Grüne wollen (Diskriminierungsverbot wegen) Rasse aus dem Grundgesetz streichen

Es gibt realen Rassismus und es gibt ‚Ausschreitungen in den USA nach Polizeigewalt‘, aber auch anderswo. Was fällt den Grünen dazu ein? Sie fordern Symbolpolitik und eine andere Sprache, vielleicht in dem naiven Glauben, wenn die Worte fehlen, kann Unerwünschtes gar nicht mehr gedacht und damit auch nicht mehr getan werden. „Grüne wollen ‚Rasse‘ streichen“, und zwar aus dem Grundgesetz. Artikel 3 Abs. 3 Satz 1 lautet: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden.“

Die konkreten Argumente für die Streichung lauten, dass es keine Rassen gibt, das Wort von den Nazis verwendet wurde und selbst rassistisch sei. „Eine rassistische Debatte“ sei es bereits, am Grundgesetz festhalten zu wollen. Dazu passt folgende Meldung: „Auch der Philosoph Immanuel Kant steht zur Debatte“, da er nicht nur ein alter weißer Mann, sondern auch ein Rassist gewesen sei. Das zeigt, dass es in Wirklichkeit gegen die Aufklärung geht, während ein echter Rassist und Antisemit wie Karl Marx weiter angehimmelt wird.

Die konkreten Argumente gegen das Verbot der Diskriminierung nach der Rasse überzeugen alle nicht. Es ist richtig, dass es nach heutiger biologischer Auffassung keine menschlichen Rassen (mehr) gibt. Das entzieht einem biologistischen Rassismus den Boden. Aber Rasse ist kein rein biologischer Begriff, sondern ebenso ein sozialer und historischer. Früher war Rasse auch ein biologischer Begriff und könnte es sogar wieder werden, z. B. nach gentechnischen Veränderungen. Zugleich wird gerade von Grünen die biologische Tatsache der Zweigeschlechtlichkeit bezweifelt, Geschlecht als sozial konstruiert bezeichnet und selbst das ‚Bundesverfassungsgericht erfindet drittes Geschlecht‘.

Die Nationalsozialisten haben alle möglichen Wörter verwendet. Rasse ist jedoch ein viel älteres Wort und im Grundgesetz wird es doch gerade wegen der nationalsozialistischen Barbarei gegen Rassismus verwendet. Die ersatzlose Streichung würde hingegen Rassismus eher begünstigen. Das ist inzwischen wohl selbst den Grünen aufgefallen, die deshalb statt der Streichung doch lieber Ersatz wollen wie „rassistische Zuschreibungen“, was schwerfälliger ist und auch nicht ohne Rasse auskommt.

Schließlich ist Rasse kein rassistischer Begriff. Im Grundgesetz wird er gerade antirassistisch gebraucht, was auch auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, die Europäische Menschenrechtskonvention etc. zutrifft. Auch als die Biologie noch von Rassen ausging, war sie nicht rassistisch und lieferte keine wissenschaftliche Rechtfertigung dafür. Wenn z. B. Hautfarbe als Ersatzbegriff gewählt wird, gibt es weiterhin Unterschiede (mit allen möglichen Zwischenformen), die aber normativ irrelevant sind. ‚Rassismus ist böse‘, ganz unabhängig davon, ob bzw. in welcher Weise es Rassen überhaupt gibt.

25 Gedanken zu „Grüne wollen (Diskriminierungsverbot wegen) Rasse aus dem Grundgesetz streichen

  1. Es gibt tatsächlich einen Ausdruck in der ganzen Debatte, den man wegen seiner historischer Belastung streichen sollte: Den Ausdruck „Rassismus“. Denn der wurde von Leo Trotzki, dem Erfinder des „Roten Terrors“ (Eigenbezeichnung) und einem der ersten Massenmörder des 20. Jahrhundert, popularisiert.

      • Meinen Sie wegen fiktiver Rassenzugehörigkeit oder wegen der Zugehörigkeit zu fiktiven Rassen?

      • Beides. Es gibt aber noch viel mehr Beispiele. Denken Sie an die Kriege und Menschenopfer wegen Göttern, die es nicht alle gleichzeitig geben kann (und nach der heutigen Biologie muss es gar keinen davon geben). Hexenverfolgung hat es ganz ohne Hexen gegeben (und gibt es z. T. heute noch), aber nicht ohne Opfer. Wie viele Menschen mussten sterben für die Fiktion vom kommunistischen Paradies?

  2. …..Ideologie frisst Verstand. Ihr Kommentar hilft uns bei Argumentation vs. Änderung GG ungemein. Danke, wie immer.

  3. Die Diskussion ist bekanntlich nicht neu. Seit den 60er Jahren hat sich in der Biologie allgemein die Erkenntnis durchgesetzt, dass es keine menschlichen Rassen im Sinne von Rassen bei Tieren gibt. Das heißt aber erst einmal nur, dass es innerhalb der bis dato betrachteten Gruppen (Weiße, Asiaten,…) mehr genetische Unterschiede als innerhalb der entsprechenden tierischen Rassen gibt. Trotzdem vermute ich dass ein zufällig ausgewählter Mensch einen zufällig ausgewählten Menschen, der in Peking lebt, mit einiger Wahrscheinlichkeit eher als Asiaten als als Weißen klassifizieren würde… und zwar nicht nur wegen des Aussehens.

    • Die Hautfarbe und einige andere Auffälligkeiten sind eindeutig genetisch beeinflusst. Das reicht aber nicht, um Rassen sinnvoll biologisch abzugrenzen. Stellen Sie sich vor, man würde Tiere nur nach ihrer Fellfarbe in Rassen einteilen wollen.

  4. Auch das Idol der linken 68er Che Guevara hat da so einige gar nicht politisch korrekte Dinge über Afrikaner gesagt. Wohl weil seine kommunistischen Revolutionsversuche in Afrika anders als in Kuba krachend scheiterten, äußerte er sich wenig diplomatisch über Schwarze:

    „Der N…. ist träge und gibt sein ganzes Geld für Frivolitäten und Alkohol aus, wohingegen der Europäer zukunftsweisend, organisiert und intelligent ist.“

    „Was wird unsere Revolution für die Schwarzen tun? Warum, wir werden für die Schwarzen genau das tun, was Schwarze für die kubanische Revolution taten. Damit meine ich: nichts!“

    Streng genommen müssten dann dessen Statuen und Konterfeis auch beseitgt werden.

    In den USA wird meines wissens nach noch heute auch in den behördlichen Dokumenten der Begriff „race“ verwendet. Auch gibt es nicht nur phänotypische Unterschiede, sondern durchaus auch Veranlagungen, die sich unter andrem im Sport, aber auch hinsichtlich Integration und beruflichem Aufstieg erkennen lassen, was man besonders in den USA, aber auch in Europa hinsichtlich asiatischer Einwanderer sieht, die alle binnen weniger Jahre anders als andre Ethnien/ Mirgantengruppen rasch aufsteigen. Auch hinsichtlich des Themas Blutspende gibt es offensichtlich Unterschiede, sonst gäbe es nicht immer wider die dramatischen Appelle bezüglich bestimmter Knappheiten hier seltener Blutgruppen. Aber ob dies alles heute nioch den Begriff „Rasse“ rechtfertigt (Rassismus dürfte es dann ja eigentlich auch nicht geben), ist letztenendes auch gar nicht so entscheidend.

    Wichtig ist, und das sieht man hier bei den Ideen der Grünen auch wieder, dass mit diesen Thematiken knallharte Ideologiepolitik betrieben wird. Die Linken haben Begrifflichkeiten zu ihren Gunsten hypermoralisch und oft auch wahrheitswirdrig aufgeladen, mit denen dann eine moralisierende Erpressungspolitik umgesetzt wird, Mittlereile wird sogar schon von „antimuslimischem Rassismus“ fabuliert. Es ist klar, dass jegliche kritik an Region, Integration und Mirgation schon mittels Schweigesspirale im Keim erstickt werden soll. hier muss man ansetzen. Man darf es gar nicht erst zulassen, dass bestimmte Begrifflichkeiten und Themen gekapert werden und für eine normale ergebnisoffene Diskussion tabuisiert werden sollen. Probleme lassen sich dann nämlcih nur noch scher ansprechen und genau das ist auch Sinn der Übung. Der „weiße Mann“ soll eine ewige Schuldneurose entwickeln und jeglichen Selbstbehauptungswillen verlieren. Das ist tatsächich Rassismus.

  5. Hier in der Dominikanischen Republik gibt es Menschen sämtlicher Hautfarben, pechschwarze, schnellweiße, sämtliche Brauntöne dazwischen und Asiaten ebenfalls. Es ist im Alltag vollkommen üblich, dass man sich mit diesen äußerlichen Merkmalen sogar anredete. Ich werde oft „Rubio“ (Blonder) gerufen, da ich zwar weiß, jedoch gar nicht blond bin. Aber „Blanco“ habe ich auch schon gehört. Hellbraune werden als „Indio“ bezeichnet, obwohl die indigenen Taínos schon lange ausgestorben sind. Je nach der Abstufung des Taints rufen sich die Leute „Moreno“ (Gebräunter), „Briqueto“ (Briketts) oder sogar „Negrito“ (Negerchen, in der Verniedlichungsform). In Lateinamerika spielt man mit der Sprache, zumal Spanisch herrliche Vergrößerungs-, bzw. Verkleinerungsformen kennt, die es so in Deutsch oder Englisch gar nicht gibt. Es kommt auch vor, dass man das genaue Gegenteil von dem nennt, was der Realität entspricht, also man einen „Negro“ zum Spaß „Blanco“ nennt. Die Dominikaner gehen so herrlich entspannt mit angeblich „rassistischen“ Begriffen um. Wie verkrampft erscheint mir dagegen die Diskussion, die gerade in Deutschland geführt wird und die ich zum Glück nur über das Internet mitbekomme…!

    • Daran sieht man eben auch, wie stark vieles in der westlichen Welt ideologisch aufgeladen ist, um damit knallharte Zermürbungs- und Erpressungspolitik zu machen, damit dann schlußendlich der Widerstand gegen Islamisierung und Masseneinwanderung zum Erliegen kommt. Wirklichen Rassismus gibt es doch fast gar nicht mehr, und wenn doch, dann eben in alle Richtungen. Früher war dies sicherlich noch anders. Mein Vater hat mir mal erzählt, dass er Ende der 60er Jahre mit Anfang 20 New York besucht hat und er sich dann unwissentlich an einem Strandabschnitt aufgehalten hat, der nur für Schwarze ausgewiesen war. Ein Polizist hatte ihn dann darauf hingewiesen, dass dies der falsche Starandabschnitt für ihn war. Erst da ist es ihm als Nicht-Ortskundigen überhaupt aufgefallen. Aber wie gesagt, dass ist lange her. Wer heute noch ständig von Rassismus redet, der hat etwas anderes im Sinn.

      • @Patriot

        „… damit dann schlußendlich der Widerstand gegen Islamisierung und Masseneinwanderung zum Erliegen kommt. Wirklichen Rassismus gibt es doch fast gar nicht mehr, und wenn doch, dann eben in alle Richtungen.“

        Jetzt werfen Sie aber ohne jeden Sinn grundverschiedene Dinge in einen Topf. Der Islam ist weder Rasse noch Hautfarbe, sondern eine religiöse Weltanschauung, der Menschen aller Hautfarben anhängen, wie anderen Religionen auch.

    • Wörter sind für sich genommen nicht rassistisch, sondern der Umgang damit kann es sein. In Deutschland haben wir eigentlich auch ganz andere Probleme als in Amerika, aber die Slogans werden trotzdem übernommen.

      • Die Slogans werden völlig unreflektiert übernommen und was „BLM“ angeht, ist daraus doch inhaltlich längst „black lives matter more than other ones“ geworden. Offenbar hält man in gewissen Kreisen Schwarze für wertvoller als Menschen anderer Hautfarbe. Und das soll kein Rassismus sein?

      • In den USA sind überdurchschnittlich viele Schwarze von Polizeigewalt betroffen. Aber es begehen auch überdurchschnittlich viele Schwarze Gewalt gegen Polizisten und normale Bürger, weiße und vor allem schwarze. Ich denke, dass es strukturelle Probleme gibt, während die meisten Polizisten (aber auch Lehrer, Arbeitgeber, Vermieter etc.) keine Rassisten sind und für die Unterschiede nichts können.

      • Zum Beispiel in gewissen Kreisen in Südafrika, wo Rassismus gegen Weiße mittlerweile alltäglich ist. Interessant ist, dass immer wieder behauptet wird, dass es Rassismus gegen Weiße gar nicht gebe (https://www.tagesspiegel.de/kultur/der-grosse-unterschied-es-gibt-keinen-rassismus-gegen-weisse/25893440.html). Was für eine glatte Lüge! Zwar muss der Kolonialhintergrund mitgedacht werden, aber wenn heutzutage Schwarze Weiße nur wegen ihrer Hautfarbe schlecht behandeln, dann ist das natürlich Rassismus.

      • Hinzu kommt, dass ich mich nicht erinnern kann, dass in der jüngeren Vergangenheit, also zumindest nicht in den letzten Jahrzehnten, irgendwo auf der Welt behauptet wurde „Black lives don´t matter“. Es gibt also überhaupt keinen realistisch nachvollziehbaren Grund für diesen neuen schwarzen Opferlamm-Kult.

      • Es gibt überdurchschnittlich viele schwarze Opfer in den USA, aber eben auch Täter. Es gibt Probleme von und mit den Schwarzen in den USA, aber Polizeigewalt gehört nicht zu den größten davon.

      • Man könnte es alternativ auch so formulieren:

        Es gibt überdurchschnittlich viele Kriminelle unter den Schwarzen in den USA und daher auch überdurchschnittlich viele schwarze „Opfer von Polizeigewalt“ und schwarze Gefängnisinsassen.

      • Ja, man kann nun fragen, woran das liegt und wie es sich ändern ließe. Polizeigewalt ist jedoch nicht die Ursache und die Abschaffung der Polizei würde dagegen nicht helfen, im Gegenteil.

      • Natürlich kann es Rassismus auch gegen Weiße geben, was insbesondere dann zum Problem wird, wenn die Mehrheit bzw. die Herrschenden diesen Rassismus vertreten (was in Deutschland aus ideologischer Verblendung droht, obwohl die Mehrheit und die Herrschenden selbst weiße Hautfarbe haben).

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