Lindner schadet der FDP

„Kein Mensch braucht eine liebe FDP“. Zumindest der derzeitige Bundesvorsitzende ist aber auch alles andere als lieb. Christian ‚Lindner schmeißt seine Generalsekretärin raus‘ und legt heute nach, denn Herr „Lindner verabschiedet Generalsekretärin mit verunglücktem Witz“. Vielleicht wird Linda Teuteberg dann die neue Bundesvorsitzende, wenn die FDP seinetwegen 2021 wieder den Einzug in den Bundestag verpasst. Denn was kein Wähler braucht, ist eine links-grüne FDP, deren Vorsitzender ‚Lindner gegen liberalen Ministerpräsidenten‘ lieber einen von Die Linke eintauschte, deren neuer Generalsekretär eine Ampel-Koalition anstrebt und deren Bundesparteitag die Herabsetzung des Wahlalters für das aktuell wichtigste politische Thema hält. Eine prinzipienfeste liberale Partei wird in Deutschland gebraucht, doch Herr Lindner ließ „Die Liberalen“ aus dem Namen der FDP streichen und versucht diese Streichung nun auch personell und programmatisch.

64 Gedanken zu „Lindner schadet der FDP

      • Bei aller Hochachtung (ich erlebte ihn bei einem Vortrag in Dortmund) vor dieser Persönlichkeit darf ich Sie vielleicht trotzdem nach dessen genaueren politischen Positionen fragen.

      • Genauere politische Positionen des Alexander Graf Lambsdorff?
        Keine bekannt.

    • Da nicht nur Die Linke und die AfD, sondern auch die Kretschmer-CDU und die Schwesig-SPD ihre Neigungen zu Putin bekunden, ist es schon viel wert, dass Lambsdorff ein überzeugter Transatlantiker ist. Zudem ist er ein leidenschaftlicher Verteidiger des Rechtsstaats, was längst nicht mehr für alle MdBs gilt. Leider wird er wohl niemals FDP-Chef werden, da es ihm am nötigen Geltungsdrang fehlt. Zudem ist derzeit nicht die Zeit für die sachorientierten und reflektierten Politiker. Das Volk schreit nach den fake-news-Politikern, die es mit ihren Lügen ins Verderben führen werden. Wie so oft in der deutschen Geschichte. Die dümmsten Schafe suchen sich ihre Schlächter halt selber.

      • Alexander Graf Lambsdorff ist leider nicht sein Onkel. Er ist natürlich viel sachorientierter und seriöser als Christian Lindner, aber seine Begeisterung für die EU und den Euro teile ich nicht.

      • Ist „seriöser als Christian Lindner“ jetzt schon die Benchmark für den FDP-Vorsitz?

      • Die Frage ist doch, warum sich Figuren wie Christian Lindner oder Angela Merkel überhaupt so lange an der Spitze halten können? Was ist los in den Parteien? Gibt es da wirklich niemanden mehr, der es besser kann?

      • Wahrscheinlich können sie das, was sie da machen in der Politik, tatsächlich besser als die meisten anderen Politiker oder gar Nichtpolitiker. Wir denken vor allem inhaltlich, sie machttaktisch. Es sind völlig verschiedene Fragen, was die sachlich beste Lösung für ein Problem ist und welche Positionierung einem selbst gerade am meisten nutzt.

      • Das ist die einzige schlüssige Erklärung. Unsere Politiker sind also durch die Bank nur gewöhnliche, egomanische Karrieristen, die meisten davon ohne Sachkompetenz und ohne Rückgrat. Woher soll der Wähler da wissen, was er mit der Wahl einer Partei bekommt?

      • Vielleicht wäre es wirklich besser, Parlamentssitze nur auszulosen und Minister sowie Kanzler und Bundespräsident direkt zu wählen.

      • Die demokratische Legitimation von über Parteilisten Gewählten ist nicht höher als von ausgelosten Bürgern. Wahlen sind nur dann überlegen, wenn sie zu einer Auswahl überdurchschnittlich guter Abgeordneter führen. Das Auslosen führt zu durchschnittlichen Bürgern, während in einer ‚Kakistokratie‘ besonders üble Leute nach vorne drängen und kommen.

      • Allein schon die EU-Begeisterung des Grafen Lambsdorff trennt ihn von meiner politischen Haltung, dem klassischen Linksliberalismus. Dessen Anti-Zentralismus duldet nämlich allenfalls eine sehr abgespeckte EU. Nobilität (und Sachorientierung usw.) ist (unabhängig von der Herkunft) sehr willkommen. Leider sind aber wirklich große Persönlichkeiten (siehe den Herzogsenkel Churchill) oft voller abstoßender Eigenschaften und Fehler.

      • @Ulrich Motte

        Die FDP und leider auch die österreichischen NEOS wollen die Vereinigten Staaten von Europa. Bei den Sozialisten aller Couleur stoßen sie damit erwartungsgemäß auf keinen Widerstand. Außer der AfD kann ich zumindest in Deutschland keine relevante Partei mehr erkennen, die diesen Irrsinn nicht protegiert.

      • Damit wäre ich vorsichtig. Schon oft habe ich mir bei Politikern gedacht, noch schlimmer ginge es gar nicht und wurde kurz darauf eines „Besseren“ belehrt …

      • Bei Frau Merkel ist es klar. Natürlich gibt es haufenweise Politiker, die noch schlechtere Politik machen wollen. Aber können sie das auch? Dass linke Parteien linke Politik machen wollen, kann man ihnen auch schlecht vorwerfen, einer CDU-Kanzlerin hingegen schon. Die Union in der Oppposition würde auch viel Unsinn verhindern, den sie jetzt als Regierung gerade macht.

        Herr Lindner blockiert auch auf seine Weise die FDP. Sollte sein Nachfolger noch schlechter sein, ist sie eben Geschichte. Ist er (oder sie) besser, wäre das gut für den Liberalismus in Deutschland.

      • Merkel ist astreiner DDR-Kader. Wer sich so etwas an die Spitze seiner Partei wählt und dann auch noch vier mal hintereinander zur Bundeskanzlerin macht, darf sich über das Ergebnis nicht wundern. Damit sind die CDU sowie alle Parteien, die seit 2005 im Bund mit ihr regiert haben oder mit Merkel als Kanzlerin weiterregieren werden, disqualifiziert.

  1. Thüringen und den designierten FDP Ministerpräsidenten fallenlassen,das war bereits ein Hammer von Lindner auf die Seelen der FDP Fans.

    Wahlalter – aktives und passives – von 18 auf 16 herabsetzen analog „Die Grünen“ und auch – wie kann es anders sein – von SPD mit Frau Giffey . SPD und endlose Plagiatsstory Giffey, das passt doch.

    Ist liberal wenn man sich Jugendlichen anbiedert die für jeden hart arbeitenden Bürger/innen weitere Qäulereien im Einkommen generieren ? Jugend ist Zukunft aber irgendwie haben auch Erwachsene Recht auf Leben. Zumal wir selbst Eltern sind.

    FDP mit Lindner an der Spitze bleibt aktuell unlösbares Rätsel.

  2. Wäre schön, wenn Frau Teuteberg später wieder eine größere Rolle spielen sollte. Davor kommt die Bundestagwahl 2021 und vlt. die Chance auf eine spannende Wette, was die 5% Hürde angeht. Auf der linken Seite wird es für die FDP nichts zu gewinnen geben, da sind vor allem die Grünen vor, aber auch aufstrebende Kleinparteien wie Volt.

    • Eigentlich ist es noch zu früh für eine solche Wette. Aus heutiger Sicht denke ich, dass diese FDP wieder an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern wird. Aber es kann noch viel passieren in einem Jahr.

      • Herr Wissing ist Christian Lindners Generalsekretär. Wie er den Spagat zwischen seinem Posten als Wirtschaftsminister in Rheinland-Pfalz und als Wahlkampf-Generalsekretär in Berlin hinbekommen will, ist mir ein Rätsel. Aber Vater Staat wird´s schon richten. 😂

      • Das scheint mir nun wirklich das geringste Problem zu sein. Die meisten Spitzenpolitiker haben doch einen Haufen Posten, die eigentlich alle in Vollzeit ausgeübt werden müssten.

      • Das ist m.E. schon ein sehr großes Problem, gleichwohl es nicht nur Herrn Wissing betrifft. Man kann nicht zwei Herren zugleich dienen. Jedenfalls nicht, wenn man sein Bestes geben will. Und wenn einer der eigentlich nur hauptberuflich ausübbaren Jobs priorisiert wird, bleibt der andere zwangsläufig automatisch auf der Strecke.

      • Das hängt von den Synergieeffekten ab. Es kann durchaus sinnvoll sein, Aufgaben zu bündeln, wenn sie sich stark ergänzen. Bei den Ämtern eines Landesministers und des Generalsekretärs einer Bundespartei ist das aber wohl eher weniger der Fall.

      • Eben. Wenn Markus Söder Ministerpräsident von Bayern und zugleich CSU-Vorsitzender ist, dann gibt es durchaus Synergieeffekte. Aber nicht im Falle von Herrn Wissing. Da behindern sich das Ministeramt in RLP und der Posten als Generalsekretär der FDP eher.

      • Wahrscheinlich glaubt er selbst nicht an einen Erfolg der FDP im Bund, sei es eine Regierungsbeteiligung oder auch nur das Überwinden der Fünf-Prozent-Hürde. Deshalb klammert er sich an sein Ministeramt und vermittelt damit auch nach außen, dass er nur im Nebenamt Generalsekretär ist.

      • Das wird der FDP nicht auf die Sprünge helfen. Jedenfalls wissen wir jetzt, dass Christian Lindner jeder Weitblick fehlt. Er schafft es nicht einmal, bis ins nächste Jahr zu denken.

  3. Gestern Abend auf einer langen Autofahrt habe ich im Radio gehört, dass der neue FDP-Generalsekretär die FDP wieder zu mehr Liberalismus zurückführen wolle. Na da bin ich mal gespannt …

    • Es geht um eine taktische Neuorientierung der FDP. Die FAZ hat am 19.9.2020 ein Interview mit dem neuen Generalsekretär Volker Wissing abgedruckt. Die Taktik zielt eindeutig darauf ab, den durch Westerwelle verschreckten Mittelstand zurückzugewinnen.
      – Wissing äußert sich kritisch zur CDU
      – Er gilt als kompetenter Finanz- und Wirtschaftsfachmann
      – Werdegang und Auftritt versprechen, Politik auch in ungünstigen koalitionspolitischen Konstellationen mitzugestalten.
      Die SPD wird versuchen, die FDP als die unternehmerfreundliche Steuerpartei zu verunglimpfen. Das ist dann nicht relevant, wenn die FDP jetzt zielgruppenorientiert vorgeht. Lindner hatte mit einer gender-orientierten Postenbesetzung auf Zielgruppen gesetzt, die die FDP sowieso nicht wählen. Die moralischen Vorhalte hier im Eingangs-Statement sind unpolitisch.
      Noch eine gute Nachricht: Mit NRW hat nun das 4. Bundesland das Fach „Wirtschaft“ als Schulfach eingeführt. Man kann hoffen, dass damit der Boden für eine etwas differenzierte Beurteilung der Politik durch die Öffentlichkeit erfolgt.

      • @Klaus wolfgang Berger

        Guido Westerwelle als Mittelstandsschreck?
        Diese These ist mir neu. Worauf führen Sie diese Annahme zurück?

      • 300sel
        sagte am 20/09/2020 um 20:45 “ Guido Westerwelle als Mittelstandsschreck?
        Diese These ist mir neu. Worauf führen Sie diese Annahme zurück? . . .“
        Ihre Nachfrage erstaunt mich: Ein zentrales Wahlversprechen der FDP zur BTW 2009 war eine Steuerreform- insbesondere eine Vereinfachung hinsichtlich der Bemessungsgrundlagen und der Erhebung. Besonders ins Auge gefasst war der Wildwuchs im USt-Recht. Das hat im Mittelstand für Wählerstimmen gesorgt. Was ist dann passiert ? Im Benehmen mit seinem neuen Duzfreund Horst hat der Guido ein kompliziertes USt-Geschenk für die Hotellerie auf die Beine gebracht, ansonsten die Steuerpolitik der CDU/CSU überlassen. Dann ist alles immer noch schlimmer geworden. Dieser Verrat am Wahlversprechen hat – wie von mir bereits Anfang 2010 prognostiziert- die FDP 2013 aus dem Bundestag katapultiert.

      • Es war ein schwerer Fehler, auf einen Steuerwahlkampf, der immerhin zum besten Wahlergebnis der FDP überhaupt führte, keine entsprechende Steuerpolitik folgen zu lassen und auf das Finanzministerium zu verzichten. Aber trotzdem hätte es die FDP wieder in den Bundestag geschafft, wenn sie nicht auch noch bei vielen anderen Themen umgefallen wäre, insbesondere bei der Eurorettungspolitik. Letzteres führte zur Gründung der AfD, die die FDP 2013 viel mehr Stimmen kostete als die fehlenden 2 Promille. Die heutige AfD kostet die FDP keine Stimmen mehr, doch umgekehrt ließen sich Stimmen zurückgewinnen mit einer prinzipienfesteren Politik.

      • @Klaus Wolfgang Berger

        Das war allerdings Schall und Rauch. Wobei man zur „Ehrenrettung“ (?) der FDP sagen muss, dass sie sich in diesem Fall vor den Karren der CSU spannen lassen hat, was reichlich naiv gewesen ist.

      • Sie rechtfertigen immer den gerade aktuellen Kurs. Aber das hat doch zumindest das Problem, dass dieser vor kurzem noch ganz anders war. Herr Lindner hat doch Frau Teuteberg nicht aufs Auge gedrückt bekommen, sondern er selbst hat sie erst letztes Jahr ausgesucht und in höchsten Tönen gelobt. Wenn er sie jetzt unbedingt entsorgen wollte, hätte er das doch zumindest geräuschlos machen können, indem er ihr z. B. einen anderen Posten anbietet oder sie offiziell von sich aus zurücktreten lässt. Aber er hat sie lieber öffentlich rausgeworfen und dann noch dumme Witze gemacht.

        Herr Wissing hat tatsächlich im Gegensatz zu Herrn Lindner Wirtschaftskompetenz. Er steht jetzt aber vor allem für einen Linksruck der FDP, das Loben des Staates und die Option einer Ampel-Koalition auch im Bund. Das mag Applaus bringen, aber nicht von (potentiellen) FDP-Wählern, die es kostet.

      • @Alexander Dilger
        „Herr Wissing hat tatsächlich im Gegensatz zu Herrn Lindner Wirtschaftskompetenz.“

        Dass jemand ein bestimmtes Ministeramt inne hat, bedeutet nicht, dass er auf diesem Fachgebiet kompetent ist (q.e.d.). Herr Wissing ist Jurist, kein Kaufmann. Aber es waren ja auch schon andere Juristen, Lehrer und sogar Augenärzte Wirtschaftsminister … nichts ist unmöglich im Land der unbegrenzten Politikerkarrieren. Es herrscht Wahlfreiheit.

      • Herr Wissing ist kein Wirtschaftswissenschaftler, aber für einen Politiker schon ziemlich wirtschaftskompetent. Vergleichen Sie ihn z. B. mit dem Bundeswirtschaftsminister.

      • Eben. Gemessen an Peter Altmaier …
        Aber kann das wirklich der Maßstab sein?

      • Was ist denn Ihr Maßstab? Herr Wissing überflügelt in dieser Hinsicht nicht nur die Herren Altmaier und Lindner, sondern die große Mehrheit der Politiker. Wirtschaftspraktiker und Wirtschaftswissenschaftler haben im Schnitt noch mehr (und unterschiedliche) Ahnung von Wirtschaft, sind aber vielleicht nicht zufällig recht selten in der Politik.

      • „Schuster bleib bei Deinen Leisten.“

        Ich bin grundsätzlich der Meinung, dass Ministerien fachgerecht zu besetzen sind und Politiker nur zur Wahl zugelassen werden dürften, wenn sie über ein Mindestmaß (zehn Jahre?) an echter Berufserfahrung (nicht nur Praktika an mit Steuergeldern subventionierten Bühnen etc.) außerhalb des öffentlichen Dienstes und der Politik verfügen, also ihr Geld auch schon einmal wirklich selbst verdient haben.

      • Viele Berufspolitiker hatten nie einen anderen Beruf. Grundsätzlich ist Spezialisierung ein Vorteil, in diesem Fall aber höchstens für die Spezialisierten und nicht für die Demokratie. Hinzu kommt, dass Minister sich häufig gar nicht in ihrem Ressort auskennen und dieses auch gerne gegen ein völlig anderes tauschen.

  4. Zur Erinnerung: Es war Christian Lindner, der im Dezember 2011 als Generalsekretär den von Frank Schäffler organisierten FDP-Mitgliederentscheid zur Eurorettung torpediert hat. Die FDP hat damals eine historische Chance verpasst, im Gegensatz zu den anderen Parteien Glaubwürdigkeit zu beweisen.

    Als Lindner dann im Dezember 2013 FDP-Vorsitzender wurde, war das kein Neuanfang, sondern nur alter Wein in neuen Schläuchen, da er der alten, erfolglosen Parteiführung bereits angehört hatte. Seine Ankündigung, die FDP „vom Fundament her zu erneuern“, war nur heiße Luft.

    Lindner ist ein unbeständiger Typ. Erst Zivildienst, dann Reserveoffizier. Als Geschäftsmann war er mehrfach erfolglos. Somit blieb dann nur die Politi-Karriere. Seine Absage an eine Jamaika-Koalition im November 2017 war zwar richtig, aber Lindner hätte das Scheitern der Verhandlungen taktisch viel besser verkaufen müssen. Er ist, wohlwollend ausgedrückt, nur ein Leichtgewicht, treffender gesagt ein Blindgänger.

    • Kurzzeitig hielt ich die Absage an Jamaika auch für richtig, aber letztlich wäre diese Koalition vielleicht nicht schlecht gewesen. Die FDP hätte interessante Akzente etwa im Bereich Digitalisierung setzen können, umgekehrt wäre uns die Grundrente der SPD und vielleicht auch der deutsche Sonderweg bei den Moria-Flüchtlingen erspart geblieben.

      • Die FDP wäre zerrieben worden und Frau Merkel würde noch viel mehr grüne Forderungen umsetzen. Der einzige Lichtblick wäre vielleicht, dass dann auch die Grünen Stimmen verlieren würden.

    • @francomacorisano zur Erinnerung: Es geht hier entsprechend der Diskussionsvorlage um die Frage, ob Art und Inhalt der Neupositionierung – durch den Partei-Vorsitzenden bewirkt – der FDP eher schaden oder nützen werden. Ich hatte in meinem Beitrag um 15:30 Uhr die nach meinem Urteil positiven Aspekte hervorgehoben. Ihre Schmähkritik an Lindner berührt ja auch nur einen Teilaspekt der Arbeit der schwarz-gelben Koalition. Das Kind „FDP“ war schon mit der Steuerpolitik im Brunnen, hat sich EU- politisch der Außenministertätigkeit Westerwelles verpflichtet gesehen, den Bruch der Wahlversprechen der CDU („Atomenergie als Brückentechnologie“) mitgetragen- viele Gründe, die Koalition platzen zu lassen- dann hätte die SPD bereitgestanden, aber die FDP wäre nicht in ein kaum aufzufüllendes Glaubwürdigkeitsloch gefallen. Helmut Kohl und Guido Westerwelle haben Deutschland eine schwer zu tragende Hypothek hinterlassen.

      • Guido Westerwelle hat nicht alles richtig gemacht, aber die aktuellen FDP-Probleme hat allein Christian Lindner zu vertreten. Man muss nicht gleich „Kohl/Kinkel“ plakatieren, aber eine Ampel-Koalition nicht nur nicht auszuschließen, sondern als besonders wünschenswert darzustellen, ist sowohl strategisch als auch taktisch ein schwerer Fehler. Dasselbe gilt für die Geschichte in Thüringen. Wie können Politprofis so blöde sein, einen FDP-Ministerpräsidenten erst kandidieren und wählen zu lassen, um ihn dann sofort wieder abzusägen?

      • @Alexander Dilger
        „Wie können Politprofis so blöde sein, …“

        Eben deshalb. Jedem halbwegs intelligenten Strategen wäre das nicht passiert. Aber wie sich immer deutlicher abzeichnet, sind Intelligenz und Weitsicht eher K.-o.-Kriterien für eine politische Karriere.

    • So ist es leider. Schon Guido Westerwelle war ein besserer Generalsekretär als Parteivorsitzender. Christian Lindner ist nur eine schlechte Kopie von ihm und für fast alle aktuellen Probleme der FDP verantwortlich, zumal er die ganze Partei auf sich zuschnitt.

      • Wissing beschreibt seine taktischen Vorstellungen laut zitierter FAZ so :
        “ . . .Voraussetzung für einen Eintritt der FDP in eine Regierung ist, dass wir die Punkte umsetzen können, die für uns unverzichtbar sind, und Punkte nicht mittragen müssen, die wir für inakzeptabel halten. Dazwischen ist viel Raum für Kompromisse. Ich sehe große Differenzen zwischen den SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans und der FDP. Ich sehe aber auch große Differenzen zwi­schen CDU-Wirtschaftsminister Peter Alt­maier und der FDP. Für uns könnte es spannend sein, gemeinsam mit der SPD eine Politik umzusetzen, die beste Chancen für alle schaffen will, oder aber mit der CDU die Modernisierung der Marktwirtschaft in Angriff zu nehmen. . .“. Er schließt aus, dass sich die FDP aus ideologischen Gründen einer Mitwirkung an Politik von vorn herein verschließt (sich als geschrumpfte Partei damit als unwählbar zeigte). Es geht für mich um Wahlempfehlungen für die nächste BTW und nicht um ein in allen möglichen Varianten erstelltes Psychogramm von Lindner.

      • Was für eine „Modernisierung der Marktwirtschaft“ soll das denn werden mit dem CDU-Wirtschaftsminister Altmaier? Der liegt doch eher auf einer Linie mit der SPD oder überholt sie noch an Staatsgläubigkeit, die auch Herr Wissing erkennen ließ (siehe „‚Der Staat kann vieles besser als der Markt'“).

        Es wäre unklug, alle Regierungsoptionen auszuschließen (wie es Herr Lindner in gewisser Weise 2017 getan hat), aber ebenso gefährlich, sich alle offenhalten zu wollen. Das „Psychogramm von Lindner“ ist wichtig für eine Wahlempfehlung hinsichtlich der FDP, weil er sie dominiert. Die aktuelle Regierung kann doch auch nicht unabhängig von Frau Merkel beurteilt werden.

    • Dass die FDP 2021 wieder aus dem Bundestag fliegt, glaube ich inzwischen auch. Ob sie das langfristig überlebt, ist unklar, was auch für die Chancen einer neuen liberalen Partei in Deutschland gilt. Das hängt wohl auch von der Entwicklung der anderen Parteien ab.

      • Etwa 95% der Deutschen (auch der größte Teil der AfD-Anhänger in den neuen Bundesländern) sind maximalkollektivistischem Gedankengut verfallen. Wo soll da noch Platz für eine oder gar mehrere liberale Parteien sein? Von der seit mehr als hundert Jahren in Deutschland grassierenden marxistischen Geisteskrankheit lassen sich weder die Untertanen noch die Profiteure des Etatismus befreien. Das hat spätestens die Entwicklung im Nachgang des durch planwirtschaftliche Idiotie hervorgerufenen wirtschaftlichen Zerfalls der DDR gezeigt. Der Deutsche Michel goutiert das nächste umverteilungssozialistische Experiment (die aktuelle DDR 2.0) ebenso wie er das übernächste derartige Schwachsinnsprojekt (VSE = EUdSR) herbeisehnt. Da sind Hopfen und Malz verloren.

      • Warum betätigen Sie sich eigentlich noch politisch, wenn Sie das so sehen? Ich denke eher, dass 95 Prozent der Deutschen (aber auch in anderen Völkern) recht unpolitisch sind. Wir müssen ihnen attraktive Angebote machen. Eigentlich müsste es da eine liberale Partei angesichts der Alternativen doch sogar leicht haben. Die Lindner-FDP ist aber weder sonderlich liberal noch attraktiv. Nun biedert er sich auch noch bei Fridays for Future an (siehe Tweet). Da kann man dann doch besser gleich die Grünen oder demnächst die antikapitalistische Bewegung selbst (siehe ‚Links-grüner Wahlverband geplant‘) wählen.

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