Aktueller Hype um künstliche Intelligenz endet

„An understanding of AI’s limitations is starting to sink in“. Die Erwartungen an künstliche Intelligenz scheinen wellenförmig zu verlaufen. Hypes gab es in den 1950er, 1980er und 2010er Jahren. Nun folgt einmal wieder eine Enttäuschung. „Self-driving cars, which must navigate an ever-changing world, are already delayed, and may never arrive at all.“ Das gibt auch Anlass zur Hoffnung, z. B. das uns das eigene Autofahren nicht so schnell ganz verboten wird. Denn massenhaft selbstfahrende Autos hätten das zur Konsequenz, weil menschliche Fahrer deren Sicherheitsverhalten völlig ausnutzen könnten. Es verschwindet auch eine andere Drohung, an die ich allerdings im Saldo nie geglaubt habe: ‚Künstliche Intelligenz bedroht Millionen Arbeitsplätze‘. Denn es gäbe ‚Andere statt keine Arbeit durch Roboter‘, während wir jetzt wohl noch länger die gewohnte Arbeit selbst erledigen müssen.

Schließlich ist die ‚Gefahr von superintelligenten Computern‘ nur aufgeschoben, aber nicht aufgehoben. Die jüngste Welle künstlicher Intelligenz basiert vor allem auf maschinellem Lernen, welches große Datenmengen durchdringt. Das stösst jedoch an Grenzen. „They struggle with reasoning, generalising from the rules they discover“. Das sind aber ebenfalls Aufgaben, die Computer grundsätzlich lösen können, so dass der nächste Durchbruch zu erwarten ist. Es fragt sich nur, wann das geschieht. Individuell macht es einen großen Unterschied, ob das Jahre, Jahrzehnte (der nächste Hype wäre eigentlich für die 2040er Jahre zu erwarten) oder Jahrhunderte dauert. Die Menschheit insgesamt wird das jedoch erleben, wenn sie sich nicht vorher ausrottet.

6 Gedanken zu „Aktueller Hype um künstliche Intelligenz endet

  1. Die Entwicklung der KI-Forschung (wie die z.B. der Klimaforschung, der Quanten-Computer) unterliegt folgendem Mechanismus: Den Institutsleiter einschlägiger Forschungseinrichtungen treibt der Vorwurf, eine am Wege liegende öffentliche Subvention liegengelassen zu haben, die Forschungsministerin Karliczek hingegen die Angst, mit ihrem beruflichen Werdegang auf einen Blick über den Hoteltresen oder einen Leichtmatrosen- Abschluss an einer Fernuniversität reduziert zu werden. So entsteht aus nachvollziehbaren menschlichen Schwächen – vielleicht – etwas Großes.

      • @Prof. Dilger
        Schön, dass Sie meine Satire hier so ernsthaft aufgreifen. Aber ohne die Karliczeks funktioniert der Zusammenhang auch in den USA, weil die Kapitaleigner oder -verwalter einen Teil des Vermögens als Spielgeld einsetzen, um vermeintliche Chancen nicht zu verpassen (Weka).

  2. Ich sehe das ehrlich gesagt nicht ganz so. „Big Data“ bzw. Konzepte des maschinellen Lernens werden im Bereich der Statistik immer wichtiger und klassische Konzepte wie etwa Signifikanztests verlieren teilweise an Bedeutung, weil sie bei sehr großen Datensätzen ohne Anpassungen wenig Aussagekraft haben. Richtig ist, dass viele dieser KI-Methoden rein deskriptiv sind und sich nicht für dahinterstehende Modelle interessieren. Auch gibt es natürlich nach wie vor viele Probleme, bei denen es nicht um „Big Data“ geht. Trotzdem ist der Bereich der KI sehr wichtig, was man auch daran sieht, dass in Bayern aktuell zahlreiche neue Professoren in diesem Bereich geschaffen werden.

    • Die Aussage ist nicht, dass KI in bestimmten Bereichen nicht wichtig wäre und Großes leistet. Aber der Hype ist übertrieben und versprochene Entwicklungen kommen wohl doch nicht (so schnell).

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..