Diesel-Fahrverbote unhaltbar angesichts höherer Messwerte bei weniger Verkehr

Manchmal hilft ein Problem bei der Lösung eines anderen. Bei den Stickstoffdioxiden gibt es „Grenzwert-Überschreitung trotz Lockdown – Staatssekretär: ‚Diesel-Fahrverbote sind damit vom Tisch'“. Da bin ich leider nicht so sicher. Denn schon vorher war klar, dass nicht nur der EU-Grenzwert, dem Frau Merkel noch als Bundesumweltministerin zugestimmt hatte, völlig willkürlich und für die menschliche Gesundheit irrelevant ist, sondern auch die Messungen fehlerhaft sind und die verbotenen Diesel oft sauberer als andere, weiterhin erlaubte Fahrzeuge. Politik, Medien und vor allem Gerichte haben trotzdem das böse Spiel der Deutschen Umwelthilfe mitgespielt. Das wird jetzt zumindest etwas schwerer, wo erkennbar gar kein Zusammenhang zwischen den höheren Messwerten und dem deutlich verringerten Autoverkehr besteht.

Es gibt noch einen anderen Zusammenhang zwischen Stickstoffdioxiden und dem Coronavirus, aber z. B. auch Atomkraftwerken oder dem Klimawandel. Sie alle sind angstbesetzt, obwohl bzw. gerade weil man die jeweilige Gefahr nicht direkt beobachten kann. Dass Menschen sterben könnten, reicht jeweils schon zur völligen Ablehnung aus, obwohl das bei anderen, viel größeren und z. T. klar erkennbaren Gefahren kaum jemanden interessiert. Das heißt nicht, dass von den Objekten der Panik gar keine Gefahr ausginge, aber diese wird eben maßlos übertrieben.

Durch die Corona-Pandemie werden in Deutschland nicht Hunderttausende oder gar Millionen sterben. Tausende Tote sind natürlich auch schlimm und ihre Zahl sollte nicht noch stark steigen, aber es gab schon schlimmere Pandemie und andere Krankheiten, die mehr Menschenleben kosteten, ohne dass es jemals zu einem Lockdown kam mit massiven Grundrechtseingriffen, einer wirtschaftlichen Katastrophe und vielen Toten aus Verzweiflung oder mangels angemessener medizinischer Versorgung. Stickstoffdioxid ist in hoher Konzentration ein giftiges oder sogar tödliches Gas, aber selbst ein Vielfaches des Grenzwerts wird oft erreicht ohne nachweisbare gesundheitliche Schäden. Atomkraftwerke führen im Vergleich zu allen anderen Arten der Stromerzeugung, auch den regenerativen, zu weniger Toten. Schließlich hat ein wärmeres Klima nicht nur Nachteile und der Nettoeffekt ist zumindest unklar, während viele hiesige Maßnahmen zum angeblichen Klimaschutz viel kosten, aber dafür nicht einmal ein Gramm Kohlenstoffdioxid einsparen. Da ist Dieselfahren sowohl ökonomischer als auch ökologischer.

10 Gedanken zu „Diesel-Fahrverbote unhaltbar angesichts höherer Messwerte bei weniger Verkehr

  1. Der Mensch vergisst schnell und erinnert sich lange. Daher befürchte ich, dass sich für Diesefahrer trotz der fehlenden Zusammenhänge auch nach dem Lockdown nichts mehr zum Guten wenden wird. Jedenfalls vorerst.

    Es gibt viele Gründe, keinen Diesel Pkw zu fahren. Aber die Emissionen gehören wirklich nicht dazu.

    • Der Hauptgrund, der gegen Dieselfahrzeuge spricht, sind die Fahrverbote und andere Schikanen. Die deutsche Politik ist unglaublich schlecht und faktenbefreit, was von den Massenmedien noch befeuert und den Gerichten unterstützt wird.

      • Wenn man sich nicht daran stört mit Handschuhen tanken zu müssen, stets mit einem ruppig nagelnden Motor vorzufahren sowie deutlich höhere Versicherungsbeiträge und Werkstattkosten in Kauf zu nehmen bereit ist, die sich in den meisten Fällen nie amortisieren, dann kann man das Mehr an Drehmoment seines Diesels schon „genießen“. 😂
        Wirklich lohnen wird sich ein Pkw Diesel in den allermeisten Fällen aber nicht.

      • Unter meinen Oldtimern befinden sich keine Diesel.

        Aber eines meiner Alltagsautos ist ein noch immer ein Mercedes Diesel und ich hatte als Vielfahrer schon oft Diesel (Mercedes, BMW, Landrover und als Student auch VW). Auch unsere Außendienstmitarbeiter fuhren entweder Mercedes E-Klasse Diesel oder Benziner (da hatte ich betriebswirtschaftlich immer den direkten Vergleich). Daher weiß ich nur all zu gut, dass der vermeintliche Verbrauchsvorteil de facto keiner ist. Er wird durch höhere Fixkosten (Steuer und Versicherung) sowie gerade bei den meisten modernen, leistungsstarken Dieseln durch deutlich höhere Service- und Wartungskosten mehr als aufgefressen.
        Auch die Lebensdauer der hochgezüchteten (meist dem Downsizing anheim gefallenen) Dieselmotoren ist mit denen früherer, großvolumiger Diesel nicht mehr zu vergleichen. Da gibt es keinen Vorteil gegenüber Benzinern mehr, ganz im Gegenteil. So ein moderner Hochleistungsdiesel amortisiert sich auch bei sehr hohen Fahrleistungen nie.

        Das mit den Tankhandschuhen und dem Nagelgeräusch sind natürlich eher subjektive Faktoren, aber die vorgenannten Hardfacts sprechen auch so schon eher gegen einen Diesel als dafür. Trotzdem würde ich natürlich niemandem verbieten einen Diesel zu fahren, der das gerne möchte.

  2. Ein Beispiel, wie vordergründig und falsch die Argumentation der Umweltschützer ist:
    In Dortmund wird in Kürze die Geschwindigkeitsbeschränkung auf einem Teilstück der B54, das in die Innenstadt führt, von 50 Kmh auf 30 kmh gesenkt. Dies war der Kompromiss mit der Deutschen Umwelthilfe, damit ein Dieselfahrverbot in Dortmund vermieden wird.
    Außerdem soll das Verkehrsaufkommen verringert werden.
    Wenn man davon ausgeht, dass die Strecke zu dieser Rushhour nur von Fahrzeugen benutzt wird, die in die Innenstadt fahren müssen, wird dies nicht der Fall sein.
    Eine theoretisch um 40% verringerte Geschwindigkeit (50 kmh werden zwar um die Zeit sowieso nicht erreicht) führt zu 40% längerer Verweildauer der Fahrzeuge in dem Streckenabschnitt.
    D.h. die Emissionen werden 40% der normalen theoretischen Fahrzeit länger ausgestoßen.
    Und das soll die Emissionen verringern?

    • Moderne Diesel stoßen fast keinen Feinstaub mehr aus. Stickstoffdioxid lässt sich auch vermeiden, aber das ist aufwendiger und die Autoindustrie hat durch den Abgasskandal viel Glaubwürdigkeit verloren. Sehr viel Feinstaub und auch Stickstoffdioxid kann durch Kamine insbesondere beim Verbrennen von Holzpellets und -scheiten ausgestoßen werden.

  3. Einer von vielen offensichtlichen Fällen, dass wir Bürger von unseren Regierungen und dem ganzen politischen Establishment gelogen und betrogen werden. Lets drain the swamp…

    • @francomacorisano

      Ich denke, da überschätzen Sie die kognitiven Fähigkeiten unserer Regierungspolitiker. Die belügen uns nicht vorsätzlich, sondern sie sind so dumm, dass sie den Schmarrn selbst glauben.

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