe oder es wird nicht mehr darauf geachtet. Im Sinne der üblichen Doppelmoral, wenn es um Russland geht, ist er sowieso ein Heiliger. Wäre er ein Oppositioneller in Deutschland oder Frankreich, würde er zur persona non grata erklärt und als böser Nazi bezeichnet werden.
        Nach seiner Krankheit, hat er erst Mal ein Anti-Putin-Video gedreht, wozu er wohl gesund genug war. Er hat seine Bewährungsauflagen auch nicht erfüllt als er wieder gesund war.
        Ich bin kein Verteidiger von Putin, nur die veröffentlichte Meinung (wer gegen Putin ist, der muss ein guter Mensch sein), ist wieder typische Propaganda. Wieso wird Nawalny auf Kosten der deutschen Steuerzahler medizinisch betreut, bewacht und hofiert? Weil er eben ein nützlicher Idiot für die übliche Regime-Change Politik ist.

      • Herr Nawalny ist kein Heiliger, aber inzwischen ein Held, der seine Freiheit aufgibt und sein Leben risikiert, um gegen einen Tyrannen zu kämpfen, der ihn jetzt einsperren lässt und vorher ermorden lassen wollte. Er ist doch gleich wieder nach Russland gereist, als er gesund genug dafür war, aber genau dafür wird er eingesperrt, weil das Regime gehofft hatte, ihn im Exil los zu sein. Ein gewaltsamer Umsturz in Russland von außen ist ausgeschlossen, aber was haben Sie gegen einen möglichen demokratischen Regierungswechsel, wozu der aussichtsreichste Gegenkandidat erst einmal am Leben bleiben muss?

      • Sie wollen nichts wissen, verbreiten dann aber reine Putin-Propaganda. Das ist doch genau das im Beitrag angesprochene willkürliche Verfahren, für das Herr Nawalny die jetzt in Haft umgewandelte Bewährungsstrafe erhielt. Es ist nicht einmal klar, ob überhaupt ein Verbrechen begangen und, falls ja, von wem.

      • Ein von Nawalny verantwortestes zypriotisches Offshore-Unternehmen prellt ein anderes Unternehmen um rund 660.000 €. Aber alles gut. Für Sie geht das offenbar genauso in Ordnung wie für die alternativlose Kanzlerin. Wichtiger ist, dass deutsche Falschparker und „Raser“ hart abgestraft werden. Der feine Herr Nawalny hingegen ist unser Held. Chapeau!

      • Das angeblich geprellte Unternehmen sieht doch gar keinen Schaden, sondern würde das Geschäft wieder abschließen. Welches Verbrechen ist also passiert außer willkürlichen Verurteilungen ohne nachgewiesene Schuld?

      • Wenn das betroffene Unternehmen angeblich „keinen Schaden“ sieht (bzw. gesehen haben soll), worauf fußt dann die Anklage?

      • Die Anklage war rein politisch motiviert wie auch jetzt wieder. Aber das wollen Sie ja nicht wissen, während Sie jemanden ohne jeden Beweis als Verbrecher bezeichnen. Es sind nicht alle Geschäfte in Russland nur sauber, aber es gilt doch trotzdem die Unschuldsvermutung und im Zweifel sind Angeklagte freizusprechen, nicht zu verurteilen.

      • Wenn es tatsächlich so wäre, wie Sie behaupten, wie konnte es dann überhaupt zu einer Betrugsanzeige durch Bruno Leproux, den Generaldirektor von Yves Rocher Wostok, kommen?
        Dass ein Anzeigeerstatter im Nachhinein versucht, seine Anzeige – aus welchen Gründen auch immer – herunter zu spielen oder zurück zu nehmen, soll auch hierzulande vorkommen, hat aber auf das Ermittlungsverfahren völlig zu Recht keinen Einfluss. Ein einmal abgeschossener Pfeil kann nicht zurück geholt werden und Herr Leproux hat die Betrugsanzeige sicher nicht ohne Grund erstattet.

      • Es kann doch jeder jeden anzeigen. Ist für Sie bereits schuldig, wer angezeigt wird, ganz ohne Urteil oder auch nur Anklage? Nun gab es eine Anklage und gleich mehrere Urteile, darunter aber auch ein vernichtendes vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte, der trotz aller Mängel sicher unabhängiger ist als die russischen Gerichte.

      • Damit die Möglichkeit jeden einfach anzuzeigen nicht missbraucht wird, gibt es den Straftatbestand der Falschbeschuldigung (in Deutschland § 164 StGB ‚Falsche Verdächtigung‘).
        Welches Motiv sollte denn ausgerechnet Herr Leproux dafür gehabt haben, sich für die von ihnen vermutete Verschwörung einspannen zu lassen?

      • Strafbar ist eine Anzeige „wider besseres Wissen“. In einer insgesamt unklaren Lage werden in einem Rechtsstaat weder der Anzeigende noch der Angezeigte verurteilt. In Russland ist das anders und bei Ihren Äußerungen auch, da Sie Herrn Nawalny hier als Betrüger bezeichnet haben nur wegen Vermutungen und russischen Schauprozessen, deren Urteile vor einem unabhängigen Gericht keinen Bestand hatten.

      • Sie weichen meinen Fragen aus und eröffnen Nebenkriegsschauplätze.
        Ich gehe nicht davon aus, dass Herr Leproux die Anzeige gegen Herrn Nawalny politisch motiviert erstattet hat. Welches Motiv sollte er dafür denn gehabt haben? (bitte beantworten Sie diese Frage!)
        Und Ihre pauschale Vermutung, dass die russische Justiz, anders als unsere ach so politisch unabhängige deutsche Justiz oder der EUGH, nur Schauprozesse veranstalte und weniger seriös sei, ist nichts weiter als eine weitere Verschwörungstheorie.

      • Ihre Frage kann ich nicht beantworten. Können Sie das? Sie argumentieren doch damit, nicht ich. Dagegen habe ich begründet, warum das jetzige Urteil eine Farce ist. Herr Nawalny wurde vergiftet und konnte doch sogar die Täter ermitteln, was die russische Justiz jedoch wegen der Verbindungen zur Regierung nicht weiterverfolgt, während er wegen eines formalen Verstoßes gegen Bewährungsauflagen verurteilt wird, als er öffentlich bekannt wegen er Vergiftung in Berlin im Krankenhaus lag. Das mag eine Verschwörungstheorie sein, aber die entsprechenden Verschwörungen von Präsident Putin zur Vergiftung und nun Verurteilung seines politischen Gegners sind real.

      • Ich gehe davon aus, dass Herr Leproux diese Anzeige aus genau dem Grund erstattet hat, für den Herr Nawalny verurteilt wurde. Aus welchem Grund denn sonst?

        Ihre pauschalen Zweifel an der Seriosität der russischen Justiz sind doch reine Mutmaßungen, genau wie ihre latenten Unterstellungen gegenüber Herrn Putin. Können Sie irgendeine Ihrer diesbezüglichen Behauptungen belastbar, also mit nachvollziehbaren Fakten, belegen?

        Sie fallen i.S. Nawalny auf einen Betrüger und Hochstapler herein, der sehr wahrscheinlich mit Fake-News eine Welle produziert, die in westlichen Staaten erstaunliche Beachtung findet.

      • Es reicht langsam mit Ihrer Putin-Propaganda. Meinen Sie ernsthaft, dass Herr Nawalny sich selbst vergiften ließ und die staatlichen Agenten im Zweitjob für ihn arbeiteten? Finden Sie auch, dass ein vergifteter Mann vom deutschen Krankhaus aus regelmäßig russische Polizeiwachen besuchen muss und sonst ins Gefängnis gehört? Meinen Sie schließlich, dass niemand als Präsident kandidieren darf, von dem einmal ein Geschäftspartner unzufrieden war? Falls ja, wieso haben Sie den gleichen Einwand nicht gegen Donald Trump?

      • Hier werden die Mechanismen der medialen Öffentlichkeit übersehen. So kann eine Anzeige wegen Vergewaltigung für prominente Männer durchaus auch für sich genommen bereits ein Problem sein, auch wenn sich die Anschuldigungen nachher als falsch herausstellen.

      • Entsprechende Anzeigen sind auch für normale Männer ein massives Problem, nicht nur für Prominente. Allerdings sind sie selten völlig frei erfunden und häufig lassen sich die genauen Umstände nicht genau aufklären, z. B. ob sexuelle Handlungen einvernehmlich waren oder nicht.

      • Tatsächlich sind die Hintergründe oft unklar. In Dänemark und Schweden gibt es dafür neuerdings das Gesetz, dass die Holde explizit zustimmen muss, bevor der Joystick in ihr platziert wird.

      • Das wird das Problem aber nicht lösen. Es wird dann darüber gestritten werden, ob die Zustimmung wirklich geäußert wurde und ob sie eine bewusste und freiwillige Entscheidung war oder z. B. unter Drogeneinfluss oder aus Angst geschah.

  4. Wollte Putin ihn ermorden lassen, wäre er schon längst tot.
    Wieso sollte ich was gegen einen demokratischen Regierungswechsel haben? Solange es nicht so „demokratisch“ wie in der Ukraine ist.

    • Präsident Putin hat auch schon so geprahlt, dass Herr Nawalny längst tot wäre, wenn er es gewollt hätte. Tatsächlich hat sein Mordanschlag aber nicht geklappt, was vielleicht noch mehr an seiner Reputation kratzt als der Anschlag selbst. Dafür gibt es inzwischen andere Opfer, z. B. „Behandelnder Arzt von Alexej Nawalny verstorben“, während dessen nicht behandelnder, sondern jede Vergiftung leugnender Chef befördert wurde. Solche Anreize setzt dieser von Ihnen geliebte Präsident, der auch in der Ukraine auf friedliche Demonstranten schießen ließ, während sie aktuell in Weißrussland nur verprügelt werden.

      • Wenn Putin tatsächlich das Monster ist, für das ihn viele halten, warum hat er den feinen Herrn Nawalny dann nicht einfach klamm heimlich verschwinden lassen? Der ganze Hype um diesen windigen Oppositionellen stinkt doch zum Himmel.

      • Ihr lupenreiner Demokrat wollte Herrn Nawalny doch mafiamäßig beseitigen lassen, so dass jeder weiß, was Sache ist, ohne es ihm direkt anhängen zu können. Das ging nur leider doppelt schief, sein Opfer lebt noch und er steht als Täter fest außer für deutsche Links- und Rechtsradikale. Zur Strafe ist jetzt der Arzt tot, ohne den Herr Nawalny an einer unerklärlichen Stoffwechselkrankheit verstorben wäre.

      • Das sind doch alles Spekulationen und total unglaubwürdig. Mal die Unterhose, mal der Tee an der Bar. Auch die Untersuchungsergebnisse der Ärzte werden den Russen nicht zur Verfügung gestellt. Wieso ist der „gute“ Westen jetzt nicht um sein Leben besorgt? Wieso reicht jetzt kurze Haft, wo es vorher einen Mordbefehl gegeben haben soll? Wieso gab es keine Massnahmen in der Vergangheit gegen Nawalny, obwohl er alle Auflagen immer missachtet hat? Im Guardian hat Nawalny vor kurzem Georgier und Armenier erneut als Kakerlaken bezeichnet und den Schiessbefehl auf Migranten befürwortet. Er ist nach wie vor ein Rassist und Faschist, den der Westen als nützlicher Idiot für einen mit gekauften Demonstranten durchzuführenden Regime-Change einsetzt. Die Stossrichtung ist klar und erschreckend, wenn man das neuerliche Säbelrasseln und die Propaganda der China- und NATO-Marionette Biden ggü. Russland beobachtet.

      • Ihr erster Satz fasst den nachfolgenden Kommentar gut zusammen. Wieso befürworten Sie willkürliche Haft und sogar Mordanschläge gegen Oppositionelle?

  5. Ich befürworte natürlich weder willkürliche Haft oder gar Mordanschläge. Wo soll ich das geschrieben haben? Was ich aber insbesondere nicht befürworte, ist die übergreifende Doppelmoral und extrem einseitige Berichterstattung, der Sie anscheinend auch auf den Leim gegangen sind.

    • Nein, Sie geben hier ungefiltert Putin-Propaganda weiter, ohne auf die Fakten Rücksicht zu nehmen. Warum ermitteln die russischen Behörden denn nicht, wer den Anschlag auf Herrn Nawalny verübt hat? Er selbst hat die Kreml-Schergen aufgespürt und zu einem Geständnis gebracht. Auch das hätte die russische Regierung doch aufklären können, wenn es nicht gestimmt hätte. Das erste Urteil gegen Herrn Nawalny wurde vom Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte aufgehoben und Russland musste ihm eine Entschädigung zahlen. Was ist dann von der Bestrafung zu halten, weil er im Berliner Krankenhaus den Bewährungsauflagen nicht nachkommen konnte? Ganz unabhängig von Herrn Nawlany ist es doch einfach nicht in Ordnung, tausenfach friedliche Demonstranten niederzuknüppeln und einzusperren.

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