Erdogan für Krieg in Bergkarabach

Um Bergkarabach droht erneut ein Krieg zwischen Armenien und Aserbaidschan mit Beteiligung ausländischer Mächte. Nach dem Zerfall der Sowjetunion gab es bereits einen solchen Krieg und auch vorher schon Konflikte. Hintergrund ist, dass Bergkarabach mehrheitlich von christlichen Armeniern bewohnt wird, aber in der Sowjetunion dem überwiegend muslimischen Aserbaidschan zugeschlagen wurde. Faktisch ist die Republik Arzach (bis 2017 Republik Bergkarabach) unabhängig und stark mit Armenien verbunden, doch kein anderer Staat erkennt diese Republik an, die völkerrechtlich weiter als autonomer Teil Aserbaidschans gilt. Aktuell kommt es wieder zu Kampfhandlungen und Kriegsvorbereitungen.

„Russland, USA und Frankreich fordern Waffenruhe – Kritik von Erdoğan“ daran, weil er den Krieg und dabei Aserbaidschan unterstützen will, ohne dass sich andere Mächte einmischen. Wie in anderen Konflikten auch zeigt sich, dass Russland trotz aller Probleme und Differenzen den übrigen europäischen Staaten und auch den USA viel näher steht als die Türkei, obwohl diese als NATO-Mitglied offiziell der Verbündete ist.

‚Bundestag nennt türkischen Völkermord an Armeniern beim Namen‘. Die ‚Bundesregierung hält Bundestagsresolution für irrelevant‘ in dieser Sache. Trotzdem darf sich ein solcher Völkermord nicht wiederholen, weder in Armenien noch in Bergkarabach oder in der Türkei selbst. „Jetzt kehrt die Angst der Armenier in der Türkei zurück“. Sie sind gerade dann gefährdet, wenn Präsident Erdogan mit seinen militärischen Abenteuern nicht erfolgreich ist. Dazu lässt er übrigens islamistische Kämpfer aus Syrien durch die Türkei nach Bergkarabach reisen, wie er auch in Syrien und Libyen Islamisten für sich kämpfen lässt. Schließlich ist er selbst einer und sollte nicht länger von der EU und NATO hofiert werden.

10 Gedanken zu „Erdogan für Krieg in Bergkarabach

  1. Ein unabhängiger Staat, den, außer Armenien, niemand anerkennt. Es ist natürlich fraglich, ob Europa sich das leisten kann. Käme es dort zum Konflikt, wäre die Öl- und Gasförderung stark gefährdet. Für Erdogan ein willkommenes Faustpfand.

      • Na, ob das die Alternativlose und ihre Marionette im Bundesverteidigungsministerium genauso sehen?

  2. Dieser Konflikt ist die unmittelbare Folge der völlig inkompetenten deutschen und EU-Außenpolitik. Da den Türken (Die Türkei besteht nicht aus Erdogan) der Weg in die EU zunehmend verbaut wird, wendet sich Erdogan nun der Reanimation des osmanischen Reiches zu: beginnend mit Syrien und nun auch Armenien. Von Aserbeidjan bis zu den Uiguren in Westchina handelt es sich um Turkvölker mit dem größten gemeinsamen und zusammenhängenden Sprachgebiet der Erde. Ich bin zwar skeptisch, ob es ihm gelingt. Dies bringt uns jedoch nicht weiter.
    Die einzige potente Gegenmacht gegen die Türkei ist Putins Russland. Auch für die Armenier ist sie die einzige wirkungsvolle Schutzmacht. Man denke an den Genozid durch die Türken im ersten Weltkrieg.
    Im Kern handelt es sich – wie bei Katalonien – um einen Konflikt der Unverletzlichkeit der Grenzen Aserbeidjans gegen das Selbstbestimmungsrecht der Völker, nämlich der weit überwiegenden Armenier in Berg Karabach.
    Sollten die Armenier zu unterliegen drohen, ist sicher eine Vertreibung und ethnische Säuberung dort zu befürchten.
    Der schlaue Putin wird dann wohl zunächst mit einer No-Fly-Zone über dem Kriegsgebiet intervenieren. Nach General Kujat: Wo die russische Flugabwehr steht, gehen die Spatzen zu Fuß.
    Auch hier hat sich Europa, insbesondere Minister Maas – wegen eines Mannes vollkommen ins Abseits gestellt.

    • Ja, der Islamist ErdoWahn will das Osmanische Reich wiederbeleben. Damit isoliert er die eigentlich auf Säkularität gegründete Türkei von Europa. Vielleich spekuliert ErdoWahn sogar darauf, dass die EU die Beitrittsverhandlungen abbricht, um ihr die Schuld dafür in die Schuhe zu schieben. Aber auch auf diese Gefahr hin, sollten wir ihn nicht gewähren lassen. Es gibt noch viele Möglichkeiten jenseits von Wegschauen oder militärischem Mitmischen…!

    • Wie perfide die Unterstützung Erdogans für Aserbaidschan ist, ist in der historischen Schuld der Türkei gegenüber Armenien besonders unerträglich. Eskalation durch Machtverlust ist ein menschliches Problem und darf sich nicht politisieren. Das türkische Volk darf sich durch den ökonomischen Niedergang nicht ablenken lassen. Wird Zeit, dass Putin ihm mal die Zähne zeigt.

      • Herr Erdogan hat erst wesentlich zum wirtschaftlichen Aufschwung der Türkei beigetragen, nun verantwortet er den Abschwung. Eine bessere Wirtschafts- und Außenpolitik wären durchaus möglich.

    • Präsident Erdogan verantwortet die inzwischen sehr aggressive Politik der Türkei. Die meisten Türken folgen ihm dabei, aber das würden sie auch bei gegenteiliger Politik tun. Das ist nicht viel anders als in Deutschland mit Frau Merkel.

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