Allgemeine Auszeit gegen Pandemie und ihre Folgen

Die ‚Justizministerin kritisiert Unternehmen, die sich an schlechte Gesetze halten‘. Mein Fazit dazu lautete: „Richtig wäre es gewesen, geltende Verträge unverändert weiterlaufen zu lassen und staatliche Unterstützung nicht willkürlich zu verteilen, sondern auf die Unternehmen und Privathaushalte zu konzentrieren, die von der Corona-Pandemie und vor allem den staatlichen Gegenmaßnahmen massiv geschädigt werden.“ Getreu dem Motto dieses Blogs, dass es immer Alternativen gibt, möchte ich eine solche vorstellen, die ich so noch nicht in der Diskussion vernommen habe (für entsprechende Hinweise wäre ich dankbar). Der Vorschlag ist ziemlich radikal, würde aber die wirtschaftlichen Folgen der ebenfalls sehr radikalen aktuellen Beschränkungen begrenzen. Dass die staatlich verbotene Wertschöpfung ausfällt, lässt sich nicht vermeiden, doch nach Lockerung oder Aufhebung der Verbote sollte es möglichst ohne große Verwerfungen weitergehen. Dafür wurden ‚Umfangreiche […] Hilfspakete beschlossen‘, die aber selbst wieder zu großen Verwerfungen führen.

Eine radikale Alternative wäre neben der sozialen und wirtschaftlichen Auszeit auch eine rechtliche und finanzielle. Wie bei der für heute gerade wieder verordneten Sommerzeit könnten auch dafür die Uhren bzw. Terminkalender fiktiv verstellt werden. Die größten Beschränkungen gibt es beispielsweise seit letztem Montag. Sollten diese einen Monat anhalten, könnte rechtlich und finanziell auf den 22. März der 23. April folgen. Die 31 Tagen dazwischen hätten für fast alle Sektoren und Geschäfte nicht stattgefunden. Dauerschuldverhältnisse würden ausgesetzt, also Mieten gar nicht geschuldet, aber auch keine Kreditzinsen und Tilgungsraten, keine Steuern, keine Löhne, keine Arbeitsleistungen etc., während die meisten diskretionären Geschäfte ohnehin nicht stattfinden dürfen.

Es gäbe Ausnahmen für z. B. den Gesundheitssektor, den Handel mit Lebensmitteln und Alltagsgütern einschließlich ihrer Produktion, für die Polizei und Müllabfuhr, Wasser, Strom und Telefon einschließlich Internet, die aber größtenteils ohnehin in öffentlicher Hand liegen oder von dieser direkt bezahlt werden könnten bzw. im Falle des Einzelhandels über Gutscheine an alle Bürger bzw. Einwohner (die nicht in diesen Sektoren weiter arbeiten und bezahlt werden). Das wäre für einen Monat in der Summe viel billiger als die bereits beschlossenen staatlichen Hilfspakete. Zugleich könnten alle anderen Unternehmen, Selbständigen und Beschäftigten nach einem Monat genau dort weitermachen, wo sie zuvor aufhören mussten, während es im aktuellen Szenario eine große Zahl an Insolvenzen und Arbeitsplatzverlusten geben wird, weil eben vielen die Einnahmen wegbrechen, aber nicht die Kosten. Eine solche allgemeine Auszeit ließe sich auch wiederholen bzw. erstmals einführen, wenn das aktuelle Coronavirus sich nach einer ersten Eindämmung wieder stärker verbreiten sollte oder die nächste, vielleicht noch schlimmere Pandemie ausbricht, was früher oder später sicher passieren wird.

82 Gedanken zu „Allgemeine Auszeit gegen Pandemie und ihre Folgen

  1. Österreich macht das bereits:

    „Im Abgabenverfahren und im Finanzstrafverfahren wird daher im Bereich des Rechtsschutzes der Lauf wichtiger Fristen unterbrochen. Das umfasst den Lauf von Beschwerdefristen, Einspruchsfristen, Vorlageantragsfristen sowie der Maßnahmenbeschwerdefristen, die am 16. März 2020 noch offen waren oder deren Fristenlauf zwischen 16. März und 30. April begonnen hat. Diese Fristen werden bis 1. Mai 2020 unterbrochen. Damit ist sichergestellt, dass niemand aufgrund dieser außerordentlichen Situation einen Nachteil erleidet, weil Fristen nicht eingehalten werden können. Alle Bürgerinnen und Bürger sollen genug Zeit haben, die im Verfahren notwendigen Schritte zu unternehmen. Dauern die Ausgangsbeschränkungen länger an, kann die Fristunterbrechung mit Verordnung verlängert werden.“

    Quelle: https://www.bmf.gv.at/public/informationen/informationen-coronavirus/neu_coronavirus.html

      • Natürlich haben Sie Recht, dass die meisten Probleme damit nicht gelöst werden können.

        Es zeigt sich eben einmal mehr, dass auf den Staat im Ernstfall so gut wie gar kein Verlass ist. Und das trotz in dieser Höhe nie dagewesener Rekordabgaben. Viel Staat bewirkt also genau das Gegenteil von dem, was die Menschen glauben.

      • Ich habe auf meiner Seite und Facebook eine Grafik für Hamburg zu den Corona Fällen.
        Wenn die Maßnahmen wirken verändert sich die Prognose. Derzeit leicht weniger Steigerung.

        Hamburg hat ca. 100 freie Beatmungsplätze, bzw. ca. 1200 Intensivplätze. Laut einer Anfrage aus 2018 an den Senat. Da derzeit 10% der Fälle im Krankenhaus sind, kann man erahnen ab wann eine waagerechte Linie ( Fälle) zu einer Lockerung der Maßnahmen führen kann.

        Aktuell sehe ich bis Ende Mai ein Festhalten an den Auflagen.
        P.S. Ich habe nirgends im Netz eine ähnliche Grafik gefunden, immer nur die IST Werte, keine IST = Prognose aktuell.

        https://www.facebook.com/Getraenkeshop/

  2. Als Aktionär von sagen wir Apple möchte ich aber vielleicht gar nicht, dass die Produktion einen Monat lang eingestellt wird, da ich mir erhoffe, dass in diesem Monat unter Beachtung der Kontakteinschränkungen weiter hochwertige Smartphones produziert werden.

    • Wie viele Betriebe produzieren denn noch? Es ist auch fraglich, ob halbherzige Einschränkungen ein guter Kompromiss sind oder beide Übel zugleich bringen, also sowohl viele Infektionen als auch große wirtschaftliche Schäden.

      • Mein Eindruck ist, dass es eher die Regel als die Ausnahme ist, dass die Konzerne noch arbeiten. Fluggesellschaften z.B. nicht, aber in vielen Branchen sehe ich kaum Ausfälle. Natürlich könnte das weiter eingeschränkt werden, aber daran glaube ich nicht, da die Zuwächse der Infektionen bereits weltweit zurückgehen. Leider berichten die Massenmedien wenig darüber, sondern schüren Panik.

  3. Ich finde Ihren Gedanken und den der Regierung verwegen, wenn nicht gar dreist. Als Einzelhändler profitiere ich von dieser Krise, oder leide weniger.

    Bis zu dieser Krise wurde durch die „Opfer“ dieser Krise immer versucht so wenig wie möglich für unsere Arbeit zu bezahlen, jetzt soll ich durch zukünftige Steuerlast indirekt diesen Leuten helfen ?
    WARUM?

    Kreuzfahrtschiffe, Reedereien und andere Unternehmen sowie Konzerne nutzen Steueroasen und haben hier jegliche Steuerpflicht versucht zu minimieren, jetzt wollen die von UNS Hilfe ?
    Sehe ich nicht ein.

    Als ich mit Schlaganfall im Bett lag und einen Friseur zu Hause haben wollte, was für ein Problem einen zu finden. Heute schreien die um Hilfe ? Kein Mitleid.

    Wer heute unter der Krise leidet, sollte erstmal seine Einstellung zur Gesellschaft überdenken und den Fehler bei sich suchen. Dann um HILFE rufen.

    Journalisten die als quasi selbstständige diese Medienlandschaft zulassen und heute HILFE rufen ? Selber Schuld.

    Nun ist ein nationaler, ja Welt NOTSTAND. Heulend um Hilfe rufen anstelle von kreativ nachdenken wie man „überlebt“ Fehlanzeige. Der Staat soll retten.

    NEIN, jeder ist erstmal selbst verantwortlich. Und wer „Arbeit“ bisher nicht durch ordentliche Bezahlung würdigte darf nun erleben wie das ist.

    Welche Wartezeiten, welchen Service bot das Gesundheitswesen bisher ? Sportwagen gekauft aber nicht genügend Mundschutz und Kittel in Reserve für eine mögliche Pandemie oder andere Katastrophen.

    Krankenkassen bauen Paläste und Verwaltungsmoloch und zahlen sich absurde Gehälter und die Ausführenden bekommen Hungerlöhne.

    Perverser, jetzt stehen die auf dem Balkon und Klatschen, dass diese bisher unterbezahlten und ausgebeuteten Ihre Pflicht tun. Geht es noch ?

    Eine Politik die bescheuerte Hilfspakete auf den Markt schmeißen, die nicht funktionieren. Eine Politik, die seit 2013 diese mögliche Pandemie kannte, nicht wann aber als sie am 26.12.2019 hier bekannt wurde hätte handeln MÜSSEN wird beklatscht ? Man sollte Sie jagen, aus dem Amt jagen.

    Kurzum ich bin entsetzt. Ich begrüße das Vertreiben aus dem Schlaraffenland durch Corona.

    • Harte Worte, aber viel Wahrheit liegt schon darin.

      Nur leider wird der Deutsche Michel nicht aufwachen. Die Beliebtheitswerte der regierenden Kakistokraten sind hoch wie nie. Jedes Staatsvolk hat eben die Regierung, die es verdient … (also die, die es sich selbst wählt)

      • Wenn Fördergelder mit der Gießkanne verteilt werden, darf man sich nicht wundern, dass ein Teil auch verschwendet wird, während andere wirklich Bedürftige nichts abbekommen.

        Ich bin ganz bestimmt kein Nationalist. Aber es wäre mir sehr wichtig, dass „Global Player“ in Deutschland gar keine Förderung erhalten. Wenn die Pleite gehen, ist es auch nicht schade…!

    • Woher kommt dieser Hass? Wenn schlechte Dienstleister am Markt scheitern, mag das sinnvoll sein, aber hier geht es doch erstens um eine Seuche und zweitens massive staatliche Zwangsmaßnahmen. Darüber können Sie sich als anständiger Unternehmer doch nicht wirklich freuen. Richtig ist, dass insbesondere Jens Spahn gezeigt hat, dass er als Bundesgesundheitsminister nichts taugt und als Kanzler schon gar nicht.

      • Ich weiß nicht ob Hass das richtige Wort ist. Abscheu, trifft es besser.

        Mein 1.Kind starb vor vielen Jahren auf der Intensivstation an Lungenentzündung weil man eine weitere Ursache übersehen hat. Meinen Schlaganfall hat die Hausärztin nicht erkannt, sondern direkt nach dem Besuch meine Tochter.
        Die Medikamente in der Kombination haben meinen Gesundheitszustand verschlechtert. Meine Angehörigen haben mit anderen Ärzten mich hier „gerettet“.

        Arzttermine zu bekommen war mit wochenlangen Wartezeiten verbunden.

        Krankenkassen kassieren hohe Beiträge eben auch für Ihre fürstliche Gehälter und Gebäude, deren Kunden wurde parallel Leistung gekürzt. Aufgezwungene Sparmaßnahmen reduzierten Leistungsfähigkeit von Krankenhäusern, alles im Sinne dieser Regierung. Entweder gewollt oder zugelassen.

        Gastronomen, Einzelhändler durch Konzerne wie EDEKA, REWE, METRO, Lidle in eine Ecke getrieben, wo keine Rücklagenbildung möglich ist.

        Die öffentliche Hand Leistung nach dem Prinzip „billigste“ eingekauft hat.

        Jetzt werden alle erleben, wie diese Supermarkt Lieferketten zerbröseln. Ich prognostiziere leere Regal in den nächsten Wochen.

        Herr Prof.Dilger, wir sind uns doch wohl einig, dass Nachbarschaftshilfe nun sehr wichtig ist. Warum machen Gastronomen nun nicht für kurze Zeit ihr Lokal zu einem kleinen Kiosk. Sie dürften geöffnet sein und den Supermarkt entlasten ( Schlangen davor). Sie würden zumindest etwas Geld verdienen.

        NEIN, man meckert weil man Null,null verdient und der Staat soll helfen ? Helfen ja, aber erstmal alles unternehmen um Geld zu verdienen. Auch als Erntehelfer ? Oder Hilfe für Krankenhäuser (Reinigungskräfte?) Wie auch immer. Mir fehlt hier die Eigenverantwortung.

        Ich beliefere Banken und Versicherungen und Krankenkassen und die öffentliche Hand. Keiner bezahlte bis heute die Rechnungen pünktlich. Aber wenn ich zu spät bezahlt habe sofort Säumniszuschläge.

        Als Metapher: Als Kleinunternehmen wurde mir oft von den heutigen „Opfern“ der Stuhl weggenommen, heute soll ich denen ein Sofa können und das später durch Steuern bezahlen ?

        Wo ist der Gleichheitsgedanke ? Warum bekomme ich nicht auch Bürgschaften ? Gelder ? Nur weil ich mich klüger aufgestellt habe, als Strafe ?

        Nein, hier läuft was komplett falsch.

      • Wieso bekommen Sie keine staatlich vergünstigten Kredite oder direkte Transfers? Ich hatte es so verstanden, dass die Gelder jetzt mit der Gießkanne verteilt werden. Dass Großkonzerne mal wieder besonders begünstigt werden, ist nicht verwunderlich, aber warum fahren Sie im Vergleich zu anderen KMU schlechter?

      • Diese vollmundig von Dick und Doof angekündigten „grenzenlosen Kredite“ wird kein Unternehmer erhalten, der seinen Betrieb vorübergehend herunterfahren oder einstellen musste, da die Banken bei fehlendem Kapitaldienst überhaupt keine Kredite gewähren. Selbst bei null Prozent Zinsen und 100% Absicherung nicht. Dank „Basel III“ etc. dürften sie das nämlich selbst dann, wenn sie wollten nicht. Unterhalten Sie sich doch einmal mit einem Banker darüber. Die schütteln nur noch den Kopf über die haltlosen Versprechungen der Kakistokraten.

      • Ich verteidige hier sicher nicht die Maßnahmen unserer glorreichen Regierung. Aber Herr von der Marwitz regt sich doch gerade darüber auf, dass sein noch laufender Betrieb nichts bekommen würde, während Nichtstuer gepampert würden. Wie passt das mit Ihrer Erklärung zusammen?

      • Herr von der Marwitz hat sein Problem ja inzwischen beschrieben. Der laufende Betrieb beschert ihm jetzt gerade theoretisch ein ganz gutes Geschäft. Aber eben nur theoretisch.

        Wenn Herr von der Marwitz bilanzierungspflichtig ist (wovon ich ausgehe), muss er seine Umsatzsteuer auch dann abführen, wenn seine Kunden nicht bezahlen und auch seine Papiergewinne versteuern, bevor er sein Geld überhaupt erhalten hat. Das ist ein wenig vergleichbar mit Deutschlands Target 2 Salden, nur in kleinerem Maßstab.

        Kredit, den er seinen Kunden gerade ungefragt gewährt, um diese zu beliefern und nicht zu verlieren, muss er aus eigenen Mitteln leisten. Von der Bank wird er diesen nicht ausgeglichen bekommen und vom Staat auch nicht.

        Je mehr Herr von der Marwitz im Vertrauen darauf, sein Geld irgendwann zu erhalten, liefert, desto enger wird es für ihn. Zusammengefasst könnte man auch sagen, je besser das Geschäft auf (Kunden-)Pump jetzt läuft, desto tiefer schneidet sich der Getränkehändler von der Marwitz ins eigene Fleisch.

      • Auf abgeschriebene Forderungen muss keine Umsatzsteuer entrichtet werden, auf „nur“ unsichere Forderungen hingegen schon. Wäre es dann nicht überlegenswert, stets auf vorherige Bezahlung zu bestehen? So belastet eine Krise natürlich zusätzlich das Geschäftsleben.

      • Vorab Bezahlung ? Funktioniert bei Banken und Behörden nicht. Cash Bezahlung trotz vorhandener Kasse nicht, da immer erst nach Prüfung der Rechnung bezahlt werden darf.

      • An Ihrer Stelle würde ich mir gut überlegen, wen ich noch beliefere und wen nicht.

      • Das ist doch genau das Problem. Was nutzt es einem zwar bilanzierungspflichtigen, aber kapitalschwachen, kleinen Unternehmer, wenn er die Umsätze nicht bezahlt bekommt, aber schon einmal im vorauseilenden Gehorsam versteuern muss. Hier wirft er erst einmal gutes Geld schlechtem hinterher (und zwar nicht erst seit Corona).

        „Abschreiben“ können sie Zahlungsausfälle erst, wenn unwideruflich feststeht, dass sie ihre Forderung ausbuchen müssen (siehe oben). Einfach zwischendurch nach Gefühl „ausbuchen“ geht nicht. Die so genannten „Hilfspakete“ sind bislang noch bei keinem Unternehmen angekommen und davon abgesehen völlig unterdimensioniert. Das ist ein Tropfen auf dem heißen Stein, mehr nicht.

        Vorausschauende Unternehmen haben längst Kurzarbeit für ihre MItarbeiter beantragt. Ab übermorgen (01.04.) werden wir erleben, welche Auswirkungen das haben wird.

      • Bei mir gibt es keinen Umsatzrückgang. Geschlossene Betriebe bezahlen derzeit die Rechnungen nicht. Das wird nicht finanziert in den Bedingungen. Es gibt bei mir keine Kurzarbeit. Kurzum ich erfülle nicht die Bedingungen. Ebenso habe ich kein „Kreditkonto“ . Um eine Hilfe als „Kredit“ anzufordern, müsste mein Konto (lt. Commerzbank) erst zu einem Kreditkonto umgewandelt werden mit entsprechenden Unterlagen. Die Bank weiß nix von mir. (Umsatz, Bilanzen usw)

        Da die Filialen geschlossen sind ist es sehr schwer einen Berater zu finden. Jeder Anruf landet in Frankfurt. Die Berater sind außerdem überfordert mit den Hilfesuchenden. Wie sagte die Handelskammer, ich hätte ein „Luxusproblem“ dafür gäbe es kein Paket.

      • Uneinbringliche Forderungen schmälern doch den Umsatz (sowie den Gewinn und das Eigenkapital). Sind nicht genau dafür die Hilfspakete gedacht?

      • Uneinbringliche Forderungen schmälern den Umsatz und den Gewinn erst, wenn sie unwiderruflich als solche festgestellt sind. Also in der Regel erst dann, wenn das Insolvenzverfahren des Schuldners abgeschlossen ist, was in Deutschland – im Unterschied zu anderen Ländern – auch mal zehn Jahre oder länger dauern kann.

        Vorher können sie mit viel Glück und extrerm hohem Zeitaufwand bestenfalls mit ihrem Finanzamt persönlich aushandeln, dass es ihnen wenigstens einen Teil der Ausfälle als zu erwartenden Verlust anerkennt. Niemals jedoch den gesamten uneinbringlichen Zahlungsausfall, da das Finanzamt immer davon ausgehen wird, dass es – was für Lieferanten in der Praxis meistens nicht der Fall ist – eine relativ hohe Quote geben wird. Das habe ich als Unternehmer nicht nur einmal erlebt.

        Noch schlimmer verhält es sich, wenn ein Kunde die Zahlung zurückbehält obwohl er zahlungsfähig ist. Solche Zeitgenossen gibt es auch zur Genüge. Sehen Sie sich doch nur das aktuelle Geschäftsgebaren der Mieter Adidas, H&M oder Lidl gegenüber ihren Vermietern an.
        Da können Sie überhaupt nichts „abschreiben“ oder einfach keine Steuern entrichten, so lange sie an Ihrer Forderung festhalten. Auch ein Gerichtsverfahren wegen Forderung aus Lieferung und Leistung kann sich in Deutschland durch mehrere Instanzen locker zwei, drei Jahre hinziehen.

      • Eigentlich ist das doch auch ein Argument für eine allgemeine „Auszeit“, statt manche Forderungen (z. B. für Mieten) willkürlich auszusetzen und andere (z. B. für Steuern darauf) nicht.

      • Das ist schon so. Wenn etwas (wie zu Zeit) einseitig ausgesetzt wird, entsteht zwangsläufig eine Schieflage. Aber so weit denken Kakistokraten nicht.

      • Uneinbringlich Forderung erst wenn fruchtlose Pfändung. Zu spät bezahlen gilt nicht. für Liquditätshilfen müsste die Bank außerdem 10% selbst abgesichert wie auch immer mit vergeben. Wenn diese Sicherheiten nicht vom Kreditnehmer dargestellt werden kann, gibt es auch die restlichen 90 % von der KFW nicht.
        Frage ? Wenn die Banken jetzt mit dem Staat zusammen helfen, warum bezahlen die Ihre Rechnungen nicht jetzt sofort? Richtig, weil alles was geht abgezogen wurde Anträge zu bearbeiten. Und jetzt?

      • @Alexander Dilger über PAvdM

        Hass?

        Ich denke nicht, dass die Schilderungen des Herrn Von der Marwitz auf „Hass“ beruhen.
        Er schildert doch nur seine Erfahrungen als Unternehmer und hinterfragt völlig zu Recht den so genannten „Sozialstaat“.

        Im deutschen Kastenwesen sind Unternehmer die unterste Kaste. Vergleichbar mit den „Unberührbaren“ bei den Hindus in Indien.

        Selbständige und Unternehmer (nicht Konzerne, sondern UntenehmeR) werden vom so genannten „Sozialstaat“ (der alles nur nicht sozial ist) ausgenommen wie die Weihnachtsgänse, sind in der Not aber trotzdem ganz auf sich alleine gestelt. Wenn es einem Unternehmer gerade gut geht, wird er in Deutschland täglich mit Neid und Missgunst konfrontiert. In der Not mit Spott und Häme. Das ist die Geisteshaltung einer vom Umverteilungssozialismus geprägten Gesellschaft.

      • Vielleicht habe ich das falsch verstanden, aber er schimpft doch gerade auf andere kleine Unternehmer und Selbständige, statt sich zumindest mit diesen zu solidarisieren. Wenn der Getränkehändler der Kneipe und dem Friseur nichts gönnt, darf man sich nicht wundern, dass Regierung und Großkonzerne alles unter sich ausmachen.

      • Zur Klarstellung : Ich könne Schmarotzern nichts. Wenn die kleinen Einzelhändler oder Gastronomen in der Krise durch andere Tätigkeiten Geld verdienen können, brauchen die keine Hilfe oder eine deutlich geringere Hilfe.
        Erntehelfer. Was hindert den Gastronomen das Gemüse am Ursprung aus der Erde zu holen für kleines Entgelt ? Oder andere Dinge ? Friseure können nun alten Mitmenschen zu Hause die Haare machen, was auch immer.

        Das Gejammer der „Opfer“ ist dreist, wenn nicht versucht wird sich einzubringen. Wer das nicht tut hat keine Hilfe verdient. So meine Meinung. Ich sehe nicht mal den Versuch.

      • Normalerweise sollte jeder versuchen, sich selbst zu helfen und nicht gleich nach dem Staat rufen. Hier geht es aber darum, dass die Regierungen vielen ihre wirtschaftliche Betätigung verbieten (auf übrigens sehr dünner rechtlicher Grundlage). So dürfen Friseure gar nicht mehr als solche arbeiten, auch nicht bei Hausbesuchen. Manche machen das schwarz, aber das ist illegal und sollte niemandem empfohlen werden. Außerdem kann sich ein Kleinunternehmer mit anderen Tätigkeiten vielleicht selbst durchschlagen, aber nicht auch noch seine Beschäftigten.

      • Zum Beispiel zum Spargelstechen könnte sich jetzt jeder auf Kurzarbeit gesetzte abhängig Beschäftigte melden. Ich bin schon sehr gespannt, wie viele deutsche Vollkaskodenker davon auch Gebrauch machen werden … … Wettangebote werden gerne angenommen!

    • Die Darstellung von Herrn Meister bedarf insoweit einer Korrektur, als Unternehmer bis zu einem (Vorjahres-) Umsatz von 600.000 € (dieser Betrag ab 1.1.2020) die Besteuerung nach vereinnahmten Entgelten wählen kann, wobei der Vorsteuerabzug erhalten bleibt (die Befreiung von der Buchführung ist nur eine Alternative – siehe § 20 USTG).
      Peter-Alexander Von Der Marwitz deckt hier einen für kleinere Mittelständler typischen Fehler auf, sich nicht in guten Zeiten Kreditlinien zu sichern und ein vertrauensvolles Verhältnis zu einer Bank aufzubauen (kein Kreditkonto- damit keine Verpflichtung, Bilanzen, eventuell sogar jährliche Geschäftspläne vorzuzeigen). Wenn ein Unternehmer so verantwortungslos handelt, hat er auch kein Recht, Anderen Fehler in der Liquiditätsversorgung vorzuwerfen. Gerade der Umgang mit säumigen, aber verlässlichen Zahlern erfordert doch die Vereinbarung von Kreditlinien. Die wird man zunächst nur mit Pfandunterlegung erreichen, die man aber später – wenn alles gut gelaufen ist – abbedingen kann.
      Bei Forderungsabtretung bez. guter Schuldner wird auch die Bank des Vertrauens Kreditlinien erweitern. Im Übrigen hatte ich auf den Erlass des Bundesfinanzministers im Benehmen mit den Länderfinanzministern hinsichtlich Steuerstundungen und Aufschub von Vollstreckungsmaßnahmen verwiesen. Bis Jahresende reicht einfacher (wohl formloser) Antrag an das Finanzamt, wobei nach meiner Ansicht auch Umsatzsteuerverbindlichkeiten nicht ausgeschlossen sind.

      • @ Klaus Wolfgang Berger,

        ich führe seit 18 Jahren mit genügend Liquidität das Unternehmen. Forderungen von ca. 100.000 im Sommer 150.000 in spitzen Zeiten. Maximales genehmigtes Zahlungsziel 7 Tag, oft eben genommen 4 Wochen. Kurzum solide Liquidität.

        Wenn Sie bei einem Kapitalbedarf von monatlich 60.000 diese cash haben + die Forderungen sicher innerhalb von 4 Wochen eintreffen, sah ich null Grund Kreditlinien anzufragen, die ich nicht brauche. Selbst beim Ausfall von Forderungen ( in der Regel ca. 0,3%) alles im grünen Bereich.

        Nun kommt Corona. Die Privatkunden zahlen wie immer kurzfristig, EC bar, die Unternehmen unverhofft (fast alle ) sehr verzögert und vermutlich später.

        Hinzu kommt eine unverhoffte Umsatzsteigerung von ca. 350 %. Also anstelle von ca. 60 Tausend nun 180 Tausend EK . Bei normalen Zahlungsfluss der Forderungen kein Kreditbedarf. Durch Regierungsanweisung STOP von Unternehmungen und damit Stop von Zahlungen.

        Es ist also verantwortungslos diese Krise oder ähnliche nicht erwartet zu haben und Kreditlinien vorsorglich zu beschaffen? Ja nee is klar.

        Gilt das dann auch für die jammernden Kleinunternehmer die jetzt Kredite beantragen ? Sind die auch verantwortungslos ? Hätten ja mal vorsorgen können ?
        Soweit gehe ich nicht in meinem Standpunkt. Aber fast.

      • Die Regierung hat verantwortungslos gehandelt, als sie erst jede Prävention gegen die Pandemie vermissen ließ, selbst als diese schon in Europa wütete, um dann über- und fehlzureagieren.

    • Peter-Alexander Von Der Marwitz sagte am 30/03/2020 um 21:07 :“ . . .sah ich null Grund Kreditlinien anzufragen, die ich nicht brauche. Selbst beim Ausfall von Forderungen . . .“
      Ich kenne die Melodie aus vieljähriger Berater-Praxis. Grundregel: Liquiditätsreserven und vor allem eine vertrauensvolle Geschäftspartnerschaft mit einer Hausbank sichert man immer, wenn man sie – noch nicht- benötigt. Zumindest diese Partnerschaft haben Sie nicht aufgebaut. Die Bundesregierung hat doch Ihre explodierenden und nicht durch entsprechende Finanzplanung unterlegten Umsätze nicht zu vertreten. Widmen Sie Ihre Geschäftskonten zu solchen auf Kreditbasis um und reichen Sie dazu Ihre sicher nicht schlechten Bilanzen ein; dann können Sie – als Zwischenlösung – durch Abtretung von Forderungen an die ör Schuldner und andere mit guter Bonität Liquidität gewinnen. Die Commerzbank ist dafür ein geeigneter Partner. Außerdem stellen Sie- wie von mir erwähnt – Stundungsantrag wegen der USt-Vorauszahlungen beim Finanzamt. „Kriegsgewinnler“ sind Sie erst, wenn Sie flüssig sind.

  4. Es ist ein interessanter Vorschlag, der mir auch schon mal gekommen ist. Aufgrund der Kürze aber schlecht durchsetzbar, weil es viele Unwägbarkeiten zu bedenken gibt. Dennoch sollte dieses Szenario mal geprüft und vorbereitet werden.
    Ich bezweifle, dass es in der Bundesregierung auch jemanden gibt, der dafür den Mut hat, dies durchzusetzen. Es ist leichter, mit anderer Leute Geld um sich zu werfen.

    • Die Regierung in Berlin spielt unter ihrer Zirkuskuppel fern der Realität Krisenstab. Was draußen wirklich los ist und worauf es tatsächlich ankäme, bekommt sie gar nicht mit. Absurd.

    • Die Bundesregierung ist völlig inkompetent. Der Bundesgesundheitsminister gibt zu, dass er nicht vorgesorgt hat, weil er sich nicht vorstellen konnte, dass sich durch eine Pandemie die Knappheitsverhältnisse und damit auch die Preise ändern könnten. Der Bundeswirtschaftsminister verspricht, dass kein Arbeitsplatz verloren ginge und kein Unternehmen schließen müsste, während genau das massenhaft wegen seiner Politik passiert.

      • Wie sich nun für jeden halbwegs intelligenten Menschen herausstellt, versagt diese Regierung im Ernstfall auf der ganzen Linie. Trotzdem sind ihre Beliebtheitswerte so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Was sagt uns das?

      • Das ist (fast) überall so. In Krieg und Krise versammeln sich die meisten Menschen hinter ihrer jeweiligen Regierung, selbst wenn sie ihnen das überhaupt erst eingebrockt hat. Deshalb ist auch die Taktik verfehlt, durch Krisenverschärfung könne es zu einer besseren Regierung kommen.

      • Herr Prof.Dilger, die Corona Krise ist der Anfang vom Marathon. Wir sind bei Kilometer 3. Nach dem Marathon kommt die Wirtschaftskrise. Auch den Euro sehe ich massiv am sterben. Seit Griechenland hat der Reifen der globalen Wirtschaft ein kleines Loch. Das ständige Pumpen von Luft (Geld der EZB) hat ihn rollen lassen.
        Nun ist ein großes Corona Loch dazu gekommen. Der EZB wird die Luft ( Geld) ausgehen, denn auch dies Loch wird nicht geflickt werden können. Selbst wenn, würde es viele kleine Löcher geben ( Italien, Spanien, Frankreich?) . Der Reifen wird bald platt sein.

        Und dann ?
        Reset?

        Gerne, aber bitte nicht wieder mit so einem System wie wir es erlebt haben. Alles gehört auf den Prüfstand. Unser Unterbewusstsein steuert uns. Das Unterbewusstsein weiß das. Unser Bewusstsein muss dem Unterbewusstsein nur die nötigen Änderungen aufzwingen.

      • Der EZB wird das Geld schon nicht ausgehen. Wir schliddern doch eher in eine staatlich verordnete Mangelwirtschaft. Die EU erweist sich gerade als völlig nutz- und zahnlos.

      • Und die Folge von viel Geld auf fehlende Ware ? Ich habe mal gelernt = Inflation. Und danach ?

      • Viel (mehr) Geld führt nur dann zu Inflation, wenn es nachfragewirksam wird auf einem halbwegs freien Markt. Momentan verbietet der Staat Angebot und Nachfrage gleichermaßen. Auch sonst werden doch immer mehr Preise und Güter reguliert. Wir könnten dann auch langfristig viel Geld haben, ohne es sinnvoll einsetzen zu dürfen. Das ist natürlich noch schlimmer als Inflation, aber interessiert das unsere Politiker oder die EZB?

  5. Das ist ein interessanter Vorschlag, den ich so auch noch nirgendwo gesehen habe.

    Ich hätte mal eine andere Frage, zu der mich Ihre Meinung als Ökonom sehr interessieren würde.
    Wenn ich das richtig verstanden habe, lassen sich viele schwere Epidemien bzw. Pandemien auf Virenübertragungen von Tieren in (Massen)tierhaltung auf Menschen zurückführen. Das gilt ja wahrscheinlich auch für COVID-19.

    Müssten diese enormen externen Kosten der Nutztierhaltung und damit des Fleischkonsums ökonomisch berücksichtigt werden? Und wenn ja, wie?

    • Das habe ich nicht so verstanden. Die Massentierhaltung führt zu eigenen gesundheitlichen und ethischen Problemen, aber diese Epidemien entstehen nicht dadurch, sondern durch ein zu enges Verhältnis zu wilden Tieren, wie es insbesondere in China vorkommt, wo alles gegessen wird.

      • Auslöser für meinen Gedanken war ein Interview mit einem schwedischen Infektionsarzt das auch hier in Norwegen zitiert wurde. Dieser meinte, dass es derartige Pandemien kaum noch geben würde, wenn die Menschheit dramatisch weniger Fleisch essen würde. Das Interview finde ich leider nur auf Schwedisch (https://www.aftonbladet.se/nyheter/a/P9A1db/professorn-inga-pandemier-om-alla-hade-varit-vegetarianer?fbclid=IwAR2v8Qv3JdkFC5a9X8WGOBJqTioNjtaMcCBWyWRbj3m1_m5CEjjs85aUQTE)

        Aber im Spiegel habe ich etwas mehr generelles zum Thema gefunden. Sogar die spanische Grippe könnte demnach von Haustieren (in dem Fall Schweine in den USA) auf den Menschen übergesprungen sein.
        https://www.spiegel.de/wissenschaft/medizin/coronavirus-warum-viren-in-tieren-so-gefaehrlich-sind-a-bcfe8de8-3e04-49e8-9955-6f00e382d309

      • Besonders gefährlich sind ganz neue Krankheiten, auf die das Immunsystem der Menschen noch nicht vorbereitet ist. Deshalb sind wilde und exotische Tiere in dieser Hinsicht gefährlicher als solche aus der Massentierhaltung. Dort droht eher das Heranzüchten von Antibiotikaresistenz. Außerdem ist zu viel Fleisch für sich genommen ungesund, zu wenig aber auch (oder zumindest zu wenig Proteine, weshalb Veganer und vegan ernährte Kinder besonders gefährdet sind).

      • Oder durch Mutationen. Wie gesagt sind Schweine und Geflügel häufig der Ausgangspunkt, also Haustiere. Und Massentierhaltung vergrößert das Problem wohl noch.

        Die von Ihnen genannten Resistenzen sind natürlich ein weiteres Problem.

        Ich musste mal einen Verwandten mit akuter Blutvergiftung in ein westfälisches Krankenhaus bringen. Die erste Frage, die mir gestellt wurde, war ob der der Patient in der Landwirtschaft arbeiten würde. Denn dann müssten sie besondere Vorkehrungen treffen…

      • Industriemäßige Massentierhaltung trennt doch Mensch und Tier stärker voneinander als traditionelle Formen der Landwirtschaft. Ich kenne keinen Fall, wo sich eine Epidemie daraus entwickelt hätte. Gegebenenfalls sind die vielen gleichartigen Tiere selbst leichter von Erregern angreifbar.

      • Massentierhaltung erhöht die Gefahr der Mutation meinte ich.

        „Die große Zahl von Tieren auf engem Raum fördere nicht nur die schnelle Übertragung und Vermischung von Viren, sondern auch deren Mutation“

        https://www.welt.de/wissenschaft/article3677086/Massentierhaltung-koennte-Pandemie-befoerdern.html

        Es gibt zwei Probleme, das enge Zusammenleben und -sterben mit Tieren (wie auf den viel diskutierten Märkten in China) und die Massentierhaltung. Außerdem die Viren, die von Wildtieren kommen, oft allerdings mittelbar über Haustiere anstatt über direkten Verzehr. Letzteres gibt es aber natürlich auch (vermutet man nicht das HIV durch das Essen von Affenfleisch auf den Menschen übertragen wurde?)

        Gemeinsam haben alle Probleme jedoch, dass sie nur auftreten weil Fleisch gegessen wird. Daher ja auch meine Ausgangsfrage.

      • Gibt es einen Beleg dafür, dass auch nur eine Epidemie bei Menschen durch Massentierhaltung ausgelöst wurde oder durch den Verzehr von Fleisch? Welche Viren überleben Kochen oder Braten? In der Regel geht es doch um Infektionen der Atemwege durch enges Zusammenleben.

      • Der Übertragungsweg über die Luft ist so weit ich das gelesen habe der wichtigste und wird auch bei Covid19 angenommen (stand glaube ich auch in dem Spiegelartikel)

        Das ist aber doch eine direkte Folge des Fleischessens. Ohne den gebe es ja keine (bzw deutlich weniger) Tierhaltung.

        Ich habe gerade noch mal nachgelesen und meine Erinnerung an HIV war wohl nicht ganz richtig. Die Übertragung kam vermutlich nicht unmittelbar durch das Essen von Affenfleisch sondern durch Blutkontakt beim Jagen und Zubereiten.
        Aber auch hier gilt, ohne Fleischessen auch keine Jagen und Zubereiten.

        Endemien, Epidemien und Pandemien scheinen m.E. also ein enormer externer Kostenfaktor des Fleischessens zu sein.

      • Der Schluss scheint mir nicht zulässig zu sein. Eher könnte man behaupten, dass es ohne Wildtiere keine Pandemien mehr gäbe oder ohne Menschen…

      • Nein, ich bin weder Veganer noch Vegetarier.

        Das es ohne Menschen keine Pandemien (unter Menschen) gebe würde ist schwer zu bezweifeln.

        Ohne Wildtiere sehr viel weniger, aber nicht keine, da wie gesagt die Übertragung auch über Haustiere (v.a. Schwein und Geflügel, daher Schweinegrippe und Vogelgrippe) stattfindet.

        Und in einer Welt ohne bzw viel weniger Fleischkonsum würde es wie gesagt auch deutlich weniger geben. Warum denn nicht?

        Bin gerade beim Recherchieren noch auf diesen Artikel gestossen.
        Interessante Beispiele zu Zoonosen sowohl von Wildtieren (Ebola) als auch der Massentierhaltung (SARS).

        Und ein Hinweis der leider nicht ausreichend ehört wurde.


        Eine sehr schwere Grippe-Pandemie wie die vor 100 Jahren würde auch heute selbst hochentwickelte Industrienationen lahmlegen: weil Busse und Bahnen nicht fahren, Kindergärten, Schulen, Geschäfte und Betriebe schließen, weil in Praxen und Kliniken das medizinische Personal erkrankt, die Müllentsorgung ausfällt.

        Es war die sehr begrenzte SARS-Pandemie, die ein Schlaglicht auf die möglicherweise gravierenden Folgen von Zoonosen warf. Und so stimmten 2005 die in der WHO organisierten Länder einer Änderung der völkerrechtlich bindenden Internationalen Gesundheitsvorschriften zu. Alle Länder sollen seitdem Ausbrüche melden, sobald sie bemerkt werden. Die Erfahrung lehrt jedoch:

        „Nicht alle Länder sind gleich transparent, und Transparenz ist hier doch ein ganz wichtiges Gut, um letztendlich die Welt schnell zu informieren,“

        https://www.deutschlandfunk.de/kampf-gegen-zoonosen-wenn-tiere-den-menschen-anstecken.724.de.html?dram:article_id=414993

      • Auch SARS wurden in China von Fledermäusen über andere Wildtiere auf Menschen übertragen. Mit Massentierhaltung hatte das nichts zu tun.

        Die Spanische Grippe ging vermutlich von Schweinen in den USA aus, doch Massentierhaltung im heutigen Sinne gab es noch nicht.

        Neu an der aktuellen Pandemie ist, dass die Staaten selbst ihre Wirtschaft lahmlegen, nicht das Virus und dessen direkte Folgen. Es ist zumindest unklar, ob wir uns jetzt mehr Prävention leisten können und wollen oder eine hysterische Überreaktion vorliegt, die mehr schadet als nutzt (analog zur Überreaktion des Immunsystems, die schlimmstenfalls zum Tode führt, nicht das Virus selbst).

      • Massentierhaltung ist, wie ich jetzt schon mehrfach geschrieben und auch mit weiterführenden Links belegt habe, wohl eines der Probleme. Nicht das einzige.

        Gemeinsamer Nenner sehr vieler Probleme die zu Pandemien ( und auch Epidemien oder nur Endemien) führen ist jedoch die Nutzung von Tieren, v.a. aber nicht nur als Nahrungsmittel. Daher meine Frage, wie man diese enormen externe Kosten des Fleischkonsums (oder genauer der Tiernutzung) behandeln sollte. Grosse Pandemien der letzten 100 Jahre (spanische Grippe, Covid19, HIV, SARS etc.) lassen sich auf eben diese Nutzung zurückführen.

        Zum Thema SARS und Massentierhaltung zitere ich noch mal aus dem bereits verlinkten Beitrag vom Deutschlandfunk:

        „SARS – eine Folge von Massentierhaltung

        Es ist jedoch nicht nur alles eine Sache der Wahrnehmung. Beispiel: SARS, das Schwere Akute Respiratorische Syndrom. Die Lungenkrankheit tauchte 2002 in der chinesischen Provinz Guangdong auf und schaffte es mit einer Flugpassagierin problemlos von Hongkong nach Toronto. Nach drei Tagen gab es überall auf der Nordhalbkugel Infizierte. Und so stufte die WHO SARS am 12. März 2003 als „globale Bedrohung“ ein, als Pandemie.

        „Wir wissen heute ganz genau, dass dieses Virus aus Fledermäusen kam“, sagt Christian Drosten, Leiter des Instituts für Virologie an der Berliner Charité und Mitentdecker des Erregers.

        Das Virus fand seinen Weg zum Menschen wohl über Schleichkatzen und Marderhunde in China: Die Tiere wurden auf Farmen gehalten und fraßen infizierte Fledermäuse. Und weil Viren ständig mutieren, erwies sich die Massentierhaltung einmal mehr als Brutreaktor für die Entstehung neuer Keime:

        „Das ist immer wieder dasselbe Muster, ob es jetzt hier bei uns in der Gegend die Schweinezucht ist, die die Influenza antreibt, oder eben auch in China, diese wilden Karnivoren, die eigentlich nicht in landwirtschaftliche Zucht gehören, aber die zum Beispiel die Bekleidungsindustrie braucht, denn die Felle, die sie sehen an den Kapuzen, an den Winterjacken, das sind im Prinzip alles Marderhunde aus China.“

      • Zuerst waren Bauern und Köche mit SARS infiziert. Vielleicht waren Schleichkatzen das Bindeglied zwischen Fledermäusen und Menschen, aber nicht solche aus Massentierhaltung. Das Problem ist doch eher umgekehrt, dass in China der Umgang mit Tieren oft noch archaisch ist, zugleich aber große Menschenmassen in die Globalisierung eingebunden sind, was aus anderswo lokalen Ereignissen eher eine Pandemie macht.

    • „Das Virus fand seinen Weg zum Menschen wohl über Schleichkatzen und Marderhunde in China: Die Tiere wurden auf Farmen gehalten und fraßen infizierte Fledermäuse. Und weil Viren ständig mutieren, erwies sich die Massentierhaltung einmal mehr als Brutreaktor für die Entstehung neuer Keime:“

      Ich bin da auch kein Spezialist, aber hier steht, dass die Tiere auf Farmen in Massentierhaltung gehalten wurden.

      Wie auch immer, die Frage nach der Massentierhaltung ist ja auch nur ein Aspekt.

      Es bleibt dabei, dass es ohne Tiernutzung, ob nun archaisch oder industriell, die ersten Übertragungen nicht gegeben hätte.

      • Wie wäre es damit, Ihre journalistische Quelle zu hinterfragen? In diesem von der WHO herausgegebenen Buch wird das etwas differenzierter behandelt (insbesondere Kapitel 1, 5 und 24).

        Menschen haben schon immer Tiere genutzt und ein völliger Verzicht darauf ist weder sinnvoll noch in absehbarer Zukunft vorstellbar. Die Deutschen lassen sich vielleicht auch noch all ihre Tiere wegnehmen, aber die Chinesen sicher nicht. Falls doch, bringen sie alle (größeren) Tiere um. Wollen Sie das erreichen? Es könnten dann aber immer noch Krankheiten von Pflanzen, Pilzen etc. auf Menschen übertragen werden.

      • Deutschlandfunk, Welt und Spiegel halte ich jetzt nicht für schlechte Quellen. Außerdem zitiert ersterer einen Experten der Charite, also auch nicht ganz unglaubwürdig.

        „Menschen haben schon immer Tiere genutzt und ein völliger Verzicht darauf ist weder sinnvoll noch in absehbarer Zukunft vorstellbar. Die Deutschen lassen sich vielleicht auch noch all ihre Tiere wegnehmen, aber die Chinesen sicher nicht. Falls doch, bringen sie alle (größeren) Tiere um. Wollen Sie das erreichen? Es könnten dann aber immer noch Krankheiten von Pflanzen, Pilzen etc. auf Menschen übertragen werden.“

        Solche Aussagen hinterlassen mich ratlos.

        Ich habe gar nichts in der Richtung gefordert. Ihr negatives Bild von „den Deutschen“ teile ich auch nicht. Und Pandemien von Pflanzen oder Pilzen sind wohl eher die Ausnahme. Pandemien ausgelöst durch Tierhaltung sind es nicht.

        Meine Ausgangsfrage war daher „Müssten diese enormen externen Kosten der Nutztierhaltung und damit des Fleischkonsums ökonomisch berücksichtigt werden? Und wenn ja, wie?“

        Man sollte meinen, es würde eine Antwort zwischen Totalverbot und totalem Laissez-faire geben.

      • Ein journalistischer Artikel 15 Jahre später dürfte weniger glaubwürdig sein als wissenschaftliche Quellen kurz nach dem Ereignis. In wichtigen Punkten gibt es doch auch gar keinen Widerspruch, aber durchaus in der von Ihnen so hervorgehobenen Frage der Massentierhaltung. Vielleicht sollten Sie erst einmal definieren, was Sie damit überhaupt meinen. Ich halte sie im Sinne hiesiger Landwirtschaft für Wildtiere im China von 2002 für sehr unwahrscheinlich. Doch selbst wenn es sie gab, war sie wohl nicht ursächlich für den Ausbruch von SARS.

        Sie hatten u. a. geschrieben: „Es bleibt dabei, dass es ohne Tiernutzung, ob nun archaisch oder industriell, die ersten Übertragungen nicht gegeben hätte.“ Was wollen Sie mit solch pauschalen Aussagen denn sagen, wenn es Ihnen nicht um das Ende jeglicher Tiernutzung geht? Wenn Sie hingegen nur die Massentierhaltung kritisieren wollen, dann ist durchaus entscheidend, ob diese überhaupt zu den relevanten Ursachen von Pandemien gehört, was ich weiterhin bezweifle. Warum bricht keine Pandemie mehr in westlichen Ländern aus? Als die Spanische Grippe wohl in den USA vor über 100 Jahren ihren Anfang nahm, gab es auch dort noch keine Massentierhaltung im heutigen Sinne, sondern eben gerade einen viel engeren Kontakt zwischen Menschen und Tieren einschließlich wilden wie heute noch in China. Wir haben am ehesten noch engen Kontakt zu Haustieren, die aber quasi zur Familie gehören und selbst viel weniger Außenkontakte haben.

      • Ich denke die Aussage ist pauschal und richtig.

        Ich wollte gar nichts sagen, sondern habe eine Frage gestellt.

        Andere Aktivitäten verursachen ja auch externe Kosten, ohne dass man diese deshalb gleich komplett verbieten müsste.

        Der Beitrag vom Deutschlandfunk ist übrigens gar nicht so alt.

      • Die Aussage war zugleich zu pauschal und nicht weitreichend genug. Auch nicht genutzte Tiere können Viren verbreiten, während viele Nutztiere das nicht (auf gefährliche Weise) tun. Was sind dann deren externe Kosten? Wer ist für die Kosten der Gegenmaßnahmen verantwortlich, insbesondere wenn sie den Nutzen übersteigen?

        Richtig, der Beitrag ist jung, also weit vom SARS-Ausbruch entfernt. In Wuhan war die Situation allerdings wieder ähnlich. Kleinteilige Märkte mit vielen verschiedenen Tieren nahe bei vielen Menschen sind wohl doch viel gefährlicher als die Massentierhaltung, zumindest hinsichtlich Epidemien.

      • „Die Aussage war zugleich zu pauschal und nicht weitreichend genug. Auch nicht genutzte Tiere können Viren verbreiten, während viele Nutztiere das nicht (auf gefährliche Weise) tun.“

        Genau. Wobei man schon nach Wahrscheinlichkeit sortieren kann und Verhaltensweisen beschreiben kann, die die jeweilige Wahrscheinlichkeit erhöhen.
        Für Wildtiere steigt diese u.a. dadurch, dass Menschen ihnen näher kommen indem die Lebensräume der einen ausgeweitet und der anderen eingeschränkt werden. Was nicht selten auch mit Landwirtschaft zusammenhängt.
        Nutztiere die Viren verbreiten sind wohl v.a. Geflügel und Schweine (also ein sehr großer Teil der Fleischwirtschaft) sowie Wildtiere die nun in Farmen gezüchtet werden (wie z.B. die bereits genannten Pelzfarmen).

        „Was sind dann deren externe Kosten? Wer ist für die Kosten der Gegenmaßnahmen verantwortlich, insbesondere wenn sie den Nutzen übersteigen?“

        Das ist genau mein Frage. Ich weiß es nicht, finde es aber eine durchaus berechtigte und interessante Frage.

        „Richtig, der Beitrag ist jung, also weit vom SARS-Ausbruch entfernt. In Wuhan war die Situation allerdings wieder ähnlich. Kleinteilige Märkte mit vielen verschiedenen Tieren nahe bei vielen Menschen sind wohl doch viel gefährlicher als die Massentierhaltung, zumindest hinsichtlich Epidemien.“

        Scheint mir auch der Fall zu sein. Aber es ist, wie so oft, kompliziert.
        Man muss zwischen zwei Schritten unterscheiden.1. die gefährliche Mutation der Viren und die Verbreitung zwischen Tieren und 2. Der Sprung über die Artengrenze hin zum Menschen.

        Massentierhaltung scheint geradezu ideale Voraussetzung für ersteres zu bieten.

        Diese Märkte scheinen geradezu ideale Voraussetzungen für letzteres zu bieten.

        Heute taucht in meinem Newsfeed (Segen der Algorithmen 🙂 ) ein Artikel aus dem Guardian auf der diese Problemstellung beleuchtet und verschiedene Stimmen zu Wort kommen lässt.

        https://www.theguardian.com/world/2020/mar/28/is-factory-farming-to-blame-for-coronavirus

      • Die Logik des Artikel ist ebenso krude. So fragt die Autorin, warum das Virus nicht vor 20 Jahren ausgebrochen sei, dabei gab es da SARS mit fast gleichem Anfangsverlauf. Dass die Massentierhaltung für die Pandemie verantwortlich sei, weil exotische Tierfänger in immer entlegenere Gebiete abgedrängt würden, ist der Versuch, die eigentlichen Ursachen umzukehren. Ohne moderne landwirtschaftliche Methoden würde doch noch viel mehr Land zur Bewirtschaftung gebraucht. Westliche Investoren sind außerdem nicht für die Formen des Wirtschaftens in China verantwortlich. Von westlichen Ländern gingen in den letzten Jahrzehnten keine für viele Menschen gefährliche Pandemien aus, während die aktuelle Pandemie auch nicht tödlicher ist als vorhergehende, nur diese extremen Gegenmaßnahmen hat es noch nie gegeben.

  6. Inzwischen schliesse ich mich denen an, die meinen, dass unsere Regierung einen Blindflug macht. Ob nun der Kölner Dr. med. Jost Landgrebe mit seinem Hinweis, dass es sich nur um eine sich schnell verbreitende Grippe mit einer „normalen“ Mortalität handelt richtig liegt, kann ich nicht beurteilen. (Quelle: https://www.achgut.com/artikel/indubio_trinken_oder_desinfizieren#leserpost_start) ist nicht mehr die wichtigste Frage. Was ich aber stark annehme ist, dass der Schaden für die Wirtschaft inzwischen irreparabel ist. Eine wirtschaftliche, finanzielle oder rechtliche Auszeit kommt wahrscheinlich zu spät. Wenn die Industrie weder gebug Nachfrage, noch genug Personal oder Vorprodukte hat, wird das Bruttosozialprodukt einbrechen, auch wenn man die Schulen und Geschäfte am 20.4.20 wieder öffnet. Wenn der internationale Messestandort Köln durch Corona schwer beschädigt wurde, betrifft das auch viele Kölner Hotels. Wer macht in diesem Sommer noch Urlaub in Bayern, Berlin, Hamburg oder der Eifel? Wer bucht noch eine Kreuzfahrt oder Flugreise? Wer geht nach Oster noch ins Theater oder Kino? Wie hoch sind die Gewerbesteuerausfälle für die eh schon klammen Kommunen? Nach Corona wird nichts mehr so sein, wie vor Corona.

    • @Sonnenblume
      „Nach Corona wird nichts mehr so sein, wie vor Corona.“

      Keine Sorge. Das Kabinett Merkel IV wird noch dasselbe sein. Die schaffen das. Wetten?

      • Ich wette, dass bis zum 31.12.2020 mindestens 2 Minister ausgetauscht wurden. (Einsatz: z.B. 6 Flaschen Primitivo die Manduria) . Biete eine weitere Wette an: Laschet wird weder CDU Vorsitzender, noch Kanzlerkandidat. (hier setze ich 12 Flaschen gegen 6). Dritte Wette: Söder wird Kanzlerkandidat (den Einsatz können Sie gerne vorschlagen).

      • @Sonnenblume

        zu 1.)
        Zwei Ministerle (welche wären das Ihrer Meinung nach?) sind mir zu wenig.
        Ich will Köpfe rollen sehen! 😉

        zu 2. und 3.)
        Auf Laschet würde ich keine 5ct wetten und dass ein Bayer Kanzlerkandidat wird glaube ich zwar nicht, aber zur Zeit sehe ich da außer der Amtsinhaberin keine „Alternativen“ in der Union. Sie wird sich sicher noch einmal „zur Verfügung stellen“ in diesen harten Zeiten … Angie lässt uns nicht im Stich.

        Da mir ein Kanzler Markus Söder diesen Einsatz wert wäre, halte ich mit drei Flaschen Amarone dagegen. Alles klar oder war das jetzt zu konfus?

  7. Massentierhaltung mit dem Einsatz von Antibiothika ist verantwortlich für die resistenten Keime und Tierseuchen. Die resistenten Menschen können nicht mehr geheilt werden.
    Die wahren Auslöser der Corona Epidemi sind bislang noch nicht bekannt, Massentierhaltung wird ausgeschlossen. Jetzt steht erstmal Fledermausfleisch im Verdacht, die nicht zur Massentierhaltung gehören.

  8. Hier mal die Bedingungen für die Soforthilfe in Hamburg.

    Wer den Antrag ausfüllt mit diesen Bedingungen kann eigentlich direkt nach Geldeingang Insolvenz anmelden. Sicher ist sicher.

    7. Wirtschaftliche Verhältnisse (bitte jeweils ankreuzen):
    Ich versichere, dass meine wirtschaftliche Tätigkeit seit dem 11. März 2020 durch die Corona-Krise wesentlich beeinträchtigt ist, da (bitte zutreffendes Feld ankreuzen)

    mehr als die Hälfte der Aufträge aus der Zeit vor dem 11. März 2020 durch die Krise weggefallen sind, oder

    ein Umsatz- bzw. Honorarrückgang im laufenden und/oder zurückliegenden Monat von mindestens 50 Prozent verglichen mit dem Umsatz der gleichen Monate im Vorjahr (bei Neugründungen im Vergleich zu den Vormonat) vorliegt, oder

    die Umsatzerzielungsmöglichkeiten durch die Corona-Allgemeinverfügungen massiv eingeschränkt wurden.

    Ich versichere, dass die vorhandenen liquiden Mittel nicht ausreichen, um die kurzfristigen Verbindlichkeiten aus dem fortlaufenden betrieblichen Sach-, Personal- und Finanzaufwand des Unternehmens zu zahlen (Liquiditätsengpass).

    Ich bestätige, dass zum 31.12.2019 keine fälligen Steuerschulden vorhanden waren.

    Ich bestätige, dass es zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine laufenden gerichtlichen Mahnverfahren gegen mich bzw. mein Unternehmen gibt.

    Ich bestätige, dass keine Verpflichtung zur Abgabe der Vermögensauskunft nach § 802c der Zivilprozessordnung oder § 284 der Abgabenordnung besteht oder diese (früher sog. „eidesstattliche Versicherung“) abgenommen worden ist.

    Ich bestätige, dass ich bzw. mein Unternehmen sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt in keinem Unternehmensinsolvenz- oder Privatinsolvenzverfahren befindet.

    Für Solo-Selbständige: Ich versichere, dass ich Solo-Selbständig bin und dies im Haupterwerb betreibe.

    Für Selbständige: Ich versichere, dass ich in der Zeit vom 10.12.2019 bis einschließlich 10.03.2020 keine Leistungen nach dem ALG II bezogen habe.
    8. Sonstige Erklärungen des Antragstellers (bitte jeweils ankreuzen):
    Die Zuschüsse werden zur Überwindung der existenzbedrohlichen Wirtschaftslage bzw. des Liquiditätsengpasses gewährt, die bzw. der durch die Corona-Krise nach dem 11. März 2020 entstanden sind.

    Ich bestätige, dass ich bzw. mein Unternehmen die unter 1.1 genannten Voraussetzungen erfülle.

    Ich versichere, dass für mich oder mein Unternehmen bisher weder in diesem oder in einem anderen Bundesland ein entsprechender Antrag gestellt wurde.

    Ich nehme davon Kenntnis, dass kein Rechtsanspruch auf die Gewährung der Soforthilfe besteht.

    Ich bestätige, dass ich der IFB Hamburg auf Verlangen die zur Aufklärung des Sachverhalts und Bearbeitung meines Antrags erforderlichen Unterlagen und Informationen unverzüglich zur Verfügung stelle.

    Ich erkläre, dass ich alle Angaben nach bestem Wissen und Gewissen und wahrheitsgetreu gemacht habe. Änderungen oder Ergänzungen zu sämtlichen in diesem Antrag enthaltenen Angaben sind der IFB Hamburg mitzuteilen. Mir ist bekannt, dass eine Beantragung unter Angabe falscher Tatsachen Betrug ist. Der Betrugstatbestand sieht eine Geldstrafe oder Freiheitsstrafe bis zu 5 Jahren vor. Mir ist auch bekannt, dass vorsätzlich oder leichtfertig falsche oder unvollständige Angaben sowie das vorsätzliche oder leichtfertige Unterlassen einer Mitteilung über Änderungen in diesen Angaben die Strafverfolgung wegen Subventionsbetrug (§ 264 StGB) zur Folge haben können. Folgende Angaben im Antrag sind subventionserhebliche Tatsachen: 1.2/2/3/4/5/7/8.1/8.2/8.8 Ich nehme zur Kenntnis, dass die IFB Hamburg jeden solchen Fall anzeigen wird und dass der Zuschuss dann zurückzuzahlen ist.

    [Vier Absätze mit 279 von 774 Wörtern gelöscht, AD.]

    Mir ist bekannt, dass die Soforthilfe einen steuerbaren Zuschuss darstellt und nach den allgemeinen steuerrechtlichen Regelungen im Rahmen der Gewinnermittlung zu berücksichtigen ist.

    • @PAvdM

      Gehen Sie ins Gefängnis. Begeben Sie sich direkt dort hin. Gehen Sie nicht über Los. Ziehen Sie nicht die Corona-Soforthilfe ein.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.