Schlechte Politiker erkennt man an guten Frisuren

Am 4. Mai dürfen die Friseure wieder öffnen unter strengen Auflagen. Bis dahin dürfen sie kommerziell keine Haare schneiden, auch nicht bei Hausbesuchen. Doch ist Ihnen noch nicht aufgefallen, dass die meisten Politiker und ihre Unterstützer vor der Kamera, die dort gegen Öffnungsdiskussionsorgien wettern und ihren Mitbürgern alles verbieten wollen einschließlich einem ordentlichen Haarschnitt, ihrerseits gut oder zumindest weiterhin professionell geschnittene und gemachte Haare zur Schau stellen?

„Wer macht unseren Politikern eigentlich die Haare?“ Einige versuchen es jetzt selbst. Das kann man dann meistens sehen, was aber keine Schande ist. Doch Kanzlerin Merkel z. B. „nimmt für Make-up und Frisur die Leistungen einer freiberuflichen Assistentin in Anspruch“. Ist das legal? Vermutlich gibt es dafür sogar eine Ausnahmegenehmigung, auf die sich aber nicht alle Politiker und Medienschaffenden werden berufen können. Unabhängig von der Rechtsfrage ist es politisch und moralisch nicht in Ordnung, anderen (Erwachsenen) zu verbieten, was man selbst tut. Das nennt man Heuchelei und Doppelmoral, die in diesem Fall recht einfach an der Frisur zu erkennen ist.

45 Gedanken zu „Schlechte Politiker erkennt man an guten Frisuren

  1. Ist die Krise jetzt vorbei, wenn wir uns wieder über Frisuren von Politikern (ich verstehe gleichwohl den ernsten Kern des Beitrags) amüsieren können? Vielleicht wird ja doch noch alles einigermaßen gut.

      • Die wirtschaftliche Krise beginnt erst und wird auch in einem Jahr nicht vorbei sein. Das Virus ist hingegen rückläufig. Vielleicht gibt es im Herbst eine zweite Infektionswelle, aber nicht jetzt wegen angeblich zu großen Lockerungen.

      • Ja, es ist nicht nur eine wirtschaftliche Krise, sondern auch eine soziale, beides zusammen kommt im Bereich Bildung zusammen. Heute hat das erste Gymnasium in NRW wieder geschlossen, weil in der Familie (!) eines Schülers ein Coronafall auftrat. Die Kitas werden dann vermutlich geschlossen, sobald ein Kind einmal hustet. Wie soll unter solchen Umständen auf absehbare Zeit Bildung erfolgen?

      • Dabei ist in Deutschland noch gar kein Kind und auch kein Jugendlicher an dem Virus gestorben. Es gibt auch erhebliche Zweifel, ob Kinder und Jugendliche überhaupt nennenswert zur Weiterverbreitung des Virus beitragen. Die politischen Entscheidungen sind nicht evidenzbasiert, sondern absolut risikoavers hinsichtlich des Virus und zugleich völlig ignorant gegenüber allen anderen Risiken und Nachteilen.

      • Die Politiker und Massenmedien argumentieren gerade so, dass sie tatsächlich alles auf ewig verbieten können und wollen. Denn wahrscheinlich kriegt man dieses Virus nicht mehr aus der Welt (der Menschen), und falls doch, lauert bereits das nächste, vielleicht viel schlimmere. Aber da die Entscheidungen willkürlich und irrational sind, könnte dann auch wieder ganz anders entschieden werden, also Lockdown jetzt und wieder Karneval beim Ausbruch einer schlimmeren Epidemie.

      • Die Zahl der Neu-Infizierten geht deutlich zurück, wenn natürlich auch nicht streng monoton.
        Heute Abend setzt wieder ein gewisser Alarmismus ein, es wird ein Anstieg der Reproduktionszahl auf 1 gemeldet.
        Mir fehlt hier die Transparenz der Herleitung/Schätzung dieser Zahl mit Angabe der Unsicherheiten.
        Es besteht das Risiko von Überbewertungen und das erneute Anfachen von Hysterie.

      • Momentan kann ich die täglichen Situationsberichte des Robert Koch-Instituts leider nicht aufrufen. Darin wurde jedoch ein neues Schätzmodell beschrieben, welches zur Annahme aktuell höherer Fallzahlen und damit einem höheren R führt, was wohl politisch erwünscht ist. Die gemeldeten Neuinfektionen fallen jedoch weiter Woche für Woche trotz steigender Testzahlen. Inzwischen könnten sie sogar schon unter der Fehlerrate der Tests liegen.

      • Laut RKI ist R gleich dem Quotienten der Summe der Neuinfektionen an zwei aufeinanderfolgenden Intervallen der Länge vier Tage. Ein Beispiel: Bei der Zahlenfolge 1 1 1 1 2 2 2 2 wäre R gleich (2+2+2+2)/(1+1+1+1) = 2. Damit sagt R aber nichts über die absoluten Zahlen aus. Insbesondere wäre R deutlich über 1, wenn es irgendwo in Deutschland einen regionalen, gut beherrschbaren Ausbruch gäbe. Wer kam auf die grandiose Idee, R als zentrale Maßzahl für den Grad der Lockerung anzusehen?

      • Bei Ihrer Zahlenfolge hätten sich die Infektionen doch auch verdoppelt. Gerade am Anfang, wenn die absoluten Fallzahlen noch klein sind, ist es wichtig, eine solche Dynamik zu erkennen. Aber man darf das auch nicht naiv fortschreiben, sonst wären schon längst alle infiziert. Aktuell gehen die Fallzahlen in Deutschland zurück und punktuelle Ausbrüche müssten beherrschbar sein, zumindest wenn man sich stärker darum kümmern würde als z. B. um eine unsinnige Maskenpflicht.

      • Natürlich hat R irgendeine Aussagekraft, wie quasi jede statistische Zahl. Aber die Frage ist doch, in welchem Umfang man darauf, gerade in der aktuellen Situation, politische Entscheidungen basieren sollte.

      • Es geht doch offensichtlich schon lange nicht mehr darum, die politischen Entscheidungen auf Evidenz zu basieren, sondern es wird umgekehrt nach Evidenz gesucht, die die aus ganz anderen Gründen getroffenen Entscheidungen rechtfertigen soll (dasselbe gilt für die Auswahl von Wissenschaftlern). Ist Ihnen noch nicht aufgefallen, dass die Bedingung für Lockerungen ständig verschärft wurde? Erst war es eine Verdoppelung der Fallzahlen nach sieben Tagen (statt zu dem Zeitpunkt aktuell vier), dann zehn, dann vierzehn. Dann wurde auf R gewechselt, welches 1 erreichen sollte, dann unter 1 liegen sollte, dann bei 0,3. Nun ist man zu einem rein fiktiven R übergegangen statt dem aus den vorliegenden Daten. Außerdem wurde formuliert, dass erst ein Impfstoff für alle verfügbar sein muss, was frühestens im Herbst der Fall sein wird, eher nächstes Jahr und vielleicht nie. Allerdings wird es immer mehr Menschen geben, die sich das dann nicht mehr gefallen lassen werden, insbesondere wenn es fast keine Neuinfektionen mehr gibt, aber einen Billionenschaden.

      • Ich stimme zu. Interessant ist, wie gut es einigen Vertretern der Virologenzunft gelingt, ihre Inkompetenz im Bereich Statistik als Ausdruck eines dynamischen Aufbaus von sich schnell änderndem Wissen zu kaschieren.

      • Virologen sind Experten für die Viren selbst. Da hat sich Herr Drosten auch große Verdienste erwiesen. Für Epidemien sind jedoch die Epidemiologen die eigentlichen Experten. Herr Lauterbach ist übrigens Epidemiologe, Frau von der Leyern allerdings auch, die kürzlich meinte, dass sie keine Expertin sei. Empirische Ökonomen kennen sich zumindest hinsichtlich der relevanten Statistik auch ganz gut aus und hinsichtlich der abzuwägenden wirtschaftlichen Effekte besser.

  2. Der AfD-Bundestagsbgeordnete Sebastian Münzenmaier hatte vollkommen recht, als er vor wenigen Tagen Merkel mit Ludwig XIV. verglich. Wir leben in einem neuen Absolutismus und den kann man nur mit einer Revolution beseitigen…!

    • Sie wissen aber schon, dass nicht Ludwig XIV. gestürzt und geköpft wurde, sondern Ludwig XVI. Revolutionen sind ohnehin selten und echte Potentaten werden dadurch eigentlich nie gestürzt, sondern eher schwächliche Nach-Nachfolger.

      • Revolutionen sind oft auch ziemlich grausam. Man denke an die russische Revolution, wo auch vor den unschuldigen Kindern der Zarenfamilie nicht Halt gemacht wurde.

        Würde die AfD öffentlich eine Revolution fordern, so wäre dies vor dem Bundesverfassunggericht wahrscheinlich einer der belastbarsten Beweise. Eventuell könnte man sich noch rausreden, wenn man sagt, dass man nur eine kulturelle Revolution will.

        ich gebe francomacorisano allerdings in sofern Recht, als dass etablierte Machtsysteme durch ihre gegenseitige Verzahnung und Verfilzung ein inhärentes Eigeninteresse an einem „Weiter so“ bis zum Sankt Nimmerleins Tag haben und nur schwer reformierbar sind.

      • Es ist mir bewusst, dass ich und die wenigen Unzufriedenden leider NICHTS ändern können. Die gehirngewaschenen Deutschen haben Merkel verdient. Schlag sie fester, Herrin! Ich versuche, so gut es geht, meine Nischen zu finden und diesem Sch… Staat zu trotzen…

      • Sie wollen doch wohl nicht etwa andeuten, daß Mutti Ludwigs Schicksal teilen soll? So schlecht ist die Frisur nun auch wieder nicht, daß man sie gleich in den Mülleimer schmeißen müßte.

      • francomacorisano hat das angedeutet. Ich bin gegen Revolutionen, insbesondere wenn es demokratische Wahlen gibt und eine Mehrheit immer noch oder sogar jetzt erst recht für Frau Merkel und ihre Politik ist. Ihr droht nicht einmal eine Abwahl, sondern eher einem ihrer Nachfolger, wobei die Alternativen in den anderen Parteien auch nicht sehr verlockend sind.

        Vielleicht sollte man doch ernsthafter übers Auswandern nachdenken, wenn das irgendwann wieder erlaubt wird. Das faktische Ausreiseverbot ist vielleicht die schlimmste Grundrechtsbeschränkung, weil es eine Abstimmung mit den Füßen verhindert.

      • Ausreiseverbote gibt es allerdings aktuell de facto in fast jedem Land.

      • Mir erschließt sich der Sinn am Auswandern nicht, wenn in anderen Staaten ähnlich restriktive oder noch restriktivere Maßnahmen zu erwarten sind. Schweden wäre vielleicht eine Option, aber da wurden Sie ja von einem Hund gebissen. Oder sondieren Sie bereits den schwedischen (Ferien-) Hausmarkt?

      • Es gibt durchaus Unterschiede in den Reaktionen der Staaten oder auch Teilstaaten (z. B. deutsche Bundesländer, wo NRW nicht am schlimmsten ist, oder US-Bundesstaaten). Je nach Intensität und Verlauf der Epidemie sind auch unterschiedliche Maßnahmen gerechtfertigt. Vor allem will man anderswo schneller lockern, während in Deutschland die Anforderungen dafür ständig verschärft wurden. Wenn viele Politiker jetzt z. B. erst auf einen Impfstoff warten wollen, kann das Jahre oder sogar ewig dauern.

        P. S.: Man kann überall von einem Hund gebissen werden. Was mich in Schweden störte, war, dass es den Besitzern und auch Behörden offensichtlich völlig egal war, dass der Hund schon mehrfach verschiedene Menschen gebissen hatte. Dann ist es aber auch wieder konsequent, dass die Schweden nicht alle Menschen in ihre Häuser einsperren wollen, wo sie schon beißwütige Hunde frei herumlaufen lassen.

      • Die Auswanderungswünsche haben viele. Professor van Suntum hatte sie auch. Gäbe es denn ein Land, wo sie für immer leben möchten?

      • Es gibt viele schöne Länder und Deutschland gehört natürlich dazu. Doch die Politik macht mir große Sorgen. Die liberale Demokratie ist eben nicht so tief verwurzelt, wie in Sonntagsreden gerne getan wird. Auch der Wohlstand ist in Gefahr. Eine wichtige Frage ist, wie stark das auf unsere europäischen Nachbarn ausstrahlen wird. Wenn dieser externe Effekt groß ist, bringt Auswanderung in ein anderes EU-Land oder selbst die Schweiz wenig, andernfalls ist es räumlich und kulturell am naheliegendsten. Dabei denke ich vor allem auch an meine Kinder.

  3. Danke für treffenden Satirebeitrag am Wochenbeginn.

    Meine Empfehlung – keine Satire – Beitrag / Kommentar in BILD vom 26.04.2020

    ….Schluss mit Starrsinn in der Corona – Politik

    von Julia Reichelt, Chefjournalist.

    Man reibt sich die Augen, brutale Offenheit, schonungslos die irre Politik dieser Regierung / GroKo mit devoten TV Sendern ARD / ZDF ohne die eine solche kontraproduktive Politik gar nicht möglich wäre.

    Was fehlt im Kommentar ? Der beabsichtigte, geplante Rest – Ausverkauf deutscher Fiskalpolitik unter dem Aspekt “ Solidarität in der EU mit anderen – notleidenden ? – Nationen “ .

    Verarmung deutscher Bürger/innen auf Jahrzehnte, vielleicht Jahrhunderte.

    Mehltau über Deutschland, Frust .

  4. @Politiker & Frisuren
    Sind wir jetzt auch in diesem Blog bei Themenwahl und Texten bei der Regenbogenpresse gelandet?! Wortakrobatik & Resignation bzw. Zweifel an den Politikern helfen nun wirklich nicht weiter. Bin der festen Überzeugung dass die Damen und Herren von CDU & SPD einen sehr guten Job in der aktuellen Zeit machen…!!! Es sollte auch hier – Herr Professor – Mut gemacht werden!

    • Zweifel an Politikern sind wichtig in einer Demokratie, damit sie verantwortlich und nicht willkürlich handeln. Professionell geschnitte Frisuren, während Friseurdienstleistungen allgemein verboten sind, sind nur ein kleines, aber sichtbares Zeichen dafür, dass unsere Politiker nicht so ehrlich und regeltreu sind, wie sie tun und Sie glauben. Ein anderes solches Zeichen setzte der Bundesgesundheitsminister, als er bei einem Krankenhausbesuch seine Maske nicht richtig aufsetzen konnte (und sie mehrfach umdrehte, was besonders ungesund ist) und keinerlich Abstand hielt. Viel bedeutsamer ist natürlich, dass er und seine Kollegen am Anfang die Epidemie einfach laufen ließen, um dann in panische Überreaktionen zu verfallen, von denen sie jetzt nur sich selbst, aber nicht die normalen Bürger ausnehmen wollen.

      P. S.: Mehr Mut sollten unsere Politiker zeigen und die unverhältnismäßigen Maßnahmen dem Rückgang der Epidemie entsprechend zurücknehmen.

      • „Sie schnüren schwere Lasten zusammen und legen sie den Menschen auf die Schultern, wollen selber aber keinen Finger rühren, um die Lasten zu tragen“

        So wie AKK heute am Leipziger Flughafen beim PR-Propagandatermin, der wegen fehlender Abstandstegeln und Teilnehmern ohne Masken, kräftig daneben gegangen ist. In Deutschland mussten Minister schon wegen weniger zurücktreten…!!!

      • Auch das war doch ein klares Zeichen von Doppelmoral. Die Regierung macht uns Vorschriften, an die sie sich selbst nicht hält und offensichtlich auch gar nicht glaubt. Wer ernsthaft Angst vor Ansteckung hätte, würde sich nicht so verhalten. Besonders ironisch daran ist, dass es um PR für Masken gehen sollte, faktisch aber das Gegenteil gemacht wurde.

  5. Christian Drosten ist ein 24 Stunden Mann. Mit Frisören hat er nichts am Hut. Das gefällt mir. Ich kämme mir meine Haare übrigens auch mit den Fingern, weil ….. ich bin ja kein Politiker.

  6. Frage, nicht Behauptung: Ist es zur Zeit „nur“ illegal, einen Friseurladen zwecks Geschäft zu öffnen, oder ist es auch illegal, gewerblich (also gegen Bezahlung) zu frisieren, etwa in der Wohnung eines Kunden? Um mögliche Mißverständnisse zu vermeiden: Ich bin kein Friseur.

    • Dafür wird Frau Merkel schon als Vizepräsidentschaftskandidatin in den USA im Team mit Joe Biden vorgeschlagen, wodurch sie nach dessen Ableben durch den Coronavirus tatsächlich die mächtigste Frau der Welt und erste US-Präsidentin werden könnte. Allerdings müsste dafür wohl zuvor die amerikanische Verfassung geändert oder durch ihre Stasi-Akte die Geburt als US-Bürgerin belegt werden.

      • Soll sie dann gleichzeitig in den USA und in Deutschland regieren? Dass sie nach 2021 weiterhin hiesige Bundeskanzlerin bleibt, ist aktuell zu erwarten. AL hat sich leider ins Abseits katapultiert und MS hat nichts dagegen, in Bayern zu bleiben. Von FM und NR ist nichts mehr zu hören.

      • Gleichzeitiges Regieren ist eine gute Idee. Deutschland bzw. die Bundesländer könnten auch den USA beitreten. Vielleicht sollte Frau Merkel einfache eine Auszeit als Kanzlerin machen und nach ihrer Zeit im Weißen Haus ins Kanzleramt zurückkehren.

      • Merkels Stasiakte muss nur minimal geändert werden. Ihre Geburt verlegen wir einfach in ein großes amerikanisches Militärkrankenhaus, vielleicht nach Wiesbaden, Landstuhl oder gleich nach Berlin. Damit ist die „Geburt in den USA“ erfüllt…!

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