Einbürgerung in die USA

Gestern wurde mein Bruder Bürger der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Staatsbürgerschaft bekommt man in den USA nicht hinterhergeworfen, doch mein Bruder lebt und arbeitet schon seit den 1990er Jahren dort und ist mit einer Amerikanerin verheiratet. Tatsächlich schwieriger war es deshalb, die deutsche Staatsbürgerschaft zu behalten. Die USA haben kein Problem mit doppelter Staatsbürgerschaft, doch Deutschland macht sie Deutschen im Ausland schwerer als (vorherigen) Ausländern in Deutschland.

Ich war stets dagegen, die doppelte und mehrfache Staatsbürgerschaft zum Regelfall zu machen, aber auch gegen ein generelles Verbot. Es kann durchaus Gründe dafür geben wie bei meinem Bruder, der Deutschland noch verbunden ist, nun aber auch mit sensiblen US-Daten arbeiten darf. Es muss dabei auch keine Loyalitätskonflikte geben, zwischen befreundeten Staaten wie Deutschland und den USA ohnehin nicht, doch auch nicht bei angespannten Verhältnisse, solange keine Seite unbillige Forderungen stellt wie z. B. das Spionieren im anderen Land. Das sollte man dort aber ohnehin unabhängig von der Staatsbürgerschaft besser unterlassen.

17 Gedanken zu „Einbürgerung in die USA

  1. Glückwunsch an ihren Bruder!
    Eine sehr gute Entscheidung.

    Ganz im Gegensatz zu sämtlichen Konservativen, bin ich für eine doppelte Staatsbürgerschaft. Die meisten Staaten dieser Erde haben im Gegensatz zu Deutschland kein Problem damit. Man könnte im Betrugs- oder Verbrechensfall jemand mit doppelter Staatsbürgerschaft den deutschen Pass wieder entziehen und er würde damit nicht staatenlos.

  2. Herzlichen Glückwunsch.

    Die Staatsbürgerschaft bekommt man in die VSA aber leider häufig hinterhergeworfen.

    Es reicht, schwanger aus jedem Land der Erde mit Touristenvisa einzureisen, und auf VS-amerikanischen Boden zu gebären. Oder illegal über die Grenze einzuwandern und dann zu gebären. In beiden Fällen bekommen die Kinder automatisch die VS-Staatsbürgerschaft verliehen und die Eltern einen nicht rechtlich, aber faktisch höhreren Ausweisungsschutz.

    Oder über die Diversity Visa Lottery (Hauptqualifikation: keine weiße Hautfarbe haben) die ständige Aufenthaltserlaubnis zu erhalten, die den Pfad für den VS-Paß ebnet.

    Das amerikanische Einbürgerungssystem ist wirklich ein Witz sondergleichen. Ihr Bruder hat sich hart erarbeitet, was sich Millionen andere leicht erschleichen konnten.

    Und jetzt haben alle demokratischen Präsidentschaftsbewerber erklärt, die geschätzten 11-22 Mio. illegalen Einwanderer, die sich im Land aufhalten, im Falle eines Wahlsiegs auch einzubürgern, und damit den massenhaften Rechtsbruch rückwirkend zu legalisieren.

    So crazy geht keiner anderer Staat der Erde mit seiner Staatsangehörigkeit um. Sorry.

  3. Glückwunsch an Ihren Bruder und mit ihm für die gesamte Familie. Bürger der USA, das ist echtes Privileg.

    Bereits als Kind in Berlin ( West ) war es mein – auch der meisten Klassenmitschüler – Traum in USA leben zu können. Blieb leider nur ein Traum.

    US Amerikaner waren in Berlin für uns in der harten Nachkriegszeit Männer wie aus einer anderen, fernen schönen Welt, Filmstars gleich. In den schicken Uniformen, ihren lässigen Bewegungen und immer mit Kaugummi, so ganz anders als steife Deutsche einschl. Eltern, besonders Lehrer.

    In den letzten Jahren waren wir – endlich Traumerfüllung – mehrfach in Alabama, Florida bei Freunden und Verwandten, Cousinen, Cousins. Leider immer long way über Atlanta von Düsseldorf aus.

    Auch wenn unser persönlicher Blick / Eindruck in USA nicht ganz objektiv und vollständig ist weil es unsereren besuchenden Ameriakaner sehr gut geht mit entsprechender Behausung.

    Aber große Freundlichkeit, Höflichkeit, Hilfsbereitschaft der Amis sowohl zu uns Germans als auch mit- und untereinander immer wieder Genuss und faszinierend und gleich welcher Herkunft, Stellung.

    Ihrem Bruder wünschen wir als frischgebackener US Bürger – mit Familie – alles Gute !

    • Ich vermute, dass das allgemeine Bild über die USA in Deutschland in der Nachkriegszeit besser war als heute. Mir ist niemand persönlich bekannt, der ein instrinsisches Interesse daran hätte, in die USA auszuwandern. Ich kenne Personen, die für einige Jahre in die USA gegangen sind, um dort zu arbeiten, die dann aber zurück nach Deutschland gegangen sind. Wenn man aktuell ökonomisch leistungsfähig ist und sich viel zutraut, sind die USA sicher sehr attraktiv; wenn man aber irgendwann ökonomisch vielleicht weniger konkurrenzfähig wird, könnten die geringere Arbeitsplatzsicherheit und alles, was damit zusammenhängt, abschreckend wirken.

      • Für Nachwuchswissenschaftler sind die USA sehr interessant. Wenn ich kein Lebenszeitbeamter wäre, würde ich auch stärker über eine Auswanderung nachdenken, insbesondere da es in Deutschland immer ungemütlicher zu werden droht. Die USA sind für Familien mit Kindern oft günstiger. Fürs Alter muss man allerdings selbst vorsorgen mit individuellen Risiken, wobei hierzulande das Systemrisiko größer ist.

      • Die Pension würden Sie doch auch in die USA ausgezahlt bekommen?

      • Sie könnten sich aber eventuell beurlauben lassen bis zum Beginn der Pensionszeit. Suchen Sie sich eine oder mehrere Universitäten in den USA, die Ihnen Stellen als Gastdozent geben und behalten Sie die deutsche Staatsbürgerschaft, dann sollte es kein Problem mit der Pension geben.

      • Wenn es um Kinder geht, sollte man bedenken, dass es in den USA generell ein gewisses Risiko gibt, dass Schüler an Schulen von Psychopathen abgeknallt werden. In Deutschland darf man sich in den Schulen halt nicht negativ zu Multi Kulti äußern, aber das scheint (noch) das kleinere Übel zu sein.

      • Auch in Deutschland gibt es inzwischen Amokläufe, selbst an Schulen, während in beiden Ländern Verkehrsunfälle das größte Risiko in der Altersgruppe darstellen.

  4. Wer ans Auswandern denkt, dem empfehle ich Lateinamerika. Dort existiert eine äußerst positive Sicht auf Deutsche. Man schätzt sie wegen Bildung, Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit.

    Selbst unter linken Regierungen wird dort ein konservatives Familienbild, Nationalstolz und Strebsamkeit gepflegt. Lateinamerika hat großes wirtschaftliches Potential. Aber ohne Spanisch (in Brasilien Neuportugiesisch) hat man keine Chance.

    • Welches Land würden Sie empfehlen? Venezuela war einmal das reichste Land dort, bis es von Linken heruntergewirtschaftet wurde. In Argentinien ist das über einen längeren Zeitraum auch passiert und der Wohlstand in Deutschland ist keineswegs für die Ewigkeit garantiert.

      • Ich lebe als Klimaflüchtling über den Winter in der Dominikanischen Republik, wo ich eine legale Aufenthaltsgenehmigung habe, die gar nicht so einfach zu bekommen war. Nur über den Sommer komme ich zum Arbeiten nach Deutschland.

        Aber auch Panamá, Costa Rica, Kolumbien, Ecuador, Perú, Brasilien, Chile sind stabile Staaten. Selbst Uruguay, Paraguay, Bolivien und auch Argentinien bieten viele Chancen.

      • Ich denke auch, dass Südamerika derzeit der Kontinent mit den besten Zukunftsperspektiven ist. Ohne gutes Spanisch oder Portugiesisch läuft aber nichts. Wobei gerade Spanisch (komplexe Grammatik) für uns Deutsche gar nicht so schwer zu lernen ist, vor allem wenn Sie in der Schule längere Zeit Latein oder Französisch hatten.

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