Maskenzwang in ganz Deutschland

Die Corona-Epidemie geht in Deutschland stark zurück, doch ‚Bund und Länder lockern massive Verbote kaum‘, sondern legen jetzt noch einen drauf: „Alle Bundesländer führen Maskenpflicht ein“. In Sachsen gilt sie bereits seit Montag, in den meisten Bundesländern einschließlich Nordrhein-Westfalen ab nächstem Montag, und zwar beim Einkaufen in Geschäften (auch von Masken, die man deshalb besser noch schnell vorher besorgt) und in öffentlichen Verkehrsmitteln, die dadurch noch unattraktiver werden.

Dabei haben die verantwortlichen Politiker lange bestritten, dass Gesichtsmasken etwas bringen. Insbesondere der Bundesgesundheitsminister Jens Spahn verbreitete Fake News: „Ein Mundschutz ist nicht notwendig, weil der Virus gar nicht über den Atem übertragbar ist“ (siehe „Warum habt ihr uns solchen Quatsch erzählt? Chronologie: Vor Wochen wollte noch niemand was von Mund-Nase-Schutz wissen“).

Trotzdem bleibt der Nutzen insbesondere für die Träger einfacher, z. T. selbstgebastelter Masken überschaubar. In ihnen können sich Viren und Bakterien ansammeln und ihretwegen könnte man sich öfter ins Gesicht fassen oder das wichtigere Abstandhalten vernachlässigen. Andere anhusten sollte man ohnehin nicht. Der Zwang zum Maskieren ist verfehlt und kommt ansonsten ohnehin zu spät.

49 Gedanken zu „Maskenzwang in ganz Deutschland

  1. Der Nutzen ist groß, weil man auch mit einer einfachen Maske andere und in Teilen sich selber schützen kann. (Das Gegenargument für letzteres ist, dass die Viren von der Seite einströmen können, trotzdem ist doch die Gesamtangriffsfläche niedriger). Das Argument des Virensammelns sehe ich nicht, da man die eigenen Viren sowieso im Körper hat.

    Insgesamt hoffe ich, dass ein erneuter Lockdown durch Maßnahmen wie diese vermieden werden kann.

    • Das Gegenargument ist, dass die Viren so klein sind, dass sie einfach durch die einfachen Masken eingeatmet werden. Sie schützen vor allem gegen das Aushusten größerer Tröpfchen. Wer aber gar nicht infiziert ist, hustet natürlich das Virus auch nicht aus.

      • Das liest man häufiger, aber das verstehe ich nicht: Die Viren befinden sich in der Regel in größeren Tröpfchen und diese werden dann von der Maske abgehalten. Ein einzelnes Virus hat gar nicht die Energie, um 1,5 m weit zu fliegen.

      • Das Virus wiegt fast nichts und die Energie zum Fliegen bekommt es durchs Atmen, Husten, Niesen etc. Richtig ist, dass die normalen Grippeviren noch deutlich ansteckender sind. Rein medizinisch würde deshalb ein Lockdown bei einer starken Grippewelle mehr Sinn machen.

  2. Wenn die Zahl der (Neu-) Infizierten weiter zurück geht, wird diese Maskenpflicht kaum länger haltbar oder durchsetzbar sein. – Kaum auszudenken, was los wäre, wenn wir wirklich einmal von schwereren Katastrophen heimgesucht werden sollten, seien es schwerere Pandemien oder etwa ein mehrtägiger, großflächiger Stromausfall.
    Nach wie vor suche ich noch nach schlüssigen Erklärungen, warum die Zahl der Covid-19 Todesfälle bei uns sehr viel geringer als in UK ist. Ist es die noch sehr viel bessere Substanz unseres Gesundheitssystems oder völlig andere Zählweisen?
    So niedrige Todeszahlen wie in Deutschland findet man sonst (bei den größeren Ländern) nur in der Türkei und Russland.

    • Im Ausland wird es mehr Infizierte geben. So simpel. Ähnliche Zahlen wie im UK gab es auch im Elsass. Deutschland ist jetzt nicht gerade als Land bekannt, in dem enger Körperkontakt üblich ist, Megastädte wie NY, L oder P gibt es auch nicht. Außerdem wurde mehr getestet, sodass mehr Kranke zuhause geblieben sind. Großveranstaltungen wurden früher verboten und das Virus früher entdeckt.

      Es ist ungefähr eine doppelte Todesanzahl gegeben, wenn das Virus sich ungebremst ausbreitet, wenn man auf Zahlen aus dem UK, Elsass oder der Lombardei schaut. Vielleicht würde das noch etwas ansteigen, eher es wieder abfallen würde. Das würde ca. 3 Monate gehen, dann wäre man durch. Ein erheblicher Teil wäre auch ohne Corona im Jahr 2020 gestorben. Pimaldaumen würde ich deshalb max. mit einem Monat Übersterblichkeit rechnen, wenn ich einfach mal von 1 Mio Sterbenden im Jahr ausgehe, dann würde das Virus rund 100 000 zusätzliche Tote in Deutschland bedeuten, wenn man es ungebremst ohne jegliche Maßnahmen zirkulieren ließe. Die Jahre darauf wäre dagegen mit weniger Toten als üblich zu rechnen, da der Gesundheitszustand der meisten Sterbefällen schon vorher schlecht war. Die 100000 decken sich ungefähr mit den üblichen Todesraten im unteren Promillebereich.

      Die Zahl dürfte demnach auf dem Niveau einer sehr, sehr schlimmen Grippewelle liegen, die alle paar Jahrzehnte auftritt. Sie liegt aber deutlich unterhalb der Spanischen Grippe.

      Die Frage ist, ob Mutationen des Virus für regelmäßige Wiederholung sorgen würden. Das würde die Zahlen langfristig erhöhen, aber auch eine wirksame Impfung erschweren.

    • Im historischen Vergleich muss man berücksichtigen, dass wir heutzutage eine alte und kranke Bevölkerung haben. Viele Menschen, die heute an Corona sterben, hätten vor 100 Jahren längst nicht mehr gelebt, der demographische Wandel kommt hinzu. Diese Konstellation in Verbindung mit modernen Megastädten machen die moderne Gesellschaft ggü. Seuchen extrem anfällig.

      Zusammenfassend ist auf Basis der aktuell vorliegenden Informationen das Virus zwar schlimm, aber nichts was die Abschaffung der Demokratie rechtfertigen würde.

      Die Freiwilligkeit der App ist auch schon passé.

  3. Der Maskenzwang ist nur ein Zwischenschritt. Die Entwicklungsarbeiten für eine Überwachungsapp laufen auf Hochtouren. Mutti will schließlich genau wissen, was ihre Kinder so treiben.

  4. Formal folgt die Maskenpflicht der Lockerung des Shutdowns, inhaltlich der zwischenzeitlich gewonnenen Erkenntnis, dass es es einstweilen eine größere unentdeckte Zahl von Virenträgern gibt, die andere Personen – ebenfalls neue Erkenntnis – durch besondere Formen des „Ausatmens“, Ausnießens, Aushustens infizieren können. Reminiszenzen zu früheren Aussagen, insbesondere ohne Relativierung der Zusammenhänge (Maske als passiver oder aktiver Schutz), bringen eigentlich nur insofern etwas, als man den ersten Statements von Fachfremden nicht gleich glauben sollte (Spahn, später Homburg). Für interessanter hielte ich hier eine Betrachtung des Überbietungswettbewerbs der MP´s in wirtschaftlicher Hinsicht. Das Chamäleon aus Bayern fällt durch seine USt-Senkung für die Gastronomie (befristet bis 31.12.2020) auf 7 % wieder einmal besonders auf – es darf keiner hin, aber dafür steuerbegünstigt (Außer-Haus-Lieferung war schon immer begünstigt). Wer Spitzenpolitikern der CSU ein Kanzleramt zutraut, muss von Sinnen sein. Der ÖPNV wird wohl weniger durch Maskenzwang unattraktiv als vielmehr dadurch, dass im BUS-Verkehr auf dem Lande Tickets gar nicht mehr erhältlich sind (kein Fahrer-Inkasso, keine Automaten, keine Vertriebspartner). Man kann zwar Online Tickets bestellen, ist dann aber – wie im Flugverkehr- auf eine bestimmte Busverbindung festgelegt. Lieber lässt man leere Busse durch die Gegend fahren, als flexibel zu reagieren.

    • So neu sind diese Erkenntnisse doch gar nicht, außer vielleicht für den Herrn Bundesgesundheitsminister. Ein rationaler Grund gegen eine frühe Maskenpflicht dürfte gewesen sein, dass es einfach kaum Masken gab und diese besser im Gesundheitswesen verwendet wurden. Im Grunde gilt das aber noch immer bzw. werden jetzt auch einfache Tücher als Masken erlaubt, was man gleich hätte machen können.

      Die Zahl der Neuinfizierten ist jetzt jedenfalls stark rückläufig, was ziemlich unabhängig von den staatlichen Maßnahmen ist. Der Epidemieverlauf ist in den meisten Ländern ähnlich, Unterschiede gibt es vor allem im Niveau, die sich aber auch weniger durch Zwangsmaßnahmen als durch unterschiedliche Testverfahren, das Klima und kulturelle Unterschiede erklären lassen.

      • „Die Zahl der Neuinfizierten ist jetzt jedenfalls stark rückläufig, was ziemlich unabhängig von den staatlichen Maßnahmen ist“ . . . Letzteres ist die Behauptung Ihres Rechenkünstlers und Kollegen Stefan Homburg, die von Fachleuten schon vielfach widerlegt wurde und – soweit ich sehe – von keinem Fachmann geteilt wird.
        Dass die ersten Statements zum Nutzen der Maskenanwendung das Ergebnis einer Verschwörung von Politik und Fachleuten sein sollen, halte ich für eine unbewiesene Unterstellung. Tatsächlich ist es doch so, dass sich realitätsnahe Erkenntnisse als Allgemeingut häufig mit Time Lag durchsetzen (kennen wir auch aus der Volkswirtschaft bzw. der Finanzwissenschaft).

      • Die Behauptung basiert doch gar nicht auf irgendwelchen Berechnungen. Sie können es selbst sehen beim „Robert Koch-Institut: COVID-19-Dashboard“. Die offizielle Zahl der Neuinfektionen hat jede Woche einen Buckel wegen der geringeren Meldungen am Wochenende. Der Buckel war Mitte März am höchsten und fällt seither oder spätestens seit Anfang April jede Woche deutlich ab. Wenn Sie noch die Zeit von der Infektion bis zu Symptomen, einem Test und dessen Meldung berücksichtigen, ist klar, dass der Lockdown diesen Trend, der sich auch in fast allen anderen Ländern beobachten lässt, nicht erklären kann. Dass inzwischen mehr getestet wird, verstärkt diesen Trend noch (die Zahl der tatsächlich Infizierten mag also höher sein, die Dunkelziffer nimmt jedoch ab).

        Die frühere, entgegengesetzte Meinung unserer glorreichen Regierung und insbesondere des zuständigen Bundesgesundheitsministers beruhte nicht auf einer Verschwörung, sondern völliger Inkompetenz. Diese setzt sich allerdings fort, weil der Maskenzwang zum jetzigen Zeitpunkt völlig unverhältnismäßig ist. Es wäre auch besser, wenn nicht alle Bundesländer stets dasselbe machen würde, damit man vergleichen könnte, welche Maßnahmen mehr bringen als andere.

      • Die Zahlen sind bereits vor dem Lockdown gesunken. Allerdings wurden schon vorher Maßnahmen getroffen worden und Menschen haben sich vorsichtiger verhalten. Ich würde deshalb nicht sagen, dass ein Lockdown die Infektionszahlen nicht reduziert, leichtere Maßnahmen jedoch ausreichend sind.

        Sie haben erwähnt, dass viele Epidemien bereits vorher auslaufen und eine Herdenimmunität von 60-70 Prozent nicht notwendig ist. Was sind Ihre Erklärungen dafür, wenn das Virus grundsätzlich eine ausreichend hohe Ansteckungsrate hat? Was führt dazu, dass das Virus schon vorher verschwindet? Das Wetter? Frühere Immunität gegen verwandte Viren? Was sonst? Das Wetter dürfte beim Coronavirus ja nur allenfalls abgeschwächt helfen, da es offensichtlich mit verschiedenen klimatischen Bedingungen auskommt. Weniger Zufallsbegegnungen von Infizierten und Nicht-Infizierten können es ja nur im Grenzbereich der Kippwerte sein. Ein sehr ansteckendes Virus dürfte dann nur gestoppt werden, wenn es schon sehr viele Infizierte gibt.

        Haben sie bzgl. der Infektiosität von Grippe- und Coronaviren Vergleichswerte?

      • Die tatsächliche Ansteckungsrate und der Verlauf einer Epidemie sind doch zwingend miteinander verknüpft. Solange die Ansteckungsrate größer 1 ist, verbreitet sich die Epidemie immer stärker, bei 1 liegt ein linearer Anstieg vor, bei kleiner 1 nimmt die Zahl der Neuinfektionen ab und bei 0 endet die Epidemie.

        Dass die Neuinfektionen und damit auch die Ansteckungsrate zurückgehen, lässt sich doch einfach beobachten. Der Verlauf der Pandemie ist auch in den meisten Ländern ähnlich, nur das Niveau unterscheidet sich z. T. stark. Über die Ursachen lässt sich momentan nur spekulieren. Ich denke, dass zwischen Ländern das Klima und innerhalb eines Gebietes das Wetter bzw. die Jahreszeit einen großen Einfluss haben. Die Grippe tritt doch auch saisonal auf und es erkranken längst nicht alle (auch nicht bis zur möglichen Herdenimmunität) daran. Kulturelle Verhaltensunterschiede dürften eine große Rolle spielen.

        Das gilt auch für Verhaltensänderungen über die Zeit. Dass die Menschen jetzt mehr Abstand halten, müsste einen großen Effekt haben (würden alle hinreichend Abstand halten, wäre die Ansteckungsrate schlagartig 0). Lockdown oder Maskenpflicht bringen dann zusätzlich fast gar nichts und als Substitute für den Abstand sind Masken wohl auch nicht geeignet. Außerdem könnten die sozialen Interaktionsmuster eine große Rolle spielen: Wer in Ischgl feiert, hat vermutlich auch in Deutschland enge Kumpels, die schnell angesteckt werden. Aber solche sozialen Gruppen könnten in sich relativ abgeschlossen sein und ich hätte dazu z. B. keinen engen Kontakt (mehr).

      • “ . . .ist klar, dass der Lockdown diesen Trend, der sich auch in fast allen anderen Ländern beobachten lässt, nicht erklären kann. . . .“
        Zur Interpretation des Zahlenverlaufs des RKI verweise ich beispielhaft auf https://is.gd/DOPWw8 .

      • Der Text ist doch voller Widersprüche. Es mag sein, dass die Politiker zu dem Zeitpunkt, als sie den Lockdown beschlossen haben, von anderen Voraussetzungen ausgingen. Das ändert aber doch nichts an der Tatsache, dass die jetzt vorliegenden Zahlen eindeutig zeigen, dass der Trend bei den Neuinfektionen schon vorher rückläufig wurde. Dass andere Maßnahmen dazu beigetragen haben, bestreitet doch keiner, sondern das unterstreicht, dass der zusätzliche Lockdown eben nicht nötig war, sondern der Bundesgesundheitsminister sich z. B. besser um Altenheime gekümmert hätte.

        Besonders krass finde ich übrigens, dass nun Verlinkungen auf Videos und Texte von Herrn Homburg bei Facebook etc. als Fake News gesperrt werden, obwohl es sich um seriöse Debattenbeiträge handelt. Sie müssen ja nicht zustimmen, aber die präsentierten Gegenargumente sind offensichtlich schwächer.

      • …“Das ändert aber doch nichts an der Tatsache, dass die jetzt vorliegenden Zahlen eindeutig zeigen, dass der Trend bei den Neuinfektionen schon vorher rückläufig wurde. . . .“
        Christian Lindner hatte am Donnerstag im Bundestag die an sich plausible Forderung nach einer regional orientierten Lockerung des Lockdown erhoben. Dies nahm die Statistikerin Katharina Schüller im „Focus“ zum Anlass für den Hinweis, wie sehr auf Sand gebaut das bisherige Zahlenmaterial zu den Corona-Infektionen ist https://is.gd/971HtA – was eine Erklärung für das „Try and Error“ in den politischen Vorgaben für die Problemlösung ist. Ich bin deshalb mit Kritik sehr zurückhaltend.

      • Sie wollen doch nie die Regierung(en) kritisieren, sondern immer nur ihre Kritiker. Doch Sie übersehen nicht nur mit der Statistikerin, dass die massiven Einschränkungen der Grundrechte einer ständig überprüften Rechtfertigung bedürfen, nicht deren Einfordern. Wenn niemand weiß, ob die Pandemie in Deutschland überhaupt noch sonderlich gefährlich ist (oder vielleicht erst wieder im Winter zunimmt), dann sind so drastische Maßnahmen nicht mehr verhältnismäßig.

        Hinzu kommt eine bemerkenswerte fachliche Schwäche der Statistikerin. Die Dunkelziffer hat nicht die von ihr behauptete Relevanz. Sie behauptet, dass bei einer hohen Dunkelziffer Lockerungen eher möglich seien, weil dann schon viele Menschen immun wären. Das könnte man durchaus hinterfragen, doch ich bin ja für Lockerungen, die natürlich auch und gerade gerechtfertigt sind, wenn die Dunkelziffer niedrig ist. Das bedeutet nämlich, dass in manchen Regionen fast niemand infiziert ist, also so drastische Maßnahmen dort auch keinerlei Berechtigung haben. Bei wenigen Infizierten ist es möglich und sinnvoll, deren Kontakte herauszufinden und ebenfalls in Quarantäne zu schicken statt flächendeckend auch alle Gesunden.

      • Zur Replik Alexander Dilger am 23/04/2020 um 17:00 :
        Wir haben das gleiche politische Anliegen, das wir auch mit Lindner und Kubicki teilen. Uns unterscheidet die Interpretation des Faktischen. Bei Schüller wollen Sie differenzieren, wo sie den Boden ihres Faches verlässt und zu Folgerungen kommt, die politisch optional und unter Zuhilfenahme weiterer Disziplinen entschieden werden müssen. Schöllers fachlicher Hinweis besteht darin, dass das Fundament für politische Entscheidungen schwach war und noch schwach ist und wie aus Sicht des Statistikers bezüglich der Konsolidierung des Datenbestandes weiter vorzugehen ist – mehr nicht.

      • Die Gewährleistung der Grundrechte ist eben nicht „politisch optional“. Wenn man eigentlich gar nichts weiß, darf man nicht ein ganzes Land einsperren und die Wirtschaft ruinieren. Vielleicht war im März die Informationslage so, dass ein Katastrophenrisiko nicht hinreichend ausgeschlossen werden konnte. Das ist jetzt aber nicht mehr so. Außerdem ist es doch dieselbe Regierung, die die aus Sicht der Statistikerin nötigen Tests unterlässt. Deren Fehlen kann dann aber nicht das Regierungshandeln rechtfertigen.

      • Es stimmt, dass R auch nach dem Lockdown recht lange bei 1 blieb. Die Neuinfektionszahlen gingen aber einige Wochen danach recht deutlich nach unten, was mir ein Effekt des Lockdowns zu sein scheint. Es ist doch sowieso falsch, nur R zu betrachten, wie es Dr. Merkel in der letzten Woche suggeriert hat. Relevant ist das Gesamtportfolio aus R, den aktuell Infizierten, den freien Plätzen in Krankenhäusern,…

      • Die Berechnungen von R durch das RKI sind völlig intransparent. Relativ klare Größen sind die Zahlen der (Neu-)Infektionen (trotz der Dunkelziffer, die durch mehr Tests aber eher abnahm) und nachlaufend der Toten. Es ist klar ersichtlich, dass der Lockdown nicht ursächlich für die Trendumkehr war, weil diese vorher einsetzte. Vielleicht hat er einen kleinen Zusatzeffekt gebracht, der aber nicht die massiven Eingriffe rechtfertigt. Ihr Gesamtportfolio und jede einzelne Größe darin entwickeln sich doch positiv. Was rechtfertigt jetzt noch den Lockdown oder noch zusätzliche Schikanen wie die Maskenpflicht? Die wichtigeren Abstandsregeln werden viele Leute noch lange freiwillig einhalten, während andere das schon jetzt nicht tun.

      • Für mich ist eine Maskenpflicht keine relevante Einschränkung. Viel wichtiger wäre mir, dass bald Restaurants, Schwimmbäder etc. wieder öffnen.

      • Für mich ist eine Maskenpflicht durchaus eine relevante Einschränkung. Das zeigt doch auch wieder die Vorteile der Freiheit. Warum darf nicht jeder selbst darüber entscheiden? Bei Restaurants und Schwimmbädern wäre das auch besser, aber auf deren Öffnung werden Sie wohl noch lange warten müssen.

  5. Wer Freiheit für solche Lügen opfert, hat sie wohl anscheinend auch nicht verdient. Es bleibt an uns, diese neu zu erkämpfen. 1989 war dagegen ein Kindergeburtstag.

  6. Ich beliefere auch Einrichtungen von Gehörlosen. Meine Fahrer MÜSSEN dort die Maske abnehmen, da die Kunden von den Lippen ablesen. Da es sich um „Einrichtungen“ der Pflege handelt ein schwieriger Spagat.

    Was machen die eigentlich beim EINKAUF ? Laut Auskunft werden die im Moment nicht eingelassen in Supermärkte.

      • Sie dürfen mit Maske rein, verstehen die Anwesenden (eben mit Maske) nicht. Mit (hörender) Begleitung eben auch nicht.

        Maske nehmen die Angestellten nicht ab. Wie auch immer, für Gehörlose eine schlimme Entwicklung .

      • Wir Hörenden werden doch auch nicht systematisch informiert, was wir jeweils nicht mehr oder doch wieder dürfen. Gehörlose können ebenfalls vorher Nachrichten schauen oder es erklärt ihnen jemand im Heim.

      • Dann überdenken Sie mal ihren letzten Einkauf. Wenn Sie dann die Worte von den Lippen ablesen wollen (müssen), spätestens an der Kasse, wird es spannend mit MASKE.

      • Häufig verstehe ich nicht, welcher Betrag an der Kasse genannt wird, insbesondere im Ausland. Ich versuche, es von der Kasse abzulesen und zahle sonst hinreichend viel, wobei ich die Summe schon vorher überschlagen habe, was auch gegen krasse Fehler beim Kassieren hilft.

        Im Übrigen ist noch gar nicht entschieden, ob die Maskenpflicht auch für die Verkäufer gelten wird (siehe „Maskenpflicht in NRW: Gilt sie auch für Verkäufer im Einzelhandel oder Eisdielen?“). Man kann für diese (einschließlich meiner Frau) nur hoffen, dass sie nicht kommt. Eine Maske für ein paar Minuten beim Einkauf ist schon kein Spaß, über viele Stunden kann eine enge Maske sehr quälend und sogar ungesund sein.

    • Banken dürften jetzt auch als Geschäfte zählen. Allerdings könnte es durchaus sein, dass es zwei sich widersprechende Normen nebeneinander gibt: Sie müssen eine Maske tragen und zugleich Gesicht zeigen. Daraus folgt dann, dass man Banken gar nicht mehr betreten darf.

      • „Interessant, insbesondere weil viele Fallkonstellationen vorkommen: Im Auto gilt weiter das Verhüllungsverbot, weil die Maskenpflicht hier gar nicht greift . . .“
        Wohl gibt es aber einen Konflikt mit den Geboten zur Handhabung einer Maske – also möglichst wenig tägliche Montagen, Demontagen zur Vermeidung von Kontaminierungen – da haben die Coronaviren bei Einkaufs-Touren gute Karten.

    • Schreiben Sie einfach das Wort „Banküberfall“ auf Ihre Corona-Burka und laden Sie ein Phototeam der Bildzeitung zu Ihrem Banktermin ein. Danach sollte Ihre Frage allgemeingültig geklärt sein.

    • Extrem teuer wird es so oder so. Aber warum soll hierzulande eine Vermögensabgabe erhoben werden, damit Deutschland die Schulden von Italien übernehmen kann, wo die Vermögen viel höher sind bei geringeren Steuern und natürlich keiner Vermögensabgabe? Lustig ist auch der Satz „Die Corona-Pandemie stelle eine außergewöhnliche Notsituation dar, die sich der Kontrolle des Staates entziehe“, als wenn das Virus die Wirtschaft ruinieren würde und nicht die Regierung(en).

      • Ja warum wohl?
        Weil das Beste Deutschland aller Zeiten so ein märchenhaft reiches Land ist und es sich leisten kann, umverteilungssolidarisch von seinem unermesslichen Reichtum auch einmal etwas an die Brüder und Schwestern vom europäischen Kollektiv, nein an die Genossinen und Genossen in aller Welt, abzugeben!
        Warum sonst?
        *Ironie aus*

  7. Der Maskenzwang wurde eingeführt, um dem Koalitionspartner aus dem Umfragetief herauszuhelfen: Masken stehen bekanntlich einigen Mitgliedern des SPD-Parteivorstandes gut zu Gesicht.

  8. Pingback: Unverhältnismäßiger Lockdown aufgehoben, doch pauschale Maskenpflicht bleibt | Alexander Dilger

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