Ökonomenpanel zu den Folgen der US-Wahl

Beim 32. Ökonomenpanel von ifo und FAZ ging es um die Folgen der „US-Wahl: Ökonom*innen setzen Hoffnungen auf den neuen Präsidenten Biden“. (Der Genderstern kam übrigens in der Umfrage selbst nicht vor, ist sprachlich falsch und wird wie meistens auch nicht konsequent angewandt, da es sonst z. B. „Ökonom*innenpanel“ heißen müsste.) Inhaltlich stimme ich mit der Mehrheit meiner Kollegen und wohl der Deutschen insgesamt überein. Dies sind meine Antworten auf die Fragen:

Welche Erwartungen haben Sie an die erste Amtszeit Bidens (2021-2024) hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung…

… in den USA? Eher positiv.

… in der EU? Eher positiv.

… in Deutschland? Eher positiv.

Wie bewerten Sie die Arbeit der ersten Amtszeit Trumps (2017-2020) und was sind Ihre Erwartungen an die erste Amtszeit Bidens (2021-2024) in den folgenden Bereichen der internationalen Zusammenarbeit?

1. Amtszeit Trumps 2017-2020

Handelspolitik: Sehr negativ.

Frieden und Sicherheit in der Welt: Eher negativ.

Entwicklungszusammenarbeit: Sehr negativ.

Maßnahmen gegen den Klimawandel: Eher negativ.

Zusammenarbeit bei Migrationsfragen: Eher negativ.

Generelle Zusammenarbeit in internationalen Organisationen: Sehr negativ.

1. Amtszeit Bidens 2021-2024

Handelspolitik: Eher positiv.

Frieden und Sicherheit in der Welt: Eher positiv.

Entwicklungszusammenarbeit: Eher positiv.

Maßnahmen gegen den Klimawandel: Neutral.

Zusammenarbeit bei Migrationsfragen: Neutral.

Generelle Zusammenarbeit in internationalen Organisationen: Eher positiv.

Welchen Effekt hatte Ihrer Meinung nach die erste Amtszeit Trumps auf die Entwicklung der deutschen Wirtschaft?

Eher negativ, weil er den Handel beschränkte und die politische Unsicherheit vergrößerte.

Im Jahr 2019 lag der Saldo der Außenhandelsbilanz Deutschlands mit den USA bei etwa 47,3 Milliarden Euro. Rechnen Sie in der ersten Amtszeit Bidens mit einer Veränderung des Saldos?

Ja, der Saldo wird steigen, weil sich die Handelsbeziehungen wieder verbessern werden. Die große Unbekannte ist allerdings die (schlechte) Corona-Politik.

Welche Erwartungen haben Sie an die Entwicklung des Euro-Dollar-Wechselkurses durch den Wahlsieg Bidens?

Keine Veränderung, weil diese jetzt schon eingepreist wäre und andere Faktoren wichtiger sind.

Die US-Staatsverschuldungsquote wird im Zuge der Corona-Pandemie vermutlich weiter steigen. Wird Präsident Biden versuchen, die Staatsverschuldungsquote zu reduzieren? Und wenn ja, wie?

Nein, weil er höchstens versuchen wird, den Anstieg nicht völlig aus dem Ruder laufen zu lassen.

Ihr öffentlicher Kommentar zur US-Wahl (optional):

Es ist gut, sowohl ökonomisch als auch politisch, für die USA und den Rest der Welt einschließlich Deutschland, dass Donald Trump abgewählt wurde.

29 Gedanken zu „Ökonomenpanel zu den Folgen der US-Wahl

  1. Abgesehen davon, daß ich im Gegensatz zu vielen anderen Ihrer Aufsätze hier auch generell anderer Meinung bin, aber woran machen Sie Ihre negative Einschätzung der Amtszeit Trumps zu Frieden und Sicherheit in der Welt fest? Zumindest in diesem Punkt hat er ja wohl mehr geleistet als viele andere Präsidenten vor ihm.

    • Dass Donald Trump keinen neuen Krieg angefangen hat, wurde hier schon mehrfach gewürdigt. Konkret gefragt wurde jedoch nach der internationalen Zusammenarbeit, die Donald Trump explizit ablehnte bis hin zur Androhung einer Auflösung der NATO.

      • Welchen Sinn hat denn die NATO nach dem Verschwinden des Ostblocks noch?

      • Die Bedrohung ist doch nicht verschwunden. Sehen Sie sich die Landnahme durch Russland an. Auch China ist nicht ungefährlich, auch wenn es keine direkten Eroberungspläne in Europa haben dürfte (eher schon in Sibirien, weshalb ein Bündnis mit Russland durchaus im gemeinsamen Interesse wäre).

  2. Seit mindestens 15 Jahren bestimmen linksgerichtete Kräfte den Diskurs und Bürgerliche, Konservative und Liberale lassen sich die Themen aufzwingen, regieren nur statt zu agieren und jammern statt zu kämpfen. Das fettgefressene, wohlstandsverwöhnte und mit Spielen abgelenkte Bürgertum hat den Sozialisten die Deutungshohheit überlassen und hofft, dass es doch nicht so schlimm kommt. ABER es kommt immer schlimmer! Wer keine cojones hat und sich nicht wehrt, verdient die Niederlage und die Knechtschaft…!

    • Ich denke nicht, dass jemand die Knechtschaft verdient, zumal sie am Ende jeden treffen würde, auch unsere Kinder und die, die sich gewehrt haben. Richtig ist, dass Freiheit und Demokratie stets neu verteidigt werden müssen, was in Deutschland gerade besonders schwer fällt, weil die Union die Seiten gewechselt hat.

      • Mag sein, dass niemend die Knechtschaft „verdient“, aber es scheint genügend Menschen zu geben, die sich in ihr wohler fühlen als selbst denken und Verantwortung übernehmen zu müssen. Anders ist der wieder stark zunehmende Zuspruch zum Sozialismus doch kaum zu erklären.

      • Selbst verschuldete Unmündigkeit war doch schon immer ein Problem. Aufklärung richtet sich grundsätzlich an alle Menschen, war und ist aber faktisch ein Elitenprojekt. Nun sind viele mit Gegenaufklärung von links und rechts beschäftigt.

      • Ja, echte Aufklärung ist und war schon immer ein Elitenprojekt.
        (Pseudo-)Gegenaufklärung hingegen ist nichts als billige Propaganda bzw. Stimmenfanggedöns.

    • Es geht um die internationale Zusammenarbeit, die fast nur besser werden kann. Donald Trump hat nie die einfache Wahrheit verstanden, dass die USA mit Verbündeten natürlich viel stärker sind als ohne.

      • So schlecht geht es den USA doch gar nicht. Vielleicht hätte die Rüstungsindustrie unter Hillary Clinton mehr zu tun gehabt. Dass es wieder so wird, dafür wird der abhängige Biden sicher schnell sorgen. Der Preis dafür ist der Tod Millionen unschuldiger Soldaten und Zivilisten in den dann neu befeuerten Kriegsgebieten.

      • Die Wette können Sie nur verlieren. Aber sie ist schwer einzugrenzen.

      • Welche Trump-Toten? Seuchenschutz ist auch in den USA Sache der einzelnen Bundesstaaten. Er war nur kein großes Vorbild (wie in anderen Bereichen auch nicht). Joe Biden hat mit der Impfstoffentwicklung bislang nichts zu tun. Bei deren Verbreitung könnte er helfen.

      • @Horst Krebs

        Ich bin sprachlos. Auf was für linke Verschwörungstheorien fallen Sie denn herein, Herr Krebs?

      • Sprachlosigkeit ist manchmal kein schlechtes Werkzeug.. Die „Trumptoten“ gehören mittlerweile zum allgemeinen Sprachgebrauch in der amerikanischen Presse. Hier in Deutschland ist das Wort noch neu und muss erst verarbeitet werden. Wie ihr wisst, hat sich Trump sehr darüber geärgert, dass die Bekanntgabe eines Impfstoffes erst nach der Präsidentenwahl erfolgte. Soviel zu Verschwörungstheorien.

      • Wenn überhaupt, ist der US-Präsident für einen kleinen Anteil der Corona-Toten in den USA verantwortlich (und für den von Dummköpfen, die seinetwegen z. B. Desinfektionsmittel getrunken haben). Bezogen auf die Einwohnerzahlen gibt es übrigens mehr Tote in Europa als in den USA. In Deutschland ist der Wert zwar niedrige, in anderen Ländern dafür höher.

    • 300sel
      sagte am 23/11/2020 um 09:51 :“ . . in den dann neu befeuerten Kriegsgebieten “ – Von Biden wird auf Grund des Lebenslaufs erwartet, dass die US-Außenpolitik in Zukunft wieder berechenbar wird.
      Berechenbarkeit ist eine Grundlage der Friedenssicherung.
      Berechenbar heißt u.a. : Richtige Einschätzung des militärischen Potenzials und Vertrauen in die Rationalität und Konsequenz von Entscheidungen. In der Vorbereitung des 2. Weltkrieges ist das schiefgegangen, ebenso beim 2. Irak-Krieg. Bewährt hat sie sich im Nachrüstungsbeschluss. Wie ich überhaupt meine, dass Putin mit Biden wieder einen adäquaten Gesprächspartner haben wird (wie Putin denkt, zeigt z.B. dessen Verhältnis zu Erdogan).

      • Die Berechenbarkeit fehlte eher im 1. Irak-Krieg der USA. Bei klarer Ansage vorher wäre der Irak wohl nicht in Kuwait eingefallen. Der 2. Irak-Krieg war hingegen der Wunsch von Präsident Bush jun. und er wurde mutwillig mit Lügen begonnen.

  3. Wer den passenden Filter im Browser hat, liest hier nur „Ökonomen“ ohne jegliche Gendersternchen. Das wirkt wie ein Blutdrucksenker.

    • An Gendergaga sollten wir uns nie gewöhnen, sondern es lächerlich machen, ad absurdum führen, wie bei Tisch*innen und Stühl*innen… 🙂

  4. Trump hat nicht nur keinen Krieg angefangen, sondern sich aktiv für den Frieden in diversen Konfliktherden eingesetzt UND dabei mehr erreicht als die meisten US-Präsidenten vor ihm. Angefangen bei Nordkorea, bis zu dem gestrigen Treffen Netanyahus mit dem saudischen Kronprinzen. Einen Schein-Frieden mit dem Iran dagegen lehnte er zu Recht ab. – Diese Frage steht oben auch nicht im Zusammenhang mit internationaler Zusammenarbeit. Die gab es dagegen zB. in Libyen – vor Trump.

    • Das sehe ich ganz genauso, insbesondere ist der Frieden im Nahen Osten zu nennen. Diplomatische Beziehungen ins Leben zu rufen, das ist zwar erst einmal nur Symbolik, aber solche Symbole sind wichtig in der Weltpolitik.

      Insgesamt ist einfach das Auftreten von Trump auch viel besser als das z.B. von Biden. Er nimmt seine Zuhörer mit bei seinen Reden und verbreitet Hoffnung.

      • Diese Trump-Begeisterung scheint mir nicht zu Ihrer sonstigen Verbotshaltung zu passen. Er macht doch einfach, was er will, ohne Rücksicht auf Regeln oder sein eigenes Geschwätz von gestern.

    • In Nordkorea hat Präsident Trump nichts erreicht bzw. das Regime ohne Gegenleistung aufgewertet. Dasselbe gilt für den mörderischen Kronprinzen von Saudi-Arabien. Auch gegenüber dem Iran hat er nichts erreicht, sondern die dortige Atomwaffenproduktion noch angekurbelt.

      Die Frage war: „Wie bewerten Sie die Arbeit der ersten Amtszeit Trumps (2017-2020) […] in den folgenden Bereichen der internationalen Zusammenarbeit?“ „Eher negativ“ ist da eher noch zu positiv ausgedrückt.

      • Atomwaffebnproduktion im Iran?
        Das ist doch bloße Spekulation.

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