Ergebnisse der Kommunalwahlen 2020 in Dortmund

Es gibt vorläufige Ergebnisse der Kommunalwahlen in Dortmund nach Auszählung fast aller Wahlkreise. Bei der ‚OB-Wahl in Dortmund‘ liegt erwartungsgemäß Thomas Westphal von der SPD vorne mit 36 Prozent der Stimmen. Auf dem zweiten Platz und damit auch in der Stichwahl ist der CDU-Kandidat Andreas Hollstein mit 26 Prozent. Auf dem dritten Platz landet Daniela Schneckenburger von den Grünen mit 22 Prozent. Eine Ablösung der dauernden SPD-Herrschaft ist also nur möglich, wenn auch manche Grüne das wollen. Günther Ziethoff holt mit 4,8 Promille übrigens nicht das schlechteste Ergebnis, was Dave Varghese von der DKP mit 2 Promille vergönnt ist. (Von LKR trat niemand an.)

Bei der Ratswahl (siehe ‚Wahlhelfer für Rat der Stadt Dortmund‘) bleibt die SPD stärkste Partei mit 30,0 Prozent (nach 38,2 Prozent 2014). Die Grünen werden jetzt zweitstärkste Partei mit 24,8 Prozent (plus 9,4 Prozentpunkte) und die CDU liegt nur noch auf dem dritten Platz mit 22,5 Prozent (minus 4,7 Prozentpunkte). Die Linke erreicht 5,6 Prozent (minus 1,2 Prozentpunkte) und die AfD unverdiente 5,5 Prozent (plus 2,1 Prozentpunkte), womit ich meine diesbezügliche Wette verloren habe. Es folgen die FDP mit 3,5 Prozent (plus 1,1 Prozentpunkte), Die Partei mit 2,8 Prozent (plus 2,7 Prozentpunkte), Die Rechte mit 1,1 Prozent (plus 0,1 Prozentpunkte) und die Tierschutzpartei mit 1,0 Prozent (ohne Antritt 2014). Noch einen Sitz bekommen dürften die Piraten mit 0,9 Prozent (minus 1,4 Prozentpunkte), das Bündnis für Vielfalt und Toleranz mit 0,8 Prozentpunkten (ohne Antritt 2014) und die Bürgerliste – Freie Wähler mit 0,7 Prozent (minus 0,3 Prozentpunkte). Die DKP kommt hier übrigens nur auf 0,01 Prozent bzw. absolut 16 Stimmen (nach 135 Stimmen bzw. 0,1 Prozent 2014).

Bei der Bezirksvertretung Aplerbeck (siehe ‚Wahlen zur Bezirksvertretung und dem Ruhrparlament‘) liegt die SPD mit 28,6 Prozent knapp vor den Grünen mit 28,2 Prozent. Die CDU erreicht nur den dritten Platz mit 26,9 Prozent. Es folgen Die Linke mit 4,1 Prozent, die FDP mit 3,9 Prozent und Die Partei mit 2,9 Prozent. Die Rechte kommt auf 2,5 Prozent, die Bürgerliste – Freie Wähler auf 2,2 Prozent und die Piraten auf 8 Promille.

Bei der Wahl zum Ruhrparlament liegt in Dortmund die SPD vorn mit 28,0 Prozent. Es folgen die Grünen mit 26,3 Prozent und die CDU mit 21,9 Prozent. Die AfD kommt hier auf 6,1 Prozent, Die Linke auf 5,4 Prozent und die FDP auf 3,5 Prozent. Die Partei hat 2,8 Prozent und Tierschutz hier! 1,9 Prozent. Volt erzielt 1,0 Prozent, die Piraten erhalten 0,9 Prozent und die Freien Wähler NRW 0,5 Prozent. Alle anderen Parteien liegen noch deutlich darunter.

Der Gesamttrend, auch in ganz NRW, zeigt Stimmengewinne von den Grünen, die allerdings vor allem von der SPD kommen. Die CDU bleibt landesweit stärkste Kraft, während in Dortmund die SPD gerade noch vorne liegt. Die AfD legt etwas zu, bleibt aber schwach wie auch alle anderen Parteien.

12 Gedanken zu „Ergebnisse der Kommunalwahlen 2020 in Dortmund

  1. Die AfD Ergebnisse sind zwar ziemlich schwach, aber warum sind die 5,5% unverdient? Es gibt zumindest einen Protestsockel, auf dem die AfD aufsetzt. Und mir kann keiner erzählen, dass die paar AfD Parlamentarier die schlechtesten, dümmsten oder radikalsten im Stadtparlament sind bzw. sein werden.
    Mit Blick auf die westdeutschen (Groß-) Städte muss man feststellen, dass diese weitgehend verloren sind. Die Menschen wollen in übergroßer Mehrheit linksgrüne Politik und sie werden sie bekommen. Und alles, was ich und viele andere hier im Blog an Negativentwicklungen kritisieren, ablehnen oder bekämpfen, wird von einer sehr breiten linken Mehrheit akzeptiert oder gar begrüßt und befördert.

    • Es ging hier speziell um die AfD in Dortmund. In anderen Ruhrgebietsstädten hat die AfD deutlich besser abgeschnitten. Es kommt eben nicht nur auf den Bundestrend an, sondern auch auf die Arbeit vor Ort und die (nicht) handelnden Personen.

      Die links-grünen Mehrheiten sind tatsächlich ein Problem. Das liegt nicht nur, aber auch am fehlenden bürgerlichen Gegenangebot.

  2. Es ist für die AfD gar nicht so einfach, geeignete Kandidaten für kommunale Mandate zu finden. Bewerber werden gesellschaftlich vernichtet, für vogelfrei erklärt und selbst, bzw. ihre Familien von der Antifa mit Gewalt bedroht. Die AfD findet kaum Gastwirt, die sich trauen Räume für Veranstaltungen zur Verfügung zu stellen, Wahlkampfstände werden attackiert und Plakate zerstört oder gestohlen. Es ist ein Skandal! Unter diesen sehr schweren Bedingungen, ist das Ergebnis gar nicht schlecht.

    • In Dortmund habe ich keinerlei AfD-Wahlkampf wahrgenommen. Die Plakate von Die Rechte wurden tatsächlich zerstört, von der AfD wurden vorsorglich erst gar keine aufgehängt (jedenfalls nicht in Aplerbeck oder anderen Ortsteilen, in denen ich war). Ich habe auch keine Wahlkampfstände gesehen und von keinen Veranstaltungen gehört, was in den Vorjahren nicht anders war.

  3. Wenn ich es richtig sehe, haben sich Bürgerliste und FDP bei der Bezirksvertretung Aplerbeck gegenseitig den Sitz weggenommen. Das ist suboptimal gelaufen, zumal beide Gruppen im Stadtrat eine Fraktion bildeten.

    Umgekehrt hat die gemeinsame Liste von Die Rechte und NPD beim Stadtrat dazu geführt, dass dieses Spektrum insgesamt nur noch einen Sitz im Stadtrat erhält.

  4. „……..und die AfD unverdiente 5,5 Prozent (plus 2,1 Prozentpunkte), womit ich meine diesbezügliche Wette verloren habe. “

    Unverdient, ist in Dortmund alles im rechte Lot ? Habe ich nicht aufgepasst und Sie haben große Übereinstimmung bzgl. Wahlprogramm AfD festgestellt ?

    • Das Wahlprogramm der AfD habe ich nicht gelesen. Übereinstimmung bei ein paar allgemeinen Fragen bedeutet nicht viel, insbesondere wenn man seine Pappenheimer kennt, die die letzten Jahre fast nichts gemacht haben und auch jetzt keinen ordentlichen Wahlkampf führten.

  5. Sehr geehrter Prof. Dilger,
    Warum verwenden Sie in der Darstellung der Wahlergebnisse bei der AfD die Wertung „unverdient“, führen aber diese Art der Einordnung nicht konsequent für alle Parteien durch? Nur einer Partei eine Einordnung zukommen zu lassen, spricht nicht für Neutralität. Bericht und Meinung mischt sich hier.

    • Das hier ist ein Blog, keine Zeitung, die Bericht und Meinung trennen sollte. Hier gibt es im Grunde nur meine Meinung, die natürlich an bestimmte Fakten anknüpft und möglichst begründet wird. Hinsichtlich der Wertung für die Dortmunder AfD habe ich das getan. Die meisten anderen Parteien vor Ort kenne ich nicht so gut.

  6. Pingback: Oberbürgermeister-Stichwahlen in NRW | Alexander Dilger

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