Leichte Übersterblichkeit 2020, größere im Dezember

Nun liegen die (vorläufigen) Sterbefallzahlen für ganz 2020 vor (siehe hier und die Pressemitteilung dazu). 982.489 Tote sind doch mehr als in jedem der letzten Vorjahre. 939.520 Tote gab es 2019, 954.874 in 2018, 932.263 in 2017 und 910.899 in 2016. Ein Anstieg zwischen 2,89 Prozent (im Vergleich zu 2018) und 7,86 Prozent (im Vergleich zu 2016) erscheint allerdings nicht übermäßig dramatisch, insbesondere wenn man die demographische Entwicklung bedenkt, die durch zunehmend mehr alte Menschen auch zu mehr Todesfällen führt, wobei sich der Anstieg letztes Jahr auf die Altersgruppen ab 80 Jahren konzentrierte. Noch bis in den Dezember hinein waren 2018 bis zum jeweiligen Datum mehr Menschen gestorben als letztes Jahr. Im Dezember starben jedoch 2020 mit 106.607 Menschen 31,62 Prozent mehr als 2018 mit 80.999 Toten.

Mehr Sterbefälle im Dezember gab es in Deutschland zuletzt 1969, und zwar 109.134 „im Zuge der Hong-Kong-Grippe“. COVID-19 ist mit 39.201 zugeordneten Todesfällen im letzten Jahr, davon über die Hälfte (20.043) allein im Dezember, nämlich doch vergleichbar mit einer schlimmen Grippe-Welle, aber zugleich schlimmer als die leider übliche jährliche Grippewelle, die 2020 allerdings fast ganz ausfiel.

Nicht vergleichbar sind die staatlichen Gegenmaßnahmen bis hin zu monatelangen Lockdowns des ganzen Landes, für die es historisch kein Beispiel gibt. Die etwas höheren Todeszahlen letztes Jahr, die noch im Rahmen der üblichen Schwankungen liegen, können solche massiven Grundrechtsbeschränkungen und auch wirtschaftlichen Schäden jedenfalls nicht rechtfertigen. Die einzige Rechtfertigung könnte sein, dass es sonst vielleicht viel schlimmer gekommen wäre. In anderen Ländern ist es tatsächlich schlimmer gekommen mit einer deutlich höheren Übersterblichkeit. Ein eindeutiger Zusammenhang mit den dort (nicht) getroffenen Maßnahmen besteht jedoch nicht. Auch für Deutschland wird ein solcher Zusammenhang mehr behauptet als nachgewiesen. Insbesondere die Entwicklung der Infektionszahlen zeigt, dass deren starker Anstieg im März sowie Oktober bereits jeweils wieder nachließ, als die Maßnahmen einsetzten, die ohnehin unspezifisch die ganze Bevölkerung betreffen, statt die Risikogruppen insbesondere in den Alten- und Pflegeheimen sowie Krankenhäusern besonders zu schützen.

60 Gedanken zu „Leichte Übersterblichkeit 2020, größere im Dezember

  1. Ich sehe aus den Zahlen nicht, dass COVID-19 mit einer schlimmen Grippewelle vergleichbar ist, zumindest nicht in Deutschland. Tatsächlich ist die Übersterblichkeit höher. Bei der erwähnten Hongkonggrippe etwa gab es in Westdeutschland eine Übersterblichkeit von 40000 von September 1968 bis April 1970, also in anderthalb Jahren. Die 40000 sind in einem kürzeren Zeitraum bereits erreicht.

    Inwiefern man für das Alter der Menschen diskontieren muss, ist fraglich. So starben früher mehr jüngere Menschen, ein klassisches Beispiel sind frühe Tode durch jahrelange Arbeit unter Tage.

    • „‚Aus kollektivem Gedächtnis total gelöscht‘: 50.000 starben in BRD an Pandemie – die Politiker reagierten ganz anders“. Hinzu kommt eine fünfstellige Zahl an Toten in der DDR. Die Fälle konzentrierten sich auf das Winterhalbjahr 1969/70 und im Dezember 1969 starben eben mehr, auch viel jüngere Menschen daran als Dezember 2020 an COVID-19, dem bislang und hoffentlich überhaupt schlimmsten Monat dieser Pandemie in Deutschland.

      Das ist doch gerade der Punkt, dass die allgemeine Lebenserwartung früher geringer war. Vor 50 Jahren wären fast alle, die jetzt an COVID-19 sterben, schon längst tot gewesen. Auch jetzt nimmt die Lebenserwartung zu, doch die Sterbewahrscheinlichkeit in einem Jahr ist in höherem Alter natürlich höher, während der Anteil junger Menschen abnimmt. Deshalb ist ganz unabhängig von jeder Pandemie eine höhere Zahl von Sterbefällen über die Jahre zu erwarten und wird demnächst die Millionengrenze überschritten werden.

      • Was soll daran ein Gegenargument sein? Die wenigsten Todesfälle im wiedervereinigten Deutschland gab es 2004 mit 818.271. Seither gibt es einen ansteigenden Trend mit jährlichen Schwankungen darum. 2020 hat bislang den höchsten Wert, aber auch nicht außerordentlich oberhalb des Trends. Bezogen auf 83,2 Millionen Einwohner letztes Jahr ergeben 982.489 Tote 11,8 Sterbefälle auf 1.000 Einwohner. Das ist der bislang höchste Wert im wiedervereinigten Deutschland (davor waren die Werte z. T. höher), aber eben noch nicht ungewöhnlich. 2017 gab es einen Anstieg um 0,3 Prozentpunkte zum Vorjahr und 2018 um 0,5 Prozentpunkte zu zwei Jahren davor so wie jetzt 2020 vertauscht im Verhältnis zu den beiden Vorjahren.

      • Die Rate ist doch seit den 50ern konstant (wenn man eine globale Ausgleichsgerade verwendet). Von den 70ern bis zu den 90ern gab es es sogar einen fallenden Trend.

      • Wenn Sie die Rate seit den 1905er Jahren für konstant halten, dann hat es 2020 erst recht keine relevante Änderung gegeben. Tatsächlich gab es einen Anstieg im Trend bis in die 1970er Jahre, dann ein Absinken und seit 2004 wieder einen Anstieg, was an den Weltkriegen, der steigenden Lebenserwartung und sonstigen demographischen Entwicklung (weniger Kinder) liegt.

      • Ich hatte bereits ausgeführt, dass ich die momentanen Sterbezahlen zur Beschreibung der Gefährlichkeit nur partiell relevant finde. Es geht um die mögliche Überlastung des Gesundheitssystems und die Langzeitschäden, die in einigen Jahren/Jahrzehnten zu erhöhten Sterbezahlen führen könnten, Stichwort Demenz etc.

      • Die Sterbezahlen für 2020 in Deutschland sind keineswegs dramatisch, höchstens die für Dezember. Doch auch das spricht nicht gerade für sehr dramatische Maßnahmen, die dagegen nicht geholfen haben. Angeblich haben sie Schlimmeres verhindert, aber das ist bestenfalls spekulativ, wie die Betrachtung über die Zeit oder auch mit vergleichbaren Ländern zeigt. Das Gesundheitssystem in Deutschland war zu keinem Zeitpunkt überlastet und die nachfolgende Sterblichkeit dürfte doch eher wieder abnehmen („regression to the mean“).

      • Ich kenne hierzu keine Zahlen, würde aber schon vermuten, dass das Gesundheitssystem seit Längerem an der Grenze zur Überlastung steht. Denken Sie an das Personal in Krankenhäusern, das durch Covidpatienten mehr als üblich gefordert ist. Ich kann mir gut vorstellen, dass einige den Job schlicht quittieren, weil sie es physisch und psychisch nichr mehr aushalten.

        Wenn viele jetzt Genesene Schädigungen im Gehirn erhalten haben und in der Zukunft mit höherer Wahrscheinlichkeit an Demenz sterben, dann gibt es sozusagen eine versetzte Sterblichkeit. Das war auch bei der spanischen Grippe zu beobachten.

      • Die Intensivbetten waren in Deutschland nie vollständig ausgelastet, auch nicht in einzelnen Bundesländern, sondern höchstens in einzelnen Krankenhäusern, wo es ansonsten teilweise Kurzarbeit oder sogar Entlassungen gab, weil viele andere Bereiche nicht mehr normal arbeiten können und dürfen. COVID-Patienten bedeuten eine besondere Belastung, die ganzen Gegenmaßnahmen aber noch viel mehr. Auch diese können zu einer nachfolgend erhöhten Sterblichkeit führen. Global gesehen dürfte diese deutlich größer werden als direkt durch die Pandemie. Absolute Armut und Hunger haben erstmals seit langem wieder deutlich zugenommen, zum Glück nicht in Deutschland.

      • Bitte schreiben Sie explizit, für wen die Gegenmaßnahmen in Deutschland wirklich eine große (!) Belastung bedeuten. Mir fällt da niemand ein.

      • Das hatten wir doch schon diskutiert. Kinder sind Ihnen völlig egal, Zwang mögen Sie mehr als Freiheit und das Geld kommt aus dem Automat bzw. von der EZB. Für Kinder und Jugendliche, bei denen es Untersterblichkeit gibt (sowohl in ganz 2020 als auch im Dezember), sind die Maßnahmen eine massive Belastung mit gravierenden Langzeitfolgen. Für Eltern ist die Belastung jetzt auch viel größer als ohnehin schon. Millionen Arbeitsplätze sind in Gefahr und Hunderttausende selbständige Existenzen werden vernichtet. Die volkswirtschaftlichen Schäden sind 12- bis 13-stellig und die Lebensqualität der meisten Menschen ist stark beeinträchtigt. Das betrifft übrigens auch viele sehr alte Menschen, für die die Pandemie eine reale Gefahr ist, die Gegenmaßnahmen aber auch, die für sie häufig auf Isolationshaft hinauslaufen.

      • Ihre Panikmache ist völlig übertrieben. Nennen Sie mir ein konkretes Kind, das Schäden davon trägt, bitte mit Quellenangabe. Zum wirtschaftlichen Aspekt ist anzumerken, dass es umfangreiche Staatshilfen gibt. Außerdem können gewisse Marktbereinigungen durchaus positive Auswirkungen haben. Insgesamt ist der Nutzen des Lockdowns größer als der Schaden.

      • Sie verbreiten doch die Panik. Ich habe selbst Kinder und halte Ihre Kinderfeindlichkeit für völlig gefühllos und unmoralisch. Neben den psychischen und sozialen Schäden gibt es auch volkswirtschaftliche: „Die Schulausfälle werden Billionen Euro kosten“. Staatshilfen schaffen keine Werte, sondern verteilen nur die realen Schäden um. Finanziell habe ich z. B. keinerlei Probleme, kann mir aber für das Geld vieles gar nicht mehr kaufen. Die Schäden sind gigantisch, während der Nutzen zumindest zweifelhaft ist oder gar nicht existiert (wenn mehr Lebensjahre verloren als bewahrt werden), vor allem relativ zu vernünftigen Maßnahmen statt maßlosen.

      • Das angebliche Leid der Kinder ist aus meiner Sicht völlig aufgebauscht. Denken Sie doch nur an das Leben früher, nicht zuletzt beim Neandertaler, so wie es in Teilen auch heute noch in abgelegenen Gebieten der Fall ist. Wie haben die Menschen denn dort gelebt? Gab es große Schulen und ein tägliches Bespaßungsprogramm für die Kinder, so wie es heute üblich ist? Für mich sind das absolute Luxusprobleme. Wenn Eltern sich nicht mehr um ihre Kinder kümmern und ein vernünftiges Leben nur möglich ist, wenn die Kinder den ganzen Tag über fremdbetreut werden, dann läuft irgendetwas schief.

      • Sie argumentieren immer absurder wie vorher schon mit Ihrer These, die Grundrechte von allen müssten massiv beschränkt werden, damit gegebenenfalls ein Intensivbett für Sie frei sei. Welcher Neandertaler wurde über 80 Jahre alt wie die meisten COVID-Toten heutzutage? Noch im 19. Jahrhundert war die Kindheit meistens kein Spaß, Altsein aber auch nicht, insbesondere wenn jemand keine eigenen Kinder hatte, sondern alles vom Staat erwartete. Der Staat hat die Schulpflicht eingeführt und Erwerbsarbeit von den Müttern erwartet, um jetzt den Menschen immer mehr zuzumuten, ohne seinen eigenen Verpflichtungen nachzukommen, auch beim Schutz der ihm anvertrauten Alten und dem zügigen Impfen nicht. Man könnte vernünftig diskutieren, wie konkret der Schutz vor COVID-19 zu gestalten und gegen die gravierenden Kollateralschäden abzuwägen ist, aber Sie leugnen gegen das unmittelbare Erleben der meisten Menschen, dass es überhaupt Schäden gäbe und etwas abzuwägen sei. Selbst wenn das für Sie persönlich alles ein großer Spaß sein sollte, müssten Sie doch nur die Augen und Ihr Herz öffnen, um das Leid anderer Menschen zu sehen.

      • Mein Herz ist sehr weit, aber es wirkt leider so, dass interessierte Personen Kinder vorschieben, um zu kaschieren, dass sie wenig Interesse an dem Schutz schwacher Bevölkerungsgruppen haben.

        Bringen Sie doch einfach einmal konkrete Argumente oder Beispiele, was das aktuelle Problem für Kinder ist. Sie sprechen anscheinend aus eigener Erfahrung, dann können Sie uns doch sicher im Detail mitteilen, wo das Leid am größten ist.

      • Sie sind offensichtlich völlig entfremdet von Kindern heute und Ihrer eigenen Kindheit. Menschen sind soziale Wesen. Psychisch gesunde Erwachsene können mit sozialer Isolation besser umgehen, zumal uns auch andere Interaktionsformen zur Verfügung stehen (vielleicht schreiben Sie nur wegen der Pandemie hier, statt sich physisch mit Menschen zu treffen). Für Kinder ist das über so lange Zeit schrecklich und sie gehören eindeutig zu den besonders schwachen Bevölkerungsgruppen. Demente Menschen werden übrigens in dieser Hinsicht den Kindern wieder ähnlich und leiden ebenfalls massiv unter Isolierung, die Sie ihnen aufzwingen wollen. Babys und Kleinkindern reichen die Eltern, aber ältere Kinder wie auch Jugendliche brauchen ungefähr Gleichaltrige für ihre soziale Entwicklung (meine Kinder sind wenigstens zu zweit und Ihre Forderung nach totaler Isolierung wurde zum Glück noch nicht umgesetzt). Für die Bildung ihrer Kinder sind die meisten Eltern nicht hinreichend qualifiziert und/oder es fehlt ihnen die Zeit dazu (ich bin da in einer privilegierten Situation, aber es ist trotzdem eine enorme Zusatzbelastung). Sie haben auch noch nicht beantwortet, was Schulschließungen überhaupt bringen sollen gegen tödliche Infektionen in Altersheimen.

      • Ihre persönlichen Attacken schwächen Ihre (ohnehin nicht vorhandenen) Argumente. Jedes Kind kann aktuell völlig legal so oft es will Gleichaltrige sehen, was ist das Problem? Dass Distanzunterricht nicht so funktioniert, wie es wünschenswert wäre, liegt doch vor allem daran, dass die Digitalisierung an den Schulen in den letzten Jahren nicht genug ausgebaut wurde. Schließlich kann ich nur daran appellieren, sich die Auswirkungen von allgemeinen Kontaktreduktionen auf das Gesamtinfektionsniveau mit besonderer Berücksichtigung des Infektionsgeschehens in Altenheimen noch einmal klarzumachen.

      • Sie fordern doch absolute Kontaktverbote und haben offensichtlich keine Ahnung, wie weit das schon umgesetzt wurde. Legal darf sich ein Haushalt nur noch mit einer haushaltsfremden Person treffen, zumindest außerhalb der Privatwohnung, was bereits ein Treffen mit zwei Geschwisterkindern ausschließt. Paradoxerweise gilt das nicht, wenn eine erziehungsberechtigte Person dabei ist, weil dann, aber nur dann, Kinder unter 14 Jahren nicht mitzählen.

        Sie ignorieren auch völlig, dass Kinder, die noch nicht richtig lesen und schreiben können, natürlich auch nicht eigenständig Computer bedienen und sich andere Bildungsinhalte aneignen können. Bis heute ist nicht nachgewiesen, dass Kinder vor der Pubertät überhaupt in relevantem Maße ansteckend sind. Selbst wenn es so wäre, ist der Weg in die Altenheime weit und sollten diese gezielter geschützt werden.

        Im Gegensatz zu Ihnen heuchelt die Kanzlerin wenigstens noch, dass ihr Kinder und Familien nicht egal seien (siehe „Merkel wirbt bei Familien um Geduld in Corona-Krise – ‚Sind noch nicht so weit'“), auch wenn ihre Taten dann das Gegenteil besagen:

        Es sei ein gewaltiger Kraftakt für Eltern, Kita- und Grundschulkinder zu Hause zu betreuen und zu unterrichten, sagte Merkel. „In der Bundesregierung sind wir uns sehr bewusst, wie hart der Alltag für viele Eltern und Kinder zurzeit ist. Das unterschätzt niemand von uns.“ Es sei „bitter“, dass Kinder und Jugendliche derzeit auf vieles verzichten müssten, was in dieser Lebensphase sonst so wichtig sei und Freude mache: Freunde treffen, Hobbys nachgehen, feiern oder einfach nur unbeschwert in den Tag hineinleben.

        Vielleicht sollten Sie einmal auf Ärzte hören, wenn Sie schon keine eigenen Erfahrungen haben und mir nicht glauben (wobei gar nicht vorhandene Argumente nicht weiter geschwächt werden könnten, aber Logik eingestandenermaßen auch nicht zu Ihren Stärken gehört):

        Die Kassenärzte warnten vor den Folgen des wochenlangen Corona-Lockdowns für Kinder und forderten, die Schulen so rasch wie möglich wieder zu öffnen. „Schon jetzt berichten Kinderärzte und Jugendtherapeuten über eine massive Zunahme von Kindern, die verhaltensauffällig sind“, sagte der Chef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, der „Rheinischen Post“ (Samstag). „Kein Wunder, wenn sie über Wochen keine anderen Kinder zum Spielen und keine strukturierten Tage mehr haben.“

      • Es geht um Isolation, die Sie anprangern. Dieser Vorwurf ist nicht von den Fakten gedeckt, weil, wie Sie richtig schreiben, zumindest Zweiertreffen legal möglich sind. Privat dürften sich auch deutlich größere Runden treffen, weil Privatwohnungen de facto nicht kontrolliert werden.

        Bei der Computerbedienung brauchen Kinder sicherlich Unterstützung, aber das ist doch wohl für einige Wochen zu schaffen.

        Die Ansteckung durch Kinder ist bei anderen Viruserkrankungen absolut üblich. Warum sollte es gerade bei Corona anders sein?

        Zum Thema verhaltensauffällige Kinder: Da würde mich sehr der Zusammenhang zum Echauffierungsgrad der Eltern interessieren. Sie persönlich lassen Ihre Wut vermutlich nur virtuell heraus, aber vielleicht ziehen andere Eltern ihre Kinder da mit hinein?

      • Sie können doch nicht ernsthaft Kontaktverbote damit rechtfertigen, dass man noch beliebig Kontakte haben dürfe. Erstens stimmt das nicht, schon gar nicht für kleine Kinder, die sich nicht nach Belieben allein bewegen können. Zweitens ist das doch gerade keine Rechtfertigung für Kontaktverbote. Wozu sollen diese denn überhaupt dienen, wenn sie gar nicht wirklich gelten? Sie haben doch auch noch weitere Verschärfungen gefordert. Wie würde Sie diese dann rechtfertigen?

        SARS-CoV-2 ist doch offensichtlich anders als andere Viren. Die schlimmen Erkrankungen und vor allem Todesfälle konzentrieren sich bei sehr alten und/oder vorerkrankten Menschen. Kinder sind fast gar nicht betroffen und bei ihnen gab es dieses Jahr Untersterblichkeit. Selbst wenn symptomlos infizierte Kinder grundsätzlich infektiös sein sollten, ist es doch naheliegend, dass man ohne Husten, Schnupfen etc. weniger Viren verbreitet als mit. Wenn Sie trotzdem panische Angst vor Kindern haben, können Sie diese doch einfach meiden, statt diesen ihre Kindheit zu nehmen.

        Vernünftige Politik würde nicht einfach irgendwelche Maßnahmen anordnen, ohne auf die absehbaren Folgen zu achten. Dass es z. B. mehr häusliche Gewalt gibt, wenn man Schulen schließt und die Leute zu Hause bleiben und dort gleichzeitig arbeiten und sich um ihre Kinder kümmern sollen, ist nicht schön und ich möchte das nicht entschuldigen, aber es ist doch auch nicht völlig überraschend und müsste bei den Maßnahmen berücksichtigt werden. Für viele Familien (und erst recht Singles, wenn sie einmal im Jahr ihre Verwandten besuchen sollen) sind doch schon die Weihnachtsfeiertage zu eng und zu viel. Der zweite Lockdown läuft jetzt schon seit Anfang November und die Schulschließungen seit Mitte Dezember ohne absehbares Ende.

      • De facto sind es Empfehlungen, sich mit möglichst wenigen Menschen zu treffen. Es ist gut, wenn sie möglichst umfangreich befolgt werden. Wer unbedingt andere Menschen physisch sehen muss, der soll es halt machen. In anderen Ländern gibt es so genannte Kuschelfreunde, d.h., Singles können bilaterale Symbiosen im Hinblick auf physische Treffen schließen. Ein durchaus elegantes Prinzip.

        Das neue Coronavirus ist insbesondere ein Coronavirus und damit von der Struktur her nicht anders als bekannte Erkältungsviren. Das ist ja auch der Grund, weshalb es so schnell gelang, Impfstoffe dagegen zu entwickeln.

      • Sie verbreiten dauernd Fake News. Es sind keine Empfehlungen, wogegen aus liberaler Sicht nichts zu sagen wäre, sondern Verordnungen, die mit Polizeigewalt, hohen Bußgeldern und schlimmstenfalls Gefängnis sowie Kindesentzug durchgesetzt werden können.

        Gegen Coronaviren gab es bislang keinen Impfstoff und die anderen bei Menschen verbreiteten sind relativ harmlos, aber noch viel ansteckender. Vielleicht war das beim Erstkontakt mit den Menschen anders, aber das ist nicht überliefert und Lockdowns gab es deswegen sicher nicht.

      • Sie sollten nicht von eigenen Fake News ablenken. Wenn öffentlich erklärt wird, dass Privatwohnungen im Hinblick auf persönliche Treffen nicht kontrolliert werden, handelt es sich bei diesen Regeln „de facto“ um Empfehlungen. Zudem gibt es für Coronaviren Impfstoffe, etwa für SARS. Sie wurden nur nicht zur Marktreife gebracht, weil die Pandemie bereits vorher zu Ende war.

      • Wie ich entgegen Ihrer neuen Falschbehauptung explizit schrieb, sind Treffen (im Gegensatz zu Partys) in Privatwohnungen von den Kontaktbeschränkungen ausgenommen, zumindest in NRW. Es handelt sich in dem Fall als tatsächlich um eine Empfehlung, nicht nur einen Verzicht auf Kontrollen.

        Relevant sind natürlich zugelassene und in der Praxis getestete Impfstoffe. mRNA-Impfstoffe kamen vorher noch nie zum Einsatz, was ein zusätzliches Risiko darstellt.

  2. Aus China kommen immer wieder gefährliche Epidemien (Hongkong-Grippe, SARS, Vogelgrippe, Corona), egal ob nun absichtlich, aus Unvorsichtigkeit oder weil Chinesen so ekliges Zeug essen.

    Aus China kommen minderwertige Produkte, die nicht lange halten, produziert unter chaotischen Umweltbedingungen, auch mit Zwangs- und Kinderarbeit. China wird von einem kommunistischen Regime beherrscht, das aggressiv nach weltweitem Einfluss strebt und seine Nachbarn bedroht.

    Aus China kommt NICHTS Gutes! Die westliche Welt sollte China isolieren, Produkte von dort mit hohen Zöllen belegen und Russland als Verbündeten gegen China gewinnen.

    • Handel mit China ist in Ordnung, insbesondere wenn man auf Qualitäts- und Sicherheitsstandards besteht und auch Zwangsarbeit ausschließt. Deutschland exportiert seinerseits viel nach China. Die Unternehmensaufkäufe sind hingegen völlig asymmetrisch und sollten genauer betrachtet werden. Gegen rein kommerzielle Geschäfte spricht nichts, was bei staatlichen Aufkäufen in sensiblen Branchen anders ist. Ein Bündnis mit Russland wäre gut, aber dazu sind auch dort Reformen nötig.

  3. Das ist die Crux, wir können Regierung mit Medien ARD / ZDF – gestern fast Sondersendungen mit Balkengrafiken – nicht Gegenteil bzgl. „Übersterblichkeit“ nachweisen.

    Demografischer Faktor wäre so eine Möglichkeit der immer wieder von der Regierung dahingehend instrumentalisiert wird dass Deutschland dringend Einwanderung benötigt , vs. „Übersterblichkeit „.

    Als gäbe es seit Jahren vorhandene, praktizierte Effizienzsteigerung, Rationalisierung, 4.0 Faktoren, Home – Office etc., Abwanderung von Tätigkeiten in Billiglohnländer etc. in Deutschland gar nicht.

    Vorstandsmitglied der Bertelsmann – Stiftung – Namen habe ich vergessen – publizierte dieser Tage “ ……gerade in der Pandemie – Zeit brauchen wir Einwanderung auch mit Geringqualifizierten“ .

    Ich fass mich an Kopf, diese Qualifizierung für Hilfskräfte in Wirtschaft, Handel, Industrie, Handwerk ist doch aktuell treibende Kraft der Arbeitslosen – Statistik und wird es auch in Zukunft bleiben.

    Aufforderung in die Arbeitslosigkeit mittels Einwanderung, was kommt demnächst von den „Intelligenz -Centern “ noch ?

    • Aus Deutschland wandern viel mehr Qualifizierte aus als nach hier ein. Gering- und Unqualifizierte sind volkswirtschaftlich ein Zuschussgeschäft, insbesondere da ihre Integration und Qualifizierung meistens nur schlecht oder gar nicht gelingt. Aus humanitären Gründen mag diese Zuwanderung manchmal geboten sein, aber das ist keine gute Wirtschafts- oder Sozialpolitik.

  4. In der Tat bezogen auf Deutschland und das Gesamtjahr 2020 keine Zahl, die den Rahmen sprengt. Ohne Corona hätte man etwa 960 bis 970.000 Todesfälle erwartet, so sind es nun 1-2% mehr geworden. – Bei regional und zeitlich differenzierter Betrachtung wird man natürlich immer „Über- und Untersterblichkeit“ feststellen. So dürfte es in bestimmten Monaten in Sachsen und Bayern Übersterblichkeit gegeben haben, in manchen Teilen Norddeutschlands zeitweise eher Untersterblichkeit.
    Im Ausland wird man noch stärker ausgeprägte Cluster finden, so etwa in Bergamo im März oder aktuell z.B. in Portugal.

    • Die jeweils aktuelle Sterblichkeit wird ja keineswegs nur von Corona beeinflusst. Ich wundere mich schon seit Beginn der Corona-Gegenmaßnahmen, dass so wenig auf deren mittelbare Auswirkungen auf die Sterblichkeit geachtet wird (z.B. durch Suizide und nicht durchgeführte Notoperationen oder lebensrettende Maßnahmen aus Angst vor einer Ansteckung).

      Auch interessant:
      https://reitschuster.de/post/wie-die-tagesschau-mit-uebersterblichkeit-trickst/

      • Praktisch nichts davon hat mit den angeblich so schlimmen Maßnahmen zu tun, Herr Meister. Wer z.B. aus Angst vor Ansteckung nicht zum Arzt geht, der würde das noch viel weniger tun, wenn die Infektionszahlen noch höher wären. Suizide wären vielleicht denkbar, wenn der geliebte Ehemann durch Corona stirbt und die Ehefrau weiß, dass sie ihn angesteckt hat. Auch die Wahrscheinlichkeit davon wäre reduziert, wenn die Infektionszahlen niedrig wären. Es bleibt also dabei, dass es Kernaufgabe des Staates sein sollte, die Zahlen möglichst niedrig zu halten.

      • Warum glauben Sie eigentlich wider alle Erfahrung, dass staatlicher Zwang in dieser Pandemie mehr nutzt als schadet? Insgesamt ist das ziemlich sicher nicht so, aber selbst allein auf die Ansteckungen bezogen könnte durch ein kooperatives Miteinander doch eine stärkere Reduktion erreicht werden als durch einfallslose politische Willkür, insbesondere auf längere Sicht. Warum hat z. B. Herr Söder zwar die lauteste Rhetorik, aber die schlechtesten Werte in Bayern zu verantworten, und zwar die ganze Zeit?

      • @Sebastian Kunze
        „Es bleibt also dabei, dass es Kernaufgabe des Staates sein sollte, die Zahlen möglichst niedrig zu halten.“

        Der Staat kann dazu doch gar keinen aktiven Beitrag leisten. Entscheidend ist alleine das Verhalten der einzelnen Menschen. Hier kann der Staat bestenfalls vernünftige Empfehlungen aussprechen. Verantwortungsbewusst handeln muss letztlich jeder selbst. Gerade die vielen Erlasse und Verordnungen der zurückliegenden 10,5 Monate verwirren die Bürger aber vollends und sie schaden doch insgesamt auch erheblich mehr als sie nutzen. Ich sehe hier vor allem staatliches Maximalversagen und nicht auf diesem blinden staatlichen Aktivismus basierende Erfolge.

      • Bitte schreiben Sie, an welcher Stelle ich von „staatlichem Zwang“ geschrieben habe.

      • Sie verteidigen die „angeblich so schlimmen Maßnahmen“, die Sie als „Kernaufgabe des Staates“ ansehen. Dabei handelt es sich um staatliche Zwangsmaßnahmen, auch wenn Sie diese nicht so nennen wollen oder das sogar leugnen.

      • Ist es für Sie auch staatlicher Zwang, dass Sie legal keinen Menschen umbringen dürfen bzw. dafür ins Gefängnis gehen würden?

      • Das ist natürlich auch staatlicher Zwang, der allerdings berechtigt ist. Nun halten Sie es ebenfalls für berechtigt, wegen einer Infektionskrankheit ohne Übersterblichkeit das ganze Land in ein Gefängnis zu verwandeln, aber ich halte das für völlig unverhältnismäßig und sogar kontraproduktiv. Im Gefängnis stecken sich wie auch in der Isolation der Altenheime mehr Menschen an als in Freiheit. Freiere Länder bekommen das auch mit dem Impfen viel besser hin, während die Inkompetenz unserer Politiker nicht dafür spricht, ihnen noch mehr Macht einzuräumen.

      • Gut impfen tun etwa Israel oder UK und dort gibt es noch strengere Maßnahmen als in Deutschland.

      • Dort hat man auch nicht alles richtig gemacht (erst zu sorglos, dann pauschal draufgehauen), aber im Impfen ist man viel besser wie eigentlich überall (zumindest in wohlhabenden Ländern). Wenn Ihnen selbst das nicht zu denken gibt, was dann?

      • Dass das Impfen nicht gut klappt, ist offensichtlich. Ich dachte ja erst, dass es ein globales Nullsummenspiel sei, denke mittlerweile aber auch, dass höhere Geldsummen der EU zu einem schnelleren Ausbau der Produktionskapazitäten geführt hätten. Ich verstehe nicht, warum die EU hier so sparsam war. Insbesondere Frau von der Leyen gibt ein schlechtes Bild ab.

      • Ganz kurzfristig mag es tatsächlich ein Nullsummenspiel sein, weshalb sich die Briten auch nicht ihren vorher vereinbarten Impfstoff wegnehmen lassen. Es gibt in diesem Moment eine bestimmte Menge an Impfdosen, die sich bis morgen auch nicht beliebig steigern lässt. Wir reden hier jedoch von etlichen Monaten, in denen die Kapazitäten durchaus angepasst werden können. Die EU hat die Verträge zu spät geschlossen, zu schlecht und zu knauserig. Frau von der Leyen war schon immer mies im Beschaffen, aber die ganze EU war darauf schlecht vorbereitet. Das hätten die nationalen Regierungen verhandeln müssen, was doch durchaus kooperativ hätte geschehen können und nicht als Kampf gegeneinander, der gerade jetzt droht.

      • Deutschland wird von einem Kakistokratenstadl regiert, der nicht einmal fähig ist, darauf zu achten, dass Verträge, bei denen es um sehr hohe dreistellige Millionenbeträge und möglicherweise um tausende Menschenleben geht, so ausformuliert werden, dass klar ist, was gemeint ist. Solche Dilettanten würden in jedem auch nur halbwegs seriösen Unternehmen umgehend freigestellt.

      • Das Schlimme ist, dass die Inkompetenz nicht nur gelegentlich vorkommt und im Laufe der Zeit abgebaut wird, sondern bei der politischen Karriere förderlich ist. Fähigere Entscheidungsträger würden ihre eigenen Fehler einsehen und dann Verantwortung übernehmen, womit sie Platz machen für die, denen das alles egal ist oder die es nicht einmal merken, sondern selbst glauben, jetzt z. B. das Impfen ganz prima zu organisieren.

      • Wichtig ist, dass jetzt nicht irgendwelche knallharte sozialistische Maßnahmen herausgeholt werden und z.B. Firmen auf Produktionen verpflichtet werden. Man sollte immer bedenken, dass es aktuell ohne die Pharmakonzerne im Wesentlichen überhaupt keine Impfstoffe gäbe.

        Eine andere Frage ist, wie man damit umgeht, wenn massenhaft Impfstoffe verwendet werden, die nur 60% o.ä. Schutz bieten. Das Virus wird sich dadurch nicht ausrotten lassen, insbesondere wenn die Impfbereitschaft nur moderat hoch ist.

      • Dass die Impfbereitschaft „moderat hoch“ ist, kann man den Menschen doch nicht verdenken. Niemand weiß, welche Nachwirkungen diese Impfstoffe haben werden.

      • Frau Merkel sprach davon, dass bis zum 21. September allen Menschen in Deutschland ein Impfangebot gemacht werden würde. Ich bezweifle sehr, dass bis dahin einer der Impfstoffe zumindest auf die übliche Weise für Kinder zugelassen sein wird. Zählen Kinder für die Kanzlerin nicht als Menschen, weil sie kein Wahlrecht haben, und sollen die Schule dann wieder monatelang ausfallen?

      • Kinder hat die kinderlose „Mutti“ aller Deutschen eben nicht auf dem Schirm. Das ist aber nichts Neues in Deutschland. Kinder werden vom asozialen „Sozialstaat“ in erster Linie als künftige Beitragszahler für das marode Rentensystem betrachtet. Ihr Lebenszweck ist in den Augen der Umverteilungssozialisten die Aufrechterhaltung der Umverteilung.

      • Ist der von Ihnen befürwortete Lockdown nicht auch eine sozialistische Maßnahme? Es wird Mangel geschaffen und dann verwaltet, z. B. mit Bezugsscheinen für Masken. Den einen soll die Produktion vorgeschrieben werden, den anderen wird sie ganz verboten.

        Niemand weiß, wie hoch die Effektivität der Impfstoffe ist, insbesondere für Ältere, an denen sie kaum getestet wurden (bei AstraZeneca gab es je einen positiv Getesteten mit Impfstoff und in der Kontrollgruppe über 65 Jahre, woraus dann absurd hochgerechnet wurde), oder für Kinder, bei denen sie noch gar nicht getestet wurden.

      • Die Einschränkung der Geschäftstätigkeit ist womöglich tatsächlich sozialistisch und hier bin ich auch skeptischer als etwa beim Umstellen des Schulunterrichtes auf Distanzlernen. Ich sehe nicht, wie man sich im Baumarkt anstecken kann. Schlecht belüftete Restaurants sind wieder etwas anderes; man müsste aber vielleicht im Winter Lösungen, bei denen man mit Abstand draußen bei Heizstrahlern sitzt o.ä., nicht untersagen.

        Nach wie vor denke ich, dass wir uns darüber freuen sollten, dass die Infektionszahlen in den letzten Wochen deutlich gesunken sind.

      • Die Industrie wird momentan kaum eingeschränkt in Deutschland, obgleich Sie das gefordert haben. Die Geschäftstätigkeit von vielen Dienstleistern wird hingegen massiv eingeschränkt oder pauschal ganz verboten, ohne auf die konkreten Hygienekonzepte und die Ansteckungsrisiken der Alternativen zu achten. Entsprechend ist auch kein kausaler Zusammenhang mit den nun wieder sinkenden Zahlen positiv Getesteter nachweisbar.

  5. Bei der leichten Übersterblichkeit von 1% oder etwas darüber ist außerdem zu berücksichtigen, dass allein aufgrund des Schaltjahres 2020 rd. 0,3 Prozentpunkte mehr Todesfälle zu erwarten waren
    Vor allem müssen wir die enorme Alterung der Bevölkerung im Auge behalten: Letztes Jahr gab es 5,9 Mio. Menschen Ü80 in Deutschland, vier Jahre zuvor nur 4,9 Mio. Vor vielen Jahrzehnten waren es noch sehr viel weniger, die diese Risiko-Altersgruppe überhaupt erreichten.
    Weitere Details und Analysen siehe https://www.achgut.com/artikel/statistil_bilanz_2020_pandemie_ohne_uebersterblichkeit .

  6. Nachdem nun auch die Sterbezahlen für 2021 vollständig vorliegen, hier ein regierungsunabhängiges Update zur Übersterblichkeit durch Corona in Deutschland:

    Beginn der Pandemie: Januar 2020 (erste Fälle bei Webasto)
    Einwohnerzahl: 83,1 Mio. (2021)
    Quelle: Statistisches Bundesamt (https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bevoelkerung/Bevoelkerungsstand/_inhalt.html)

    Corona-Infizierte am Morgen des 01.01.2022:
    7.176.814 (= 8,6% der Bevölkerung) Quelle: t-online / RKI (Stand 01.01.2022)
    An oder mit Corona verstorben vom 01.01.2020 inkl. 31.12.2021 (01.01.2022):
    Todesfälle 2020 (Jan. – Dez.): 985.572
    + Todesfälle 2021 (Jan. – Dez.): 1.015.233
    = Todesfälle 01.01.2020 – 31.12.2021: 2.000.805
    Quellen: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1118856/umfrage/monatliche-sterbefaelle-in-deutschland/ und t-online / RKI (Stand 01.01.2022)

    >>> Corona-Infizierte bis 31.12.2021: 7.176.814 (= 8,6 % der Bevölkerung)
    An oder mit Corona verstorben vom 01.01.2020 bis 31.12.2021: 112.109
    Von den mit Corona Infizierten sind im Zeitraum vom 01.01.2020 bis 31.12.2021 also 1,56% verstorben.
    Von der Gesamtbevölkerung (83,1 Mio. EW) sind im vergleichbaren Zeitraum etwa 2,41% (2.000.805, siehe oben) verstorben.

    Aus dem gesamten Pandemiezeitraum (beginnend mit 01.01.2020) bisher bekannt:
    An oder mit Corona Verstorbene von Gesamtzahl der Todesfälle im Zeitraum vom 01.01.2020 bis 31.12.2021: ca. 5,64%. (bei 8,6 % Corona-Infizierten bis 31.12.2021)
    Der Anteil der im Zeitraum vom 01.01.2020 bis 31.12.2021 an oder mit Corona Gestorbenen, also den offiziell (ohne Dunkelziffer) positiv Getesteten unter den Verstorbenen, liegt bezogen auf die positiv Getesteten etwa 34,4% unter der Quote positiv Getesteter in der Gesamtbevölkerung.

    Die Sterblichkeit mit Corona infizierter Personen liegt mithin mehr als ein Drittel unter der Sterblichkeit aller Einwohner der Bundesrepublik Deutschland.

    Dass es 2021 insgesamt mehr Tote als im Vorjahr gab, liegt also wohl an anderen Faktoren, wie z.B. der Altersstruktur der Bevölkerung, und nicht an SARS-Cov2.

    • Den Denkfehler hatten wir doch schon diskutiert. Die Sterblichkeit an Corona kommt zur sonstigen Sterblichkeit hinzu und ersetzt sie nicht. Richtig ist also, dass man in der Zeit eher an etwas anderem als an Corona sterben konnte, Corona aber die Sterblichkeit insgesamt erhöhte.

      • Die echten Coronatoten kommen zur normalen Sterblichkeit dazu. Doch niemand weiß genau, wie viele Menschen tatsächlich an Corona und nicht an einer anderen Todesursache, aber eben „mit“ Corona gestorben sind. Zudem führen die Corona-Maßnahmen wahrscheinlich zu weniger Grippetoten und Verkehrstoten, aber eben beispielsweise auch zu mehr Suiziden.

      • Zumindest in der Saison 2019/20 fielen zuerst die Grippetoten aus, dann kam COVID-19 und forderte auch deswegen zusätzliche Todesopfer, während die staatlichen Maßnahmen erst kamen, als die Coronawelle schon wieder verebbte. Wie viele Grippetote es 2020/21 und jetzt 2021/22 gegeben hätte ohne COVID-19 und ohne Maßnahmen, weiß niemand.

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