Forderung nach Verbot spricht für Gold

Mark Schieritz haut mal wieder einen raus, diesmal keine direkte Euro-Propaganda (siehe dazu ‚Sind negative Zinsen super für Sparer und Vermögenslose?‘), sondern die Forderung nach einem Verbot von potentieller Konkurrenz, konkret von Gold(handel): „In die Tonne mit dem nutzlosen Zeug“. Er meint, dass es keinen Nutzen habe, während die Goldförderung Schaden anrichte. Auch als Finanzinvestment sei es ungeeignet mit langfristig sehr kleiner Rendite, während es in einer echten Notlage ebenfalls nichts nütze. Warum es überhaupt noch einen Wert hat, kann sich Herr Schieritz deshalb nur verschwörungstheoretisch erklären: „Das Gold verdankt seinen Ruf als lukratives Investitionsobjekt vor allem einer skrupellosen Goldmafia, die mit den Ängsten der Menschen Geschäfte macht.“ Er benennt auch einen vermeintlichen Hauptübeltäter, als wenn Gold nicht weltweit gehandelt würde: „der Geschäftsführer des Goldhändlers Degussa ist Markus Krall, eine schillernde Figur der rechtskonservativen Szene“, der skandalöserweise „eine ‚Ausrichtung des staatlichen Bildungsangebotes an Qualität und eine Befreiung von sachfremden ideologisch motivierten Inhalten'“ fordert, was Herrn Schieritz die letzten zahlenden Leser kosten könnte.

Dabei halte auch ich Gold nicht für eine gute Form der Geldanlage. Das ist aber überhaupt kein Grund, es zu verbieten. Es stiftet realen Nutzen, z. B. als Schmuck, in der Elektrotechnik oder Medizin. In höchster Not, wenn selbst der Tauschhandel zusammenbrechen sollte, sind andere Dinge nützlicher, aber z. B. bei einem ernsthaften Vertrauensverlust in den Euro könnte Gold wieder Geldeigenschaften annehmen. ‚Zentralbanken sind natürliche Monopole‘, aber potentielle Konkurrenz hindert sie daran, zu schlecht zu arbeiten. Wer den Euro um jeden Preis retten will, muss dafür die Alternativen einschließlich Gold verbieten. Eine solche öffentliche Verbotsforderung ist also eigentlich ein Kaufsignal. Ökonomisch sinnvoll oder gar liberal ist ein solches Verbot hingegen nicht.

28 Gedanken zu „Forderung nach Verbot spricht für Gold

  1. Dass die Gurus der Blase, allen voran Markus Krall, Max Otte und Dirk Müller, in erster Linie in eigener Sache predigen, sollte doch inzwischen wohl auch der dümmste Privatanleger begriffen haben. Nichtsdestotrotz sind ihre Denkansätze teilweise (nicht alle) näher an der Wahrheit als das, was sich Politiker auszusprechen trauen.

  2. Von Mark Schieritz hatte ich bisher noch nie gehört und erkennbar nichts verpasst. Wer Gold verbieten will, outet sich damit als Befürworter diktatorischer Maßnahmen, um Alternativen zum inflationären FIAT-Geld auszuschalten. Überschuldete Regierungen und marode Zentralbanken wollen an unser Vermögen. Nur darum geht es!

    • @francomacorisano

      Rechnen Sie mit allem. Leer stehender oder zu großzügig bemessener Wohnraum muss „Schutzsuchenden“ zur Verfügung gestellt werden. Hierfür müssen Sie als Bürger der Solidarsozialistischen Deutschen Republik natürlich Ihren Beitrag leisten. Also werden Sie als Mieter oder Eigentümer einer leerstehenden oder zu großen Wohimmobilie vor die Tür gesetzt und ggf. enteignet. Falls Sie mehrere Autos besitzen, werden Sie sich ebenfalls davon trennen müssen, damit auch unsere neuen Mitbürger etwas zum Fahren haben. Geteilte Freude ist schließlich doppelte Freude. Aber vergessen Sie nicht, vorher noch voll zu tanken und den Beitrag für die Versicherung zu bezahlen. Halleluja!

      • Die SPD fordert doch schon eine Deckelung der Warmmiete, so dass der Vermieter die vom Staat stark erhöhten Nebenkosten aus eigener Tasche bezahlen darf. Dafür wollen die Grünen Einfamilienhäuser verbieten und Rentner in WGs umsiedeln.

  3. „….Mark Schieritz haut mal wieder einen raus…“ ist human ausgedrückt.

    Der Mann ist offensichtlich noch nicht über Deutschlands Grenzen hinaus gekommen. Von China über Indien, Japan, Afrika, Südamerika bis Florida, es glänzt vor Gold bei den Bürger/innen.

    Das sind die die sich Gold leisten können und wollen, als Geld- oder Risikoanlage, Tauschobjekte, Währungsersatz für leere Papierwährung- siehe der Dong/Afrika, Vietnam als aktuell weltweit wertloseste Währung der Welt – oder Spekulation, Liebesbeweis – Ehering oder Halsketten – weil Gold so schön am Körper glänzt , funkelt, weil es überall auf der Welt Frauen gibt die Gold lieben.

    Der Mann ist doch nicht von dieser Welt. In Indien würden sie ihn zu 500 Kniebeugen / Push-Ups bestrafen.

  4. Gold ist mit Alan Greenspan das „ultimate“ Geld. Wie das letzte verkaufte Auto ein Sportwagen sein wird, wird das letzte Geldgeschäft ein Goldgeschäft sein. Bis dahin wird viel Zeit vergehen.
    Ich rate dazu, in der Zwischenzeit 5-10% des Vermögens in physischem Gold anzulegen, hoffend, dass man es nie braucht. Problem ist die Aufbewahrung. Im Banksafe sind nur geringe Summen versichert. Auf den Einbau eines Safes im Privathaus folgt oft ein Hausbesuch durch Spezialisten, die mit den Sicherheitsunternehmen bestens vernetzt sind.
    Wer spekulieren will, dem rate ich zu Goldminenaktien, beispielhaft Bill Gates Beteiligung an Newmont Mining. Dabei verbrennt man sich aber öfter die Finger. Ausnahmsweise empfiehlt sich daher der Kauf eines Goldminenfonds. z.B. BGF World Gold A2DL, der auch von Bergbauingenieuren geführt wird.

    • Nach Golde drängt,
      Am Golde hängt doch alles.
      Ach wir Armen!
      Goethe, Faust. Der Tragödie erster Teil, 1808. Abend, Margarete mit sich allein

    • Gold kann ein relativ sicheres Wertaufbewahrungsmittel sein, während Goldminenaktien eher Spekulationsobjekte sind (für sich genommen sogar ziemlich riskante, doch zur Diversifikation gut geeignet). Echte Geldeigenschaften hat Gold momentan in Deutschland nicht, denn Sie können damit nicht direkt einkaufen, sondern müssten es zuvor gegen Euro tauschen.

  5. Manchmal lohnt es sich, einfach historisch zu denken und man hat schon die nahezu sicher richtige Antwort. Gold ist anerkanntes Zahlungsmittel seit Beginn der Zivilisation. Der Euro wirkt schon nach zwanzig Jahren Existenz angezählt. Wer wird wen überleben?

  6. Markus Krall hat sich während der Verleihung des Roland-Baader-Preises endgültig für die „reine Privatrechtsgesellschaft“ im Sinne Hans-Hermann Hoppes ausgesprochen. Seine demokratiefeindlichen Forderungen (Koppelung des Wahlrechts an Verzicht auf Geld vom Staat, Wahlrecht ab 21, Wahlkönig mit Vetorecht, Reduzierung aller Ministerien auf Finanzen, Inneres, Äußeres und Verteidigung) seien nur erste Schritte, ein Brücke hin zur kompletten Abschaffung der Demokratie.

    • Geht es ihm vorrangig um eine Abschaffung der Demokratie oder nicht eher um die Abschaffung des Staates insgesamt? Das halte ich für eine sehr dumme Idee, weil das Machtvakuum sofort durch schlimmere Akteure gefüllt würde, trotzdem ist es im Kern etwas anderes (nicht demokratie-, sondern staatsfeindlich und anarchokapitalistisch).

    • Sehr geehrter Herr Kemper,

      finden Sie es tatsächlich demokratisch, wenn eine wahlberechtigte Mehrheit von Steuergeld- und Sozialleiszungsbeziehern mittelbar über die Höhe der Abgabensätze der Leistungsträger entscheidet?

      Was glauben Sie, ist das „demokratische Ergebnis“, wenn drei Kannibalen und ein Verganer darüber abstimmen, was es zum Abendessen gibt?

      Wann erkennen Deutschlands Salonsozialisten endlich, dass ein derart überbordender „Sozialstaat“, wie Deutschland einer ist (wenn auch nicht der einzige in Europa), nur eine Sackgasse sein kann?

      • Eine Kuh, die man melken möchte, sollte man nicht schlachten. Wenn diese einfache Einsicht weiter verbreitet wäre, käme es für vernünftige Mehrheitsentscheidungen auf den Anteil der Leistungsträger nicht wirklich an.

      • Strammen Marxisten genügt es, die Kuh in Ketten zu legen oder einzumauern. Die Kuh gibt dann immer weniger Milch und stirbt früher.

    • Was ist denn ein Wahlkönig? Die anderen Forderungen liegen nahe beim Urmodell der athenischen Demokratie, sind ergo nicht demokratiefeindlich. Im Gegenteil, Krall bleibt noch unter dem demokratietheoretisch Möglichen, nämlich der Verknüpfung des Wahlrechts mit dem Militärdienst. Es ist ja ethisch höchst fragwürdig, warum Menschen/Familien, die für diesen Staat weder mit ihrem Geld noch ihrem Leben eintreten, dasselbe Mitspracherecht genießen sollen, wie solche, die es tun.

      • @Eurokanadier
        „Es ist ja ethisch höchst fragwürdig, warum Menschen/Familien, die für diesen Staat weder mit ihrem Geld noch ihrem Leben eintreten, dasselbe Mitspracherecht genießen sollen, wie solche, die es tun.“

        Volle Zustimmung. Aber erklären Sie das einmal der großen Mehrheit der Wahlberechtigten im Umverteilungssozialismus.

      • Ein Wahlkönig ist ein König, der einmal gewählt wird und dann bis zu seinem Tode regiert. Danach wird ein neuer König gewählt. Das galt früher für deutsche Kaiser und gilt immer noch für Päpste, wobei beide Wahlen nicht demokratisch, sondern auf einen kleinen Kreis von Wählern beschränkt sind.

  7. Bei der Anlage in Gold geht es natürlich nicht um das Erzielen einer möglichst hohen Rendite, sondern um einen gelungenen Risiko Mix – und allermeist koralliert Gold negativ zu Aktien.

    Durch den faktischen Wegfall von Anleihen (mit gleicher Funktion) kann der Goldanteil etwas höher sein, als die meist empfohlenen 10 %.

    Ansonsten: Den Preis des Goldes bestimmen einmal die Nachfrage und zum Anderen die Förderkosten

  8. Warum Gold hier immer mal wieder zum Thema gemacht wird, ist mir unklar. Die Argumentationen sind ja immer die gleichen
    Wer Gold hat, braucht es nicht verkaufen, und wer kein Gold hat, braucht es nicht zu kaufen. Gold macht keinen monetären Sinn für uns Anleger. Es passt allerdings zum Image.

    • Ich schreibe hier doch nur recht selten über Gold, weil ich es für keine besonders gute Anlage halte. Es muss auch niemand kaufen oder verkaufen, aber jeder sollte das weiterhin dürfen.

  9. Der Artikel von diesem unbedeutenden Mark Schieritz konnte ich nicht lesen, da ich für die Bezahlschranke der ZEIT kein Geld ausgebe. An anderer Stelle habe ich die wesentlichen „Hits“ davon gefunden:

    Es ist kein Zufall, dass das gelbe Metall gerade in nationalliberalen und rechtsradikalen Milieus seine Anhänger findet. Die AfD hat einst einen Goldshop gegründet, der Geschäftsführer des Goldhändlers Degussa ist Markus Krall, eine schillernde Figur der rechtskonservativen Szene…

    Man könnte es auch so sagen: Gold ist der Reichsbürger unter den Finanzinvestments. Seine Zeit ist abgelaufen. Es sollte aus dem Verkehr gezogen werden. Wie Asbest, Quecksilber oder Fluorchlorkohlenwasserstoff

    Ich schreibe hier jetzt nicht, was ich mit diesem Schieritz machen würde. Sie können es sich denken…! 🙂

    • Eigentlich verlinke ich keine Artikel hinter Bezahlschranken. Manchmal wird diese später eingezogen, doch bei mir wird er noch vollständig angezeigt.

      Die von Ihnen zitierten Stellen zeigen, dass es sich eigentlich doch nur um linke Polemik handelt, keine ernsthafte Argumentation. Antiliberale Goldverbote hat es allerdings historisch durchaus gegeben, auch in westlichen Ländern. Tatsächlich bedenkenswert ist, ob Zentralbanken noch Gold brauchen.

      • Warum kaufen dann aktuell Zentralbanken Gold, allen voran Russland und China…?

      • Sie wollen sich aus der Abhängigkeit des US-Dollars befreien. Gold ist wertbeständiger als die meisten Devisenbestände und lässt sich hinreichend leicht handeln.

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