Werkverträge in der Fleischindustrie werden verboten und Grüne fordern Mindestpreise

Die Bundesregierung zieht „Konsequenzen aus Corona-Infizierungen: Aus für Werkverträge in der Fleischindustrie“. Die Zustände insbesondere in den Schlachthöfen (aber auch bei der Tierhaltung und bei Tiertransporten) sind schlimm, bekanntermaßen für die Tiere, aber eben auch für die dort beschäftigten Menschen. Das Verbot von Werkverträgen ist allerdings eine Ersatzreaktion, weil sie selbst nicht das Problem sind, sondern das Umgehen von Regeln zum Arbeits-, Gesundheits- und Tierschutz sowie der fairen Entlohnung. Werkverträge über (Sub-)Subunternehmen können das allerdings begünstigen, wobei eine mildere Lösung als das Verbot die direkte Haftung des Schlachtbetriebes für Verstöße wäre, selbst wenn diese formal von anderen Unternehmen begangen wurden. Noch wichtiger sind viel mehr Kontrollen, damit die Regeln tatsächlich eingehalten und Regelverletzter nicht noch begünstigt werden.

Die Grünen kommen mit einem anderen Ersatzvorschlag. Robert „Habeck fordert Mindestpreis für Fleisch – wegen der Corona-Krise“. Das Einhalten von Mindeststandards führt zu höheren Kosten als deren Unterlaufen, was durchaus die Preise von Billigfleisch erhöhen dürfte. Das wäre dann allerdings auch ein gerechtfertigter Preis gegeben die gesetzlichen Vorgaben. Für eine gesetzliche Vorgabe des Preises selbst gibt es dabei aber keinen Grund. Wer die Regeln günstiger erfüllen kann, soll das doch tun, während ein höherer Preis ohnehin erlaubt wäre, aber den Mindestpreis überflüssig machen würde. Folglich sollten wir über vernünftige Mindeststandards streiten und dann den Preis dem Wettbewerb überlassen. Außerdem ist es natürlich sinnvoll, auch höhere Standards zuzulassen und darüber die Kunden entscheiden zu lassen. Ich würde z. B. für bessere Bedingungen für die Tiere auch mehr bezahlen, aber nicht für deren Vortäuschen.

9 Gedanken zu „Werkverträge in der Fleischindustrie werden verboten und Grüne fordern Mindestpreise

  1. Mindest/Höchstpreise sind klassisch sozialialistische Instrumente, den Markt auszuhebeln und „Tierwohl“ ist nur ein linksgrüner Kampfbegriff! Um das Wohl der Tiere geht es nur vordergründig. Vielmehr sollen wir umerzogen, gemaßregelt und zurechtgestutzt werden. Fleisch gibt es dann, wie zu Zeiten der Fürstenherrschaft, nur noch für Reiche.

    Ich grille echte deutsche Bratwurst und saftige Angus-Steaks so oft ich will, genieße Schnitzel und Schinken und werde immer das Gegenteil von dem tun, was Linksgrüne fordern! Wenn die sich richtig aufregen, haben wir alles richtig gemacht…!

    • Tierwohl ist ein sinnvolles Konzept. Das Wohl der Menschen sollte uns Menschen natürlich noch viel wichtiger sein, aber das rechtfertigte keine Tierquälerei ohne jeden Grund oder zum Sparen von wenigen Cent.

  2. Frage, nicht Behauptung: Kommt die Coronainfizierung nicht durch die Unterbringung von Mitarbeitern? Dann könnte man doch fragen, was das mit der Fleischproduktion zu tun hat, oder? Selbst „luxuriöse“ Fleischproduktion zu Höchstpreisen hinderte doch nicht die Unterbringung in Billigstbehausungen. Und an dem Los der Arbeiter änderte sich auch nichts, wenn sie statt in der BRD in Eu-Billigstlohnländern das Fleisch produzierten, das dann mit Billiglöhnen bezahlte LKW-Fahrer nach Deutschland schafften…

    • Die Infizierungen fanden wahrscheinlich in den Unterkünften statt, nicht in den Schlachthöfen selbst. Gerade das führt zu der Forderung, die allgemeinen Bedingungen für die Beschäftigten zu verbessern. Richtig ist, dass es den Betroffenen nicht besser ginge, wenn sie anderswo zu noch schlechteren Bedingungen arbeiten müssten, aber das ist unseren Politikern egal.

      • Die Wohnungsbedingungen unterliegen, vermute ich, auch gesetzlichen Vorschriften. Es ist also zunächst die Kontrolle staatlicher Vorschriften zu verbessern. Wie dann zukünftig insgesamt eine liberale Raum- und Wohnungspolitik die oft schlimmen Verhältnisse sozialer gestaltete, wäre ein anderes Thema. Und natürlich sind auch die Arbeiter selbst und Gewerkschaften aufgefordert, schlimme Arbeitsbedingungen in den Blick zu nehmen. Und ohne extremsozialistische Regime über Jahrzehnte im Ostblock und teilsozialistische dort heute hätte sowieso kein Arbeiter von dort Druck, schlechte Arbeitsbedingungen in Kauf zu nehmen.

      • Richtig heftig finde ich die Abzüge für völlig überteuertes Wohnen und für die normalerweise vom Arbeitgeber gestellten Arbeitsmittel. Bei „Extra 3″ wurde gestern ein Beispiel gezeigt, in dem einem Fleischereiarbeiter mehr vom Lohn abgezogen wurde als er überhaupt verdient hat (hier ab 25’21“: https://www.youtube.com/watch?v=7Umv8lGxoP8).

      • Richtig, die bestehenden Vorschriften müssten besser kontrolliert und Verstösse sanktioniert werden. Als Liberale sind wir auch gar nicht gegen staatliche Regulierung, sondern für gute statt schlechte Regulierung und für konsequente Anwendung des geltenden Rechts statt Symbolpolitik mit systematisch geduldetem Rechtsbruch.

  3. ….Verbot von Werkverträgen ist völlig kontraproduktiv. Entlohnung mit Unterbringung von Arbeitskräften aus Ost – Europäischen Nationen ist oft unterirdisch mangelhaft und kann durch Vorgaben – staatliche Länderaufgabe – verbessert werden.

    Überhaupt, wer von deutschen Arbeitnehmer/innen will in einen Schlachthof gehen und dort die schwere Arbeit machen ?

    Wirklchkeit ausgeblendet, Sesselpupser – ohne jeglichen Bezug zur harten Arbeitswelt – wieder mal moralisch Überlegende. Gesamte Bundestag – Ausnahme AfD – jetzt Grün ? Es gibt Alternativen aus anderen umliegenden Nationen und dem deutschen Verbraucher ist das völlig Wurst ? Null Ahnung. Mann oh man.

  4. Grüne Dummheit ist kaum zu toppen. Als ob Mindestpreise automatisch die Qualität erhöhen. Aber die Großschlachter wird´s freuen – ihre Margen steigen durch diesen hirnverbrannten grünen Etatismus und der deutsche Otto Normalverbraucher hat ohnehin längst kein Qualitätsbewusstsein mehr …

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.