Siemens spaltet Siemens Energy ab

Heute beschloss die Hauptversammlung von Siemens mit großer Mehrheit (wobei ich als Siemens-Kleinaktionär nicht mitstimmte) die „Abspaltung von Siemens Energy: ‚Joe Kaeser hat nichts gelernt'“, sondern macht sich gleich selbst zum ersten Aufsichtsratsvorsitzenden des neuen Unternehmens. Dabei sind solche Aufspaltungen grundsätzlich sinnvoll, wenn die Summe der Teile mehr wert ist als der ganze Konzern, weil es weniger positive Synergien als Koordinationsprobleme und Risiken gibt.

Die mit Siemens Energy ausgelagerte Sparte Energietechnik ist bislang weniger profitabel als die drei verbleibenden Geschäftsbereiche „Digitale Industrieautomation, intelligente Infrastruktur (Smart Infrastructure) und Bahntechnik (Siemens Mobility)“. Außerdem hat sie größere Risiken, auch und gerade hinsichtlich der Reputation und in politischer Hinsicht, weil sie Kohle- und Gaskraftwerke fertigt, die zumindest in Deutschland nicht mehr so angesehen sind. Deshalb wäre es aber wohl noch besser gewesen, nur diesen traditionellen Kraftwerksbau auszulagern und dafür auch ganz auf den Namen Siemens (und dessen alte Manager) zu verzichten, während Windkraftanlagen und Stromübertragung weniger angegriffen werden. Vielleicht kommt es deshalb in der Folge zu noch einer Unternehmensspaltung, um diese Bereiche zu trennen.

11 Gedanken zu „Siemens spaltet Siemens Energy ab

  1. “ ……..Vielleicht kommt es deshalb in der Folge zu noch einer Unternehmensspaltung, um diese Bereiche zu trennen. “

    Ohne bewährt guten, alten Namen Siemens ist das Gesamt – Unternehmen in Bezug auf Advertising nichts wert, ist beliebig.

    Name „Siemens“ immer noch Türöffner für jeden potenziellen Käufer. Denken Sie bitte an Auslandsgeschäfte in Südamerika, Nahost etc.

    Als in Siemensstadt gebürtiger Mann , dort sozialisiert , berufsbedingt verzogen habe ich den laufenden Untergang von Siemens mit größten bauchschmerzen und blutendem Herz gesehen, erlebt. Zumal viele Verwandte dort gearbeitet haben – leider aktuell nur noch wenige weil ganze Bereiche bei Siemens weggebrochen sind – es direkt „ausbaden“ mussten.

    Richtig ist auch von Prof. Alexander Dilger die Feststellung dass Inkompetenz im Management – Beispiel Joe Kaeser ( ….richtig Josef Käser ) – Größenwahn mit vielen falschen Weichenstellungen zum desolaten taumelnden Weltunternehmen Siemens beigetragen haben.

    Weitere Unternehmensspaltungen sind die falsche Strategie, richtig wäre Einheit mit Kompetenz, straffe Führung, modernes Management.

    Keine Möchtegern – Politiker mehr wie Joe der sich nicht entblödet Ur-Deutschen Namen schamhaft abzulegen , ahnungslos dass man mit Pfund solider Deutscher mit Tugenden wuchern kann. Ein Elend für jeden der es mit Siemens – und vor allen Dingen den Beschäftigten – gut meint. Nicht nur in Siemensstadt.

      • ……ja, ist irre dass kluge Männer nicht lernen können oder wollen und Ego das Handeln bestimmt. Siehe AEG, noch so ein Riese oder Dinosaurier der bis auf den Mantel – Namen A E G gestorben ist.

        Bei AEG in Berlin war ich mal 3 Monate als Volontär , meine Tätigkeit bestand aus Post verteilen mit einem Wagen.

        Also gelernt habe ich da gar nichts, nur dass ein ( 1 ) – einer von vielen – 3 so ca. Vorzimmerdamen – teilweise waren es sogar Männer ! – einschl. Vorzimmer – hatten , Direktoren – Aktentaschenräger im Schlepptau – und alle im schwarzen, dunklen Anzug gemessen in endlos langen Fluren umherwandelten, Stimmung war unheimlich.

        Wir – die Untersten – flüsterten nur scheu. Auf diesem Kompost / Humus konnten
        keine Innovationen wachsen !

    • Die Umstände haben sich geändert. Früher galt Siemens einmal als Bank mit angeschlossenem Elektrobetrieb. Damals konnte reine Größe und ein Sammelsurium an Geschäftsfeldern sinnvoll sein. Inzwischen lohnt eher die Konzentration aufs Kerngeschäft, was bei recht unterschiedlichen Geschäften durchaus für eine Aufspaltung sprechen kann. Allerdings stimmen wir überein, dass Josef Kaeser wohl kein so guter Manager ist und auch jetzt nicht richtig loslassen kann.

      • Ich denke, dass SIEMENS immer noch so eine Art Bank mit angeschlossenem Elektrobetrieb (auch die von SIEMENS produzierten Züge fahren elektrisch) ist. Vielleicht aber auch eine Bank mit angeschlossenem Gemischtwarenlager, aus dem immer wieder mal etwas herausverkauft und dafür etwas anderes eingekauft wird.

    • Die Ursachen des „taumelnde Weltunternehmen Siemens“ liegen sicher nicht bei Joe Kaeser. Siemens ist Ende der 80iger und in den 90igern den Weg voraus geschritten, dem immer mehr ehemals bedeutende deutsche Unternehmen nachfolgen; nämlich das Opfer einer demagogisch gefärbten Politik zu werden, die die Belastungsgrenzen der deutschen Wirtschaft überdehnt. Dies wurde auch am Niedergang der KWU deutlich, den ich aufgrund personeller Verbindungen über etliche Jahre verfolgen konnte. Zu dieser Entwicklung hat Helmut Kohl – wie später Merkel – und die CDU im Bestreben nach Machterhalt vieles beigetragen. Die Festlegung von NOx-Grenzwerten bei KfZ mit völlig aus der Luft gegriffenen Ansätzen entstammt schließlich auch der Kohl-Ära (Richtlinie 91/441/EWG).

      • Frau Merkel hat als Bundesumweltministerin den unsinnigen Grenzwerten zugestimmt, die es ansonsten nicht gäbe. Angesichts der politischen Lage in Deutschland hätte eine weitsichtige Siemensspitze entweder eine viel stärkere Verlagerung ins Ausland oder einen schnelleren Umbau der Geschäftsbereiche betreiben müssen. Atomkraftwerke sind in Deutschland aus politischen und ideologischen Gründen einfach nicht mehr zu machen, dasselbe gilt nun auch für Kohlekraftwerke und demnächst wohl außerdem für Gaskraftwerke.

      • Alexander Dilger
        sagte am 11/07/2020 um 00:11 :“ . . .Angesichts der politischen Lage in Deutschland hätte eine weitsichtige Siemensspitze entweder eine viel stärkere Verlagerung ins Ausland oder einen schnelleren Umbau der Geschäftsbereiche betreiben müssen . . “ Unternehmerische Entscheidungen post festum zu beurteilen, macht wegen der irrationalen Einflüsse der Politik auf die Wirtschaft wenig Sinn. Wir machen andererseits der Großindustrie Vorwürfe, sich für zweckdienliche Lösungen zu wenig einzusetzen- sich also willfährig anzupassen.
        Das jüngste Beispiel ist die CO2-Vermeidung im Straßenverkehr, deren Preis-Leistungsverhältnis völlig außer Kontrolle ist. Wirtschaftliche Fehlentwicklungen auf individuelle unternehmerische Fehlentscheidungen zu reduzieren, liegt zwar im Trend, geht aber an den Ursachen völlig vorbei.

      • Es gibt Ereignisse und Verrücktheiten, die sich nicht vorhersehen lassen, z. B. die Corona-Pandemie und die Maßnahmen dagegen. Aber anderes erfolgt doch mit langer Ansage, z. B. der Kampf erst gegen die zivile Nutzung der Atomenergie in Deutschland, nun gegen Kohlekraftwerke, demnächst auch gegen Gas und gegen Autos ohnehin schon lange, aber natürlich auch gegen Gentechnik, gegen private Banken und gegen einheimische Internetunternehmen, inzwischen auch gegen Vermieter und Sparer sowieso. Die Ursache liegt stets bei der deutschen Politik, vorneweg den Grünen und in der Umsetzung insbesondere bei der CDU. Aber wer das nicht erkennt, kann nicht einmal ein Kleinunternehmen betreiben in Deutschland, geschweige denn einen Großkonzern führen, aber es als Journalist oder Politiker weit bringen.

      • Als Kleinunternehmer brauchen Sie in Deutschland gar nicht mehr antreten. Schon der Bürokratiesumpf wird Ihnen der Garaus bereiten, bevor Sie den ersten Euro verdient haben. Egal in welcher Branche.

      • Richtig! Der größte Mist der letzten Jahrzehnte wurde unter CDU-geführten Regierungen verzapft. Unter Merkel brechen jetzt die Dämme…!

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