Erstmals Seminar und Disputation digital

Gestern und heute hatte ich mein erstes digitales Seminar mittels Zoom von zu Hause aus, zufällig passend zum schon vorher ausgesuchten Thema „Digitalisierung in Unternehmen“. Es hat besser geklappt als befürchtet (siehe ‚Lehrveranstaltungen verschoben und noch offen‘).

Am Donnerstag gab es noch eine andere Premiere, nämlich die erste von mir betreute digitale Disputation ebenfalls mittels Zoom. Promoviert wurde mein wissenschaftlicher Mitarbeiter Todor Lohwasser mit der glatten Bestnote summa cum laude. Meinen Glückwunsch!

38 Gedanken zu „Erstmals Seminar und Disputation digital

  1. Wie haben Sie bisher in diesem Semester die Lehre gemacht?

    Es scheint mittlerweile übrigens mehr oder weniger festzustehen, dass die Lehre an den Unis im Wintersemester flächendeckend so wie aktuell durchgeführt wird. Zumindest nehme ich entsprechende Signale überall wahr. Und in Dortmund gibt es heute 22 (!) Neuinfektionen, allesamt Einzelfälle, was bedrohlicher ist als die Clustergeschehen anderswo. Zudem hat die Coronaapp bei mir heute bereits angeschlagen. Also von einem Ende der Pandemie kann definitiv keine Rede sein…

    • Das Seminar habe ich mit Zoom durchgeführt (vergleichbar mit Skype, also mit Ton und Bild zumindest von den jeweiligen Referenten, die auch ihre Präsentationen teilten, und den Dozenten). Die Vorlesungen halte ich hingegen asynchron mit Tonspur auf PowerPoint-Präsentationen.

      In Münster steht noch nicht fest, wie das Wintersemester durchgeführt werden soll. Stand heute werden die Maßnahmen gleich nach der aktuellen Vorlesungszeit gelockert. Das Doktorandenseminar hätte demnach als Präsenzveranstaltung durchgeführt werden dürfen (aber mein Kollege wollte nicht). Wenn sich die Lage nicht wieder bzw. weiter verschlechtert, sollte auch im Winter wieder Präsenzveranstaltungen möglich sein.

      Letzte Woche wurden bundesweit wegen der großen Cluster etwas mehr Infektionen entdeckt, was zusätzlich an der weiteren Ausweitung der Tests liegen könnte. Die Zahlen an ersthaft Erkrankten und vor allem Toten waren davon nicht betroffen, sondern sind weiter rückläufig (wegen der zeitlichen Verzögerung könnte es dort aber auch noch einen kleinen Buckel geben).

      • Ja, Präsenzveranstaltungen für sehr kleine Gruppen auf Antrag, wobei darum gebeten wird, solch einen Antrag nicht zu stellen. Wollen wir wetten, dass Sie im Wintersemester rein digital lehren werden?

      • Ich wette dagegen (um eine Flasche Champagner?). Nach den aktuellen Planungen werden Präsenzveranstaltungen erlaubt sein. Die Entwicklung der Corona-Epidemie bzw. die Reaktionen unserer Politiker darauf sind jedoch unberechenbar.

      • Je nach Preis des angedachten Champagners gäbe es natürlich ein Anreizproblem: Wenn kleine Veranstaltungen (oder Teile davon) wahlweise in Präsenz durchgeführt werden können, könnte die Neigung, dieses Angebot anzunehmen, je nach Art der Wette größer oder kleiner sein…

      • Üblich ist hier mittelpreisiger Champagner um die 40 bis 50 Euro als Wetteinsatz. Dafür werde ich nicht extra eine Veranstaltung in Präsenz durchführen, die ansonsten wegen zu hoher Auflagen oder Unsicherheit zu unattraktiv ist.

      • Üblich ist hier mittelpreisiger Champagner um die 40 bis 50 Euro als Wetteinsatz. Dafür werde ich nicht extra eine Veranstaltung in Präsenz durchführen, die ansonsten wegen zu hoher Auflagen oder Unsicherheit zu unattraktiv ist.

      • Ich tendiere dazu, dass mir der Einsatz zu hoch ist, zumal sich der Wind nach meinem ersten Vorschlag dazu etwas gedreht hat. Die neueste Wendung ist, dass es mittlerweile in den VSA klare Anreize gibt, keine reine Online-Lehre zu machen:
        https://www.ice.gov/news/releases/sevp-modifies-temporary-exemptions-nonimmigrant-students-taking-online-courses-during
        Diese Anordnung hat es in sich: Ausländische Studenten, was Doktoranden einschließt, müssen das Land verlassen, falls die entsprechende Uni nicht ausreichend Präsenzlehre anbietet. Das können sich viele Unis sicherlich nicht leisten. Da sich unsere BWL/VWL stark an den VSA orientiert, werden wir wohl nachziehen. Ich denke mittlerweile, dass kleine Kurse, also insbesondere Seminare, in Präsenz stattfinden können und auch werden.

      • Die deutschen Entscheidungswege sind andere. Für mich ist die Wahrscheinlichkeit, Präsenzlehre im Wintersemester anzubieten, in den letzten Tagen gesunken, weil die aktuell verkündeten Vorgaben unattraktiv sind und das Risiko neuer Regelverschärfungen immer besteht, auch noch im laufenden Semester. Allerdings werde ich die Evaluationen und vor allem Klausurergebnisse des aktuellen Semesters abwarten. Wenn die digitale Lehre gar nicht schlechter wirkte als die Präsenzlehre zuvor, spricht viel für eine längerfristige Umstellung, während ein Desaster den gegenteiligen Effekt hätte.

      • An diese „schöne“, neue Welt werde ich mich nicht gewöhnen. Ich werde sie bekämpfen!

      • Zum Menschsein gehört das persönliche Begegnen. Virtuelles kann das nicht ersetzen, höchstens ergänzen.

      • Darum geht es ja auch. Gerade aus liberaler Sicht ist es wünschenswert, dass digitale Angebote geschaffen werden für diejenigen, denen das besser gefällt.

      • Die Wahl gibt es aber selten. Bislang dominierten Präsenzveranstaltungen, aktuell gibt es nur digitale. Mal sehen, was die Zukunft bringt.

    • Ja, „Brave New World“.
      Das Ergebnis von Cybersex ist besonders interessant. Der Mensch stirbt aus oder wird durch Retortennachwuchs ersetzt. Halleluja!

      • Linksgrüne wollen das Aussterben des Menschen. Mit der Weißen Rasse fängt man an. Daher gibt es auch die vereinfachte Möglichkeit zur Abtreibung, die staatlich geförderte Verschwulung und die gezielte Zerstörung der traditionellen Familie hauptsächlich in den westlichen Industrienationen.

      • Ich sehe keinen solchen Geheimplan, sondern eine Übersteigerung eigentlich sinnvoller Werte und Ziele, was dann zu deren Gegenteil führt. Der Kampf für Gleichberechtigung führt inzwischen zu Sexismus mit umgekehrtem Vorzeichen (und zur Vernachlässigung des Wohls von Kindern wie auch Müttern) wie auch der Kampf gegen Rassismus inzwischen selbst rassistisch zu werden droht.

      • @Alexander Dilger
        „Der Kampf für Gleichberechtigung führt inzwischen zu Sexismus mit umgekehrtem Vorzeichen (und zur Vernachlässigung des Wohls von Kindern wie auch Müttern) wie auch der Kampf gegen Rassismus inzwischen selbst rassistisch zu werden droht.“

        Zur Gleichberechtigung: https://www.infranken.de/lk/bayreuth/maennerhaus-fuer-bayreuth-gefordert-opfer-berichtet-von-jahrelanger-misshandlung-art-5020175

        Und auch der „Kampf gegen Rassismus“ ist doch längst gekippt. Hat irgendjemand behauptet „Black lives don´t matter“? Aber durch „Black Lives Matter“ wird ja geradezu suggeriert, dass es nur auf die Leben der Schwarzen ankäme und genau so verhalten sich viele Schwarze (nicht alle) auch. Und zwar schon lange. Gerade in den USA. Vom Rassismus zwischen Schwarzen, der in großen Teilen Afrikas alltäglich vorkommt, einmal ganz abgesehen.

      • Das sehe ich etwas anders. Zwar wird immer behauptet, dass der Geburtenrückgang in Wohlstandsgesellschaften damit zu tun hätte, dass sich junge Paare keine Kinder mehr leisten könnten, aber das steht im völligen Widerspruch zu den immer noch deutlich höheren Geburtenraten in armen Ländern. Tatsächlich gehen die Geburtenraten zurück, wenn kein (realer) Sex mehr stattfindet. Ist doch auch logisch, oder?

      • Es findet doch weiterhin Sex statt, bei dem es auch nicht so sehr auf die Menge ankommt, sondern z. B. fehlende Verhütung. Der Wohlstand ist bei uns höher als in Ländern mit höherer Geburtenrate, aber die Kosten von Kindern steigen doch noch viel stärker, während Kinder hierzulande keinen direkten ökonomischen Nutzen mehr für die Eltern generieren, sondern dieser komplett vergesellschaftet wurde.

      • @Alexander Dilger 23:48

        Die ökonomischen Aspekte sind, wie Sie sie beschreiben. Der reale Sex ist laut einschlägigen Studien aber auf einen Bruchteil zurückgegangen, so dass auch die „Trefferwahrscheinlichkeit“ entsprechend geringer geworden ist, was erheblich mehr zu niedrigen Geburtenraten beiträgt als die vorgeschobenen ökonomischen Aspekte. Weniger Sex, weniger Kinder.

      • Sie sollten sich einmal mit den biologischen Grundlagen beschäftigen. Es reicht sehr wenig Sex oder mit modernen Techniken sogar gar keiner für eine Schwangerschaft.

      • Da spricht wieder einmal der Theoretiker. Wenn der Sex zum genau richtigen Zeitpunkt erfolgen würde, dann wäre das natürlich so. Aber ist es in der Praxis tatsächlich so, dass sich beim Homo sapiens Männlein und Weiblein nur zur reinen Fortpflanzung begegnen?

      • Das ist doch genau der Punkt. Der Zusammenhang zwischen Sex und Fortpflanzung ist nicht so simpel (mehr bringt mehr), wie Sie unterstellen. Aber auch sonst neigen Sie dazu, Ihre eigenen Argumente ins Gegenteil zu verkehren.

      • Wie bitte?
        Was ist denn das für eine Logik?

        Natürlich besteht ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Geburtenrate und Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs. Gleichwohl auch Verhütung etc. einflußnehmende Faktoren sind, werden keine Kinder gezeugt, wo kein Sex stattfindet (von künstlicher Befruchtung einmal abgesehen, der aber ebenfalls eine Samenespende vorausgehen muss).

      • Gar kein Sex f0hrt ohne künstliche Befruchtung natürlich zu gar keinen Kindern. Daraus folgt aber nicht, dass weniger Sex auf lange Sicht zu weniger Kindern führen muss. Selbst um schnell schwanger zu werden, ist täglicher Sex (mit demselben Mann) nicht optimal, sondern eher jeden dritten Tag. Über Jahre führt aber auch Sex nur jede (zweite) Woche zum gleichen Ergebnis. Tatsächlich relevant ist wohl, dass hierzulande Jugendliche im Schnitt älter sind als anderswo und früher, wenn sie mit dem Sex anfangen. Viel wichtiger sind jedoch Verhütung und (leider) auch Abtreibungen. Es gibt fast nur noch Wunschkinder, was doch eigentlich eine sehr gute Sache ist.

      • Das ganze „Drama“ des Geburtenrückgangs wäre keines, wenn unsere dämlichen Regenten nicht seit Jahrzehnten künftige Generationen für alles bezahlen lassen wollten. Angefangen von der Altersversorgung über die Begleichung unnötiger Staatsschulden bis zur Beseitigung der Folgen vieler weiterer politischer Fehler.

      • Statistisch reicht sehr wenig Herzeln nicht aus, da die Erfolgswahrscheinlichkeit selbst an optimalen Tagen kleiner als 50 % ist.

      • Sie liegt wohl bei jungen und gesunden Paaren am fruchtbarsten Tag bei 30 Prozent. Das ist doch gar nicht so wenig und führt bei mehrmaligem Sex, selbst wenn dieser über Jahre verteilt ist, ziemlich sicher zur Schwangerschaft.

      • Und nun befassen Sie sich bitte damit, wie oft junge deutsche Paare überhaupt noch Sex haben und errechnen die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft bzw. wie lange es unter diesen Umständen dauert, bis eine junge Frau im optimalen Alter überhaupt Schwanger wird, selbst. Dann werden Sie schnell erkennen, worauf die niedrigen Geburtenraten tatsächlich zurück zu führen sind. Alles Gerede von wegen „sich Kinder nicht leisten können“ usw. ist Cocolores. Der wahre Grund für den Rückgang liegt eindeutig im Mangel an realem Sex in der Generation Playstation und „Social Media“.

      • Es steht Ihnen immer frei, die Diskussion zu beenden, wenn Sie selbst keine Argumente mehr haben. Ist ja Ihr Blog. Attraktiver wird er dadurch aber nicht.

      • Sie dürfen gerne neue Argumente bringen sowie auf meine Gegenargumente eingehen, aber die ständigen Wiederholungen sind langweilig.

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