Kramp-Karrenbauer gibt auf

Frau ‚Merkel schmeißt Ostbeauftragten wegen Glückwunschtweet an Liberalen raus‘. Sogleich gibt es das nächste, weitaus bedeutendere Opfer von ihr: „Kramp-Karrenbauer erklärt Trennung von CDU-Vorsitz und Kanzleramt für gescheitert“, weshalb sie nicht etwa länger bzw. schneller die Kanzlerschaft anstrebt, sondern ihren Verzicht auf die angestrebte Kanzlerkandidatur und demnächst auch den CDU-Vorsitz erklärt. Sie hat viele Fehler gemacht, zuletzt in Thüringen, und hatte immer weniger Rückhalt als Parteivorsitzende, was aber nicht zuletzt an Frau Merkel lag, die im Hintergrund immer noch als die eigentliche Vorsitzende mit viel mehr Macht wirkt.

Der nun angekündigte Rücktritt deutete sich schon beim letzten CDU-Bundesparteitag im November an (siehe ‚Kramp-Karrenbauer bietet unnötig Rücktritt an‘), aber wie es weitergeht, ist völlig offen. Die üblichen Verdächtigen (Armin Laschet, Friedrich Merz und Jens Spahn, für die Kanzlerschaft auch Markus Söder) lauern nun auf ihre Chance, aber ich halte es weiterhin für möglich, dass Frau Merkel allen eine lange Nase zeigt und als Bundeskanzlerin einfach weitermacht, wenn sie nicht gar auch wieder offiziell CDU-Vorsitzende wird. Das wäre wenigstens ehrlich, wenn auch nicht gut für die Partei und das Land. Ihr Versuch einer geregelten Machtübergabe an Frau Kramp-Karrenbauer ist jedenfalls gescheitert, wenn er überhaupt je ernst gemeint war.

41 Gedanken zu „Kramp-Karrenbauer gibt auf

  1. Selbstverständlich wird sich Angela die Furchtlose, Alternativlose und Beste Bundeskanzlerin aller Zeiten, unsere geliebte Führerin, demütig opfern. Nein, nein, nicht etwa zurücktreten, sondern noch einmal zur Verfügung stellen. Natürlich nicht ohne große Geste. Sondersendung mit Anne Will, Sandra Maischberger und Maybritt Illner. Gleichzeitig übertragen in allen Fernseh- und Radioprogrammen. Aber nicht heute und morgen, sondern kurz vor Torschluss. Ein wenig spannend muss es schon bleiben, damit sich das Dummvolk vor Dankbarkeit verneigt und nicht auf irgendwelche alternativen Ideen kommt.

    • @Daniel Sodenkamp

      Falls Laschet tatsächlich 2021 antreten sollte, heisst der nächste Bundeskanzler mit Sicherheit nicht Laschet. Sollte es zu einer Kandidatur von Laschet und Habeck kommen (was ich für sehr unwahrscheinlich halte, da es m.E. auf Merkel V, die Alternativlose hinauslaufen wird), hieße der Sieger sicher Habeck. Wetteinsatz wie üblich, Sie können aber auch gerne etwas anderes vorschlagen. Wenn Laschet 2021 nicht antritt, hat sich die Wette erledigt.

      • Laschet wäre die einzige Chance, dass es überhaupt noch zu einem CDU-Kanzler kommt. Wenn Merz oder Spahn antreten würden, würden die Grünen ziemlich sicher vor der Union landen.

      • Nein, Merz könnte für die CDU mehr Stimmen holen (von der AfD, Nichtwählern, vielleicht auch einer zerfallenden FDP, während linksgrüne Wähler doch eh Linke oder Grüne wählen), doch seine Regierungsoptionen sind begrenzter.

      • @Josef Fischer

        Die einzige Chance, dass es 2021 wieder zu einem CDU-Kanzler kommt, ist Angela Merkel. Alternativlos eben (jedenfalls für die CDU) und genau so geriert sie sich auch.

      • Ich glaube nicht, dass eine nennenswerte Zahl von AfD-Wählern in absehbare Zeit wieder eine der etablierten Parteien wählen wird. Selbst unter Merz wäre die CDU ja immer noch in weiten Teilen sozialdemokratisch geprägt.

      • Die AfD hat doch auch ihren national-sozialistischen Flügel, der sich allerdings kaum für Herrn Merz begeistern dürfte. Er kann dafür Protestwähler und enttäuschte Konservative zurückholen.

      • Wie oft soll Friedrich Merz denn noch aus der Mottenkiste geholt werden?
        CDU haben fertig. Ob mit oder ohne Angela Merkel, die sowieso nicht gehen wird.

  2. Wer auch immer nach ihr kommt, er wird die ?DU nicht mehr retten. Das innerparteiliche Progromklima gegen Abweichler und Konterrevolutionäre (Werteunion), das zuletzt durch die Merkeljünger (Polenz, Brok u.a.) geschürt wurde, wird die Partei zerreißen.

    • @Klimaleugner
      Wer ist denn die „?DU“ ?
      Wollen wir uns nicht gleich auf „Union“ als Bezeichnung verständigen?
      Die CDU ist weder christlich noch demokratisch.

      • Die CDU will aber auch keine Union mehr sein, sondern z. B. die Werteunion rauswerfen, da sie nicht die neue sozialistische Einheitsmeinung vertritt.

      • Da haben Sie auch wieder Recht, Herr Dilger.
        Also einigen wir uns auf ‚Sozialistische Einheits Union‘ SEU als (Pseudo-)“Alternative“ oder Schwesterpartei zur SED? 😉

      • Bleiben da nur ??? übrig? Dann lieber SMP (Stalinistische Merkel Partei)

  3. Es war, glaube ich, hier auf diesem Blog, wo ich kurz nach der Ernennung AKKs die Vermutung äusserte, dass Merkel sie nur vorgeschoben hat, weil sie wusste, dass sie es nicht kann. Um dann in höchster Not den Ruf aus der CDU doch wieder anzutreten, zu vernehmen und ihm zu folgen.
    So recht daran glaube ich immer nicht. Aber die nächsten Tage werden zeigen, ob Merkel ihre Lakaien in der CDU und den Medien anweist, den Ruf erklingen zu lassen.

    Das Motto Adenauers „Keine Experimente!“ hatte damals seine Berechtigung. Aber nun ist es in der DNA der CDU verankert. Es wird nun wohl Laschet der Nachfolger werden, oder falls er nicht durchsetzbar ist, eben doch wieder Merkel. Merz wäre zu viel Experiment.

    Interessiert verfolgte ich dieser Tage die Umfragewerte. Die AfD ist bei 15% festgetackert, egal was geschieht. Zwischen den anderen Parteien fluten die Stimmen hin- und her. So gesehen, könnte es schon sein, dass Merkel wieder zurück kehrt. Viel ändern würde es an den Wahlergebnissen nicht, ob Merkel oder Laschet es macht.

    • Ja, da scheint sich fast nichts mehr nach oben zu bewegen bei der AfD. Sehr guter Beitrag dazu heute von Jürgen Fritz auf Facebook.
      Die Hoffnungen auf was Neues sind etwas gestiegen.

      • So lange sich die AfD nicht von ihrem, von den drei bekannten Provokationsagenten angeführten Narrrensaum verabschiedet, wird sie aus der 15%-Ecke auch nicht herauskommen. Legt sie in den NBL zu, lässt sie in den alten Bundesländern entsprechend nach. Im Westen deutlich zulegen kann sie mit dem sie umwehenden Stigma nicht. So bleibt sie immer schön konstant und für die Auftraggeber der Provokationsagenten berechenbar. Cui bono?

    • Wenn die AfD Höcke oder andere des Flügels ausschlösse, würde das mediale Feuer sich halt auf andere in der AfD richten. Man hat das an Kemmerich gesehen, oder Lucke.
      Wenn Höcke Parteivorsitzender würde, würde ich auch nicht mehr AfD wählen,aber zur Zeit ist er ruhig

      • Absolut. Man hat schon sehr früh versucht, die Lucke-AfD damals ins rechtsextreme Eck zu stellen. Rechtsrextrem ist für eine bestimmte ideologische Bewegung, die in Deutschland sehr laut ist und viel Einfluss ausübt, jeder der beliebige mit konservativen Ansichten, der sich irgendwo angreifbar macht. Sei es die FDP oder Werteunion.
        Ich denke sogar, ein Höcke hätte ohne das Zutun der Mainstreammedien nie so viel Einfluss in der Partei gewinnen können. Man hat die Geister selbst gerufen, die man meint zu bekämpfen.

        Ich habe mich über die Mechanismen, die da wirken, etwas satirisch ausgelassen:
        https://dekadenzkritik.wordpress.com/2020/02/10/nachtrag-zu-thuringen-die-unberuhrbaren/

    • Hans Benzell sagte am 11/02/2020 um 11:36 “ . . .Um dann in höchster Not den Ruf aus der CDU doch wieder anzutreten, zu vernehmen und ihm zu folgen. . . .“
      Aus Merkels Sicht müsste sich 2021 die Situation doch so darstellen:
      – Energiekosten aus dem Ruder gelaufen- Versorgungssicherheit nicht in Sicht und CO2-Vorgaben auch nicht in plausiblem Erfüllungs-Prozeß
      – deshalb und wegen der SPD-bestimmten Gängeleien der Wirtschaft und steuerlichen Benachteiligung Abschwung in der Industrie bzw. Abwanderung,
      – Gefahr, dass die CDU nur den Vize-Kanzler stellen kann.
      Glauben Sie, dass da Merkel noch mal zugreift ? Ich nicht.

  4. …und jetzt räumen auch noch Jürgen Klinsmann und Bischof Reinhard Marx ihre Posten. Nur Merkel klebt mit Patex auf ihrem Stuhl…!

  5. BILD am 11.Febraur 2020 “ ….Merkel risks the life of the CDU „.

    Wow, Götter – Kanzlerinnen / Dämmerung nach Verriss am 10. Februar durch „Die Welt “ mit Chefredakteur Ulf Poschardt unter der Schlagzeile

    “ ….Die Partei des schamlosen Zeitgeist – Surfens . “

    180 Grad Kehrwendungen seit gefühlt 14 Jahren.

    Man beachte, beide Zeitungen Eigentümer Axel Springer SE und Friede Springer ist die Verlegerin, die Mächtige.

    Im Privaten sind Angela und Friede Duzfreundinnen , im Trio mit Liz Mohn.

    Drei der mächtigsten , prominentesten Frauen und eine ( 1 ) davon fällt nun durch die Roste. Es ist Angela. Wer hätte das je bei dieser Konstillation von Machtfülle für möglich gehalten.

    Wieder sieht man es wie im richtigen Leben ganz deutlich, wenn der Stern sinkt und das Ergebnis mit, ja dann ist Schluss.

  6. AKKs Rücktritt war eine Freude mit bitterem Nachgeschmack. Es steht kein aussichtsreicher Kandidat bereit. Merz ist ein machtbesessener Opportunist, Laschet zu merkelnah und Spahn hat keine Aussicht auf Erfolg. Damit sich wirklich etwas in in der CDU bewegen könnte, müsste es sowieso ganz jemand anders werden, jemand aus dem letzten verbleibenden Teil der alten konservativen CDU, der „Werteunion“. Ich denke an Maaßen, aber das sind realitätsferne Träumereien.

    Meiner Einschätzung nach wird es Merz werden.

    • Die WerteUnion wird gerade aus der CDU gesäubert und zwar mit den üblichen denunziatorischen Methoden. Die CDU hat es nicht anders verdient, als völlig unterzugehen. Als konservative oder auch nur Mitte-Rechts-Partei hat sie ausgedient.

      • Dass die CDU wird den Weg der SPD gehen wird, ist keine neue Erkenntnis. Erschreckend sind allerdings die Methoden, mit den versucht wird, das aufzuhalten.

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