Putin lässt Corona-Impfstoff ohne hinreichende Tests zu

„Russland lässt ersten Corona-Impfstoff zu“. Was wie ein großer Erfolg für „Sputnik V“ aussieht, benannt nach dem ersten Satelliten, mit dem die Russen 1957 den Amerikanern zuvorkamen, ist eine gefährliche Mogelpackung. Andere Impfstoffe sind in den Tests schon weiter (siehe z. B. „Biontech plant Impfstoffzulassung weiterhin für Oktober“), auf die Präsident Putin einfach verzichtet. Geimpft wurde bislang nur eine zweistellige Zahl an Menschen, darunter eine Tochter des Präsidenten. Die wichtige Testphase 3, in der an Tausenden oder sogar Zehntausenden Testpersonen sowohl die Wirksamkeit als auch mögliche Nebenwirkungen überprüft werden, wurde einfach übersprungen. Normale Russen, darunter zuerst Ärzte und Lehrer, sind jetzt die Versuchskaninchen. Es kann sein, dass sich der Impfstoff dann als wirksam und ungefährlich erweist, aber das muss nicht sein. Schlimmstenfalls sterben mehr Menschen durchs Impfen als durch das Coronavirus. Bei der Einschätzung von dessen Gefährlichkeit sieht jetzt selbst die taz „Astronomische Fehlrechnungen“:

Viele nun vorliegende Studien zeigen aber, dass die Infection Fatality Rate (IFR), der Anteil der Todesfälle an allen Corona-Infektionen, in einem Bereich von 0,1 bis 0,3 Prozent liegt, also dem einer normalen Grippe. In diesen Studien wurden repräsentative Zufallsstichproben von Bevölkerungsgruppen untersucht und die Infizierten durch serologische Antikörpertests identifiziert. Dabei stellte sich heraus, dass die Zahl der mit Sars-CoV-2 Infizierten viel größer ist als die der positiv getesteten Menschen mit Symptomen. Wenn die Covid-19-Todesfälle auf diesen größeren Nenner bezogen werden, errechnen sich deutlich geringere IFR-Zahlen als vom Robert-Koch-Institut (RKI) und der WHO angegeben. Mittlerweile haben wir verlässlichere Daten darüber, dass die Coronapandemie nicht so gefährlich ist wie ursprünglich angenommen. […]

Die vom RKI Anfang Mai angekündigte repräsentative Zufallsstichprobenuntersuchung der deutschen Bevölkerung steht bis heute aus.

54 Gedanken zu „Putin lässt Corona-Impfstoff ohne hinreichende Tests zu

  1. Der taz-Artikel ist unseriös, schauen Sie sich einmal die Kommentare an. Grob falsch ist die Aussage zur IFR bei der Grippe. Diese ist eben nicht gleich 0,1 oder gar 0,3. Gemäß der Studie https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3809029/ (Figure 3) liegt man dort eher bei 0,01 oder noch darunter. Covid-19 ist definitiv tödlicher als die Grippe. Auch die Aussage zur Teilimmunität nach anderen Erkrankungen ist sehr wackelig. Es mag gewisse Evidenzen dahingehend geben, aber dies ist deutlich unklarer, als der taz-Artikel es besagt.

    • Wieso kommen Sie denn jetzt mit Zahlen von 2009? Die Grippe kehrt jedes Jahr wieder, mal schwächer und mal stärker. Die Spanische Grippe war eine echte Pandemie mit weltweit bis zu 100 Millionen Toten, ohne dass man zu so drastischen Maßnahmen wie jetzt gegriffen hätte. In den letzten Jahren war in Deutschland die Grippesaison 2017/18 am schlimmsten. Nach offiziellen Schätzungen gab es rund 25.000 Grippetote. Direkt nachgewiesen wurde der Grippevirus bei 1.674 Toten, während 334.000 Infektionen laborbestätigt wurden (siehe Wikipedia). Das entspricht einer Todesrate von 5 Promille.

      • Wenn Sie so rechnen, dann nehmen Sie bitte zur Kenntnis, dass es Stand heute in Deutschland 9276 bestätigte Coronatote bei 220.850 Infektionen gibt. Das entspricht einer Todesrate von 4,2 Prozent, was in etwa der von mir bereits erwähnte Faktor 10 ist.

        https://www.worldometers.info/coronavirus/

      • Sie wissen aber schon, dass die Zahl der Corona-Toten eher überschätzt wird (es zählt unabhängig von der Todesursache jeder Tote, der das Virus hat oder auch nur haben könnte), während die Zahl der Corona-Infizierten unterschätzt wird. Dagegen werden die meisten Grippe-Toten nicht als solche erkannt, weshalb sie über die Übersterblichkeit geschätzt werden, die vor gut zwei Jahren eben bei 25.000 lag. Bezogen auf die laborbestätigten Grippe-Infizierten käme man auf eine Sterblichkeit von 7,5 Prozent. Nun werden auch nicht alle Grippe-Infizierten identifiziert, aber bei gleicher Dunkelziffer wäre die Grippesterblichkeit sogar höher als die durch Corona.

      • Warum wird mein Kommentar hierzu nicht gespeichert? Ich habe es jetzt schon mehrmals versucht.

      • Das ist wohl genau das Problem gewesen. Wenn Sie den (fast) gleichen Kommentar siebenmal posten, wird er als Spam einsortiert. Den Spamordner kontrolliere ich nur alle paar Tage.

      • In Deutschland hat es dieses Jahr keine Übersterblichkeit gegeben, weil die leichte Übersterblichkeit im April durch die Untersterblichkeit davor überkompensiert wird (und vielleicht sogar ursächlich damit zusammenhängt).

      • Vielen Dank. Ich hatte den Kommentar mehrmals abgeschickt, weil ich nie eine Bestätigung bekam, dass er gespeichert wurde. Merkwürdig.

      • Ist mir auch schon passiert. I.d.R. kommt aber beim zweiten Versuch postwendend eine Meldung, dass man den Beitrag schon geschickt hat.

      • Ich erkenne, dass das RKI in diese Richtung argumentiert. Aber es ist anzumerken, dass bei den vergangenen Grippewellen keine Maßnahmen zur Eindämmung stattfanden (bzw. die Bevölkerung darauf kaum geachtet hat). Dadurch wurden insbesondere auch Risikogruppen nicht geschützt. Bei Corona wird wesentlich stärker verhindert, dass sich Risikogruppen infizieren und dadurch sinkt dann insgesamt auch die Letalität. Schließlich ist auffällig, dass die Grippewellen nur im Winter auftreten. Corona aber tritt gerade jetzt im Sommer wieder mit neuer Wucht auf.

      • Es gibt Grippe auch im Sommer (sonst würde sie aussterben), nur seltener, während bei Corona zwar die Fallzahlen wieder ansteigen, aber die Todeszahlen aktuell ganz niedrig sind. Dagegen fielen die Fall- und Todeszahlen schon, bevor die staatlichen Maßnahmen griffen oder gar die Maskenpflicht eingeführt wurde.

      • Die Todeszahlen werden vermutlich leider auch wieder ansteigen, einfach weil man die Risikogruppen wohl nicht vollständig schützen kann, wenn das Virus wieder mehr zirkuliert. Dieses Phänomen gab es bisher in allen Ländern, abgesehen vielleicht von (interessanterweise) Schweden.

        Die Maskenpflicht ist ein wichtiges Instrument, um die Risikogruppen zu schützen. Wir sollten hier wirklich Solidarität zeigen.

      • Es gibt keinen Nachweis, dass die Maskenpflicht tatsächlich etwas bringt. Sie fordern also, dass alle Menschen und vor allem Schüler in NRW den ganzen Schultag aus rein symbolischen Gründen gegängelt werden.

      • Es gibt zahlreiche Belege dafür, dass Masken zur Reduzierung der Übertragungen beitragen. Am Spannendsten finde ich persönlich den Fall der Friseure in Missouri, die infiziert waren, weiter arbeiteten und aufgrund der Maskenpflicht niemanden (in Zahlen 0) ansteckten.

        Im Unterricht wäre Lüften vermutlich ausreichend, falls die Schüler sitzend genug Abstand voneinander haben. Trotzdem gibt es ja wohl Schlimmeres als Masken im Unterricht.

      • Die Friseure hatten wir doch schon. Natürlich gibt es medizinische Masken oder besser gleich Ganzkörperanzüge, die bei richtiger Anwendung eine Infektion definitiv ausschließen. Aber die Realität sieht doch so aus, dass Millionen Menschen jetzt schmutzige Stofflappen unterhalb der Nase tragen. Es gibt keine empirische Evidenz und auch keinen theoretischen Grund, warum das etwas nutzen sollte, während gesundheitliche Schäden, physischer und psychischer Art, absehbar sind. Natürlich gibt es immer noch Schlimmeres, aber das ist doch kein Argument für eine unsinnige bis schädliche Zwangsmaßnahme.

      • Die Realität ist doch eher, dass die Infektionen zunehmen, weil junge Leute ohne Abstand und ohne Masken Partys feiern. Besaufen am Ballermann geht halt nicht gut mit Maske, obwohl diese (halbwegs vernünftig angewandt, was aber jedes Schulkind bis auf vielleicht Ihr eigenes mittlerweile lernt) natürlich einen positiven Nutzen hätte.

      • Dieser unverschämte Angriff gegen mein Kind ist nicht akzeptabel. Ich erwarte eine Entschuldigung, ansonsten ist jede Diskussion mit Ihnen beendet. Das Einhalten von Regeln und deren kritikloses Bejubeln sind zwei verschiedene Dinge.

        Sie haben immer noch keinen einzigen Nachweis für die Sinnhaftigkeit von Maskenzwang im Alltag angeführt. Außerdem sind die aktuell steigenden Infektionszahlen nicht mit einem entsprechenden Anstieg der Todeszahlen verbunden. Für junge Menschen ist dieses Virus einfach weniger gefährlich, für Kinder fast gar nicht. Trotzdem fordern Sie für diese eine dauerhafte Gesichtsverschleierung.

      • @Josef Fischer

        Und was bitteschön, hat das jetzt mit Herrn Dilgers Kind(ern) zu tun?

      • Herr Fischer wollte sich jetzt doch noch dafür entschuldigen, falls ich mich beleidigt gefühlt haben sollte. Aber darum ging es gar nicht, sondern den erstmaligen Tabubruch hier im Blog, eines meiner Kinder anzugreifen. Auch wir haben hier schon hart diskutiert, aber diese Grenze hat bislang noch keiner überschritten und ich werde sie verteidigen. Vielleicht wäre es besser, drei verschiedene Blogs zu betreiben, einen politischen, einen wirtschaftswissenschaftlichen und einen persönlichen, aber erstens wäre mir das zu aufwendig und zweitens könnte dann trotzdem jemand übergriffig werden.

      • Ein Kind kann definitiv nichts dafür, was hier im Blog geschrieben wird und daher sind Kinder aus derartigen Diskussionen heraus zu halten. Welcher Teufel Herrn Fischer da geritten hat, verstehe ich nicht. Er schien sich aber ohnehin gerade in einer Endlosschleife zur Wirksamkeit von Mund-Nasen-Masken und den Risiken von Coronaviren verfangen zu haben.

      • Wenn Sie bei dieser kleinen Spitze schon ausrasten, scheine ich wohl in ein Wespennest getroffen zu haben. Was war denn z.B. mit Ihrer unverschämten These, dass ich die chinesische Diktatur prinzipiell unterstütze würde? So etwas überlese ich, wenn keine Sachargumente dahinter kommen.

        Es ist einfach lächerlich, dass Sie die zahlreichen Studien, die einen positiven Nutzen von Masken belegen, nicht akzeptieren. Ich hatte einmal eine Metastudie genannt, die Sie pauschal als realitätsfern abkanzelten. Das ist kein wissenschaftliches Vorgehen.

      • Okay, das war Ihr letzter Kommentar hier. Es geht darum, dass Sie unverschämt gegen meinen kleinen Sohn geworden sind. Außerdem haben Sie explizit die chinesische Diktatur und allgemein autoritäres Vorgehen gelobt. Bitte machen Sie das zukünftig anderswo. (Die Metastudie umfasste nur Laborstudien, keine zum Nutzen in Alltagssituationen durch Millionen Menschen mit unzureichenden Masken und oft falscher Verwendung.)

      • Ich habe hier länger mitgelesen, auch im Detail diese Posse. Leider zeigt sich wie schon mehrmals zuvor (nicht zuletzt in den Andeutungen von 300sel), dass abweichende politische Meinungen nur bis zu einem gewissen Grad hier auf dem Blog toleriert werden. Das ist für ein politisches Blog problematisch, weil es eben kein privates Blog ist. Wer in der Öffentlichkeit steht, muss auch Gegenmeinungen aushalten.

      • Natürlich ist das hier mein privater Blog und ich müsste überhaupt keine Kommentare zulassen oder könnte sie nach einem beliebigen Kriterium filtern. Im konkreten Fall ging es jedoch überhaupt nicht um eine politisch andere Meinung, sondern einen völlig grund- und haltlosen Angriff auf meinen Sohn. Das toleriere ich auf keinen Fall und habe trotzdem noch die Chance zu einer Entschuldigung gegeben, die erst ausgeschlagen und dann (nicht mehr freigeschaltet) nur sehr halbherzig und zweifelhaft genutzt wurde. Ihre Kritik würde eher auf den Ausschluss von Patriot passen, der jedoch auch vorher verwarnt wurde und im Grunde immer dieselbe Flügel-Propaganda schrieb.

      • Ich halte es grundsätzlich für ein nicht faires Konzept, bei politischen Diskussionen Interessierte dauerhaft auszuschließen. Persönlich kenne ich Patriot nicht, aber was heißt Flügelpropaganda… Dass Höcke positiv dargestellt wird, liest man bei den Kommentaren zur Causa Lindner ebenfalls.

        Die andere Argumentation ist ebenfalls nicht überzeugend. Sie berichten regelmäßig über Ihre Kinder und bringen Sie damit in die Öffentlichkeit, vermutlich ohne sie zu fragen. Und es gab ja offensichtlich eine Entschuldigung, in welcher Form auch immer. Gerade für einen Liberalen ist es ungewöhnlich, hier über die erste „Bestrafung“ hinaus weiter zu bestrafen.

      • Wenn Sie Angriffe gegen Kinder gutheißen, werden Sie hier auch schnell wieder verschwinden. Dabei geht es gar nicht um welche Meinung auch immer, sondern ein Mindestmaß an menschlichem Anstand. Meine Kinder werden von mir auch nicht politisch instrumentalisiert, sondern in diesem Blog stehen verschiedene Arten von Beiträgen nebeneinander. Wer da nicht zu differenzieren versteht oder ganz bewusst übergriffig werden will, ist als Kommentator unerwünscht.

      • Da ich selber mehrere Kinder habe, weiß ich, was Angriffe auf selbige sind und was nicht. Sie sollten Foristen nicht drohen. Dies wirkt unsouverän.

      • Offensichtlich wissen Sie das nicht und tschüss. (Mich würde noch interessieren, ob Sie mit Josef Fischer identisch sind, da es dieses Problem hier noch nie gab und jetzt scheinbar gleich zweimal.)

      • Lieber Herr Dilger,
        ich lese hier, dass meine Entschuldigung halbherzig wirkte. Das bedauere ich. Also in aller Form: Ich entschuldige mich dafür, dass ich Ihren Sohn in die Diskussion eingebracht habe. Mir liegt es absolut fern, ihn in irgendeiner Form anzugreifen.
        Ich verbleibe in der Hoffnung auf eine Annahme der Entschuldigung,
        Ihr Josef Fischer

      • Danke, dann will ich nicht so sein, zumal Sie es wahrscheinlich wirklich nicht so gemeint haben, wie es bei mir ankam. Doch Sie wissen jetzt, wo ich keinen Spaß verstehe, weshalb wir lieber über andere Dinge, gerne auch kontrovers, diskutieren sollten.

  2. Mir scheint, daß diese Anmerkungen sehr stark von der aktuellen Propaganda hierzulande geprägt sind. Vielleicht ist es ganz hilfreich, mal eine Stimme direkt aus Rußland zu hören:

    https://www.anti-spiegel.ru/2020/in-russland-wurde-weltweit-erster-impfstoff-gegen-corona-registriert-nicht-zugelassen/

    Aus meiner Sicht wird bei uns auch bei diesem Thema genauso (bewußt/vorgegeben) fehlerhaft und tendenziös berichtet wie bei anderen Themen auch, speziell wenn es um Rußland geht. Im übrigen gibt es auch in vielen anderen Ländern Entwicklungen, die interessant werden könnten. Allerdings verändert sich das grippeähnliche Virus permanent…. Und wie es mit der Gefährlichkeit der kommenden Impfung aussieht, ist völlig offen, das ist sicher richtig (auch wenn es die TAZ schreibt).

    Am Rande: Aus Israel z.B. höre ich, daß auch dort ein Impfstoff entwickelt wird, der „demnächst“ zugelassen werden soll (auch hier ist die „große Testphase“ gemeint). Trotzdem ist man an der russischen Entwicklung sehr interessiert. Man ist also trotz eigener Anstrenungen offen gegenüber anderen Ansätzen. Und genau daran fehlt es (unter anderem) bei uns.

    Übrigens: Für jede Testphase braucht man „Versuchskaninchen“, das wird überall so gehandhabt (wie auch anders?). Ihre Anmerkung, daß „normale Russen jetzt Versuchskaninchen sind“, trifft also auf alle Länder zu, die Impfungen testen, das wird auch in Deutschland so sein. Allerdings sind die „Versuchskaninchen“ hier „Probanden“ o.ä..

    • Der Link ist sehr interessant, danke! Ich habe prinzipiell überhaupt kein Problem mit Russlands Vorgehen, im Gegenteil. Die Menschheit braucht einen Impfstoff, und zwar möglichst schnell. Die Entwicklung eines solchen ist kein Hexenwerk, sondern basiert oftmals auf Standardverfahren. Sind hier wirklich großflächige Nebenwirkungen zu erwarten? Mir scheint die Reaktion in der westlichen Welt tatsächlich eher von Neid geprägt zu sein.

    • Ich habe heute früh in den Kommentaren auf einen Link verwiesen. Aus gleicher Quelle gibt es ergänzende Informationen HIER:

      https://www.anti-spiegel.ru/2020/aufregung-um-russischen-corona-impfstoff-die-fake-news-der-deutschen-qualitaetsmedien/

      Mittlerweile gibt es bei uns NICHTS mehr, was zuerst gnadenlos durch die Mühle der Propaganda gedreht wird. Und es wird gelogen und verzerrt, was das Zeug hält.

      Nochmals: Ich halte die Quelle dieser Informationen für glaubwürdig.

    • Sie sollten hier keine russische Propaganda verbreiten. Es hat nicht nur der Spiegel darüber berichtet, sondern die internationale Presse. Dabei kommt es auch nicht auf die Bezeichnung Zulassung oder Registrierung an, sondern die falsche Behauptung, dass Russland bei der Impfstoffentwicklung allen anderen voraus wäre. Für andere Impfstoffe läuft bereits die Testphase 3, die man sich in Russland einfach sparen will. Dabei macht es durchaus einen Unterschied, ob freiwillige Probanden wissen, dass sie an einem potentiell gefährlichen Impfstofftest teilnehmen, oder ob Alte, Kranke, Kinder etc. vielleicht sogar zwangsweise geimpft werden.

      • Wie „verläßlich“ der Spiegel und „die internationale Presse“ sind, bekommt man jeden Tag vorgeführt. Das, was Sie begründend anführen, ist davon geprägt, also von hiesigen Voreingenommenheiten und Vorbehalten, die bei uns systematisch „regierungsamtlich“ verbreitet werden. Das ist schon eine sehr enge und einseitige Sichtweise. Der wohlfeile Vorwurf an mich bzgl. der russischen Propaganda wirkt da schon sehr hohl. So etwas bringt man in der heutigen allgemeinen Diskussions-„Kultur“ dann, wenn man faktenfrei Informationen und Anmerkungen pauschal entwerten will.

      • Sie verbreiten doch russische Propaganda und argumentieren dabei nur über die „Autorität“ der Quelle. Inhaltlich wird von russischer Seite gar nicht bestritten, dass nur eine zweistellige Zahl von Personen bisher den Impfstoff ausprobierten. Bei anderen Impfstoffen ist die Zahl bereits vierstellig. Also in welcher Hinsicht ist Russland weiter?

  3. Während der Westen noch testet https://www.t-online.de/nachrichten/panorama/id_88380784/corona-pandemie-brasilien-wird-auf-suche-nach-impfstoff-zum-testlabor.html hat Russland seinen Satelliten also bereits im All. So so.

    Einmal angenommen, „Sputnik V“ wäre ein Impfstoff mit Wirkstoffkonzentration auf Globoli-Niveau. Ohne Nebenwirkungen, allein beruhend auf der Wirkkraft des Glaubens an seine Wirkung. Könnte ja sein. Oder?

    Wie wird Amerika dann antworten?
    Mit einem Impfstoff „Apollo 11“?
    Erfunden in Hollywood.
    Vielleicht arbeitet Steven Spielberg gerade daran?
    Who knows …

    Alles irgendwie schon mal dagewesen.

  4. Die Reaktion westlicher Institute hat einen Geschmack nach „sour grapes“. Genau so hysterisch wie der Umgang mit dem Virus ist auch die Furcht vor neu zugelassenen Medikamenten und Impfungen, die letzten Endes auf die Contergankatastrophe zurrückgeht.
    Vor Allem für immundefiziente Patienten, z.B. mit Chemotherapie, ist eine baldmöglcihe Impfung dringlich, um ihnen eine nahezu vollständige Isolation zu ersparen. Zur Zeit habe ich selbst einen derartigen Fall in der Familie.
    Aus immunologischer Sicht dürften die Risiken einer Impfung gegen einen Virus vom Coronatyp minimal sein, selbst der Chef des Paul-Ehrlich-Institutes meint, man könne für Hochrisikogruppen eine Eilzulassung des russischen Impfstoffes beantragen.
    Wichtig erscheint, dass unsere Institute, insbesondere das RKI mit 1800 vorwiegend akademischen Angestelllten nicht in der Lage ist, die Krankheitsfälle auch nur zu zählen. Der leitende Tierarzt liest die Zahlen des Johns-Hopkins vom Teleprompter ab. Selbst diese Zahlen werden mit esoterisch-statistischen Methoden errechnet und nicht direkt gezählt. Auch der R-Wert beruht ja nur auf Schätzungen.
    Ich werde mich bemühen, über eine russische Mitarbeiterin den Impfstoff für meinen Angehörigen zu besorgen.
    Es hat sich schon eine lange Warteschlange gebildet, z.B. Brasilien.

    • Ist das tatsächlich Ihre ärztliche Meinung? Bei Impfstoffen befürchtet man doch eher nicht völlig andere Nebenwirkungen wie seinerzeit bei Contergan. Der russische Impfstoff basiert auf gentechnisch veränderten Viren, die für sich genommen gefährlich sein könnten oder wie der eigentliche Krankheitserreger eine überschießende Immunreaktion auslösen können. Selbst wenn das nur in einem Promille der Fälle geschieht, könnte eine Massenimpfung tödlicher sein als die Krankheit selbst, die nicht jeder bekommt.

      • Es gibt aber doch gute Impfstoffe gegen z.B. SARS oder MERS. Woher kommt ihr Pessimismus, dass es bei diesem neuen Virus gefährliche Nebenwirkungen geben könnte?

      • Es gibt bislang keine guten Impfstoffe gegen Coronaviren, also auch nicht gegen SARS und MERS. Bei Tierversuchen waren sowohl zu geringe Immunisierung als auch überschießende Immunreaktionen ernsthafte Probleme.

      • Da sind Sie nicht gut informiert:

        „Gegen SARS-CoV[7][8] und gegen MERS-CoV[9] wurden bis 2019 insgesamt vier Impfstoffe am Menschen mit abgeschlossenen klinischen Studien untersucht.[10][11][12][13] Alle vier Impfstoffe waren sicher und immunogen.[14]“

        https://de.wikipedia.org/wiki/Coronavirusimpfstoff

      • Sie zitieren da sehr selektiv. Dieselbe Quelle besagt: „Derzeit (Stand Mai 2020) existieren für den Menschen lediglich experimentelle Coronavirusimpfstoffe, das heißt, es ist für humane Coronavirusimpfstoffe noch keine Arzneimittelzulassung erfolgt.“ Direkt hinter Ihrem Zitat steht: „Sechs weitere Impfstoffe befanden sich 2019 in klinischen Studien. Keiner hat bisher eine Arzneimittelzulassung für den Menschen.“ Die Studien für einen Impfstoff gegen SARS-CoV-2 sind teilweise weiter, weil viel mehr Mittel aufgewandt werden, mehr Köpfe daran arbeiten und auch viel mehr Infizierte zum Testen zur Verfügung stehen. Trotzdem ist nicht sicher, ob am Ende auch nur ein Impfstoff wirklich „sicher und immunogen“ sein wird.

      • Sie übersehen, dass die Impfstoffentwicklung nur deshalb gestoppt wurde, weil die Pandemien von alleine endeten. Es gibt keine Evidenz dafür, dass die genannten Impfstoffe in größeren Populationen Schwierigkeiten verursachen würden.

      • Bei den Tierversuchen gab es z. T. überschießende Immunreaktionen und vor allem lassen sich seltene Nebenwirkungen bei kleinzahligen Studien (wie auch den in Russland bislang) nicht ermitteln. Bei einer Ebola-Pandemie wären seltene Nebenwirkungen egal, aber bei Covid-19 könnten sie schlimmere Folgen haben als die Krankheit selbst.

      • Überschießende Immunreaktionen gibt es prinzipiell bei jeder Impfung. Ich distanziere mich ausdrücklich von der Bewegung der so genannten Impfgegner.

      • Es kann schwere Impfschäden bis hin zum Tode geben. Es ist eine Frage der Risikoeinschätzung, die für lange erprobte Impfstoffe eben anders ausfällt als für ganz neue, nicht hinreichend getestete. Würden Sie sich denn auch Desinfektionsmittel spritzen (lassen), wenn immerhin der US-Präsident das empfiehlt?

  5. Mein Beitrag bezog sich ausdrücklich auf Hochrisikopatienten mit Zytostatikatherapie etc, mit entsprechender Immunsuppression.
    Diese müssten bis zu einer wirksamen Impfung isoliert werden. U.U. jahrelang.

    • Aber haben diese Patienten nicht auch das höchste Risiko, an einer gefährlichen Impfung, die z. B. eine übermäßige Immunreaktion auslöst, zu sterben? Also sind gründliche Tests vorher nötig.

  6. Pingback: Impfstoff könnte Pandemie oder zumindest Panik beenden | Alexander Dilger

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