Wahl-O-Mat Hamburg 2020

Beim Wahl-O-Mat zur Bürgerschaftswahl in Hamburg in acht Tagen habe ich die folgende Übereinstimmung mit den 15 antretenden Parteien erzielt (wie üblich ohne Gewichtung):

AfD 80,3 %
FDP 71,1 %
TIERSCHUTZ hier! Hamburg 61,8 %
CDU 59,2 %
Freie Wähler 56,6 %
Die Humanisten 53,9 %
Gesundheitsforschung 50 %
SPD 42,1 %
ÖDP 40,8 %
Volt Hamburg 36,8 %
Die PARTEI 31,6 %
Grüne 25 %
Die Linke 25 %
Piraten 22,4 %
Tierschutzpartei 19,7 %

Meine inhaltliche Überstimmug mit AfD und FDP ist noch höher als beim ‚Wahl-O-Mat Hamburg‘ 2015 und mit den übrigen Parteien geringer. Da ich die AfD aus bekannten und offensichtlichen Gründen nicht mehr für wählbar halte, empfehle ich wieder die Wahl der FDP, die um den Wiedereinzug in die Bürgeschaft zittern muss, auf den es wegen rot-grüner Dominanz allerdings ohnehin höchstens symbolisch ankommt.

49 Gedanken zu „Wahl-O-Mat Hamburg 2020

  1. Insbesondere die Hamburger FDP wäre für mich nach den Ereignissen von Erfurt vollkommen unwählbar, wenn man bedenkt, wie scharf sie sich von Herrn Kemmerich distanziert hat. Wenn ich linksliberale Politik für Besserverdiener will, kann ich de facto auch die Grünen wählen und weiß im Vorfeld, was ich bekomme.

    • Man kann das auch umgekehrt sehen. Die Ereignisse in Thüringen haben der FDP in Hamburg enorm geschadet und kosten sie vielleicht den Wiedereinzug in die Bürgerschaft. Die Abgrenzung war ein Versuch der Schadensbegrenzung. Das kostet auch Stimmen, aber in Hamburg vermutlich weniger als die Alternative.

      • Kemmerich hätte in Thüringen durchhalten müssen. Er war demokratisch gewählt! Bestimmen in Deutschland Volksvertreter oder SS-ähnliche Antifa-Horden? Ist es „Schadensbegrenzung“ sich der Gewalt dieser linksextremistischen Terrorzellen zu beugen?

        Wenn man für gar nichts steht, wird man nicht gebraucht. Tschüs FDP…!

      • Wenn die Wahl in Erfurt als solches der FDP in Hamburg tatsächlich geschadet hat, zeigt dies doch, wie problematisch bzw. linksorientiert die FDP in Hamburg ist.

      • Das sagt doch höchstens etwas über die Wählerschaft aus, wobei die FDP in Umfragen bundesweit stark verloren hat und doch eigentlich niemand den Schlingerkurs gut finden kann.

      • Genau, aber wenn die Wählerschaft weitgehend linksliberal ist, ist es unplausibel, dass die Partei anders tickt.

        Der Schlingerkurs vor allem von Christian Lindner, der übrigens auch schon bei den Jamaika-Verhandlungen sichtbar war.

      • Ich verstehe die Argumentation nicht. Es gibt einfach nicht genug Liberale in Deutschland. Wenn die FDP eine Hälfte ihrer Wähler oder gar beide verprellt, scheitert sie an der 5 Prozent-Hürde. Deshalb hätte Herr Lindner Herrn Kemmerich gar nicht in diese Wahl schicken dürfen. Nachdem er es trotzdem getan hatte, hätte er ihn dann weiter unterstützen müssen, statt ihm in den Rücken zu fallen. Trotzdem ist die FDP in Hamburg das kleinste Übel. Bürgerliche Wähler könnten höchstens zu Hause bleiben und auf bessere Zeiten hoffen.

      • Die Argumentation ist, dass eine Partei nicht (mehr) bürgerlich ist, wenn sie die Wahl eines bürgerlichen Ministerpräsidenten im Nachhinein torpediert. Die FDP in Hamburg ist keineswegs das kleinste Übel, sondern ein gewaltiger Teil des Problems, da sie Antifa-Argumentationen in bürgerlichen Kreisen salonfähig macht.

      • Der Knackpunkt ist der exzessive Antifaschismus. Wenn man alles, was damit zusammenhängt, beiseite legt, gibt es viele bürgerliche Parteien, etwa die Grünen. Aber offensichtlich gehört für viele Deutsche heutzutage eine gewisse Nähe zu Antifa-Positionen zur Bürgerlichkeit dazu. Das führt dann dazu, dass man gerne einen gewissen Totalitarismus aufweist, was für mich wiederum nicht mehr bürgerlich ist.

      • Der angebliche Antifaschismus der Grünen ist weder ihr einziges noch größtes Problem. Vor den Grünen war es bundesrepublikanischer Konsens, Rechts- und Linksextremisten gleichermaßen abzulehnen. Daran halte ich fest, was von links und rechts kritisiert wird, weil jeder nur die jeweils andere Seite ausgrenzen will.

      • Die Distanzierung der FDP von der Personalie Kemmerich führt halt nun dazu, dass wieder Linksextremisten in direkte Regierungsverantwortung kommen.

      • Herr Ramelow ist vermutlich kein Linksextremist, aber extrem unsympathisch (so hat er sich am Mittwoch bei Maischberger präsentiert) und mit alten SED-Kadern als Minister.

      • „Herr Ramelow ist vermutlich kein Linksextremist,…“

        Die r2g Regierung von Ramelow, sowie die Fraktionsreihen sind voller alter SED-Kader, IMs sowie Antifa-Fans. Diese wollen die ach so bürgerlichen FDP- und CDU-Spitzen nun eventuell dulden.

        Ein paar Kostproben von Ramelow:

        https://jungefreiheit.de/debatte/kommentar/2020/attila-gefaellt-das/

        „Bereits im November 2011 twitterte der Mann, den uns die politisch-mediale Einheitsfront als letzte Hoffnung gegen den Extremismus verkaufen will:

        „1.Advent beginnt mit Blockaden Advent, Advent der Castor brennt!

        Erst eins, dann zwei

        dann kesselt Pozelei #fb #Castor“ “

        „Im Jahr 2013 verfaßte der „demokratische Sozialist“ und Liebling des linksliberalen Establishments dann seinen inzwischen schon berühmt und berüchtigten Tweet „Mit Genossen Stalin in Uljanowsk“.“

        Ramelow zu dem Unrechtsstaat DDR

        „Sag endlich Unrechtsstaat“ , sag es endlich „Unrechtsstaat“, warum sagst Du es nicht endlich?
        Einfach nur das Wort „Unrechtsstaat“ sagen und dann wird alles gut…
        UNRECHTSSTAAT UNRECHTSSTAAT UNRECHTSSTAAT
        UNRECHTSSTAAT
        UNRECHTSSTAAT

        Ramelow rangelt sich mit derr Polizei am Rande einer Demo

        https://www.tag24.de/nachrichten/ramelow-3024

        Ramelow wurde längere Zeit durch den VS überwacht. Wenn Sie diesen als fehler- und instrunemtalisierungsfrei ansehen, müsste sich dies ja ausch auf den Extremismus auswirken.

        Ramelow 2015 in Saalfeld Thüringen bei der Begrüßung der ersten „Flüchtlinge“ in Deutschland: Inshallah, das ist der schönste Tag in meinem Leben.

        Übrigens: Sein Staatssekretär Hoff, der Mann für die ideologische Richtung, sagte vor zwei Jahren im Landtag zu der AfD er sehe es als Anerkennung Linksextremist genannt zu werden.

      • Halten Sie ernsthaft Herrn Ramelow, der aus Niedersachsen stammt und über seine Gewerkschaftstätigkeit zur PDS kam (öffentliche Unterstützung seit 1994, Beitritt 1999), für einen Linksextremisten, aber Herrn Höcke nicht für einen Rechtsextremisten? Das würde bestätigen, dass jede Seite jeweils nur die andere als extremistisch ansieht.

  2. Die AfD erzielt bei Ihnen im Wahlomat regelmäßig die höchsten Werten, gleichwohl halten Sie sie für unwählbar.
    Sie kritisieren die Lindner-FDP – zu recht – für ihren Opportunismus in Thüringen, dennoch empfehlen Sie sie hier zur Wahl.
    Es ist diese politische Schizophrenie, die auch bei Konservativen ständig zu beobachten ist, die mich daran zweifeln läßt, ob das bürgerliche Lager überhaupt noch politisch zurechnungsfähig ist.

    Der Liberalkonservatismus herkömmlicher Prägung hinterläßt einen immer verwirrteren Eindruck und hat dem geschlossenen Weltbild und entschlossenem Auftreten der Linken nichts Gleichwertiges entgegenzusetzen hat. Thüringen ist dafür ja das beste Beispiel. Und es werden weitere Einbrüche folgen, die die inhaltliche Schwäche und politische Ohnmacht dieses Lagers gnadenlos offenbaren werden.

    Populismus und Globalismus sind dynamischer und selbstsicherer und werden wohl schon alleine deshalb den Kampf zukünftig unter sich ausmachen. Vielleicht ist die Welt auch einfach zu schnell und komplex geworden für die alte bundesrepublikanische Mitte.

    • Herr Höcke ist rechtsextrem und die AfD bekommt keine Abgrenzung hin, sondern findet ihn immer besser. Da spielt es doch keine Rolle, was im Programm steht oder unverbindlich für den Wahl-O-Mat geantwortet wird. Kein Liberaler hätte doch Adolf Hitler gewählt, nur weil z. B. der Autobahnbau auch ohne militärische Hintergedanken ganz gut war.

      Das bürgerliche Lager hat in Deutschland das Problem, dass Frau Merkel die CDU aus ihm herausgeführt hat, ohne dass es adäquaten Ersatz gibt oder auch nur die meisten CDU-Wähler das bis heute richtig bemerkt hätten. Herr Lindner ist ebenfalls eine Zumutung für alle Liberalen, aber letztlich selbst nur ein Produkt dieser Umstände. Schließlich ist es ein Wesensmerkmal von Liberalen und Konservativen, kein geschlossenes Weltbild zu haben.

      • Wo ist Höcke rechtsextrem? Der Hitlervergleich deutet schon an, daß Sie es nicht wissen.

      • Das ist hier ausführlich diskutiert worden, aber Sie wollen Ihre eigene dunkle Seite nicht sehen. Im Übrigen habe ich Herrn Höcke nicht mit Adolf Hitler verglichen, dafür ist er dann doch nicht bedeutend genug. Er sieht in ihm aber vermutlich ein Vorbild und findet ihn explizit gar nicht so böse.

      • Wer sämtliche Leute, die nicht dem linksgrünen Denkmuster folgen, als „Nazis“ bezeichnet, verharmlost, bewusst oder unbewusst, die schrecklichen Verbrechen der National-Sozialisten!

      • Der Vorwurf geht jetzt wirklich an die falsche Adresse. Ich bezeichne nicht einmal Herrn Höcke als Nazi, sondern als rechtsextrem, weil er das ist. Man sollte weder die echten Nazis noch Herrn Höcke oder die SED verharmlosen, ohne sie gleichzusetzen.

      • Falls Sie auf Höckes Forderung anspielen, daß Millionen von illegalen Migranten das Land wieder verlassen müssen, das ist das, was im Art. 16a Absatz 2 Grundgesetz steht (https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_16a.html).

        Und falls es um seine Meinung geht, daß wir eine erinnerungspolitische Wende brauchen, weil die Erinnerung an den Holocaust und die nationalsozialistische Ära für profane parteipolitische Zwecke mißbraucht wird, das hat sich ja aktuell in Thüringen auf das Offensichtlichste bestätigt, wo die Massenmedien und verbrauchte Parteien wild mit der Nazikeule herumhauen („Endstation Buchenwald“).

      • Eurokanadier hat schon prinzipiell recht. Es ist doch bemerkenswert, wie ein eigentlich differenziert und sachlich denkender Mann wie Sie so schnell mit dem medial aktuell besonders stark beeinflussten Nazi-Vergleich daher kommt. Auch wenn ich sicherlich nicht zu dieser fast schon neurotisch veranlagten Fraktion gehöre, die mit dieser ewigen Thematik ihr aktuelles politisches Kleingeld herausschlagen möchte; mich wundert jedenfalls immer, wie schnell die ewigen NS-Vergleiche daher kommen. Mir ist auch nicht ganz klar, ob sich das diejenigen überhaupt so bewusst sind. Damit werden tatsächlich die historischen Verbrechen des NS-Regimes grotesk verharmlost und auf ein paar mehrdeutige Sprüche reduziert.

        Höcke mag man vielleicht noch als rechtsradikal bezeichnen, obwohl er sich bereits seit 2 Jahren immer gemäßigter und realpolitischer/ kompromissbereiter gibt, (hier ein 2 Tage altes Video vom Deutschlandkurier zu den aktuellen Ereignissen in Thüringen wo er sich sehr kompromissbereit gibt)

        [Link auf Propagandavideo gelöscht, AD]

        aber extremistisch ist doch wohl am ehesten noch die Merkel-Bundesregierung und besonders Merkel in Persona, die Wahlen korriegeiren möchte und mittelbar für zig Vergewaltigungen, sowie Morde und Totschlage verantwortlich ist.

        Der VS ist nicht neutral und unabhängig, da er a) durch Personen mit Parteibuch besetzt wird (in der Regel SPD, oder CDU), er b) finanziell und strukturell von Innenministern, Parteien und ganzen Regierungen abhängig beschäftigt ist und jederzeit rausgeschmissen werden kann (Maaßen) und c) vieles sich hinsichtlich des „Extremismusverdachts“ in einem Graubereich befindet, der abhängig von der jeweiligen Deutungshoheit der jeweiligen Zeit ist ( in den 50ern war die Extremismusdefinition noch wesentlich sachlicher und übersichtlicher).

        Auch ist es falsch, dass die AfD ihn „immer besser“ findet. Er ist wie bereits vor vielen Jahren Landes- und Fraktionsvorsitzender in Thüringen. Ein eher kleinerer Landesverband, der durch seine guten Ergebnisse bei den LTW und der dadurch größeren Fraktionsstärke zwar etwas relevanter als seine eigentliche Größe ist, aber dennoch nicht das Zentrum oder den Motor der Partei darstellt.
        Die AfD (inkl. ihrer „rechten“ Protagonisten) ist in den letzten 18 Monaten immer moderater und „realpolitischer“ geworden. Selbst Höcke hat wie im Video geschildert ein Stück weit von der Fundamentalopposition losgelassen. Ich denke, dass sich dieser Prozess mit den weiteren Erfolgen und Erfahrungen noch weiter verstärkt. Die AfD geht im Prinzip ähnlich den Weg vieler europaweiter erfolgreicher Rechtsparteien, die in den letzten Jahren immer dominanter und releavanter wurden (z.B. SD Schwedendemokraten, FN -Frankreich, FPÖ Österreich, etc.).

        Dies wird sogar auch durch Spenden honoriert

        https://www.mdr.de/thueringen/spende-afd-thueringen-krawinkel-berlin-100.html

        https://www.tagesschau.de/investigativ/ndr-wdr/afd-millionen-erbe-101.html

      • Was soll denn jetzt diese Ablenkungsdiskussion einschließlich Reinwaschen von Herrn Höcke? Gegen ihn gibt es kein Ausschlussverfahren mehr in der AfD, da er inzwischen unwidersprochen „die Mitte der Partei“ repräsentiert. Damit ist die AfD zur NPD 2.0 geworden. Das rechtfertigt natürlich keine Gewalt gegen ihre Sachen oder gar Personen. Ebenso ist die Hysterie in Thüringen verfehlt, da eben nicht Volksgenosse Höcke gewählt wurde und auch nicht Genosse Ramelow.

      • Ich war nie ein Fan von Höcke und ich werde auch keiner. Aber ein Rechtsextremist ist er garantiert NICHT! Ich habe mir mal eine komplette Rede von Ihn angehört:
        [Link auf Höcke-Video gelöscht, AD]

      • Bitte keine Höcke-Videos in meinem Blog verlinken, denn natürlich ist Herr Höcke rechtsextrem und hat sich immer wieder so geäußert. Dem hat er auch nicht abgeschworen, selbst wenn er sich jetzt häufig gemäßigter gibt.

      • Ich habe mit der Höcke-Thematik nicht angefangen, denn Sie bringen ihn seit einiger Zeit bei nahezu jeder Gelegenheit im Kontextthema AfD ins Spiel. Interessanterweise hatten Sie noch kurz vor Ihrem „Eintritt“ in die Familienpartei ( war dies Ende 2017/ Anfang 2018?) die Wichtigkeit und innerparteiliche Relevanz Höckes sachlich als eher gering eingeschätzt. Wenn ich mich an die damaligen Blogbeiträge erinnere, hatten Sie das Duo P&P als wesentlich problematischer angesehen.

        Zu diesem Zeitpunkt waren die leidigen Kemper-Beiträge bereits schon lange bekannt und auch die so stark skandalisierte Rede Häckes in Dresden im Januar 2017 war bereits Geschichte. Seither hat sich Höcke, wie auch die gesamte AfD, kontinuierlich gemäßigt, besonders in den letzten 12 Monaten. Da jedoch das verzweifelte um seine Pöstchen und Mandate bangende Altparteienkartell unbedingt für seine weitere rechtswidrige VS-Instrumentalisierung eine angebliche „Radikalisierung“ braucht (was hat sich denn bei der AfD in den letzten 18 Monaten radikalisiert, außer ihre Wahlergebnisse), hat man nun kontinuierlich auch aus Angst vor der sinkenden Deutungshoheit eine Eskalation der Hysterie und des Nazi-Fiebers in Gang gesetzt. Und da Sie sich von der Medienmacht beeindrucken lassen, haben Sie sich ebenfalls entgegen Ihrer ursprünglichen Sachlichkeit anstecken lassen.

        Mit einem „Reinwaschen“ hat das auch nichts zu tun. Meine frühere hier geäußerte sachliche Kritik hatte ihren Grund. Das Ausschlussverfahren ist nun wirklich bereits seit ca. 2 Jahren kein Thema mehr, also dies ist ein eher alter Hut.

        Das mit der „NPD 2.0“, wovon auch der maximal opportunistische Grünen- & Islamfreund Söder ständig redet, ist doch völlig lächerlich.

        Glauben Sie ernsthaft 15% im Bund und 25% der Menschen in Ostdeutschland wären eigentlich NPD-Fans. Die Original-NPD hatte nur einen kleinen Bruchteil der jetzigen AfD-Wähler. Vor 2013 lag die NPD bundesweit bei ca. 1 oder 1,5%. Und Sie wollen mir doch auch nicht erzählen, die Menschen, die die AfD wählten, wären nur nicht informiert und wüssten nicht wen sie wählten. Alles bei der AfD ist öffentlich zugänglich. Keine größere Partei der Geschichte ist bereits seit ihrer Gründung im Internet und in den Sozialen Netzwerken (Facebook, Youtube) so gut dokumentiert. Landauf landab gibt es unzählige Bürgergespräche und Positionierungen zu kritischen Themen.

      • Was sind denn das für wirre Thesen? In meinem Blogbeitrag geht es überhaupt nicht um Herrn Höcke. Er wurde in der Diskussion von mir nur angeführt, weil Sie und andere so tun, als sei die AfD eine völlig normale und bürgerliche Partei. Das Pleitepärchen war bis zur Bundestagswahl in der AfD wichtiger und fiel vor allem dadurch auf, dass es Herrn Höcke erst groß machte und dann so tat, ihn bekämpfen zu wollen oder gar seinetwegen die Mandate mitzunehmen. Das ist jetzt auch über zwei Jahre her und tatsächlich nicht mehr aktuell, Herr Höcke aber sehr wohl, der sich doch nur rein taktisch etwas zurückhält, aber keine einzige seiner skandalösen Äußerungen zurückgenommen hat. Er wird jetzt von Herrn Gauland unwidersprochen als „Mitte der Partei“ bezeichnet und an ein Ausschlussverfahren ist gar nicht mehr zu denken. Damit muss sich die AfD ihn vollständig zurechnen lassen, zumal es noch viele vergleichbare Funktionäre gibt, die nur nicht so berühmt sind. Die Zahl der Wähler sagt schließlich nichts über die Radikalität einer Partei aus. Die Linke bekommt in Thüringen noch mehr Stimmen als die AfD und beide zusammen haben die absolute Mehrheit, was diese Parteien nicht unproblematisch, sondern noch problematischer macht als ohnehin schon.

      • Zum Thema Zurücknehmen von Aussagen: Hat BH nicht mehrmals seine Aussagen in der Dresdner Rede präzisiert bzw. sich dafür entschuldigt?

        Ich finde übrigens, dass er manchmal eher wie ein naiver Schuljunge auftritt. Manchmal mimt er dann allerdings auch den großen Führer. Vielleicht ist er ein wenig orientierungslos.

      • Meines Erachtens hat er die Rede auf Facebook auch inhaltlich klargestellt. So etwas würde ich bei NPD-Leuten nicht erwarten.

        „Ich bin erstaunt über die Berichterstattung zu meiner Rede vom 17. Januar in Dresden. Angeblich soll ich dort das Holocaust-Gedenken der Deutschen kritisiert haben. Diese Auslegung ist eine bösartige und bewusst verleumdende Interpretation dessen, was ich tatsächlich gesagt habe. Wörtlich habe ich gesagt: ,Wir Deutschen sind das einzige Volk, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.‘

        Das heißt, ich habe den Holocaust, also den von Deutschen verübten Völkermord an den Juden, als Schande für unser Volk bezeichnet. Und ich habe gesagt, dass wir Deutsche diesem auch heute noch unfassbaren Verbrechen, also dieser Schuld und der damit verbundenen Schande mitten in Berlin, ein Denkmal gesetzt haben.“

      • Das ist doch verlogene Umdichtung. Herr Höcke hat das Holocaust-Mahnmal kritisiert und wollte es lächerlich machen, wie man es eben von einem NPD-Ideologen erwartet:

        Bis jetzt ist unsere Geistesverfassung, unser Gemütszustand immer noch der eines total besiegten Volkes.
        Wir Deutschen – und ich rede jetzt nicht von euch Patrioten, die sich hier heute versammelt haben – wir Deutschen, also unser Volk, sind das einzige Volk der Welt, das sich ein Denkmal der Schande in das Herz seiner Hauptstadt gepflanzt hat.
        Und anstatt die nachwachsende Generation mit den großen Wohltätern, den bekannten weltbewegenden Philosophen, den Musikern, den genialen Entdeckern und Erfindern in Berührung zu bringen, von denen wir ja so viele haben […], vielleicht mehr als jedes andere Volk auf dieser Welt, liebe Freunde! Und anstatt unsere Schüler in den Schulen mit dieser Geschichte in Berührung zu bringen, wird die Geschichte, die deutsche Geschichte, mies und lächerlich gemacht. So kann es und darf es nicht weitergehen! […]
        Und diese dämliche Bewältigungspolitik, die lähmt uns heute noch viel mehr als zu Franz Josef Strauß’ Zeiten. Wir brauchen nichts anderes als erinnerungspolitische Wende um 180 Grad!

      • Sehr wahrscheinlich hat sich Herr Höcke trotz inzwischen moderateren Auftretens in seinen Grundüberzeugungen nicht besonders geändert, genauso wenig, wie Meuthen, Weidel, von Storch ihre marktliberale Einstellung über Bord geworfen haben.

      • Frau Weidel ist aus Opportunismus zu Herrn Höcke übergelaufen und würde deshalb im Zweifel auch seine national-soziale Agenda vertreten (müssen).

  3. Da bin ich ja mal gespannt, um welche fundierten „bekannten und offensichtlichen Gründe(n)“ es sich hier nun konkret handelt? Die AfD Hamburg ist jedenfalls gerade in ihrem öffentlichen Erscheinungsbild linker und biederer, als die CDU Hessen der 90er Jahre. Solche Kampagnen, wie sie die CDU Hessen damals gemacht hat, habe ich nun von der AfD im allgemeinen und der AfD Hamburg im speziellen noch nicht gehört.

    Interessant auch, dass Sie die FDP noch vor wenigen Tagen hinsichtlich dieses grotesken Hin und Her gegen ihren eigenen Kandidaten und der unverhohlenen Unterstützung des Salon-Kommunisten und DDR- sowie Stalin-Verharmlosers Ramelow für nun unwählbar hielten.

    Siehe:

    „Im Übrigen knickt die FDP sofort wieder ein und macht sich damit unwählbar, was bei guter Regierungsarbeit nicht passiert wäre.“

    Erstaunlich, wie viel Sie der FDP zugestehen. Bei der Analyse der Missstände sind Sie jedenfalls schon deutlich weiter und emanzipierter, als bei der „magnethaften“ Treue hinsichtlich der Wählbarkeit der Altparteien trotz der maximalen Schlechtleistung in den letzten Jahren.

    • Das Zitat bezog sich auf die FDP in Thüringen. Schauen Sie sich außerdem die 15 zur Wahl stehenden Parteien in Hamburg einmal an. Die AfD ist alles Mögliche, aber sicher nicht liberal. Die CDU kann kein vernünftiger Mensch wählen, solange Frau Merkel an der Macht klebt. Die Freien Wähler haben wie die meisten anderen antretenden Parteien keine realistische Chance. Vielleicht ist die SPD in Hamburg vernünftiger als anderswo, insbesondere zur Begrenzung des grünen Einflusses.

    • Ihr letzter Absatz bringt das realexistierende Elend des bürgerlichen Wählers auf den Punkt. Er lamentiert und lamentiert, aber am Wahltag wird das Kreuzchen wieder an den alten Stellen gemacht. Und danach wundert er sich wieder, daß die etablierten Parteien an seinen Interessen vorbeiregieren. Ich kann das einfach nicht mehr ernst nehmen. Dabei ist doch klar, das auf die Analyse die Tat folgen muß:

      “Knowing is not enough, we must apply. Willing is not enough we must do.”
      – Bruce Lee

      • Welche Tat? Die AfD ist keine Alternative mehr, weder moralisch noch realpolitisch. Man kann also entweder die Dinge beim Namen nennen oder sich die Lage schönreden (Herr Höcke oder Frau Merkel seien gar nicht so schlimm).

      • Ok. Jetzt haben Sie die Dinge beim Namen genannt und wählen doch wieder wie gehabt. Was soll sich dann ändern? Die FDP würde – zu Recht – jede Stimme als Bestätigung für ihre bisherige Politik interpretieren. Ist das das Signal, das Sie senden möchten? Ihr Wahlverhalten erscheint mir nicht rational und das nicht erst seit gestern, sondern alle ihre Wahlempfehlungen fallen so asynchron zu Ihren eigenen Überzeugungen und zu dem, was der Wahlomat selbst ergibt, aus. Das sei hier nur mal gesagt.

      • Ich habe das rational begründet, während Sie sich um die Antwort herummogeln, was denn Liberale oder Konservative heutzutage noch wählen sollen oder auch nur können.

      • Ich kann Ihnen auch ganz direkt antworten. Wenn man als Liberalkonservativer nicht AfD wählen möchte wegen 99. Reich und so, würde ich aus den angegebenen Gründen immer noch keine Altparteien wählen, sondern solche tiefer unten auf dem Stimmzettel. Und zwar notfalls runter bis zur 0,5%-Grenze, wo ungefähr die staatliche Parteienfinanzierung anfängt, so daß es auch keine verschenkte Stimme wäre.

        Eine Stimme für die Altparteien bedeutet in jedem Fall eine Zementierung der unmöglichen Verhältnisse, ist also unter allen Umständen zu vermeiden.

      • Das mit dem 99. Reich ist nicht witzig, da Herr Höcke unmittelbar ans 3. Reich anknüpfen will. Parteienfinanzierung gibt es bei Landtagswahlen ab einem Prozent, doch es wundert mich immer wieder, dass es auch bei den kleineren Parteien kaum noch ein bürgerliches oder gar liberales Angebot gibt. Am ehesten könnte noch die Wahl der Freien Wähler Sinn machen, die sich jedoch in Bayern auch nicht gerade mit Ruhm bekleckern.

  4. Wenn wir in Hamburg zu Besuch sind – engste Familenangehörigen wohnen dort – schlendern durch Straßen weit weg vom Scheunentorviertel oder Außenalster sehen wir gleich wie in Berlin versiffte, dreckige Außenansichten. Furchtbar !

    Hamburger Senat will mehr und immer noch mehr Asylanten, Hotelschiffe und Neubauten liegen bereit. Bunt als Bereicherung gepriesen.

    AfD / FDP haben gegen diesen Mainstream in Öffentlichkeit und Gedanken der Hamburger Bürger/innen Null Chancen auch wenn „Sauberkeit“ kein Ausweis von Demokratie ist. G 20 und Atta mit 9 / 11 Verbrechen aus der Techn. Uni : völlg vergessen im Gespräch, kommt man darüber ins Gespräch verdrehen alle die Augen, es nervt.

    Was mich auch etwas nervt sind immer wieder angezogene angebliche Autobahn – Errungenschaften / Leistungen vom GröFaz.

    Erste öffentliche Autobahn Deutschlands wurde 1932 zwischen Köln und Bonn am 6. August 1932 durch Konrad Adenauer eröffnet , Pläne für div. andere Projekte – auch nach Berlin – gab es bereits in den Schubladen. Blaupausen hatte Weimarer Republik ausreichend.

    Wahlausgang ? Nach Umfragen SPD und Grüne in der 1. Reihe. Au Backe !

  5. Ähnliches Ergebnis für mich, wobei Tierschutz hier/Hamburg bei mir vor der FDP landet. Die FDP stellt 96 (!) Seiten Wahlprogramm vor, mit unzähligen Vorschlägen, was der Hamburger Staat tun soll. Liberal wäre es, vor allem vorzuschlagen, was der Hamburger Staat nicht mehr tun soll. Zur Schule las ich Forderungen zu gesundem Schulessen, nichts aber über Privatschulen! Und zum Schulessen wäre aus liberaler Sicht zu sagen: Mutti hat das Sagen (bei „moderner“ Ehe – nichts für mich- darf Vati mitbestimmen), und demnach richtet sich das Essensprogramm, das ja nur beschränkte Auswahl bieten kann. Ich tue es mir nicht an, mich auch noch in das Wahlprogramm der CDU einzulesen. Landet die FDP unter 5 %, wird dafür Thüringens Wahl von Herrn Kemmerich verantwortlich gemacht. Also wählte ich wohl doch, aber mit Hängen und Würgen und leichtem Anflug von Selbstekel FDP….

  6. PS: Das Wahlprogramm der Hamburger AfD fordert die Unterdrückung religiöser Minderheiten, einschließlich evangelischer, sowie auch sozialistische Förderung Besserverdienender, was zu Lasten Ärmerer geht. .

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