Kurzarbeitergeld sollte nicht verlängert werden

Der SPD-Kanzlerkandidat und nebenbei auch noch Bundesfinanzminister Olaf „Scholz will Kurzarbeitergeld auf 24 Monate verlängern“. Das mag politisch in Deutschland und insbesondere bei potentiellen SPD-Wählern gut ankommen, doch sowohl wirtschaftlich als auch für die betroffenen Beschäftigten ist diese Verlängerung eine dumme Idee. Kurzarbeitergeld ist grundsätzlich sinnvoll, insbesondere wenn es nicht saisonal immer wieder, sondern in einer vorübergehenden Krisensituation gezahlt wird.

Nun ist es durchaus möglich, dass die Corona-Pandemie und insbesondere die Maßnahmen dagegen oder gleich im Anschluss gegen weitere Krankheiten noch lange anhalten. Das rechtfertigt aber gerade keine Ausdehnung des Kurzarbeitergeldes, sondern erfordert andere Maßnahmen. Denn es sollte möglichst niemand entlassen werden, weil er für ein paar Monate nicht gebraucht oder von seinem Unternehmen nicht bezahlt werden kann. Wenn dieser Zustand jedoch länger andauert, was bei zwei Jahren definitiv der Fall ist, ist es besser, wenn sich die Betroffenen einen neuen Job suchen. Gegebenenfalls kann der Staat dabei helfen, am besten durch geringere Steuern und Abgaben für alle Beschäftigten oder zumindest die Betroffenen.

Dagegen ist langfristiges Kurzarbeitergeld eine Subvention und Förderung von Arbeitslosigkeit statt Arbeit. Dabei ist es auch für die Betroffenen schlechter als Arbeitslosengeld, weil offiziell Arbeitslose sich eher um eine neue Beschäftigung bemühen. Kurzarbeitergeld bindet hingegen die Beschäftigungslosen an ihren Betrieb, der sie über lange Zeiträume oder auf Dauer nicht braucht. Das verschwendet volkswirtschaftliche Ressourcen und hemmt den nötigen Strukturwandel.

Aktuell ist das Kurzarbeitergeld auf 12 Monate befristet, kann aber bereits ausnahmsweise bis zu 21 Monate gezahlt werden, wenn es schon vor der Pandemie gezahlt wurde, der betreffende Betrieb als quasi von einer Krise in die nächste stolperte. Außerdem wurde es (vorerst bis Jahresende) von 60 Prozent auf 80 Prozent des entfallenen Netto-Entgelts erhöht (Beschäftigte mit mindestens einem Kind bekommen noch jeweils 7 Prozentpunkte mehr), allerdings erst ab dem 7. Monat (ab dem 4. Monat gibt es jetzt 70 Prozent) und bei einem Entgeltausfall von mindestens 50 Prozent. Auch diese Staffelung erscheint aus Anreizgründen genau verkehrt herum. Am Anfang sollte das Kurzarbeitergeld höher sein, um den unverschuldeten Verdienstausfall abzufedern, doch dann zurückgehen, um zur Suche nach einer neuen Beschäftigung (oder auch der kompletten Wiederbeschäftigung im alten Betrieb) anzuregen.

10 Gedanken zu „Kurzarbeitergeld sollte nicht verlängert werden

  1. Dieser Unfug schafft neue Geschäftsgrundlagen für systematischen Sozialbetrug im großen Stil und sonst garnichts.

  2. Bei allergrößtem Verständnis für die Betroffenen.

    Angestrebte Verlängerung Kurzarbeiter – Geld pure Hängematte. So generiert man später Langzeitarbeitslose.

    Was machen eigentlich die ca. 2 Millionen Langzeitarbeitslosen die als solche in Statistiken nicht mehr geführt werden ?

    Neben seit 2015 zu uns geflüchteten, mehrheitlich jungen, “ ……besonders gesunden Männern “ wie der ehemalige deutsche Ärztepräsident Prof. Dr. Montgommery so trefflich formulierte.

    Wieviele Millionen Asylanten sind es bis aktuell Juli 2020 die ohne Job, Ausbildung, Qualifikation sind ? Ohne Chance auf selbstbestimmtes Leben in Deutschland , vielleicht nachhaltig bis zum Renteneintritt ? Und kommen aus verschiedenen Programmen täglich neue Asylanten zu uns.

    Ist nicht als Polemik geschrieben, ernste katastrophale Fakten für alle arbeitenden Bürger/in, Unternehmen, Selbständige, Steuerzahler, für die Gemeinschaft, Zusammenhalt, für Deutschlands Zukunft.

    Wer soll die Billionen € schweren, neuen Belastungen aus EU „Corona-Hilfen“ abstottern, stemmen ?

    • @Bernd L. Müller

      Diese Migrationspolitik ist Merkels Beitrag zur Gleichverteilung. Wenn die Kosten für diese Menschen alles aufgezehrt haben, werden die dann noch Vermögenden zwangsenteignet bis alles aufgebraucht ist. Dann herrscht endlich „Gleichverteilung“ und der Sozialismus ist am Ziel.

      • Prof. Alexander Dilger, in dieser Klarheit mit Resignation habe ich Sie noch niemals schreiben gesehen.

        Im Freundes- und Verwandtenkreis reden wir so aber ohne die Relevanz Ihrer profunden Sachkenntnisse.

        Im Unternehmen ist Thema – Verschuldung bis in die Ewigkeit – eh tabu weil Politik draussen bleiben muss und wir von berufswegen optimistisch sein müssen. In der IHK wird auch nur um den heißen Brei rumgeredet.

        Es ist ein Desaster, wir sind am A.

      • Unternehmen und insbesondere natürliche Personen können in dieser Hinsicht nicht dasselbe wie der Staat. Eine dauerhafte Verschuldung sehe ich nicht so negativ wie Sie, aber auch nicht so positiv wie vieler meiner Kollegen oder gar unserer Politiker.

  3. Eher kann man ein Wildschwein im Maisfeld vom Sinn des Fastens überzeugen als einen Sozialisten vom Stimmenkauf abhalten.

  4. Pingback: Koalitionsbeschluss beschließt Verlängerung des Kurzarbeitergeldes und Wahlrechtsreförmchen | Alexander Dilger

  5. Pingback: Einordnung von Volkswirten | Alexander Dilger

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