Trump erklärt sich einfach so zum Wahlsieger

Donald ‚Trump wird hoffentlich klar abgewählt‘, hatte ich mir gewünscht. Dieser Wunsch ging nicht in Erfüllung, denn es mangelt immer noch an der Klarheit. Die meisten Demoskopen und hiesigen Journalisten müssen sich fragen lassen, warum sie in dieser Hinsicht schon wieder falsch lagen. Trotzdem ist absehbar, dass Joe Biden nicht nur wie Hillary Clinton vor vier Jahren die meisten Wählerstimmen in den USA insgesamt bekommen wird, sondern auch die meisten Wahlmänner aus den Bundesstaaten ihn zum Präsidenten wählen werden. Sicher ist das allerdings noch nicht, da in mehreren Bundesstaaten noch ausgezählt wird und sich auch noch etliche Gerichte mit dieser Wahl werden beschäftigen müssen.

Wenn es nach dem amtierenden Präsidenten ginge, bliebe dieser einfach im Weißen Haus. Er erklärte sich noch in der letzten Nacht (Ortszeit) einfach zum Wahlsieger (siehe „Der Moment, als sich Trump zum Wahlsieger erklärt“), obwohl längst noch nicht alle Stimmen ausgezählt waren und er bei den sicheren Wahlmännern sogar zu dem Zeitpunkt schon hinten lag. Zugleich wollte er die weitere Auszählung von Stimmen sofort stoppen lassen und dazu sogar den Obersten Gerichtshof anrufen (der dafür gar nicht zuständig wäre, jedenfalls nicht als erste, sondern höchstens als letzte Instanz). Er wollte damit den Wahlsieg stehlen mit der Behauptung, der Wahlsieg solle gestohlen werden. Damit zeigte er sich einmal mehr als Feind der Demokratie und des Rechtsstaates.

Trotzdem hat ihn fast die Hälfte der amerikanischen Wähler gewählt. Es wird schwierig werden, die Vereinigten Staaten von Amerika wieder zu vereinen und die Einhaltung demokratische sowie rechtsstaatliche Prinzipien vor die Parteipolitik zu stellen. Die Republikaner haben außerdem ihre Mehrheit im Senat verteidigt. Deshalb könnte ein Präsident Biden nicht einfach durchregieren, was aber vielleicht auch besser ist. Umgekehrt haben die Demokraten weiter im Repräsentantenhaus die Mehrheit, so dass auch ein Präsident Trump nicht alles machen könnte, selbst wenn er das gerne versucht wie mit seiner Wahlsiegerklärung und der Forderung, Millionen gültiger Stimmen nicht auszuzählen.

51 Gedanken zu „Trump erklärt sich einfach so zum Wahlsieger

    • Die Angaben sind nicht sehr detailliert. So könnte es doch z. B. sein, dass die Zensusdaten älter sind. Für Dortmund verwendet das RKI z. B. auch noch Einwohnerzahlen von 2011, die deutlich zu niedrig sind. Selbst wenn es durch falsche Wählerregistrierungen Manipulationsmöglichkeiten geben sollte, sind diese bei der Briefwahl nicht grundsätzlich höher als bei der Präsenzwahl. Es wäre auch nicht klar, wer solche Möglichkeiten zum Wahlbetrug überhaupt nutzen und welche Partei dadurch begünstig würde.

      • In diesem Fall ist es aufgrund der Pandemie völlig klar, dass den Demokraten die Briefwahlstimmen nützen. Merkwürdig ist schon, dass das Auszählen so lange dauert.

      • @Demokrat
        Waren Sie schon einmal Wahlhelfer? Das ist ein mühsames Geschäft.
        In vielen Staaten der USA werden gleichzeitig noch andere Fragen per Volksentscheid entschieden.
        Dazu kommt, dass in desn USA langsam gezählt wird, um den Verdacht von Wahlmanipulationen zu vermeiden.
        Bei der Präsidentenwahl Reagan vs Mondale (1984) war ich Kalifornien. Als Deutscher wunderte ich mich über die langsame Stimmenauszählung.

      • So eine Präsidentschaftswahl ließe sich doch eigentlich ganz einfach auszählen. Es gibt jeweils nur eine Stimme für einen Kandidaten. In Deutschland gibt es bei deutlich komplizierteren Wahlen gleich nach Schließung der Wahllokale schon Prognosen, nach zwanzig Minuten recht zuverlässige Hochrechnungen und noch am Wahlabend das vorläufige amtliche Wahlergebnis. Doch auch sonst sind die Wahlen in den USA schlechter organisiert. Wieso muss man z. B. vor vielen Wahllokalen stundenlang anstehen?

    • Es war absehbar, dass jetzt die Lemminge der Verschwörungstheoretiker, schlechten Wahlverlierer usw. aus ihren Löchern kommen würden. Trump hat in seiner ganzen Amtszeit bewiesen, dass er keinen Charakter hat. Im Abgang verstärkt sich dieser Eindruck. Man könnte ihn als armen Irren abtun, wen nicht seine dümmlichen Anhänger versuchen würden, die US-Demokratie jetzt notfalls mit Waffen zu zerstören. Hoffentlich ist das alles keine Blaupause für europäische Staaten

      • Es wird ja häufig die republikanische Partei kritisiert, dass sie sich Trump der Macht wegen unterworfen habe. Diese Beobachtung ist ja definitiv nicht ganz abwegig.

        Glaubt denn aber ernsthaft jemand, dass es bei den Demokraten jetzt anders ablaufen wird? Man hat Biden zur Täuschung vorgeschickt und die Füße stillgehalten, weil man wusste, dass er im Amt keinen Widerstand leisten wird können. Nun können sie ihr wahres Gesicht zeigen. Glauben Sie ernsthaft, dass bei den Demokraten die vernünftigen Kräfte der Mitte nun aufstehen werden? Weswegen haben sie wohl Bloomberg abgelehnt, der den Republikanern tatsächlich hätte Stimmen abnehmen können? Nein, sie werden sich genauso anpassen oder aus der Partei entfernt werden, wie es bei der GOP passiert ist. Am Ende wird eine hochideologisierte Partei übrig bleiben, die offen mit der Antifa paktiert. Der republikanische Senat wird diesen Prozess etwas verlangsamen, aber sicherlich nicht verhindern können. Anders als Trump haben sie die praktisch gesamte Presse hinter sich, die diesen Prozess unterstützen wird. Trump konnte intern lediglich auf die alternativen Medien bauen.

        Werden Sie in einem solchen Staat leben wollen? Meinungsfreiheit, individuelle und wirtschaftliche Freiheit wird in diesem Staat sicherlich keine große Rolle mehr spielen. Das ist in China auch nicht der Fall. Dort bekommt man aber wenigstens mehr und mehr Wohlstand. Dem wird es in der westlichen Welt dagegen an den Kragen gehen.

      • Der Vergleich mit China ist abwegig. Die USA sind trotz Trump ein freieres und demokratischeres Land als Deutschland. Daran wollen und werden die Demokraten nichts ändern. Sollten sie tatsächlich zu links werden, verbessert das die Wahlchancen der Republikaner.

      • Lieber Peter Burger, die Meinungsfreiheit in Deutschland funktioniert und Sie machen auch ganz rege Gebrauch davon. Damit Ihnen dieses Recht immer erhalten bleibt, habe ich mich von der heutigen AfD losgesagt. Würde diese jemals an die Macht kommen, wars das mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung.

      • Ich spreche von den USA und dann wissen Sie auch. Sie gehen auch gar nicht auf meinen Beitrag ein. Deshalb noch einmal:

        Bei den Demokraten geben nicht moderate Kräfte den Ton an. Mehr und mehr gewinnen die Radikalen, die offen mit der Antifa paktieren, die Oberhand. Mit Biden haben wir einen altersschwachen Präsidenten, der innerhalb seiner eigenen Partei nur geduldet wurde, weil ihm größere Wahlchancen zugestanden wurden. Deshalb war es Biden auch nicht möglich, sich von diesen radikaleren Kräften zu distanzieren. Diese radikalen Kräfte werden ihn und andere traditionellere Demokraten an die Seite drängen. Entweder sie passen sich an oder sie werden gehen müssen. Genau so wie es auch bei der GOP und Trump der Fall war. Dort hat Trump den Ton angegeben, bei den Demokraten ist Biden nur eine Marionette.

        Was bringt sie zu der Hoffnung, dass mein beschriebenes Szenario nicht eintritt?

        Ich kann verstehen, wenn man mit Trump nicht gut klarkommt. Ich kann aber nicht verstehen, dass man vor den immer stärker werdenden linksradikalen Kräfte in den USA die Augen verschließt. Mittlerweile sind selbst liberale Schriftsteller zum Abschuss freigegeben. Diese Leute im Oval Office kann nicht gut enden. Sicherlich wesentlich schlechter als bei Trump, der kaum Freunde, aber dafür umso mehr Feinde hatte. Er konnte eben nicht frei agieren, die linksradikalen Kräfte der Demokraten werden das können.

        Ich werde nie verstehen können, wie man sich als Republikaner gegen Trump aussprechen konnte und im gleichen Atemzug Sozialisten ins Amt wählt, deren Bodentruppen das Meinungsspektrum säubern und dabei über Existenzen gehen. Wenn ich aus guten Gründen durch Trump die Demokratie in Gefahr sehe, dann baue ich eine Alternative auf, wähle aber sicherlich keine linksradikale Partei. Ohne diesen „weißen“ Abweichler der weißen Mittelschicht und Elite hätte Trump gewonnen. Die Minderheiten, die angeblich vor Trump geschützt werden müssen, hätten ihm fast eine zweite Amtszeit verschafft.

      • Die Demokraten sind keine linksradikale Partei, sondern nur eine kleine Minderheit ist es, deren Duldung natürlich schlimm genug ist. Die Demokraten in den USA decken das gesamte Spektrum der hiesigen Bundestagsparteien mit Ausnahme der AfD ab. Joe Biden ist rechts von Frau Merkel zu verorten und tendiert zur Mitte. Die republikanische Mehrheit im Senat könnte ihm dabei sogar nützen. Zugleich könnten sich die Republikaner nach Trump besser aufstellen und dann den nächsten Präsidenten stellen.

      • „Meinungsfreiheit“ funktioniert in Deutschland??? Bei den Öffentlich-Rechtlichen sicher nicht!

        Wer es heutzutage wagt, nur etwas geringfügig Negatives über Ausländer, Asylanten, Verschwulung, Mannsweiber oder ähnliche Gartungen, die unter „Naturschutz“ stehen, zu sagen, riskiert seinen Job, sein Geschäft, seine soziale Stellung und seine Mitgliedschaft in Vereinen. Nach heutiger, linksgrün beeinflusster Rechtslage, wären Herbert Wehner und Franz-Josef Strauß wegen „Volksverhetzung“ im Gegängnis…!

      • Die Meinungsfreiheit in Deutschland ist differenziert zu betrachten. In den USA ist sie deutlich größer, aber eine strafrechtliche Verfolgung ist auch hierzulande selten (erfolgreich, siehe jüngst „Erfolgreiche Verfassungsbeschwerde gegen strafrechtliche Verurteilung wegen Beleidigung“). Beim mit Zwangsbeiträgen finanzierten öffentlich-rechtlichen Rundfunk kann hingegen von Meinungsfreiheit, Ausgewogenheit und Pluralismus kaum noch die Rede sein (siehe z. B. aktuell „Ausgewogene Berichterstattung? 92 Prozent der ARD-Volontäre wählen grün-rot-rot“). Das droht auch in anderen gesellschaftlichen Bereichen. Am schlimmsten ist es, wenn der Staat Gewalttäter z. B. von der Antifa oder aus islamistischen Kreisen einfach gewähren lässt oder sogar noch unterstützt.

      • Ich verfolge die Nachrichten Amerikas regelmäßig. Die Demokraten sind von der internen Machtdynamik ungefähr auf dem Stand der AfD vor einigen Jahren. Man braucht die Moderatoren noch als wählbares Aushängeschild in der Mitte, das Kraftzentrum ist aber längst jene Bewegung, die ein völlig anderes Land, ja eine völlig andere Gesellschaft wollen. Diese Linksradikalen bestimmen die Debatte in der Partei und die politischen Projekte. Sie besetzen zusammen mit der Antifa die Straße und werden sich ihrer Marionette entweder in 4 Jahren entledigen oder Biden wird aus gesundheitlichen Gründen schon vorher aufgeben. Die Demokraten sind im inneren Kern mittlerweile leider eine linksradikale Partei geworden. Vielleicht ist diese Entwicklung noch umkehrbar, ich fürchte aber, sie ist schon zu weit fortgeschritten. Als Zentrist ist man dort schon lange chancenlos.

        Der Senat wird das ein wenig bremsen können, aber man wird Biden zu Dekreten drängen. Nachdem vor allem Obama damit begonnen hatte, Trump dies fortgesetzt hat, wird die Basis Biden schon bald unter Druck setzen, dies auch zu tun.

      • Die Republikaner sind deutlich weiter nach rechts gerückt als die Demokraten nach links. Genau deshalb gewinnt Joe Biden jetzt auch. Donald Trump hat hingegen vor vier Jahren gewonnen, weil er von vielen Amerikanern als moderater wahrgenommen wurde als Hillary Clinton (und als seine republikanischen Gegenkandidaten bei den Vorwahlen).

  1. Mächtige linke Gruppen (Open Society Foundations, Antifa, Hollywood, …) haben viel Geld aufgeboten, weil Donald Trump ihrem Multilateralismus und ihrer New World Order im Wege steht. So konnten auch Stimmen gekauft werden. Hier nur einer von mehreren Fällen:

    • Das ist doch wirklich lächerlich. Entweder ist der Fall nur gespielt oder das Bestechen dumm. Eine einzelne Stimme ist keine 200 Dollar wert, da sie die Wahl nicht zu beeinflussen vermag. Das gilt natürlich auch für eine legale Stimme, was ein echtes Problem unserer Form von Demokratie ist.

      • Nun ja. 10000 Stimmen sind in vielen Staaten am Ende entscheidend. D.h. mit einer einstelligen Millionensumme kann man sich aufgrund des Wahlsystems den Sieg kaufen. Ich denke zwar nicht, dass der Sieg am Ende auf Betrug beruht, aber solchen Vorwürfen sollte man nachgehen. Sollten sie wahr sein, dann wäre das ein handfester Skandal. Vor allem weil die Abgeordnete eine enorme politische Reizfigur ist.

        Trumps Verhalten ist eben Trump. Das muss nicht sein. Kritik an dem Umgang mit Briefwählern ist aber berechtigt. In einer laufenden Wahl einfach Fristen zu verlängern, die nicht wirklich betrugssicher sicherstellen können, dass Stimmen auch tatsächlich rechtzeitig abgegeben wurden, ist ein Unding. Dass ein solches Vorgehen zwangsläufig für eine tagelange politische Hängepartie sorgt, ist selten dumm.

        Joe Biden wird die Wahl knapp gewonnen haben. Man sollte ihm gratulieren. Die Kritik an der Rechtswillkür sollte aber aufrechterhalten werden. Eine juristische Klärung ist wünschenswert, eine Neuwahl ist aber eher nicht anzustreben.

        Eine Briefwahl dieser Größenordnung untergräbt das Vertrauen in die Demokratie. Es gab das persönliche Early Voting, eine Briefwahl was nicht notwendig. Wenn ein Drittel der Stimmen oder sogar mehr anonym irgendwo im Nirgendwo ausgefüllt werden, dann ist das Vertrauen in faire Wahlen massiv gefährdet.

      • Man kann vielleicht eine Stimme kaufen, aber nicht 10.000. Vor allem sind vereinzelte Betrugsfälle und Fehler kein Grund, Millionen legal abgegebene Stimmen gar nicht zu werten. Verdachtsfällen sollte nachgegangen werden, doch es deutet nichts darauf hin, dass sie den Wahlausgang stärker beeinflussen würden als die undemokratischen Forderungen des noch amtierenden Präsidenten. Für das nächste Mal mögen besonders probelmatische Wahlregeln überdacht werden, aber sie gelten aktuell und nach ihnen gültige Stimmen können nicht nachträglich entwertet werden. Dass Donald Trump 2016 nur von einer Minderheit zum Präsidenten gewählt wurde, ist doch auch problematisch, aber so waren und sind nun einmal die Regeln in den USA.

      • Bei dem äußerst Knappen Rennen zwischen George W. Bush jr. und Al Gore im Jahr 2000 haben 527 Stimmen in Florida die Wahl entschieden…!

      • Eigentlich hat ein Urteil vom Supreme Court die Wahl entschieden, weil noch eine Nach- oder gar Neuauszählung untersagt wurde. Es steht also bis heute nicht fest, ob Präsident Bush tatsächlich 527 Stimmen mehr hatte oder nicht vielleicht 395 weniger. Gerade das Beispiel zeigt doch auch, dass es auf eine einzige Stimme nicht ankommt, sondern selbst eine dreistellige Zahl an Stimmen solch ein Ergebnis nicht hinreichend sicher entscheidet.

  2. Vor dem persönlichen und familiären Schicksal Bidens verneige ich mich.
    Man bedenke bei der Wahl, dass Biden doch Zeichen senilen Abbaus zeigt und höchstens die halbe Amtszeit bewältigen wird.
    Danach gilt: Wer Biden wählt, kriegt Harris. Die ist für amerikanische Verhältnisse linksextrem, wird wohl die Steuern für Besserverdienende erhöhen und vor Allem die sogenannten Schläfer einbürgern und mit Wahlrecht versehen.
    Da es sich hier um mehrere Millionen handelt, stünde ihrer Neuwahl in vier Jahren nichts im Wege. Sie könnte danach noch einmal wiedergewählt werden und wäre nach Roosevelt die längst dienende Präsidentin der USA.
    Ich fürchte, dass wir dann die USA nicht mehr wiedererkennen.

    • Das ist genau das, was in Deutschland niemand versteht. Und in besser betuchten Kreisen in den USA auch nicht. Dort wird geschlafwandelt. Man kann nur hoffen, dass der republikanische Senat halbwegs einen Stillstand ermöglicht.

      Wo war denn die mediale Kritik an den Plänen der Demokraten das Justizsystem zu ihren Gunsten umzubauen? Bei Polen sah das noch ganz anders aus.

      Nein, Trumps Verhalten war sicherlich nicht in Ordnung. Zur Wahrheit gehört aber auch: Die Gegenseite denkt nicht demokratischer und möchte das Land radikal, wenn nicht sogar de facto unumkehrbar umbauen. Dass dies radikalen Gegenprotest verursacht, sollte klar sein.

      Mit einem Präsidenten Trump hätten wir 4 weitere Jahre Status Quo genießen dürfen. Jetzt mit Biden kann man nur hoffen, dass die schlimmsten Befürchtungen nicht eintreten und in 4 Jahren die Republikaner gewählt werden. Das Szenario Hindenburg hat sich fest in meinen Gedanken eingebrannt. Ein seniler Biden, der von den radikalen Kräften ferngesteuert wird. Der Sozialismus könnte früher oder später unumkehrbar sein. Die Exil-Kubaner haben das begriffen. Ich denke, die mexikanischen Hispanics werden das auch noch begreifen. Das ist das einzige ermutigende Zeichen der Wahl: Die Verluste in der weißen Mittelklasse konnten von Zuwächsen bei Minderheiten ausgeglichen werden. Ich glaube nicht, dass diese an einem linken, miesgelaunten Tugendterror langfristig Gefallen fänden.

      Insgesamt war der Stimmenanteil Trumps beeindruckend. Vermutlich hat er sogar prozentual hinzugewonnen. Sein Todesstoß waren die fehlenden kleineren Kandidaten. Das zeigt doch eines ganz klar: In Amerika gibt es keine Begeisterung für die Lobpreisungen des Sozialismus. Deswegen musste man auch Biden vorschicken. Leider wird man einmal im Amt dennoch unbeirrt den Sozialismus forcieren.

      • Die Verteidigung des Status quo reicht nicht. Eine regierende Partei braucht positive Ziele. Die Republikaner sollten sich neu erfinden und könnten dadurch z. B. für legal Eingewanderte deutlich attraktiver werden.

      • Irgendwo – ich glaube in der NZZ – las ich, Trump sei ein Rechtskeynesianer. Das finde ich treffend. Rechtskeynesianer sind selten. Der bedeutendste unter ihnen war wohl der Reichsbankpräsident Hjalmar Schacht, wenn auch avant la lettre.

      • Donald Trump hängt gar keiner Theorie an. In der tatsächlichen Politik gab es viele Republikaner, die auf mehr Staatsausgaben und/oder hohe Neuverschuldung gesetzt haben.

    • In Deutschland konnten linke Kräfte nur so stark werden, weil bürgerlich-freiheitliche Kräfte nicht kämpfen. Sozialisten setzen die Themen und CDU/CSU laufen der Entwicklung nur hinterher.

      Linke kennen den Begriff „fair“ nicht. Sie sind nur für Demokratie, wenn es ihnen nützt. Wenn man einen solchen gefährlichen Gegner mit Samthandschuhen und Höflichkeit anpackt, kann man nur verlieren. Nur wenige, wie Donald Trump, begreifen das leider. Lenin (oder Stalin) sagte einmal, dass die Kapitalisten die Stricke selber knüpfen werden, mit denen sie aufgehangen werden…!

      • Frau Merkel hat das Umsetzen linker Politik zum Prinzip erhoben. Dafür zeigt Herr Trump jetzt seine ganze Demokratieverachtung, wie es normale Linke nicht tun, sondern nur Links- und Rechtsextremisten.

      • Die „progressive“ Bewegung ist nicht fair. Deswegen muss man auch aufrecht bleiben und sich ihnen nicht anbiedern und sich nicht einschüchtern lassen. Das hat Trump die 4 Jahre auch gut gemacht. Dennoch hatte er auch unnötige Schwächen. Diese „Bewegung“ ist mehr als undemokratisch. Deswegen darf man aber selbst nicht undemokratisch und unsachlich agieren. Trumps nächtliche Rede hatte einige stichhaltige Punkte, durch seine grobe Unsachlichkeit wurden sie jedoch zu einer Nebensache.

        Trump hatte einzigartige Eigenschaften, die die Republikaner kaum ersetzen werden können. Wenn er diese jedoch mit einer größeren Weitsicht, mit mehr Verstand und einer Prise mehr Anstand verbunden hätte, dann hätte er trotz der ganzen medialen Klasse 4 weitere Jahre bekommen. Trump hätte mit weniger Anlass für Skandal XY zwar wohl kaum nennenswert mehr Wähler gewonnen. Aber es hätte schon gereicht, wenige Konservative, die auf ein Mindestmaß an sozialen Normen stehen, nicht unnötig zu verärgern. Am Ende ist er an der Stelle hinter dem Komma gescheitert. Jeder Wähler war entscheidend.

      • Anständige Konservative konnte Donald Trump nicht wählen. Das ist vergleichbar mit der AfD hierzulande, deren teilweise immer noch vernünftige Positionen von schlimmen Leuten überlagert werden.

      • @Dilger Ich schätze Sie als Wissenschaftler sehr, aber auch Sie scheinen in Teilen schon in einer deutschen Blase zu sein.
        DT hat bei der Basis einen enormen Rückhalt, was nicht automatisch bedeutet, dass jeder auch mit dessen Auftreten etwas anfangen kann. Man sollte nicht vergessen, dass die Senatorin in Maine klar gewonnen hat, ebenso haben Senatoren in anderen Staaten klar gewonnen, wo angeblich die Demokraten gute Chancen hatten, in Michigan hätte man fast den Sitz der Demokraten erobert. Also Trump hat großen Rückhalt in der Basis, auch wenn man es in Europa und Deutschland nicht versteht, weil man hier mehr auf Auftreten als Inhalt achtet. Den Fehler habe ich früher auch gemacht, so werden wir halt erzogen. Ich finde Ihre Formulierung „anständige Konservative“ bedenklich und, auf die USA bezogen, weltfremd. Ja, es gibt ein paar Republikaner, die sich gegen DT stellen, der Großteil der kleinen Minderheit sind Personen, die zum Establishment seit Jahrzehnten gehören. Es sind Personen, wie der Falke Bolton, der dachte, mit DT einen Idioten zu haben, der für ihn den Krieg gegen den Iran und wer weiß noch anfangen wird, oder ein Romney, der bis heute nicht seine Niederlage von 2012 verkraftet hat…und vor allem sind es Republikaner wie der Gouverneur von Maryland, einem tief blauen Staat, wo wie in deutschen Großstädten wie Frankfurt schon die Minderheiten die Mehrheit der Bevölkerung stellen, er ist meilenweit vom Großteil der Republikaner entfernt, so wie ein CDU Oberbürgermeister von einer westdeutschen Großstadt zum Großteil der Basis der Union. Tatsache ist, dass über 90 % der Republikaner unter den Wählern DT gewählt haben, ebenso wie Biden von Demokraten unter den Wählern. Das gleiche Bild auch bei der Aufgliederung in liberal und konservativ. Da gibt es keinen Unterschied in den Umfragen. Nach Ihrer Einschätzung sind also über 90 % der Konservativen unanständig?! Sie begeben sich damit in Gesellschaft von Linken, die schon seit Dienstag über 69 Millionen Wähler von DT als Trottel bis Rassisten bezeichnen, keine normalen Bürger, sondern Journalisten live im TV. Könnte es vielleicht eher daran liegen, dass die Menschen in den USA viel mehr als die Deutschen einen Blick auf die Zustände in den USA haben? In Deutschland wird BLM als Friedensorganisation dargestellt, dabei ist Linksextremismus dort sehr salonfähig, ebenso Rassismus, den es für Deutsche und Linke nur von Weißen gegenüber Farbigen und nicht umgedreht geben kann. Wie würden Sie sich fühlen, wenn Ihnen und Ihrer Familie jederzeit ein Mob gegenüber stehen kann, der fordert, dass sie auf die Knie gehen sollen und um Vergebung bitten? Es gibt auch bei den Demokraten Kräfte, wie in Deutschland bei den Grünen und der Linkspartei, die Polizei abschaffen zu wollen oder deren Gewaltmonopol sehr in Frage stellen, gleichzeitig bei Gewalt von Linken argumentieren, es sei Hilflosigkeit. Sie möchten in den USA kein Polizist sein, bei der täglichen Gewalt die sie gegen Bevölkerung und sich erleben müssten. Einzelfälle werden missbraucht, um das System in Frage zu stellen. [Nach 484 von 1.445 Wörtern abgeschnitten, AD.]

      • Sie beurteilen das sehr einseitig, während ich alle relevanten Seiten und Argumente einzubeziehen versuche. Eine große Minderheit hat Donald Trump gewählt, aber die Mehrheit, sowohl der Wähler insgesamt als auch für die relevanten Wahlmänner, hat sich für Joe Biden entschieden, so dass dieser ehrlich gewonnen hat, während der noch amtierende Präsident einmal mehr bewusst Lügen verbreitet.

        Sie haben meine Bemerkung im Kommentar falsch verstanden bzw. einen unzulässigen Umkehrschluss gezogen. Ich halte nichts von Wählerbeschimpfung und die Trump-Wähler sind im Gegensatz zu ihm selbst natürlich nicht alle unanständig oder nicht konservativ. Aber seriös lassen sich seine Verfehlungen nicht rechtfertigen. Die meisten Politprofis der Republikaner haben da nur aus Opportunismus mitgemacht.

    • Joe Biden wird versuchen durchzuhalten. Sollte Kamala Harris übernehmen und dann zu radikal regieren wollen, würde sie nicht nur im Senat ausgebremst, sondern gleich wieder abgewählt.

      • Ich habe seine Rede heute gesehen. Nachdem er in den Duells offensichtlich gute Mittelchen bekam, war er heute wieder Sleepy Joe in Reinkultur. Dieser Mann schafft keine 4 Jahre im Amt, ohne restlos zur Marionette zu verkommen. Da wirkt Opa Gauland noch fitter. Und Harris ist leider alles zuzutrauen.

      • Opa Sleepy Joe macht das bürgerliche Gesicht, die linksradikale Phony versteckt sich dahinter. Er hat jetzt schon Aussetzer und wird wohl die 4 Jahre gar nicht durchhalten. Die wie Merkel kinderlose Phony, Merkel-Fan ist sie ja auch, wird dafür sorgen, Millionen Illegaler einzubürgern. Dann gewinnt sie die Wahl 2024 und zerstört das traditionelle Amerika. DAS ist ihr teuflischer Plan… 😤

  3. Die Frage ist, ob Amerika noch zu retten ist. Die größte Fähigkeit des neuen Präsidenten ist, dass er zuhören kann. Ich glaub fest daran, dass Anstand und Moral durch Biden wieder Leitlinien seines politischen Handelns werden kann. Er war jahrelang mit Obama Vizepräsident, und er kennt den Weg. Für mich ist Biden endlich der Meilenstein, der eine bessere Welt einleiten könnte. Viele Meilensteine haben wir eigentlich nicht mehr.

  4. Nachdem der sehr gute Präsident Trump vor aller Augen durch plumpen Wahlbetrug um sein Amt gebracht wird, werden breite Teile der amerikanischen Bevölkerung, die ihren Präsidenten zurecht lieben, The Purge wohl als unvermeidbar ansehen.

    • Donald Trump will doch Wahlbetrug begehen und Millionen Stimmen nicht werten, weil vielleicht rein hypothetisch ein paar davon zweifelhaft sein könnten. Es ist auch völlig antidemokratisch, auf Gewalt statt Wahlen und gegebenenfalls noch den Rechtsweg zu setzen.

  5. Trump und seine Partei scheiterten (nur knapp) an seiner Psyche. Hinzu kommt noch, daß in den beiden ersten Amtsjahren, als der Präsident und die Mehrheiten beider Kammern republikanisch waren, sinnvolle (=liberale) Reformen kaum verabschiedet wurden. Dasselbe gilt seit Jahren für Us-Bundesstaaten, die (oft völlig) von der republikanischen Partei beherrscht werden. Auch in der BRD liefern CDU/CSU/FDP Mehrheiten (im Bund gleich nach der Wahl 2009) und in NRW seit 2017 nur „peanuts“, nicht aber ein klares Gegenmodel zum Sozialismus. Und in Bayern haben sich Seehofer und Söder (bei bürgerlichen Mehrheiten) stark links angebiedert!

      • Trump hat massive psychische Probleme. Unabhängig davon, wo Sie politisch stehen, müssen Sie über seine Abwahl froh sein.Bei einer Verlängerung seiner Amtszeit hätte Trump die USA in ein Abenteuer und möglicherweise ins Chaos geführt. Russland und China feixten doch schon lange, weil Trump erkennbar nicht Herr seiner Sinne ist

      • Warten wir ab, was geschieht.
        Jedenfalls schon interessant, dass in den USA CNN den Präsidenten kürt. 😂
        Sicher gibt es bald wieder viel zu berichten für den größten Kriegsberichterstattungssender aller Zeiten.

      • danielsodenkamp genau so ist es. Ich verstehe nur nicht, warum über 70 Millionen ihn gewählt haben. Ein Grund könnte sein, dass, wenn man Republikaner ist, die Führungsperson keine so große Rolle spielt. Ich hoffe nun, dass es im Senat eine Stimme Mehrheit für die Demokraten gibt. Dort sieht es bislang nach pari aus. Trump wird ein Hindernis bleiben, wenn der Senat die Mehrheit behält, weil dann die Demokratie der Egomanie geopfert wird.

      • Donald Trump hat wohl knapp unter 70 Millionen Stimmen bekommen und Joe Biden über vier Millionen mehr. Beides ist rekordverdächtig, weil noch nie so viele US-Amerikaner gewählt haben.

        Beim Senat führen die Republikaner, aber in Georgia wird es wohl Stichwahlen geben, die zu einem Patt führen könnten, was dann tatsächlich die Vizepräsidentin auflösen würde.

    • Damit der Senat wie von Ihnen skizziert mehrheitlich an die Libs geht, müssten beide Stichwahlen zu den Senatssitzen in Georgia an sie gehen. Das ist unwahrscheinlich, da der Staat insgesamt eher republikanisch orientiert ist. Gleichwohl dürfte in die Wahlkämpfe viel Geld gesteckt werden.

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