Corona-Epidemie läuft auch ohne Lockdown aus

Es gibt zwei hochaktuelle und wichtige Diskussionspapiere von meinem Kollegen Stefan Homburg: „Evidenz zur Coronainfektion und der Wirkung des Lockdown“ sowie „Effectiveness of Corona Lockdowns: Evidence for a Number of Countries“. Wenn unsere Spitzenpolitiker das morgen bei der Beratung über eine mögliche Beendigung des Lockdowns berücksichtigen würden, wäre viel gewonnen. Denn dieser kam offensichtlich zu spät, um den Rückgang an nachgewiesenen Neuinfektionen und Todesfällen durch COVID-19 zu verursachen oder auch nur nennenswert zu beeinflussen. Der Verlust an Grundrechten, Wertschöpfung und auch medizinischen Leistungen ist also enorm, während der Nutzen verschwindend gering ist.

Mit der in der Epidemiologie üblichen logistischen Funktion lässt sich die zeitliche Entwicklung der Daten sehr genau approximieren. Damit lässt sich auch abschätzen, wie hoch die Gesamtsterblichkeit durch die Pandemie (bzw. mit nachgewiesenem Virus) sein wird. In Deutschland liegt sie demnach bei 0,005 Prozent der Bevölkerung, also rund 4.000 Todesfällen, wovon aktuell ca. 3.000 bereits eingetreten sind.

Der größte Schwachpunkt liegt aus meiner Sicht nicht in der Empirie und auch nicht in der Vorhersage, auch wenn diese natürlich immer mit Risiken verbunden ist. Es gibt das Problem, dass in der Theorie bzw. dem SI-Modell die relevante Sättigungsmenge für die logistische Funktion eigentlich die gesamte Bevölkerung ist oder zumindest deren Anteil, der für die Herdenimmunität nötig ist. Die geschätzte maximale Zahl an (gemessenen) Infektionen ist jedoch viel, viel kleiner.

Daraus folgt nicht, dass sich jetzt viel mehr Menschen anstecken und damit auch die Todeszahlen viel höher werden, sondern dass das Virus gefährlich bleibt und weiter Infektionswellen drohen. Dagegen hilft aber keine Verlängerung des Lockdowns, sondern nur Wachsamkeit, um eine erneute Welle dieser Pandemie oder auch einer anderen frühzeitig zu entdecken und einzugrenzen, was am meisten bringt, aber diesmal leider versäumt wurde.

45 Gedanken zu „Corona-Epidemie läuft auch ohne Lockdown aus

  1. Von Merkel hat man Anfangs gar nichts gehört. Bankkaufmann Spahn hat erst einmal medizinische Schutzausrüstung an China und den Iran verschenkt. Derweil spielte die China hörige WHO die ganze Problematik herunter.

    Erst als die Todeszahlen in Italien, Spanien und Frankreich explosionsartig anstiegen, hat Merkel sich wieder blicken lassen. Es folgten ihre heruntergeleierten Worte im altbackenen Stil von
    wir schaffen das„, statt Flugverbindungen mit Hochrisikogebieten zu kappen, auffälligen Ankömmlingen an Flughäfen Fiber zu messen und Grenzen zu schließen.

    Die linksgrüne Lügenpresse betreibt unterdessen massive Regierungspropaganda und linientreue Hofberichterstattung. Den Mietmäulern sei Dank, dass Merkel wieder der Deutschen Liebling ist, „Führungsstärke zeigt“ und angeblich „alles im Griff hat“. Wie verblödet oder gehirngewaschen muss man sein, solche Märchen zu glauben…?!?

  2. Wachsamkeit eines jeden einzelnen Bürger/in mit einhergehender Fürsorge bei Kindern und in der Altenbetreuung, das ist einzig richtig zielführende Strategie zur langfristigen Pandemie Eindämmung.

    Der nachfolgende Absatz ist so etwas von Logik und Vernunft.

    „….Dagegen hilft aber keine Verlängerung des Lockdowns, sondern nur Wachsamkeit, um eine erneute Welle dieser Pandemie oder auch einer anderen frühzeitig zu entdecken und einzugrenzen, was am meisten bringt, aber diesmal leider versäumt wurde. “

    Nachsatz :

    Vom MP / NRW A. Laschet permanent propagierte “ ……Maßstäbe für Rückkehr is soziale Leben “
    ist so etwas von lächerlich, populistisch wie nie zuvor. Gestandene Frauen / Männer wie Kleinstkinder behandelt und berieselt, Neudeutsch populistisch.

    Frauen und Männer die den „Laden“ in Deutschland am Laufen halten benötigen keine gesetzlichen Vorgaben wie sie sich nach Ende der auferlegten Quarantäne zu verhalten, benehmen haben, macht uns wütend , fassungslos. .

    Bürger/innen die gegen Tugenden zur Minimierung der Pandemie verstoßen sind doch die gleichen die bei Verkehrsregel 30 an Schulen mit 60 – 70 vorbeidonnern oder die wie in Berlin und anderen Deutschen Großstädten Party machen. Gesetze ? Welche Gesetze ?

  3. Sehe ich es richtig, dass die zentrale Annahme der Berechnung (die ich selbst nicht bewerten kann) ein durchschnittlicher Zeitraum zwischen Infektion und deren Erfassung von 17 Tagen ist? Das erscheint mir sehr lange. Die Experten sind bisher von 10-12 Tagen ausgegangen, wenn man bedenkt, dass die Inkubationszeit bei den meisten Menschen wohl 5-6 Tage beträgt.

    Zudem möchte ich darauf hinweisen, dass bereits in der Woche vor dem 23. März in zahlreichen Bundesländern harte Maßnahmen getroffen wurden. Ich selbst war froh, dass ich in Schleswig-Holstein noch am 17. März zum Frisör gehen konnte, während Geschäfte und Restaurants bereits geschlossen waren.

    Ich habe deshalb Zweifel an den Ergebnissen von Prof. Homburg.

    • Ich muss mich ein Stück weit korrigieren: Die Aussage von Experten wie Prof. Kekulé war wohl, dass man nach 10-12 Tagen „die ersten Effekte“ des Shutdowns sehen könne. Das ist natürlich etwas anderes. Zudem gilt es zu bedenken, dass viele Infizierte sicher nicht schon nach Auftreten der ersten Symptome direkt zum Arzt gehen.

      In der WELT ist übrigens heute wieder ein Beitrag von Prof. Homburg zu lesen. Dort operiert er mit dem Zeitraum zwischen Infektion und Tod von durchschnittlich 23 Tagen. Diese Betrachtung halte ich auch für valider.

      • In dem englischsprachigen Diskussionspapier rechnet Herr Homburg mit 23 Tagen zwischen Infektion und Tod (5 Tage Inkubationszeit ohne Symptome und dann 18 Tage von den ersten Symptomen bis zum Tod, was im Einzelfall natürlich auch etwas kürzer oder länger dauern kann). Ein Effekt des Lockdowns vom 23. März würde sich also frühestens heute in den Beobachtungen bemerkbar machen.

        In dem deutschsprachigen Diskussionspapier beruft er sich auf das RKI, wonach zwischen Infektion und positiver Meldung zwei bis drei Wochen vergehen (wieder Inkubationszeit, dann Wartezeit nach ersten Symptomen bis zum Test, Zeit für dessen Auswertung und offizielle Meldung), woraus er den Mittelwert von 17 Tagen nimmt. Aber auch bei 10-12 Tagen ergäbe sich ein vergleichbares Bild, da zumindest bislang die Kurve nicht signifikant verändert wurde. Dass sie überhaupt so verläuft, hat natürlich mit Verhaltensänderungen zu tun, die jedoch vor dem Lockdown liegen. In einer Epidemie sollte man wohl besser nicht Karneval oder Après-Ski-Partys feiern.

      • Ich hätte mir den englischsprachigen Artikel genauer anschauen müssen – mein Fehler. Danke für die Erläuterungen.

        Ich war anfangs für die harten Maßnahmen (und früher schon für Einreisebeschränkungen und -kontrollen), aber halte diese mittlerweile ebenfalls für völlig unverhältnismäßig. Der exponentielle Anstieg der Infektionen in Deutschland ist schon lange vorbei und unser Gesundheitswesen weit von einer Überlastung entfernt, im Gegenteil. Die massiven Grundrechtseingriffe müssen sofort beendet werden!

      • Ich habe den Eindruck, dass die Politiker im Moment panische Angst davor haben, dass die Infektionskurve durch Verhaltensänderungen in Folge des Aufhebens des Lockdowns wieder zu f‘ = f und damit exponentiell wird.

      • Das ist wohl so, aber diese Angst ist nicht durch Fakten gedeckt. (Nicht nur) Herr Homburg legt doch plausibel da, dass die Fallzahlen schon vor dem Lockdown zu sinken begannen. Da dieser nicht ursächlich für den Rückgang ist, wird seine Aufhebung auch nicht zu einem erneuten starken Anstieg führen. Eine vollständige Rückkehr zur Normalität mit vollen Stadien und Volksfesten wäre wohl gefährlich, wird aber momentan von niemandem gefordert.

      • „Eine vollständige Rückkehr zur Normalität mit vollen Stadien und Volksfesten wäre wohl gefährlich, wird aber momentan von niemandem gefordert.“

        Nun, es gibt da so eine Rechtsanwältin aus Heidelberg, die fordert das schon … 😖

      • Frau Bahner wurde zwangsweise in die Psychatrie eingewiesen. Wenn die Begründung dafür nur vorgeschoben gewesen sein sollte, wäre das ein Skandal ersten Ranges. Wahrscheinlicher ist jedoch, dass sie tatsächlich eine psychische Störung hat, die jedoch durchaus am vorherigen Verhalten von Politik, Polizei und Staatsanwaltschaft liegen könnte.

      • @Alexander Dilger

        Ich halte das für eine geschickte PR-Aktion einer unterbeschäftigten Rechtsanwältin.

      • Das ist tatsächlich etwas wirr, könnte aber durchaus noch als Satire durchgehen und wäre auf keinen Fall Grund für die zwangsweise Einweisung in die Psychatrie. Sonst säße dort bereits die Mehrheit der Internetnutzer einschließlich Ihnen und mir.

      • Nun ja. Satire vermutet man auf der Website einer Anwaltskanzlei eher nicht. Und wenn, dann wäre sie sicher als solche gekennzeichnet, wie in diesem Fall nicht.

        Ich denke, dass Frau Bahner – sofern es sich nicht einfach um eine gut durchdachte PR-Aktion handelt – einfach die Nerven verloren hat. Vielen anderen Freiberuflern und Selbständigen geht es sicher gerade ähnlich. Der Druck der zur Zeit auf sehr vielen Freiberuflern und Selbständigen lastet, ist ja enorm. Selbständige sind die Kaste der unberührbaren Desperados in unserer Gesellschaft. Jetzt wird allen geholfen, nur Selbständige und Kleinbetriebe lässt man – wie nicht anders zu erwarten – am ausgestreckten Arm im wahrsten Sinne des Wortes verhungern. Und zwar ohne jede Skrupel. Am Ende des Geldes (Cash) kann dann ja jeder Selbständige oder Freiberufler versuchen, „Hartz IV“ zu bekommen. So lange er noch irgendetwas besitzt, was ihm in normalen Zeiten Einkünfte beschert oder dem Amt als verwertbar erscheint (zum Beispiel der Fotograf seine Kamera), wird jedem Selbständigen eine lange Nase gezeigt werden. Das ist im „Besten Deutschland aller Zeiten“ nun einmal die Realität.

        Die „Soforthilfe“ ist eine einzige Farce. Lesen Sie sich einmal mal die Bedingungen durch. De facto kann jeder Antrag unter tausend Vor- und Einwänden abgelehnt werden. Hat der Selbständige keine hohen Kosten, ist er nicht förderwürdig. Hat er noch etwas auf der hohen Kante (wie viel das sein darf oder auch nicht, das ist nirgends beschrieben), ist er auch nicht förderwürdig. Und hat er seine eisernen Reserven schon ausgegeben, dann wird ihm mitgeteilt werden, dass die Förderung nicht zur Förderung nicht mehr überlebensfähiger Unternehmen oder gar zum Bestreiten des eigenen Lebensunterhalts gedacht ist. Also was denn nun? Geht es danach, ob die Nase des Antragstellers dem Sachbearbeiter gefällt oder nicht oder was sind die Kriterien?

        Und wenn ich dann lese, dass ausgerechnet Adidas mit insgesamt 57.000 MItarbeitern (die überwiegend gar nicht in Deutschland arbeiten) und knapp 24 Mrd. € Umsatz (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/70511/umfrage/umsatz-und-gewinn-von-adidas-3-quartal-2009-2008/) und mehr als 2 Mrd. € Gewinn im Jahr (https://de.wikipedia.org/wiki/Adidas#Finanzzahlen_des_Adidas-Konzerns) jetzt knapp 3 Mrd. € https://kurier.at/wirtschaft/deutsche-regierung-genehmigt-kfw-kredit-in-milliardenhoehe-fuer-adidas/400812548 bekommt – das sind je Mitarbeiter mehr als 50.000 € und je Mitarbeiter in Deutschland fast 500.000 € (2019 hatte Adidas 6.400 Mitarbeiter in D), dann weiss man doch, was los ist im Land der „Dichter und Denker“.
        Adidas bekommt je deutschem Arbeitnehmer fast 500.000 € Corona-Hilfe (wenn auch erst einmal als KfW- Darlehen, das später sicher sang- und klanglos erlassen wird) und KMUs können 9.000 € für bis zu 5 Mitarbeiter beantragen (wer sie dann überhaupt bekommt, steht nach vier Wochen noch immer in den Sternen) und sage und schreibe bis zu 50.000 € für bis zu 250 Mitarbeiter (das wären dann 200 € je Mitarbeiter). Ein Arbeitsplatz bei Adidas ist unseren Regenten also sage und schreibe bis zu 2.500 mal so viel Wert wie ein Arbeitsplatz bei einem MIttelständler!
        Den Adidas-Kredit dürfen aber ganz sicher auch die kleinen Selbständigen und KMUs mit ihren Steuern wieder mit zurückbezahlen.

        Dieser Staat verschaukelt seine eigentlichen Leistungsträger doch nach Strich und Faden!

  4. Diese Maskenpflicht in Österreich geht mir schon etwas auf die Nerven. Bald macht man einen Überfall im Supermarkt.
    Professor Strache hat schon vor einem Monat gewusst wie das bei Corona funktioniert.

    “ ….. Eine davon teilte just Strache selbst.
    Demnach könne man ganz einfach selbst feststellen könnte, ob man nun an COVID-19 erkrankt ist, oder nicht. Wer zehn Sekunden lang die Luft ohne Probleme anhalten kann, hat kein Corona, behauptet das Schreiben. In Kanada sei das bereits eine gängige Methode. Außerdem sollte jeder sicherstellen, Mund und Hals feucht und niemals trocken zu halten. Alle 15 Minuten ein paar Schluck Wasser würden hier helfen……“

    https://kurier.at/politik/inland/coronavirus-strache-teilt-corona-kettenbrief-mit-falschinformation-auf-facebook/400781024
    Ja alle 15 Minuten Red Bull- Wodka trinken und man ist immun gegen Corona.

    • Es mag schon sein, dass Alkohol die Coronaviren für 15 Minuten betäubt.
      Hat H.C. auch gelegentlich auftretende Nebenwirkungen wie absterbende Gehirnzellen, schlechten Atem, russische Oligarchennichtenfakes oder Leberzirrhose erwähnt?

  5. Schon die Lockdown Maßnahmen müssen unterschieden werden. Eine bundeseinheitliche Regelung, wie vor allem die CDU vorschlägt, ist natürlich falsch. Was bleiben muss ist die Isolation zum Ausland. Keine Flug- und Bahnreisen, keine Flüchtlinge, Grenzen müssen geschlossen bleiben.
    Mit den Schul- und Kitaschließungen braucht es keine Regulierung. Das Problem löst sich von alleine, sollte mal dort ein einziges Kind infiziert werden. Meine Kinder nähen fleißig Mundschutze, verkaufen sie für 8 Euro. Das Geld geht an http://www.tiertafel.trier.de. Desweiteren soll Deutschland die WHO jetzt mit höheren Beiträgen unterstützen.

      • Donald Trump ist nicht mit gutem Grund dort ausgestiegen, sondern will von seinem eigenen Versagen ablenken. Das größte Versagen der WHO ist wohl der Umgang mit Taiwan. Die Bekämpfung der Epidemie dort war vorbildlich und viel besser als in der Volksrepublik China, was zeigt, dass eine Diktatur auch in dieser Hinsicht keineswegs überlegen ist.

    • Der Lockdown, also die Maßnahmen vom 23. März, ist Mist, andere Maßnahmen können hingegen sinnvoll sein, wobei sie auch nicht unbedingt staatlich erzwungen werden müssen, weil die meisten Leute doch jetzt von sich aus Abstand halten etc. Die WHO steht in der Kritik. Besser ist direkte Hilfe für stark betroffene Länder, seien es Italien und Spanien oder demnächst viel ärmere Staaten.

  6. Der logdown hat sich als unnötig erwiesen. Der logdown hat bei uns stattgefunden angesichts der Tatsache, dass in Norditalien Menschen starben, weil für sie keine Intensivpflegeplatz mit evtl. notwendigen Atemgerät vorhanden war, weshalb man bei uns nunmehr die Infizierungskurve in die Länge ziehen will, um nicht gleichzeitig zuviele Intensivfälle zu haben. Ursprünglich wollte Deutschland eine Überlastung der Krankenhäuser vermeiden, und am 28. März versprach Bundeskanzlerin Angela Merkel in ihrem Podcast, der Lockdown könne beendet werden, sobald die Verdopplungszeit (also die Zeit, in der sich die gemeldeten Fälle verdoppeln), in Richtung zehn Tage wachse. Inzwischen beträgt sie 30 Tage. Sie hat wieder gelogen, wenn der logdown jetzt fortgesetzt wird.

    https://www.welt.de/print/die_welt/finanzen/article207268361/Gastbeitrag-Schweden-Vorbild-fuer-Deutschland.html

    • Ja, wobei die Verdoppelungszeiten inzwischen wohl noch länger und vor allem rein hypothetisch sind. Da die Fallzahlen weiter fallen, wird es zu überhaupt keiner Verdoppelung mehr kommen, zumindest nicht in der aktuellen Welle, für die die Maßnahmen gelten. Das hätte Herr Homburg in seinem guten Artikel vielleicht noch anmerken können, ebenso die Tatsache, dass angesichts rückläufiger Neuinfektionen die aktuelle Reproduktionszahl natürlich unter 1 liegt. Schließlich war es vielleicht nicht ganz clever, Schweden als Vorbild hinzustellen, weil dort die Infektions- und Todeszahlen pro Kopf höher sind als in Deutschland (was allerdings andere Gründe hat als den Lockdown, der tatsächlich nichts brachte). Taiwan und Südkorea sind wohl bessere Vorbilder, wobei der Verlauf der Epidemie überall ähnlich ist, nur die Heftigkeit recht verschieden.

      • Der Verlauf der Infektionen ist ähnlich wie bei uns, insbesondere gehen die Neuinfektionen jetzt zurück ganz ohne Lockdown. Das Niveau ist höher als bei uns, aber durchaus niedriger als in vielen anderen Ländern mit Lockdown. Es fällt eine Konzentration in Stockholm auf (in Ballungsräumen kann sich das Virus offensichtlich leichter verbreiten) und dort in Altersheimen trotz Besuchsverbot. Letzteres könnte wiederum die höhere Sterblichkeit im Vergleich zu Deutschland erklären.

  7. Pingback: Bund und Länder lockern massive Verbote kaum | Alexander Dilger

  8. Gibt es eigentlich irgendeine Bestätigung für die Berechnung von Homburg? Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Zahlen stimmen, denn dann müßten ja alle Länder gleichermaßen die Werte erfassen und z.B. überall die gleiche Dunkelziffer haben. Kommt mir nicht Koscher vor.

    • Die Berechnungen sind doch eigentlich ganz einfach und er verwendet jeweils die offiziellen Zahlen. Dazu müssen diese nicht überall auf die gleiche Weise gemessen werden. Eine unterschiedliche Dunkelziffer könnte doch gerade die großen Differenzen im gemessenen Niveau der Sterblichkeit zwischen Ländern (teilweise) erklären. Problematischer sind geänderte Mess- und Zählverfahren über die Zeit. Wenn z. B. mehr getestet wird, steigen allein deswegen die gemessenen Fallzahlen, was dann aber den Anstieg über- statt unterschätzt hätte.

  9. Wir müssen viel mehr thematisieren, dass das Corona-Virus aus China kommt, ob nun absichtlich, aus Unvorsichtigkeit oder weil Chinesen so ekliges Zeug essen.

    Aus China kommen schlechte Produkte, die nicht lange halten (und, hallo ihr Grünen, dadurch die Müllberge wachsen), aus China kamen bereits mehrere Epidemien (Vogelgrippe, SARS, …) und das kommunistische Regime in China strebt danach, die Welt zu beherrschen.

    China ist eine schmutzige und gefährliche Diktatur!

    • Sie legen den Finger in die richtige Wunde.
      Die Welt wird mit Plastikschrott geflutet, nur um Wachstum um jeden Preis aufrecht zu erhalten.
      Das ist in jeder Hinsicht absurd. Sowohl aus ökologischer wie auch aus ökonomischer Sicht.

      • Niemand muss unnützes Zeug kaufen und auf viele Sachen aus China ist Deutschland doch inzwischen angewiesen, z. B. Gesichtsmasken.

      • Schon richtig. Aber die meisten Menschen sind da – mal vorsichtig ausgedrückt – nun einmal ziemlich unkritisch. Dass aber nicht einmal die Beste Regierung des ‚Besten Deutschland aller Zeiten‘ bis drei zählen kann, sagt alles über den Zustand dieses künftigen Drittweltlandes.

    • China ist eine schlimme Diktatur, aber strebt nicht die Weltherrschaft an, sondern regionale Hegemonie, wie sie auch z. B. Herr Gauland predigt. Es hätte die Pandemie am Anfang verhindern können. Doch auch in Deutschland haben die Politiker anfangs nichts gemacht, obwohl sie doch vorgewarnt waren im Gegensatz zur chinesischen Regierung.

      • Das sehe ich anders. China strebt sehr wohl die Weltherrschaft an. China hat dabei allerdings einen langen Atem und geht äußerst geschickt vor.

      • Welche Evidenz haben Sie dafür, dass China bzw. die chinesische Führung die Weltherrschaft anstrebt? Präsident Xi ist vermutlich froh, wenn er eines natürlichen Todes stirbt und dann noch über China herrscht.

  10. Es hätte mich gewundert, hätte ein Ökonom nennenswert etwas zum Verlauf einer Pandemie zu verlauten. Aber eine (behauptete) Gesamtsterblichkeit von 4.000 ist ja wohl mal dermaßen grober Unfug. Aktuell sind mehr als die Hälfte mehr Tote zu verzeichnen (29.4.: 6.467), Tendenz weiter steigend (150-200 zusätzliche Tote täglich in den vergangenen 10 Tagen). Auch die behauptete Sättigungsgrenze von 123.000 wurde mittlerweile deutlich überschritten (29.4.: 161.539).

    Ich werde den Eindruck nicht los, dass diese verharmlosenden Rechnungen aus dem Wunsch heraus getätigt werden, die eigenen politischen Forderungen (Lockerung der Maßnahmen) zu legitimieren, und nicht aus wirklich wissenschaftlichem Interesse. Vielleicht wären die Ergebnisse aber auch eingetreten, wäre man in Deutschland nicht entgegen aller Empfehlungen an Ostern quer durch’s Land gereist und würde sich jetzt seit 2 Wochen in den Lockerungsmaßnahmen gegenseitig übertreffen wollen. So könnte Herrn Homburgs zu einer sich selbst widerlegenden Prophezeiung werden: Die Pandemie wird heruntergespielt, die Maßnahmen werden gelockert und erst dadurch wird die Pandemie wirklich problematisch.

    Bislang ist die BRD ja vergleichsweise „glimpflich“ davongekommen (falls man das bei >6.000 Toten so formulieren möchte, der Vergleich mit einem (einzigen!) Rekordgrippejahr hinkt ja aus verschiedensten Gründen), jetzt macht sie die Pforten weit auf für die zweite Welle.

    • Es ging und geht nicht um die konkreten Zahlen, sondern um die Größenordnung. Das Robert Koch-Institut warnte vor Hunderttausenden oder sogar Millionen Toten. Das hätte vielleicht die historisch beispiellosen Gegenmaßnahmen gerechtfertigt, die nun zur größten Wirtschaftskrise in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland führen, vermutlich sogar größer als die Krise am Ende der Weimarer Republik, nur zum Glück von weit höherem Niveau aus. Wenn Sie das vergleichen, finden Sie dann ernsthaft die Ansichten von Herrn Homburg so absurd?

  11. Ich bin Prof. Homburg dankbar, dass er sich so früh mutig aus der Deckung gewagt hat und auf Basis öffentlicher Daten wissenschaftliche Kritik am Lockdown geäußert hat. Auch ich halte die Corona-Gefahren für überschätzt und die Kollateralschäden dieser Politik für zu groß. Es gibt einiges zu hinterfragen!

    Inzwischen sehe ich aber seine Aktionen etwas kritisch – wenn ich mir beispielsweise seine Aktivitäten auf Twitter so anschaue. Es wirkt auf mich, als ob Prof. Homburg unter dem Deckmantel der Wissenschaft politische Ziele verfolgt oder sich aufgrund persönlicher Betroffenheit ein wenig verrannt hat. Jedenfalls gibt es eine Vielzahl an inhaltlichen Einwänden, die seine mit absoluter Vehemenz und Gewissheit vorgetragene These von der Unwirksamkeit von Lockdowns in Zweifel ziehen. Auf diese Einwände scheint er mir nur sehr selektiv einzugehen.

    Aus meiner Sicht gelingt es ihm jedenfalls nicht überzeugend, die Zweifel an seiner These, die beispielsweise von Prof. Schnellenbach sachlich vorgebracht werden, auszuräumen. Das finde ich schade.

    • Herrn Homburg stimme ich in der Grundthese zu, dass die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie völlig unverhältnismäßig sind. Im Detail (so hat er häufig sehr konkrete Vorhersagen gemacht, die jeweils schnell von der Realität überholt wurden) und auch im Stil sehe ich manches anders. Aber genau wegen seiner forschen Art ist er jetzt wohl so prominent geworden. Wenn Sie wollen, kann ich in einem Beitag auf die Argumente von Jan Schnellenbach eingehen.

  12. Pingback: Meldefähige Blogbeiträge von 2020 | Alexander Dilger

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