Strengerer Lockdown geplant statt gezielte Maßnahmen

Heute wurde ein „Neuer Höchststand von 590 Corona-Todesfällen binnen 24 Stunden“ gemeldet. Die Gesamtzahl der Toten mit positivem Corona-Test wird heute 20.000 überschreiten, was bedauerlich ist. Allerdings sterben in Deutschland jedes Jahr über 900.000 Menschen und sind zumindest bislang die Todeszahlen von 2018 höher gewesen als 2020 (2019 allerdings etwas niedriger). Trotzdem konzentriert sich die Politik auf Maßnahmen gegen Corona und nicht gegen andere Todesursachen. Dazu wurde gerade erst der ‚Lockdown mangels Wirkung verlängert‘, nun soll er nochmals deutlich verschärft werden. Unterschiedliche veröffentlichte Meinungen gibt es eigentlich nur zum Termin der Verschärfungen. Sachsen fängt schon nächsten Montag damit an, andere wollen zu Weihnachten die Maßnahmen verschärfen statt lockern, wie es bislang verkündet worden war, während die meisten wohl Verschärfungen direkt nach den Weihnachtsfeiertagen planen, wenn Schulen, Kitas und viele Betriebe ohnehin geschlossen sind.

Allerdings sollen die Schließungen bis mindestens zum 10. Januar andauern, vielleicht aber auch länger, wenn sie nicht hinreichend wirken, statt die mangelnde Wirkung zum Anlass zu nehmen, um die Maßnahmen grundsätzlich zu überdenken. Politik und Medien unterliegen der Kontrollillusion, mit dem Verkünden von Einschränkungen für die Bürger das Virus wirksam bekämpfen zu können. So seien die Fallzahlen nur gestiegen, weil zu viele Leute die milderen Regeln zuvor nicht eingehalten hätten. Dabei war gar kein vermehrter Regelbruch zu beobachten, sondern es ist einfach jahreszeitlich bedingt kälter geworden. Die Politik will außerdem die menschlichen Kontakte pauschal reduzieren, als wenn diese alle mit dem gleichen Ansteckungsrisiko verbunden wären. Richtig wäre es, sich auf die Reduktion der Ansteckungsrisiken für besonders gefährdete Personen zu konzentrieren, z. B. in Alten- und Pflegeheimen. Gezielte Kontrollen könnten auch Regelverletzungen eher unterbinden, die ebenfalls nicht von allen Menschen mit der gleichen Wahrscheinlichkeit begangen werden. Außerdem könnten die Politiker stärker auf technische Hilfsmittel wie bessere Masken und Raumlüfter setzen. Aber dafür müssten sie selbst aktiv werden und nicht nur auf ihre Bürger schimpfen, von denen sich anteilig viel weniger angesteckt haben als von den Politikern mit dem Bundesgesundheitsminister vorneweg.

36 Gedanken zu „Strengerer Lockdown geplant statt gezielte Maßnahmen

  1. Nach dem Lockdown und Corona kommt eventuell die Inflation. Und wenn sie irgendwann danach kommen sollte, wird sie praktisch unaufhaltbar sein. Mich würde einmal Ihre Meinung, Herr Prof. Dilger, zu dieser Ansicht von Prof. Werner Sinn interessieren. Was mir ganz unabhängig von den Einzelheiten sofort aufgefallen ist, ist, daß er sich in einem Schweizer Medium offener ausdrückt, als er es in einem bundesdeutschen wohl gewagt hätte.

    https://www.nzz.ch/finanzen/hans-werner-sinn-im-interview-ueber-corona-inflation-und-den-euro-ld.1589720

    • Als Aktionär oder Immobilieneigentümer muss einen die Inflation nicht so sehr interessieren. Bargeld sollte man vielleicht nicht sehr horten.

    • Inflation wird kommen und ist ja ausdrücklich von der EZB gewünscht, um die Staatsschulden des Club Med wegzuinflationieren.

      Interessant ist nur die Frage, wie man sich jetzt darauf vorbereitet. Immobilien, Aktien und auch Gold haben ein sehr hohes Preisniveau. Ich würde gerne US-Dollars in bar kaufen, befürchte aber, dass mich da die Inflation ebenso erwischt. Gibt es Alternativen?

      • Eine langfristig fremdkapitalfinanzierte Immobilie ist aktuell das beste Investment, was man nur machen kann, insofern die Einkommen für die kommenden Jahre halbwegs sicher sind. Zumindest in einem inflationären Szenaro mit langen Zinsbindungen und geringen Tilgungen.

      • Die EZB strebt eine Inflation von knapp zwei Prozent an, was nicht schlimm wäre und was sie bislang nicht schafft, da ihre Maßnahmen dafür nicht wirklich tauglich sind (hier drängt sich ein Vergleich mit den Corona-Maßnahmen auf). Eine viel höhere Inflation ist möglich, aber aus meiner Sicht nicht das wahrscheinlichste Szenario für die kommenden Jahre. Uns drohen doch eher japanische Verhältnisse mit dauerhaft sehr niedriger Inflation oder sogar etwas Deflation, Negativzinsen und schwachem Wirtschaftswachstum oder sogar Schrumpfung.

        Wenn Sie an hohe Inflation glauben, wären die Preise für Vermögensgüter doch gar nicht hoch, sondern hätten das nur schon vorweggenommen. Der eigentliche Grund für die hohen Preise der Vermögensgüter sind jedoch die niedrigen Zinsen. Die relevante Gefahr wäre hier also ein Zinsanstieg. Der Dollar ist nicht grundsätzlich stärker als der Euro, was den Wechselkurs angeht. Ihm droht nur nicht das Zerbrechen, was zu einer starken Entwertung führen könnte, aber nicht muss.

      • Wir sind uns einig, dass eine Inflation vermutlich Wachstum benötigt. Ich gehe durchaus davon aus, dass es zu strukturellen Veränderungen kommen wird, die das Wettbewerbsumfeld beeinträchtigen. Trotz Staatshilfen werden kleinere Unternehmen Pleite gehen insb. in den betroffenen Branchen. Bei Großunternehmen wird es staatlich gestützte Fusionen geben. Insgesamt wird der Wettbewerb dadurch nachlassen. Zusätzlich werden enorme Summen in den Aufbau/Umbau der Infrastruktur gepumpt, weshalb hier durchaus kreditfinanziertes Wachstum erkennbar ist.

        Gem. gewissen Stimmen kommt zusätzlich ein demographischer Faktor ins Spiel. Die Boomer werden in Rente gehen und anfangen, ihre Vermögen zu konsumieren. Diesen Gedanken bin ich noch nicht nachgegangen, sie klingen jedoch für sich genommen auf den ersten Blick plausibel.

    • Ich kann den Artikel nicht lesen, aber kenne Sinns Ansichten grundsätzlich und teile diese.

      Die unvorstellbaren Geldmengen sind im System und werden die kommenden Jahre noch weiter anziehen. Man wird sie nicht aus dem System bekommen und die Geldflut früher oder später von den Vermögenswerten auch auf die Konsumgüter überschwappen. Dies wird der Fall sein, sobald die Flaute vorüber ist und die Wirtschaft spürbar anzieht. Eine genaue Prognose ist da schwierig, aber es könnte schon 2022 so weit sein. Schon jetzt merkt man erste Anzeichen dafür. Die Containerpreise steigen, die Frachtkapazitäten werden knapp und die ersten Preise, etwa für Laptops, steigen.

      Selbst habe ich meine Cashquote bereits reduziert und werde sie weiter reduzieren. Aktien sind mittel- und langfristig nicht teuer, sie sind völlig. Einzelne Hypes ausgenommen.

  2. Lächerlich ist doch vor allem, dass sich Markus Söder permanent breitbeinig in die Kameras stellt und die anderen Bundesländer anfleht, seinem Kurs zu folgen, aber selber eine schlechte Bilanz vorzuweisen hat. Schuld sind dann immer die Grenzgänger aus Österreich oder Tschechien. In Schleswig-Holstein waren die Zahlen noch nie besonders schlecht und dieses Bundesland trägt brav die bundesweiten Maßnahmen mit, ohne großartig darüber zu reden. Und Söder ist der, den die Bundesbürger am ehesten als künftigen Bundeskanzler wollen.

    • Ja, Herr Söder ist der größte Heuchler. Er macht als Ministerpräsident einfach einen schlechten Job und versucht das auf seine Kollegen und die normalen Bürger zu schieben. Wirklich bedenklich ist jedoch, dass er damit zumindest bislang durchkommt und gerade dadurch besonders populär geworden ist. In der Politik zählen eben leider reine Worte häufig doch mehr als Taten und Sprüche mehr als gute Argumente.

    • Für mich ist Söder kein Gewinnertyp. Er mußte sich nur einer wichtigen Wahl in seinem Politikerleben stellen, der letzten Landtagswahl in Bayern, und da hat er prompt das zweitschlechteste Ergebnis der CSU überhaupt eingefahren.

      Und selbst wenn er mit VS und schmutzigen Tricks die AfD kleinhalten sollte, sorgt seine sich an den Zeitgeist anbiedernde Politik dafür, daß er am anderen Ende Wähler an die Grünen verlieren wird.

      Vor Söder muß keiner Angst haben, außer die CSU.

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  4. Der Eingangstext von Herr Professor Dilger hat mir nicht gefallen. Seine Argumentationen und Ansichten haben sich nicht geändert, Aus dem Text erkennt sich die gleiche Konzeptlosigkeit, wie sie auf politischer Ebene vorgegeben wird. Ich habe hier auch viel über Corona geschrieben, will es aber heute bei fünf Worten belassen: „Eine Pandemie kennt keine Kompromisse“.

    • Es wird von mir auf keinen Fall „die gleiche Konzeptionslosigkeit“ vertreten wie von unseren Politikern, da ich doch auf ganz andere Maßnahmen setzen würde und vor allem an das Verhältnismäßigkeitsprinzip erinnere, welches in Ihren fünf Worten völlig fehlt. Ein Virus macht keine Kompromisse, aber im Umgang damit gibt es sehr viele Möglichkeiten und die härteste Maßnahme (Ausrotten der ganzen Menschheit?) muss keineswegs die beste sein.

      • In meinen 5 Worten fehlt das Verhältnismäßigkeitsprinzip, das haben sie gesagt, und das stimmt auch. Aber genau das ist es, was ich ausdrücken wollte. Von Anfang an habe ich den wirtschaftlichen Einbrüchen eine untergeordnete Rolle zugeteilt. Die Amerikaner haben Corona auch nicht sehr ernst genommen, das hat sie bislang 300.000 Menschenleben gekostet.
        Ein vollständiger Lockdown, ernster als wir ihn im Frühjahr hatten, das müssen wir jetzt machen, damit die Toten auf Null kommen. Mit der gleichzeitigen Impfung sind die Chancen groß.
        Wir kennen doch die Auswirkungen des Virus, wenn es kalt wird. Dem Virus ist es völlig gleichgültig, ob es warm oder kalt ist. Bei Kälte bleiben wir zu Hause, lüften nicht, stecken enger zusammen. Der Staat geht dann noch hin und ordnet Ausgangssperren an. Wir müssen erkennen, dass wir die Schuld daran haben, dass die Todeszahlen so hoch sind, wie nie.
        Es gibt auch gute Dinge. Ab 15. Dezember bekommen ältere Menschen in den Apotheken 3 FFp2 Masken umsonst. Des weiteren bekommen sie automatisch von ihren Krankenkassen Coupons für weitere kostenlose Masken. Das kostet den Staat wieder 1 Milliarde Euro, gut angelegtes Geld. Dass jetzt irgendwelche Abstriche über Weihnachten gemacht werden sollen, ist falsch. Des weiteren muss den Geschäften verboten werden, Feuerwehrskörper zu verkaufen. Wenn die Pandemie zu Ende ist, kann unser Staat eine Nacht ausrufen, wo alle Feuerwerkskörper gezündet werden für alle, die es überlebt haben.

      • Herr Krebs, Sie erwähnen ja gerade ein Beispiel für eine Regel des Staates (Ausgangssperren), die kontraproduktiv ist. Reiner Aktionismus bringt teilweise mehr Schaden als Nutzen. Die Anwesenheitspflicht in Schulen würde ich abschaffen, ansonsten sehe ich nicht mehr allzu viele sinnvolle Eingriffsmöglichkeiten des Staates. Bei einer solchen Pandemie ist vor allem Eigenverantwortung gefragt. Wenn Sie nachhaltig etwas ändern wollen, sollten Sie sich dafür einsetzen, mehr CO2 auszustoßen, damit unsere Winter wärmer werden.

      • Sagen Sie doch einfach mal, was Sie machen würden. Dann kann sich jeder hier davon überzeugen, ob Sie ein in sich stimmiges Konzept haben oder eben nicht.

    • Wir können alle nur hoffen, dass die Impfungen trotz allea Unwägbarkeiten erfolgreich verlaufen und uns schwere Verteilungskonflikte erspart bleiben. Sollten die Impfstoffe sich tatsächlich als Schlüssel zur Beendigung der Pandemie herausstellen, kann man den Konzernen nur für ihre Arbeit danken. Erfreulicherweise war ja auch Deutschland an der Entwicklung prominent beteiligt.

    • Es gibt keine Pandemie im Sinne von „Massensterben“, wie es früher als Definition üblich war . Es gibt lediglich ein Pandemie im Sinne des 2009 von der WHO neu definierten Pandemiebegriffs. Aber diese Art Pandemie gibt es dann schon immer jedes Jahr als Grippe-Pandemie.

  5. Unprofessionalität unserer Regierungspolitiker wohin man schaut. Und was ist mit ihren Kritikern? Dafür bedient sich die Regierung des Verfassungsschutzes, um jede Opposition zu kriminalisieren. Jetzt sollen auch noch die ‚Querdenker‘ beobachtet werden, die böse AfD sowieso.

    • Nach der AfD haben die Querdenker denselben Fehler gemacht und keinen hinreichenden Abstand zu Rechtsextremisten gehalten. Dabei ist nicht einmal klar, warum ausgerechnet diese für eine liberale statt autoritäre Politik sein sollten. Der eigentliche Skandal ist jedoch, dass mangelnder Abstand von Linksextremisten (oder auch Islamisten) von Politikern, Medien und inzwischen selbst dem Verfassungsschutz nicht in der gleichen Weise behandelt wird.

      • Wenn man sich die Livestreams der wirklich sehr großen Demos einmal in Ruhe angeschaut hat, waren so gut wie keine Rechtsradikale oder -extremisten zu erkennen. Einzelne wenige Trittbrettfahrer, Provokateure oder V-Leute wird man nie verhindern können. Das darf doch kein Hinderungsgrund für eine friedliche Demo-Teilnahme sein; für polizeiliche Drohkulisse und Repression gibt es kaum Anlass. (Die Schnittmenge aus Corona-Demonstranten und AfD-Sympathisanten gibt es, aber 80% der Corona-Demonstranten dürften mit der AfD nichts zu tun haben.)

  6. Seit Mitte Oktober 2020 sind die Sterbefallzahlen über dem Durchschnitt der Jahre 2016 bis 2019. Die Zahlen der ersten Novemberwoche übertreffen zudem das Maximum dieser Jahre.

    Die Experten sprechen von Übersterblichkeit.

    Nachzulesen hier: https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2020/12/PD20_482_12621.html

    Die Corona-Toten der ersten Novemberwoche dürften sich etwa Mitte Oktober infiziert haben. Damals hatten wir eine 7-Tage-Inzidenz von etwa 40. Jetzt liegt sie bei 160.

    900.000 Tote im Jahr entspricht im Schnitt etwa 2.500 Tote pro Tag. Da sind 598 Tote wie heute gemeldet nicht unerheblich.

    Hinzu kommt die Belastung des Gesundheitssystems: knapp 4.500 Intensivpatienten mit COVID-19! 20% aller Patienten, 83 % Belegungsquote.

    • Die Sterbezahlen sind inzwischen höher als im Durchschnitt der letzten Jahre, aber noch nicht höher als 2018. Sie bewegen sich also noch in der normalen Schwankungsbreite. Anders ausgedrückt ist zumindest in Deutschland und einer Reihe anderer Länder COVID-19 zwar schlimmer als eine normale Grippe, aber weniger tödlich als eine schlimme Grippewelle, bei der noch nie eine solche Panik verbreitet wurde. Es ist möglich, dass die laufende Saison schlimmer wird mit höherer Übersterblichkeit in 2021. Das liegt aber auch daran, dass die meisten Maßnahmen nicht nur unverhältnismäßig, sondern wenig effektiv oder sogar kontraproduktiv sind. Wenn sich z. B. Kinder und Jugendliche außerhalb der Schule viel mehr anstecken als innerhalb, was genau ist dann der Sinn von Schulschließungen?

      • „Schulschließungen“: Das Problem ist doch, dass sich überhaupt diese Frage stellt, weil es kein funktionierendes Modell von Distanz- bzw. Wechselunterricht gibt. Schauen Sie in andere Gebiete der Erde, wo Home Schooling häufig praktiziert wird. An den Universitäten funktioniert Onlinelehre recht problemlos. Natürlich hat Präsenzunterricht an Schulen auch Vorteile, aber ich frage mich seit Wochen, warum man die jungen Menschen zwingt, sich stundenlang in kleinen Klassenräumen aufzuhalten. Wer das möchte, gut, wer nicht, soll zuhause bleiben.

      • Zumindest in NRW wurde die Präsenzpflicht an Schulen gerade aufgehoben. Häufig sind aber die Voraussetzungen für Online-Unterricht nicht erfüllt. Sie sind auch höher, wenn Erstklässler z. B. noch gar nicht selbst lesen können. Hier fehlt außerdem die Differenzierung, dass sie persönlichen Unterricht stärker brauchen und viel weniger ansteckend sind als ältere Kinder, während alle Schulkinder selbst (fast) gar nicht gefährdet sind durch das Virus. Schließlich gibt es kaum aufbereitetes Material für Online-Unterreicht, sondern jeder Lehrer (auch an Hochschulen) soll seine eigeene Lösung basteln, was ineffizient und wohl auch nicht so effektiv ist.

      • Vielleicht schauen Sie sich zunächst die Legende der Graphik an. Was bedeutet es, dass sich die rote Linie mit den Sterbezahlen des Jahres 2020 oberhalb des hellblau markierten Bereiches befindet?

        Die Antwort ist eindeutig: Die Sterbezahlen 2020 liegen seit der KW 43 oberhalb des Maximum der Jahre 2016 bis 2019.

      • Das bestreitet hier doch auch niemand. Aber die Übersterblichkeit ist in diesen Wochen nicht sonderlich hoch wie schon einmal im Frühjahr. Die Hitzewellen im Sommer waren ausgeprägter und vor allem die Grippewelle 2018, weshalb die Gesamtzahl der Toten in 2018 bis gestern (11.12.) höher war als dieses Jahr. Selbst wenn sich das bis zum Jahresende noch ändern sollte, wäre die Übersterblichkeit nicht sonderlich hoch. 20.000 Corona-Tote hören sich dramatisch an, im Promillebereich mehr oder weniger Tote als 2018 nicht.

      • Und man sollt bei höheren Sterbezahlen auch immer die Maßnahmentoten sehen, die wegen etwa verschobener Operationen gestorben sind oder sich aus durch die Maßnahmen ergebenen psychosozialen Gründen selbst umgebracht haben. Das sind gar nicht so wenige.

    • Selbst eine Übersterblichkeit in dieser geringen Größenordnung rechtfertigt keinerlei Grundrechtseinschränkungen.

  7. Mich würden dazu zwei Sachen interessieren.
    1. Was glauben Sie, welche Politiker davon profitieren werden?
    2. Wie wirkt sich der Lockdown auf ihren Lehrbetrieb aus? Gibt es überhaupt noch Präsenztermine zu Prüfungen z.B.?

    • Wer am lautesten schreit und die größten Freiheitsbeschränkungen fordert, profitiert gerade, selbst wenn er real besonders wenig vorzuweisen hat wie Herr Söder. Den meisten Deutschen scheint es also leider weder auf ihre Freiheit noch ihre Gesundheit anzukommen.

      Präsenzveranstaltungen sind größtenteils verboten. Dagegen dürfen insbesondere große Prüfungen noch in Präsenz (mit Abstand und Maske) durchgeführt werden.

  8. Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?
    Bertolt Brecht, 1953

  9. Pingback: Verschärfter Lockdown bis 2021 | Alexander Dilger

  10. Pingback: Lockdown weiter verlängert und verschärft | Alexander Dilger

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